Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#1

Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 24.09.2022 09:03
von Blasius • 3.551 Beiträge






Dein Reich, o Herr, besteht durch alle Zeiten,

Glorreiche Himmelsbürger zu bereiten,

Die einst - zur Seligkeit erhoben -

Ewig dich loben.



1. Das Reich Gottes, das der Herr uns zu suchen befiehlt, ist ein Reich der Heiligkeit, ein himmlisches Reich, dessen Bürger als Fremdlinge hienieden vorübergehen, und durch Reinheit des Lebens für eine ewig glorreiche Heimat sich vorbereiten. Der König dieses Reiches ist Jesus, der, zwar unsichtbar und verschleiert, aber wahrhaft und wesentlich mitten unter seinem glückseligen Volk thront, jedem Zutritt gewährt, die Bitten aller erhört, und reichliche Gaben des Heils denjenigen erteilt, die sich ihm nähern mit Liebe und Vertrauen. Glückselig wir, die wir in diesem Reich leben, wenn anders wir seine Gerechtigkeit suchen.



2. Die Gesetze dieses Reiches sind Gelehrigkeit des Geistes, Demut des Herzens, Reinheit der Sitten, Geradlinigkeit der Absicht, Liebe Gottes und des Nächsten. Die wesentlichste Beschäftigung, die eigentliche Aufgabe, die einzige Wissenschaft der Bürger dieses himmlischen Reiches ist, nach dem Geist ihres göttlichen Königs sich zu bilden, ihr Leben nach dem seinigen zu ordnen, für ihn zu leben, zu leiden, zu kämpfen und zu sterben, und alle - kleinen wie großen - Werke auf dieses hohe Ziel zurückzuführen. Die Belohnungen aber, die der himmlische König seinen Bürgern unterdessen erteilt, sind: Friede des Gewissens, Freude im Heiligen Geist, Überfluss an geistigen Gütern und das Unterpfand ihrer künftigen Glorie. Wie lebst du in diesem Reich? Kannst du mit Wahrheit sagen, dass du eine Bürgerin in ihm bist?



3. Dieses Reich ist inwendig in uns. Denn die Seele des Gerechten ist ein Thron Gottes, der sie durch seinen Geist regiert. Es ist aber auch ein äußerliches Reich, das alle Auserwählten aus allen Völkern und Zungen in sich vereint. Alle Bürger dieses Reiches sind ein Leib, da alle von dem einen lebendigen Brot essen, das täglich vom Tisch Gottes kommt, sie zum ewigen Leben zu nähren. Alle leben in einem Glauben, in einer Liebe, in einer Erwartung ihrer seligen Umwandlung. Suchen wir ohne Unterlass die Gerechtigkeit dieses Reiches, dass wir würdig werden, die Stimme unseres Königs zu hören (Matthäus 25,34): "Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt."


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zuletzt bearbeitet 24.09.2022 09:08 | nach oben springen

#2

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 26.09.2022 08:03
von Blasius • 3.551 Beiträge



Das Begräbnis



In des Todes dunkler Kammer

Schweigt die Lust und schweigt der Jammer;

Alles Leben ist verklungen

Und ins Jenseits eingedrungen.



1. Tritt hinzu, betrachte diesen Menschen. Soeben ist sein Licht erloschen. "Er ist tot!" rufen die erschrockenen Freunde und Hausgenossen. Reichtum, Haus, Vermögen, Hoffnungen, alles ist für ihn vorüber. Ja auch die Zeit, die kostbare Zeit ist vorüber, kein gutes Werk kann er mehr tun, kein Verdienst für den Himmel mehr erwerben. Schon ist sein Urteil für die ganze Ewigkeit gesprochen, ja dieser Körper selbst ist gerichtet, es ist der Körper eines Auserwählten oder eines Verworfenen. Würde Gott ihn vom Tod erwecken: wie hoch würde er eine Stunde Zeit, eine Einflößung der Gnade, ein gerechtes Werk achten. Führen wir uns dies tief zu Gemüte.



