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Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 27.08.2017 10:30
von Blasius • 2.010 Beiträge

FSSPX
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Von der Luthermesse zum Neuen Messritus


18. Februar, 2017 Distrikt Österreich

Vortrag von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre über die neue Messe am 15. Februar 1975 in Florenz




Bild: Martin Luther und Philipp Melanchthon

Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

Meine Damen und Herren!

Ich werde diesen Abend über die evangelische Messe Luthers sprechen und über die überraschenden Ähnlichkeiten des neuen Ritus der Messe mit den rituellen Neuerungen Luthers.

Warum diese Betrachtungen? Weil die Idee des Ökumenismus, die nach den eigenen Worten des Präsidenten der Liturgischen Kommission für die Liturgiereform maßgebend war, uns diese Betrachtungen nahelegt. Denn wenn erwiesen ist, daß diese Abstammung des neuen Ritus von der Messe Luthers tatsächlich besteht, dürfte das theologische Problem, das heißt, das Problem des Glaubens, nicht ohne Anwendung des Satzes gestellt werden: "Lex orandi, lex credendi" (Das Gesetz des Betens bestimmt das Gesetz des Glaubens).

Nun sind die historischen Dokumente der liturgischen Reform Luthers sehr aufschlußreich und geeignet, in die gegenwärtige Reform Licht zu bringen.

Lehre der Kirche über das Priestertum und das Messopfer
Um richtig zu verstehen, welches die Ziele Luthers bei diesen liturgischen Reformen waren, müssen wir kurz die Lehre der Kirche über das Priestertum und das heilige Messopfer in Erinnerung bringen.
Das Konzil von Trient lehrt uns in seiner XXII. Session, daß Unser Herr Jesus Christus bei Seinem Tod Seinem Priestertum nicht ein Ende setzen wollte und darum beim Letzten Abendmahl ein sichtbares Opfer eingesetzt hat, das dazu bestimmt war, uns die heilsame Kraft Seines Erlösungswerkes für die Sünden, die wir jeden Tag begehen, zuzuwenden. Zu diesem Zweck machte Er Seine Apostel zu Priestern des Neuen Testamentes, sie und ihre Nachfolger, und setzte das Sakrament der Priesterweihe ein, das diesen Priestern des Neuen Bundes einen heiligen und unzerstörbaren Charakter verleiht.

Dieses sichtbare Opfer vollzieht sich auf unseren Altären durch eine Opferhandlung, durch welche Unser Herr, unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig, sich Seinem Vater als Opferlamm darbringt. Und durch das Essen dieses Opferlammes vereinigen wir uns mit dem Fleisch und dem Blut Unseres Herrn und opfern in Vereinigung mit Ihm auch uns selbst auf.

Damit lehrt uns also die Kirche:

(1) Das Priestertum der Priester ist wesentlich verschieden vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen. Diese besitzen kein Weihepriestertum, gehören aber einer Kirche an, die unbedingt ein Weihepriestertum erfordert. Dieses Weihepriestertum verlangt grundsätzlich den Zölibat und ein äußeres Erkennungsmerkmal, das den geweihten Priester von den Gläubigen unterscheidet, das priesterliche Gewand.

(2) Der wesentliche Kultakt, der durch dieses Weihepriestertum erfüllt wird, ist das heilige Messopfer, das einzig nur dadurch vom Kreuzesopfer verschieden ist, daß dieses blutig, jenes aber unblutig ist. Es kommt durch einen mit den Wandlungsworten bewirkten Opferakt zustande und nicht durch das bloße Verlesen eines Berichtes, mag es sich nun um ein Gedenken der Passion oder des letzten Abendmahles handeln.

(3) Durch diesen erhabenen und geheimnisvollen Akt werden jeder einzelnen von unseren Seelen sowie den Armen Seelen im Fegfeuer die Gnaden der Erlösung zuteil. Und das wird auf wundervolle Weise in den Gebeten der Opferung zum Ausdruck gebracht.

(4) Die "wirkliche Gegenwart" des Opferlammes ist also notwendig und sie wird bewirkt durch die Verwandlung der Substanz des Brotes und des Weines in die Substanz des Leibes und des Blutes Unseres Herrn. Man muß also die allerheiligste Eucharistie anbeten und mit unermesslicher Ehrfurcht umgeben, daher die Tradition, die Sorge um die allerheiligste Eucharistie den Priestern vorzubehalten.

(5) Die Messe, die der Priester allein, ohne Gläubige, zelebriert und in der nur er kommuniziert, ist also ein öffentlicher Akt, ein Opfer von gleichem Wert wie jedes Messopfer und von allerhöchstem Nutzen für den Priester und für alle Seelen. Die Privatmesse ist somit von der Kirche sehr empfohlen und gewünscht.
Diese Prinzipien bilden die Grundlage der Gebete, Gesänge und Riten, welche die lateinische Messe zu einem wahren Juwel werden ließen, dessen kostbarster Edelstein der Kanon ist. Man kann nicht ohne Ergriffenheit lesen, was das Konzil von Trient darüber lehrt: "Da es sich geziemt, die heiligen Dinge heilig zu behandeln und da dieses Opfer das Heiligste von allem Heiligen ist, hat die katholische Kirche, damit das Opfer würdig und mit gebührender Ehrfurcht dargebracht und empfangen wird, vor vielen Jahrhunderten den heiligen Kanon eingesetzt, so frei von allem Irrtum, daß nichts in ihm ist, was nicht ganz und gar den Geist der Heiligkeit und Frömmigkeit atmet und nicht in hohem Maß dazu angetan ist, die Herzen jener, die das heilige Opfer darbringen, zu Gott zu erheben. Der Kanon ist tatsächlich zusammengesetzt aus eigenen Worten des Herrn, aus Überlieferungen der Apostel und aus frommen Verordnungen der heiligen Päpste" (Session XXII, Kap. 4).

