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#306

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 30.05.2019 19:34
von Blasius • 2.401 Beiträge



Maria, die Neue Eva



Dass Christus der „neue Mensch“ (Eph 2;4) ist, der den „alten Adam“ (Kol 3) wiederbelebt, der als der „letzte Adam“ den Schöpfungsauftrag des „ersten Adam“ erfüllt und überhöht, das ist allbekannt (vgl. Röm 5; 1 Kor 15). Doch mit welcher Berechtigung kann der hl. Augustinus sagen: „Eva schlug Wunden, Maria heilte. Denn an die Stelle des Ungehorsams trat Gehorsam; an die Stelle der Treulosigkeit Glaube und Treue“? (Sermo 2).

Gibt es eine biblisch begründete Parallele zwischen Eva und Maria? Seit wann weiß die Kirche um eine mariologische Eva-Typologie? Ist diese Sicht gar apostolischen Ursprungs? Auf welchem Fundament stehen die Worte des hl. Grignion: „Was Eva durch ihren Ungehorsam verdorben und eingebüßt hat, das hat Maria durch ihren Gehorsam wieder gutgemacht. Indem Eva der Schlange folgte, hat sie alle ihre Kinder mit sich ins Verderben gerissen und sie der Schlange überliefert; indem Maria sich vollständig Gott unterwarf, hat sie alle Kinder und Diener gerettet und mit sich der göttlichen Majestät geweiht. (VH 53) Maria ist die getreue Jungfrau. Durch ihre Treue gegen Gott machte sie die Verluste wieder gut, welche die untreue Eva durch ihre Treulosigkeit verursacht hatte.“ (VH 175)

Schon der hl. Justin, Gründer der Katechetenschule in Rom und Märtyrer ((†165), kommt in seinem Dialog mit dem Juden Tryphon (100) auf die Parallele Eva-Maria zu sprechen: „Andrerseits wissen wir, daß er durch die Jungfrau Mensch geworden ist, damit auf dem gleichen Wege, auf welchen die von der Schlange verursachte Sünde ihren Anfang nahm, die Sünde auch aufgehoben werde. Denn Eva, welche eine unverdorbene Jungfrau war, gebar, nachdem sie das Wort der Schlange empfangen hatte, Sünde und Tod. Die Jungfrau Maria dagegen war voll Glaube und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte... Und sie antwortete: ‚Mir geschehe nach deinem Worte!’“.

Der hl. Irenäus (†202) gilt wegen seines klassischen Werkes Gegen die Häresien als Begründer der Systematischen Theologie. Diese erste Gesamtübersicht des christlichen Glauben trug ihm den Ehrennamen „Vater der Dogmatik“ ein. Für ihn ist das Jawort der Jungfrau Maria Teil des Heilsplans Gottes, in dem Christus die in Adam gefallene Menschheit „rekapituliert“, d.h. die gefallene Menschheitsfamilie unter ein „neues Haupt“ bringt. Diese „Rekapitulation Adams“ durch Christus ist dabei innig verbunden mit dem „Rückkreislauf“ (recirculatio) von Maria zu Eva“: Im „Rückkreislauf von Maria zu Eva“ wird „das (durch Eva) Gebundene dadurch gelöst, dass die Bänder der Knoten zurückgeschlungen werden“ (III, 22,4). „Was die Jungfrau Eva durch Unglauben gebunden,
das hat die Jungfrau Maria durch Glauben gelöst“. Hier eilt Maria der durch Eva vertretenen Menschheit zu Hilf und wird zu ihrer „Fürsprecherin“ wird.

