Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#21

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 22.08.2015 00:00
von Aquila • 5.140 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Die Versuchungen zum Zorn sind breitgestreut....
nicht immer gelingt es den Aufwallungen zum Zorn zu entgehen....
unsere Schwächen und Unvollkommenheiten werden gleichsam zu dessen Türöffner.

In seinem Werk "Philothea" beschreibt
der hl. Franz v. Sales
- der selber während 29 Jahre unter Jähzorn gelitten hat -
wie dem aufkommenden Zorn zu begegnen ist:


[....]
Werden wir einmal aus Schwäche und Unvollkommenheit davon überrascht,
dann ist es besser, ihn rasch niederzuschlagen,
als mit ihm zu unterhandeln;
denn sowenig Freiheit man ihm auch zugesteht, er macht sich doch schnell zum Herrn der Lage, der Schlange gleich, die leicht ihren ganzen Leib nachzieht, wo sie einmal den Kopf durchstecken kon rasch niederzuschlagen, als mit ihm zu unterhandeln; denn sowenig Freiheit man ihm auch zugesteht, er macht sich doch schnell zum Herrn der Lage, der Schlange gleich, die leicht ihren ganzen Leib nachzieht, wo sie einmal den Kopf durchstecken konnte.
Wie aber schlägt man den Zorn nieder?

Nimm schnell
deine Kraft zusammen, sobald du ihn aufsteigen fühlst:
nicht heftig und ungestüm,
sondern ruhig und doch ernsthaft
.
Bei Parlaments- und Gerichtssitzungen machen oft die Türhüter, die „Ruhe!“ schreien, mehr Lärm als die Leute, die sie zum Schweigen bringen wollen;
so geht es auch oft mit dem Zorn:
wenn wir heftig dagegen ankämpfen,
machen wir unser Herz unruhiger,
als es vorher war
, so dass es vor Aufregung nicht mehr Herr über sich selbst ist.

Nach diesem ruhigen Bemühen befolge die Weisung des hl. Augustinus an den jungen Bischof Auxilius:
„Handle, wie ein Mann handeln soll.
Trifft dich, was der Mann Gottes im Psalm sagt: ,Mein Herz ist von großem Zorn erregt‘, dann rufe zu Gott, auf dass er seine Rechte ausstrecke, um deinem Zorn zu gebieten: ,Herr, hab Erbarmen mit mir!‘
(Ps 31,10).“
Damit will ich sagen,
dass wir Gott um Hilfe anrufen müssen, wenn wir uns vom Zorn erregt fühlen,
wie die Apostel, als sie mitten auf dem See von Sturm und Unwetter hin- und hergeschleudert wurden.
Es wird unsere Leidenschaft zum Schweigen bringen und es wird eine große Ruhe sein.
Aber eines sage ich dir immer wieder: Wenn du im Gebet gegen einen vorhandenen oder aufsteigenden Zorn ankämpfst,
dann bete immer ruhig, ja nicht heftig!

So müssen alle Mittel gegen dieses Übel gehandhabt werden.
[....]

-

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#22

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 17.10.2015 12:44
von Aquila • 5.140 Beiträge

Gelobt se Jesus Christus !

Eine kurze, aber nicht minder hilfreiche Darlegung über die Quellen der Versuchungen
aus einem Unterrichtsbuch vom Prämonstrantenser-Pater Leonhard Goffine (1809 ):
-

Wir werden versucht und zu sündigen angereizt

1.
zunächst von innen
,
von unserer eigenen
bösen Begierlichkeit, welche infolge der Erbsünde in uns sich befindet.
Es ist die
dreifache Begierlichkeit nach
sinnlicher Lust,
nach eitler Ehre,
nach Gütern und Reichtümern dieser Welt
.
Infolgedessen finden wir uns angeregt zur Unmäßigkeit,
zur Unkeuschheit,
zu Zorn und Ungeduld,
zu Hoffart und Stolz,
zur Eigensucht, zu Geiz, Neid, Härte
und Lieblosigkeit gegen den Nächsten usw.

