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#1041

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 02.07.2019 21:17
von Blasius • 2.487 Beiträge



Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

Liebe Leserinnen und Leser,


Das Fest Mariä Heimsuchung - Festtag ist der 2. Juli



Die heilige katholische Kirche hat von jeher auf die Fürbitte der mächtigen Jungfrau und gebenedeiten Gottesmutter das größte Vertrauen gesetzt und in schweren Nöten und großen Drangsalen zu ihr ihre Zuflucht genommen. Auf solche Weise entstanden nach und nach verschiedene Feste und neue Andachten zu Ehren der gütigsten Himmelskönigin, welche deshalb eingeführt wurden, um durch Maria das Erbarmen Gottes über die bedrängten herab zurufen.

Im Jahre 1378 befand sich die katholische Kirche in großer Bedrängnis; durch die unglückselige Wahl von mehreren Päpsten, die Zugleich regierten und von denen jeder rechtmäßiger Papst sein wollte, entstand eine traurige Glaubensspaltung. Da nahm Papst Urban VI., dessen Wahl die allein gültige war, zur heiligen Gottesmutter seine Zuflucht und setzte das Fest Mariä Heimsuchung ein, damit der Herr seine bedrängte Kirche ebenfalls heim suche und ebenso herrliche Wirkungen durch seine allmächtige Hand in ihr hervorbringe, wie durch den Besuch der heiligen Jungfrau bei ihrer Base (Kusine) Elisabeth verursacht worden sind. Es wurde aber dieses fest nicht gleich in allen Bistümern der Kirche gefeiert; erst als neue Drangsale besonders durch die Türkenkriege herein brachen, verordnete die Kirchenversammlung zu Basel im Jahre 1441, daß dieses fest in allen Kirchen begangen werde, damit die Mutter der Gnade, wenn sie von frommen Gemütern wahrhaft verehrt wird, ihren gebenedeiten Sohn durch ihre Fürbitte versöhne und so der Friede wiederum über die Gläubigen sich ergieße.

Friede und Versöhnung bedürfen wir immer und Einigkeit im Glauben und in der Liebe tut noch immer Not, ja in unsern Tagen mehr als je. Würden wir alle die barmherzige Liebe der heiligen Jungfrau nachahmen und sie recht vertrauensvoll anflehen, daß auch sie uns heimsuchen möchte mit ihren göttlichen Sohne, wie bald würden alle Spaltungen aufhören und das Band des Friedens alle Herzen umschlingen. Hierzu aber fordert uns eben das heutige Fest auf und die Geschichte der Heimsuchung Mariä bestätigt die Wahrheit des Gesagten. - Vernimm, lieber Leser diese Geschichte, wie sie uns das heilige Evangelium erzähl.

Als der Erzengel Gabriel der seligsten Jungfrau verkündete, daß sie Mutter des Sohnes Gottes werden sollte, machte er sie auch aufmerksam, daß ihre Base (Kusine) Elisabeth ebenfalls in ihrem hohen Alter einen Sohn empfangen habe und schon sechs Monate denselben unter dem Herzen trage. Kaum hatte Maria diese doppelte frohe Botschaft gehört, als sie sich auch, angetrieben vom heiligen Geiste, auf dem Weg machte, um ihre fromme Base zu besuchen, ihr Glück zu wünschen, mir ihr Gottes Macht und Güte zu preisen, ihr ihre Dienste anzubieten und durch ihren Eintritt in das Haus Heil und Segen zu spenden.

