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#101

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 21.03.2024 08:23
von Blasius • 3.856 Beiträge




Am Fest des hl. Benedikt


Dein heil`ger Geist, o Gott, ist sanft und stark;

Er dringt bis in des Herzens inn`res Mark;

Durch ihn vollbringt der Mensch die höchsten Werke,

Auf dass die Welt den Finger Gottes merke.




1. Zu allen Zeiten, wenn die Missetaten überhand nahmen und der Glaube zu wanken drohte, erweckt Gott heilige Menschen, die durch das Feuer ihres Eifers dem Strom des Verderbens einen Damm setzten. Gewöhnlich beruft er diese Herolde, gleich dem heiligen Täufer Johannes, früher in die Einöde, dort zu ihrem Herzen zu sprechen, und es gleich einer heiligen Lampe mit dem Öl seiner Liebe und aller Tugenden zu erfüllen. Ein solches Licht im Herrn war Benedikt, der dem herrschenden Sittenverderbnis entfloh, und Gott unter Fasten und Gebet in einer schauderhaften Wildnis diente. Auch wir können nur in der Entfernung von der Welt, und durch Abtötung und Gebet zu den Gnaden Gottes uns vorbereiten.



2. Gott, der den jungen Benedikt zum Feldherrn eines großen Heeres heiliger Streiter bestimmt hatte, ließ es zu, dass er durch viele und heftige Versuchungen geprüft würde. Zumal wurde er so furchtbar gegen die Keuschheit angefochten, dass er sich nackt auf Dornen wälzte, das Feuer der Begierlichkeit durch das Blut seines verwundeten Körpers zu löschen. Bald zog der Ruf seiner Heiligkeit viele an, unter seine Leitung sich zu begeben. Sogar viele Klöster verlangten ihn zum Vorgesetzten. Da jedoch die Ordenszucht verfallen war, und sie keiner Regel sich fügen wollten, stellten sie ihm nach dem Leben. Auch erweckte der Feind des Heils ihm viele andere schwere Verfolgungen, die Früchte des Guten, die er vorhersah, im Keim zu ersticken. Also führt Gott alle seine wahren Diener durch schwere Trübsale zum Ziel.



3. Nachdem aber das Samenkorn auf diese Weise erstorben war, brachte es viele Frucht. Es ging daraus einer der größten und heiligsten kirchlichen Orden hervor, durch die Heiligkeit und Wissenschaften wundersam gefördert wurden. Der Orden gebar zahllose Heilige, und zählte viele Päpste und Kardinäle, Kaiser und Könige und andere Personen aus königlichen und fürstlichen Häusern als Mitglieder. Willst du vieles für Gottes Ehre tun, so leide vieles für ihn, und kämpfe tapfer gegen die Versuchungen. Jakobus 1,12: "Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben."


https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/


Bild: Montecassino ist die sechzehnte und abschließende Etappe des Pilgerwegs Benediktweg von Norcia über Subiaco nach Montecassino


zuletzt bearbeitet 21.03.2024 08:38 | nach oben springen

#102

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 26.03.2024 09:54
von Blasius • 3.856 Beiträge






Von der Hölle



Gott, heilig ist dein Licht und deine Macht.

Als Gott belohnest und bestrafest du.

Der Frevler zieht sich ew`ge Strafen zu;

Er hasst das Licht, und sinkt in ew`ge Nacht;

Den Treuen aber reichst du Himmelskronen,

Und lässest ewig sie im Lichte wohnen.




1. Es ist eine der Grundwahrheiten des Christentums, dass es eine Hölle, nämlich einen Kerker der ewigen Gerechtigkeit, für Sünder gibt, die dies Leben verlassen, ohne sich von ihren Sünden abzukehren. Auf dieser Wahrheit ruht das ganze Werk der Erlösung wie auf seiner Grundfeste. Jesus starb am Kreuz, von diesem ewigen Tod alle zu erlösen, die an seiner göttlichen Erlösung Anteil nehmen wollen. Denn dass die Sünde, als eine Beleidigung der unendlichen Majestät, eine unendliche Strafe verdiente, die nur durch unendlichen Ersatz konnte aufgehoben werden, dies zeigt uns Kalvaria, wo wir die Gerechtigkeit Gottes und seine Barmherzigkeit im vollkommensten Einklang sehen.



2. Wie schrecklich dieser Ort der ewigen Strafe ist, lässt sich aus den Ausdrücken der Schrift ermessen, die ihn einen Feuerofen ohne Luft und Öffnung nennt, wo das Feuer ewig brennt; und die Unglückseligen, die der ewige Fluch traf, gleich feurigen Bränden glühen; den Flammen- und Schwefelteich des Zornes Gottes; die Kelter des göttlichen Grimmes; den Brunnen des Todes; den Ort der Qual und Finsternis, wohin in Ewigkeit kein Strahl des Lichtes dringt; ein Gefängnis, worin die Verdammten, in ewigen Ketten gefesselt, Tag und Nacht in rasender Verzweiflung heulen; ein Haus des bösen Geistes, worin er herrscht, und die Verworfenen als Schergen der göttlichen Gerechtigkeit peinigt! Ach, welch ein Haus, welch ein schrecklicher Aufenthalt.