Luther: "Der Kult ... wird sich an den Menschen richten"
Schauen wir jetzt, wie Luther seine Reform durchgeführt hat, das heißt seine evangelische Messe, wie er sie selbst nennt, und in welchem Geist. Wir berufen uns diesbezüglich auf ein Werk von Mgr. Leon Cristiani (1891-1969), das im Jahre 1910 [in Paris] erschienen ist, also nicht unter dem Verdacht steht, von den gegenwärtigen Reformen beeinflußt zu sein. Dieses Werk hat den Titel "Vom Luthertum zum Protestantismus". Es interessiert uns wegen der Zitate von Texten Luthers oder seine Schüler betreffend die liturgische Reform.

Diese Studie ist sehr aufschlußreich, weil Luther nicht zögert, den liberalen Geist, der ihn beseelt, zu bekunden. "Vor allem", schreibt er, "bitte ich freundschaftlich [...] alle jene, welche die gegenwärtige Verordnung über den göttlichen Dienst prüfen oder befolgen wollen, in ihr kein zwingendes Gesetz zu sehen und keine im Gewissen bindende Nötigung. Jeder nehme sie an, wann, wo und wie es ihm beliebt. So will es die christliche Freiheit" (S. 314).

"Der Kult wandte sich bisher an Gott als eine Huldigung, von nun an wird er sich an den Menschen richten, um ihn zu trösten und aufzuklären. Das Opfer nahm den ersten Platz ein, die Predigt wird es verdrängen" (S. 312).

Luther verwirft das Weihepriestertum
Wie denkt Luther über das Priestertum?

In seinem Werk über die Privatmesse versucht er nachzuweisen, daß das katholische Priestertum eine Erfindung des Teufels sei.

Zu diesem Zweck stützt er sich auf jenes für ihn fortan grundlegende Prinzip: "Was nicht in der Schrift steht, ist vom Satan hinzugefügt. Nun, die Schrift kennt nicht das sichtbare Priestertum. Sie kennt nur einen Priester, einen Hohenpriester, nur einen einzigen: Christus. Mit Christus sind wir alle Priester. Das Priestertum ist zugleich einzig und allgemein. Welch ein Wahnsinn, das Priestertum nur für einige an sich zu reißen. ... Jeder hierarchische Unterschied unter den Christen ist des Antichrists würdig. ... Wehe also denen, die vorgeben, Priester zu sein" (S. 269).

1520 verfaßt er sein "Manifest an den Adel deutscher Nation, von des christlichen Standes Besserung", in welchen er die "Romanisten" angreift und ein freies Konzil fordert.

"Die erste von den Romanisten errichtete Festungsmauer" sei der Unterschied zwischen Geistlichen und Laien. "Man hat herausgefunden", schreibt er, "daß der Papst, die Bischöfe, die Priester und die Mönche den geistlichen Stand bilden, während die Fürsten, die Herren, die Handwerker und die Bauern den weltlichen Stand bilden. Das ist eine reine Erfindung und eine Lüge. In Wahrheit gehören alle Christen dem geistlichen Stand an. Es gibt unter ihnen keinen Unterschied als nur den der Funktion. ... Wenn der Papst oder ein Bischof die Salbung vornimmt, Tonsuren erteilt, weiht, konsekriert und sich anders kleidet als die Laien, kann er wohl Betrüger oder gesalbte Götzen schaffen, aber er kann weder einen Christen machen noch einen Geistlichen. ... Jeder Getaufte kann sich rühmen, geweihter Priester, Bischof und Papst zu sein, wenngleich es auch nicht allen zukommen mag, diese Funktion auszuüben" (S. 148f).

Aus dieser Doktrin zieht Luther die gegen Priesterkleid und Zölibat gerichteten Konsequenzen. Er selber und seine Schüler geben das Beispiel; sie geben den Zölibat auf und heiraten.

Viele konziliare Neuerungen gleichen Luthers Folgerungen
Wieviele Dinge im Gefolge der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils gleichen den Folgerungen Luthers: das

Aufgeben des Ordensgewandes und des Priesterkleides, die zahlreichen vom Heiligen Stuhl genehmigten Heiraten von Priestern, das Fehlen jeden Unterscheidungsmerkmals zwischen Priester und Laien. Diese Gleichmacherei wird sich in der Übertragung liturgischer Funktionen an Laien zeigen, welche bisher nur den Priestern vorbehalten waren.

Die Abschaffung der niederen Weihen und des Subdiakonats und das Diakonat Verheirateter fördern die Auffassung vom Priester als einem rein administrativen Funktionär und die Leugnung des priesterlichen Charakters. Die Priesterweihe ist auf den Dienst an der Gemeinschaft ausgerichtet und nicht mehr auf das Opfer, welches allein den Begriff des katholischen Priestertums rechtfertigt.

Auch die Arbeiterpriester, die Gewerkschaftspriester oder die Priester, welche sich nach einem bezahlten Staatsposten umsehen, tragen dazu bei, jegliche Unterscheidung zum Verschwinden zu bringen. Sie gehen noch weiter als Luther.

