Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#311

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 08.07.2019 20:30
von Blasius • 2.497 Beiträge



Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe

Das Bild Unserer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe thront zu Rom auf dem Hochaltar der Kirche Sant' Alfonso. Aus dem goldenen Hintergrunde tritt vor allem die Gestalt der jungfräulichen Gottesmutter hervor, und als "Mutter Gottes" ist sie ausdrücklich in großen Buchstaben durch zwei abgekürzte griechische Worte zu ihren Häupten gekennzeichnet. Ihr schönes, edles Antlitz ist oval.

Sie hat einen kleinen Mund, eine feine, lange Nase, ungemein seelenvolle Augen und sehr schlanke Finger. Sie trägt ein Kleid von roter Farbe, das am Halse und vorn an den Ärmeln mit einfachen Verzierungen versehen ist. Ihre Haare sind durch ein feines Haarnetz von bläulich grüner Farbe zusammengehalten. Vom Haupte herab umwallt ihre jungfräuliche Gestalt ein großer, dunkelblauer Mantel, der in seiner oberen Hälfte doppelt gefaltet ist, so dass sich eine Art Pelerine bildet, und davon hängen auf dem rechten Oberarm goldene Fransen herab. Viele Goldlinien dienen dazu, die Falten des Mantels anzudeuten... In der Mitte des Hauptes leuchtet auf dem Mantel Mariens ein achtstrahliger Stern und seitwärts davon ein kreuzförmiges Gebilde. Ein kunstvoller Heiligenschein umgibt Mariens Haupt.

Auf ihrem linken Arm trägt die Gottesmutter das Jesuskind. Es ist völlig bekleidet, nicht bloß mit einem grünen Leibrock, sondern auch mit einem gelbbraunen Mantel, den ein hellroter Tuchstreifen umgürtet, der nur einen Teil des Oberkörpers frei läßt. Ein großer Heiligenschein mit eingezeichnetem Kreuze umgibt das Haupt des Kindes, bei dem die ungewöhnlich hohe Stirn und der weisheitsvolle Blick auffallen, und nebenan stehen wiederum die abgekürzten Worte "Jesus Christus".

Endlich erblicken wir auf unserem Bilde zwei Engelsgestalten in Halbfigur, die die Werkzeuge des Leidens Christi tragen. Die griechischen Buchstaben über ihren Häuptern kennzeichnen den Engel links vom Beschauer als den Erzengel Michael, den Führer der himmlischen Heerscharen. Er trägt in verhüllten Händen - zum Zeichen der Ehrfurcht - das Essiggefäß, das bei der Kreuzigung Christi erwähnt wird (Joh. 19, 29), daraus ragen hervor der Ysopstengel mit dem Schwamm voll Essig, der dem dürstenden Erlöser am Kreuz gereicht wurde, sowie die Lanze, die nach dem Verscheiden Christi seine heilige Seite öffnete. Rechts dagegen erscheint der Erzengel Gabriel und er trägt in verhüllten Händen das Kreuz mit den Nägeln.

Der jugendliche Jesus faßt die Hand der Mutter mit beiden Händen, ängstlich und vielleicht auch ein wenig verwirrt beim Anblick des Engels mit dem Kreuz. In der ängstlichen Suche nach Zuflucht scheint sich die Sandale gelöst zu haben. Die Aussage des Bildes könnte umschrieben werden: Die Mutter für ihn und die Mutter für uns. Er ein Mensch in Ängsten wie wir. Das Programm seines Lebens ist die Erfüllung des Vaterwillens - und das durch alle Tiefen menschlichen Lebens. Sie die Mutter der Güte mit dem Blick zu uns und für uns, die Mutter von der Immerwährenden Hilfe, die Mutter der dauernden Zuwendung, die Mutter, die immer ein offenes Ohr für uns hat, die Mutter mit der starken Hand, an die wir uns klammern können. Als Menschen in Ängsten halten wir Ausschau nach Hilfe, die bleibt; nach Güte, die sich uns zuwendet; nach Geborgenheit, der es nicht zu viel ist, zuzuhören; nach Händen, die sich uns nicht entziehen.