3. Über alle Vorstellung sind diese Strafen der unendlichen Gerechtigkeit. Dennoch würden sie den größten Teil ihrer Bitterkeit verlieren, wenn den Verworfenen auch nur ein Funke Hoffnung leuchtete, dass sie einst ein Ende nähmen. Aber darin eben besteht die Verzweiflung, die sie ewig foltert, dass sie kein Ende nehmen. Ewig rasen sie gegen sich selbst: Ich, ich bin schuld an meiner Verdammnis. Ich könnte nun im Himmel sein, und bin in der Hölle. Nun erkennen sie Gott als den unendlichen Quell aller Glückseligkeit, hungern ewig vergeblich nach ihm, und hassen und verfluchen sich selbst und seine ewige Gerechtigkeit. "Besser ist es für dich, dass du . . .zum Leben eingehst, als dass du . . . in die Hölle geworfen wirst, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt." (Markus 9,42-48)

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#103

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 28.03.2024 13:07
von Blasius • 3.856 Beiträge






Vom bösen Geist



Preis sei, o starker Sieger, dir,

Der du die Hölle überwunden

Und fest den Satan hast gebunden.

O sei uns hilfreich, dass auch wir

Mit deiner Gnade ihn bezwingen,

Und freudig Siegeshymnen singen.



1. Bewaffnen wir uns mit dem Zeichen des Heils gegen die Mächte der Finsternisse, denn "der Teufel geht gleich einem brüllenden Löwen umher, suchend, wen er verschlinge". Viele Unwissende und Ungläubige spotten nun über diesen bösen Geist wie über eine Fabel, und wollte Gott, sie würden nicht einst ein Raub seiner furchtbaren Gewalt. Denn niemals erfreut der Vogelsteller sich mehr, als wenn die Vögel ihn nicht sehen, weil sie dann um so sicherer ihm ins Netz gehen. Jahrtausende seufzte das menschliche Geschlecht unter der Tyrannei dieses Geistes der Hoffart, der gleich einem Blitz aus dem Himmel geschleudert wurde, und nun auf Erden die Völker verführte, und von ihnen sich anbeten ließ.



2. Nicht die Schriften der Juden allein, noch auch die Schriften der Apostel und Evangelisten, sondern das ganze Altertum, Plato, Porphyr, Plutarch und eine große Anzahl anderer heidnischer Schriftsteller bezeugen, wie die unglückseligen Völker der Heiden die so schreckliche Macht der Dämonen nur allzu sehr kannten, und vor ihnen erbebten. Ganze Jahrhunderte hindurch hatten die Apostel und die ersten Väter gegen das Götzentum zu kämpfen, und die gelehrtesten Stifter der neueren philosophischen Schulen, Leibnitz, Neuton und andere, so wie alle gelehrten Forscher der Geschichte, beschämen durch ihre unwiderleglichen Beweise alle unwissenden und irreligiösen Schwätzer und Leugner des Teufels, dessen Dasein die heiligen Schriften als einen wesentlichen Punkt des Glaubens aufstellen.



3. Noch dauerte diese lange, finstere Nacht der Dämonie, die den ganzen Erdkreis bedeckte, wäre nicht das Licht der Welt erschienen, diese "dauernde Angst der Erde", wie der berühmte römische Dichter sie nennt, zu verscheuchen, und hätte diesen starken Bewaffneten gefesselt und sein Reich zerstört. Indessen lässt seine göttliche Weisheit, die das Böse nur duldet, Gutes daraus zu erzielen, in allen Jahrhunderten der Kirche Ereignisse zu, welche das Dasein dieses bösen Geistes anschaulich zeigen, und gestattet ihm auch seine Auserwählten in gewissem Maße zu versuchen, damit sie zu seiner Ehre ihn beschämen und besiegen. Fürchte dich also nicht! Offenbarung 5,5: "Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids."

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#104

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 28.03.2024 21:04
von Blasius • 3.856 Beiträge




Vom falschen Gottvertrauen



Was die Wesen sind und haben,

Sind, Herr, deine milden Gaben.

Und was deine Weisheit tut,

Ist allein gerecht und gut.



1. Hüte dich vor dem falschen Vertrauen der blinden Kinder dieser Welt. Sie preisen Gottes Barmherzigkeit und erheben sie über alle Himmel, da sie sie als eine Stütze betrachten, um so frecher zu sündigen, weil diese Barmherzigkeit unendlich sei, und dem schwachen Menschen alle Laster verzeiht, wären sie auch noch so abscheulich und in noch so großer Anzahl. Und dennoch vertrauen sie andererseits so wenig auf diese von ihnen genannte Barmherzigkeit, dass sie es für vergeblich halten, sich an sie zu wenden, die notwendigen Bedürfnisse des Lebens, oder Hilfe in der Not von ihr zu erlangen, und lieber durch Trug, List und Ungerechtigkeit sich zu helfen suchen, als Gott um diese Dinge bitten.



