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#26

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 17.09.2017 09:32
von Blasius • 2.409 Beiträge

Ich weiss nicht,
woher diese Übersetzung aus der "Apologie" des hl. Justin d. Märtyrers stammt....


Lieber Aquila,

in den folgenden Texten ist vieleicht eine Antwort zu finden,

liebe Grüße, Blasius

AUSZUG, ZITATE:

Justin der Märtyrer († um 165)
Apologeten, Frühchristliche

Erste Apologie

[S. 65] 1. Widmung.

An den Kaiser Titus Älius Hadrianus Antoninus Pius Cäsar Augustus 1, an seinen Sohn Verissimus 2 den Philosophen, an Lucius 3, eines philosophischen 4 Cäsars leiblichen und des Pius angenommenen Sohn, den Freund der Wissenschaften, an den heiligen 5 Senat und das ganze römische Volk richte ich Justinus, Sohn des Priskus und Enkel des Bakchius, aus Flavia Neapolis in der syrischen Landschaft Palästina, für die Leute aus jedem Volksstamm 6, die mit Unrecht gehaßt und [S. 66] verleumdet werden, zu denen ich auch selbst gehöre, folgende Ansprache und Bittschrift.

1: So (καίσαρι σεβαστῷ καὶ) alle griechischen Handschriften des Eusebius (h.e. IV 12,1) und dessen lateinische (von Rufin) und syrische Übersetzung; aber (σεβαστῷ καὶ καίσαρι) die Handschrift des Justin. Vielleicht ist mit der letzteren das καίσαρι zu verissimus zu ziehen, also zu übersetzen: „Pius Augustus und an seinen philosophischen Sohn, den Cäsar Verissimus“.
2: Gemeint ist der spätere Kaiser Mark Aurel (Marcus Aurelius Verus), der im Jahre 139 von Antonius Pius adoptiert wurde und gleichberechtigt den Titel Cäsar erhielt. Den Namen Verissimus hatte dem wahrheitsdurstigen Jüngling, der schon mit zwölf Jahren Gewand und Lebensweise der stoischen Philosophen angenommen hatte, mit Vorliebe Kaiser Hadrian gegeben.
3: Der dritte Adressat der Apologie ist Lucius Verus Sohn des von Hadrian adoptierten Älius Verus, der aber noch vor Hadrian starb; sein Sohn Lucius wurde von Mark Aurel als Mitregent angenommen (+ 169).
4: Statt des φιλοσόφου des Eusebius steht in der Justinhandschrift φιλοσόφῷ, das auf den Sohn zu beziehen wäre. Aber Philosoph konnte dieser ausschweifende Mensch von Justin nicht genannt werden, wohl aber sein Vater, der „wohlgebildet in der Literatur, anmutig in der Rede und gewandt im Versemachen“ war (Spartianus, Aelius Verus c. 5).
5: Heilig wird der Senat öfters von Justin genannt (c. 56 und II 2); vgl. Cic. de divin. I 12: populus sanctusque senatus.
6: Daß die Christen aus allen Menschenklassen sich rekrutieren, hebt Justin öfters hervor (c. 40: (ὑπὸ τῶν ἐκ παντὸς γένους ἀνθρώπων) – und c. 53: (τοὺς ἀπὸ παντὸς ἔθνους ἀνθρώπων)).

https://www.unifr.ch/bkv/kapitel77.htm


Justin der Märtyrer († um 165)

Zweite Apologie

1. Schlechte Menschen und Dämonen wetteifern in Feindseligkeiten gegen die Christen.

<s 139> Sowohl was letzthin in eurer Stadt unter Urbikus vorgekommen ist, als auch was allenthalben in ähnlicher Weise von seiten der Behörden wider die Vernunft geschieht, zwingt mich, o Römer, zu eurem Besten die vorliegenden Reden abzufassen, da ihr ja dieselbe Natur wie wir habt, ja unsere Brüder seid, auch wenn ihr es nicht wißt und in stolzem Dünkel ob eurer vermeintlichen Würde es nicht wissen wollt. Abgesehen nämlich von denen, die glauben, daß die Ungerechten und Unenthaltsamen in ewigem Feuer werden gestraft werden, die Tugendhaften aber, die nach Christi Beispiel gelebt haben, in Leidenslosigkeit bei Gott sein werden — wir meinen die, welche Christen geworden sind —, abgesehen von diesen, sage ich, sucht alle Welt uns zu töten. Wer von Vater oder Nachbar, von Kind oder Freund, von Bruder oder Mann oder Gattin eines Fehlers wegen zurechtgewiesen wird, tut das aus Hartnäckigkeit, Sinnenlust und Unbeweglichkeit zum Guten; die bösen Dämonen aber tun es, weil sie uns hassen und derartige Richter als Werkzeuge und Diener finden, gerade als wenn die Obrigkeiten von ihnen besessen wären. Damit euch aber die Veranlassung des ganzen Vorkommnisses unter Urbikus offenkundig werde, will ich den Hergang erzählen.