2.
Wir werden versucht von außen

durch die böse Welt,
durch
ihre schlechten Grundsätze,
bösen Beispiele, schlechten Bücher und Bilder und Lustbarkeiten,
durch ihre Pracht und ihr Wohlleben,
durch ihren Spott und die Verfolgungen
usw.


3.
Wir werden versucht vom Teufel,

der wie herumgeht wie ein brüllender Löwe und sucht,
wen er verschlinge.
Der
Teufel aber und die Welt versuchen uns nur dadurch,
dass sie
die in uns selbst liegende böse Begierlichkeit
wecken und zur Sünde reizen.


Die Hauptquelle aller Versuchungen ist also immer in uns selbst,
wie der heilige Apostel Jakobus schreibt: „Jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.“ (1,14.)"

-

Vertiefendes und Weiterführendes siehe bitte hier:

Die Ursünde / Erbsünde

Folgen der Erbsünde
-

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#23

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 07.11.2015 12:42
von Aquila • 5.140 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Eine gleichsam Spezialität des Teufels ist das "Servieren" von Gelegenheiten zur Sünde.
Wir dürfen nicht vergessen,
dass es ihm alleine möglich ist,
uns durch unsere Sinne zu versuchen / zur Sünde zu verleiten.

Gerade heute wird der Mensch gleichsam im Sinnesbereich durch verführerische Bilder, Worte, Töne, Gerüche etc. reizüberflutet und so auch in seinen ungeordneten Leidenschaften angestachelt.

Daher ist auch derart von Bedeutung,
sich in der Beherrschung der Sinne zu üben.
Ein erster unverzichtbarer Schritt dazu
ist das
Meiden von Gelegenheiten zur Sünde....

Konkret heisst dies denn;
wann immer es geht,
vor der Gelegenheit zur Sünde
zu fliehen.....

Der hl. Alphons Maria v. Liguori
-

„Wer selig werden will,
muss nicht nur die Sünde verlassen,
sondern auch die Gelegenheiten zur Sünde fliehen.
Der
böse Feind schleicht stets um eine jede Seele herum,
damit er in dieselbe eindringen und von ihr Besitz nehmen könne.

Deshalb suchte er ihr Gelegenheit zur Sünde darzubieten,
wonach er schon tiefer in das Herz eindringen wird.
[....]
Darum geschah es denn auch,
dass, als der Teufel eines Tages gezwungen ward, zu bekennen,
welche Predigt ihm am meisten missfalle, er aussagte,
dies sei die Predigt über die
Flucht der Gelegenheit.

Und das mit Recht,
denn der böse Feind lacht und spottet über unsere guten Vorsätze,
über alle Gott gemachten Versprechungen und ist einstweilen
nur darauf bedacht, uns dahin zu bringen,
dass wir
die Gelegenheit nicht fliehen,
denn die Gelegenheit ist wie eine Binde, welche uns die Augen verdeckt und bewirkt, —
dass wir die empfangenen Erleuchtungen,
dass wir die ewigen Wahrheiten und all unsere gemachten Vorsätze nicht mehr schauen, kurz,
dass wir alles verachten,
und auf solche Weise beinahe gezwungen sind, zu sündigen.

Wer es dennoch wagt
freiwillig
in die Gelegenheit zur Sünde zu begeben, der wird schwerlich selig werden.

Deshalb müssen wir täglich bei unserm Gebete mehrmals die Bitte des Vater unsers wiederholen:
Und führe uns nicht in Versuchung,
d. h. lass nicht zu, o Herr
, daß ich mich einer Gefahr zur Sünde aussetze, böse Gelegenheiten selbst aufsuche oder dieselbe nicht fliehe.

Siehe also, christliche Seele,
so spricht ein Heiliger,
willst du seinen Worten kein Gehör geben?
Überdenke die Worte noch einmal:
„Schwerlich wird selig werden,
wer sich freiwillig in eine Gelegenheit zur Sünde begibt,"

-

Hierzu auch noch einmal aus
"Die Kunst, das Herz auf der Kanzel zu rühren" (1785) .