2. Eine schwere Beleidigung Gottes ist dies, und zugleich ein Widerspruch, dessen nur die größte Blindheit fähig ist. Wie bildest du, blinder Frevler, Gott so barmherzig, dass er alle deine Laster dir verzeihen wird, und zugleich so taub und so unbarmherzig, dass er deiner Not dich weder entreißen kann noch will, wofern du nicht sein heiliges Gesetz mit Füßen trittst? Offenbar ist es doch weit größere Barmherzigkeit, die Sünden zu verzeihen, als dem sterblichen Leben das Notwendige zu spenden. Denn durch jenes schenkt er dir das ewige, durch dieses aber erhält er dir nur das zeitliche Leben. In jenem spendet er dir den Wert seines Blutes, in diesem aber gibt er dir nur Speise, die er auch den Ameisen und Würmern nicht versagt.



3. Was für eine menschliche Verkehrtheit! Wie kann je einem Menschen zur Wohlfahrt gereichen, was er nur durch Missetaten erlangt, und - um was zu erlangen - er denjenigen sich zum Feind macht, ohne dessen Hilfe keinem etwas zur Wohlfahrt gereichen kann. Denn wer wurde jemals glücklich dadurch, dass er Gott beleidigte? Gott, der für seine Ehre eifert, pflegt, damit kein Laster auf Erden glücklich ist, die Ratschläge der Gottlosen umzukehren, so dass gerade die von ihnen genannten Mittel, durch die sie dem Anschein nach ihr Glück sich bereiten, ihren zeitlichen und ewigen Untergang nach sich ziehen. Psalm 127,1: "Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut."

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zuletzt bearbeitet 28.03.2024 21:08 | nach oben springen

#105

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 30.03.2024 20:11
von Blasius • 3.856 Beiträge





Vom Tod der Seele



Hilf meiner Seele, Herr, durch deine Macht:

Dass nicht sie durch die Sünde sterbe,

Und in der Finsternis der Todesnacht

Im Abgrund ewiglich verderbe.

Verlass sie, Herr, ihr Schöpfer, nicht.

Sie lebt nur durch dein Gnadenlicht.



1. Unsere Seele ist ein geistiges Wesen, das einfach, und daher seiner Natur nach unsterblich ist. Nimmermehr also kann sie so gänzlich sterben, dass sie aufhörte zu wirken. Sie kann zwar das übernatürliche Leben durch die Sünde und die ewige Strafe verlieren, doch verliert sie ihr natürliches Leben ewig nicht, da sie nicht kann aufgelöst werden. Das wahre Leben der Seele ist Gott, mit dem sie durch die Gnade vereint ist. In dieser Vereinigung sind alle ihre Werke Gott wohlgefällig und verdienstvoll. Vertreibt sie aber Gott durch die Sünde, dann ist sie tot, weil sie nichts Verdienstvolles für das ewige Leben mehr wirken kann.



2. Es besteht also der Tod der Seele in der Sünde; und darum auch wird die schwere Sünde die Todsünde genannt, weil sie die Seele tötet. Gleichwie also der Leib, sobald die Seele ihn verlässt, tot ist, und nichts mehr wirken kann, also ist auch die Seele tot, wenn Gott, ihr Leben, von ihr weicht, und kann nichts übernatürlich Gutes mehr wirken. Darum auch sprach jener milde Vater des verlorenen Sohnes zu seinem ältesten Sohn: "Dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden!" Denn wirklich war seine Seele tot in seinen Lastern, wie sehr immer er zu leben schien.



3. Könnte ein Mensch seine Seele in diesem Stand ihres Todes sehen, er würde vor Entsetzen sterben. Denn die Fäulnis, der Gestank, die Verwesung eines toten Körpers ist nur ein schwaches Bild des Todes einer Seele, die, vom Licht Gottes verlassen, in die Finsternisse des ewigen Todes versinkt, eine Gefährtin der bösen Dämonen wird, und, wenn Gottes unendliche Barmherzigkeit ihrer nicht schonte, augenblicklich in die ewige Verdammnis versinken würde. Ja es gehört auch Gottes ganze Allmacht dazu, eine solche Seele zu ertragen und ihrer sich zu erbarmen. (Weisheit 11,24) Wie sorgfältig also sollen wir uns vor der Sünde hüten. Entsetzen wir uns über einen Selbstmörder, der sich selbst entleibt: wie weit mehr sollen wir erschaudern über uns, wenn wir unsere eigene Seele töten. "Nur wer sündigt, soll sterben!" (Ezechiel 18,20)


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