2. An einem Vorkommnis der letzten Zeit wird gezeigt,
wie ungerecht das gerichtliche Verfahren gegen die Christen ist.

Eine Frau, die früher ausschweifend gewesen war, lebte mit einem lasterhaften Manne zusammen. <s 140> Nachdem sie die Lehren Christi kennen gelernt hatte, war sie züchtig geworden und suchte nun auch ihren Mann zu einem züchtigen Wandel zu bewegen, indem sie ihm die Lehren vorlegte und die Strafe vorhielt, die den Unzüchtigen und vernunftwidrig Lebenden im ewigen Feuer bevorsteht. Der aber verblieb in demselben Lasterleben und entfremdete sich durch seine Handlungsweise seine Gattin. Denn da die Frau es für Sünde hielt, fürderhin mit einem Manne das Lager zu teilen, der gegen das Gesetz der Natur und gegen alles Recht auf jede Weise seine Wollust zu befriedigen suchte, wollte sie sich vom Ehebande trennen. Indessen von den Ihrigen gedrängt, die ihr weiterhin in der Ehe zu bleiben rieten, weil sich eine Besserung des Mannes doch noch hoffen lasse, bezwang sie sich und blieb. Als aber ihr Mann nach Ägypten gereist war und Nachrichten kamen, daß er es dort noch ärger trieb, da trennte sie sich von ihm, um nicht an seinen Lastertaten und Freveln, wenn sie in der Ehe verblieb und Tisch und Bett mit ihm gemeinsam hatte, Anteil zu haben, und gab ihm nach römischer Sitte den Scheidebrief. Ihr trefflicher Gatte aber, der sich hätte freuen sollen, daß sie, die früher mit Dienern und Söldlingen leichtfertig gelebt hatte und dem Trunke und allem Laster ergeben war, von diesen Dingen abgekommen war und auch ihn davon abzubringen suchte, erhob gegen sie, da sie sich von ihm gegen seinen Willen getrennt hatte, die Anklage, sie sei eine Christin. Da reichte sie bei dir, Kaiser, eine Bittschrift ein, es möge ihr gestattet sein, zuerst ihre häuslichen Angelegenheiten zu ordnen und erst nach ihrer Regelung sich über die Anklage zu verantworten. Und das hast du ihr zugestanden. Ihr ehemaliger Gemahl aber, der ihr einstweilen vor Gericht nichts anhaben konnte, wandte sich nun gegen einen gewissen Ptolemäus, der von Urbikus, weil er jene in <s 141> der christlichen Lehre unterrichtet hatte, vorgeladen wurde, und zwar auf folgende Weise. Den ihm befreundeten Hauptmann, der den Ptolemäus verhaftete, beredete er, den Ptolemäus vorzuladen und nur das eine zu fragen, ob er ein Christ sei. Als nun Ptolemäus, der die Wahrheit liebte und Lug und Trug verabscheute, sich als Christ bekannte, ließ ihn der Hauptmann einkerkern und peinigte ihn lange Zeit im Gefängnisse. Schließlich wurde der Mensch dem Urbikus vorgeführt, aber auch hier in gleicher Weise nur das eine gefragt, ob er ein Christ sei. Und wiederum bekannte er sich im Bewußtsein des Guten, das er dem christlichen Unterrichte verdankte, zu der Lehre Christi. Denn wer etwas ableugnet, der leugnet entweder, weil er die Sache verurteilt, oder er will sich nicht zu einer Sache bekennen, weil er sich ihrer für unwürdig und fremd hält; beides trifft bei einem wahren Christen nicht zu. Und als nun Urbikus ihn abzuführen befahl, da sprach ein gewisser Lucius, der auch Christ war, angesichts dieses so vernunftwidrig gefällten Urteilsspruches zu Urbikus: „Aus welchem Grunde hast du diesen Menschen, der weder ein Ehebrecher noch ein Mädchenschänder noch ein Mörder noch ein Dieb oder Räuber noch sonst eines Verbrechens überführt ist, sondern sich nur zum christlichen Namen bekannt hat, abführen lassen? Dein Urteil macht dem Kaiser Pius und des Kaisers weisheitsliebendem Sohne und dem heiligen Senate keine Ehre, Urbikus“. Der aber antwortete nichts weiter, als daß er zu Lucius sprach: „Auch du scheinst mir ein solcher zu sein“. Und als nun Lucius antwortete: „Ja“, da ließ er auch ihn zum Tode führen. Er aber erklärte, er sei ihm dafür noch dankbar in Anbetracht dessen, daß er von derartig schlechten Herrschern befreit werde und zum Vater und Könige des Himmels wandere. Auch noch ein Dritter, der hinzukam, wurde zu der gleichen Strafe verurteilt.


3 (4). Warum die Christen nicht Hand an sich selbst legen.

<s 142> Damit aber niemand sage: „Tötet euch selbst alle, gehet schon jetzt zu eurem Gott und macht uns keine Scherereien“, so will ich auseinandersetzen, warum wir das nicht tun, und warum wir doch, wenn wir verhört werden, furchtlos bekennen. Wir sind gelehrt worden, daß Gott die Welt nicht zwecklos, sondern für das Menschengeschlecht erschaffen habe; wir haben auch früher (I 10) gesagt, daß er an denen, die seine Vollkommenheiten nachahmen, seine Freude habe, kein Gefallen aber an denen, die das Böse in Wort und Tat lieben. Wollten wir uns nun alle das Leben nehmen, so würden wir, soviel an uns liegt, schuld daran sein, daß keiner mehr geboren und in den göttlichen Lehren unterrichtet würde und daß das Menschengeschlecht ausstürbe; wir würden, wenn wir wirklich so täten, dem göttlichen Ratschluß auch selber entgegenhandeln. Beim Verhöre aber leugnen wir nicht, weil wir uns keiner Schlechtigkeit bewußt sind, es aber auch für Sünde halten, nicht in allem die Wahrheit zu sagen, was nach unserer Überzeugung auch Gott gefällt, und weil wir damit auch euch von eurem ungerechten Vorurteil befreien möchten.

4 (5). Ursache der Verfolgungen sind die Dämonen.

Sollte aber jemandem der Gedanke kommen, wenn wir einen hilfreichen Gott bekennten, würden wir nicht, wie wir doch behaupten, von Ungerechten vergewaltigt <s 143> und gestraft werden, so will ich auch darüber sprechen. Als Gott das Weltall geschaffen und das, was auf Erden ist, den Menschen unterstellt, die Himmelskörper aber zum Wachstum der Früchte und zum Wechsel der Zeiten geordnet und ihnen, die er ersichtlich auch der Menschen wegen geschaffen hatte, ein göttliches Gesetz vorgezeichnet hatte, da übertrug er die Vorsorge für die Menschen und für alles, was unter dem Himmel ist, Engeln, die er über sie setzte. Die Engel aber übertraten diese Anordnung, erniedrigten sich zum Verkehr mit Weibern und zeugten Kinder, die sogenannten Dämonen. Außerdem machten sie sich fortan das Menschengeschlecht dienstbar teils durch Zauberzeichen, teils durch Furcht und durch Strafen, die sie verhängten, teils durch Anleitungen zu Opfern, Räucherwerk und Trankspenden, deren sie bedürftig geworden waren, seitdem sie von der Leidenschaft ihrer Begierden sich hatten unterjochen lassen; auch verbreiteten sie unter den Menschen Mord, Krieg, Ehebruch und jede Art von Schandtaten. Daher haben Dichter und Sagenerzähler, weil sie nicht wußten, daß die Engel und ihre Kinder, die Dämonen, jenes über Männer, Weiber, Städte und Völker gebracht hatten, das, was sie niederschrieben, auf den Gott (Zeus) selbst und auf die angeblich von ihm gezeugten Söhne und auf seine vermeintlichen Brüder Poseidon und Pluton und auf deren Kinder übertragen. Sie benannten nämlich einen jeden mit dem Namen, den jeder der Engel sich und seinen Kindern beigelegt hatte.


