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#41

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 06.08.2018 23:21
von Aquila • 4.821 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Das Wirken des stummen Teufels:

Alles beginnt mit dem Trugschluss einer ang. "Freiheit" durch das Begehen einer Sünde.
Also einer Ab-sonderung ( von ab-sondern ist auch der Begriff Sünde abgeleitet)
von den Geboten und Gesetzen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott.

In Wirklichkeit aber ist es der Beginn der oft
völligen Verlustes der Freiheit durch die Knechtschaft der Sünde....
und damit der Knechtschaft des Vaters der Lüge, Satan.
Dieser kennt denn auch genau die Schwachstellen eines jeden Menschen und setzt mit seinenVersuchungen immer wieder genau dort an.

Dabei müssen wir freilich Bedenken, dass er es nicht nur bei den Einflüsterungen zur Sünde belässt.
Sind diese aus seiner Sicht erfolgreich verlaufen und der Mensch ist über die ausgelegten Fallstricke in die Sünden gefallen,
so unternimmt er alles, damit der Mensch die Sünden nicht als solche benennt bzw. sie nicht bekennt und so letztendlich in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit getrieben werden soll.....
die Sucht in ihrer immer höheren Dosis "dient" dabei auch als "Betäuberin" des bedrückenden schlechten Gewissens
Der Teufel wird also gleichsam zum "stummen Teufel".

Diesen wichtigen Aspekt der teuflischen Vorgehensweise hat
Hw Stephan Müller aus der Pfarrei Imsterberg im Tirol in einer Predigt folgendermassen umschrieben: Aus seiner Predigt " Der stumme Teufel":
-

[....]
"Der stumme Teufel will das Aussprechen von Schuld verhindern.
Durch die Folgen der Erbsünde sind Schuld und Sünde allgemeine Lebenserfahrungen.
Gott ist der beste Psychologe.
Er weiß, was uns Menschen gut tut.
Deshalb hat Christusuns das Bußsakrament geschenkt.
Im Bußsakrament geschieht das Aussprechen von Schuld - und das Losgesprochenwerden.
Manchmal tragen Menschen jahrelang oder jahrzehntelang Schuld mit sich herum und sind davon bedrückt. Das ist der stumme Teufel.
Im Psalm 32 heißt es:
"Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, den ganzen Tag musste ich stöhnen.
Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht;
meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers.
Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben.
(Ps 32,3-5).
[....]
Der stumme Teufel macht etwas vom Wesen der Dämonen bewusst.
Sie wollen uns Menschen einsam machen.
In der Hölle gibt es keine Gemeinschaft, da ist jeder vereinsamt.
Der stumme Teufel will uns Menschen in uns selber verschließen, uns isolieren
von den Grundbeziehungen, die Christus uns im Hauptgebot der Liebe gegeben hat und die uns erfüllen: Das sich öffnen und Hingeben in der Gottes- und Nächstenliebe.

Wie können wir vom stummen Teufel geheilt werden?
Vom Teufel befreien kann Gott allein.
Das hat Christus durch sein Kreuzesopfer bereits vollbracht.
Wer Christus, unseren Herrn und Gott, anbetet, erfährt auch sein erlösendes Wirken.
Unser notwendiges menschliches Mitwirken:
ZB mit Gottes Hilfe ein offenes Gespräch führen; eine aufrichtige Beichte;
zum Lobpreis Gottes die Sonntagsliturgie mitfeiern;
der größte Exorzismus, den wir selbst setzen,
ist die Heilige Beichte und das Heilige Messopfer.
Auch jede Tat der Liebe, jede Tat des Guten, entwaffnet die Geister der Bosheit."

-

Der stumme Teufel ist es denn auch, der die Seelen nach erfolgreicher Verführung in der breiten Palette der einsam und unfrei machende Süchte gefangen halten will....
er verschliesst gleichsam die Münder, um ein Schuldbekenntnis vor der Ewigen Wahrheit Jesus Christus zu verhindern und peinigt so die Seelen weiter.
Wohlwissend, dass die Anrufung der Barmherzigkeit Christi die Türe zur wahren Freiheit öffnet....
und so zu den unerschöpflichen Quellen der Fortführung Seines Erlösungswerk auf Erden führt....
zu den hl. Sakramenten.
Sakramente; die Heilmittel für die Seele


Hier noch die oben nur in Auszügen zitierte Predigt in voller Länge:
http://www.pfarre-imsterberg.at/predigte...r-stumme-teufel



Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 06.08.2018 23:21 | nach oben springen

#42

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 07.08.2018 08:06
von benedikt • 1.428 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus!

