Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#101

RE: Stufen zur Vollkommenheit

in Leben und Sterben 04.10.2017 17:09
von Aquila • 5.742 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Das Ziel beim Erklimmen der Stufen zur Vollkommenheit muss das Erreichen der Gleichförmigkeit des eigenen Willens mit dem Willen Gottes sein.
Wir wissen alle um die damit einhergehenden und zu überwindenden Schwierigkeiten:.



Dazu der hl. Alfons Maria von Liguori (1686-1797) in "Der Wille Gottes":




-

Und um dies zu erreichen, müssen wir die Hilfe unserer heiligen Patrone, unserer Schutzengel und vor allem die Hilfe der Gottesmutter anflehen;
denn sie war die vollkommenste unter allen Heiligen und zwar aus dem Grunde, weil sie immer und mit einer unvergleichlichen Vollkommenheit den Willen Gottes umfaßt hat.

Die Schwierigkeit liegt darin,
daß man in allen Schwierigkeiten den Willen Gottes gut annimmt,
ob diese Ereignisse unseren natürlichen Wünschen entsprechen oder ob sie ihnen entgegengesetzt sind.
In den glücklichen Ereignissen können es selbst Sünder fertigbringen, keinen anderen Willen zu haben als den Willen Gottes.
Die Heiligen aber bringen dies fertig keinen anderen Willen zu haben als den Willen Gottes gleichermaßen auch in jenen Dingen, die sich uns widersetzen und unserer Eigenliebe mißfallen.
Und gerade darin kann man die Vollkommenheit unserer Liebe zu Gott erkennen.

Gemäß einem Wort des sel. Johannes von Avila
"hat ein einziges ,Gott sei gepriesen', in Widerwärtigkeiten ausgesprochen,
mehr Wert als tausend Danksagungen in den Stunden, wo uns alles gelingt
.”

Übrigens müssen wir unseren Willen mit dem göttlichen Willen nicht nur in den Widerwärtigkeiten vereinen, die uns direkt von Gott her kommen, wie z.B. Krankheiten, geistliche Trostlosigkeit, Armut, Trauerfälle und andere ähnliche Dinge; sondern auch in den Übeln, die uns von den Menschen her zukommen wie z. B. Verachtung, Verleumdung, Ungerechtigkeiten, Diebstahl und schlechtes Vorgehen aller Art."

-

Siehe dazu bitte auch:
Die Verehrer des Kreuzes

-


zuletzt bearbeitet 04.10.2017 18:18 | nach oben springen

#102

RE: Stufen zur Vollkommenheit

in Leben und Sterben 10.10.2017 00:51
von Aquila • 5.742 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !






Der sel. Columban Marmion (1858-1923)
über die Notwendigkeit der Offenheit für den Willen Gottes:




-

"Ich wünsche sehnlichst, dass Sie die Ruhe und den Frieden erlangen können.
Das beste Mittel, um diese Ruhe zu erlangen
ist eine völlige Offenheit für den heiligen Willen Gottes
:
dort befindet sich der Ort des Friedens.
[....]
Trachten Sie danach, nichts zu wollen, Ihr Herz an nichts zu hängen, ohne es vorher Gott hingehalten zu haben und es in das Allerheiligste Herz Jesu gelegt zu haben, um es nur noch in Ihm und mit Ihm zu wollen.

Einer der Hauptgründe, warum wir den Seelenfrieden verlieren, wenn wir uns etwas wünschen ist, dass wir unser Herz an irgendein Ergebnis hängen, ohne zu wissen, ob Gott dies so will oder nicht; und wenn sich dann unseren Wünschen ein Hindernis in den Weg stellt, macht uns dies schwer zu schaffen, wir verlassen die Offenheit für den heiligen Willen und verlieren den Frieden."

-

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#103

RE: Stufen zur Vollkommenheit

in Leben und Sterben 29.12.2017 23:57
von Aquila • 5.742 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Die Versuchungen zum Zorn sind breitgestreut....
nicht immer gelingt es den Aufwallungen zum Zorn zu entgehen....
unsere Schwächen und Unvollkommenheiten werden gleichsam zu dessen Türöffner.