-

[....]
Woran muß uns jetzt in diesem Zustand worein uns unsere Erbsünde gebracht hat,
am meisten gelegen seyn?
Daran, meine Brüder,
daß wir überzeugt sind,
daß wir, wenn wir auch
das Feuer der bösen Lust
nicht
gänzlich in uns auslöschen können,
doch wenigstens alle Mühe
geben müssen,
um die
Hitze desselben,
so viel als möglich ist, zu vermindern
;

die wirksamsten Mittel,
zu denen wir unsere Zuflucht nehmen sollen,
sind die
Beharrlichkeit in dem Gebethe,
die Kreutzigung des Fleisches,
der oftmalige Gebrauch des Sakraments der Buße,
eine genaue Wachsamkeit zur Bewahrung unsrer Sinne, hauptsächlich unsrer Augen und unsrer Zunge,
die Vermeidung aller Gelegenheiten zur Sünde,
die guten Werke,
das Almosen und die andern Pflichten der christlichen Frömmigkeit.


-

Schliesslich ist der Empfang
- im Stande der Gnade -
des allerheiligsten Altarsakramentes
denn auch Trank und Reinigung der Seele.
Wir empfangen den
den Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit Christi

gerade auch
um in Seiner Kraft
den Versuchungen bestehen zu können.


Das oben Aufgeführte ist gleichsam eine Kurzzusammenfassung
des notwendigen Strebens nach Vollkommenheit;
hier ausführlich behandelt:

Stufen zur Vollkommenheit

-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 07.11.2015 12:45 | nach oben springen

#24

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 08.07.2016 23:04
von Aquila • 5.140 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Der französische Priester Adolphe Tanquerey (1854 - 1932 )
hat in seinem Werk
"Grundriss der aszetischen und mystischen Theologie" ausführlich über den den geistlichen Kampf geschrieben.

Nachfolgend sei der diesbezüglich einleitende Teil
"Der Kampf gegen den Teufel"
wiedergegeben. Er behandelt das Wesen der Versuchung, die Vorgehensweise des Teufels und die geistigen Mittel gegen die Versuchung:
-

"Das Vorhandensein teuflischer Versuchung und der Grund ihres Daseins

Wir sahen bereits, wie der Teufel das Glück unserer Stammeltern beneidete und sie zur Sünde reizte.
Nur zu leicht erreichte er seinen Zweck.
So erklärt denn auch das Buch der Weisheit:
"Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen." (Weish 2,24).
Seitdem hörte er nie auf, mit den Nachkommen Adams anzubinden und ihnen Fallen zu legen.
Ist auch die Herrschaft Satans seit der Ankunft des Erlösers und dessen Sieg über ihn, sehr eingeschränkt worden, so bleibt doch wahr,
dass wir nicht nur gegen Fleisch und Blut zu kämpfen haben,
sondern auch noch gegen die Mächte der Finsternis und gegen die bösen Geister
.
Das bestätigt der hl. Paulus:
"Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern
gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen
Geister des himmlischen Bereichs." (Eph 6,12).
Der hl. Petrus vergleicht den Teufel mit einem brüllenden Löwen, der umhergeht und uns zu verschlingen droht. "Seid nüchtern und wachsam!
Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen
kann." (1 Petr 5,8).
Lässt die Vorsehung diese Angriffe zu, so geschieht es nach dem allgemeinen Grundsatze,
dass Gott nicht nur die Seelen direkt leitet, sondern auch durch die Vermittlung zweiter Ursachen,
indem er den Geschöpfen eine gewisse Betätigungsfreiheit lässt.
Übrigens ermahnt er uns, auf der Hut zu sein.
Er sendet seine guten Engel, besonders unsern Schutzengel, zu Hilfe und zum Schutze, ohne von dem Beistande zu reden, den er selbst oder sein Sohn uns gewährt.
Aus diesem Beistande
ziehen wir Nutzen und besiegen den Teufel, erstarken in der Tugend und erwerben Verdienste für den Himmel.
Dieses wunderbare Walten der Vorsehung zeigt uns deutlicher, welch hohe Bedeutung wir unserem Seelenheil und unserer Heiligung beimessen sollen,
da Himmel und Hölle daran Anteil nehmen.
Um den Preis des ewigen Lebens spielen sich außerhalb und zuweilen auch in unserer Seele heiße Kämpfe himmlischer und höllischer
Mächte ab.
Um den Sieg davonzutragen, sehen wir uns einmal die Kampfmethode des Teufels näher an.
Die Kriegskunst des Teufels


