Lobpreis des Heiligen Geistes: - Lasst uns preisen den Heiligen Geist, der in den Seelen der Menschen sein heiliges Wirken entfaltet! Ihn loben und rühmen wir in Ewigkeit! Aus Dir, Heiliger Geist, dem Herrn und Lebensspender sind wir geboren zum neuen Leben der Gnade. Dir sei Preis und Dank in Ewigkeit! Durch Dich sind wir geheiligt, sind rein geworden von aller Schuld. Dir sei Preis und Dank in Ewigkeit! Mit Dir sind wir besiegelt worden in der Firmung. Dir sei Preis und Dank in Ewigkeit! Du wohnst in uns wie in einem heiligen Tempel. Dir sei Preis und Dank in Ewigkeit! Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch Dich, der Du die Liebe selber bist. Dir sei Preis und Dank in Ewigkeit! Lasst uns preisen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist! (Alleluja!) Ihn wollen wir loben und rühmen in Ewigkeit! Amen. (Alleluja!) - Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr"
Zur Vertiefung obigen Lobpreises:
Der Heilige Geist ist die wahrhaft lebendigmachende Quelle....der uns geschenkte Liebesbauch Gottes.
Hw Prof. Matthias Scheeben (1835-1888) in "Der Heilige Geist": - "In Gott gibt es keinen Augenblick, wo er nicht liebt; die Liebe Gottes ist er selbst in seiner reinsten Wirklichkeit. Sie ist nicht minder fruchtbar als die göttliche Erkenntnis, weil sie überreich und ewig ist. Nicht die Liebe selbst, sondern der Liebesbauch wird als Person hervorgebracht: der Heilige Geist. Er ist die Flamme, der Hauch, das Pfand, das Geschenk, die Einheit, durch die Vater und Sohn vereinigt sind in unzerstörbarem Frieden. Die Lebensmitteilungen in Gott sind ewig wie Gott selbst; sie haben keinen Anfang und kein Ende.... Weder der Heilige Geist noch das Wort werden in Gott von irgendwo herbeigeführt und durch irgendeine Bewegung, die beginnt oder vorübergeht. Dauernd werden sie hervorgebracht, dauernd haben sie ihren Ursprung in Gott. Sie sind ewig; der Vater ist ewig, der Sohn ist ewig, und der Heilige Geist ist ewig, wie Gottes Leben ewig ist; gleich ewig - gleich göttlich! [....] Gnade ist das Wohlwollen Gottes, wodurch er uns das Höchste und Beste gibt, was er uns überhaupt geben kann und was über die Ansprüche aller Geschöpfe geht. Er lässt uns teilnehmen an seiner Seligkeit, die nur er allein von Natur aus geniesst. Er liebt uns, erlässt sich zu uns herab und nimmt uns gnädig in seine Gemeinschaft auf: erscheint sich uns in grossmütiger Liebe. Wir werden seine Schützlinge, seine innigsten Freunde, seine Kinder. Ja, er erwählt unsere Seele zu seiner Braut.
Diese Liebe Gottes zu uns heisst Gnade des Heiligen Geistes. Gott liebt uns mit der Liebe, mit der er seinen eingeborenen Sohn umfasst und aus welcher der Heilige Geist hervorgeht; durch diese Gnade giesst er seinen eigenen Odem, den Heiligen Geist, in uns ein. Die Geschenke, die der Heilige Geist mit sich bringt, wenn er zu uns kommt, sind die Gaben des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist - Die Dritte Göttliche Person (5) [....] Der Heilige Geist betätigt dabei seine göttliche Macht über den geschaffenen Geist. Er wird zur lebendigen Quelle, die bewirkt, dass wir in der Kraft ihrer Macht das Gute wollen. Seine Kraft treibt uns an und schafft das Gute. Sie erzeugt übernatürliches Leben in unseren Herzen. Ohne unsere Freiheit anzutasten, wirkt der Heilige Geist kraftgespannt in unseren Herzen. Der Strahl dieser Heilsquelle durchdringt mich so mächtig, dass er einem überaus schwachen Willen die Kraft verleiht, alles zu leisten, was ich nach Gottes Willen zu tun habe; er räumt auch alles, was hinderlich ist, aus dem Wege. Der Heilige Geist erregt und entzündet, erweckt und unterhält uns; er ist die wahrhaft lebendigmachende Quelle. Er spendet und erzeugt unsere übernatürliche Kindschaft. Er ernährt und durchblutet uns. "Die vom Heiligen Geiste geleitet werden, die sind Söhne Gottes" (Röm 8,14). Die hl. Firmung: Geistige Siegelung
Der Heilige Geist trägt und vermittelt uns die Lebenskraft, die von Christus ausgeht. Er lässt sie wie eine Quelle hervorsprudeln." -
Donnerstag in der Pfingstwoche:
1. Kl. Farbe rot Stationskirche: St. Laurentius vor den Mauern
Philippus, der Diakon (Lectio - auch der Stationsheilige ist Diakon), und die Apostel (Evang.) wirken in der Kraft des Hl. Geistes, den auch wir empfangen. Darum sollen auch wir die Werke des Geistes wirken. Wahrscheinlich wurde in Rom ursprünglich an diesem Tage kein Stationsgottesdienst gefeiert; deshalb wird die Messe vom Pfingstsonntag wiederholt, ausgenommen die Lesungen.
Lobpreis des Heiligen Geistes: - Lasst uns preisen den Heiligen Geist, der im Werk der Erlösung wunderbar waltet! Ihn wollen wir loben und rühmen in Ewigkeit ! Gott, Heiliger Geist: Du hast gesprochen durch den Mund der Propheten. Wir loben und rühmen Dich, Gott Heiliger Geist ! Du hast im Schoße der Jungfrau den Leib Christi gebildet. Wir loben und rühmen Dich, Gott Heiliger Geist ! Dein siebenfaches Gnadenwirken hat auf Ihm geruht . Wir loben und rühmen Dich , Gott Heiliger Geist ! Dich hat Er seine Kirche verheissen als Beistand bis bis ans Ende der Zeiten. Wir loben und rühmen Dich , Gott Heiliger Geist ! Du bist in Sturm- und Feuerzungen über die Kirche gekommen . Wir loben und rühmen Dich, Gott Heiliger Geist ! - Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr"
Einige Anmerkungen zum Lobpreis "Du hast im Schoße der Jungfrau den Leib Christi gebildet."
Vielfach wurde das auch im "Credo" gebetete " empfangen vom Heiligen Geiste" missverstanden, so als ob der Heilige Geist für die Zeugung der Menschheit Christi verantwortlich wäre. der Diesem Irrtum ist das. XI. Konzil v. Toledo im Jahre 675 mit dem Symbolum Nr. 36 entgegengetreten: - "Gleichwohl darf man nicht deshalb, weil Maria, vom Heiligen Geist überschattet, empfing, glauben, eben der Heilige Geist sei der Vater des Sohnes, damit es nicht den Anschein hat, wir nähmen zwei Väter des Sohnes an, was zu behaupten allerdings frevlerisch wäre"
-
Einer der grossen Kirchenväter, der hl. Augustinus, unterstreicht: - "Christus wurde nicht als Sohn vom Heiligen Geist geboren. Man darf keinesfalls behaupten, dass Christus der Sohn des Heiligen Geistes oder der Heiligen Dreifaltigkeit ist"
-
Verinnerlichen wir uns: Alleine der VATER ZEUGT IN EWIGKEIT SEIN EWIGES WORT, SEINEN EINZIG GEBORENEN SOHN JESUS CHRISTUS, - GOTT VON GOTT , LICHT VOM LICHTE, WAHRER GOTT VOM WAHREN GOTT, EINES WESENS MIT DEM VATER - DER alleine DURCH die KRAFT des HEILIGEN GEISTES aus der Jungfrau Maria die Knechtschaft des Fleisches angenommen hat.
Aus der Katholischen Glaubenslehre von Clemens August Kardinal von Galen, Bischof von Münster (1878 - 1946 )
Der Sohn Gottes ist durch das Wirken des Heiligen Geistes Mensch geworden; er hat einen menschlichen Leib und eine menschliche Seele angenommen. -
Zum Qautember Mittwoch in der Pfingstwoche: - 1. Kl. – Farbe rot Stationskirche: Groß St. Marien
Über die Quatembertage
Den Sommerquatembern geht im europäischen Süden die Weizenernte voraus. Die Kirche dankt für die Ernte; die Gläubigen brachten in alter Zeit den Zehnten davon der Kirche.
Wir ziehen in der Feier der hl. Messe gleich den Israeliten dem Gelobten Lande entgegen. Der Herr ist bei uns (Eucharistie), die Himmel regnen das Manna (hl. Kommunion – Intr.). Der Hl. Geist ist über uns ausgegossen (1. Lectio); deshalb soll unser Leben und Wirken uns als Geisterfüllte, als Geistesträger erweisen (2. Lectio, Evang.). -
"Lasst uns peisen den Heiligen Geist, der im ewigen Heute göttlichen Lebens ausgeht vom Vater und Sohn! Ihn wollen wir loben und rühmen in Ewigkeit! Gott, Heiliger Geist: Ein Gott mit dem Vater und dem Sohn. Anbetung und Ehre sei Dir in Ewigkeit ! Gleich einig bist Du wie Vater und der Sohn, von gleicher Allmacht, gleicher Ehre würdig. Anbetung und Ehre sei Dir in Ewigkeit! Du bist die einzige Liebe, in der Vater und Sohn sich einander umfangen. Anbetung und Ehre sei Dir in Ewigkeit! Mit dem Vater und dem Sohn zugleich hast Du die Welt erschaffen. Anbetung und Ehre sei Dir in Ewigkeit! Ordnung und Schönheit der Schöpfung sind Dein Werk. Anbetung und Ehre sei Dir in Ewigkeit!"
-
Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr"
Einige Anmerkungen zum Lobpreis Ordnung und Schönheit der Schöpfung sind Dein Werk.
Die Schöpfung ist ein Vorgang der Heiligsten Dreifaltigkeit, ein trinitarischer Vorgang ! Das Dogma lautet: 47. Die drei göttlichen Personen sind ein einziges, gemeinsames Prinzip der Schöpfung. Die Dogmen im Überblick Teil 2
Ein Jesuitenpater hat diese Glaubenswahrheit sehr schön ausformuliert:
Der VATER schafft durch den SOHN imHEILIGEN GEIST !
Die Welt: Durch GOTT geschaffen, durch GOTT geformt in GOTT existierend !
Die Schöpfung.... existiert im GEIST, sie ist gestaltet durch den SOHN hervorgebracht durch den VATER !
Die Schöpfung der Welt ist ein Vorgang der KRAFT und der FÜLLE DES GÖTTLICHEN LEBENS....
-
Zum Dienstag in der Pfingstoktav aus dem Schott-Messbuch 1962:
- 1. Kl. – Farbe rot Stationskirche: St. Anastasia
Voll Freude und Dank gegen Gott jubeln wir dem entgegen, der uns durch die hl. Taufe in das Himmelreich der Kirche berufen hat (Intr.). Wir sind durch den Hl. Geist geheiligt (Lectio), in die Hürde des guten Hirten (hl. Kirche – Evang.) eingegangen und finden bei ihm Weide und Leben, vorab in der Mitfeier der hl. Messe und im Genusse des Opfermahles.
- "Herr Jesus Christus Getreu Deiner Verheißung bist Du auch nach Deiner Himmelfahrt unter sichtbarer Gestalt bei Deiner Kirche geblieben im heiligsten Sakrament.
Aber Du lebst und leitest Deine Kirche nicht mehr in gleicher Weise wie in den Tagen Deines Erdenlebens. Schweigend wohnst Du hier im Tabernakel. Darum hast Du uns vom Throne Deiner Herrlichkeit einen anderen Beistand gesandt, der in Ewigkeit bei uns bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den Herrn und Lebensspender.