Nazareth, wo Maria wohnte, war von der Stadt Hebron im Gebirge, wo Elisabeth sich befand, bei vierundzwanzig Stunden entfernt. Weder der weite, beschwerliche Weg, noch ihre Schwachheit hielt sie ab von der Reise. Bezeichnend sagt das Evangelium:

„Maria machte sich auf und ging eilends auf das Gebirg in die Stadt Juda.”
Was drängt sie so zur Eile? Das Verlangen, einer heiligen Familie nützlich zu sein und über sie die Gnade auszubreiten, welche sie bei sich trug. Welch schönes Beispiel gibt dir, christliche Seele, Maria, deine liebe Mutter! Sie läßt sich nicht aufhalten, sie eilt fort schnellen Schrittes, denn es gilt, ein Werk der Liebe zu verrichten. Deswegen sagt der Evangelist beim Beginne ihrer Reise:
„Maria eilt,”bei ihrer Rückkehr aber heißt es bloß: „Maria blieb bei Elisabeth ungefähr drei Monate und kehrte dann zurück in ihr Haus.”
Wie schnell ist also Maria bereit zu helfen? O daß auch du immer gerne und schnell bereit wärest, deinem Nebenmenschen bei zuspringen! Tust du es, so wird auch Maria nicht zögern, dir von ihren Gnaden mitzuteilen.
— Sie hat das Verlangen, allen Hilfsbedürftigen bei zuspringen, als sie einging in den Himmel, nicht zurückgelassen, es ist vielmehr nur noch größer geworden. Sie erkennt unsere Nöthen jetzt noch besser und hat ein noch zärtlicheres Mitleid mit unsern Leiden. Wiemuß dich das trösten, eine solche liebevolle Mutter im Himmel zu haben!

Als Maria sich dem Hause der Elisabeth näherte, da trat ihr diese schon entgegen. Maria grüßte sie, und siehe da, vor Freude hüpfte das Kind im Mutterleibe der Elisabeth auf und diese, erfüllt vom heiligen Geiste, rief aus:

„Gebenedeit bist du unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Und woher geschieht mir dies, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt. O selig bist du, daß du geglaubt hast, denn was die vom Herrn gesagt worden ist, wird in Erfüllung gehen.”
Die heilige Elisabeth wußte also schon im Lichte des heiligen Geistes das Geheimnis der Menschwerdung; die demütige Jungfrau wollte es nicht sagen; ihr machte es die größte Freude, als sie aus dem Munde Elisabeths vernahm, daß der noch unmündige kleine Johannes die Nähe des Heilandes fühlte und durch ihn die Heiligung empfangen habe.

Betrachte hier, christliche Seele, die reichen Gnaden, deren Ausspenderin Maria ist. Kaum betritt sie das Haus, so kommt mit ihr himmlische Freude. Elisabeth wird mit dem heiligen Geiste erfüllt, ihr Kind wird im Mutterleibe geheiligt. Bitte heute die seligste Jungfrau, daß sie deine Seele auch heim suche, das heißt, daß sie für dich bitte, daß der heilige Geist sie mit seinem Lichte erleuchte, und der göttliche Heiland sie mit seinem Blute reinige und heilige. Bitte sie aber besonders, daß sie dich in der Todesstunde heim suche, denn da bedarfst du ihren Beistand am notwendigsten. Sei versichert, daß Maria dein vertrauensvolles Rufen hört; sie zögert nicht, denn mehr als du selbst verlangt sie dein Heil!

In stiller Freude versunken über das, was sie aus dem Munde Elisabeths hört, schweigt Maria; endlich kann sie die Gefühle ihres Herzens nicht länger merh zurückhalten. Sie will als Magd des Herrn kein Lob, keine Ehre, alle Ehre gibt sie Gott, ihrem Herrn; daher stimmt sie laut den herrlichen Lobgesang an:

„Magnifikat”:

„Meine Seele preiset den Herrn und mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heile; denn er hat nieder gesehen auf die Demut seiner Magd.”
Welch schönes Beispiel gibt dir hier die seligste Jungfrau; in tiefster Demut weist sie alle Lobsprücje von sich ab und freut sich, eine Gelegenheit zu haben, Gott verherrlichen zu können. Ein ewiges Denkmal ihrer Demut und ihrer dankbaren, glühenden Liebe zu Gott wird das Magnifikat sein, das deshalb auch täghlich in der Vesper gesungen wird. Die tiefe Demut aber, welche Maria in diesem Lobgesang zeigt, ist zugleich ihr höchstes Lob. Die hat dadurch Gott verherrlicht und Gott verherrlicht sie dadurch; denn was im Jubelgesang sie voraussagt, das geschieht alle Tage und wird geschehen bis zum Ende der Welt-