Ablehnung des Opfers durch Luther
Der zweite schwerwiegende Irrtum in der Lehre Luthers folgt aus dem ersten und beruht auf seinem ersten Prinzip: Es sind der Glaube oder das Vertrauen, die retten, und nicht die Werke und es ist die Leugnung des Opfercharakters, der das Wesen der katholischen Messe ist.

Für Luther kann die Messe vielleicht ein Lobopfer sein, d. h. eine Lobpreisung, eine Danksagung, aber sicher nicht ein Sühnopfer, welches das Kreu-
zesopfer erneut vollbringt und uns zuwendet.

Wo er auf die Entstellung des Kultes in den Klöstern zu sprechen kommt, sagt er: "Der Hauptbestandteil ihres Kultes, die Messe, übersteigt jede Gottlosigkeit und jeden Greuel. Sie machen aus der Messe ein Opfer und ein gutes Werk. Gäbe es keinen anderen Grund, die Mönchskutte abzulegen, aus dem Kloster auszutreten und die Gelübde zu brechen, das allein wäre wahrlich Grund genug dazu" (S. 258).

Die Messe sei eine "Synaxe" [d. h. eine zu gottesdienstlicher Handlung zusammengekommene Versammlung], eine Kommunionfeier. Die Eucharistie sei einer dreifachen beklagenswerten Gefangenschaft unterworfen worden: man habe den Laien den Gebrauch des Kelches vorenthalten, man habe die von den Thomisten erfundene Lehrmeinung von der Transsubstantiation wie ein Dogma aufgezwungen und man habe aus der Messe ein Opfer gemacht.

Luther rührt hier an einen entscheidenden Punkt. Er tut es ohne jede Hemmung. "Es ist also ein offenkundiger und gottloser Irrtum", schreibt er, "die Messe für Sünden, zur Genugtuung oder für die Verstorbenen aufzuopfern oder darzubringen. ... Die Messe wird von Gott den Menschen und nicht vom Menschen Gott dargebracht."

Nachdem die Eucharistie vor allem dazu da sei, den Glauben zu beleben, sollte sie in der Volkssprache gefeiert werden, damit alle die Größe der Verheißung, die ihnen damit in Erinnerung gerufen wird, auch gut verstehen können (S. 176).

Luther zieht aus dieser Irrlehre die Konsequenzen und beseitigt das Offertorium, das den sühnenden und genugtuenden Zweck des Opfers klar ausdrückt. Er streicht den größten Teil des Kanons und behält zwar dessen wesentliche Texte, aber als Abendmahlsbericht. Um sich noch mehr an das Geschehnis des Letzten Abendmahls anzulehnen, fügt er in der Konsekrationsformel über das Brot die Worte hinzu: "quod pro vobis tradetur - der für euch hingegeben wurde", aber beseitigt die Worte "mysterium fidei - Geheimnis des Glaubens" und in der Kelchformel die Worte "pro multis - für viele". Er betrachtet als wesentliche Worte des Abendmahlsberichtes die Worte, die der Konsekration des Brotes und des Weines vorangehen, und die ihr nachfolgenden Sätze.

Er vertritt die Auffassung, die Messe sei in erster Linie Wortgottesdienst und in zweiter Linie Kommunionfeier.

Nachkonziliare Liturgiereform protestantisiert
Man kann nur mit Bestürzung feststellen, daß bei der neuen Liturgiereform dieselben Änderungen vorgenommen wurden und die modernen Texte, die den Gläubigen in die Hände gedrückt werden, nicht mehr von einem Opfer sprechen, sondern von der Liturgie des Wortes, vom Abendmahlsbericht und von der Teilung des Brotes oder der Eucharistie.

Der Artikel VII der Instruktion, die den neuen Ritus einleitet, war bezeichnend für eine schon protestantische Mentalität. Die daraufhin erfolgte Korrektur ist keineswegs befriedigend.
Die Abschaffung des Altarsteines, die Einführung des Tisches, der nur noch mit einem einzigen Tischtuch bedeckt wird, die Hinwendung des Priesters zum Volk, die Hostie, die immer auf der Patene liegen bleibt und nicht mehr auf dem Korporale, die Erlaubnis, gewöhnliches Brot zu verwenden und liturgische Gefäße aus den verschiedensten Materialien, selbst den allergewöhnlichsten, und noch vieles andere hilft, den Teilnehmern die protestantischen Auffassungen einzuhämmern, die der katholischen Lehre wesentlich und in schwerwiegender Weise entgegengesetzt sind.

Nichts ist für das Überleben der katholischen Kirche notwendiger als das heilige Meßopfer. Dieses zu verdunkeln kommt dem Erschüttern der Fundamente der Kirche gleich. Das gesamte christliche, religiöse und priesterliche Leben beruht auf dem Kreuz, auf dem heiligen Kreuzesopfer, das auf dem Altar erneuert wird.

Luther leugnet die Wesensverwandlung
Luther kommt zu dem Schluss, die Transsubstantiation [Wesensverwandlung] und die wirkliche Gegenwart, so wie sie von der katholischen Kirche gelehrt wird, müsse geleugnet werden. Für ihn bleibt das Brot Brot. Infolgedessen erklärt sein Schüler Melanchthon, der sich heftig gegen die Anbetung des allerheiligsten Altarsakramentes auflehnt: "Christus hat die Eucharistie als Gedächtnis seines Leidens eingesetzt. Es ist Götzendienst, wenn man sie anbetet" (S. 262).

Aus diesem Grund wird die Kommunion in die Hand und unter beiden Gestalten gegeben. Wenn die Gegenwart des Leibes und Blutes Unseres Herrn unter jeder der beiden Gestalten geleugnet wird, ist es verständlich, daß die nur unter einer Gestalt gespendete Eucharistie als unvollständig angesehen wird.