5 (6). Christus hat die Dämonen gestürzt, wie die Macht der Christen über Besessene zeigt.

Der Vater des Alls hat, weil ungezeugt, keinen ihm <s 144> beigelegten Namen. Denn wenn jemand einen Namen erhält, so ist der Namengeber älter als er. Vater, Gott, Schöpfer, Herr und Gebieter sind keine Namen, sondern nur Titel, die von seinen Wohltaten und Werken hergenommen sind. Sein Sohn aber, der allein im eigentlichen Sinne sein Sohn heißt, der Logos, der vor aller Schöpfung in ihm war und der gezeugt wurde, als er im Anfange alles durch ihn schuf und ordnete, wird Christus genannt, weil er gesalbt wurde und Gott durch ihn alles ordnete, ein Name, der ebenfalls einen unerkennbaren Begriff umschließt, sowie auch die Bezeichnung „Gott“ kein Name, sondern nur eine der Menschennatur angeborene Vorstellung eines unerklärbaren Wesens ist. „Jesus“ aber hat Namen und Begriff eines Menschen und Erlösers. Denn, wie wir schon gesagt haben (I 23), er ist Mensch geworden, nach dem Willen Gottes des Vaters zur Welt gekommen für die gläubigen Menschen und zum Sturze der Dämonen, wie ihr noch jetzt aus dem ersehen könnt, was vor euren Augen geschieht. Haben doch viele von den Unsrigen, nämlich von den Christen, eine ganze Menge von Besessenen in der ganzen Welt und auch in eurer Hauptstadt, die von allen anderen Beschwörern, Zauberern und Kräutermischern nicht geheilt worden waren, durch Beschwörung im Namen Jesu Christi, des unter Pontius Pilatus Gekreuzigten, geheilt und heilen sie noch, indem sie die Dämonen, welche die Menschen festhalten, außer Kraft setzen und vertreiben.

6 (7). Weil Engel und Menschen freien Willen haben, ist die Bestrafung der Schlechten gerecht.

<s 145> Darum, nämlich um der zarten Saat des Christentums willen, das Gott als Grund für den Fortbestand der Natur ansieht, verzögert er den Untergang und die Zerstörung der ganzen Welt, durch die dann auch die bösen Engel, Dämonen und Menschen ihr Ende finden würden. Wenn das nicht wäre, so könntet auch ihr nicht mehr solches tun und euch von den bösen Dämonen als Werkzeuge gebrauchen lassen; es hätte vielmehr das herniederfahrende Feuer des Gerichtes schonungslos allein ein Ende gemacht, wie einst die große Flut, die niemanden übrig ließ als den Noe allein mit den Seinen; so nennen wir jenen, während er bei euch Deukalion heißt, von dem dann wieder so viele Menschen entstammt sind, teils schlechte, teils gute. Derartig wird, so behaupten wir, der Weltbrand sich vollziehen, nicht, wie die Stoiker sagen, in der Art eines Überganges aller Dinge ineinander, was uns als ganz unwürdig erschien. Aber ebensowenig glauben wir, daß die Menschen nach einem Verhängnisse handeln oder leiden, was ihnen begegnet, sondern vielmehr, daß jeder nach freier Wahl recht oder unrecht tut und daß, wenn die Guten, wie Sokrates und seinesgleichen, verfolgt werden und in Banden liegen, dagegen ein Sardanapal, Epikur und ihresgleichen in Überfluß und Ruhm glücklich zu sein scheinen, dies auf Anstiften der bösen Dämonen geschieht. Das haben die Stoiker nicht bedacht, wenn sie den Satz aufstellten, daß alles mit der Notwendigkeit des Verhängnisses geschehe. Aber weil Gott das Geschlecht der Engel und das der Menschen ursprünglich frei erschaffen hat, werden sie mit Recht für ihre Vergehungen in ewigem Feuer gestraft werden. Alles Gewordene ist von Natur der Schlechtigkeit und der Tugend fähig; es wäre ja auch keines davon des Lobes wert, wenn es nicht auch die Fähigkeit hätte, sich dem einen wie dem anderen zuzuwenden. Das beweisen <s 146> auch jene Männer, die in den verschiedenen Ländern nach der wahren Vernunft Gesetze gegeben oder Forschungen angestellt haben, indem sie das eine zu tun, das andere zu lassen gebieten. Und selbst die stoischen Philosophen vertreten in ihrer Sittenlehre entschieden dieselbe Anschauung, woraus sich ergibt, daß sie in ihrer Lehre von den Grundprinzipien und von den übersinnlichen Dingen nicht auf dem rechten Wege sind. Denn wenn sie behaupten, daß das, was menschlicherseits geschieht, nur ein Werk des Verhängnisses sei oder daß Gott nichts anderes sei als was sich beständig umwandelt, verändert und in dieselben Bestandteile wieder auflöst, dann wird es offenkundig sein, daß sie nur von vergänglichen Dingen eine Vorstellung gewonnen haben, daß ihre Gottheit selbst sowohl in ihren Teilen als auch im Ganzen mit jeder Schlechtigkeit behaftet ist; sie müßten denn lehren, daß Tugend und Laster überhaupt nichts sind, was freilich gegen alles gesunde Denken und gegen Vernunft und Verstand ist.


7 (8). Auch solche Philosophen, welche vernunftgemäß lehrten, wie die Stoiker, wurden von den Dämonen gehaßt.

Auch von Anhängern der Stoa wissen wir, daß sie, weil sie wenigstens in ihrer Ethik vermöge des dem gesamten Menschengeschlechte eingepflanzten Logoskeimes, wie in manchen Stücken auch die Dichter, sich ordnungsliebend gezeigt haben, gehaßt und getötet worden sind; so der schon früher erwähnte (I 46) Heraklit, ferner unser Zeitgenosse Musonius und andere. Denn wie wir gezeigt haben, haben die Dämonen immer darauf hingearbeitet, daß die, welche irgendwie nach dem Logos zu leben und das Böse zu meiden suchten, gehaßt wurden. Es ist aber kein Wunder, daß die Dämonen <s 147> die, welche nicht nur nach einem Teile des in Keimen ausgestreuten Logos, sondern nach der Erkenntnis und dem Schauen des gesamten Logos, d. i. Christi, leben, nach ihrer Entlarvung noch weit mehr verhaßt zu machen suchen; sie werden, in ewiges Feuer eingeschlossen, die verdiente Strafe und Pein erhalten. Denn wenn sie schon von den Menschen durch den Namen Jesu Christi überwunden werden, so ist das ein Fingerzeig für die zukünftige Bestrafung, welche ihnen und ihren Dienern im ewigen Feuer bevorsteht. Diese haben alle Propheten vorherverkündet, und auch unser Lehrer Jesus hat sie gelehrt.