„Sieh, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter,”
sang sie, und in der Tat unter allen Völkern der Erde, in allen Sprachen der Welt ertönt das Lob der Himmelskönigin. So erhebt Gott die Demütigen! O daß doch auch du, christliche Seele, die himmlische Tugend der Demut wie Maria liebtest, und ablegst allen Stolz, allen Ehrgeiz, alle Selbstsucht, wodurch der liebe Gott so schwer beleidigt wird!
Aber Maria ließ es nicht bloß bei den Worten bewenden, sie wollte wirklich eine demütige Magd sein; deshalb blieb sie drei Monate bei Elisabeth, ihrer Base, und diente ihr. Wer wird wohl beschreiben können den Segen, welchen Maria im Hause des frommen Zacharias und der gottseligen Elisabeth verbreitet hat. Wo Maria ist, da wohnt der Friede, da der Trost, da die heilige Freude, da ist - Jesus, die Fülle aller Gnaden!

So unterlasse denn nicht, christliche Seele, zu bitten, daß Maria dich heim suche; merke dir aber, daß sie nur bei den kleinen und Demütigen gerne weilt, nämlich bei denen, welche sich nichts einbilden, sich nicht über andere erheben, andere nicht verachten, nicht nach hohen Dingen streben und die keine andere Freude haben, als wenn Gott erkannt, geliebt und verherrlicht wird. Deshalb läßt sie sich auch so gerne zu den armen Sündern herab, wenn sie ihre Sündhaftigkeit erkenne, sich deshalb vor Gott erniedrigen und nach Versöhnung mit Gott herzlich verlangen. — Willst du also, christliche Seele, von Maria besucht werden, so stehe im Gefühle deiner Armut mit den Worten des heiligen Alphonsus zu ihr:

„O meine Königin, wie sehr beeiltest du dich nicht, um die Familie der heiligen Elisabeth aufzusuchen und durch deinen Besuch zu heiligen; o besuche auch bald die arme Wohnung meiner Seele. Beeile dich, o Maria, denn du weißt es ja besser als ich, wie arm ich bin, wie viele Übel mich bedrohen und mich zum ewigen Tode führen. Besuche mich häufig während meines Lebens, aber besuche mich hauptsächlich in der Stunde meines Todes, denn alsdann wird mir dein Beistand noch weit notwendiger sein. Weil ich es nicht verdiene, daß du mich hier auf Erden durch deine sichtbare Gegenwart erfreuest, wie du dies bei so vielen deiner Verehrer getan hast, so bon ich damit zufrieden, wenn ich nur in deinem reiche, im Himmel dich sehen kann, wo ich dich zu lieben und dir zu danken hoffe für alles Gute, das du mit getan. Für den Augenblick bin ich zufrieden, wenn du mich nur mit deiner Barmherzigkeit heimsuchest, jetzt genügt es mir, wenn du nur füre mich betest. Bitte also für mich, o Maria, und empfiehl mich deinem Sohne. Amen. ”

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)

MIT DANK AUS: http://www.brauchtumsseiten.de/a-z/m/mar...chung/home.html


Liebe Grüße Blasius


zuletzt bearbeitet 02.07.2019 21:38 | nach oben springen

#1042

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 02.07.2019 22:35
von Katholik28 • 224 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Lieber Blasius,

welchen schönen Text hast du zu "Mariä Heimsuchung" herausgesucht.
Er liest sich leicht und ist mit so manchen fast nebensächlichen Informationen beinhaltet.
So war mir der weite Weg, den Maria zu ihrer Base Elisabeth machte nicht bewusst.
Man betet das Gesätzchen des Rosenkranzes "...den du zu Elisabeth getragen hast..."
und ist sich nicht bewusst, dass sie zu ihr 24 Stunden unterwegs war.
Siehe nachfolgendes Zitat:

