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#691

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.10.2016 22:23
von Aquila • 4.140 Beiträge

Lieber Blasius

Die Verurteilung der Thesen des"Meisters Eckhart" wurde durch
Papst Johannes XXII. in der Bulle "In agro dominico" vom 27. März 1329 ausgesprochen bzw. niedergeschrieben.
Es handelte sich um 28 Artikel :

Auszug aus dem Schluss der Bulle:




"Damit nun derartige Artikel oder ihr Inhalt die Herzen der Einfältigen, denen sie gepredigt worden sind, nicht weiter anstecken und bei ihnen oder anderen nicht irgendwie in Schwang kommen können,
verdammen und verwerfen Wir ausdrücklich auf den Rat Unserer genannten Brüder
die ersten fünfzehn angeführten Artikel sowie die beiden letzten als häretisch
, die anderen elf angeführten aber als übelklingend, verwegen und der Häresie verdächtig, und ebenso alle Bücher und Schriften dieses Eckhart, welche die angeführten Artikel oder einen von ihnen enthalten.

-

Hier die Bulle mit den verurteilten Artikeln, die in der Tat keinesfalls als "harmlos" zu bezeichnen sind:
http://www.eckhart.de/bulle.htm


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 27.10.2016 22:25 | nach oben springen

#692

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.10.2016 22:48
von Blasius • 1.411 Beiträge

Lieber Aquila,

danke für die Antwort, dass ich mehr dazu erfahren durfte:



Meister Eckhart,der mehr wissen wollte, als sich gehört ...

Ein Mönch des Dominikanerordens


Um 1260 wurde Johannes Eckhart in einer ritterlichen Familie in Tambach bei Gotha (Thüringen) geboren, er starb 1328.

Wer war dieser Mönch, von welchem Geist war er geprägt, wie lebte er, was führte zu seiner Verurteilung?

Erfahrungen des städtischen Lebens, der überregionale Handel und Geldverkehr, der Blick auf fremde Kulturen, Religionen und Wertsysteme erzeugten neue Erklärungsbedürfnisse, welche vor Machthabern und religiösen Themen nicht haltmachten. Gesellschaftliche Umbrüche und religiöse Aufbrüche kennzeichneten seine Zeit.

→ Die Ordensgründungen der Dominikaner und Franziskaner reagierten auf den ständig wachsenden Reichtum der Städte. Sie orientierten sich daran, dass Jesus selbst nichts gehabt hatte, wohin er sein Haupt hätte legen können (Mt 8, 20: ... die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.) Sie opponierten auch gegen den Reichtum der Kirche. Armut war bereits ein antik-philosophisches Ideal gewesen. In seinem Prozess hatte Sokrates zur Verteidigung vorgebracht, er nenne für sich nur einen einzigen Zeugen, seine Armut. Dante ließ den heiligen Petrus vom Himmel her spotten, er sei immer zu Fuß gegangen und habe sich mit dem einfachsten Essen begnügt.

Seit 1309 residierten die Päpste in Avignon. Johannes XXII. wurde 1316 gewählt. Er war 72 Jahre alt. Seine Gegner, die mit seinem baldigen Tod gerechnet hatten, täuschten sich, denn er regierte noch 18 Jahre. Dante versetzte auch ihn in der Göttlichen Komödie in die Hölle.

Eckhart wurde Dominikaner. Sein Bildungsgang folgte den damaligen Usancen des Ordens. Um Mönch werden zu können, musste musste man Lesen und Schreiben können, sowie Latein verstehen und sprechen. Dies bedingte den Besuch einer Grammatikschule. Es folgte das Noviziatsjahr (novus = neu), welches die monastische Gesinnung fördern und prüfen sollte. Hierauf gab es zwei bis drei Jahre Logik, hernach im gleichen Zeitausmaß Naturphilosophie. Dann erst kam die Theologie. Seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt Eckhart in Köln und Paris, wo er 1302 Magister (= Meister) wurde.