A) Der Teufel kann nicht unmittelbar auf unsere höheren Fähigkeiten, Verstand und Willen, einwirken.
Gott hat sich dieses Heiligtum selbst vorbehalten. Gott allein kann bis in das Innerste unserer Seele dringen und unseren Willen anregen, ohne uns Gewalt anzutun.
Aber der Teufel kann unmittelbar auf unseren Leib einwirken,
auf die äußeren und inneren Sinne, besonders auf die Einbildungskraft und auf das Gedächtnis
.
Ebenso auf die Leidenschaften, die im sinnlichen Empfindungsvermögen liegen.
Dadurch wirkt er indirekt auf den Willen, der durch die verschiedenen Regungen des
Empfindungsvermögens angeregt wird, seine Zustimmung zu geben.
In jedem Falle bleibt der Wille stets frei, in jene leidenschaftlichen Erregungen einzuwilligen oder nicht, sagt der hl. Thomas.
"Der Wille behält stets die Freiheit, der Leidenschaft zuzustimmen
oder ihr zu widerstehen." (I, q. 111, a. 2)


B) Die Macht des Teufels über die sinnlichen Fähigkeiten und den Leib ist zwar sehr groß, wird aber von Gott in Schranken gehalten.
Er erlaubt ihm nicht, uns über unsere Kräfte zu versuchen.
"Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert.
Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.
Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt." (1 Kor 10,13).
Wer sich deshalb demütig und vertrauensvoll auf Gott stützt, wird sicher siegen.


C) Man darf nicht glauben, sagt der hl. Thomas, alle Versuchungen, die wir verspüren, kämen vorn Teufel.
Unsere durch frühere Gewohnheiten und gegenwärtige Unvorsichtigkeiten erregte Begierlichkeit ist oft die alleinige Ursache.
"Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt." (Jak 1,14). Ebenso wäre es verwegen, zu behaupten, der Teufel übe keinerlei Einfluss auf uns aus.
Das widerspräche der Hl. Schrift und der Überlieferung.
Sein Neid auf die Menschen und das Verlangen, sich dieselben zu unterwerfen, beweisen seine Dazwischenkunft hinreichend.2


Woran erkennt man die teuflische Versuchung?

Das ist schwer zu sagen, weil unsere Begierlichkeit allein schon imstande ist, uns heftige Versuchungen zu bereiten.
Kommt jedoch die Versuchung plötzlich, ist sie heftig und aussergewöhnlich andauernd, so kann man annehmen, der Teufel habe dabei seine Hand im Spiel.
Besonders trifft das zu, sobald die Versuchung die Seele tief und lange erschüttert oder in ihr den Wunsch nach auffallenden Dingen, nach außergewöhnlichen, Aufsehen erregenden Bußübungen aufkommen lässt.
Namentlich aber, wenn man seinem Beichtvater nichts davon sagen will und seinen Oberen kein
Vertrauen entgegenbringt.


Mittel gegen die Versuchungen des Teufels

Diese Mittel werden uns von den Heiligen, besonders von der hl. Therese angegeben.