Während der hl. Justin noch Marias Rolle darauf beschränkt, dass sie den Befreier gebiert, „also nicht selbst die Befreiung bringt“, bezeichnet der hl. Irenäus „den Gehorsam Marias direkt als „causa salutis“ (Ursache des Heils) für sie selbst wie für die ganze Menschheit“ (III, 22.4)

Bei Tertullian († nach 220) nun finden wir die Verknüpfung Evas mit dem Tod, wohingegen Maria als Erlöserfigur mit Heil und Leben identifiziert wird. Im Zentrum stehen bei Tertullian aber nicht Ungehorsam und Gehorsam, sondern falscher Glaube/Unglaube und (rechter) Glaube: „Eva hatte der Schlange geglaubt, Maria glaubte dem Gabriel. Was jene durch den Glauben verschuldet hat, hat diese durch den Glauben wieder gut gemacht.“ (de carne 17, 5)

QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND

https://fsspx.de/de/news-events/news/mar...-neue-eva-48128


Liebe Grüße, Blasius

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#307

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 30.05.2019 23:44
von Aquila • 5.547 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Lieber Blasius, liebe Mitleser

Bezüglich der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria als der "neuen Eva"
hat der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort ( 1673 - 1716 )
Notwendigkeit ihrer besonderen Verehrung folgendermassen umschrieben:
-

"Gott brauchte zwar Maria nicht unbedingt.
Doch war es sein ausdrücklicher Wille, dass sie notwendig sei.
Wenn darum Gott schon Mariens bedurfte, dann ist sie den Menschen zur Erreichung ihres Endzieles erst recht notwendig.
Darum darf man die Marienverehrung nicht einfach der Verehrung der übrigen Heiligen gleichsetzen.
Sie ist viel notwendiger und keineswegs unserem Belieben anheimgestellt.

[....]
Maria alleine hat ohne Vermittlung eines anderen Geschöpfes Gnade gefunden vor GOTT.
Alle anderen haben seitdem nur durch sie Gnade gefunden, und alle, die noch kommen, werden sie nur durch sie finden.
Schon als der Erzengel Gabriel sie grüsste, war sie voll der Gnade;
und als der HEILIGE GEIST auf so unaussprechliche Weise sie überschattete, da empfing sie die Überfülle der Gnade.
[....]
Was Luzifer durch seinen Stolz verloren hat, das
hat Maria durch ihre Demut gewonnen;

was Eva durch ihren Ungehorsam der Verdammung und dem Verderben preisgegeben hat,
Maria hat es gerettet.
Eva hat der Schlange gehorcht und hat damit sich selbst
und alle ihre Kinder ins Verderben gerissen und der Schlange ausgeliefert.
Maria hat GOTT vollkommene Treue gezeigt und hat damit sich selbst und alle ihre Kinder und Diener gerettet und GOTT geweiht.

[....]
Maria alleine hat von GOTT
die Schlüssel zur Schatzkammer der göttlichen Liebe erhalten und damit die Macht, auf den erhabensten und geheimnisvollsten Wegen der Vollkommenheit zu wandeln und andere auf diese Wege zu führen.
[....]
Durch Maria hat das Heil der Welt begonnen, durch Maria muss es auch vollendet werden."

-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen

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#308

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 26.06.2019 23:20
von Aquila • 5.547 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Der sel. Charles der Foucauld (1858-1916) über den wahren Glauben:


-

"Der Glaube ist es, der uns im Innersten der Seele alle Dogmen der Religion, alle Wahrheiten, die uns die Religion lehrt, infolgedessen den Inhalt der Heiligen Schrift und alle Unterweisungen der Evangelien, schließlich alles, was uns durch die heilige Kirche vorgelegt ist, glauben lässt.
Der Gerechte lebt wahrhaft aus diesem Glauben, weil dieser für ihn die Mehrheit der natürlichen Sinne ersetzt.
[....]
Somit erhellt der Glaube alles in einem neuen Licht, das anders als das Licht der Sinne ist, andersartig und strahlender.
Derjenige, der aus dem Glauben lebt, hat die Seele voll mit neuartigen Gedanken, mit neuen Neigungen und mit einem neuen Urteilsvermögen.
Neue Horizonte eröffnen sich vor ihm, wunderbare Horizonte, die von dem himmlischen und vornehmen Licht einer göttlichen Schönheit erleuchtet werden.
Umhüllt von diesen ganz neuen Wahrheiten, von denen die Welt nichts ahnt, bricht notwendigerweise ein neues Leben an, der Welt entgegengesetzt, der diese Akte als eine Torheit erscheinen.
Die Welt ist in einer Finsternis, in einer tiefen Nacht, der gläubige Mensch ist in der ganzen Fülle des Lichtes."

