@Kristina:
Herzlichen Dank für deine offenen, ehrlichen Antworten.
Wir wissen beide, dass wir als Menschen immer in Gefahr sind, selektiv zu urteilen. Und so wie die einen in Papst Franziskus einen Häretiker, Kirchenzerstörer und einen Vorantreiber einer neuen, "menschlichen" Kirche sehen- so gibt es andere, die in seinem Bemühen um die Armen christus- ähnliche Aktionen sehen.
Dass WIR ALLE auch Pharisäer sind- und da schließe ich mich selbst keineswegs aus- habe ich schon einigemale erwähnt. Ich darf dir allerdings sagen: Von den Hauptakteuren hier im Forum bist du am wenigsten pharisäerhaft. Wenn aber mit Gesetzen, Geboten, Regeln und oft sehr hart und streng gewachelt wird, dann ist der pharisäerhafte Geist doch evident vorhanden. Warum sollte man das nicht sagen? Weil die Wahrheit weh tut? Vielleicht geht es ja auch mir darum euch zu helfen, ein Problem zu sehen?Ich bin weder der erste noch der einzige der feststellt, dass hier in sehr strenger Weise über den Papst einerseits hergezogen wird- und auf der anderen Seite wird offensichtlichen Fehleinstellungen (sei es von einem Andi oder sei es von einem Trump) hofiert und beschönigt.
Was das "Verteidigen der Wahrheit" angeht: Wenn das so weit geht wie bei einem Mituser, dass er z.B. die Ermordung eines Ketzers (Luther) in Erwägung zog, dann ist das nicht Glaubensverteidigung sondern IS- ähnlicher Fanatismus.
Wenn die Modernisten in der Gefahr sind, den Glauben aufzuweichen, sich einen eigenen Herrgott zurecht zu schnitzen- so gibt es auf der anderen Seite wieder die Gefahr eines Fanatismus, der jeden der nicht genau das gleiche Glaubens- und Gottesbild hat als Häretiker, Verräter und Glaubenszerstörer hinzustellen und zu verachten.
Gerade weil ich weiß, wie betriebsblind auch gläubige Menschen sein können halte ich Diskussionen mit Menschen, die manches anders sehen weder für überflüssig noch schlecht. Es mag ärgerlich sein, weil unangenehme Wahrheiten immer auch mal weh tun- aber es ist sogar not- wendig.
Mit herzlichen Grüßen verbunden