A) Das erste besteht in demütigem und vertrauensvollem Gebete, um Gott und seine Engel auf unsere Seite zu ziehen.
Ist Gott mit uns, wer wird gegen uns sein? Wer kann mit Gott verglichen werden?
Dieses Gebet muss demütig sein, denn nichts verjagt den aufrührerischen Engel schneller.
Durch Hoffart hatte er sich einst empört und nie verstand er, die Tugend der Demut sich anzueignen.
Sich vor Gott verdemütigen, unsere Ohnmacht, ohne seine Hilfe zu siegen, eingestehen, vereitelt die Absichten des stolzen Engels.
Unser Gebet muss vertrauensvoll sein, weil nämlich unser Sieg die Ehre Gottes fördert, können wir zuversichtlich auf die Wirksamkeit der Gnade rechnen.
Es ist auch sehr ratsam, den hl. Michael anzurufen.
Er hat bekanntlich einst dem Teufel eine schwere Niederlage beigebracht und wird glücklich sein,
in und durch uns seinen Sieg zu vollenden.
Unser Schutzengel wird ihm gern dabei helfen, vorausgesetzt, dass wir das nötige Vertrauen zu ihm haben.
Besonders aber vergessen wir nicht,
die Unbefleckte Jungfrau anzuflehen, die unaufhörlich mit ihrem jungfräulichen
Fuße der Schlange den Kopf zertritt und für den Teufel furchtbarer als ein in
Schlachtordnung aufgestelltes Heer ist.


B) Das zweite Mittel ist das Vertrauen auf Hilfe durch den
Gebrauch der hl. Sakramente und Sakramentalien
.
Da die Beichte ein Akt der Demut ist, schlägt sie den Teufel in die Flucht.
Die Lossprechung, die dem Sündenbekenntnisse folgt, wendet uns die Verdienste Jesu Christi zu und macht uns gegen die Pfeile Satans unverwundbar.

Die hl. Kommunion legt denjenigen in unser Herz, der Satan besiegte und ihm Schrecken einflösst.

Eine sehr wertvolle Hilfe sind auch die Sakramentalien:
Das hl. Kreuzzeichen, die liturgischen Gebete, die im Geiste des Glaubens und in Vereinigung mit der Kirche verrichtet werden.
Die hl. Therese empfiehlt besonders das Weihwasser,
vielleicht, weil es für den Teufel eine Verdemütigung ist, durch ein so einfaches Mittel wie dieses, vertrieben zu werden.


C) Das letzte Mittel ist eine tiefe Verachtung des Teufels.
Wiederum wollen wir die hl. Therese sprechen lassen:
"Die höllischen Geister plagen mich zwar sehr oft, aber ich fürchte mich nicht vor ihnen, weil ich
sehr wohl weiß, ohne Zustimmung Gottes vermögen sie nicht sich zu rühren.
Man soll sich gut merken:
So oft wir sie verachten,
verlieren sie ihre Kräfte und die Seele gewinnt um so größere Gewalt über sie
.
Stark sind sie nur feigen Seelen gegenüber, die sich ergeben.
Ihnen suchen sie durch ihre scheinbare Gewalt zu imponieren."
Sich verachtet zu sehen von Wesen, die schwächer sind als sie, ist in der Tat eine harte
Verdemütigurig für diese stolzen Geister.
Wie wir bereits sagten, haben wir, demütig auf Gott gestützt, das Recht und die Pflicht, sie zu verachten.
Wenn Gott mit uns ist, wer ist dann gegen uns?
Sie können zwar bellen, aber beißen können sie uns nur,
wenn wir uns durch Unvorsichtigkeit oder Stolz in ihr Bereich begeben.


-

Siehe dazu bitte auch die Themen:

Die Unterscheidung der Geister

Das beharrliche Gebet

Sakramente; die Heilmittel für die Seele

Die Sakramentalien



In einem späteren Beitrag folgt dann das Kapitel über den Kampf gegen die Versuchung / Verhalten gegenüber der Versuchung.


-


zuletzt bearbeitet 08.07.2016 23:22 | nach oben springen

#25

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 12.07.2016 22:04
von Aquila • 5.140 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Wenden wir uns nun mit Hilfe eines weiteren Auszugs aus dem Werk über den geistlichen Kampf
"Grundriss der aszetischen und mystischen Theologie" des

französischen Priesters Adolphe Tanquerey (1854 - 1932 )
dem richtigen Verhalten gegenüber Versuchungen zu:
-

"Unser Verhalten der Versuchung gegenüber

Zur Überwindung der Versuchungen und zur Förderung des geistlichen Wohles unserer Seele müssen hauptsächlich drei Dinge beachtet werden:
1. Man muss der Versuchung zuvorkommen.
2. Sie kräftig bekämpfen.
3. Nach dem Siege Gott danken oder aber nach erlittener Niederlage, sich sofort wieder erheben.