2. Sieh, dies prächtige Gebäude, diese kostbaren Mobilien, dieser glänzende Reichtum gehörten ihm. Was ist nun sein? Dies Totenhemd, dies Linnen, dieser Sarg. Fort wird er getragen aus seinem Haus, nie mehr dahin zurückzukehren, denn entstellt, hässlich ist sein Körper, und verbreitet einen unerträglichen Totengeruch. O Elend, o Eitelkeit. Dies also ist das Ende aller menschlichen Größe, dies der Unbestand aller irdischen Glückseligkeit. Und ich sollte mein Herz an solche Dinge heften? Fürchten wir Gott und seine Gerichte. Mögen die Menschen nach meinem Tod mich vergessen und mich verachten: nicht sie, mein Leben, meine Werke entscheiden mein ewiges Los.



3. Endlich liegt er unter der Erde. Eine enge, finstere, schauerliche Grabeshöhle ist nun sein Palast. Verweile auf dieser Begräbnisstätte. Welcher von diesen Toten war einst reich? Welcher war arm? Welcher groß? Welcher elend? Alle hat der Tod gleich gestellt. Was ist die lieblichste Schönheit im Grab. Ein Scheusal, dessen Anblick niemand ertragen kann. Betrachte sie jedoch, von der Verzauberung der Welt dich zu heilen. Sieh, dies ist das Ende aller menschlichen Schönheiten, das Ziel aller Lüste. Hier lerne deine Leidenschaften ersticken, deine Freude mäßigen, deine Begierden ordnen. Zu einer glorreichen Wohnstätte pilgern wir, die Verachtung alles Irdischen führt uns dahin. 2 Kor 5,1: "Wir wissen: Wenn unsere irdische Zeit abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel."

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#3

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 26.09.2022 19:54
von Aquila • 6.688 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Lieber @Blasius

Vielen Dank für das Posten diesesTextes.


Alleine ein Sterben in der Gnade unseres Herrn und Gottes Jesus Christus gereicht der Seele zur ewigen Glückseligkeit.

Wie das Laub im Herbst noch einmal aufleuchtet, bevor es zu Boden fällt und dann abstirbt, so ist es auch mit dem Sterben eines Menschen in der Gnade Christi....er stirbt unter dem Glanz der Ewigkeit.
Segensreiche Worte aus dem Jahre 2011 von Hw Veit Dennert, Pfr.i.R.
aus seiner Abhandlung "Nach Heiligkeit streben"
-

"Wie das Laub auf den Bäumen in diesen Tagen noch einmal wunderbar farbig aufleuchtet, bevor es zu Boden fällt und stirbt, so ist es auch mit uns.
Alle bei Gott vollendeten Menschen mussten sterben, aber nicht in verzweifelter Sinnlosigkeit,

sondern unter dem Glanz der Ewigkeit, der durch Jesus Christus in unserem Herzen und uns auch im Sterben aufleuchtet.




Mit ihnen singen wir in einem Christushymnus des 5. Jhts.:



Christus, du bist der helle Tag,
Dein Glanz durchbricht
die dunkle Nacht.
Du Gott des Lichtes kündest uns
Das Licht, das wahrhaft selig macht."


-


zuletzt bearbeitet 26.09.2022 19:54 | nach oben springen

#4

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 28.09.2022 08:00
von Blasius • 3.551 Beiträge



Von den vier letzten Dingen



Gedenke ich der Dinge, die da kommen

Und ewig sind, dann wird mein Herz beklommen.

Die Sünde flieht, sie fürchtet das Gericht,

Und meine Seele ringt nach Gottes Licht.



1. Viele Gebete sandten die Heiligen zum Himmel um die Gnade, von Sünden sich rein zu erhalten. Der Heilige Geist aber legt uns dies Mittel selbst in die Hände, wo er spricht: "In allen deinen Werken gedenke deiner letzten Dinge, und du wirst ewig nicht sündigen." Er fordert nicht, dass wir gleich den strengsten Einsiedlern fasten oder uns geißeln, ja nicht einmal, dass wir diese letzten Dinge beständig betrachten, sondern nur, dass wir an sie bei unseren Werken denken. Gedenken sollen wir, dass wir selbst sterben, selbst vor Gottes Gericht erscheinen, selbst unser Urteil anhören müssen, denn nur so werden wir vor der Sünde bewahrt bleiben.