Lieber Aquila, danke für Deine Ausführungen!

Zitat: die Sucht in ihrer immer höheren Dosis "dient" dabei auch als "Betäuberin" des bedrückenden schlechten Gewissens. Zitatende

Wie beim Alkoholismus. Man versucht mit dem Teufel den Pelzebub auszutreiben, und gerät dabei immer stärker in den Strudel der Sucht, der Abhängigkeit.

Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir einen schönen Tag, benedikt


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

1. Joh 4,7 - 16
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#43

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 08.08.2018 23:59
von Aquila • 4.821 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !




Der hl. Alphons Maria von Liguori (1696 - 1787):



-

"Wende nicht ein, dass es unnötig sein würde, Gott deine Bedürfnisse mitzuteilen,
da Er sie besser kenne, als wir selbst.
Er kennt sie, aber Er handelt gegen uns, als ob Er nichts wisse von all dem, was wir Ihm verschweigen, und um was wir bei Ihm keine Hilfe suchen.
Unser Heiland wusste, dass Lazarus gestorben war, aber Er gab dies erst zu erkennen, nachdem Magdalena es Ihm gesagt hatte, worauf Er sie alsbald mit dem Versprechen tröstete, dass ihr Bruder auferstehen werde.

Auch musst du, wenn eine Krankheit, eine Versuchung oder Verfolgung über dich kommt,
alsbald zum Gebete deine Zuflucht nehmen, damit der Herr dir beistehe.

Es genügt, wenn du Ihm zurufst:
"Blicke auf mich, o Gott, denn ich werde geplagt."
Er wird dich alsdann gewiß trösten, oder dir wenigstens Kraft geben,
geduldig dein Leiden zu ertragen, was dir oft nützlicher sein wird,
als wenn Er dich ganz davon befreie.


Sage Ihm, welche Gedanken dich peinigen, was du fürchtest, warum du traurig bist,
sprich zu Ihm:
"O mein Gott!
Auf Dich setze ich alle meine Hoffnung,
ich opfere Dir dies Leiden auf,
ich ergebe mich ganz in Deinen heiligen Willen, habe Mitleid mit mir,
befreie mich von der Last, die mich niederdrückt,
oder gib mir wenigstens Kraft, sie zu tragen."


Das Versprechen, das Er im Evangelium gegeben hat,
alle Leidenden zu trösten und ihnen, sooft sie zu Ihm ihre Zuflucht nehmen, beistehen zu wollen, wird Er alsdann erfüllen:
“Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken”
(Mt 12,18).

-

Zitate des hl. Alphons Maria v. Ligouri:
Zitate des hl. Alphons Maria von Liguori
-


zuletzt bearbeitet 09.08.2018 00:03 | nach oben springen

#44

RE: Verführungen der Welt /Versuchungen

in Der Sündenfall. 09.08.2018 23:11
von Aquila • 4.821 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !




In einem Brief an die hl. Johanna Franziska von Chantal hat der
hl. Franz v. Sales

auch Ratschläge zum Umgang mit Versuchungen gegen den Glauben und die Kirche gegeben:


-

"Sie ersuchen mich um Rat und Hilfe gegen die Plage, die ihnen der böse Feind mit seinen Versuchungen gegen den Glauben der Kirche antut, wenn ich Sie nämlich richtig verstehe.
Ich will Ihnen darüber sagen, was Gott mir eingibt.
Bei dieser Versuchung muss man sich verhalten wie bei den fleischlichen Versuchungen;
nicht streiten, durchaus nicht,
sondern es machen wie die Kinder Israels, welche die Gebeine des Osterlammes nicht zu zerbrechen versuchten, sondern sie ins Feuer warfen.
Man muss durchaus keine Antwort geben, muss vielmehr tun, als hörte man gar nicht, was der Feind sagt. Mag er draußen vor der Türe bellen, so viel er will; man muss nicht einmal rufen: Wer ist da?
„Das ist wohl gut,” werden Sie einwenden,
„aber er wird mir lästig, und sein Lärmen ist so arg, dass die drinnen sich nicht verstehen,
wenn sie miteinander plaudern.”
Das gilt gleich;
nur Geduld; man muss dann vor Gott sich niederwerfen und dort zu seinen Füßen bleiben;
er erkennt an dieser demütigen Haltung schon, dass Sie sein sind und seine Hilfe wollen, wenn Sie auch nicht reden können.
Halten Sie aber vor allem die Tür fest verschlossen und öffnen ja nicht, weder um zu sehen, wer da ist, noch um den Zudringlichen zu verjagen.
Er wird zuletzt des Schreiens schon müde werden und Sie in Frieden lassen.
„Ja, es wäre bald Zeit dazu,” entgegnen Sie.
Ich bitte Sie, suchen Sie sich das in spanischer Sprache von Pater Ribadeneira verfasste Werk „Von der Trübsal" zu verschaffen; der Pater Rektor (von Villars) wird Ihnen sagen,
wo es in französischer Übersetzung zu haben ist; lesen Sie fleißig in diesem Buche.
Nur Mut, bald wird die Stunde der Erlösung schlagen.
Wenn nur der Feind nicht eindringt, so hat es nichts zu sagen.
Es ist sogar ein gutes Zeichen, wenn er an der Türe pocht und wütet;
denn man sieht daran, dass er nicht hat, was er will.
Hätte er es, so würde er nicht mehr schreien, sondern eintreten und sich zur Ruhe setzen. Merken Sie sich das, um gegen ungegründete Gewissensbedenken geschützt zu sein