Im ewigen Heute des dreifaltigen Lebens geht Er aus dem Vater und von Dir, dem Sohn. Er wird mit dem Vater und mit Dir zugleich angebetet und verherrlicht. Als Frucht Deines Erlösungsopfers hast Du Ihn am Pfingstfest herabgesandt. In Sturm und Feuerzungen kam Er vom Himmel über Deine Kirche. Voll Furcht und Sorge hatten die Jünger sich verborgen. Jetzt traten sie mit Freimut vor das Volk, Gottes große Werke zu verkünden. Er führte sie in alle Wahrheit ein und gab ihnen das Verständnis für all Deine Worte. So wurden sie Deine Zeugen bis an der Erde Grenzen! Deine Gnade, Herr, und die Liebe des himmlischen Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes bleibe bei uns allezeit! Arnen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen."
-
Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr. -
Aus dem Schott-Messbuch 1962: - "Liturgisch ist das heilige Pfingstfest die Jubeloktav des Osterfestes(siebenmal sieben Tage), Vollendung und AbschlußOsterfestkreises. In der Geistessendung wird das Erlösungswerk Christi besiegelt und an der Kirche zur Vollendung gebracht."
-
Der hl. Cyprian (gest. 258):
"Derjenige kann Gott nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat".
Wie bereits erwähnt, ist das
Pfingstfest auch der Geburtstag der von Christus gestifteten Kirche. Diese hat Er zuvor - noch unscheinbar - auch vorbereitet..... durch Seine Menschwerdung, durch Seine Leiden, Sein Sterben und Seine glorreiche Auferstehung, Seine Himmelfahrt und durch die auch uns zur Mutter geschenkte allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria.... Am Pfingstfest nun ist sie gleichsam vollendet und wird geboren. Unsere Heilige Mutter Kirche als der mystische Leib Christi.
Ein inniger, leidenschaftlicher Hymnus an unsere Heilige Mutter Kirche als der mystische Leib Christi, die Braut Christi.....von Hw Robert Mäder (1875-1945): - "Ewige katholische Kirche - Du meine einzige Leidenschaft. Die heilige katholische Kirche! Folgt mir, liebe Brüder und Schwestern! Folgt mir in der leidenschaftlichen Liebe zu ihr, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen römischen Kirche! Sie ist das Glück der Allerglücklichsten. Sie ist der Sinn, der einzige und höchste zugleich, alles dessen, was lebt und webt, unser, euer, aller einziger Sinn! Sie ist die Antwort auf alle Fragen. Noch im Unwürdigsten, so noch ein Funke Sehnsucht in ihm brennt, waltet ihr Glück. Selig sind, die sie begriffen haben, die je ihrer ansichtig wurden. Sie ist Mutter und Braut aller Seelen, die nicht satt geworden sind, Mutter und Braut aller Unersättlichen, die ihr endloses Verlangen aufnehmen lassen in Gottes erbarmende Liebe! Sie ist das Angesicht der großen Barmherzigkeit; sie ist der Weg aller Ausweglosen; das Ziel aller Ratlosen; das Leben aller, die tot scheinen; die Kraft aller, die ihre Schwachheit spüren!
Ewige katholische Kirche - Du meine einzige Leidenschaft! Die Dein Antlitz trägt, Maria, die Hochgebenedeite, weint wie Rachel über ihre entlaufenen Kinder. Vom Drachen angegiftet,vom Pesthauch der Nüstern des bösen Feindes vernebelt, in den Landen ihres erhabenen Seins besetzt und verstellt, harrt sie auf Eure Gebete, meine Brüder und Schwestern!
Wunderbare, unvergleichbare Kirche! Böse, hohnlachende Feinde haben mit Menschenweisheit und Welt-Klugheit Dich belagert! Hilflos und ohne Einsicht huldigen Irregeführte dem falschen Schein. Die gleichgültig waren eh und je, die ihr Dasein mit emsiger Nichtigkeit veröden, die ihre Jahre verschwätzen mit schwätzendem Blick, schwätzendem Mund und schwätzenden Ohren, mit schwätzender Arbeit und ungewichtigem Leiden, die sich zum flüchtigen Zufall machen und das Gerede der Menge nachbeten, dem feilen Markte verfallen, die sind es, die wähnen - „Gehorsam“ nennen sie ihre Weigerung, der Wahrheit liebend zu dienen!‚
Wir kennen Dein Antlitz, wunderbare Mutter, Jungfrau, Braut, Allerschönste. Du Weisheit, der Wahrheit leuchtender Spiegel, Du Lohn der Ehrfürchtigen! Du Himmel der Staunenden! Du Lächeln, das denen winkt, die nach dem Ewigen verlangen! Du Leben derer, die nach Zeitlosigkeit schmachten! Du Ruhm der Redlichen! Du Klarheit derer, die im Ernste suchen! Braut des Gottmenschen! Sein Leib, der die Wahrheit Seines Opfers vollbringt, der Seine leuchtenden Wunden trägt und Seinen Sieg in alle Düsternisse bringt! Kirche! Katholische Kirche! Ruhm sei Deinen Dogmen! Ruhm sei Dir, weil Du die ewige Wahrheit erkennbar machst! Glück und Seligkeit für die, welche Dich schauen können, deren Geist Deine Lippen küsst, die von den Inhalten sprechen, von den Inhalten, die kein Wind verweht, keine Mode löscht, kein Jahrhundert besiegt.
Katholische Kirche, Du Bergeschoß aller Erfüllung! - Komm, Heiliger Geist! Zeige wieder, bald, bald und schnell, zeige wieder den Menschen das Zeichen, das ihnen zur Auferstehung oder zum Falle wird, das ihre Entscheidung weckt! Verjage die Frechen, die hohnlachend auf dem Boden Deines Tempels herrschen! Vertreibe die Unzuständigen, die Uneigentlichen! Rufe herbei die wahrhaft Berufenen! Amen! „Gehorsam“ nennen sie ihre Weigerung, der Wahrheit hebend zu dienen!"
Die Freude über das traditionsverbunden Katholischsein-Dürfens spiegelt sich auch in der hl. Messe des Pfingstmontages wider. Aus dem Schott-Messbuch 1962:
- 1. Kl. – Farbe rot Stationskirche: St. Peter zu den Ketten
Die Meßtexte der Pfingstwoche haben oft, wie auch die der Osterwoche, die Neugetauften vor Augen, die an der Pfingstvigil das Sakrament der Wiedergeburt empfangen hatten. Taufe, Eucharistie und Geistsendung (Firmung) treten in der Liturgie dieser Woche in besonderer Weise hervor.
Wir wissen uns eins mit den Neugetauften und danken mit ihnen für die Güter, die auch uns durch den Empfang der Taufe erschlossen wurden (Intr.). Wir lauschen den Worten des hl. Petrus (Stationskirche) und gedenken dankbar der Herabkunft des Hl. Geistes auf uns beim Empfang der hl. Firmung (Lectio). Durch Gottes Gnade gehören auch wir zu denen, die glauben, die berufen sind, das ewige Leben zu haben, die das Licht lieben und sich von der Finsternis ausgeschieden haben (Evang.). Die Worte des Offertoriums erinnern an das Brausen des Sturmes, das die Herabkunft des Hl. Geistes begleitete, und an die Segensfluten der hl. Taufe. In der Mitfeier der hl. Messe schließen wir uns an Christus an, der uns durch den Hl. Geist zu Streitern und Helden macht.
«Er wird euch alles lehren, was ich euch gesagt habe» (Comm.). -
Wir können es nie genug betonen, dass an Pfingsten von unserem Herrn Jesus Christus der Heilige Geist - der Geist der Wahrheit - gesandt wurde und nicht "der Geist des Dialoges / der Vielfalt / der Verständigung" etc.. Zwischen Wahrheit und Irrtum / Lüge kann es keine "Verständigung" geben.
Franz Kronbeck über eine wahrheitslose Welt:
- [....] "Die Geschichte hat es uns bewiesen, und die Politik wie die Gesellschaft stellt es uns täglich vor Augen: Wer den Sohn ablehnt, betet das Chaos an und die Revolution, und wer den Heiligen Geist ablehnt, verfällt dem Haß und der Gewalt.
-
Tagtäglich finden diese Worte ihre Bestätigung ! Den lesenswerten Artikel von Franz Kronbeck siehe bitte hier: Aus der Wahrheit sein (5) -
- "Herr Jesus Christus! Du bist hier zugegen im Sakrament Deiner Liebe.
Wir beugen unsere Knie vor Dir und beten Dich an! Mit dankbarem Herzen kommen wir zu Dir. Denn heute ist der Tag, da Du vom Throne Deiner Herrlichkeit uns Deinen Heiligen Geist gesandt hast.
Als Frucht Deines Kreuzesopfers ist Er gekommen, um das Werk Deiner Erlösung zu vollenden! Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit! Wie er einst im reinsten Schoß der Jungfrau Deinen Leib gebildet, so soll Er jetzt den Leib der Kirche bilden, in dem Du das Geheimnis Deiner Menschwerdung weiterführen willst. Lobpreis und Ruhm sei Dir in Ewigkeit! Ein für allemal ist Er gesandt. Als Geist der Wahrheit und der Liebe, der Heiligkeit und Kraft wird Er bei Deiner Kirche bleiben, bis sie am jüngsten Tag in Deiner Herrlichkeit vollendet wird. Dir sei die Ehre in Deiner Kirche in Ewigkeit! Wir aber leben in der Zeit und müssen immer wieder neu empfangen, was aus dem einigen Heute göttlicher Liebe zu uns kommt Darum erneuerst Du ja Tag für Tag in jeder Messe Dein Kreuzesopfer, das Du ein für allemal dem Vater dargebracht hast auf Golgatha. So schenke uns, o Herr, auch immer wieder neu die erhabenste Frucht dieses Opfers: Die Sendung Deines Heiligen Geistes. Gerade heute, an Seinem hohen Fest, bitten wir mit besonderem Vertrauen: Sende aus Deinen Geist, und alles wird neu geschaffen, Alleluja! Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern! Allelujah! Lasset uns beten: Gott, Du hast am heutigen Tage die Herzen Deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt: Gib uns durchgehend wahre Weisheit und beständiger Freude in Seinem Trost. Durch Christus unseren Herrn. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste wie es war im Anfang so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen."
-
Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr. -
Aus der Apostelgeschichte: - "Apg 2,1 Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Apg 2,2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Apg 2,3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Apg 2,4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. Apg 2,5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Apg 2,6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Apg 2,7 Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Apg 2,8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Apg 2,9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, Apg 2,10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Apg 2,11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. Apg 2,12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Apg 2,13 Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.
-
Wir können es nie genug betonen, dass an Pfingsten von unserem Herrn Jesus Christus der Heilige Geist - der Geist der Wahrheit - gesandt wurde und nicht "der Geist des Dialoges / der Vielfalt / der Verständigung" etc.. Zwischen Wahrheit und Irrtum / Lüge kann es keine "Verständigung" geben.
Zur Lesung aus dem hl. Evangelium; Joh 14, 23-31 die Auslegung durch den hl. Papstes Gregor den Grossen (aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937) - "Geliebteste Brüder! Wir wollen die Worte des Evangeliums kurz durchgehen, damit wir nachher um so länger bei der Betrachtung dieses hohen Festgeheimnisses.
Heute kam der Heilige Geist unter plötzlichem Brausen auf die Jünger herab und wandelte ihre noch fleischlich gesinnten Herzen ganz in seine Liebe um. Äußerlich sichtbar erschienen Seine feurigen Zungen, im inneren aber entbranntenihre Herzen; sie erglühten in süßer Liebe, während sie Gott in Gestalt des Feuers aufnahmen.