Auch hier läßt sich eine befremdende Ähnlichkeit mit der heutigen Reform und jener Luthers feststellen. Alle neuen Genehmigungen hinsichtlich der Behandlung der Eucharistie gehen in die Richtung einer verminderten Ehrfurcht, eines Vergessens der geschuldeten Anbetung: die Handkommunion, die Austeilung der Kommunion durch Laien, sogar durch Frauen, die Reduzierung der Kniebeugungen, was viele Priester dazu gebracht hat, die Kniebeugung gänzlich zu unterlassen, die Verwendung gewöhnlichen Brotes, gewöhnlicher Gefäße. Alle diese Reformen tragen dazu bei, daß die wirkliche Gegenwart, wie sie die Kirche lehrt, geleugnet wird.

Katastrophale Folgen der Liturgiereform
Nachdem die Grundsätze des Glaubens immer auf das Innigste mit ihrer Betätigung verbunden sind gemäß dem bekannten Satz "lex orandi, lex credendi" (das Gesetz des Betens bestimmt das Gesetz des Glaubens), muß folgerichtig geschlossen werden, daß jede Nachahmung der Reform Luthers in der Liturgie der Messe unweigerlich dazu führen muß, daß nach und nach auch die Ideen Luthers übernommen werden. Die Erfahrung der sechs letzten Jahre seit der Promulgation des Neuen Ordo der Messe beweist es weitgehend. Die Folgen dieser Art des sogenannt ökumenischen Vorgehens sind katastrophal, zunächst auf dem Gebiet des Glaubens. Sie haben aber auch vor allem die Zerstörung des Priestertums zur Folge und daß die Berufungen zurückgegangen sind. Die Folgen sind ebenso katastrophal hinsichtlich der Einheit der Katholiken, die in allen Bevölkerungskreisen wegen dieser Reformfragen, die ihnen so nahe gehen, untereinander zerstritten sind, und schließlich auch hinsichtlich der Beziehungen zu den Protestanten und den Orthodoxen.

Die Auffassung der Protestanten hinsichtlich der für die Kirche lebenswichtigen und wesentlichen Lehre über Priestertum, Opfer und Eucharistie ist der Auffassung der katholischen Kirche gänzlich entgegengesetzt. Nicht umsonst hat das Konzil von Trient stattgefunden und alle Dokumente des kirchlichen Lehramts berufen sich seit vier Jahrhunderten darauf.

Es ist für die Katholiken psychologisch, seelsorglich und theologisch unmöglich, eine Liturgie, die für sie wahrhaft Ausdruck und Stütze ihres Glaubens ist, zu verlassen, um neue, von Irrlehrern ausgedachte Riten zu übernehmen, ohne dadurch ihren Glauben in die allergrößte Gefahr zu bringen. Man kann nicht auf unbestimmte Zeit die Protestanten nachahmen, ohne protestantisch zu werden.

Wie viele Gläubige, wie viele junge Priester, wie viele Bischöfe haben seit der Annahme dieser Reformen den Glauben verloren. Man kann nicht der Natur und dem Glauben entgegenwirken, ohne daß diese sich rächen.

Bericht über die ersten "evangelischen Messen”
Es wäre für Sie von Nutzen, den Bericht über die ersten evangelischen Messen und die Folgen im vorerwähnten Buch von Leon Cristiani durchzulesen, um sich von der erstaunlichen Verwandtschaft der beiden Reformen zu überzeugen:

In der Nacht vom 24. zum 25. Dezember 1521 strömt die Menge in die Pfarrkirche. ... Die "evangelische Messe" beginnt, Karlstadt [Andreas von Karstadt (1480-1541)] besteigt die Kanzel. Er predigt über die Eucharistie. Er verkündigt, daß der Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten obligatorisch sei, die vorausgehende Beichte unnötig. Karlstadt erscheint am Altar in weltlicher Kleidung, betet das Confiteor und beginnt die Messe wie gewöhnlich, bis zum Evangelium. Das Offertorium, die Elevation, kurz alles, was an den Opfergedanken erinnert, wird weggelassen. Nach der Konsekration kommt die Kommunion. Von den Teilnehmern hatten viele nicht gebeichtet. Viele hatten vorher getrunken und gegessen und sogar Schnaps zu sich genommen. Sie gehen zur Kommunion gleich wie alle anderen.

Karlstadt teilt die Hostien aus und reicht den Kelch. Die Kommunizierenden nehmen das konsekrierte Brot in die Hand und trinken, wie es ihnen beliebt. Eine der Hostien entgleitet und fällt auf das Gewand eines Teilnehmers, ein Priester nimmt sie wieder auf. Eine andere fällt auf den Boden. Karlstadt sagt den Laien, sie sollen sie aufheben, und, da sie sich weigerten, aus einer Haltung der Ehrfurcht oder aus Aberglauben, sagt er nur: "Dann soll sie bleiben wo sie ist, wenn man nur nicht darauftritt."

Am gleichen Tag spendete ein Priester der Umgebung die Kommunion unter beiden Gestalten an eine Gruppe von etwa fünfzig Leuten, von denen nur fünf gebeichtet hatten. Die übrigen hatten zusammen die gemeinsame Lossprechung erhalten. Als Buße hatte man ihnen einfach die Empfehlung gegeben, nicht mehr in die Sünde zurückzufallen.