-

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#309

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 03.07.2019 23:59
von Aquila • 5.547 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Was wird doch heute alles als "Friedensstiftung" verkauft !


Pater Christian Thoôuvenot von der Pius-Bruderschaft über die alleinig wahre Friedensfindung:
-

[....]
"Als Katholiken wissen wir genau, wo man den Frieden auf dieser Erde finden kann, der eine Frucht der Liebe ist: Ubi Crux, ibi Pax.
Wo das Kreuz ist, da ist der Friede.
Wenn man den Frieden will,
muss man unseren Herrn Jesus ohne Abstriche predigen.
Wenn man den Frieden will,
muss man daran arbeiten, das Reich Gottes auf der Erde auszubreiten,
d. h. die Herrschaft Christi über die Individuen, die Familien und die menschlichen Gesellschaften.
Er allein ist der Friedensfürst: Princeps Pacifer (Liturgie des Christkönigs-Festes).
[....]

-


Siehe dazu bitte auch:
Hochfest Christkönig

-

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#310

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 06.07.2019 21:34
von Aquila • 5.547 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus!


Ein Auszug aus der Glaubensunterweisung aus dem Jahre 1847
Vollständige praktische katholische Christenlehren zum Gebrauche bey dem sonntäglichen pfarrlichen Gottesdienste sowohl in kleineren Städten als auf dem Lande
von Hw Kaspar Zwickenpflug


-

[....]
1.
Ohne den von Gott selbst geoffenbarten, von Jesus Christus gestifteten, von den Aposteln und ihren Nachfolgern fortgepflanzten Glauben kein Heil, keine Seligkeit!..
Und dieser einzig wahre, alleinseligmachende Glaube ist'
2.
unser Glaube, der römisch « katholische Glaube. —

Verabscheuet immer die Behauptung derjenigen, die da sagen:
jeder Glaube sey gleich gut; in jedem könne man selig werden!" . .
Meidet alles, was die Liebe zu eurem Glauben schwächen könnte; hänget ihm mit unüberwindlicher Treue an, — es gilt eure Seligkeit! Amen.

[....]
Und demungeachtet,
wie viele giebt es nicht heut zu Tage, welche die Kirche nicht hören,
die geoffenbarten Lehren und Wahrheiten nach eigenem Sinne wenden und drehen, sich nach eigenem Gutgedünken einen Glauben schmieden, einen Glauben ohne gute Werke, einen Glauben nach ihren Lüsten und Leidenschaften! . .


Saget mir, Geliebte',
hat unsre heilige Kirche solche Menschen nicht mit vollem Rechte jederzeit aus ihre, Gemeinschaft ausgeschlossen? . .
O, glaubet ihnen doch nicht!
Und — wenn euch selbst ein Engel vom Himmel lehrt, glaubet es nicht!
Und — um soviel mehr zeiget euch taub, und gehörlos, wenn gewisse Verführer des Volkes anders reden;
Leute, welche bey gewissen Zusammenkünften und Gesprächen
— weiser seyn wollen, als es sich gebührt, weise zu seyn (Röm. 12, 3.);
Leute, welche wider die Lehre, die ihr gelernt habet, Uneinigkeit anrichten, und durch ihre Reden die Herzen der Unschuldigen verführen (Rom. 16, 17. 18.)!
Bleibet stets in der Wahrheit, und glaubet als wahre Christen immer alles ohne Ausnahme, was in der heiligen Schrift geschrieben steht,
und wie es euch die wahre Kirche, dieser Mund des heiligen Geistes, diese Stimme Gottes, zu glauben vorträgt!
.

[....]

-

Heute, über 170 Jahre später, aktueller denn je !


-


zuletzt bearbeitet 06.07.2019 21:36 | nach oben springen



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