1. Der Versuchung zuvorkommen

Bekannt ist das alte Sprichwort:
"Besser vorbeugen als nachträglich heilen.
" Das rät auch die christliche Weisheit.
Als Christus, der Herr, die drei Apostel zum Ölgarten mitnahm, sagte er zu ihnen:
"Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet." (Mt 26,41).
Wachsamkeit und Gebet sind daher die zwei großen Mittel, um der Versuchung zuvorzukommen.

A) Wachen d. h. Wachtposten um die Seele aufstellen, damit sie nicht überrascht
werde.
Man unterliegt so leicht in einem Augenblicke plötzlichen Überfalls!
Diese Wachsamkeit setzt zwei Dinge voraus:
Misstrauen gegen sich selbst und Gottvertrauen.

a. Zu vermeiden ist daher die stolze Vermessenheit, die unter dem Vorwande
genügender Kraft zum Siege die Gefahr aufsucht.
Das war der Fehler des hl. Petrus, der bei der Voraussagung Jesu von der Flucht der Apostel ausrief:
"Auch wenn alle (an dir) Anstoss nehmen - ich nicht!" (Mk 14,19).
Im Gegenteil, man erinnere sich, dass gerade jener,der zu stehen glaubt, Acht geben müsse, damit er nicht falle.
"Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt." (1 Kor 10,12).
Denn ist auch der Geist willig, so ist doch das Fleisch schwach.
Sicherheit findet sich nur im demütigen Misstrauen gegen sich selbst wegen der eigenen Schwäche.

b. Man muss jedoch auch übertriebene Furcht vermeiden, die die Gefahr nur steigert.
Sind wir auch aus uns selbst schwach, so sind wir dennoch unbesiegbar in dem, der uns stärkt.
"Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert.
Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.
Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt."
(1 Kor 10,13).

c. Infolge des begründeten Misstrauens gegen uns selbst werden wir
den gefährlichen Gelegenheiten ausweichen, z.B. jener Gesellschaft, jenem Vergnügen usw., wo wir erfahrungsgemäß leicht erliegen.
Wir werden gegen Müßiggang ankämpfen, weil er eine der gefährlichsten Gelegenheiten ist.
Auch gegen jene gewohnte Weichlichkeit, welche die Spannkraft des Willens vermindert und zu jeder Nachgiebigkeit geneigt macht.
Vom Schlafe befangen und daher den Schlägen des Feindes ausgesetzt ist die träge, weichliche, furchtsame, feige Seele, die jedes Opfer scheut, welches ernste Anstrengung voraussetzt, jene Seele, die vielleicht an Wünschen reich, aber arm an Entschlüssen und noch ärmer an Taten ist und die sich stets und überall schont, fast immer ihrem Hange nachgibt und sich vom Strome treiben lässt.
Man scheut dann, eitlen Träumereien nachzugehen, die bald die Seele mit gefahrbringenden Trugbildern anfüllen.
Mit einem Worte, man übt Abtötung in den von uns angegebenen verschiedenen Weisen, sowie Hingabe an die Standespflichten, inneres Leben und das Apostolat.
In solch regem Leben bleibt wenig Raum für Versuchungen.

d. Wachsamkeit muss sich besonders auf den schwachen Punkt der Seele erstrecken.
Im allgemeinen nämlich erfolgt von dort aus der Angriff.
Zur Verstärkung dieses verwundbaren Punktes dient das Partikularexamen, wodurch unsere Aufmerksamkeit für längere Zeit aufdiese Schwäche oder noch besser auf die entgegen gesetzte Tugend gerichtet bleibt.