Anderntags feierte Karlstadt seine Verlobung mit Anna von Mochau. Viele Priester ahmten sein Beispiel nach und heirateten.

Während dieser Zeit ist Zwilling [ein Augustinermönch von Wittenberg (geb. 1487)] seinem Kloster entlaufen und predigte in Eilenburg. Er hatte das Ordenskleid abgelegt und trug einen Bart. In weltlicher Kleidung donnerte er gegen die Privatmesse. Am Neujahrstag teilte er die Kommunion unter beiden Gestalten aus. Die Hostien wurden von Hand zu Hand weitergereicht. Mehrere steckten sie in ihre Taschen und nahmen sie mit. Als eine Frau die Hostie zu sich nahm, ließ sie davon einige Partikel zu Boden fallen. Niemand kümmerte sich darum. Die Gläubigen nahmen den Kelch selber zur Hand und tranken daraus kräftige Schlücke.

Am 29. Februar 1522 heiratete Zwilling Katharina Falke. Alsbald setzte eine wahre Epidemie von Priester- und Mönchshochzeiten ein. Die Klöster begannen sich zu leeren. Die Mönche, die noch im Kloster blieben, schleiften die Altäre außer einem einzigen und verbrannten die Bilder der Heiligen, ja sogar das Krankenöl.

Unter den Priestern herrschte die größte Anarchie. Jeder las jetzt die Messe nach seinem Belieben. Die überrumpelte Ratsversammlung beschloß eine neue Liturgie, die dazu bestimmt war, die Ordnung durch Sanktionierung der Reform wiederherzustellen.

Man regelte darin die Art, die Messe zu lesen. Der Introitus, das Gloria, die Epistel, das Evangelium und das Sanktus wurden beibehalten. Ihnen folgte die Predigt. Die Opferungsgebete und der Kanon wurden abgeschafft. Der Priester hatte lediglich den Abendmahlsbericht zu rezitieren, mit lauter Stimme und in deutscher Sprache die Worte der Konsekration zu sprechen und die Kommunion unter beiden Gestalten auszuteilen. Der Gesang des Agnus Dei, die Kommunionfeier und das Benedicamus Domino beendeten den Gottesdienst (S. 281ff).

Luther mildert den Übergang
Luther war darum besorgt, neue Lieder zu schaffen. Er sucht Dichter und findet solche, doch nicht ohne Mühe. Die Heiligenfeste verschwinden. Luther mildert den Übergang. Er bewahrt soweit wie möglich die alten Zeremonien. Er beschränkt sich darauf, ihren Sinn zu ändern. Die Messe behält zum großen Teil ihr bisheriges Gepräge.

Das Volk findet in seinen Kirchen den gleichen Schmuck, die gleichen Riten wieder, aber mit Änderungen, um ihm zu gefallen, denn von nun an wendet man sich weit mehr an das Volk als bisher. Es wird sich dessen bewußt, im Gottesdienst etwas zu gelten. Es nimmt durch den Gesang und das laut verrichtete Gebet aktiveren Anteil daran. Nach und nach räumt das Latein endgültig der deutschen Sprache das Feld.

Die Konsekration wird auf deutsch gesungen. Sie ist in folgendem Wortlaut abgefaßt: "In der Nacht, da Er verraten wurde, nahm Unser Herr Brot, dankte, brach es und gab es Seinen Jüngern und sagte: Nehmet und esset: das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tuet dies, wenn immer ihr es tuet, zu Meinem Andenken. In gleicher Weise nahm Er nach dem Mahle auch den Kelch und sagte: Nehmet und trinket alle daraus, dies ist der Kelch, ein Neuer Bund, in Meinem Blute, das für euch und für die Vergebung der Sünden vergossen ist. Tuet dies, alle Male, wenn ihr diesen Kelch trinket, zu Meinem Andenken" (S. 317).

Es wurden also hinzugefügt die Worte "quod pro vobis tradetur" (der für euch hingegeben wird), und weggelassen bei der Konsekration des Weines die Worte "Mysterium fidei" (Geheimnis des Glaubens), und "pro multis" (für viele).

Drücken diese Berichte betreffend die evangelische Messe nicht die Gefühle aus, die wir bei der reformierten Liturgie seit dem Konzil haben?

Gefahr für die Intention
Alle diese Veränderungen im neuen Ritus sind wirklich gefährlich vor allem für die jungen Priester, die keine Vorstellung mehr vom Opfer, von der wirklichen Gegenwart, von der Transsubstantiation haben und für die alle diese Dinge nichts mehr bedeuten, weil diese jungen Priester nach und nach die Intention verlieren, zu tun, was die Kirche tut und weil sie so nicht mehr gültige Messen lesen.

Sicherlich haben die alten Priester, wenn sie die Messe nach dem neuen Ritus lesen, noch den Glauben, wie er immer war. Sie haben während so vieler Jahre die Messe nach dem alten Ritus gelesen und behalten daher wohl auch ihre Intentionen, so daß man glauben kann, daß ihre Messe gültig ist. Aber in dem Maß als diese Intentionen wegfallen, verschwinden, in dem Maß werden die Messen nicht mehr gültig sein.

Katholiken werden protestantisch
Man wollte den Protestanten näherkommen, aber es waren nur die Katholiken, die protestantisch wurden, die Protestanten hingegen wurden nicht katholisch. Das ist offenkundig!

Wenn fünf Kardinäle und fünfzehn Bischöfe zum "Konzil der Jugendlichen" in Taize gekommen sind, um daran teilzunehmen, wie können diese jungen Leute wissen, was der Katholizismus und was der Protestantismus ist? Manche haben die Kommunion bei den Protestanten genommen, andere bei den Katholiken.