Denn der Heilige Geist ist die Liebe selbst; daher sagt auch Johannes: Gott ist die Liebe. Wer also aufrichtigen Herzens sich nach Gott sehnt, der hat den, nach dem er liebend verlangt, tatsächlich schon im Herzen. Denn niemand könnte Gott wahrhaft lieben, wenn er den, den er liebt, nicht schon in sich hätte. Seht, wenn man jeden einzelnen von euch fragt, ob er Gott liebt, dann gibt er voll Zuversicht und ganz entschieden zur Antwort: Ja ich liebe Gott. Im ersten Satz des heutigen Evangeliums habt ihr gehört, was die ewige Wahrheit spricht: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten. Den Beweis für unsere Liebe bilden also die Werke, die wir tun. Daher schreibt auch Johannes in seinem Briefe: Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hält seine Gebote nicht, so ist er ein Lügner. Denn nur dann haben wir die wahre Liebe zu Gott und beobachten seine Gebote, wenn wir die bösen Gelüste in uns ersticken. Denn wer sich von unerlaubter Begierde leiten läßt, liebt sicherlich Gott nicht, weil er ihm in seinem Willen widerspricht. Und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Geliebteste Brüder! Bedenket, was es für eine Würde ist, Gott in seinem Herzen gastlich aufnehmen zu dürfen! Wenn ein reicher oder mächtiger Freund in unser Haus käme, dann würden wir gewiß mit größter Eile das ganze Haus reinigen, damit sich nichts findet, was die Augen des Freundes bei seinem Eintritt beleidigen könnte. Nun, genauso entferne ein jeder den Schmutz schlechter Werke, wenn er das Haus seines Herzens für Gott bereiten will. Doch beachtet ferner, was die ewige Wahrheit sagt: Wir werden kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Gott kommt zwar in das Herz mancher Menschen, aber Er kann darin keine Wohnung nehmen. Denn wenn sie einmal ihre Sündhaftigkeit erkennen, dann sehnen sie sich nach Gott; aber zur Zeit der Versuchung vergessen sie wieder, was sie erschüttert hatte, und sie kehren wieder zu ihren Sünden zurück, als ob sie dieselben nie beweint hätten."
-
Eine Anmerkung zum oben eingeflochtenen Bild: Auf diesem Bild ist die Herabkunft des Heiligen Geistes richtig dargestellt; die Feuerzungen des Heiligen Geistes legen sich alleine auf die hl. Apostel. Auf die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria als bereits Braut des Heiligen Geistes legt sich keine Feuerzunge !
Über die Bedeutung des Bildes der Taube Hw Prof. Matthias Scheeben (1835-1888) in "Der Heilige Geist": - "Der Heilige Geist trägt und vermittelt uns die Lebenskraft, die von Christus ausgeht. Er lässt sie wie eine Quelle hervorsprudeln. [....] Die Taube stellt uns den Heiligen Geist auch als Geist Gottes dar, wie er dem Vater und dem Sohne entströmt. Wie eine Taube entsteigt er dem Herzen Gottes, indem Vater und Sohn ihn aushauchen; wie eine Taube schwebt er mit ausgebreiteten Flügeln in beweglicher Ruhe und ruhiger Beweglichkeit über ihnen; er krönt, er vollendet ihren Bund; er verkündet durch seinen Seufzer die unendliche Seligkeit und Heiligkeit ihrer Liebe; er erscheint auch als Taube als ihr Kuss, ihre Umarmung, ihr Liebesseufzen." -
Aus "Mysterium des Kreuzes" von Pater Odo Casel aus dem Jahre 1954: - "Seit dem vierten Jahrhundert hat die Kirche sich mehr der Einzelbetrachtung der geschichtlichen Gottestaten zugewandt. Aber der tiefere theologische Sinn des Osterfestes wurde dadurch nicht aufgehoben. Die heilige Pentekoste (Pfingsten), die aus dem Pascha, dem Kreuz hervorblüht, ist für immer das Kultmysterium der Erlösung und Erhöhung. In ihr wird nicht gefastet und nicht gekniet, sondern es ist eine Zeit beständigen Jubels und heiliger Freude, ein ununterbrochenes Alleluja. Die Pentekoste ist das liturgische Symbol der Vollendung der Kirche im Reiche Christi, ihrer ewigen Ruhe in Gott, die dann vollkommen wird, wenn alle Auserwählten durch das Kreuz hindurch sich zum Leben in Gott durchgekämpft haben werden.
Im Mysterium ist die Pentekoste schon der dem Volke Gottes versprochene Sabbat, die Verklärung in der ewigen Agape, wenn die ganze erlöste Gottesgemeinde ein Opfer für Gott geworden ist und, von der Sünde gereinigt, von aller Unruhe befreit, ewig in den Armen des Vaters ruht und das Loblied der heiligen Dreifaltigkeit singt.
Es ist dies aber nicht bloß ein Zukunftsbild, nicht bloß eine leuchtende Hoffnung, sondern auch schon Wahrheit und Wirklichkeit: "Wenn ihr mit Christus auferweckt seid, so sucht das Droben, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt; denket das Droben, nicht das Irdische. Ihr starbet ja, und euer Leben ist mit Christus in Gott verborgen" (Kol 3, 1-3). Dies gilt schon jetzt für uns, und auch der folgende Vers wird sich erfüllen: "Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar in Herrlichkeit" (ebd. 4).
Die Pentekoste ist das Lebenin der gegenwärtigen Gotteskraft Christi, die uns zum Heroismus im sittlichen Leben befähigt. Unser Leben im Fleische ist noch Pascha, d. h. Durchgang, steht noch unter dem Kreuze. Wir befinden uns noch im Torbogen zwischen der Wüste der Welt und der Heimat. Der Blick voraus zur Heimat hin, den uns die Pentekoste vergönnt, gibt uns Kraft, zunächst mit Jesus dem Gekreuzigten noch den Weg des Pascha zu gehen, d. h. den Kreuzweg. Zugleich aber gibt uns die heilige Pentekostedie Sicherheit, daß wir schon jetzt als Christen in einem neuen Leben wandeln, das sich einst in der ewigen seligen Pentekoste siegreich durchsetzen und allein herrschen wird".
-
Der hl. Josefmaria Escriva:
- "Jesus Christus hat seine Verheißungen erfüllt: Er ist auferstanden, in den Himmel aufgefahren, und in der Einheit des ewigen Vaters sendet Er uns den Heiligen Geist, auf daß Er uns heilige und das Leben gebe.
Die Kraft und die Macht Gottes erhellen das Angesicht der Erde. Der Heilige Geist steht fortwährend der Kirche Christi bei, damit sie immer und in allem das erhobene Zeichen für die Völker sei, das den Menschen die Güte und die Liebe Gottes verkündigt (Vgl. Jes 11,12). Mag unsere Enge auch noch so bedrückend sein, wir Menschen dürfen mit Vertrauen auf den Himmel blicken und voll Freude sein: denn Gott liebt uns und befreit uns von unseren Sünden. Die Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche sind Unterpfand und Verheißung der ewigen Seligkeit, der Freude und des Friedens, die Gott uns bereitet"
-
Ebenso feiern wir am Pfingstfest den Geburtstag unserer Heiligen Mutter Kirche. Die Heiligkeit der Kirche
Aus dem Schott-Messbuch 1962: - 1. Kl. mit Oktav 1. Kl. Farbe rot Stationskirche: St. Peter
Sieben Wochen sind seit Ostern vergangen. Pfingsten ist angebrochen und mit ihm der dritte und letzte Abschnitt der Osterzeit (s. S. 491).
Das Pfingstfest des Alten Bundes war zunächst ein Erntefest, ein Dankfest für die neue, von Gott bescherte Getreideernte, die in den Wochen zwischen Ostern und Pfingsten gewonnen wurde. Es war sodann das feierliche Gedächtnis der Verkündigung des Gesetzes auf dem Sinai und der Übergabe des Gottesgesetzes an das auserwählte Volk. Der Pfingsttag galt den Juden als Tag der Vollendung.
Das christliche Pfingstfest ist das Fest der innerlichen Gesetzgebung des Neuen Bundes, des Bundes der Gnade und der Liebe durch die Herabkunft des Hl. Geistes. Dieser ist das ewige Feuerder Liebe und der persönliche Erguß der Liebe des Vaters zum Sohn und des Sohnes zum Vater. Er kam unter gewaltigem Sturmesbrausen vom Himmel her und erfüllte das Gemach, in dem die Apostel mit Maria im Gebet versammelt waren; er teilte sich den Aposteln mit und schrieb das Gesetz Christi in ihre Herzen ein, damit sie, erfüllt von seinem Licht und seiner Kraft, es zu den Völkern trügen.
Pfingsten ist der Gründungstag, die feierliche Einweihung der von Christus gestifteten Kirche. Durch das Sprachenwunder gelangte das Wort des Apostelfürsten Petrus unmittelbar zu den verschiedensten um ihn versammelten Völkern, und so wurde der Tag der Stiftung der Kirche zugleich ein reicher Erntetag Christi. Der Hl. Geist ist vom ersten Pfingsttage an die Seele der heiligen Kirche, des mystischen Leibes Christi; er belebt, leitet, lehrt und bewahrt sie vor jedem Irrtum.
Der Hl. Geist ist auch den einzelnen Gliedern der Kirche mitgeteilt: den Seelen, und bringt in ihnen das Leben der Gnade und Tugend hervor sowie die kostbaren Früchte des Geistes: «Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit» (Gal. 5, 22). Das Wunder des heiligen Pfingsttages in Jerusalem wird in der Kirche immerdar fortgesetzt und fruchtbar gemacht im Sakramente der hl. Firmung.
Darum ist das Pfingstfest zugleich das Dankfest für die Firmgnade und mahnt dazu, sie in uns neu aufleben zu lassen.
Liturgisch ist das heilige Pfingstfest die Jubeloktav des Osterfestes(siebenmal sieben Tage), Vollendung und Abschluß Osterfestkreises. In der Geistessendung wird das Erlösungswerk Christi besiegelt und an der Kirche zur Vollendung gebracht. Die an Ostern in der hl. Taufe Neugeborenen erhalten in der Herabkunft des Hl. Geistes die Kraft und den Beruf für das Leben der Vollreife in Christus, für ein Leben des Kampfes, der Arbeit, der Liebe und des Opfers. Das heilige Pfingstfest macht uns zu Helden, zu Streitern für Christus und stellt uns die große Aufgabe, als ganze Christen durch das Leben zu gehen, der großen Vollendung entgegen, die wir in der Wiederkunft Christi erfahren sollen.
Im Mittelpunkt der Liturgie der Pfingstfeier steht die hl. Messe, die lebendige Nachbildung und Vorführung des Erlösungstodes Christi, aus dem für den Heiland die Verklärung erwuchs und der auch für uns der Urquell aller Gnaden, auch der Geistessendung, ist.
Weil Rot die Farbe des Feuers und der Liebe ist, so ist es auch die kirchliche Farbe der Feier der Geistessendung.
Aus der Geschichte des Festes. Unsrem deutschen Festnamen Pfingsten liegt das griechisch-lateinische Wort Pentecostes zu Grunde. Es besagt: der «fünfzigste» (Tag), nämlich nach Ostern. In dieser Übernahme der fremd- und altsprachlichen Festbezeichnung prägt sich etwas vom einigenden Pfingstfeste aus. Das Pfingstfest gehört zu den apostolischen Teilen unsres Kirchenjahres. Für die Christengemeinden, die die lebendigen Zeugen und Früchte jenes großen Gründungstages der Kirche mit den Wundern der Geistesgaben vor Augen hatten, war die Jahresfeier des Ereignisses der Geistessendung und -spendung selbstverständlich. Schon den hl. Völkerapostel Paulus sehen wir auf dieses Fest besonderes Gewicht legen (Apg. 20,16).
Nach dem Berichte der Pilgerin Ätheria wurde in Jerusalem gegen Ende des 4.Jahrhunderts das Fest mit einer Nachtfeier eingeleitet; der erste Gottesdienst am Morgen fand auf Golgotha, der zweite auf Sion, dem Orte der Herabkunft des Hl. Geistes, statt. Am Nachmittag schloß sich auf dem Ölberg eine Feier an zur Erinnerung an die Himmelfahrt des Heilandes.