" Nazareth, wo Maria wohnte, war von der Stadt Hebron im Gebirge, wo Elisabeth sich befand, bei vierundzwanzig Stunden entfernt. Weder der weite, beschwerliche Weg, noch ihre Schwachheit hielt sie ab von der Reise. "

Schön auch ist in deinem eigestellten Text die Begründung zu lesen warum Maria sich so schnell auf den Weg machte.

Katholik28

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#1043

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 02.07.2019 23:48
von Aquila • 5.663 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Lieber Blasius, lieber Katholik28

Als abrundende Ergänzung aus dem Schott-Messbuch 1962:
-

In Visitatione Beatæ Mariæ Virginis – Fest der Heimsuchung der allerseligsten Jungfrau Maria
Gedächtnis der hll. Processus und Martinianus
Martyrer
2. Kl. – Farbe weiß


Heute feiert die Kirche
den Besuch der gesegneten jungfräulichen Mutter Maria im Hause ihrer Base Elisabeth, die Heiligung Johannes' des Täufers schon vor seiner Geburt und das Geburtsfest des unvergleichlichen Jubelgesanges des Magnifikat (Evang.).

Die hll. Processus und Martinianus sollen Schüler des hl. Petrus gewesen und von ihm im Mamertinischen Kerker getauft worden sein.

-

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas ( 1, 39-47):
-
"In jener Zeit machte sich Maria auf und ging eilends ins Gebirge in eine Stadt des Stammes Juda. Sie trat in das Haus des Zacharias und grüßte Elisabeth.
Und es geschah, sobald Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind freudig in ihrem Schoße auf. Da ward Elisabeth vom Hl. Geiste erfüllt und rief mit lauter Stimme:
«Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Wie habe ich das verdient, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, sobald der Klang deines Grußes an mein Ohr drang, hüpfte das Kind voll Freude in meinem Schoße auf. Selig bist du, weil du geglaubt hast, daß in Erfüllung gehen wird, was dir vom Herrn gesagt wurde.»
Da sprach Maria: «Hoch preiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland!»

-


Marias Lobgesang, das Magnificat::

Magnificat anima mea Dominum,
et exsultavit spiritus meus in Deo salutari meo.
Quia respexit humilitatem ancillae suae.
Ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
Quia fecit mihi magna, qui potens est,
et sanctum nomen eius.
Et misericordia eius a progenie in progenies
timentibus eum.
Fecit potentiam in brachio suo,
dispersit superbos mente cordis sui.
Deposuit potentes de sede
et exaltavit humiles.
Esurientes implevit bonis
et divites dimisit inanes.
Suscepit Israel puerum suum,
recordatus misericordiae suae.
Sicut locutus est ad patres nostros,
Abraham et semini eius in saecula.

-

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

-



"Ave Maria / Gegrüsset seist du Maria"

"Ave Maria, gratia plena;
Dominus tecum;
benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus nunc et in hora mortis nostrae
Amen."


" Gegrüsset seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen."

-

Die hl. Messe:
http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/jul/jul2/index.html
-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 02.07.2019 23:48 | nach oben springen

#1044

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 03.07.2019 08:50
von Blasius • 2.487 Beiträge




Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

Liebe Leserinnen und Leser,

3.7. 19, Der Heilige Thomas, Apostel
Jesus sagte: Nicht aufhören zu suchen soll der Suchende, bis er findet. Und wenn er findet, wird er verwirrt sein, und wenn er verwirrt ist, wird er sich wundern, und er wird Herr sein über die Welt.
So heißt es im 2. Spruch des apokryphen Thomasevangeliums und dieser Spruch ist zugleich die Überschrift über das Leben dieses beeindruckenden Apostels, der ganz zu Unrecht den Beinamen "der Ungläubige" bekommen hat. Thomas war sicher ein sehr temperamentvoller Mensch und sehr entschlossen. Dies sehen wir an den eindrücklichen Worten, die ihm das Johannesevangelium in den Mund legt, als den Jüngern langsam klar wurde, welche Gefahren mit dem Ziel Jerusalem verbunden waren, das Jesus mit ihnen anstrebte. "Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben." (Joh 11,16)
Jesus ist für Thomas zum Mittelpunkt seines Lebens geworden, sein Glaube an ihn war unerschütterlich. Er konnte sich nach seiner ersten Begegnung mit Jesus kein Leben ohne ihn mehr vorstellen. Als Jesus am Kreuz gestorben ist, war er zunächst wie alle andern Jünger verwirrt, ist aus Jerusalem geflohen und brauchte Zeit, um sich wieder zu sammeln. Er kehrte später als die anderen nach Jerusalem zurück und hat so die erste Erscheinung Jesu im Kreis der Apostel verpasst.
Er wollte seinen Glauben an die Auferstehung Jesu nicht nur auf das Zeugnis der anderen Apostel gründen. Er, der eine so enge Beziehung zu Jesus hatte und dem Jesus so viel bedeutete, wollte selbst erfahren, was Jesu Auferstehung bedeutet. Und so bekommt er am darauffolgenden Sonntag sein eigenes, ganz persönliches Ostererlebnis und ist überwältigt vom Geheimnis der Auferstehung Jesu.
Er hat gesucht und in Jesus alles gefunden. Als er Jesus scheinbar verloren hatte, war er verwirrt, aber Jesus hat ihm eine Lebendige Erfahrung des Wunders seiner Auferstehung zuteilwerden lassen. Nun gab es für Thomas keinen Zweifel mehr, er wusste alles und so gehörte ihm die ganze Welt. Er ist weiter gereist als alle anderen Apostel, bis ins ferne Indien ist er gelangt und hat den Glauben verkündet.

Die antike Welt war größer, als wir sie uns oft vorstellen. Unter Kaiser Augustus und seinen Nachfolgern hat das Römische Reich seine größte Ausdehnung erlangt, von Britannien im Norden bis Ägypten im Süden, von Spanien im Westen bis nach Arabien im Osten. Zwar hätte Rom gerne noch weitere Gebiete erobert, aber es ist im Norden, Süden und Osten an die Grenzen seiner Macht gestoßen. Die lange angestrebte Grenze an der Elbe war militärisch nicht zu erreichen. Die unwegsamen Urwälder Germaniens und dessen Krieger verhinderten eine weitere Ausbreitung. Im Süden begrenzten die Sahara und kriegerische Beduinenstämme ein weiteres Vordringen Roms nach Afrika. Im Osten war das Parther-Reich ein mächtiger Gegner, gegen den Rom auf Dauer nicht ankam und auch auf der arabischen Halbinsel konnten die Römer trotz einiger Militäraktionen nicht Fuß fassen.
Über Arabien verlief bereits in der Antike eine wichtige Handelsroute. Kostbare Luxusgüter wie Weihrauch und Seide kamen von dort in die Städte des Römischen Reiches. Wer mit solchen Luxusgütern handelte und die Kontrolle über diese Handelsrouten hatte, konnte reichen Gewinn erzielen. Von Arabien aus gab es regelmäßige Handelsverbindungen weiter über den Indischen Ozean nach Indien, das zur damaligen Zeit ebenso wie China bereits eine hoch entwickelte Kultur hatte. Die Quellen berichten auch von indischen Delegationen, die offiziell Rom besucht haben.
Der Weg vom Mittelmeer über Ägypten und Arabien nach Indien war zwar ein mühsamer und gefährlicher Weg, aber ein Weg, auf dem regelmäßiger Handel stattfand und damit ein intensiver Austausch von Gütern und Ideen. Er war sicher nicht so einfach zu bereisen wie die Straßen des Römischen Reiches und die Schiffsverbindungen über das Mittelmeer, auf denen Paulus sich bei seinen Missionsreisen bewegte. Man brauchte Mut, diesen Weg zu nehmen, Abenteuerlust, die Fähigkeit, auf Menschen anderer Kulturen einzugehen, deren Sprache und Sitten man nicht kannte. Nur wer das Vertrauen der fremden Kaufleute gewinnen konnte, die auf allen Stationen der Route ihre Partner hatten, bekam überhaupt eine Chance, sicher auf diesem Weg durchzukommen.
Thomas hatte den Mut zu diesem Abenteuer und er hat es verstanden, mit Fremden umzugehen. Wahrscheinlich hatte er vorher interessante Geschichten über den Weg durch Arabien, das ferne Meer im Osten und das fantastische Indien gehört. Wie damals, als Jesus auferstanden war, hat er sich nicht mit den Erzählungen anderer begnügt. Er wollte selbst erfahren, was es mit all diesen Ländern auf sich hat. Und er wollte den Menschen dort von Jesus Christus erzählen. Daher hat er sich auf die Reise begeben und ist schließlich um das Jahr 52 nach Indien gekommen. Darüber berichten uns die apokryphen Thomasakten. Sie stammen aus späterer Zeit und sind stark von der Legende durchdrungen.