Als Kardinal Willebrands nach Genf kam, zum Ökumenischen Rat der Kirchen, hat er erklärt: "Wir müssen Luther rehabilitieren." Er hat es als Abgesandter des Heiligen Stuhles gesagt!

Schauen Sie die Beichte an. Was ist aus dem Sakrament der Buße geworden mit dieser kollektiven Lossprechung? Ist das eine seelsorgliche Art, den Gläubigen zu sagen: "Wir haben euch die kollektive Lossprechung erteilt. Ihr könnt kommunizieren und, falls ihr die Gelegenheit haben werdet, werdet ihr, wenn ihr schwere Sünden habt, im Lauf der nächsten sechs Monate oder eines Jahres zur Beichte gehen." Wer kann sagen, daß diese Art des Vorgehens eine seelsorgliche ist? Welche Vorstellung kann man sich da von der schweren Sünde machen?

Auch beim Sakrament der Firmung besteht die gleiche Situation. Eine jetzt übliche Formel lautet: "Ich bezeichne dich mit dem Kreuz, empfange den Heiligen Geist." Es muß doch klar ausgesprochen werden, welches die besondere Gnade des Sakraments ist, durch das sich der Heilige Geist mitteilt. Wenn man nicht diese Worte spricht: "Ego te confirmo in nomine Patris...", kommt das Sakrament nicht zustande. Ich habe das auch den Kardinälen vorgehalten, weil sie mir erklärt haben: "Sie spenden die Firmung, wo Sie gar kein Recht dazu haben, das zu tun." Ich habe ihnen gesagt: Ich tue es, weil die Gläubigen befürchten, ihre Kinder hätten keine Firmgnade empfangen und weil sie an der Gültigkeit des Firmsakramentes, so wie es heute in den Kirchen gespendet wird, Zweifel haben. Um also wenigstens diese Sicherheit zu haben, die Firmgnade wirklich zu empfangen, bittet man mich um die Spendung der Firmung. Ich tue es, weil ich glaube, daß ich sie denen nicht verweigern kann, die mich um eine gültige Firmung bitten, auch wenn das nicht erlaubt ist. Dies deshalb, weil wir uns in einer Zeit befinden, in der das natürliche und das übernatürliche göttliche Recht dem positiven kirchlichen Recht vorgeht, wenn dieses zu ihm im Widerspruch steht, statt sein Vollzugsprinzip zu sein.

Wir können diesen Reformen nicht Folge leisten
Wir befinden uns in einer außerordentlichen Krise. Wir können diesen Reformen nicht Folge leisten. Wo sind die guten Früchte dieser Reform? Das frage ich mich wirklich! Die Liturgiereform, die Reform der Priesterseminare, die Reform der Ordensgemeinschaften, alle diese Generalkapitel, wohin haben sie die armen Kongregationen gebracht? Alles geht zugrunde! Keine Novizen mehr, keine Berufungen mehr!

Der Kardinal-Erzbischof Joseph Louis Bernardin von Cincinnati hat in der Bischofssynode in Rom ebenfalls zugegeben: "In unseren Ländern" - der Kardinal repräsentiert alle englischsprechenden Länder - „gibt es keine Berufungen mehr, weil man nicht mehr weiß, was der Priester ist." Wir müssen also an der Tradition festhalten. Nur die Tradition verbürgt uns die Gnade. Nur die Tradition verbürgt uns die Kontinuität in der Kirche. Wenn wir die Tradition aufgeben, beteiligen wir uns an der Zerstörung der Kirche.

Ich habe es auch jenen Kardinälen der Kardinalskommission gesagt: "Sehen Sie nicht beim Konzil, daß das Schema über die Religionsfreiheit ein widersprüchliches ist? Im ersten Teil des Schemas ist gesagt: 'Nichts wird an der Tradition geändert.' - Und im weiteren Schema widerspricht dann alles der Tradition. Das widerspricht dem, was Gregor XVI., Pius IX. und Leo XIII. gesagt haben."

Wir sind also vor eine Wahl gestellt! Entweder wir sind mit der Religionsfreiheit des Konzils einverstanden und stehen also im Widerspruch zu dem, was diese Päpste gesagt haben, oder wir sind mit diesen Päpsten eines Sinnes, dann sind wir also nicht mehr einverstanden mit dem, was im Schema über die Religionsfreiheit gesagt wird. Es ist unmöglich, beidem zuzustimmen. Und ich habe hinzugefügt: "Ich entscheide mich für die Tradition, ich bin für die Tradition und nicht für diese Neuerungen, die Liberalismus sind, nichts anderes als Liberalismus, der von sämtlichen Päpsten während anderthalb Jahrhunderten verurteilt wurde. Dieser Liberalismus ist durch das Konzil in die Kirche eingedrungen: 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit'.

Die Freiheit, das ist die Religionsfreiheit, die Brüderlichkeit, das ist der Ökumenismus, die Gleichheit, das ist die Kollegialität! Und das sind die drei Prinzipien des Liberalismus, der von den Philosophen des XVII. Jahrhunderts gekommen ist und schließlich zur Französischen Revolution geführt hat!

Es sind jene Ideen, die mit Hilfe von zweideutigen Redewendungen in das Konzil eingedrungen sind. Und jetzt gehen wir dem Ruin entgegen, dem Ruin der Kirche, denn diese Ideen widersprechen absolut der Natur und dem Glauben. Es gibt unter uns keine Gleichheit, keine wirkliche Gleichheit. Papst Leo XIII. hat das in seiner Enzyklika über die Freiheit so gut, so klar gesagt.