In Anlehnung an die ersten Pfingstereignisse wurde dieses Fest vor allem in Rom neben Ostern der zweite feierliche Tauftag. Darum erhielten Pfingstvigil und Pfingstwoche eine ähnliche Ausstattung wie Ostervigil und Osterwoche. Bereits zur Zeit des hl. Leo d. Gr. (440 -461) folgten nach altem römischem Brauch dem Pfingstfeste die heute noch üblichen drei Quatember-Fasttage. Sie wurden als eine heilige und fruchtreiche Gabe des Hl. Geistes aufgefaßt ; denn er regt zur Entsagung an, und diese hilft zum Liebeswerk der Almosen. Weil man Pfingsten als Abschluß der Osterzeit betrachtete, hatte das Pfingstfest ursprünglich keine Oktav; diese kam in der römischen Kirche im 11. Jahrhundert auf.
Die Stationskirche ist St. Peter, die Weltkirche und zugleich die Kirche des Apostels, der am ersten Pfingsttage der werdenden Kirche das Geheimnis der Geistessendung deutete.
Wir versammeln uns heute im Geiste der Kirche des hl. Petrus, um die Fülle des Hl. Geistes wieder zu empfangen. Der Hl. Geist umfaßt alle Länder und Sprachen (Intr.). Was die Lesung erzählt, soll heute an uns aufs neue geschehen; darum rufen wir flehentlich um die Herabkunft des Hl. Geistes auf uns (Allel., Sequentia); wir bedürfen ja seines Friedens, seiner Unterweisung und Kraft (Evang., Offert.). Wenn Christus in der hl. Wandlung sich opfert, dann bringt er auch den Hl. Geist in seine Kirche und in die Einzelseele (Comm.).
Wir stehen kurz vor dem Hochfest Pfingsten, der Herabkunft des Heiligen Geistes, des Geistes der Wahrheit ! Der Heilige Geist ist die Dritte Göttliche Person und steht alleine der Braut Christi, der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche bei.
Die Lehre der Kirche über den Heiligen Geist kurz zusammengefasst in "Gaben des Geistes - Christsein konkret" von Pater Martin Ramm von der Petrus-Bruderschaft: - "Von Anfang an hat die Kirche sich darum bemüht, da sie von Jesus anvertraute Glaubensgut in Worte zu fassen und Glaubensbekenntnisse zu formulieren. Dazu hat Jesus seiner Kirche den Beistand des Heiligen Geistes gegeben, denn er sprach: "Der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe!" (Johannes 14, 26) An erster Stelle steht das altehrwürdige Apostolische Glaubensbekenntnis, welches in die Zeit der Apostel zurückreicht und seinen liturgischen Platz im Ritus der Taufe hat. An zweiter Stelle ist jenes Glaubensbekenntnis zu nennen, welches als Frucht der beiden Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) den Namen Nicäakonstantinopolitanisches (oder einfach "großes") Glaubensbekenntnis trägt. Beide sollte jeder Christ unbedingt auswendig können, zumal es das Apostolische Glaubensbekenntnis im Rosenkranzgebet und das große Glaubensbekenntnis in jeder Sonntagsmesse begegnet. Credo
Im großen Glaubensbekenntnis bekennen wir: "Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht; der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten.
In dieser griffigen amtlichen Formel ist unser Glaube an den Heiligen Geist kurz und bündig zusammengefasst.
Dabei sind drei wichtige Punkte ganz besonders zu betonen: 1. Der Heilige Geist ist eine wirkliche Person. 2. Der Heilige Geist ist eine vom Vater und vom Sohn verschiedene Person. 3. Der Heilige Geist ist eine göttliche Person.
Über diese Wahrheiten herrscht nicht selten große Verwirrung, und zwar nicht nur in esoterischen Kreisen, sondern auch in den Köpfen mancher Theologen. Man spricht zwar vom "heiligen Geist , versteht darunter aber ein unpersönlich und zuweilen sogar weibliche Kraft oder kosmische Energie. Die Tendenz zur Entpersönlichung der dritten göttlichen Person wird auch von einigen Bibelübersetzungen begünstigt, die beispielsweise nicht mehr sagen "der Heilige Geist wird über dich kommen", sondern" heiliger Geist wird über dich kommen" (Vergleiche Lukas 1,35, zu.
Mit der Kirche glauben wir, dass der Heilige Geist eine wirkliche Person ist, ein echtes Du. Weil aber auch wir Menschen Personen sind, da Gott den Menschen nach seinem Bilde erschaffen (Vergleiche Genesis 1,27) und ihm den Odem des Lebens eingehaucht hat (Vergleiche Genesis 2,7, ), sind wir zur innigen persönlichen Beziehung mit dem Heiligen Geist befähigt. Und weil der Heilige Geist göttliche Person ist, ist das zu schwach, nur allgemein von einer Verehrung des Heiligen Geistes zu sprechen. Jedenfalls ist das nicht Verehrung in dem Sinn, wie wir die Gottesmutter Maria oder die heiligen verehren. Vielmehr beten wir IHN an und verherrlichen IHN als den, "der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht." Dabei denken wir daran, dass Jesus klar und deutlich bezeugt, dass der Heilige Geist sowohl vom Vater ausgeht als auch vom Sohn gesandt wird, denn er sagt: "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht wird er Zeugnis geben von mir."( Johannes 15, 26)"
Pater Stefan Reiner von der Petrus-Bruderschaft über die für das Reifen im Glaubens- und Seelenleben unabdingbare Gabe der Gottesfurcht als jene Kraft des Heiligen Geistes in uns, die uns die Ehr-Furcht vor der unfassbaren Majestät Gottes lehrt:
- "Anlässlich des Pfingstfestes, das wir in diesem Jahr Anfang Juni feiern, möchte ich an dieser Stelle über eine vielleicht etwas verkannte Gabe des Hl. Geistes schreiben, nämlich über die Gottesfurcht. Bezüglich der Gottesfurcht ist man versucht die Frage zu stellen: Soll die Furcht Gottes wirklich eine Gabe des Heiligen Geistes sein? Jenes Pfingstgeistes, der mit Seiner Kraft und Allmacht eine neue Welt schuf, die Kirche leitet und inspiriert und von dem man sagt, dass er die Liebe sei? Ist nicht Furcht etwas Beschämendes, etwas Niederdrückendes, etwas die menschlichen Kräfte Lähmendes? Sagt nicht der Lieblingsjünger Johannes: „Die Liebe kennt keine Furcht. Die vollkommene Liebe schließt die Furcht aus.“? (1 Joh 4,17) Auf der anderen Seite finden wir auch folgende Stellen: „Wirkt euer Heil mit Furcht und Zittern“ (Phil 2,12) oder „Vollendet eure Heiligung in der Furcht Gottes“ (2 Kor 7,1). Offensichtlich gibt es keinen Widerspruch zwischen der Tugend der Liebe und der Gabe der Gottesfurcht, wenn man die genannten und viele andere Stellen in der Heiligen Schrift in ihrer Zusammenschau betrachtet. Der hl. Thomas von Aquin schreibt dementsprechend, dass Furcht und Liebe sich gegenseitig verlangen. Dazu muss man erklären, was er unter Furcht versteht. Es gibt eine Art niedere Furcht,eine feige Furcht, eine abergläubische Furcht vor Unglück und Krankheit oder eine Furcht vor der Hölle. Und daneben gibt es eine andere Art von Furcht, die den Menschen adelt, die ihn einerseitserschaudern lässtvon der unendlichen Größe und Majestät Gottes, aber zugleich in tiefer Liebe sich in ihm geborgen weiß. Die Gabe der Gottesfurcht ist jene Kraft des Heiligen Geistes in uns, die sich fürchtet Gott zu missfallen und ihn durch eine Sünde zu betrüben. Daraus folgernd können wir sagen, dass je stärker die Liebe Gottes in uns ist, umso geringer wird der Druck der niederen Furcht, die eigentlich nicht Gott im Blick hat, sondern sich selbst. Solch eine niedere Furcht ist nicht vereinbar mit der innigen Liebe zu Gott. Je mehr der Mensch hingegen von der Gottesliebe durchdrungen ist, desto mehr fürchtet er jedes Zurückweichen von Gott, desto mehr erkennt er auch die Größe dessen, den er lieben darf.
Der hl. Augustinus treibt diesen Zusammenhang auf die Spitze mit der Formulierung: „Fürchte, damit du nicht zu fürchten brauchst. Fürchte Gott, so wirst du von aller anderen Furcht befreit sein. Ruhe, Sicherheit und Frieden werden in dein Herz einkehren“.
Der Philosoph und Theologe Dietrich von Hildebrand (gest. 1977), der mit Papst Pius XII. befreundet war, und der von ihm als Kirchenlehrer des 20. Jahrhunderts bezeichnet wurde, schrieb zu diesem Thema folgendes:
„Ich wage einmal zu behaupten, dass der innerste Kern alles religiösen Erlebnisses doch der Schrecken vor Gott sein muss. Wenn man mit dem lieben Gott immer nur verhandelt, wie mit seinesgleichen oder höchstens in ihm einen vorgesetzten Kollegen sieht, mit dem man auf Du und Du steht, dann weiß man nichts von Gott. Man muss zuerst einmal aus innerstem Herzen vor Gott und seinen Unheimlichkeiten, seinen Rätseln und Unendlichkeiten in die Knie gebrochen sein, wenn man erspüren und erkennen will, was es bedeutet, wie Gott sich mit uns beschäftigt, dass wir ihm nicht gleichgültig sind und dass er uns liebt … Es ist etwas Heilsames, dem streng und herb erscheinenden Gott des Alten Testaments zu begegnen, um die Tiefe und Bedeutung des Neuen Testaments in Jesus Christus zu begreifen“.
Kann man anhand dieser großen Worte Hildebrands nicht auch die Worte aus Psalm 110 besser verstehen, in dem es heißt: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn“. Man könnte sogar sagen, dass wahre Liebe nach solch einer gearteten Furcht verlangt. Ist nicht wahre Liebe nur dort möglich, wo trotz der seelischen Vereinigung man sich des seelischen Abstandes respektvoll bewusst bleibt?
Diese Gottesfurcht bewahrt uns vor einer unangemessenen Vertrautheit mit Gott, die einer Art „Kumpelhaftigkeit“ nahekommt. Diese Gabe verhütet, dass Opfer, Sakramente, Gebet und Gnade von ihrer göttlichen Höhe herabsinken und durch den alltäglichen Gebrauch ihres unendlichen Werts entkleidet werden. Wir vermögen erst dann die Nähe Gottes zu uns in Jesus Christus zu erkennen, die Liebe Gottes richtig einzuschätzen, wenn wir zugleich die unheimliche Größe und Majestät Gottes erfasst haben." - Siehe bitte auch: Ehrfurcht vor der Allerheiligsten Dreifaltigkeit -
Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu gewidmet.
Der hl. Pfarrer v. Ars: - "Wenn wir das Herz Jesu nicht lieben, was werden wir dann sonst lieben? In diesem Herzen ist nur Liebe! Wie ist es möglich, dass wir das nicht lieben, was so liebenswürdig ist?"
-
Über die Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu... über die Verehrung des Erlöserherzens: Papst Pius XII. :
-
"Mit vollem Recht wird das Herz des menschgewordenen Wortes hauptsächlich als Zeichen und Sinnbild jener dreifachen Liebe betrachtet, mit der der göttliche Erlöser den ewigen Vater und die Menschen alle immerfort liebt. Sinnbild ist es jener göttlichen Liebe, die er mit dem Vater und dem Heiligen Geist gemeinsam hat, die aber doch nur in ihm, als in dem fleischgewordenen Wort, uns durch einen hinfälligen und gebrechlichen Menschenleib geoffenbart wird, denn „in ihm wohnt alle Fülle der Gottheit in leiblicher Einwohnung.“ [Kol 2,9.] Sinnbild ist es außerdem jener brennenden Liebe, die, in seine Seele eingegossen, den menschlichen Willen Christi bereichert, und deren Akte von einem doppelten ganz vollkommenen Wissen, dem der seligen Schau und dem eingegebenen oder eingegossenen, erleuchtet und geleitet werden. [Vgl. Sum. Theol. III, q. 9 aa. 1-3] Endlich – und zwar in mehr natürlicher und unmittelbarer Art – ist es auch Sinnbild der sinnenfälligen Regung, da der Leib Jesu Christi, im Schoße der Jungfrau Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes gebildet, dievollkommenste Fähigkeit des Empfindens und Wahrnehmens besitzt, mehr sogar als jeder andere Menschenleib. [Vgl. Sum. Theol. III, q. 33, a. 2, ad 3m; q. 46, a]"
Hw Prof. Georg May zur Herz-Jesu Verehrung: ( Predigt vom 17. Juni 2012 ):
-
"Sie geht zurück auf das Evangelium, denn wir wissen, dass ein Soldat die Lanze in die Seite des Herrn stieß, da – wo das Herz ist und sogleich floß Blut und Wasser her aus. Herz Jesu Verehrer müssten wir eigentlich alle sein, denn es geht ja um das innerste Geheim nis unseres Heilandes, um sein Herz. Und ich möchte versuchen, Ihnen drei Seiten dieses Herzens kund zu machen.