Viele zweifeln daran, dass Thomas überhaupt Indien erreicht hat und dort eine Kirche gegründet hat, die bis heute Bestand hat. Mag es deshalb sein, dass manche sich in ihrer Engstirnigkeit nicht vorstellen können, dass sich auch weit entfernt vom Römischen Reich, auf das sich unsere Kirchengeschichte der alten Zeit konzentriert, bereits seit frühesten Zeiten eine Kirche entwickelt hat. Oder weil die Quellenlage nicht eindeutig ist. Die Christen Indiens selbst sind fest davon überzeugt, dass ihre Tradition bis auf den Apostel Thomas zurückreicht. Sie haben eine eigenständige Entwicklung, die eng mit den Kirchen des Nahen Ostens verbunden ist, die ebenso wie die indische Kirche bald aus dem Blickfeld der auf das Römische Reich konzentrierten Kirche verschwunden ist.
Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert an den Küsten Indiens auftauchten, fanden sie dort zu ihrem Erstaunen Christen. Jedoch galten damals nur die unter der Leitung des Papstes in Rom stehenden Christen als wirkliche Christen. Diese Engstirnigkeit des Westens hat bereits im Jahr 1054 zur Trennung von Ost- und Westkirche geführt, eine schmerzhafte Trennung, die bis heute anhält. Mit den Portugiesen begann auch in Indien eine Trennung unter den Christen zwischen denen, die die Einheit mit Rom suchten und denen, die ihre Unabhängigkeit bewahren wollten.
Gerade in der heutigen Welt, in der die Menschen aller Weltteile näher zusammen gerückt sind als je zuvor, in der das Christentum aber auch wieder zu einer bedrohten Religion geworden ist, täte es Not, unter den Christen weltweit zu einer neuen Einheit und Solidarität zu finden und die Christen aller Länder zu einer weltumspannenden christlichen Einheit zusammenzuführen, die einerseits an dem einen wahren Glauben an Jesus Christus festhält, zugleich aber auch die unterschiedlichen Riten und Traditionen akzeptiert. Es geht nicht an, dass wir auch heute noch wie im Mittelalter Christen anderer Konfessionen als Feinde ansehen, anstatt in ihnen Verbündete zu sehen für den Aufbau des Reiches Gottes.
Beten wir ständig und gerade heute am Festtag des Heiligen Thomas darum, dass Jesus Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist, verherrlicht werde unter allen Völkern der Erde und dass alle Völker vereint werden in diesem einen Glauben an den Herrn Jesus Christus, der die Apostel ausgesandt hat, die Menschen aller Völker auf der Erde zu taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Eine interessante Darstellung des Hl. Thomas findet sich auf der Kanzel der Allerheiligenkirche in Warngau. Ein Engel hält neben ihm das Herz Jesu. Mit seinem Wunsch, die Seite Jesu zu "begreifen" können wir sagen, dass der Hl. Thomas der erste Verehrer des Herzens Jesu ist. Aus Jesu Seite flossen Blut und Wasser, Ströme der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit. Sicher war es auch diese Erkenntnis des Herzens Jesu, die ihn voll Glauben beten lies: Mein Herr und mein Gott!

