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#286

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 24.02.2019 15:23
von benedikt • 3.027 Beiträge

Lieber Blasius, danke für Deine Ausführungen!

Zitat: ist vielmehr ein Akt des Gehorsams (vgl. Röm 16, 26), Zitatende.

Kann man außer dem Akt des Gehorsams auch noch den Akt der Gottesfurcht
und den Akt der Liebe hinzufügen?

Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir Gottes Segen, benedikt.


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

1. Joh 4,7 - 16
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#287

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 24.02.2019 16:54
von Blasius • 2.409 Beiträge

(Römer 16,26-27 Grüße und Ermahnungen
26 jetzt aber nach dem Willen des ewigen Gottes offenbart und durch prophetische Schriften kundgemacht wurde, um alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen - ,
27 ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in alle Ewigkeit! Amen.)
-
Lieber benedikt,

"und den Akt der Liebe hinzufügen?"

Das ist gut möglich, es heißt doch: In Lukas 10,27

27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele,
mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken,
und deinen Nächsten wie dich selbst.

"noch den Akt der Gottesfurcht"

Das ist nicht so einfach "mit der Gottesfurcht"

Meine Gedanken dazu:

Ein Leben zu führen, das die völlige Größe und Allmacht Gottes erkennt,
achtet und seinen Willen und seine Ehre über alles zu stellt.

Christliches Leben in Haus und Familie - Epheser 5,21-33

Einen Gemütlichen Abend und liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 24.02.2019 17:29 | nach oben springen

#288

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 24.02.2019 23:59
von Aquila • 5.558 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Lieber benedikt, lieber Blasius

Gottes-Furcht und Liebe sind untrennbar miteinander verbunden.


Der hl. Franz v. Sales:
-

"Die recht verstandene Gottesfurcht
macht die Seele für die Liebe bereit
,
und wie Augustinus sagt,
ist die (Gottes-)Furcht die Dienerin der Liebe, die ihr die Wohnung bereitet.“

-
Ohne wahre Gottes-Liebe keine wahre Nächstenliebe

Die wahre Gottes-Liebe wiederum setzt die gesunde Gottes-Furcht voraus


Wie ist denn aber die wahre gesunde Gottes-Furcht zu verstehen ?


Der heilige Johannes hat sein hl. Evangelium auf Griechisch geschrieben....
dort findet sich ein unmissverständlicher Hinweis auf eine unabdingbar
notwendige Gottes-Furcht, ohne diese der Mensch niemals auf den richtigen Weg, niemals zur Wahrheit und niemals zum Leben finden kann....
niemals zu unserem Herrn und Gott Jesus Christus !

Nicht die Furcht im Sinne von griechisch "Phobos"....
einer beängstigenden schrecklichen, falschen Furcht...

sondern die Furcht im Sinne von griechisch "Eusebeia"....der segens- und gnadenreichen GottesFurcht!

Diese Gottes-Furcht schenkt jene Gnaden des Heiligen Geistes
- und ist denn auch eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes !
- Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht -
die den Menschen nicht in die falsche "Phobos"-Furcht fallen lässt.

Die Heilige Mutter Kirche lehrt denn "nicht" die Furcht im Sinne von "Phobos"....
sondern die Furcht im Sinne von "Eusebeia"....
der Einsicht der völligen Abhängigkeit des aus dem Nichts erschaffenen Menschen
von der Allmacht und Herrlichkeit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, GOTTES....
des ewigen Seins....unseres Schöpfers, Erlösers und Heiligers


Wahre Gottes-Furcht geht einher mit wahrer Gottes-Liebe.
Unser Herr und Gott Jesus Christus:

Joh 14,15
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
Joh 14,21
Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt;
wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden
und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.


Joh 14,23
Jesus antwortete ihm:
Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten;
mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen
.

Joh 14,24
Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest.
Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.

[/i]
-

Dazu Bischof Vitus Huonder von Chur:
-

[....]
Analog verhält es sich beim Mangel der Gottes-Furcht.
Es fehlt uns eine lebenswichtige Eigenschaft.
Unser seelisches Leben steht dadurch auf dem Spiel
.


Die Gottes-Furcht bewirkt,
dass ich die, von Gott gegebenen Lebensregeln ernst nehme und dadurch dem Gericht Gottes entgehe,
eben wie Jesus es andeutet
.
Ich spiele mich Gott gegenüber nicht als Herr auf,
sondern ich begegne ihm als sein Geschöpf und sein Werk,
einerseits, indem ich Gott liebe, anderseits indem ich Gott als Urheber des Lebens anerkenne.