1. Das Herz als Symbol der innersten Gesinnungen 2. Das Herz als Symbol der Kraft und 3. Das Herz als Symbol der Liebe .
Im Herzen Jesu wohnten die Gesinnungen, in denen er sein Leben auf Erden vollzogen hat. Es waren diese Gesinnungen:
An erster Stelle die unbedingte Entschlossenheit, dem Willen des Vaters nach zu kommen. „Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, nicht im eigenen Namen.“ „Mich hat der leben dige Vater gesandt und ich lebe durch den Vater.“ Als Gesandter des Vaters rich tet er eine Botschaft aus, die der Vater ihm auf getragen hat. „Ich rede, was mich der Vater gelehrt hat.“ „Was ich beim Vater geschaut habe, das rede ich.“ „Was ich sage das sage ich so, wie der Vater mir gesagt hat.“ Seine Lehre ist nicht die eigene Lehre, es ist die Lehre des Vaters. Ebenso ist es um seine Taten bestellt. Sie richten sich nach dem Willen des himmlischen Vaters. „Die Werke, die ich tue, ver richte ich im Namen mei nes Vaters.“ Welche Werke sind es? „Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu werfen und wie wünschte ich, dass es bereits empor flamme.“ „Mit einer Taufe muss ich getauft wer den und wie drängt es mich, bis es vollbracht ist.“ Vom Willen des Vaters lebt er geradezu. „Es ist meine Speise, den Willen des Vaters zu tun.“ Er wusste, was der Vater von ihm erwartet, und er hat sich dieser Erwartung gebeugt, nämlich das stell vertretende Sühnopfer zu bringen. [....]
Der zweite, der die Gesinnungen seines Herzens zeigt, ist das Heil und die Rettung der Menschen. „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Der Herr wusste sich gesandt zu den Menschen, zu allen Menschen. Aber in besonderer Weise zu den Verlorenen und Verirrten. Wir haben es eben im Evangelium gehört wie der gute Hirt neunundneunzig Schafe zurück lässt, um das eine verlorene zu suchen. Als der Herr bei dem Zöllner Zachäus, bei dem ver achteten, ver hassten Zöllner, bei dem Ausbeuter war, da erklärte er: „Der Menschen sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren war.“ Jesus lag etwas an den Menschen. Als er die gewaltige Menge sah, die ihm zuhörte, da hatte er Mit leid, „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“. Aber er war der Hirte. Er war der von Gott gesandte Hirte – er war der gute Hirte. Und wir wissen, wie ein guter Hirt han delt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. [....]
Der dritte ist seine eigene Selbstlosigkeit, Armut, Entäußerung. Niemand hat es besser aus ge drückt als der Apostel Paulus. „Seid so gesinnt wie Christus Jesus. Er, der in Gottesgestalt war, hat nicht geglaubt, seine Gottgleichheit festhalten, krampfhaft festhalten zu sollen. Er hat sich viel mehr selbst entäußert. Er nahm Knechtsgestalt an, ward dem Äußeren nacherfunden wie ein Mensch. Ja noch mehr: Er hat sich selbst erniedrigt und ist gehorsam geworden bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze.“ Weiter kann man die Entäußerung nicht treiben. Der präexistente Gottes sohn vertauschte seine Herrlichkeit mit der Armseligkeit des Menschen. Ja – nicht nur das: Er ist den Weg der Selbstentäußerung bis zum schmachvollen Tode am Kreuze gegangen. Freiwillig unterwarf er sich im Gehorsam dem Willen des Vaters. „Er, der reich war“, schreibt Paulus an anderer Stelle, „er, der reich war, ist arm geworden, um uns durch seine Armut reich zu machen.“ Jetzt wissen wir, meine lieben Freunde, wie wir gesinnt sein sollen – wie Jesus. Wir sollen ergeben sein gegen Gottes Willen. Wir sollen gehorsam sein gegen seine Verfügungen. Wir sollen sprechen, wie der Berliner Märtyrer Bernhard Lichtenberg: „Wie Gott will, ich halte still!“
Wir sollen die Andacht des Herzens Jesu aufnehmen und immer wie der das wunderbare Wort wiederholen: „Mach‘ mein Herz nach deinem Herzen, bilde mein Herz nach dei nem Herzen.“ Das Herz Jesu ist Symbol der innersten Gesinnungen. Das Herz Jesu ist auch Symbol der Kraft. Wir wissen ja, wie unser eigenes Herz beansprucht ist. Wenn es sechzigmal in der Minute schlägt, dann sind das sechs und achtzigtausendmal am Tage, Millionen Schläge in einem langen Leben. Was für eine Kraft muss in dem Herzmuskel sein? Solche Kraft war auch in Christus Jesus. In der Heiligen Schrift wird immer wie der hervorgehoben, dass Jesus in einer unerhörten Kraft lebte." [....]
Die Herz-Jesu-Verehrung ist Kraftübertragung. Christi Kraft kommt über uns, drängt uns und trägt uns, wenn wir dieses Herz in der rechten Weise ver ehren. Das Herz Jesu, Symbol der innigsten Gesinnungen, Symbol der Kraft, aber auch, drittens, Symbol der Liebe. „Da der Herr die Sei nen, die in der Welt waren liebte, liebte er sie bis ans Ende“, heißt es am Anfang des 13. Kapitels des Johannes evangeliums. „Da der Herr die Seinen, die in der Welt waren liebte, liebte er sie bis ans Ende.“ Liebe war der Grund für seine Menschwerdung. Um unseres Heiles wil len ist er vom Himmel herabgestiegen. Gott hat sich auf gemacht, die Mensch heit heimzuholen aus ihrer Verlorenheit. Er hat das menschliche Leben mit seinen Mühen und Plagen auf sich genommen – aus Liebe.
Gemäss alter Liturgieordnung; 31. Mai - Fest Maria Königin.
Das "Salve Regina":
Salve, Regina, mater misericordiae, vita, dulcedo, et spes nostra, salve. Ad te clamamus exsules filii Evae. Ad te suspiramus, gementes et flentes in hac lacrimarum valle. Eia, ergo, advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte. Et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende. O clemens, O pia, O dulcis Virgo Maria. Amen.
Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, uns're Wonne und uns're Hoffnung, sei gegrüßt. Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas, zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen. Wohlan denn, uns're Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. -
Aus der Secreta der hl. Messe:
- Nimm an, o Herr, die Opfergaben der frohlockenden Kirche und laß uns zugute kommendie Verdienste unserer Königin, der seligen Jungfrau Maria; so mögen uns diese Gaben zur Hilfe werden für unser Heil. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.
Sie hat durch ihr Fiat – mir geschehe, wie du gesagt hast – freiwillig und Gott gehorchend am Heilsplan Gottes mitgewirkt. Wie unscheinbar war ihr Leben in den Augen der Welt. Maria hat ihr Fiat ihr Leben lang durchgetragen. Sie warunter dem Kreuz und hat in ihrer Seele all die Leiden und Schmerzen ihres Sohnes mitgelitten. In Phil 2, 6-11 lesen wir, wie Jesus gehorsam war bis zum Tod am Kreuz. Damit hat der Gottessohn den Ungehorsam Adams gesühnt. Der Gehorsam – Horchen auf den Willen Gottes – ist heute zwar unpopulär, aber er ist der Weg in den Himmel. Eine gute Lehrmeisterin im Gehorsam und Leben im göttlichen Willen, ist die Immaculata. Als Mutter führt sie uns in die Geheimnisse des Glaubens ein und vermittelt uns die Liebe zu Gott. Die allerseligste Jungfrau Maria steht uns nicht im Weg, um zu Jesus zu gelangen. Per Mariam ad Jesum – durch Maria zu Jesus.
Leider haben wir viele dieser traditionellen Weisheiten über Bord geworfen oder sie werden lächerlich gemacht (Weish 5,1ff). Die Folgen davon sind sichtbar. Wer hindert uns jedoch, diesen alten Schatz der Volksfrömmigkeit wieder zu heben? Also ich bevorzuge die Nachfolge Christi! [....] Wir erkennen in der leiblichen Aufnahme Mariens und ihrer Krönung, wie Gott die Niedrigen erhöht. Es ist sehr wertvoll, das Leben Mariens zu betrachten. Mit ihr, in ihr und durch sie hat Jesus sein Leben begonnen und am Kreuz sein Leben für unsere Sünden dahingegeben. Maria stand unter dem Kreuz. Die Mutter Gottes und Königin der Engel darf alle Gnaden des Himmels austeilen. Ihr allein steht dieses Privileg zu, da sie als zweite Eva mit Jesus die Erlösung der Menschheit mitgewirkt hat.
Die Engel erkennen ihre Vorzüge an und dienen ihr im Auftrage Gottes.
Monsignore Michael Schmitz, Generalvikar vom traditionsverbundenen Institutes Christkönig und Hoherpriester:
- Die Eucharistie ist gleichsam der Maßstab unseres Handelns in dieser Welt, weil sie der Ausdruck des ewigen Heilshandelns Gottes an uns ist. Denn die Real-Erinnerung, also das Gedächtnis, das gegenwärtig setzt und geschehen macht, das Symbol der Eucharistie, nämlich Brot und Wein, wird durch die Kraft des Heiligen Geistes bewirkt und wird so zu einem Real-Symbol, das bewirkt, was es bezeichnet: Es schenkt uns wirklich die Gegenwart des Herrn, der uns sein Heil zuspricht.
Eingreifen Gottes war nicht nur damals im Abendmahlssaal möglich, sondern ist es nochauf jedem Altar: Auch dann ist dieses Gedächtnis ganz Gegenwart durch die Ewigkeit des Opferwillens Jesu Christi. Das Sakrament, das wir feiern,
setzt das Opfer wirklich gegenwärtig.
Die Zeichen, die wir feiern, sind durch die Kraft Christi solche Zeichen, daß Gott in ihnen Heil setzt.
Aber das Opfer Christi am Kreuz
gibt eben jenen Zeichen erst die Kraft, zum Sakrament zu werden.
Opfer und Gegenwart, Sakrament, Heil und Übernatur sind in diesem Fall durch den einen Opferwillen Christi verbunden, der Seine Kirche niemals verläßt."
Zum Sonntag nachChristi Himmelfahrt - Missa "Exaudi Domine" - aus dem Schott-Messbuch 1962:
- Introitus (Ps. 26, 7 8 u. 9)
Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te, alleluja: tibi dixit cor meum, quæsivi vultum tuum, vultum tuum, Domine, requiram: ne avertas faciem tuam a me, alleluja, alleluja. (Ps. ibid. 1) Dominus illuminatio mea, et salus mea: quem timebo? V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen.