2019
QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND

https://fsspx.de/de/news-events/news/uns...den-hilfe-49028


Liebe Grüße, Blasius

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#312

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 16.07.2019 22:53
von Aquila • 5.667 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


In der "Una Voce Korrespendenz" 2 / 2014
( sie dient der die Förderung der in ihren Ursprüngen über 1500 Jahre alten überlieferten Liturgie der Kirche ) betonte Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan die Notwendigkeit der Sorge um die Reinheit des Glaubens und umriss
die Gefahren einer Glaubensverkündigung auf dem brüchigen Eis von Scheinwahrheiten,
einer Religion des Schilfrohres; heute, fünf Jahre danach aktueller denn je:


-

"In Seinem Hohepriesterlichen Gebet bittet Jesus,
dass der Vater Seine Priester und die ganze Kirchein der Wahrheit heilige“ (Joh. 17, 17).
Das bedeutet, dass die Priester dafür ausgerüstet seien in der Wahrheit zu leben, für die Wahrheit zu leben, sie zu künden und zu verteidigen und für die Wahrheit das eigene Leben hinzugeben, wie es Christus selbst getan hat.
Das Bewusstsein um diese Verpflichtung war am klarsten bei den Aposteln ausgeprägt, wie das z.B. der heilige Paulus ausdrückte:
Wir können nichts gegen die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit“ (2 Kor. 13, 8).
Wird das Prinzip des „pro veritate“ geschwächt, so wird auch das Prinzip des „pro Christo“ im Leben des Priesters und der Kirche geschwächt.
Nimmt die Sorge um die übernatürlichen Wahrheiten ab, dann nimmt beim Priester und den Bischöfen auch das Interesse um Christus ab und stattdessen wächst bei ihnen das Interesse für Scheinwahrheiten und einseitig für zeitliche und innerweltliche Belange wie soziale Gerechtigkeit, politisches Engagement, Klimawandel, Ökologie usw.
unter den Schlagwörtern „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung
“.
[....]
Es werden folglich neue Theorien aufgebaut, die dem Geist dieser Welt und den Erwartungen der Mehrheit entsprechen.
Es werden dann ständig pastorale Dokumente produziert, die nach parlamentarischen Regeln debattiert und abgestimmt werden und welche meistens die lichtklaren und felsenfesten Ausdrucksweisen der Wahrheit meiden.
Dadurch entsteht im Raum der Kirche und im Leben mancher Gemeinden und Geistlicher eine geistige Atmosphäre, die jener der Gnosis und dem Pelagianismus ähnelt.
Geistliche, die in solch einer Atmosphäre leben, beginnen mit der Welt zu kollaborieren,
um politisch korrekt zu sein.
Die Gleichgültigkeit und die Scheu vor der Wahrheit erzeugen Angst vor der öffentlichen Meinung und vor den Mächtigen dieser Welt.
Man will kein Zeichen des Widerspruchs sein, man will kein sicheres Zeichen des Felsens sein. Solch eine Haltung bringt unter den Geistlichen keine Bekenner hervor, sondern eher Schriftgelehrte, die mit dem Herodes und dem Pilatus aller Zeiten, d. h. mit der glaubenslosen Welt, kollaborieren.
Ohne die Sorge um die Reinheit des Glaubens, um das Sicher-sein-wollen in der Wahrheit, um das Stehen in der Wahrheit,
entsteht eine Religion der augenblicklichen und historisch bedingten Gefühle,
eine Religion des Schilfrohrs.


-

Siehe bitte auch:
Aus der Wahrheit sein

-

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#313

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 30.07.2019 23:03
von Aquila • 5.667 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


In unserem alleine wahren katholischen Glauben ist kein Raum für "private Meinungen" im Sinne des "zeitgemässen" Herunterbrechenwollens der unfehlbaren Glaubenswahrheiten zu "subjektivem Gutdünken".