Meister Eckhart gelangte im Dominikanerorden zu hohen Stellungen. Er war Prior in Erfurt, Ordensprovinzial für Sachsen und Generalvikar für die böhmischen Klöster. Ab 1311 lehrte er in Paris, ab 1313 wirkte er als Hauptprediger in Straßburg. Von 1320 an predigte er in Köln, wo er bis zu seinem Tod lebte.


Was erregte den Unwillen des Kölner Erzbischofs?

Die schwierigsten Probleme, die bisher in der Abgeschiedenheit der Dom- und Klosterschulen erörtert wurden, wurden nun von den bedeutendsten Kirchenkanzeln aus vor dem christlichen Volk dargelegt. Nicht so sehr neuartige Inhalte, sondern vielmehr die neue Art, in der das Alte gesagt wurde, erregte Aufsehen und Ärgernis.

Eckhart war weder ein ekstatischer Redner noch ein religiöser oder sozialer Unruhestifter. Er war ein tieffrommer Mönch, welcher die Tiefe seines religiösen Glaubens in rationaler Art aussprechen wollte. Er wollte in deutscher Sprache (→Textprobe) die lauen Christen aufscheuchen und zu echter Frömmigkeit entflammen. 1326 verurteilte Heinrich II. von Virneburg, der Erzbischof von Köln, mehrere Sätze seiner Lehre.

Portal der Predigerkirche in Erfurt, Thüringen

Die Inquisition hat Eckhart nicht blind unterdrückt. Sie ließ ihn zu Wort kommen, in Köln ebenso wie in Avignon. Im Folgenden nun Auszüge aus der von großem Selbstbewusstsein getragenen

Rechtfertigungsschrift:

Gegeben im Jahre des Herrn 1326 am 26. September, dem Tage, der zur Beantwortung der Artikel festgesetzt ist, die aus den Schriften und Aussprüchen Meister Eckeharts sowie aus Predigten entnommen sind, die ihm zugeschrieben werden - Artikel, die gewissen Leuten als irrig und, was schlimmer ist, der Häresie verdächtig erscheinen, wie sie sagen.


Ich, besagter Bruder Eckehart aus dem Predigerorden, antworte darauf:

Erstlich erkläre ich öffentlich vor Euch Kommissären, Meister Renher von Friesland, Doktor der Theologie, und Bruder Petrus de Estate, neuerlich Kustos der Minoritenbrüder: In Anbetracht der Freiheit und der Privilegien unseres Ordens bin ich nicht gehalten, vor Euch zu erscheinen, noch auch die gegen mich erhobenen Vorwürfe zu beantworten, zumal ich nie der Häresie beschuldigt worden oder jemals in solchem Rufe gestanden bin, wofür mein ganzes Leben und meine Lehre Zeugnis gibt, und ich stehe damit im Einklang mit der Ansicht meiner Brüder des ganzen Ordens und des Volkes beiderlei Geschlechtes im gesamten Bereich der ganzen Nation.
Daraus ist zweitens offenkundig, dass der Auftrag, der Euch von dem Ehrwürdigen Vater, dem Herrn Erzbischof von Köln, erteilt wurde, dessen Leben Gott erhalten möge, keinerlei Kraft hat. Entstammt er doch falscher Einflüsterung, einer üblen Wurzel also, einem schlimmen Baume. Wenn ich geringeren Ruf beim Volke genösse und minderen Eifer für die Gerechtigkeit hätte, fürwahr, ich bin überzeugt, dass von meinen Neidern derartiges nicht gegen mich wäre versucht worden. Indessen kommt es mir zu, dies geduldig zu tragen. Denn selig sind, die um der Gerechtigkeit willen leiden, und Gott züchtigt einen jeglichen Sohn, den er annimmt, nach dem Wort des Apostels. So kann ich denn mit Recht mit dem Psalmisten sagen: Ich bin auf Züchtigungen gefasst. Es wurden ja auch schon früher einmal (nostris temporibus = zu unserer Zeit) die Meister der Theologie zu Paris von der Obrigkeit mit der Prüfung der Werke so hoch berühmter Männer wie des heiligen Thomas von Aquin und des Herrn Bruder Albert Magnus beauftragt, als wären sie verdächtig und irrig gewesen, und auch gegen Sankt Thomas persönlich ist oftmals von vielen geschrieben, geredet und öffentlich gepredigt worden, dass er Irrtümer und Irrlehren schriftlich und mündlich vorgetragen habe. Aber mit des Herrn Hilfe wurde sowohl in Paris wie auch vom Papste selbst und von der Römischen Kurie sein Leben wie seine Lehre gebilligt...