8 (3). Auch Justin erwartet eine Verfolgung, zum mindesten von dem Kyniker Kreszens.

Auch ich erwarte, von einem der Genannten verfolgt und in den Block gespannt zu werden, vielleicht von Kreszens, dem Spektakelmacher und Prahlhans. <s 148> Denn den Namen Philosoph darf man einem Manne nicht geben, der öffentlich von uns Dinge aussagt, von denen er nichts versteht, nämlich, daß wir Gottesleugner und Majestätsverbrecher sind; das tut er nur, um der irregeführten Menge einen Gefallen zu erweisen und Freude zu machen. Denn wenn er, ohne in die Lehren Christi Einsicht genommen zu haben, gegen uns loszieht, so ist er ein nichtswürdiger Mensch und steht viel tiefer als das gemeine Volk, das doch gewöhnlich sich davon fernhält, über Dinge, die es nicht versteht, zu sprechen und Zeugnis abzulegen; hat er aber Kenntnis von ihnen genommen, ohne das Erhabene in ihnen zu verstehen, oder versteht er es zwar, tut aber so, um nicht in den Verdacht zu kommen, ein Christ zu sein, dann ist er noch viel niederträchtiger und schlimmer, da er dann als Sklave eines unvernünftigen Wahnes und der Furcht dasteht. Denn ihr sollt wissen, daß ich ihm einige diesbezügliche Fragen vorgelegt und dabei die Einsicht gewonnen und ihm auch nachgewiesen habe, daß er in Wahrheit nichts davon versteht. Zum Beweise, daß ich die Wahrheit rede, bin ich bereit, falls euch jene Unterredungen nicht hinterbracht worden sein sollten, ihm die Fragen in eurer Gegenwart noch einmal vorzulegen; das wäre ein Werk, das sich wohl auch für Kaiser geziemte. Wenn euch aber meine Fragen und seine Antworten bekannt geworden sind, dann wißt ihr, daß er von unseren Dingen nichts versteht oder, wenn er sie versteht, der Zuhörer wegen nicht zu sprechen wagt wie Sokrates, daß er sich, wie ich schon sagte, nicht als einen Freund der Weisheit, sondern des Scheines erweist, der nicht einmal den herrlichen Spruch des Sokrates achtet: „Keinenfalls darf man den Menschen höher schätzen als die Wahrheit“. Aber ein Kyniker, der sich die Gleichgültigkeit zum Ziele <s 149> gesetzt hat, kann das Gute nirgends finden als in der Gleichgültigkeit .


9. Zwei Einwendungen gegen die Höllenstrafen.

Damit aber niemand das nachspreche, was die vermeintlichen Philosophen einzuwenden pflegen, daß es nur Prahlerei und Schreckmittel sei, wenn wir von der Bestrafung der Ungerechten in ewigem Feuer sprechen, und daß wir verlangen, die Menschen sollten aus Furcht tugendhaft leben und nicht, weil es schön und beglückend sei, so will ich kurz darauf antworten. Wenn jene unsere Behauptung nicht zutrifft, so gibt es entweder keinen Gott, oder, wenn es einen gibt, kümmert er sich nicht um die Menschen; Tugend und Laster sind dann leere Worte und die Gesetzgeber bestrafen dann, wie wir schon sagten (c. 6), mit Unrecht die Übertreter ihrer guten Anordnungen. Aber da weder diese ungerecht sind noch ihr Vater, der durch den Logos dasselbe zu tun lehrt, was er selbst tut, so sind auch die, welche diesen folgen, nicht ungerecht. Sollte aber jemand die Verschiedenheit der menschlichen Gebräuche geltend machen und sagen, bei den einen Menschen gelten gewisse Dinge als löblich, die bei anderen als schimpflich betrachtet werden, gewisse Dinge aber als schimpflich, die bei anderen hinwiederum als löblich angesehen werden, so mag er hören, was wir hierüber zu sagen haben. Einerseits wissen wir, daß die bösen Engel Gebräuche eingeführt haben, die ihrer eigenen Bosheit entsprechen; andererseits erweist die rechte Vernunft nicht alle Lehrmeinungen und Satzungen, an die sie herantritt, als gut, sondern die einen als schlecht, die andern als gut. Darum will auch ich solchen Leuten Gleiches oder <s 150> Ähnliches und, wenn es nötig ist, sogar in größerer Ausführlichkeit antworten. Für jetzt aber kehre ich zu meinem Gegenstande zurück.


10. Die christliche Lehre ist erhabener als jede menschliche, weil in Christus der göttliche Logos Mensch geworden ist.

Daher ist offenbar unsere Religion erhabener als jede menschliche Lehre, weil der unsertwegen erschienene Christus der ganze Logos, sowohl Leib als auch Logos und Seele ist. Denn was auch immer die Denker und Gesetzgeber jemals Treffliches gesagt und gefunden haben, das ist von ihnen nach dem Teilchen vom Logos, das ihnen zuteil geworden war, durch Forschen und Anschauen mit Mühe erarbeitet worden. Da sie aber nicht das Ganze des Logos, der Christus ist, erkannten, so sprachen sie oft einander Widersprechendes aus. Auch wurden die, welche vor Christus lebten und nach menschlichem Vermögen mittels der Vernunft die Dinge zu beschauen und zu prüfen versuchten, als gottlose und neuerungssüchtige Leute vor die Gerichte geschleppt. Sokrates aber, der von ihnen allen in dieser Hinsicht der entschiedenste war, wurde derselben Vergehen wie wir angeklagt; denn man sagte, er führe neue Gottheiten ein und verwerfe die Götter, welche der Staat anerkenne. Er aber hatte gesagt, man solle den bösen Dämonen, die das verübt hatten, wovon die Dichter sprechen, absagen und verwies den Homer und die andern Dichter aus dem Staate; dagegen leitete er die Menschen an, den ihnen unbekannten Gott mittels vernünftiger Untersuchung kennen zu lernen, indem er sagte: „Den Vater und Schöpfer des Weltalls zu finden, ist nicht leicht, und ebensowenig ist es ungefährlich, den gefundenen vor allen zu verkündigen“. Alles dies hat aber unser Christus durch seine Macht zustande gebracht. Denn dem Sokrates hat niemand so weit geglaubt, daß er für diese Lehre in den Tod gegangen <s 151> wäre; dem Christus aber, den auch schon Sokrates teilweise erkannt hatte ? war und ist er doch der Logos, der jedem innewohnt, der auch durch die Propheten und in eigener Person, als er nach Annahme unserer Natur diese Lehren vortrug, das Zukünftige vorhergesagt hat ? , haben nicht allein Philosophen und Gelehrte geglaubt, sondern auch Handwerker und ganz gewöhnliche Leute, und zwar mit Hintansetzung von Ehre, Furcht und Tod; denn er ist die Kraft des unnennbaren Vaters und nicht das Gefäß menschlicher Vernunft.