-
Die katholische Wahrheit ist auch heute noch genau dieselbe wie vor 2000 Jahren,
und sie wird auch in 20.000 Jahren keine andere sein –

-

Zitat aus einer vortrefflichen Predigt von Hw Ulrich Engel aus dem Jahre 2010;
nachfolgend ein längerer Auszug:

-

"Es steht doch heute alles zur Disposition!
Oder wenn mir jemand sagt, man könne doch heutzutage sowieso glauben, was man wolle.
Nein, Sie können eben nicht glauben, was Sie wollen, jedenfalls nicht, wenn Sie noch katholisch sein wollen!
Die katholische Wahrheit ist auch heute noch genau dieselbe wie vor 2000 Jahren, und sie wird auch in 20.000 Jahren keine andere sein – solange die Welt besteht. Denn Christus ist die Wahrheit in Person - er, derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.
Ein von der Kirche beauftragter Verkünder, ein Priester bzw. ein Pfarrer
handelt als Vertreter ohne Vertretungsmacht
, - wenn ich das mal so juristisch sagen darf, - wenn er sich nicht an die katholische Wahrheit hält und diese zur Disposition stellt oder vielleicht auch noch etwas ganz anderes verkündet, als er zu verkünden von der Kirche beauftragt und bevollmächtigt ist, nämlich nur das Evangelium, und zwar im Verständnis der Mutter und Lehrmeisterin Kirche Jesu Christi und nicht etwa eine private Interpretation.
Seine Privatmeinung zum Besten zu geben,
hat er keine Legitimation Legund keinen Auftrag.

Er hat nur den Auftrag, im Namen Jesu Christi und der Katholischen Kirche deren Wahrheit zu verkünden.
Ich sage das wieder, damit Klarheit in unseren Köpfen herrscht.
Die Wahrheit ist auch keine Geschmackssache, sondern steht ganz einfach.
Sie ist nicht die subjektive Meinung eines Einzelnen oder Einzelner, sondern besteht objektiv!
Sie ist wie ein Gewand, das man allerdings nicht seiner eigenen Statur angießen oder maßschneidern kann, sondern wir müssen so in das Gewand hineinwachsen, indem wir entweder in der Wahrheit zu- oder im Irrtum noch abnehmen.
[....]
Entweder Er und seine Wahrheit und damit Erlösung,
oder....Irrtum und damit ewiges Verderben.

Wir müssen uns in Richtung Wahrheit verändern und können nicht die Wahrheit je nach dem persönlichen Geschmack verbiegen und dann die Lüge für die Wahrheit erklären.
Es geht um den Glauben und mit ihm um das ewige Leben.
Man kann nicht einfach wie ein Warenhändler die katholische Wahrheit zu einer Ware machen im Sinne von Angebot und Nachfrage
- das ist ein Verrat an der Wahrheit, die Christus selbst ist."

-

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#314

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 08.08.2019 21:22
von Blasius • 2.497 Beiträge



Der Priester gehört nicht sich selbst, sondern dem Heiland. Predigt Bischof Fellay

Predigt von S. E. Mgr. Bernard Fellay bei den Priesterweihen am 29. Juni 2019 in Zaitzkofen

Liebe Weihekandidaten, liebe Patres, Seminaristen, Brüder, Schwestern, liebe Gläubige,


an diesem glorreichen Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus dürfen wir von der Güte und Barmherzigkeit Gottes zwei neue Priester empfangen. Unsere Freude soll wie der heutige Himmel sein: ganz heiter und warm! Warm von der Liebe Gottes.

Aber was ist ein Priester, was schenkt uns eigentlich der liebe Gott heute? Wir hören aus der Heiligen Schrift, dass der liebe Gott sich selbst seine Priester unter den Menschen auserwählt, sie werden nämlich durch die Kirche gerufen, namentlich, das wird in der Zeremonie geschehen, und da soll der Kandidat mit seinem ad sum seine Anwesenheit zeigen, seinen Willen, mitzuwirken; aber er ist es nicht, der entscheidet. Es kommt von Gott, und es ist wirklich der Heiland, der seine Priester bestimmt.