In diesem Sinn sind Gottes-Furcht
und
Gottes-Liebe sich ergänzende Begriffe und Haltungen
.

Der eine bringt den Respekt zum Ausdruck, der andere die Zuneigung zum Schöpfer und Vater.
Beide gehören zusammen.
[....]

-


Hw Siegfried Liedmann umschrieb im Jahre 2000 sehr schön den unmittelbaren Zusammenhang von Gottes-Furcht bzw. Ehr-Furcht vor Gott und der Demut :
-

"Die Gottes-Furcht als Ehr-Furcht vor Gott
Wenn wir Gottes höchste Autorität anerkennen, werden wir es in besonderer Weise in der Ehrfurcht kundtun.
Von Ehrfurcht ist aber in unserer Zeit eigentlich wenig die Rede.
Heute scheint alles und jeder "eingereiht" und alle Unterschiede, auch die zwischen Gott und dem Menschen, sind praktisch eingeebnet.
"Jesus, unser Bruder", so lautet heute eine geliebte Formel, die die tiefe und freundschaftliche Beziehung zwischen uns und dem Herrn zum Ausdruck bringen soll.
Steckt aber hinter einer solchen Formulierung nicht die Gefahr, den Anspruch des Herrn an uns zu relativieren?

Denn wo hätte ein Bruder seinem anderen etwas zu sagen, etwa eine Umkehr einzufordern?
Die Ehr-Furcht vor Gott duldet keine vulgäre Kumpanei, von der die Formel "Jesus, unser Bruder" nicht frei zu sein scheint.
Gewiss ist Jesus unser Bruder, aber nur insofern wir in IHM Adoptivsöhne des himmlischen Vaters sind und sein Geist auch unser Lebens- und Handlungsprinzip ist.
Und das muss sich im Hören auf das Wort Gottes und im Gehorsam gegenüber seinem Willen beweisen.
Bei Mt 12, 50 lesen wir:
"Denn wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter".
Zur Ehrfurcht als innerem Moment der Gottesfurcht gehört auch, dass wir uns im Gotteshaus und erst recht im Gottesdienst würdig und gebührlich benehmen.
Nehmen wir beim Besuch einer Kirche noch Notiz vom Hausherrn?
Das Gott geweihte Gotteshaus ein Museum, ein Konzertsaal, indem wir Künstlern applaudieren?
Was muss sich der göttliche Hausherr nicht alles gefallen lassen?!
Oder sollte man solche Gedanken beiseite schieben mit der Bemerkung:
"Gott ist schon nicht so kleinlich"?
Es ist aber auch gesagt:
"Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir". (Mt 15, 8)
Zur Ehrfurcht gegenüber Gott gehört insbesondere das, was mit "eucharistischem Anstand" bezeichnet wird.
Es wäre schade, wenn wir unachtsam am Tabernakel vorbeistolpern, wenn unser Kommunionempfang nur noch lässig und bankreihenweise ablaufen würde.
Der Gottesfürchtige will Gott gefallen, IHN verherrlichen und IHM die Ehre erweisen.

Demut als Ausdruck der Gottesfurcht
Die Gottesfurcht lässt uns Menschen unsere Unvollkommenheit, unser persönliches Ungenügen,
so wie unsere völlige Unzulänglichkeit gegenüber der Allmacht Gottes erkennen.
In tiefer Verdemütigung verhüllte Moses sein Angesicht am brennenden Dornbusch.
Wer sich verdemütigt, weiß sich gegenüber dem, vor dem er sich verdemütigt, immer als Empfangender und nicht als Gebender, oder gar als Gönner, immer als Schuldner, nie als Gläubiger,
immer als der Angewiesene und Bedürftige und niemals als einer, der hat, der satt und wunschlos glücklich ist.
Deshalb kann auch nur der, der sich vor Gott demütigt, auf dessen Gnade und Barmherzigkeit hoffen:
"Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten", -
so Maria in ihrem Magnificat.
Das Vorhandensein der Gottesfurcht führte den Schächer in den Himmel.
Der Gottesfürchtige
wird wachsam sein und sich immer in Gottes geheimnisvoller Gegenwart wissen.
Dieses Bewusstsein bewahrt vor dem frevelhaften Irrtum des Knechtes,
der das Vermögen des Herrn veruntreut:
"Mein Herr kommt noch lange nicht" (Mt 24, 48f).
Der Gottesfürchtige weiß, dass er vor Gott einmal Rechenschaft ablegen muss, und er bemüht sich nach Kräften, dass Gott einmal mit der Erfüllung seiner Aufgaben zufrieden ist.