In seinem Werk "Philothea" beschreibt
der hl. Franz v. Sales
- der selber während 29 Jahre unter Jähzorn gelitten hat -
wie dem aufkommenden Zorn zu begegnen ist:


[....]
Werden wir einmal aus Schwäche und Unvollkommenheit davon überrascht,
dann ist es besser, ihn rasch niederzuschlagen,
als mit ihm zu unterhandeln;
denn sowenig Freiheit man ihm auch zugesteht, er macht sich doch schnell zum Herrn der Lage, der Schlange gleich, die leicht ihren ganzen Leib nachzieht, wo sie einmal den Kopf durchstecken kon rasch niederzuschlagen, als mit ihm zu unterhandeln; denn sowenig Freiheit man ihm auch zugesteht, er macht sich doch schnell zum Herrn der Lage, der Schlange gleich, die leicht ihren ganzen Leib nachzieht, wo sie einmal den Kopf durchstecken konnte.
Wie aber schlägt man den Zorn nieder?

Nimm schnell
deine Kraft zusammen, sobald du ihn aufsteigen fühlst:
nicht heftig und ungestüm,
sondern ruhig und doch ernsthaft
.
Bei Parlaments- und Gerichtssitzungen machen oft die Türhüter, die „Ruhe!“ schreien, mehr Lärm als die Leute, die sie zum Schweigen bringen wollen;
so geht es auch oft mit dem Zorn:
wenn wir heftig dagegen ankämpfen,
machen wir unser Herz unruhiger,
als es vorher war
, so dass es vor Aufregung nicht mehr Herr über sich selbst ist.

Nach diesem ruhigen Bemühen befolge die Weisung des hl. Augustinus an den jungen Bischof Auxilius:
„Handle, wie ein Mann handeln soll.
Trifft dich, was der Mann Gottes im Psalm sagt: ,Mein Herz ist von großem Zorn erregt‘, dann rufe zu Gott, auf dass er seine Rechte ausstrecke, um deinem Zorn zu gebieten: ,Herr, hab Erbarmen mit mir!‘
(Ps 31,10).“
Damit will ich sagen,
dass wir Gott um Hilfe anrufen müssen, wenn wir uns vom Zorn erregt fühlen,
wie die Apostel, als sie mitten auf dem See von Sturm und Unwetter hin- und hergeschleudert wurden.
Es wird unsere Leidenschaft zum Schweigen bringen und es wird eine große Ruhe sein.
Aber eines sage ich dir immer wieder: Wenn du im Gebet gegen einen vorhandenen oder aufsteigenden Zorn ankämpfst,
dann bete immer ruhig, ja nicht heftig!

So müssen alle Mittel gegen dieses Übel gehandhabt werden.
[....]

-

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#104

RE: Stufen zur Vollkommenheit

in Leben und Sterben 30.12.2017 22:58
von Aquila • 5.742 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Im vorigen Beitrag haben wir die Ratschläge des hl. Franz v. Sales gelesen wie den Aufwallungen des Zorns zu begegnen sei.

Wie bereits erwähnt musste der hl. Franz v. Sales einen harten ( jahrzehntelangen !) Kampf gegen seinen Jähzorn führen ehe er zu zum sanft- und gleichmütigen Seelenführer wurde.
Übrigens erging es dem hl. Pfarrer v. Ars âhnlich;
auch er war zuvor von aufbrausender Natur ehe ihm nicht einmal mehr die Dämonen den Frieden Christi rauben konnten und er so zu dem berühmten grossen Beichtvater werden liess.


Wir allem wissen um die "Hitze des (Wort-)Gefechtes",
welche ihren Ursprung in der "Hitze" eines sich ereiferten Herzens findet.


Um zielstrebig zur besagten Sanft- und Gleichmut zu finden,
hat der hl. Franz v. Sales hat denn auch ein nachahmungswürdiges
"Bündnis" geschlossen....

-

"Lieber Freund!
Ich und meine Zunge haben ein unverletzliches Bündnis geschlossenen und wir sind übereingekommen, dass,
während mein Herz sich ereifert,
meine Zunge kein Wort hervorbringe und erst dann sprechen dürfe,
wenn sich die innere Hitze gelegt hat
."