Wir sagen mit Recht: Priesterweihe. Bei einer Weihe gibt es eine grundsätzliche, völlige Hingabe an das Göttliche, für den Dienst Gottes. Sie werden geweiht, und damit verlieren Sie etwas von sich selbst, und zwar unglaublich tief. Sie behalten natürlich Ihre Persönlichkeit, aber trotzdem sind Sie nicht mehr Sie selbst. Bei den höchsten Handlungen des Priestertums gehören Sie sich nicht mehr. Sie werden sagen: „Das ist mein Leib“, und Sie verstehen und wissen, dass dieses mein nicht Ihres ist. Diese Worte – Ihre Worte – Ihre persönlichen Worte, die Sie mit Ihrem ganzen Verstand und Willen aussprechen, gehören Ihnen nicht. Sie gehören dem Heiland. In diesem Augenblick, mit Ihrer ganzen Vernunft, Ihrem Willen, Ihrer Freiheit, sind Sie zu einem bloßen Werkzeug in den Händen des einzigen Priesters des Neuen Bundes, Jesus Christus, geworden. Er nimmt Sie so auf, dass Ihre Worte, Ihre menschlichen Worte, die Sie aussprechen, mit der Allmacht Gottes durchdrungen werden. Ich sage: mit der Allmacht! Diese Macht, die die Schöpfung verwirklicht, diese Macht, die aus einem Wort eine Wirklichkeit macht! Es ist genau diese Macht des Sohnes Gottes, mit der er einen Lazarus aus dem Grab herausruft, aus einem Blinden einen Sehenden macht, aus einem Lahmen einen Gehenden. Aus Nichts das Licht, die Schöpfung. Diese Macht durchdringt Ihre Worte, die unendliche Macht Gottes! Priester – man könnte sagen: Jesus. Nicht bloß ein Vertreter, ein Botschafter, nicht nur im Namen Jesu, sondern, wie die Theologie sagt, in der Person Jesu. Nicht bloß ein anderer Jesus, Jesus selbst. Um das zu verwirklichen, was nur Jesus tut, um seine eigene Sendung weiterzuführen: die Seelen zu retten, die Seelen aus der Sünde, aus dem Zustand der Verdammnis herauszuholen, solange sie leben, um sie in den Himmel zu führen. Unbegreiflich! Aber das bedeutet auch, dass Sie sich die Sendung Jesu zu eigen machen sollen, dass Sie sich die Absichten, die Sicht Jesu zu eigen machen müssen.

Er wird Sie dem Kirchenvolk schenken, dieses nennt er meine Schafe. Zu Petrus sagt er nicht: deine Schafe, er sagt: meine Schafe. Die Seelen bleiben die Seelen Jesu. Und doch sollen Sie mit aller Kraft, mit allen Tugenden, mit dem besten Willen in dieses Priestertum eintreten. Wohl wissend, das gehört nicht mir.

Die Kirche sieht, sie weiß, wie groß die Amtsgewalt ist, die sie Ihnen anvertraut. Es gibt immer die Gefahr, dass das in den Kopf steigt! Deshalb betont die Kirche das und sagt: Achtung, diese Herrschaft soll ein Dienst sein. Der Heiland selbst hat den Aposteln gesagt: „Ihr wollt groß sein, Ihr wollt die Ersten sein, dann seid die Diener.“ Aber die Herrschaft bleibt, doch in diesem Sinne [des Dienens] sollen Sie sich den Gläubigen nähern. Noch mehr, noch weiter: Die hl. Messe, die Sakramente, der Glaube, die Wahrheiten, die Sie zu verkünden haben, nichts von dem gehört Ihnen, nichts! Deshalb fürchtet die Kirche, nein, viel mehr als fürchten, sie will nichts von eigenständigen Priestern wissen. Der Priester muss in der Kirche eingewurzelt sein. Freie Elektronen gibt es bei den Priestern nicht. Das bedeutet auch, richtig verstanden, Gehorsam, Gehorsam der Kirche gegenüber, Verwalter sein, Rechenschaft ablegen. Die eigentliche Bestimmung des Apostolates, wo Sie wirken werden, das wird durch die Menschen der Kirche festgelegt, durch Ihre Oberen. Da haben Sie nichts zu sagen. Wir leben in einer ganz gefährlichen Zeit: Gerade dieser Gedanke der Gemeinschaft, auch der Kirche, wird unglaublich verletzt durch sehr viele Umstände, Ursachen, aber die Gefahr, sich selbstständig zu machen, ist groß. Aber man soll sich doch verteidigen! Richtig. Man darf nicht mehr alles einfach annehmen. Richtig! Aber was sind die Beweggründe? Meiner Meinung nach, was die Kirche immer gelehrt hat, was die Kirche immer gemacht hat, was wir eben Tradition nennen. Der hl. Thomas sagt es ganz deutlich, er weiß, dass die Menschen, auch die Oberen, zerbrechliche Gefäße sind, sie können sich irren, können Dummheiten machen, bis ganz nach oben! Darum fragt er: „Was sollen wir tun? Dürfen wir etwas Eigenes machen? Sind wir dann frei?“ Er sagt: Nein, wir sind es nicht! Wenn wir in Umständen leben, die mit den allgemeinen Anordnungen der Kirche nicht mehr übereinstimmen, dann sollen wir uns fragen: Was würde der Gesetzgeber unter diesen Umständen tun?“ Der Blick auf die Obrigkeit gerichtet: Was würde sie tun, wenn die Zeiten normal wären? Danach werden wir uns richten, was die Kirche immer getan hat.