Dann, die Brüderlichkeit: Wenn es nicht einen Vater gibt, wo werden wir die Brüderlichkeit finden? Wenn es keinen Vater gibt, gibt es Gott nicht, wie sind wir dann Brüder? Wie können wir Brüder sein ohne gemeinsamen Vater? Unmöglich! Soll man alle Feinde der Kirche umarmen: die Kommunisten, die Buddhisten, alle jene, die gegen die Kirche sind? Die Freimaurer?

Und dieses Dekret, das vor einer Woche erlassen wurde, das besagt, daß es jetzt keine Exkommunikation mehr gibt für einen Katholiken, der in die Freimaurerei eintritt! In sie, die Portugal zerstört hat? Und wer stand in Chile auf Seiten von Allende? Und was ist jetzt in Süd-Vietnam? Die katholischen Staaten müssen vernichtet werden: Österreich, während des Ersten Weltkrieges, Ungarn, Polen. Die Freimaurer wollen die Vernichtung aller katholischen Staaten! Was wird in einem Jahre mit Spanien geschehen, mit Italien? Warum öffnet die Kirche allen diesen Leuten ihre Arme, die Feinde der Kirche sind?

Einsatz für die Aufrechterhaltung der Tradition
Ach, wieviel müssen wir beten, beten! Wir erleben einen Ansturm des Teufels gegen die Kirche, wie man ihn noch nie gesehen hat. Wir müssen Unsere liebe Frau, die allerseligste Jungfrau Maria, bitten, uns zu Hilfe zu kommen, weil wir wirklich nicht wissen, was morgen sein wird.

Es ist unmöglich, daß Gott alle diese Blasphemien, diese Sakrilegien hinnimmt, die Seiner Glorie, Seiner Majestät angetan werden! Denken wir an die Gesetze über die Abtreibung, die wir in so vielen Ländern sehen, an die Scheidung in Italien, an allen jenen Verfall des Sittengesetzes, jenen Verfall der Wahrhaftigkeit. Es ist schwer zu glauben, daß das alles geschehen kann, ohne daß Gott eines Tages spricht und die Welt mit schrecklichen Züchtigungen straft!
Darum müssen wir Gott um Sein Erbarmen anflehen für uns und für unsere Brüder; aber wir müssen kämpfen, uns einsetzen für die Aufrechterhaltung der Tradition und dürfen keine Angst haben. Wir müssen vor allem den Ritus unserer heiligen Messe aufrechterhalten, denn sie ist die Grundlage der Kirche und der christlichen Kultur. Wenn es in der Kirche keine wahre Messe mehr geben würde, würde die Kirche vom Erdboden verschwinden.

Wir müssen also diesen Ritus, dieses Opfer beibehalten. Alle unsere Kirchen wurden für diese Messe erbaut und nicht für eine andere Messe, für dieses Meßopfer, nicht für ein Abendmahl, für eine Mahlzeit, für ein Gedächtnismahl, für eine Kommunion. Nein.

Ich rechne mit Ihren Gebeten für meine Seminaristen, um aus meinen Seminaristen wahre Priester zu machen, die den Glauben haben und so befähigt sind, die wahren Sakramente zu spenden und das wahre Meßopfer darzubringen.

Ich danke Ihnen.

"Von der Luthermesse zum Neuen Messritus" als Pdf Datei

Originaltext: "La Messe de Luther", Sonderdruck bei Editions Saint-Gabriei, CH-1920 Martigny 1975.

Übersetzung von Dr. Ferdinand Steinhart in: S. E Erzbischof Marcel Lefebvre, Missionar und Zeuge in der nachkonziiiaren Christenheit, Stuttgart 1994, SS. 31-42.


http://www.fsspx.at/de/news-events/news/...messritus-20353


zuletzt bearbeitet 27.08.2017 10:32 | nach oben springen

#2

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 14.09.2017 09:30
von alfredus • 15 Beiträge

Grüss Gott und herzlichen Dank an Blasius für diesen wirklich kostbaren Beitrag. Hier empfindet man ein tiefes religiöses Gefühl, das tief ins Herz eindringt. Dabei drängt sich sofort der Gedanke auf und wird ihn nicht los, wie die Kirche wirklich unchristlich mit Erzbischof Lefebvre umgegangen ist und ihn auch noch bestraft hat. Da kommt man schon wieder nicht am II.Vatikanum vorbei, das ein gemachtes Konzil durch Menschengeist war und ist. Nur durch Verblendung und Euphorie über das Konzil, konnte es geschehen, dass man nicht die Sendung dieses Gottesmannes erkannte. Erzbischof Lefebvre wurde nicht nur verkannt, er wurde auch noch erpresst und hingehalten und hat gedacht sein Tod würde das Problem lösen. Der Erzbischof musste handeln und weihte drei Bischöfe die sein Werk weiterführen sollten. Sein Werk besteht noch heute und wird bis an das Ende der Zeiten weiter bestehen. Dass sein Werk von Gott ist, beweisen die ständigen Angriffe und Verleumdungen der die FSSPX ausgesetzt sind. Was man nicht verstehen kann ist die Tatsache, dass Benedikt XVI. kurz vor seinem Rücktritt, die Meßlatte für die Piusbruderschaft nochmal angehoben hat. Herzliche Grüße und weiterhin Gottes Segen !