11. Die Sage von Herakles am Scheidewege paßt auf die Christen, wie aus ihrer Todesverachtung ersichtlich ist.

Wir würden auch nicht getötet werden und die ungerechten Menschen und Dämonen hätten keine Gewalt über uns, wenn nicht überhaupt jeder Mensch, der auf die Welt kommt, sterben müßte; darum freuen wir uns auch, wenn wir diese Schuld abtragen. Dennoch halten wir es dem Kreszens und solchen gegenüber, die ebenso unvernünftig sind wie er, für schön und passend, auch jene Erzählung bei Xenophon hier vorzutragen. Herakles, so berichtet Xenophon, sei einst an einen Scheideweg gekommen und habe hier die Tugend und das Laster angetroffen, die beide ihm in weiblicher Gestalt erschienen seien. Und das Laster in üppiger Kleidung und infolge solcher Kunstmittel mit liebeglühendem und blühendem Antlitze und mit auf den ersten Blick bezaubernden Augen habe zu Herakles gesagt, wenn er ihm folge, wolle es machen, daß er immer fröhlich und im glänzendsten, dem seinen ähnlichen Schmucke dahinleben werde. Die Tugend aber mit dürrem Gesichte und in unansehnlicher Kleidung habe gesagt: „Wenn du dagegen mir folgst, wirst du dich nicht mit vergänglicher und hinfälliger Pracht und Schönheit schmücken, sondern mit unvergänglichen und herrlichen <s 152> Schönheiten“. So sind wir denn überzeugt, daß ein jeder, der das flieht, was nur dem Scheine nach schön ist, dem aber nachgeht, was für mühsam und töricht gilt, die Glückseligkeit erlangen werde. Denn das Laster sucht sich als Deckmantel für seine Handlungen die der Tugend eigentümlichen wirklichen Vorzüge durch Nachäffung des Unvergänglichen ? denn Unvergänglichkeit hat es in Wahrheit nicht und kann es auch nicht hervorbringen ? beizulegen und macht, indem es das ihnen anhaftende Schlimme der Tugend beilegt, die Irdischgesinnten unter den Menschen sich zu Sklaven. Die aber die wirklichen Vorzüge der Tugend erfaßt haben, werden durch sie selbst unvergänglich; davon muß sich jeder Vernünftige an den Christen, an den Wettkämpfern und an den Helden, die solche Taten vollbracht haben, wie sie die Dichter von den vermeintlichen Göttern erzählen, überzeugen, wenn er daraus, daß wir sogar den sonst so gefürchteten Tod verachten, einen Schluß zieht.


12. Die Standhaftigkeit der Christen ist der beste Beweis ihrer Unbescholtenheit.

Denn auch ich selbst kam, als ich noch in Platons Lehren meine Befriedigung fand und von den verleumdeten Christen hörte, beim Anblick ihrer Furchtlosigkeit vor dem Tode und vor allem anderen, was für entsetzlich gilt, zu der Einsicht, daß sie unmöglich in Lasterhaftigkeit und Sinnenlust befangen sein könnten. Denn welcher Lüstling oder Schlemmer, der gar Menschenfleisch für einen Leckerbissen hält, könnte wohl den Tod willkommen heißen, um so seiner Genüsse verlustig zu gehen? Würde er nicht, statt sich selbst zur Hinrichtung zu melden, vielmehr um jeden Preis sein Leben hier auf immer fortzuführen und vor der Obrigkeit verborgen zu bleiben suchen? Freilich haben die bösen Dämonen jetzt durch einige schlechte Menschen auch folgendes ausführen lassen. Als diese auf Angeberei hin, wie sie gegen uns üblich ist, einige hinrichten <s 153> wollten, ließen sie auch Sklaven der Unsrigen, junge Burschen und Mägde, zur Folter schleppen und zwangen sie durch entsetzliche Marter, jene erdichteten Dinge auszusagen, die sie selbst offen begehen, mit denen aber wir, da wir nichts davon an uns haben, nichts zu tun haben wollen; haben wir doch den ungezeugten und unnennbaren Gott zum Zeugen unserer Gedanken und Handlungen. Denn warum könnten wir nicht auch diese Dinge öffentlich für gut erklären und sie als göttliche Weisheit hinstellen, indem wir sagten, wir feierten in Menschenopfern die Mysterien des Kronos und wir täten, indem wir uns mit Blut berauschen, wie man uns nachsagt, das nämliche, was dem bei euch hochgeehrten Götzenbilde geschieht, das nicht bloß mit dem Blute unvernünftiger Tiere, sondern auch mit Menschenblut besprengt wird, wobei ihr den bei euch angesehensten und vornehmsten Mann es mit dem Blute der Hingerichteten begießen lasset? Wenn wir ferner Männer schändeten und schamlos mit Weibern verkehrten, täten wir es nur dem Zeus und den anderen Göttern nach und könnten uns dabei zu unserer Rechtfertigung auf die Schriften Epikurs und der Dichter berufen. Da wir aber solche Grundsätze und die, welche solche Untaten verübt haben und nachmachen, zu fliehen raten, wie wir auch in den hier vorliegenden Reden dagegen gestritten haben, werden wir auf allerlei Weise angefeindet; aber das ficht uns nicht an, weil wir wissen, daß ein gerechter Gott alles sieht. Möchte doch jetzt jemand eine hohe Bühne besteigen und mit mächtiger Stimme herabrufen: „Schämt euch, schämt euch, das, was ihr offenkundig tut, auf Schuldlose zu schieben, und was euch und euren Göttern anhaftet, solchen anzuheften, die auch nicht das Geringste damit zu tun haben! Ändert euch, kommt zur Besinnung!“