Erhör mein Rufen, Herr, mit dem ich zu Dir flehe, alleluja. Es spricht zu Dir mein Herz: Dein Antlitz suche ich. Ja Herr, Dein Antlitz will ich suchen. Dein Antlitz wende nicht hinweg von mir, alleluja, alleluja. (Ps. ebd. 1) Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wen sollte ich fürchten? V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste; wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Einführung:
2. Kl. – Farbe weiß
In Rom hieß der heutige Sonntag im Mittelalter Rosensonntag, weil man an diesem Tage als Huldigung für den Heiland in den Kirchen Blumen, besonders Rosen streute. Der Abschiedsschmerz drängt uns, im Opfer der hl. Messe «das Angesicht des Herrn [des im Himmel erhöhten Christus] zu suchen» (Intr.). In Erwartung des Trösters vereinigen wir uns mit Maria, den Aposteln, der ganzen hl. Kirche zum Gebet, das in dem Maße fruchtbar wird, als wir uns in Liebe dienend der Gemeinschaft hingeben (Epistola). In der Kraft des Hl. Geistes werden wir durch unser Leben für Christus, für seine Wahrheit und sein Gebot Zeugnis geben (Evang.). In der hl. Wandlung werden wir unter dem Schleier der eucharistischen Gestalten «das Angesicht des Herrn suchen». In der hl. Kommunion vereinigt er sich mit uns und fleht zum Vater: «Bewahre sie vor dem Bösen» (Comm.).
Auslegung von Joh 15, 26-27 durch den hl. Augustinus:
- "Obwohl Er (Christus) [vorher] sagte: Die Sehenden haben mich gehaßt und getötet; aber der Beistand wird so von mir Zeugnis ablegen, daß er die, die nicht sehen, an mich glauben macht. Und weil jener Zeugnis ablegt, werdet auch ihr Zeugnis ablegen. Jener, indem Erwie ein Hauch in euren Herzen ist, ihr indem ihr eure Stimmen erklingen laßt: Daher werdet ihr predigen können, was ihr erfahren habt, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Ihr tut es nur noch nicht, weil die Fülle Seines Geistes noch nicht bei euch ist. Die Liebe Gottes, durch den Heiligen Geist, der euch gegeben werden wird, ausgegossen in eure Herzen, ist es nämlich, die euch die Kraft zum Ablegen des Zeugnisses geben wird. Durch sein Zeugnis und indem Er die stärksten Zeugen formt, hat jener freilich den Freunden Christi die Furcht genommen und den Hass der Feinde in Liebe umgekehrt."
Nach dem Hochfest Christi Himmelfahrt beginnt die Vorbereitung auf das Hochfest Pfingsten.
Dazu ein Auszug aus dem Büchlein von Pater Martin Ramm von der Petrus-Bruderschaft - "Gaben des Geistes; Christsein konkret"
über das tiefere Wesen der sieben Gaben des Heiligen Geistes:
[....] "Offenbar ist es dem Heiligen Geist eigen,auf siebenfache Weise zu wirken:
- Jesus ist der Gesalbte Gottes (Christus), den der Heilige Geist auf siebenfache Weise erfüllt.
- Die Sakramente entspringen der geöffneten Seite des Erlösers und ergießen die Heilsgnade in sieben Strömen über die Kirche.
- Schließlich wirkt der Heilige Geist in der Seele jedes einzelnen Christen auf siebenfache Weise durch seine sieben Gaben. [....] Das also sind die sieben Gaben des Heiligen Geistes:
Zum Verständnis dieser Gaben ist ihre Reihenfolge durchaus von Bedeutung. Es ist nämlich kein Zufall, dass die Weisheit an erster Stelle steht, denn sie ist die höchste, während die Gottesfurcht die grundlegendste der sieben Gaben ist. Willst du also zur Weisheit gelangen? So beginne mit der Gottesfurcht!
Nicht umsonst heißt es mehrmals in der Heiligen Schrift: "Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn." (z.b. Sprüche 1,7 oder Sirach 1,14)
Wenn wir nun also die Reihenfolge der sieben Gaben erklären, beginnen wir beim Fundament um von der Gottesfurcht empor zu steigen bis zur Weisheit. So erklärt es schon der heilige Papst Gregor der Große:
"Durch die Gottesfurcht steigen wir auf zur Frömmigkeit, von der Frömmigkeit zur Wissenschaft, von der Wissenschaft erlangen wir die Stärke, von der Stärke den Rat, vom Rat schreiten wir fort zum Verstand und mit den Verstand zur Weisheit, und so wird uns durch die siebenförmige Gnade des Geistes am Ende des Aufstieges der Eingang zum himmlischen Leben geöffnet. " (Homilien in Ezechielem 2.7, 7)
Prägen wir uns nun zu jeder der sieben Gaben zunächst ein Stichwort ein, damit wir den Überblick gewinnen und bereits einen Begriff davon haben, wohin der weitere Weg uns führt.
1. Die Gottesfurcht machtdem Bösen abgeneigt: Sie bewirkt eine grundsätzliche Abkehr von allem, was finster und gottwidrig ist.
2. Die Frömmigkeit macht dem Guten zugeneigt: Sie bewirkt eine grundsätzliche Hinwendung zum Licht.
3. Die Wissenschaft lehrt unterscheiden.
4. Die Stärke gibt Kraft zum Guten.
5. Der Rat zeigtdir die richtigen Mittel, um das Ziel sicher zu erreichen.
6. Der Verstand vervollkommnet den Glauben: Er vereint das erkenntnisvermögen mit Gott und lässt uns die offenbarte Wahrheit tiefer verstehen.
7. Die Weisheit vervollkommnet die Liebe: Sie vereint den Willen mit Gott und befähigt, IHN aus ganzem Herzen und über alles zu lieben.
Die siebte Stufe, nämlich die der Weisheit, beschreibt der heilige Franz von Sales mit den schönen Worten:
"Auf der siebten vereinigen wir unseren Willen mit Gott, um die Wonnen seiner unbegreiflichen Güte zu verkosten und zu erfahren. Denn auf der höchsten Spitze dieser Leiter neigt sich Gott zu uns herab, gibt uns den Liebeskuss und stillt uns an seiner heiligen Brust mit seinen Wonnen." (Theotimus XI 15,3) -
- [....] "Wir beten Dich an, König der Herrlichkeit! Doch wolltest Du uns nicht als Waisen zurücklassen. Nicht nur in Deiner göttlichen Allgegenwart, sondern auch als Mensch, als unser Freund und Erlöser, wolltest Du bei uns bleiben. Dank sei Dir, Herr!
Darum hast Du uns dieses heilige Sakrament geschenkt, in dem die Augen des Glaubens Dich sehen unter den Gestalten von Brot und Wein.
Die Welt sieht Dich nicht, weil ihr der Glaube fehlt. Doch wir erkennen Dich und beten Dich an! Lob und Ehre, Preis und Macht sei Dir in Ewigkeit.
König der Herrlichkeit! Herr Jesus Christus, obwohl Du heimgekehrt bist zu Deinem Vater, von dem Du ausgegangen warst, hast Du uns nicht verlassen. Auf neue, geheimnisvolle Weise hast Du vielmehr hier im Lande der Verbannung
Dein Tabernaculum, Dein Gezelt, aufgeschlagen.
Erhalte uns in Deiner Gnade, damit auch wir einst heimkehren dürfen zum Vater durch Dich, Christus unseren Herrn. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang so auch jetzt und allezeit bis in Ewigkeit."
-
Entnommen aus: "VENITE ADOREMUS Eucharistische Gebete für das Kirchenjahr. - |addpics|qps-fi-8b5b.jpg-invaddpicsinvv,qps-fk-719b.jpg-invaddpicsinvv|/addpics|
40 Tage nach dem Osterfest feiert die Heilige Mutter Kirche das
Hochfest Christi Himmelfahrt.
An diesem Hochfest wird in den hl. Messen im Alten Ritus auch die Osterkerze - das Symbol der Anwesenheit des auferstandenen verherrlichten Christus - nach der Lesung aus dem hl. Evangeliums gelöscht.
Über die glaubensstärkenden Tröstungen durch dieses Hochfest: der hl. Leo d. Grosse..... - Er, der in den Himmel aufgefahren ist, verläßt die nicht, die er als Kinder angenommen hat; er ermutigt hier unten zur Geduld, und lädt in der Höhe zur Herrlichkeitein. An seiner Herrlichkeit lasse er selbst uns teilhaben, Christus, der König der Herrlichkeit, der Gott ist, gepriesen in Ewigkeit. Amen.
-
Aus dem "Bomm"-Messbuch: - "Alle Kinder der Kirche versammeln sich heute, am vierzigsten Tage nach Ostern, in der Weltkirche St. Peter und schauen empor zu ihrem göttlichen Herrn, Der triumphierend zum Himmel aufsteigt und Seinen grossen Ostersieg vollendet: O König der Glorie, Herr der Heerscharen, als Triumphator steigst Du heute über alle Himmel auf! Ob der Grösse Seines Triumphes kennen wir heute keine Abschiedstrauer, sondern jubeln ihm freudig zu. Von nun an warten sie aber auch auf den Tröster, Den Er versprochen hat: Lass uns nicht als Waisen zurück, sondern sende in uns hinein den Verheissenen des Vaters, den Geist der Wahrheit." (Brevier)
-
Hier hören wir es wieder heraus: Unser wahrer Glaube ist auch eine Religion des Heiligen Geistes und nicht bloss eine des Buches !
Aus dem Schott-Messbuch 1962: - 1. Kl. – Farbe weiß Stationskirche: St. Peter
Die Himmelfahrt des Heilandes ist die Krönung und Vollendung seines gottmenschlichen Lebens auf Erden. Unter den Siegesgesängen der vereinigten Himmelschöre öffnen sich für ihn die Tore des Himmels; mit seiner verklärten Menschheit, begleitet von den Erstlingen der Erlösung: den Vätern aus der Vorhölle, tritt Jesus als König ein in die blendende Gottesherrlichkeit. Statt mit der schimpflichen Dornenkrone ist er nun mit «Ehre und Herrlichkeit» gekrönt. Er sitzt auf dem höchsten Throne und hat von seinem Vater unumschränkte Herrschergewalt erhalten über alle Völker der Erde. Als mitleidsvoller, mit unseren Schwachheiten vertrauter Hoherpriester zeigt er dem Vater ohne Unterlaß die Wundmale, die er auch in seiner Verklärung beibehalten wollte, und bewegt ihn dadurch zum Erbarmen. Er ist unser Fürsprecher beim Vater (1 Joh. 2, 1).
Christus zog nicht allein in den Himmel ein, an seinem Triumphzug nahm die ganze menschliche Natur teil. «Gott», sagt der hl. Paulus (Eph. 2, 4-6), «hat uns mitbelebt in Christus und mitauferweckt und in Christus Jesus mitversetzt in den Himmel.» Er ist nicht allein aufgefahren, er hat nicht allein den Thron der Herrlichkeit bestiegen, sondern wir mit ihm: «Gottes Sohn hat die mit ihm als Glieder zu einem Leibe zusammengeschlossenen Gläubigen zur Rechten des Vaters gesetzt»(hl. Leo der Große). So findet das erhabene Geheimnis der Himmelfahrt seine Fortsetzung, bis mit der Aufnahme des letzten Auserwählten der mystische Leib Christi seine Vollendung erreicht haben wird.
Wir wollen uns freuen über den Triumph unsres göttlichen Heilandes, der nun der «König der Glorie» ist. «Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe» (Joh. 14, 28). Wir sollen aber auch selbst ein sehnsüchtiges Verlangen erwecken nach der Seligkeit des Himmels, unsrer einstigen Heimat. «Was droben ist, suchet, wo Christus ist zur Rechten des Vaters» (Kol. 3, 1). Beachten wir auch, daß der Heiland vom Ölberg, der Stätte seines Leidensbeginnes, zum Himmel aufgefahren ist; so müssen auch wir «durch viele Trübsale ins Himmelreich eingehen» (Act. 14, 22).
Ursprünglich war die gottesdienstliche Feier der Auffahrt des Herrn mit dem Pfingsttage verbunden gewesen (s. S. 567). Um das Jahr 400 aber war ihr bereits auch ein eigener Tag geweiht. Als selbständiges Fest gewann es von den ältesten Zeiten her gerade in der Mutterkirche von Rom eine hervorragende Stellung. War Ostern das Fest des Sieges Jesu Christi, so erscheint das heutige als das Fest des triumphierende Einzuges des Ostersiegers in die ewige Lichtstadt des Himmels, wo er als unser glorreicher Mittler und König thront («Rex gloriæ»). In der Frühzeit des Kirchenjahres war dieser Tag der Abschluß der großen Feste des Erlösers. «Die Himmelfahrt Christi ist die Vollendung und Erfüllung aller seiner übrigen Feste und ein glückseliger Beschluß der ganzen irdischen Laufbahn des Gottessohnes» (hl. Bernhard, † 1153).