2. Eine große Kraft wohnt der Beherzigung unserer letzten Dinge inne. Das Andenken an den Tod verscheucht den Dünkel des Hochmuts und der Ehrsucht, die den Verstand verfinstern, und führt zur christlichen Klugheit. Die Erinnerung an das Gericht, wo alle Gedanken, Begierden, Absichten und Werke unseres Lebens durchforscht werden, erweckt heilsame Furcht und führt zur Gerechtigkeit. Die Vorstellung der Hölle drängt die Begierden zur sündigen Lust zurück, die so streng bestraft wird, und führt zur Mäßigkeit. Die Beherzigung der himmlischen Freuden endlich mildert alle Leiden und Widerwärtigkeiten, und verleiht dem Gemüt Stärke. Wo aber diese vier Haupttugenden herrschen, da bewahren sie den Menschen vor der Sünde. "So gedenke denn deiner letzten Dinge, und du wirst ewig nicht sündigen."



3. So leicht indessen dies Mittel ist, uns vor der Sünde zu bewahren, wenden dennoch nur wenige es an, weil diese Gedanken sie traurig machen. Christliche Seelen jedoch, die es anwenden, erfahren bald, dass diese Beherzigungen durchaus keine Schwermut und keinen Trübsinn mit sich führen, sondern dass sie je länger je lieblicher werden, da sie das Gewissen reinigen, und große Heiterkeit und Freude im Herzen erwecken, und es über sich selbst erheben. Darum auch gibt die Heilige Schrift diese Erinnerung als ein Mittel zur Freude an und spricht: "Lass keine Traurigkeit in dein Herz, sondern treibe sie von dir, und gedenke deiner letzten Dinge."

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#5

RE: Vom Reich Gottes

in Wort- und Begrifferklärungen 30.09.2022 14:39
von Blasius • 3.551 Beiträge



Die Unterlassungssünde



Dein Licht, o Weisheit, lehre mich

Mein Tagewerk in allen Dingen

Genau, wie Gott es will, vollbringen:

Damit von aller Schuld ich frei

Und seiner Gnade würdig sei.



1. Es genügt, die ewige Seligkeit zu erlangen, nicht, dass wir nichts Böses tun, tun auch müssen wir überdies alles Gute, dass Gott von uns verlangt. Ach, wie viele wurden verworfen, weil sie dies zu tun unterließen. Wie viele Eltern seufzen in der Verdammnis, weil sie die Erziehung ihrer Kinder vernachlässigten. Wie viele Vorgesetzte, die nicht über ihre Untergebenen wachten. Denn alle Sünden, die Kinder und Untergebene aus sträflicher Nachlässigkeit derjenigen begehen, die ihnen vorgesetzt sind, kommen auf ihre Rechnung, ob sie selbst auch unsträflich in ihrem Leben waren. Wer die Laster und Missbräuche nicht verhindert, die er verhindern soll, wird ihrer schuldig vor Gott.



2. Man entlässt Angestellte nicht immer wegen Diebstählen und Betrügereien. Meist ist ihre Trägheit, die Unterlassung ihrer Pflichten die Ursache, warum sie verabschiedet werden. Auch jener träge Knecht wurde nicht verworfen, weil er das Talent seines Herrn verspielt oder verprasst hatte. Sein ganzes Verbrechen bestand darin, dass er mit ihm nicht gewirkt, sondern es vergraben hatte. Ein fürwahr warnendes Beispiel für uns. Du wirst vielleicht nicht verdammt werden, weil du fremdes Gut zurückbehalten oder sonst schwere Sünden begangen hast, aber kommst du auch den Armen zu Hilfe nach deinem Vermögen? Erfüllst du pünktlich die Pflichten deines Amtes, deines Standes? Wachst du als Arbeitgeber genau über deine Angestellten?



3. Von höchster Wichtigkeit für unser Heil ist dies, und ein Grund zu ernstem Nachdenken und zu bitterer Reue. Je höher dein Stand und Beruf ist, um so wachsamer musst du über Unterlassungssünden sein, die oft ein Quell von Ungerechtigkeiten und bitteren Leides für den Nächsten werden, ohne dass derjenige dies ahnt, aus dessen Schuld es geschieht. Ist er aber darum weniger sträflich? Prüfen wir uns hierüber ernsthaft. Fürchten wir diese Sünden und sind wir wachsam, sie zu verhüten, damit sie nicht einst die Ursache unserer ewigen Verdammnis sind. Lukas 12,47: "Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen."


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