Sie wurden vom lieben Gott erwählt, und derselbe Gott bestimmt auch alle Umstände. Er hat Sie auserwählt mit einer unglaublichen Sorgfalt, und diese Umstände, alle Widerwärtigkeiten, diese Gefahren, alles das wurde vom göttlichen Heiland bestimmt oder erlaubt. Auf jeden Fall für Sie gewählt! Wir leben in einer unglaublichen Krise der Kirche, das bedeutet aber nicht, dass der liebe Gott die Kontrolle verloren hätte. Im Gegenteil! Wie Schafe unter die Wölfe werden Sie gesandt, das hat er schon seinen Aposteln gesagt. Nichts Neues! Aber er gibt Ihnen auch die Mittel, um diese Sendung unter diesen Umständen zu erfüllen, nämlich die Seelen zum lieben Gott zu führen, die Seelen zu retten. Und alle diese Umstände: die Macht der Feinde, ihre Arglist, alles, was Sie wollen, es spielt keine Rolle – der liebe Gott steht darüber! Aber das bedeutet nicht, dass es keine Gefahr gibt, dass die Lage der Kirche nicht erbärmlich wäre...

Übrigens ist es unglaublich interessant, gerade, was wir jetzt erleben, was jetzt in der Kirche geschieht mit der Reform der Kurie, mit dieser neuen Amazonas- Synode. Lesen Sie das kleine Buch von einem Bischof von Regensburg, Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit. 1973 hat er es geschrieben, man könnte denken, er bezieht sich auf das Konzil. Sie können es nehmen und lesen. Da wird beschrieben, dass die Feinde der Kirche, also einerseits die Freimaurerei, die Alta Vendita, die okkulten Kräfte, das geplant haben, was wir vor unseren Augen als Versuch der Verwirklichung sehen! Unglaublich! In diesem Buch wird beschrieben, wie ein Apostat, ein Priester, der die Kirche verlassen hat – Rocca ist sein Name – ein Franzose, die Dinge vor dem 20. Jahrhundert beschrieben hat. Er ist, soviel ich weiß, 1890 oder 91 gestorben. In dem Buch Il Santo, der Heilige, beschreibt er, dass es ein ökumenisches Konzil geben wird und dass dank dieses Konzils die hl. Messe geändert wird, angepasst, harmonisiert mit der modernen Welt. Da wird gesagt, dass der Papst selbst das Petrusamt zerstören wird. Da wird beschrieben, wie die Priester ihre priesterliche Kleidung ablegen werden. Es ist schwer zu glauben, dass das genau so beschrieben wurde, was jetzt vor unseren Augen geschieht. Aber es ist so! Dieses Buch haben nicht wir erfunden, ein jeder kann es lesen. Man sieht, es gibt Feinde der Kirche und die sind lebendig, sie sind am Wirken, und es geht weiter. Gut, aber wir wissen, dass es auch den lieben Gott gibt! Und wenn der liebe Gott einmal sagt: Jetzt ist Schluss, dann ist es fertig! Aber bis dahin erlaubt er diese Prüfung. Zurzeit sehe ich eine große Gefahr, und das ist die Gefahr, einfach alles zur Seite zu schieben: Ich will nichts mehr davon hören. Das ist eine große Gefahr: Wir sehen alle die Angriffe gegen den Glauben, gegen alles, was die Kirche gemacht hat, gegen das Heilige, und die Leute sind empört, skandalisiert, das ist schon verständlich, aber aufpassen! Diese Kirche mit all diesem Elend bleibt die Kirche Christi, die heilige Kirche, unsere Mutter. Gott ist gewaltig genug, um es zu wagen, seine Schätze zerbrechlichen Wesen anzuvertrauen; so ist der Priester. Deshalb diese ständige Einladung der Kirche zur Tugend, zum Üben der Tugend, zur Abtötung usw. So soll das Leben des Priesters danach trachten, diesen Schätzen zu entsprechen, die der liebe Gott in die Herzen eingießen wird, weil es keine Aufspaltung gibt zwischen dem Heiligtum, das Sie jetzt werden, und Ihrem Leben, denn Sie bleiben Menschen. Aber wie viele Male in diesen Weihen sagt die Kirche durch den Bischof: Potens est enim Deus ut augeam gratiam suam – der liebe Gott ist mächtig genug, um seine Gnade in dir wachsen zu lassen. Wer heiligt uns? Sind wir es? Es ist der Heiland: Tu solus sanctus. Der einzige Heilige, er heiligt uns. Von uns will er unseren guten Willen. Von uns will er diesen Glauben, wenn möglich einen Glauben, der Berge versetzt.