B) Das mit Wachsamkeit verbundene Gebet zieht Gott auf unsere Seite und macht uns unbesiegbar.
Im Grunde genommen, bringt unser Sieg Gott auch Vorteil.
Er ist es ja, den der Teufel in uns angreift, dessen Werk er in uns zerstören will.
Rufen wir daher mit Vertrauen Gott an, wir werden gewiss erhört werden.
Jedes Gebet hilft in der Versuchung, das mündliche und das innere, das stille und das allgemeine, Anbetungs- und Bittgebet.
Zur Zeit der Ruhe bete man ganz besonders für die Zeit der Versuchung.
Erscheint diese dann, so bedarf es nur einer kurzen Erhebung des Herzens, und man wird erfolgreich bestehen.



2. Der Versuchung widerstehen

Dieser Widerstand ist, je nach der Art der Versuchungen, verschieden.
Es gibt deren, die zwar häufig, jedoch nicht sehr schwer sind.
Diese muss man verachten, wie der hl. Franz v. Sales es vortrefflich erklärt:
"Was die kleinen Versuchungen von Eitelkeit, Argwohn, Traurigkeit, Eifersucht, Neid, Liebelei und
ähnlichen Täuschungen anbetrifft, die wie Mücken und Fliegen vor unsern Augen tanzen und uns
bald auf die Wange, bald auf die Nase stechen ... so widersteht man ihnen dadurch am besten,
dass man sich nicht um sie kümmert.
Werden wir auch durch sie belästigt, so kann uns das alles nicht schaden, solange wir fest entschlossen sind, Gott zu dienen.
Verachten Sie also diese kleinen Anfechtungen und halten Sie dieselben nicht einmal eines Gedankens wert, sondern lassen Sie sie um die Ohren summen, solange es ihnen gefällt ... ganz wie man es mit Mücken macht."

Hier wollen wir aber besonders von den schweren Versuchungen sprechen.
Sie müssen schnell, energisch, mit Beharrlichkeit und Demut bekämpft werden:
A) Schnell, ohne erst lange mit dem Feinde zu verhandeln, ohne Zögern.
Anfangs hat die Versuchung in der Seele noch nicht festen Fuß gefasst, da weist man sie noch
leicht ab.
Bedeutend schwerer ist es, ist sie bereits in das Innerste der Seele eingedrungen.
Daher erst kein langes Besprechen.
Bringen wir den Begriff der verbotenen Lust mit etwas äußerst Abstossendem in Verbindung, wie z.B. mit einer giftigen Natter oder einem Verräter, der uns in den Rücken fallen will und erinnern
wir uns an die Worte der Hl. Schrift :
"Flieh vor der Sünde wie vor der Schlange; kommst du ihr[ zu nahe, so beisst sie dich." (Sir 21,2a).
Diese Flucht geschieht durch Gebet und durch energisches Ablenken des Geistes auf einen andern Gegenstand.

B) Energisch, nicht weichlich und gleichsam ungern.
Das nämlich käme gleich einer Einladung an die Versuchung, zurückzukommen.
Daher mit Kraft und Entschlossenheit, als Beweis des Abscheus vor einem solchen Vorschlage.
"Weiche zurück, Satan!" (Mk 8,33).
Die Taktik muss aber, je nach der Art der Versuchungen, verschieden sein.
– Handelt es sich um Reize der Lust, so wende man sich ab, entweiche, indem man die Aufmerksamkeit auf einen den Geist ganz in Anspruch nehmenden Gegenstand lenkt.
Unmittelbarer Widerstand würde meistens die Gefahr nur vergrössern.
– Handelt es sich um Widerwillen gegen die Erfüllung der Pflicht, um Abneigung, Hass, Menschenfurcht, da ist es oft besser, der Versuchung die Stirn zu bieten, offen und frei der Schwierigkeit ins Auge zu sehen und zu deren Überwindung die Grundsätze des Glaubens zu Hilfe zu rufen.