Thomas - der unglaublich Gläubige
Betrachten wir das Leben des Apostels Thomas noch etwas genauer. Thomas war bis zu seiner Berufung als Jünger Fischer. Er wird in den Apostellisten aller vier Evangelien erwähnt. Im Johannesevangelium gibt es darüber hinaus vier Stellen, an denen Thomas erwähnt wird und auch selbst zu Wort kommt.
Da ist zunächst sein Satz, den er spricht, als die Jünger sich der Gefahr bewusst werden, die mit dem Weg Jesu nach Jerusalem verbunden ist. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Bericht über die Auferweckung des Lazarus. Die Auferweckung des Lazarus, wenige Tage vor Jesu Tod in Jerusalem, ist ein Vorausbild für die Auferstehung, die durch Jesu Tod allen zuteilwerden soll. Thomas ist bereit, mit Jesus diesen Weg zu gehen. "Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben." (Joh 11,16) Der Gläubige wird diesen Satz ergänzen: Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben und um dadurch Anteil zu erhalten an seiner Auferstehung.
Als Jesus vor seinem Tod von seinem Weg zum Vater spricht und davon, dass die Jünger diesen Weg kennen, wagt Thomas die Frage: "Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?" (Joh 14,5) Thomas will es genau wissen. Er will den Weg nicht verfehlen, will sicher sein, den richtigen Weg zu finden, den, von dem Jesus sagt, dass er zu Vater führt. Und er versteht sofort was Jesus meint, als er die Antwort auf seine Frage bekommt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Joh 14,6) Ja, er ist auf den richtigen Weg, er geht mit Jesus, er ist bereit, mit ihm selbst in den Tod zu gehen und so wird er mit ihm auch in der Auferstehung verbunden sein.
Im Zusammenhang mit Jesu Auferstehung kommt dann die große Stunde des Thomas als Zweifler und als Glaubender. Er glaubte den anderen nicht, als sie ihm von der Auferstehung Jesu berichten. Er wollte den Auferstandenen mit eigenen Augen sehen. Er konnte nicht glauben, was ihm die anderen erzählten, dass Jesus plötzlich durch verschlossene Türen zu ihnen getreten sei. Vielleicht fühlte er sich auch ein wenig ausgegrenzt. Es gab da etwas, das ihn von den anderen trennte. Sie haben den Auferstandenen gesehen und er nicht.

Liebe Grüße, Blasius

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#1045

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 08.07.2019 20:25
von Blasius • 2.487 Beiträge



Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

Liebe Leserinnen und Leser,


Maria, Wundertätige Mutter

Wunder gehören so sehr zum Bestand einer Offenbarungsreligion, dass in ihr stets die Gefahr besteht, in krankhafte Wundersucht zu verfallen. Hätte Christus seine Sendung nicht durch Wunder beglaubigt, von denen die Heilige Schrift nur wenige aufgezeichnet hat, nie hätte man dann seiner Forderung, der Sohn Gottes zu sein, auf den alle hören müssen, Glauben schenken dürfen. Auf dem einzigartigen Wunder seiner glorreichen Auferstehung beruht unser ganzer Glaube. Deshalb sagt der heilige Paulus: „Wäre Christus nicht von den Toten auferstanden, dann wäre nichtig unser Glaube, dann wären wir die beklagenswertesten von allen Menschen.“