Wir sind um Petrus geschart (Stationskirche). Mit ihm schauen wir zu dem in den Himmel Erhöhten auf, an dem wir liebend hängen. Er tröstet uns durch die Versicherung seiner Wiederkunft (Intr.). Wir verlangen, dem Geiste nach im Himmel zu leben (Oratio). Lukas und Markus berichten uns die näheren Einzelheiten der Himmelsfahrt Christi (Lesung, Evang.). Freudig begrüßen wir Christus als König (Allel., Offert.) und gehen ihm entgegen, der als verklärter Gott in der hl. Wandlung zu uns kommt und in uns die Gnaden seiner Himmelfahrt wirkt (Comm.).
Noch eine Anmerkung zu Mk 16,19 "Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. -
Der hl. Augustinus kommentiert die oft missverstandene bzw. missinterpretierte Beschreibung "zur Rechten Gottes" zum besseren Verständnis so: - "Dieses Sitzen zur Rechten sollen wir nicht im Sinne menschlicher Glieder verstehen, als würde der Vater links, der Sohn rechts sitzen. Wir verstehen unter der "Rechten" die Vollmacht, die der Sohn als Mensch von Gott erhalten hat, so daß er einst wiederkommen soll als Richter - er, der zuerst gekommen war, um von den Menschen gerichtet zu werden. Unter "sitzen" verstehen wir "wohnen"; so sagen wir von jemandem: Er hatte seinen Wohnsitz für drei Jahre in der Heimatstadt. Ebenso sollt ihr glauben, daß Christus in der Rechten Gottes des Vaters seinen Wohnsitz hat: Denn er ist selig und wohnt in der Glückseligkeit; und diese Glückseligkeit heißt "die Rechte des Vaters".
-
Aus: "Katholische Christenlehren von einem Dorfpfarrer im Bisthume Augsburg" (1805):
- Die Zeit der Himmelfahrt: sie geschah am vierzigsten Tage nach der Auferstehung. Der Herr wollte nicht gleich nach der Auferstehung in den Himmel auffahren, sondern aus Liebe zu seinen Gläubigen verweilte er noch vierzig Tage auf Erden. Er wollte sie auf mancherlei Weise von seiner Auferstehung überzeugen: er gab den Jüngern nebst andern Unterweisungen auch diesen Befehl, in alle Welt auszugehen, das Evangelium zu predigen, und alle Völker zu taufen; er erheilte ihnen auch die Gewalt, die Sünden zu vergeben, und versprach, bei ihnen, das ist, bei seiner Kirche, bis an das Ende der Welt zu verbleiben. Ein schönes Beispiel für Eltern, wie sie vor ihrem Absterben ihre Haushaltung in gute Ordnung bringen, und ihren Kindern und Hausgenoffenen gute Lehren geben sollten.
2) Der Ort, wo Christus in den Himmel auf gefahren, war der Oelberg, der nämliche Ort, wo er sein Leiden angefangen hatte. Da lehrte er uns, daß der rechte Weg zum Himmel über den Oelberg gehe; das ist, daß man zuerst leiden müsse, ehe man in die Freuden des Himmels eingehen kann.
3) Die Herrlichkeit der Himmelfahrt Christi bestand darin, daß er am hellen Tage, in Gegenwart von hundert und zwanzig Personen, unter denen die göttliche Mutter, die Apostel, die andern Jünger, und mehrere fromme Frauen waren, aus eigener Macht gegen Himmel aufgefahren ist. Der Prophet Elias wurde von den Engeln aufeinem feurigen Wagen fortgeführt; Christus aber ging ohne Hilfe der Engel von sich selbst in den Himmel hin auf. Alle Seelen der Gerechten, die er aus der Vorhölle erlöset hatte, fuhren mit ihm hinauf. Die Engel des Himmels kamen ihrem Könige entgegen, Zwei davon zeigten sich sogar sichtbar, und redeten mit den Jüngern. Der himmlische Vater empfing ihn mit unendlicher Freude, und sprach zu ihm, wie es David im Geiste vorgesagt: „Setze dich zu meiner Rechten.“ [....] Gott, der allmächtige Vater, ist ein purer Geist, hat keinen Leib, keine Hand, mithin sitzt Jesus nicht so seinem himmlischen Vater zur Rechten, wie ein Mensch dem andern zur rechten Seite sitzt. Wie wir Demjenigen, dem wir die rechte Seite lassen, dadurch eine Ehre erzeigen wollen, so will uns der Glaube mit den Worten: „Jesus sitzt zur Rechten Gottes,“nur lehren, daß ihm vom himmlischen Vater alle Gewalt im Himmel und auf Erden sei „übergeben worden,“ daß er den Vorzug habe über alle Menschen und Engel, daß er das Oberhaupt der ganzen Kirche, und der König der ewigen Herrlichkeit sei. Also, nachdem Jesus auf Erden so viel gethan und gelitten, so sitzt er jetzt im Himmel, das ist, er genießt die ewige Ruhe, die nimmermehr wird gestöret werden. Lasset uns also um Gottes willen gerne arbeiten und leiden, damit wir auch in die ewige Ruhe einzugehen Hoffnung haben. Jesus sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, weil er sich auf Erden unter Alles verdemüthiget hat, weil er die Gestalt eines Knechtes angenommen, weil er gehorsam war bis in den Tod, so hat ihn der himmlische Vater über Alles erhoben, und ihm eine Ehre angethan, die über alle Ehre ist im Himmel und auf Erden."
Bitte schliesst euch einem Gebetsanliegen eines sehr geschätzten Mitgliedes an, dessen 7 jähriger Sohn David sich in Kürze einer Bauchoperation unterziehen muss.
Das innige Gebet "Anima Christi" für die Verinnerlichung des Echaristie-Mysteriums nach dem Empfang der hl. Kommunion: - Anima Christi
Seele Christi, heilige mich Leib Christi, erlöse, mich Blut Christi, berausche / tränke mich Wasser der Seite Christi, wasche mich Leiden Christi, stärke mich O guter Jesus, erhöre, mich Von Dir lass niemals trennen mich Vor dem bösen Feinde beschütze mich In meiner Todesstunde rufe mich
Zu Dir zu kommen heiße mich Mit Deinen Heiligen zu loben Dich In Deinem Reiche ewiglich ! Amen.
- hl. Ignatius v. Loyola)
Dazu segensreiche Betrachtungen von P. Anton Loetscher S.M.B. - Seele Christi, heilige mich!
Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Personeinheit mit dem allheiligen Gott und darum heilig durch und durch! In Dir ist alle Fülle der Heiligkeit. Nur im Empfangen aus Deiner Fülle vermögen wir Menschen heilig zu werden. Du bist die einzige Quelle der Heiligkeit. Heiligste Seele meines Herrn, Du vereinigst Dich in der heiligen Kommunion mit meiner Seele. Laß da jedesmal die Glut Deiner Heiligkeit meine Seele erwärmen. Heiligste Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Gottheit und daher wunderbar frei von allem Hängen am Irdischen, löse auch mich von jedem ungeordneten Hängen an irdischen Dingen. Seele Christi, heilige mich!
Leib Christi, erlöse mich!
Du heiliger Leib meines Herrn, Du bist gebildet worden im Schoße der jungfräulichen Mutter, auf daß Du Opfergabe werden könntest für unsere Sünden – also auch für meine. Heiliger Leib meines Herrn, schon kurz nach seiner Geburt dem Himmlischen Vater zu meiner Erlösung aufgeopfert mit den Worten: “Einen Leib hast Du mir bereitet: Siehe ich komme, Deinen Willen zu erfüllen.” Leib meines Herrn, für unsere, ja für meine Erlösung in Leiden und Tod gegeben – in den qualvollen Tod am Kreuz. Leib meines Herrn, für uns Menschen und um unseres Heiles willen gekreuzigt, begraben, aber wieder auferweckt in Herrlichkeit. Leib meines Jesu, vergeistigt und verklärt zugegen in der heiligen Hostie, die ich empfange. Vereinige meinen Leib mit Deinem Leibe. Befreie meinen Leib von der Schwere der Sünde, verkläre ihn schon hienieden mehr und mehr, mache ihn immer freier für Gottes Dienst, immer bereitwilliger zum Guten, immer adeliger. Leib Jesu Christi, laß meinen Leib immer mehr sein eine Verherrlichung seines Schöpfers! Leib Christi, erlöse mich, erlöse mich nicht vom Leibe, sondern vom einzigen wriklichen Übel, von der Sünde. Leib Christi, erlöse mich!
Blut Christ, berausche / tränke mich!
Blut meines Erlösers, vergossen als kostbarer Lösepreis für meine Sünden, Blut, strömend aus den Wunden meines Herrn, Blut aus dem Herzen, das geliebt hat wie keines so stark und treu, Blut, von dem ein Tropfen genügte, um alle Sünden der ganzen Welt wegzuspülen, du starkes Blut, tränke mich! Nein, tränke mich nicht nur, sondern berausche mich! Berausche mich, daß ich mich selbst vergesse und von Dir getragen nur noch lebe für Gott. Blut Christi, berausche mich, daß ich alle Hemmungen der Menschenfurcht verliere und mutig für meinen Heiland einstehe. Blut Christi, berausche mich mit jenem heiligen Rausche, der die Freiheit nicht mindert oder aufhebt, sondern erhöht. Blut Christi, berausche mich!
Wasser der Seite Christi, wasche mich!
Wasser, mit dem Blute geflossen aus der mit der Lanze eröffneten Seite des Herrn, Du bist das Sinnbild der heiligen Taufe. Du hast mich schon gewaschen von der Makel der Erbschuld. Wasser der Seite Christi, fließe im Bußgericht immer wieder über meine arme Seele. Wasche mich immer und immer wieder von den Flecken persönlicher Schuld, der schweren und der läßlichen Schuld. Wasser der Seite Christi, ich halte Dir meine Seele hin mit einem tiefen Verlangen nach Reinheit. Rinne über sie, reinige sie, erfrische sie, erneuere sie. Wasser der Seite Christi, wasche mich!
Leiden Christi, stärke mich!
Ja stärke mich, stärke mich besonders zum heilbringenden Leiden. Dem Leiden gegenüber fühle ich nämlich meine größte Schwäche. Wenn das Leiden kommt, das Unangenehme, das Schwere, dann bin ich sofort versucht zu fliehen, feige davonzulaufen. Du Leiden des Herrn, du unverdientes Leiden, du ganz frei getragenes Leiden, du heilbringendes Leiden, du Leiden, aus dem mir und der ganzen Welt Freude erblüht und Leben, Leiden meines Heilandes, stärke mich! Mach mich mutig und stark dem Kreuze gegenüber. Zeige mir, daß auch ich nur durch Leiden und Kreuz eingehen kann in die Herrlichkeit ewigen Lebens, die ich ersehne und erhoffe. Leiden meines Herrn, für mich getragenes Leiden, trage mich. Leiden Christi, stärke mich!
O guter Jesus, erhöre mich!
Guter Jesus, gut nenne ich Dich, nicht nur gütig, denn Du bist gut durch und durch, wesenhaft gut. Du bist als Gott der allein Gute und als Mensch die leibhaftige Güte Gottes. Du bist der Quell alles Guten und aller Güte. Daher bitte ich: Erhöre mich! Neige Dich, Du Guter, zu mir. Schenk mir Deine Aufmerksamkeit und höre mich an, Wenn auch noch so armselig ist, was ich Dir zu sagen habe. Und wenn auch noch so geringfügig die Dinge sind, um die ich bitte…, gib sie mir, wenn sie gut sind für mich. Guter Jesus, erhöre mich — mich, den Unguten, der so dringend des Gutseins bedarf. Erhöre mich, daß ich werde ein Abglanz und ein Werkzeug Deines Gutseins an vielen. Erhöre mich, daß durch mich das Gute in der Welt wachse. Guter Jesus, erhöre mich!