Nebst diesem Mittel empfehle ich Ihnen noch ein anderes.
Die Versuchungen gegen den Glauben gehen geradeswegs auf den Verstand los,
um ihn zum Streiten, zum Nachsinnen, zum Grübeln zu verleiten.

Wissen Sie, was Sie tun sollen, während der Feind sich anschickt, Ihren Verstand zu erstürmen? Gehen Sie durch die Tür des Willens hinaus und feuern eine tüchtige Ladung auf ihn ab.
Das heißt:
Wenn sich eine Versuchung gegen den Glauben Ihnen naht und Ihnen zuflüstert:
„aber wie ist dies möglich? es spricht doch dieses und jenes dagegen,”
so lassen Sie sich ja nicht in einen Wortstreit mit dem Feinde ein,
sondern stürzen mit aller Macht heiliger Entrüstung auf ihn los und schleudern ihm innerlich,
und wenn's sein muss, auch äußerlich mit lauter Stimme folgende oder ähnliche flammende Worte entgegen:
„Ha, elender Verräter! Du bist abgefallen von der Gemeinschaft der Engel und willst,
dass ich jene der Heiligen verlasse! Treuloser, falscher Betrüger,
du hast dem ersten Weibe den Apfel des Verderbens geboten und willst nun,
dass auch ich davon koste! Weiche von mir, Satan; es steht geschrieben:
du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen (Matth. 9, 7 – 10.).
Ich lasse mich auf keinen Streit, auf keinen Wortwechsel mit dir ein.
Eva wollte mit dir rechten (streiten), und kam zum Falle; Eva tat es, und ward verführt.
Es lebe Jesus, an den ich glaube! Es lebe die Kirche, an der ich festhalte!

Auch an Jesus und an den Heiligen Geist müssen Sie sich mit heißem Flehen wenden,
wie er es Ihnen eingeben wird; und sogar auch an die Kirche:
„[blau]O Mutter der Kinder Gottes, niemals will ich von dir mich trennen; in deinem Schoße will ich leben und sterben.

Ich weiß nicht, ob ich mich deutlich genug ausdrücke;
ich meine es so:
man soll durch kräftige Willensäußerung und nicht mit Vernunftbeweisen,
mit inbrünstigen Anmutungen, aber nicht mit Argumenten sich wehren.
Es ist wahr, der arme Wille ist in solchen Zeiten der Versuchung ganz trocken;
nun desto besser: seine Schläge werden dann den Feind umso schrecklicher treffen,
und wenn er sieht, dass er, statt Sie in Ihrem Fortschritte aufzuhalten,
Ihnen vielmehr Anlass zu tausend tugendsamen Anmutungen, besonders zur Beteuerung des Glaubens gibt, wird er Sie schließlich in Ruhe lassen.
[....]
Schließlich sind übrigens diese Versuchungen nur Widerwärtigkeiten wie andere auch,
und man muss sich bei dem Ausspruche der Heiligen Schrift beruhigen:
„Selig der Mann, der die Versuchung aushält; denn nachdem er bewährt befunden worden, wird er die Krone des ewigen Lebens empfangen.” (Jak. 1, 12.)
Wissen Sie, dass ich wenige Personen gekannt habe, die ohne diese Prüfung Fortschritte machten; man muss also Geduld haben.
Nach den Stürmen wird Gott Ruhe senden.


-

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