13. Justin hat das Christentum der Lehre Platons vorgezogen, weil es die ganze Wahrheit besitzt.

<s 154> Auch ich habe, nachdem ich zur Einsicht gekommen war, daß den göttlichen Lehren der Christen von den bösen Dämonen zur Abschreckung der anderen Menschen eine niederträchtige Hülle umgeworfen worden sei, solche Lügenredner und ihre Hülle und die Meinung der Menge verlacht. Als Christ erfunden zu werden, das ist, ich gestehe es, der Gegenstand meines Gebetes und meines angestrengten Ringens, nicht als ob die Lehren Platons denen Christi fremd seien, sondern weil sie ihnen nicht in allem gleichkommen, und ebensowenig die der anderen, der Stoiker, Dichter und Geschichtschreiber. Denn jeder von diesen hat, soweit er Anteil hat an dem in Keimen ausgestreuten göttlichen Logos und für das diesem Verwandte ein Auge hat, treffliche Aussprüche getan. Da sie sich aber in wesentlicheren Punkten widersprechen, zeigen sie damit, daß sie es nicht zu einem weitblickenden Wissen und zu einer unfehlbaren Erkenntnis gebracht haben. Was immer sich also bei ihnen trefflich gesagt findet, gehört uns Christen an, weil wir nach Gott den von dem ungezeugten und unnennbaren Gott ausgegangenen Logos anbeten und lieben, nachdem er unsertwegen Mensch geworden ist, um auch an unsern Leiden teilzuhaben und Heilung zu schaffen. Alle jene Schriftsteller konnten also vermöge des ihnen innewohnenden, angeborenen Logoskeimes nur dämonenhaft das Wahre schauen. Denn etwas anderes ist der Keim einer Sache und ihr Nachbild, die nach dem Maße der Empfänglichkeit verliehen werden, und etwas anderes die Sache selbst, deren Mitteilung und Nachbildung nach Maß der von ihr kommenden Gnade geschieht.

14. Bitte um Approbation dieser Schrift.

Und nun ersuchen wir euch, das, was euch gut scheint, durch eure Unterschrift gutzuheißen und dieses Büchlein zu veröffentlichen, damit auch die andern mit <s 155> unserer Sache bekannt und in den Stand gesetzt werden, sich von dem falschen Wahne und von der Unkenntnis des Guten loszumachen; denn sonst verfallen sie aus eigener Schuld der Bestrafung, weil schon in der menschlichen Natur die Fähigkeit liegt, Gutes und Böses zu erkennen, weil sie ferner an uns, ohne uns zu kennen, die Schändlichkeiten aller Art, die sie uns nachsagen, verurteilen, und endlich auch darum, weil sie ihre Freude haben an Göttern, die solches getan haben und noch jetzt von den Menschen Ähnliches verlangen, so daß sie eben dadurch, daß sie uns als vermeintlichen Tätern solcher Dinge Tod, Gefängnis oder eine andere derartige Strafe zuerkennen, sich selbst verurteilen und keiner anderen Richter bedürfen.


15. Schluß.

Sobald ihr nun dieses Büchlein gutgeheißen habt, möchten wir es allen zugänglich machen, damit sie womöglich anderen Sinnes werden; einzig zu diesem Zwecke haben wir die vorliegenden Reden abgefaßt. Unsere Lehren sind, wenn man sie besonnen beurteilt, nicht schlecht, sondern über alle menschliche Weisheit erhaben. Und wären sie das auch nicht, so gleichen sie doch jedenfalls nicht den Lehrsprüchen eines Sotades, einer Philänis, eines Archestratos, Epikur und wie andere sie in Gedichten vortrugen, Lehren, mit denen sich jeder aus Vorträgen oder Büchern bekannt machen darf. Und so schließen wir denn hier, nachdem wir getan haben, was in unseren Kräften stand, und auch gebetet haben, daß alle Menschen auf Erden der Wahrheit möchten gewürdigt werden. Möget denn nun auch ihr entsprechend eurer Frömmigkeit und eurer Weisheit zu eurem Besten das richtige Urteil finden!

https://www.unifr.ch/bkv/rtf/bkv22.rtf


zuletzt bearbeitet 17.09.2017 09:34 | nach oben springen

#27

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 17.09.2017 13:22
von Kristina (gelöscht)
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Nachtrag zum Beitrag 23:

@Mariamante hat recht.
In einem Artikel "Die Ökumenische Messe hat begonnen"

"...führt die Teilnehmer in die Verdammnis ...."

zu lesen, ist ein solches Urteil nicht angebracht. Es steht dem Menschen nicht zu.


Der freimaurerische Plan zur Zerstörung der katholischen Kirche (3)

Unser Mitglied @shuca bringt es im Jahre 2014 auf den Punkt:
Seite 2:
Die katholische Kirche soll entkernt werden. Alles katholische in ihr soll zerstört werden. Am Ende soll nur eine katholische Hülle stehen bleiben ohne Inhalt und keiner merkts.
Dem Angriff auf das Sakrament der Ehe werden weitere folgen.



Ständige Anweisung der Alta Vendita

Seite 1:
4. Verbietet die lateinische Meßliturgie, Anbetung und Lieder, denn sie vermitteln ein Gefühl des Geheimnisses und der Ehrfurcht. Stellt das hin als „Hokuspokus“ von Wahrsagern. Die Menschen werden aufhören, die Priester als Menschen von überragender Intelligenz und als geheimnisvolle Respektspersonen zu betrachten.

6. Haltet die Kommunionempfänger davon ab, kniend die Hostie zu empfangen. Sagt den Eltern und Lehrern, daß sie die Kinder davon abhalten sollen, vor und nach dem Kommunionempfang die Hände zu falten. Sagt ihnen, daß Gott sie so liebt, wie sie sind, und wünscht, daß sie sich vollkommen entspannt fühlen. Schafft alles Knien und jede Kniebeuge in der Kirche ab. Entfernt die Kniebänke. Sagt den Menschen, daß sie während der Messe stehend ein Zeugnis geben sollen.