C) Mit Beharrlichkeit.
Zuweilen nämlich kehrt die einen Augenblick besiegte Versuchung mit erneuter Angriffswut zurück, und der Teufel bringt aus der Wüste sieben Geister mit, die schlimmer sind als er.
Dieser Hartnäckigkeit unseres Feindes muss mit nicht weniger zähem Widerstande begegnet werden.
Derjenige, der bis zum Ende kämpft, erringt den Sieg.
Um aber des Sieges sicherer zu sein, muss man die Versuchung dem Beichtvater offenbaren.
Diesen Rat gaben die Heiligen, besonders der hl. Ignatius und der hl. Franz v. Sales. "Denn wohl gemerkt," sagt letzterer,
"die erste Bedingung, die der böse Feind von der zu verführenden Seele fordert, ist Schweigen.
Ganz so machen es jene, die Frauen und Mädchen verführen wollen.
Sie verlangen zu allererst, dass ihre Vorschläge den Vätern oder Gatten nicht mitgeteilt werden, während Gott bei seinen Einsprechungen vor allen Dingen wünscht, dass wir sie den Oberen und Seelenführern bekannt geben."
Tatsächlich scheint eine besondere Gnade mit dieser Herzenseröffnung verknüpft zu sein.
Eine geoffenbarte Versuchung ist halb überwunden.

D) Mit Demut.
Diese nämlich zieht die Gnade herab und die Gnade ist es, die den Sieg verleiht.
Der aus Hochmut gefallene Teufel flieht vor einem aufrichtigen Akte der Demut, und die im Stolze ihre Kraft erneuernde dreifache Begierlichkeit wird leicht besiegt, schlagen wir ihr sozusagen, durch die Demut das Haupt ab.


3. Nach der Versuchung

Nach der Versuchung hüte man sich wohl, bis ins kleinste zu untersuchen, ob man zustimmte oder nicht.
Diese Unvorsichtigkeit könnte die Versuchung aufs neue heraufbeschwören und so neue Gefahr verursachen.
Übrigens kann man leicht, ohne langes Nachgrübeln, auf das Zeugnis des Gewissens hin erkennen, ob man Sieger blieb.
A) War man so glücklich zu siegen, so danke man aus ganzem Herzen jenem, der uns den Sieg verlieh.
Es ist das eine Pflicht der Dankbarkeit und gleichzeitig das beste Mittel, um zur richtigen Zeit neue Gnaden zu erlangen[/orange]. Wehe den Undankbaren, die sich selbst den Sieg zuschreiben, an statt Gott dafür zu danken!
Bald werden sie sich durch persönliche Erfahrung von ihrer Schwäche überzeugen können.
B) Hatte man hingegen das Unglück zu erliegen, so entmutige man sich nicht,
sondern erinnere sich, wie herzlich der verlorene Sohn aufgenommen wurde
.

Gleich ihm werfe man sich zu Füssen des Stellvertreters Gottes und rufe aus tiefstem Herzen: "Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und wider dich.
Ich verdiene nicht mehr, dein Sohn zu heißen." (Lk 15,21).
Gott, der noch barmherziger ist als der Vater des jungen Verschwenders wird uns den Friedenskuss geben und uns wieder seine Freundschaft anbieten.
Um jedoch Rückfälle zu vermeiden, nehme der reuige Sünder aus seinem Vergehen Anlass zu tiefer Verdemütigung vor Gott, zur Einsicht seiner eigenen Unfähigkeit, Gutes zu tun, zu grösserem Gottvertrauen und grösserer Vorsicht in sorgfältiger Vermeidung aller Gelegenheit zur Sünde, zur Erneuerung in den Bußübungen.
Ein auf diese Weise wieder gutgemachter Fehler wird kein wahres Hindernis für die Vollkommenheit sein.
Wie der hl. Augustinus mit Recht bemerkt, werden die sich auf diese Weise Wiederaufraffenden demütiger, vorsichtiger und eifriger.

-


Zur Taktik des Teufels nach der Suche der schwächsten Stelle der hl. Antonius v. Padua:
Verführungen der Welt / Versuchungen

Siehe bitte auch:
Die Schwelle zur Sünde

-


zuletzt bearbeitet 12.07.2016 23:02 | nach oben springen


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