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#3

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 14.09.2017 10:16
von Mariamante • 391 Beiträge

pardon, dass ich mir hier widerrede erlaube:

ich dachte immer, dass die Kirche JESU die auf den Felsen Petri gegründet ist- "bis ans Ende der Zeiten" weiter bestehen wird. Nun ist es aber so, dass das Werk von EB Leferbve weiter besteht. Und als "Argumenation" soll gelten: Weil das Werk von EB Lefebrve verfolgt wird, daher ist es ein Werk Gottes.

Wie ein aufmerksamer Beobachter sehen kann, werden auch Andersgläubige verfolgt- bis dahin, dass man Gewalt gegen sie angewendet wissen will (z.B. Luther hätte luqidiert werden sollen). Also wenn nur der Aspekt der Verfolgung als Zeichen für Gottwohlgefälligkeit gelten soll, dann sind auch die Verfolgungen die man z.B. gegen Papst Franziskus ins Werk setzt - oder Angriffe und Verleumdungen gegen Liberale und Modernisten als Zeichen zu sehen.

So einfach ist es eben nicht.

Das Schwarzweissdenken führt weiter zu Spaltungen und Streit. Und wenn man von den Urchristen sagte: "Seht wie sie einander lieben" - so muss man von manchen Katholiken heute eher sagen: "Seht, wie sie miteinander und untereinander streiten".


Gelobt sei JESUS CHRISTUS

zuletzt bearbeitet 14.09.2017 10:17 | nach oben springen

#4

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 14.09.2017 11:59
von Kristina (gelöscht)
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@Mariamante

aus Sicht der Messe hat alfredus recht!

Was wäre aus dem trid. Ritus geworden, wenn sich Erzbischof Lefebvre nicht dafür eingesetzt hätte!
Und ja, an der Ächtung der Piusbruderschaft kann man auch ihre Richtigkeit erkennen.

Die Kirche Jesu wird bis ans Ende der Zeiten bestehen. Nur aus dieser immer deutlich werdenden Spaltung, Glaubensabfall u.a. wird die Kirche vielleicht anders weiterbestehen.

Es kann nicht eine bunte Vielfalt an Messen geben.
Mittlerweile übernehmen immer mehr Laien die Aufgaben eines Priesters. Eine immer mehr von Menschen gemachte Kirche setzt sich durch. Die "Messe" der Protestanten ist auch menschenwerk.

Entweder ist nur die eine hl. Messe richtig und die andere falsch oder es sind beide falsch.

Nur eins spielt eine Rolle: Was ist Gott wohlgefälliger und nicht was dem Menschen gefällt.

Dein Zitat von Andi:
...(z.B. Luther hätte luqidiert werden sollen)..
Du brauchst Andis Einstellung nicht stellvertretend für dieses Forum anzuführen!

weiter schreibst du:
Das Schwarzweissdenken führt weiter zu Spaltungen und Streit. Und wenn man von den Urchristen sagte: "Seht wie sie einander lieben" - so muss man von manchen Katholiken heute eher sagen: "Seht, wie sie miteinander und untereinander streiten".


Die Spaltung ist schon lange da u.a. durch einige Bischöfe und Papst Franziskus!
Es ist falsch, alles in und aus Liebe und Barmherzigkeit durchgehen zu lassen.
Deshalb ist - wie du schreibst - ein Schwarzweißdenken unter Einbeziehung und zur Orientierung der Lehre der Kirche, dem Wort Gottes - manchmal unerlässlich.
Außerdem wird sich nichts ändern, wenn man nicht über Dinge spricht, die offensichtlich falsch laufen.

LG
Kristina


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!
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#5

RE: Von der Luthermesse zum Neuen Messritus

in Diskussionsplattform Kirche 14.09.2017 14:16
von Mariamante • 391 Beiträge

Liebe @Kristina:Zuerst herzlichen Dank für Deine Stellungnahme. Ich kann schon verstehen, dass viele Menschen an der tridentinischen hl. Messe ihr Wohlgefallen haben. Was aber vor Gott am wohlgefälligsten ist, ist ein heiliges Leben.

Es gibt Menschen die heute unter uns leben, die ich durchaus als fromm und katholisch ansehen würde, die mit der Feier der tridentinischen hl. Messe mit ihren langen, ausführlichen lateinischen Gebeten nicht so viel anfangen können. Es gibt zwar Freunde der tridentinischen hl. Messe die meinen, die neue Messe wäre nur ein "Torso", und Gott könne allein durch die tridentinische hl. Messe würdig verehrt werden - aber eine solche Meinung sehe ich kritisch.

Wie ein Priester vor kurzer Zeit in einer Predigt m.E. trefflich sagte, gibt es eine Art Heilsegoismus die sagt: Nur da oder dort- z.B. nur in der tridentinischen hl. Messe wirkt Gott- nur bei traditionellen Katholiken- sonst nirgends.

Wenn wir diese Aspekte mit- bedenken könnte es (wie es in der Kirche mit ihren unterschiedlichen Orden und auch ihren unterschiedlichen erlaubten Liturgien- man denke an die Brüder Kyrill und Method- schon immer wahr) durchauch aus eine liturgische Vielfalt geben- die der Ehre Gottes keinen Abbruch tut. Nach meinem Ermessen sollten wir am LEBENDIGEN GOTT hängen. Wenn wir diese oder jene Liturgie als die einzig wahre, richtige einstufen ist die Gefahr groß, dass wir etwas Gott gleichsetzen.


Gelobt sei JESUS CHRISTUS

zuletzt bearbeitet 14.09.2017 14:17 | nach oben springen



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