-


zuletzt bearbeitet 30.12.2017 23:00 | nach oben springen

#105

RE: Stufen zur Vollkommenheit

in Leben und Sterben 31.01.2018 21:50
von Aquila • 5.742 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


[[File:Download (3).jpeg|left|auto]]
Der hl. Franz v. Sales mahnt in seinem Werk "Philothea",
uns im Streben nach Vollkommenheit geduldig im Kleinen - im Alltäglichen - zu bewähren.
Nur so kann uns unser Herr auch über Grosses setzen:

-

"Sei also bereit, große Leiden, ja selbst den Martertod für den Herrn auf dich zu nehmen; sei entschlossen, ihm das Kostbarste zu opfern, wenn er es verlangen sollte: Vater, Mutter, Bruder, Gatten oder Gattin und Kinder, deine Augen sogar und dein Leben; dies alles hinzugeben, soll dein Herz bereit sein.
Da dir aber die göttliche Vorsehung nicht so schmerzliche und große Prüfungen schickt, da sie nicht die Augen von dir fordert, so gib ihr wenigstens deine Haare,
d. h. ertrage gelassen die kleinen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten, die kleinen alltäglichen Opfer.
Mit jedem dieser kleinen Geschenke kannst du seine Liebe gewinnen, wenn du in sie viel Liebe und Hingabe hineinlegst.
Diese täglichen kleinen Liebesdienste, das Kopfweh und die Zahnschmerzen, das Geschwür und die üble Laune des Mannes oder der Frau, ein zerbrochenes Glas, ein geringschätziges oder unwilliges Wort, der Verlust eines Ringes oder Taschentuchs, die kleine Unbequemlichkeit, früh schlafen zu gehen, um früh zu Gebet und Kommunion aufzustehen, die Scheu, gewisse Übungen der Frömmigkeit öffentlich zu verrichten, kurz alle diese kleinen Leiden in Liebe angenommen und ertragen, erfreuen die göttliche Güte überaus, die für ein einziges Glas Wasser das Meer der Seligkeit den Gläubigen versprochen hat (vgl. Mt 10,42).
Da sich solche Gelegenheiten sehr oft bieten, können wir durch sie große geistliche Reichtümer anhäufen, wenn wir sie gut benützen.

Lege die Hand an Großes, übe dich im innerlichen Gebet, in der Betrachtung, empfange die Sakramente, flöße anderen die Liebe zu Gott ein, senke in ihre Herzen gute Regungen, wirke Großes und Wichtiges je nach deinem Beruf;
darüber aber vergiss nicht deinen Spinnrocken und deine Spindel, d. h. übe die kleinen und bescheidenen Tugenden, die wie Blumen am Fuß des Kreuzes wachsen: Armendienst, Krankenbesuche, gewissenhafte Sorge für die eigene Familie mit allem, was dazu gehört, fleißige Arbeit, die dich nie müßig sein lässt.
[....]
Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer.
Wer aber im Kleinen treu ist, sagt der Heiland, den wird man über Großes setzen (Mt 25,21).
Verrichte also alles im Namen Gottes (Kol 3,17) und es wird gut getan sein.
Ob du isst oder trinkst (1 Kor 10,31), dich erholst oder am Herd stehst: wenn du deine Arbeit gut verrichtest, wirst du großen Nutzen vor Gott haben, wenn du alles tust, weil Gott es von dir verlangt.
[....]
Sehne dich nur in dem Maß nach Kreuzen, als du jene gut getragen hast, die dir bisher auferlegt wurden.
Es ist ein Unfug, sich nach dem Martertod zu sehnen, wenn man nicht den Mut hat, eine Beleidigung zu ertragen.
Der böse Feind flößt uns eine mächtige Sehnsucht nach fernen Dingen ein, die niemals geschehen werden, um unseren Geist von dem abzulenken, was wir jetzt zu tun haben oder was uns viel nützen könnte, wenn es auch unscheinbar ist.
Wir kämpfen in der Phantasie gegen die afrikanischen Ungeheuer und lassen uns von den kleinen Schlangen am Weg töten, weil wir ihrer nicht achten.
Wünsche dir keine Versuchungen; das wäre Anmaßung.
Begnüge dich damit, sie mutig zu erwarten und dich gegen sie zu wehren, wenn sie kommen.

Vielerlei Speisen, besonders wenn sie in großen Mengen genossen werden, beschweren den Magen; wenn er schwach ist, geht er daran zugrunde.
Beschwere auch deine Seele nicht mit vielerlei Wünschen, sie schaden ihr nur; nicht einmal mit geistlichen Wünschen, denn sie hemmen deinen Fortschritt."

-

Siehe bitte auch:
Zitate des hl. Franz v. Sales

-


zuletzt bearbeitet 31.01.2018 21:55 | nach oben springen


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