Dementsprechend hat es der Herr seinen Jüngern verheißen, dass sie Wunder wirken könnten und gar größere Wunder, als er selbst vollbrachte. Aus der wahren Kirche Christi sind daher Wunder überhaupt nicht wegzudenken. Mag ihre Zahl auch in den ersten Jahren ihrer Ausbreitung größer gewesen sein, mögen sie heute zumeist in den Missionsgebieten sich abspielen, wo sie die Worte der Glaubensboten bestätigen können, ganz fehlen dürfen sie nie. Und sie fehlten auch in der Kirche Christi nie. Mit Recht betrachtet daher heute noch die Kirche die Wunder als die Beglaubigungszeichen in den Selig- und Heiligsprechungsprozessen. Mit Recht erbittet sich der Gläubige an den Stätten der Gnadenbilder und der Gottesoffenbarungen Wunder.



Wer wollte aber dann die Mutter des göttlichen Wundertäters davon ausschließen? Ganz im Gegenteil: Von ihr erwartet es der gläubige Mensch in ganz besonderer Weise, da ihre Macht und ihre Liebe alle übertrifft. In der Tat ist mit der Verehrung Mariens, mit den Gnadenbildern Unserer Lieben Frau, mit den Erscheinungen der Himmelskönigin das Wunderwirken in ganz auffallender Stärke verknüpft. Sie verdient in Wahrheit den Titel: Wundertätige Mutter. Sie wird es auch immer bleiben, bis es der Wunder nicht mehr bedarf.



Wir dürfen uns also in unseren Nöten getrost an die Wundermacht unserer himmlischen Mutter wenden. Nur muss es in rechter Weise geschehen, d.h. höher als unsere Sehnsucht nach Hilfe muss unsere Ergebenheit in den geheimnisvollen Willen Gottes stehen. Und noch eins: Maria wirkt lieber Wunder der Gnaden an unseren Seelen als Wunder, die Irdisches betreffen.



Kirchengebet



Wir bitten dich, Herr, unser Gott: gib, dass wir, deine Diener, uns ständiger Gesundheit des Leibes und der Seele erfreuen und dass wir durch die glorreiche Fürsprache der seligen allzeit reinen Jungfrau Maria von der Trübsal dieser Zeit befreit werden und die ewige Freude genießen dürfen.



Zur Geschichte des Festes: Im Lauf der Jahrhunderte haben gar manche außergewöhnliche Wahrnehmungen an Marienbildern oder Statuen Anlass zu besonderen Feierlichkeiten gegeben. Der 9. Juli gilt dem Andenken an wunderbare Ereignisse, die im Jahr 1796/97 in Rom das gläubige Volk in Erstaunen setzen und zu einer stärkeren Marienverehrung anregten. An verschiedenen Marienbildern sollen nämlich Bewegungen der Augen oder sogar ein Weinen beobachtet worden sein. Die kritischen Untersuchungen seitens der Kirche (vom 1. Oktober 1796 bis 8. Februar 1797) konnten keine natürliche Erklärung dieser Erscheinungen bringen. Zum Gedächtnis dieser Ereignisse feiert man nun das Fest: Maria, die wundertätige Mutter.



Wir mögen den Ereignissen, die unmittelbar zu diesem Fest Anlass gaben, gegenüberstehen wie wir wollen, eines steht fest, dass Maria wirklich diesen Titel verdient. Denn durch ihre Fürbitte sind unleugbar schon sehr viele Wunder geschehen.

(Prof. Dr. Carl Feckes, "So feiert dich die Kirche", Maria im Kranz ihrer Feste, 1957, Steyler Verlagsbuchhandlung)

Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 08.07.2019 20:26 | nach oben springen



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