In Deine Wunden verbirg mich!
So wie es im Alten Bunde Zufluchtsstätten gab, in denen sich bergen konnten und sichern vor ihren Verfolgern, die wegen einer Schuld verfolgt waren, so sind uns im Neuen Bunde Deine Wunden zur Zufluchtsstatt geworden, wenn Gottes Strafgerichte uns verfolgen. Du hast Deine Wundmale nach der Auferstehung beibehalten, um sie dem Vater zu zeigen, auf daß er uns schone um ihretwillen. Siehe, Herr, auch ich bin ein Schuldiger. Auch ich habe schon oft Gottes Strafe verdient. Da nehme ich Zuflucht zu Deinen heiligen Wunden. Zeige sie dem Vater, damit er um ihretwillen auch mich verschone. Birg mich in Deinen Wundmalen, sichere mich in ihnen vor den Strafgerichten, vor den wohlverdienten Strafen. In Deinen Wunden verbirg mich!
Von Dir laß niemals trennen mich!
Mein König und Herr, laß niemals zu, daß ich mich trenne von Dir; denn Du bist mein Reichtum. Ohne Dich stünde ich arm vor dem ewigen Vater. Du bist meine Stärke, Von Dir getrennt wäre ich schwach zu allem übernatürlichen Guten. Mit Dir aber, wenn Du mich stärkst, vermag ich alles. Du bist meine Freude, die wahre Freude, die tief innen und dauernd beglückt, die auch von irdischem Unglück nicht ausgelöscht wird. Du bist mein Licht, getrennt von Dir tappe ich im tiefsten Dunkel. Du bist mein Weg, getrennt von Dir ginge ich in die Irre. Du bist mein Leben, getrennt von Dir fiele ich in den Tod. Herr, ich dürste nach Licht und Leben, ich suche Freude und Reichtum, Sicherheit und Kraft. Darum bitte ich innig: Von Dir laß niemals trennen mich!
Vor dem bösen Feind beschütze mich!
Vor dem bösen Feind, der umhergeht und sucht, wen er verschlinge. Vor dem bösen Feind, den Du selber einen Lügner nennst und den Vater der Lüge, vor dem bösen Feind, dem Satan, dem Verführer und der alten Schlange, vor dem bösen Feind, der das Böse unter dem Schein des Guten mir vorstellt, vor dem bösen Feind, der, einmal abgewiesen, nicht ruht, sondern hingeht und noch andere böse Geister zu Hilfe ruft, vor dem bösen Feind, der mit List und Gewalt mich von Dir, meinem Heiand und Glück, abzubringen sucht, vor diesem bösen Feinde, der immer böse ist, der auch an Dich, den Heiligsten, als Versucher herantrat. Vor dem bösen Feind, den Du überwunden hast, vor dem bösen Feind beschütze mich!
In meiner Todesstunde rufe mich!
In meiner Todesstunde, die unaufhaltsam näher kommt, mit jedem Pulsschlag, mit jedem Atemzug; in meiner Todesstunde, die vielleicht schon sehr nahe ist, viel näher als ich meine; in meiner Todesstunde, die sicher näher kommt, und der ich nicht zu entgehen vermag; in meiner Todesstunde, wenn meine Kräfte mich verlassen, wenn meine Sinne schwinden, wenn es einsam wird um mich, wenn die Angst nach meinem Herzen greift, wenn die Welt mit all ihrer Pracht und mit all ihrer Kunst und Technik mir keinen Halt mehr bieten kann, wenn auch meine Freunde mir nicht mehr zu helfen vermögen, wenn meine Hände nach einem Halt tasten, dann rufe Du mich, guter Herr! In meiner Todesstunde rufe mich!
Zu Dir zu kommen heiße mich!
Zu Dir, meinem Richter, der gerecht ist und barmherzig zugleich, der von meiner Schuld abzieht die Schuld meiner Vorfahren und meiner Umgebung. Zu Dir zu kommen heiße mich! Zu Dir, meinem gütigen Erlöser, der mich in der Taufe geheiligt und zu seinem Bruder gemacht hat, zu Dir, der im Bußsakrament mir sooft verziehen hat, zu Dir, der in der heiligen Kommunion sooft mich mit seiner Freundschaft beglückt hat, zu Dir, der sich sooft in seinen Einsprechungen zu mir geneigt hat, zu Dir zu kommen heiße mich! Zu Dir, meinem König und Gott, zu Dir, dem ewigen Sieger, der mir an seinem strahlenden Siege Anteil geben will. Zu Dir, meinem Glück, meiner Wonne und Seligkeit, zu Dir, ja zu Dir zu kommen heiße mich!
Mit Deinen Heiligen zu loben Dich
Mit Deinen Heiligen, Deinen Freunden, meinen Brüdern. Mit Deinen Heiligen, die in ihrer Gesamtheit Deine Größe und Herrlichkeit widerstrahlen, weil sie heilig sind durch Deine Heiligkeit; mit Deinen Heiligen, die ohne Unterlaß Dein Erbarmen besingen, Deine Größe und Herrlichkeit, mit diesen Heiligen laß mich Dich loben!
In Deinem Reiche ewiglich!
ewig, ohne Ende, ohne Pause, ohne Ermüdung. Immerdar laß mich Dich loben in Deiner strahlenden Herrlichkeit, in Deinem Reiche. Amen. So soll es sein. So gib Du es. — Du!
Zum 5. Sonntag nach Ostern "vocem jucundidatis" aus dem Schott-Messbuch 1962:
- Introitus (Ps. 48, 20)
Vocem jucunditatis annuntiate, et audiatur, alleluja: annuntiate usque ad extremum terræ: liberavit Dominus populum suum, alleluja, alleluja. (Ps 65, 1 - 2) Jubilate Deo, omnis terra, psalmum dicite nomini ejus: date gloriam laudi ejus. V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen.
Kündet den Freudenruf, daß man ihn höre, alleluja; kündet bis an das Ende der Erde; befreit hat der Herr Sein Volk, alleluja, alleluja. (Ps. 65, 1 - 2) Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen; herrlich laßt Sein Lob erschallen. V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste; wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Einführung
In der hl. Taufe hat «der Herr sein Volk befreit» (Intr.). Der Prüfstein des wahren Christengeistes, zu dem die Taufe verpflichtet, ist Eifer in der Nächstenliebe (Epistola). Damit wir als ganze Christen leben können, geht Christus als Mittler zum Vater; er will für uns flehen, wir sollen in seinem Namen, in seiner Kraft, durch ihn den Vater wirksam bitten (Evang.). Wir tun es vor allem im Anschluß an das Opfer Christi und der hl. Kirche in der Feier der hl. Messe.
Zum 5. Sonntag nach Ostern aus dem Deutschen Brevier 1937, übersetzt von Hw Dr. Johan Schenk:
- Aus dem Buch des hl. Bischofs Ambrosius über den Glauben an die Auferstehung
Weil die Weisheit Gottes nicht sterben konnte, andererseit aber auch nicht auferstehen konnte, was nicht gestorben war, darum nahm sie Fleisch an, das dem Tode verfallen konnte. [....] Wir sehen, was für ein schweres Sakrileg es ist, an die Auferstehung nicht zu glauben. Denn wenn wir nicht auferstehen, dann ist Christus vergebens gestorben, und folglich ist er auch nicht auferstanden. Wenn er nämlich nicht zu unserem Heile auferstanden ist, so ist er gar nicht auferstanden, da er ja keine Ursache hatte, für sich selbst aufzuerstehen. In ihm aber ist die ganze Welt vom Tode erstanden, in ihm ist der Himmel, in ihm ist die Erde auferstanden, denn es wird ein neuer Himmel und eine neue Erde sein. Für ihn selbst aber war die Auferstehung nicht notwendig, denn die Bande des Todes konnten ihn nicht festhalten. Wenn er auch seiner Menschheit nach gestorben war, so war er doch sogar in der Totenwelt völlig frei. Willst du wissen wie? So höre: Ich bin wie ein hilfloser Mensch geworden, wie einer, der frei ist unter den Toten. Er war doch wohl frei; denn er hatte die Macht, sich selbst zu erwecken, gemäß dem Worte; Brechet diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn wieder aufrichten. Er war frei, da er ja hinabgestiegen war, um andere frei zu machen."
+ - Auslegung des hl. Bischofs Augustinus Joh 20, 23-30:
"Wir haben jetzt das Wort des Herrn zu betrachten: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werden, so wird er es euch geben. Schon in den vorhergehenden Teilen dieser Rede des Herrn wurde wegen derer, die etwas vom Vater im Namen Christi begehren, es aber nicht erhalten, dargelegt, daß man nicht im Namen des Heilands bittet, sooft man etwas erbittet, was dem Heile zuwider ist. Denn man darf nicht den Klang der Buchstaben oder der Silben nehmen, sondern das, was der Klang selbst bedeutet und was darunter richtig und wahrheitsgemäß verstanden wird. Das, so müssen wir annehmen, hatte Christus im Sinne, als er sagte: In meinem Namen. Wer daher von Christus denkt, was man vom Eingeborenen Sohne nicht denken darf, der bittet nicht in seinem Namen, wenn er auch den Buchstaben und Silben nach den Namen Christus ausspricht. Denn er bittet nur im Namen dessen, an den er in seiner Bitte denkt. Wer aber von Christus denkt, was man denken muss, der bittet wirklich in seinem Namen und er erhält auch, was er begehrt, soweit es nicht seinem ewigen Heil zuwider ist. Er erhält es, wenn er es haben darf. Denn manches wird uns nicht gerade versagt, wohl aber hinausgeschoben und erst zur gelegenen Stunde uns gegeben. Das Wort: Er wird es euch geben, ist so zu verstehen: Es soll damit auf jene Gnaden hingewiesen werden, die die Bittenden persönlich angehen. Denn alle Heiligen werden erhört, wenn sie für sich selbst etwas erbitten, aber nicht immer, wenn sie für ihre Freunde oder Feinde oder für sonst jemanden bitten; denn es heißt nicht ohne weiteres: Er wird es geben, sondern er wird es euch geben. Bisher habt ihr, heißt es, um nichts in meinem Namen gebeten; bittet und ihr werdet empfangen, auf daß eure Freude vollkommen werde. Diese vollkommene Freude, von der er spricht, ist keine fleischliche, sondern eine geistige; und wenn sie einmal so groß ist, daß sie gar nicht mehr zunehmen kann, dann ist sie zweifellos vollkommen. Was immer ihr erbittet, um diese Freude zu erlangen, das müssen wir im Namen Christi erbitten, wenn wir überhaupt die Gnade Gottes verstehen, wenn wir wirklich nach dem ewigen Leben verlangen. Alles andere, was wir sonst noch erbitten können, ist nichts; nicht als ob die Sache selbst nichts wäre, sondern weil im Vergleiche mit diesem hohen Gute alles andere, was wir begehren, nichts ist.
"Ein bisschen katholisch" sein (dem Zeitgeist genehm) ist ebenso unmöglich wie "im Grossen und Ganzen mit einigen Ausnahmen" katholisch sein zu wollen.
Dazu bemerkte bereits im 5. Jahrhundert der als Heiliger verehrte
Mönch und Priester Johannes Cassian: (360-435): - "Denn darin besteht das Wesen des kirchlichenMysteriums und des katholischen Glaubens, dass derjenige, der den einen TeildesMysteriumsleugnet, den anderen Teil nicht bekennen kann. Alles ist nämlich in der Weise verknüpft und organisch verbunden, dass das eine ohne das andere nicht bestehen kann und dass es bei Leugnung eines Elementes aus allen nichts nützt, alles andere geglaubt zu haben."
-
Der hl. Thomas v. Aquin (1225-1274) wird noch deutlicher.
Er lehrt, dass der gesamte übernatürliche Glaube verloren gehe,wenn eine von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott geoffenbarte und von der Kirche zu glauben vorgelegte Wahrheit bewusst und willentlich bestritten werde. -