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#41

RE: Das Wort ist Fleisch geworden; die Menschwerdung Gottes

in Das Wort ist Fleisch geworden 16.01.2020 06:51
von benedikt • 3.082 Beiträge

Danke, lieber Auqila, Du hast mir sehr geholfen!

Leider habe ich es in meinem bisherigen Leben versäumt, die schmerzhaften Stufen zur Vollkommenheit zu durchlaufen! Somit habe ich meine Wesensform nicht realisiert und mein Leben nicht gelebt!

Herzliche Grüße und Gottes Segen..


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

1. Joh 4,7 - 16
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#42

RE: Das Wort ist Fleisch geworden; die Menschwerdung Gottes

in Das Wort ist Fleisch geworden 16.01.2020 22:47
von Aquila • 5.885 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Lieber benedikt

Solange ein Mensch willens ist im Streben nach Vollkommenheit, nach Heiligkeit, voranzuschreiten, lebt er niemals vergebens.


Der hl. Alphons Maria v. Ligouri (1696-1787):
-
"Wenn du wahrhaft fromm und vollkommen werden willst, geliebter Christ, so musst du
vor allem ein aufrichtiges Verlangen nach Vollkommenheit haben."

-

Wir sind nicht zur "Perfektion" (einer Maschine gleich) berufen, sondern zur Vollkommenheit in der Gnade Christi.


Der hl. Josefmaria Escriva (1902-1975):
-

In diesem Kampf aus Liebe dürfen uns Stürze nicht betrüben - selbst schwere nicht -,
wenn wir reuevoll und mit guten Vorsätzen im Sakrament der Buße bei Gott unsere Zuflucht suchen.
Der Christ ist nicht krampfhaft darauf bedacht, von Gott einen tadellosen Leistungsnachweis zu erhalten.
So sehr Jesus Christus, unser Herr, ergriffen ist von der Unschuld und Treue des Johannes - als Petrus nach seinem Fall reuevoll umkehrt, wendet Er sich ihm voll Liebe wieder zu.
Jesus hat Verständnis für unsere Schwachheit
und zieht uns wie über eine sanft ansteigende Ebene zu sich hin.
Er erwartet nur, daß
wir uns immer wieder bemühen,
täglich ein wenig höher zu kommen
.
Er sucht uns auf, wie Er die beiden Jünger von Emmaus aufsuchte und sie begleitete, und wie Er den Thomas aufsuchte, ihm die offenen Wunden seiner Hände und seiner Seite zeigte und ihn aufforderte, sie mit seinen Fingern zu berühren.
Gerade weil Jesus unsere Schwachheit kennt, wartet Er ständig darauf, daß wir zu Ihm zurückkehren.

-

Der hl. Kirchenvater Athanasius (295-373)
in seiner Schrift:
"Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)"

-

"Aber jetzt erscheint er und läßt sich zu uns herab aus Liebe zu uns Menschen, und zwar in sichtbarer Gestalt.
[....]
Deshalb erbarmte er sich unseres Geschlechtes, hatte Mitleid mit unserer Schwachheit, ließ sich herab zu unserer Vergänglichkeit,
[....]
und um das Werk seines Vaters an den Menschen nicht vergeblich sein zu lassen, nahm er einen Leib an, und zwar keinen anderen als den unsrigen."

-


An anderer Stelle habe ich dazu Folgendes geschrieben:

++++

Ich denke, dass wir alle aufgrund der Folgen der Erbsünde
Folgen der Erbsünde
(mit Ausnahme der ohne Erbsünde empfangenen allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria)
immer wieder dazu geneigt sind, dem Ego zum Durchbruch verhelfen zu wollen.
Dieses Ego ist denn auch Teil bzw. Antrieb des "Fleisches", welches stets gegen den Geist aufbegehrt.
Hier gilt es denn niemals mutlos zu werden, wenn das Fleisch gegen den Geist heftig rebelliert.
Die Einsicht der eigenen Schwachheit und diejenige der Notwendigkeit der Mitarbeit an den geschenkten Gnaden des Heiligen Geistes, führen immer wieder zurück auf den rechten Weg bzw. weiter auf demselben.
Kurz gesagt:
Die ungewollte Schwachheit erfährt immer die Vergebung unseres Herrn,
nicht aber der Wille zur Schwachheit, was einem "Nein" zur Mitarbeit an den geschenkten Gnaden gleichkommt.

Zu den wirklichen Gnaden der Zeit nach gehört auch die begleitende Gnade.

Dazu folgende Darlegungen von
Hw Joseph Reiter in "Das dreifache Reich Gottes" aus dem Jahre 1911:
-

"Die begleitende Gnade
Sie ist eine innere Wirkung, ein übernatürlicher Einguss Gottes auf uns, auf unserem Willen nämlich,
welcher Einfluss, welche göttliche Kraft uns unterstützt, dass wir das Gute, so er uns eingibt, oder wozu er uns innerlich erweckt, auch wirklich tun können, dass wir die Hindernisse zu überwinden, die Beschwerden, die mit unserer Bekehrung und mit der Ausübung der Tugend verbunden sind, zu übertragen und zu besiegen vermögen. David sagt von dieser Gnade:
"Seine Barmherzigkeit wird mich alle Tage begleiten." (Ps. 22,6)
Der heilige Paulus an die Römer (8,26):
"Der Geist kommt unserer Schwachheit zu Hilfe."
Das Konzil von Trient sagt davon:
"Gott ermahnt durch seinen Befehl, zu tun, was du kannst, und um das zu bitten, was du nicht kannst, und steht dir bei, es zu können."
Der heilige Augustin beschreibt nach seiner eigenen Bekehrung die begleitende Gnade also:
"Durch die Gnade wächst der gute Wille, der schon seine Entstehung erlangt hat, und wird allmählich so stark, dass er die göttliche Gebote, wie er will, wenn er es doch sehnlich und vollkommen will, erfüllen könnte."

-

Die zentrale Aussage:
"Der Geist kommt unserer Schwachheit zu Hilfe."


Solange der gute Wille im Streben nach Vollkommenheit nicht nachlässt, solange steht uns auch in unserer Schwachheit immer die begleitende Gnade zur Seite.


Eine hilfreiche kurze Abhandlung über die Verschiedenheit der Gnaden siehe bitte hier:
Fragen zur Thematik der Meditation (3)

Der Vollständigkeit halber auch noch über die wirklichen Gnaden der Wirkungen nach:
Die Gnaden (3)

++++




Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 16.01.2020 22:49 | nach oben springen



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