Er schenkt Sie der Welt, dieser wahnsinnigen, verrückten, so feindlichen Welt. Er schenkt Sie, er wagt es, jetzt. Aber Sie gehen nicht alleine, er bleibt bei Ihnen, er hat es versprochen, bis zum Ende. Sie gehen nie alleine zu den Seelen! Sie tragen den Heiland zu den Seelen. Wenn wir, meine lieben Gläubigen, um die Liebe Gottes zu seinen Priestern wüssten. Wenn wir wüssten. Das übersteigt jedes Verständnis. Also, haben Sie keine Angst! Auch wenn die Lage angsterregend ist... denn Sie gehen nicht im eigenen Namen, Sie gehen in nomine Domini, im Namen des Herrn, um das weiterzuführen, was er getan hat. Und wenn Sie zu leiden haben, wenn Sie Missverständnisse, Widerwärtigkeiten, wenn Sie sogar, es kann geschehen, ins Gefängnis kommen, und weiß Gott, was noch kommt, haben Sie keine Angst, keine Angst wegen der Ausübung des Priestertums. Wann wurde der Heiland am wirksamsten? Als er am Kreuz angenagelt war. Er konnte sich nicht einmal mehr bewegen, seine Hände: angenagelt, seine Füße: angenagelt, keine Bewegung möglich; ganz gelähmt, menschlich gesehen am Ende. Da bewirkt er das meiste! Wenn Sie irgendetwas für den Heiland zu leiden haben, dann haben Sie eine gewisse Verähnlichung mit der Kreuzigung, mit dem Kreuze Jesu. Und ich kann es Ihnen versprechen: Das gehört zum Priestertum. Sacerdos et victima – Priester und Opfergabe. So ist der Heiland, so sind seine Priester. Erflehen wir vom lieben Gott diesen Opfergeist. Das ist kein Masochismus, ganz und gar nicht, Leid tut weh, immer, aber was für eine Wirkung! Ein Leid, das Seelen rettet, das Seelen für die Ewigkeit in der göttlichen Glückseligkeit gewinnt! Es lohnt sich! Noch dazu jeden Tag, bei jeder hl. Messe eine Verherrlichung Gottes, die nur Gott sich geben kann, die Verherrlichung des Gottmenschen, eine unendliche, ohne Begrenzung, ein Lob Gottes, eine Verherrlichung der unermesslichen Majestät Gottes, das bringen Sie jeden Tag am Altar dar, verbunden mit dieser abgrundtiefen Bitte um Verzeihung, um das Erbarmen des lieben Gottes für diese unbeschreibliche Haltung der Menschen Gott gegenüber.