Eckharts Widerruf und endgültige Verurteilung durch Johannes XXII.

http://www.nwerle.at/ws11_a/eckhart1.htm

So ist es gekommen, Gott weiß warum, liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 27.10.2016 22:49 | nach oben springen

#693

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.10.2016 23:18
von Blasius • 1.411 Beiträge

Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“


Liebe Leserinnen und Leser,


Gottes allumfassende erlösende Liebe

604 Indem er seinen Sohn für unsere Sünden dahingab, zeigte Gott, daß, was er für uns plant, ein Ratschluß wohlwollender Liebe ist, die jedem Verdienst von unserer Seite vorausgeht:

„Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (1 Joh 4,10) [Vgl. 1 Job 4,19.]. „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Röm 5,8).

605 Diese Liebe schließt niemanden aus. Jesus sagt das anhand des Gleichnisses vom verlorenen Schaf: „So will auch euer himmlischer Vater nicht, daß einer von diesen Kleinen verlorengeht" (Mt 18,14). Er erklärt, er gebe sein Leben hin „als Lösegeld für viele" (Mt 20,28).

Der Ausdruck „für viele" ist nicht einengend, sondern stellt die ganze Menschheit der einzigen Person des Erlösers gegenüber, der sich hingibt, um sie zu retten [Vgl. Röm 5, 18-19.].

Im Anschluß an die Apostel [Vgl. 2 Kor 5,15; 1 Job 2,2.]lehrt die Kirche, daß Christus ausnahmslos für alle Menschen gestorben ist:

„Es gibt keinen Menschen, es hat keinen gegeben und wird keinen geben, für den er nicht gelitten hat"
(Syn. v. Quiercy 853: DS 624).

III Christus hat sich für unsere Sünden seinem Vater dargebracht

Das ganze Leben Christi ist Opfergabe an den Vater

606 Der Sohn Gottes, der „nicht vom Himmel herabgekommen" ist, um seinen „Willen zu tun, sondern den Willen" des Vaters, der ihn „gesandt hat" (Joh 6,38), „spricht ... bei seinem Eintritt in die Welt:

... ‚Ja, ich komme, um deinen Willen, Gott, zu tun‘

... Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi
ein für allemal geheiligt" (Hebr 10,5-10).

Schon im ersten Augenblick seiner Menschwerdung macht sich der Sohn den göttlichen Heilsplan seiner Sendung als Erlöser zu eigen:

„Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen" (Joh 4,34).

Die Selbstaufopferung Jesu „für die Sünden der ganzen Welt"


(1 Joh 2,2) ist Ausdruck seiner liebenden Gemeinschaft mit dem Vater: „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe" (Joh 10,17).

„Die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat"

(Joh 14,31).

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/1/S8.HTM

Liebe Grüße, Blasius

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#694

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.10.2016 23:25
von Blasius • 1.411 Beiträge

Ergänzung zu:

Gottes allumfassende erlösende Liebe


Matthäus 20,28

Vom Herrschen und vom Dienen


20 Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.3

21 Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.

22 Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.4

23 Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.

24 Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.

25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.

26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

27 und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.

28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.


Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

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#695

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.10.2016 23:25
von Blasius • 1.411 Beiträge

Ergänzung zu:

Gottes allumfassende erlösende Liebe


1.Johannes 2,2


1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.
Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater:
Jesus Christus, den Gerechten.1

2 Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden,
sondern auch für die der ganzen Welt.


Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift


zuletzt bearbeitet 27.10.2016 23:28 | nach oben springen



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