16.Schafft den kleinen Exorzismus für Teufelsaustreibungen ab; arbeitet hart daran, verkündet, daß es keine Teufel gibt. Sagt, daß es die Art und Weise der Bibel ist, so das Böse zu bezeichnen, und es kann keine gute Geschichte geben ohne einen Bösewicht. Dann werden sie auch nicht an die Hölle glauben und werden sich niemals fürchten, dorthin zu kommen. - Sagt, daß die Hölle nichts anderes ist, als von Gott entfernt zu sein; und was ist daran so schlimm, da es doch sowieso das gleiche Leben ist, wie hier auf der Erde.

19. Verbrennt alle Katechismen. Sagt den Religionslehrern, daß sie lehren sollen, Gottes Menschen zu lieben, anstatt Gott zu lieben. Es ist ein Zeichen der Reife, offen zu lieben. Laßt das Wort „Sex“ ein alltägliches Wort in den Religionsklassen werden. Macht eine neue Religion aus dem „Sex“.

21. Vernichtet den Papst, indem ihr seine Universitäten zerstört. Trennt die Universitäten vom Papst, indem ihr sagt, die Regierung würde sie dann unterstützen. Ändert die Namen der religiösen Institute in profane Namen, statt „Immaculata-Conceptio-Schule“ sagt z. B. „Inavale-Hochschule“. Nennt das ökumenisch. -Errichtet ökumenische Abteilungen in allen Diözesen. Sorgt für deren protestantische Kontrollen. Erlaubt keine Gebete für den Papst oder zu Maria, da sie die Ökumene entmutigen. Verkündet, daß die Ortsbischöfe die zuständigen Autoritäten sind. Sagt, daß der Papst nur eine Repräsentationsfigur ist. Sagt den Menschen, das Lehren des Papstes diene nur der Unterhaltung, habe aber sonst keine Bedeutung.

23. Seid kühn. Schwächt den Papst, indem ihr Bischofssynoden einrichtet. Der Papst wird dann nur eine Repräsentationsfigur sein, wie in England, wo das Ober- und Unterhaus regieren und die Königin von dort ihre Befehle bekommt. Dann schwächt die Autorität des Bischofs, indem ihr eine Gegeninstitution auf Priesterebene errichtet. Sagt, die Priester bekommen so die Anerkennung, die sie verdienen.

24. Reduziert die Berufungen zum Priester dadurch, daß die Laien die Ehrfurcht vor ihnen verlieren. Ein Skandal eines Priesters in der Öffentlichkeit wird Tausende Berufungen vernichten. Lobt abgefallene Priester, die wegen der Liebe zu einer Frau, alles aufgegeben haben. Nennt sie heroisch, heldenhaft. Ehrt die laisierten Priester als wahre Märthyrer, die so unterdrückt wurden, daß sie es nicht länger ertragen konnten.

Verurteilt es auch als einen Skandal, daß unsere Freimaurerbrüder im Priesteramt bekannt gemacht und ihre Namen veröffentlicht werden sollen. Seid tolerant gegen die Homosexualität bei Priestern. Sagt den Menschen, daß die Priester einsam sind.

25. Beginnt damit, Kirchen wegen Priestermangels zu schließen. Nennt es wirtschaftlich und gute Geschäftspraxis.
Sagt, daß Gott überall Gebete erhört. So sind Kirchen extravagante Geldverschwendung. Schließt zuerst die Kirchen, in denen altmodische Traditionen praktiziert werden.

27. Wählt einen Antipapst. Sagt, daß er die Protestanten in die Kirche zurückbringt und vielleicht sogar die Juden.

Ein Antipapst kann gewählt werden, wenn man den Bischöfen das Wahlrecht gibt. Es werden dann so viele Päpste gewählt werden, daß der Antipapst als Kompromiß eingesetzt wird. - Sagt, daß der richtige Papst gestorben ist.

http://www.kathpedia.com/index.php?title...er_Alta_Vendita
Ein freimaurerischer Plan für den Umsturz in der katholischen Kirche
Die Alta Vendita war im frühen 19. Jahrhundert die höchste Loge der Carbonari, einer italienischen Geheimgesellschaft mit Verbindungen zur Freimaurerei.


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!

zuletzt bearbeitet 17.09.2017 16:33 | nach oben springen

#28

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 17.09.2017 18:47
von Mariamante • 391 Beiträge

@Kristina:
Über Protestanten oder Kommunionempfang für alle habe ich nirgends geschrieben.
Somit herzlichen Dank für die Ausführungen- haben aber mit der Grundthematik nichts zu tun. Mir geht es konkret darum, dass die Abwertung des NOM und die intentierte Aussage, dass nur jene gültig, heilig und allein nach dem Willen Gottes sei fragwürdig ist.

Was das Zustandekommen des NOM betrifft ist mir bekannt, dass es auch auf den Konzilien viel früher z.B. durch Einfluß von Mächtigen beim Zustandekommen von Beschlüssen äußerst fragwürdig zuging- da gibt es aber weniger Zweifel.

Wenn also die Feier der hl. Messe nach dem neuen Ritus durch die Kirche (sprich den Papst) sanktioniert ist, dann hat sie ihre Gültigkeit. Wer die tridentinische hl. Messe feiern will- soll es. Wer die hl. Messe nach dem NOM feiern will- soll es. Das Elitechristentum und "wir sind besser, wir sind Kirche, wir feiern die allein vor Gott gültige Messe" sehe ich kritisch.

Aber zum Conclusio: Bin überzeugt, dass Gott uns im Gericht nicht nach der Menge von tridentinischen hl. Messen fragen wird, sondern ob wir SEINEN WILLEN in unserem Leben erfüllt haben. Barmherzigkeit und Liebe, Versöhnlichkeit das Halten der Gebote in allen Bereichen wird das Entscheidende sein.

Herzlichen Dank aber für alle Informationen in Bezug auf das hl. Messopfer.


Gelobt sei JESUS CHRISTUS

zuletzt bearbeitet 17.09.2017 18:48 | nach oben springen

#29

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 17.09.2017 20:21
von Kristina (gelöscht)
avatar

@Mariamante
ich wiederhole mich gerne noch einmal.
Es geht NICHT um ein Elitechristentum.

Es geht zuerst darum, was Gott wohlgefälliger ist. Um die Liturgie, nicht um den Menschen.