Unser heutiges, hier und da, als "mündiges Christentum" bezeichnet, ist doch wohl in Gefahr, von Anmaßung, Selbstgerechtigkeit und Unschuldwahn bedroht zu sein.

Der Gottesfürchtige
nimmt Gott peinlich und radikal ernst und erkennt Gott unbedingt als Gott an, so wie er sich in Jesus Christus uns Menschen offenbart hat.
Die Gabe der Gottesfurcht hat viele Ausdrucksformen.
Dabei wird im Großen und Ganzen die Gottes-Furcht schon durch den Gehorsam gegenüber dem Gebot Gottes gewahrt.
Gleichwohl gibt es schwere Verfehlungen gegen die Gottesfurcht, die sich nicht ohne weiteres einfach als Ungehorsam beschreiben lassen, sondern eigentlich noch im Vorfeld liegen,
nämlich die Indifferenz und Gleichgültigkeit gegenüber Gott
und die Gedankenlosigkeit, die Gott nicht ernst nimmt oder als nicht existent behandelt.
Die Gleichgültigkeit gegenüber Gott ist eine ganz schlimme Beleidigung Gottes
und eine schwere Sünde, die heute an der Tagesordnung ist.
Von da ist der Weg zum Ungehorsam gegen Gottes Willen
nicht mehr weit.
In diesen Kontext gehört auch die verhängnisvolle Verharmlosung der Sünde.

- Allerding ist nicht jedes Erfüllen der Gebote Gottes schon Gehorsam und geschieht aus Gottesfurcht.
Was auch immer man tut, kann man aus allen möglichen Gründen tun.
Gottesfurcht und Gehorsam sind dann nur einer unter vielen möglichen Gründen
und Motiven.
Aber die Gottes-Furcht motiviert dazu, den Willen Gottes aus Ergebenheit unter seinen Willen,
d. h. aus Gehorsam zu erfüllen.

Wenn ein Kind seinen Vater fürchtet, so muss das ja keineswegs bedeuten, dass es Angst vor dem Vater hat.
Es ist ihm aber klar, dass der Vater unerbittlich ist, dass seine Autorität zu achten ist, dass er nichts "durchgehen" lässt.
Wegen seiner Gerechtigkeit hat es nichts Schlimmes zu befürchten.
Der Gottesfürchtige sucht Gott und flieht nicht vor ihm.
Man könnte also sagen:
Die Gottes-Furcht ist eine kindliche Furcht, die nichts mehr fürchtet, als zu sündigen und von Gott getrennt zu werden und so sein ewiges Heil zu gefährden oder gar zu verlieren.
Nicht vor Gott Angst haben, weil man ihm nicht trauen könnte oder er gar böse wäre.
Wir wissen uns vor Gott verantwortlich und lassen uns im Blick auf seine Heiligkeit und Gerechtigkeit in allem leiten.
Wir wollen unsere "Rechnungen nicht ohne den Wirt machen".

-

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#289

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 25.02.2019 07:20
von benedikt • 3.027 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus!

Zitat:und wie Augustinus sagt,
ist die (Gottes-)Furcht die Dienerin der Liebe, die ihr die Wohnung bereitet.“ Zitatende

Ja,, so ist es, lieber Aquila, und ich freue mich, daß es so ist, denn das ist LEBEN !

Es grüßt Dich herzlich und dankt Dir, sowie Blasius und Stjepan für die wunderbaren Ausführungen, benedikt


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

1. Joh 4,7 - 16
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#290

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 25.02.2019 07:41
von benedikt • 3.027 Beiträge

Lieber Blasius, ich danke Dir!

Zitat: 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele,
mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken,
und deinen Nächsten wie dich selbst. Zitatende

Ich bin froh und glücklich, das zu wissen, denn somit erfülle ich das GESETZ -


Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir einen schönen Tag und Gottes Segen, benedikt.


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

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