Priester auf ewig. Ich mag das Wort Priesteramt nicht. Warum? Weil Amt denken lässt, dass es aufhört. 65 – Ruhestand, das gibt es beim Priester nicht. Auf ewig – sacerdos in aeternum. Und genauso wirksam, vom ersten Tag Ihres Priestertums an verlieren Sie überhaupt nichts von dieser priesterlichen Wirksamkeit. Die menschlichen Kräfte können nachlassen, Sie können krank werden, im Bett liegen, macht nichts; die Wirkung bleibt dieselbe, denn wieder einmal: Sie sind nicht mehr Sie selbst, Sie sind Jesus. Aus Ihrem Munde erwarten die Gläubigen das Wort Jesu, nichts anderes, das wollen sie. Heilbringende Worte, Heiligung, Verzeihung.

Gehen wir zur Gottesmutter. Ich glaube, diese Zeit, in der wir leben, gehört der Gottesmutter, das ist die Zeit der Gottesmutter, des barmherzigen Herzens, des Unbefleckten Herzens Mariä. Sie will, sie soll Ihr Priestertum schützen. Arbeiten Sie mit ihr! Sie ist die Vermittlerin aller Gnaden. Alle Gnaden, die durch Sie zu den Gläubigen gelangen, kommen durch die Gottesmutter, so nahe ist sie ihren Priestern. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Menschen zur Muttergottes zu bringen, sie wird sorgen, dass sie zum lieben Gott gelangen, keine Angst. Wir wollen ihr heute Ihre ganze priesterliche Tätigkeit anvertrauen, seien Sie Priester Mariens! Erflehen wir von ihr dieses Feuer, diesen unermüdlichen Glauben, Hoffnung schenkend, Liebe verbreitend, zur größeren Herrlichkeit Gottes und für das Heil der Seelen. Amen.

19 JULI, 2019
QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND

https://www.fsspx.at/de/news-events/news...-bischof-fellay

Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 08.08.2019 21:23 | nach oben springen

#315

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 12.08.2019 23:33
von Aquila • 5.667 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus!


"Unbequeme" Wahrheiten, die heute nicht mehr gerne gehört werden.....
und doch bleiben sie unabänderlich.....
der hl. Josefmaria Escriva (1902-1975):

-

"Hast du an einem trüben Nachmittag im Herbst die Blätter fallen sehen?
So fallen jeden Tag die Seelen in die Ewigkeit.
Eines Tages bist du das fallende Blatt.
[....]
Die Kinder der Welt neigen sehr dazu, die Barmherzigkeit Gottes zu betonen.
- Das ermutigt sie dann auf ihren Abwegen weiterzugehen.
Es ist wahr, daß Gott, unser Herr, unendlich barmherzig ist.
Aber Er ist AUCH unendlich gerecht:
es gibt ein Gericht, und Er ist der Richter
.

[....]
Als ich davon hörte, wurde ich nachdenklich:
Jedes Jahr sterben 51 Millionen Menschen, jede Minute 97.
Der Meister hat einst von dem Fischer gesprochen, der das Netz auswirft, und vom Reich Gottes, das gleich einem Netz ist...
Aus ihm werden die guten Fische herausgelesen und die schlechten, die nicht taugen, weggeworfen... weggeworfen für immer!
Und diese Auslese geschieht an 51 Millionen Menschen in jedem Jahr, an 97 in jeder Minute... Sag das auch den anderen weiter!
[....]
Wenn du dich nach Leben - nach ewigem Leben und ewiger Seligkeit - sehnst,
darfst du das Schiff unserer heiligen Mutter, der Kirche, nicht verlassen.
- Denn sieh:
Wenn du das Schiff verläßt, stürzt du ins Meer, du ertrinkst, du stirbst.
Und du bist nicht mehr bei Christus; du gibst die Freundschaft mit Ihm auf, die du einmal freiwillig angenommen hast, als Er sie dir anbot."
[....]

-

Siehe bitte auch:
Auslegung durch die Kirche: Mt 8, 23-27; der Sturm auf dem See

Zitate des hl. Josefmaria Escriva ( Begründer des Opus Dei)

-


zuletzt bearbeitet 12.08.2019 23:35 | nach oben springen



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