Im übrigen frage ich mich, wenn wie im Konzil von Trient das Missale wie ein Dogma für immer als einzige rechtmäßige Feier festgehalten wurde, die Kirche trotzdem irgendwann das eine oder andere verwirft.
Welchen Sinn haben dann noch Dogmen und Bullen, Enzykliken der Kirche!


http://katholischedokumente.de.tl/QUO-PR...-ZEITEN-k2-.htm

Apostolische Konstitution
QUO PRIMUM,
13. Juli 1570 A.D.,
hl. Papst Pius V.
(zum Meßbuch der immerwährenden hl. Römische Messe für alle Zeiten)

....
Es ist folglich niemandem erlaubt, dieses Blatt, auf von Uns dem Erlaubnis, Beschluß, Anordnung, Auftrag, Vorschrift, Bewilligung, Indult, Erklärung, Wille, Festsetzung und Verbot aufgezeichnet sind, zu verletzen oder ihm im unbesonnenem Wagnis zuwiderzuhandeln.

Wenn aber jemand sich herausnehmen sollte, dies anzutasten, so soll er wissen, daß er den Zorn des Allmächtigen Gottes und Seiner Heiligen Apostel Petrus und Paulus auf sich ziehen wird.


Gegeben zu Rom bei Sankt Peter, im 1570. Jahre der Geburt des Herrn, am 1. Juli – alter Kalender – im fünften Jahre Unseres Pontifikats.


http://www.summorum-pontificum.de/themen...quo-primum.html

Pius V. bewehrte das neue Missale und seine Bulle mit starken Wendungen gegen künftige Veränderung und „setzte fest, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“ Außerdem bestimmte er:„Auch kann das vorliegende Schreiben niemals widerrufen oder modifiziert werden. Es bleibt vielmehr im vollen Umfang und für immer rechtskräftig bestehen.“ Tatsächlich wurde die Bulle bis letztmalig 1962 auch jeder Neuauflage des Missales vorangestellt. Erst Paul VI. fühlte sich befugt, nicht nur das Messbuch grundstürzend umschreiben zu lassen, sondern auch Quo primum stillschweigend zu entsorgen.
Streng befehlen Wir jedem einzelnen Patriarchen und Verwalter der vorgenannten Kirchen, allen anderen Personen, gleich welchen Ranges sie auch seien, in der Tugend des heiligen Gehorsams: sie sollen die bisher gewohnten Weisen und Riten (auch die aus noch so alten Messbüchern) in Zukunft ganz und gar aufgeben, völlig verwerfen und die Messe nach Ritus, Weise und Norm Unseres Messbuches singen und lesen, und sie sollen nicht wagen, bei der Messfeier andere Zeremonien und Gebete als die in diesem Missale enthaltenen hinzuzufügen oder vorzulesen. 


Ebenso setzen Wir fest und erklären: Kein Vorsteher, Verwalter, Kanoniker, Kaplan oder anderer Weltpriester und kein Mönch gleich welchen Ordens darf angehalten werden, die Messe anders als wie von Uns festgesetzt zu feiern, noch darf er von irgendjemandem gezwungen und veranlasst werden, dieses Missale zu verändern, noch kann das vorliegende Schreiben irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen.


Überhaupt keinem Menschen also sei es erlaubt, dieses Blatt, auf dem Erlaubnis, Beschluss, Anordnung, Auftrag, Vorschrift, Bewilligung, Indult, Erklärung, Wille, Festsetzung und Verbot von Uns aufgezeichnet sind, zu verletzen oder ihm im unbesonnenem Wagnis zuwiderzuhandeln. 
 
Wenn aber jemand sich herausnehmen sollte, dies anzutasten, so soll er wissen, dass er den Zorn des Allmächtigen Gottes und Seiner Heiligen Apostel Petrus und Paulus auf sich ziehen wird. 

....
Tatsächlich hat es in den ganzen Jahrhunderten nach Pius V. nie eine Veränderung des Kanons gegeben - bis Johannes XXIII. sich 1962 entschloss, den hl. Joseph ins Communicantres aufzunehmen. Erst Papst Paul VI. sah sich befugt, den gesamten Ordo einschließlich des Canons völlig neu schaffen zu lassen. Dabei erscheint seine „Reform“ in vielem als das genaue Gegenteil der von Pius V. Wo dieser peinlich genau darauf achtete, alle häretischen Elemente, die in den unruhigen Jahrhunderten um die Reformation in die Messfeier eingedrungen sein mochten, wieder heraus zu drängen, öffnete das Consilium Bugninis den Missdeutungen, Fehldeutungen und Entstellungen der katholischen Lehre seit Luther und Cranmer Tür und Tor.


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!
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#30

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 17.09.2017 21:07
von Mariamante • 391 Beiträge

@Kristina:

Herzlichen Dank für die Ausführungen. "Der Lebendige Mensch ist die Verherrlichung Gottes." So ein Spruch. DAS ist Gott wohlgefällig- die Heiligung des Menschen.

Dass Päpste und Bischöfe in früheren Zeiten ihren Festlegungen mit manchen eindringlichen Worten versuchten Geltung zu schaffen ist bekannt. Es gab auch Zeiten, wo sich Bischöfe gegenseitig fleissig exkommunizierten, weil sie den anderen als Ketzer ansahen und nur ihre Sicht der Dinge Geltung haben sollte.

Wurde die von dir genannte Konstition eigentlich ex- kathedra verkündet? Wohl nicht. Und wie Kenner der Liturgie zugeben werden, gab es auch bis zur tridentinischen hl. Messe verschiedene Riten wie z.B:
Der ambrosianische Ritus,
Der Braga Ritus,
Der mosarabische Ritus,
Der benediktinische Ritus,
Der karmelitanische Ritus,
Der zistersianische Ritus,
Der dominikanische Ritus,
Der karthusianische Ritus,
Der prämonsterianische Ritus

Sollte also Papst Pius V alle diese Riten abgeschafft wissen wollen- wie es dein Dokumentenzitat nahelegt- was sollte einen anderen Papst hindern in einer apostolischen Konstitution ebenso zu verfahren?

Einige Gedanken zum Thema:

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktue...ummen-zuschauer

Wenn die Kirche eine immer zu reformierende bleibt, dann gilt das auch für die Liturgie.


Gelobt sei JESUS CHRISTUS

zuletzt bearbeitet 17.09.2017 21:15 | nach oben springen


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