Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#36

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 22.06.2013 23:24
von Aquila • 4.140 Beiträge

Liebe Mitglieder, liebe Leser/innen

Sehr schön hat auch ein weiterer Kirchenvater
- der hl. Vinzenz v. Lerin ( gest. vor 450 ) -
in seiner Schrift "Commonitorium" ( Kapitel "Fortschritt im Glauben )
die unabdingbare Notwendigkeit der Heiligen Mutter Kirche am
Festhaltens an der hl. Überlieferung / der hl. Tradition dargelegt und gleichzeitig eine prägnante Definition der derselben gegeben:

-

Die Kirche Christi aber, die eifrige und sorgsame
Wächterin der bei ihr hinterlegten
Glaubenslehren,
ändert an ihnen niemals etwas, nimmt nichts hinweg und tut nichts hinzu;
sie schneidet Notwendiges nicht ab und fügt Überflüssiges nicht bei;
sie läßt das Ihrige nicht fahren und eignet sich Fremdes nicht an;
sie ist vielmehr mit aller Sorgfalt nur darauf bedacht,
das Alte treu und weise zu verwalten, und zwar das,
was von alters her ungeformt und keimhaft überliefert war,
genauer zu gestalten und zu feilen,
was schon gehörig ausgedrückt und entwickelt war,
zu kräftigen und zu sichern, was schon klar- und festgestellt war, zu bewahren.


Was hat sie denn auch je anderes durch die
[blauBeschlüsse der Konzilien[/blau] bezweckt,
als daß das,
was früher mit Einfalt hingenommen wurde, später mit mehr Bestimmtheit geglaubt werde;
was früher lässiger gepredigt wurde, später nachdrücklicher verkündigt werde;
was man früher ruhig bewahrte, später sorgsamer ausgebildet werde?


Das und nichts anderes,
sage ich,
hat die katholische Kirche immer,
durch die Neuerungen der Häretiker veranlaßt,
mit ihren Konzilsbeschlüssen erreicht, daß sie das,
was sie früher von den Vorfahren nur durch mündliche Überlieferung empfangen hatte,
später den Nachkommen auch schriftlich und urkundlich hinterließ,

indem sie in wenige Worte vieles zusammenfaßte und oft zum Zwecke des klareren Verständnisses einen nicht neuen Glaubenssinn mit einem passenden neuen Ausdruck bezeichnete.

-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen

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#37

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 16.07.2013 00:13
von Aquila • 4.140 Beiträge

Um an den vorigen Beitrag über die Notwendigkeit des Festhaltens an der hl. Tradition anzuknüpfen....
ein Zitat des  
hl. Augustinus,
in dem er unmissverständlich vor einer falsch verstandenen "Gemeinsamkeit" mahnt....
heute übertragbar auf einen
falsch verstandenen "Ökumenismus" in all seinen ( auch "interreligiösen" ) Varianten.
Bez. der Häresien schreibt er:

-

"In
Vielem sind sie mit mir,
in Wenigem sind sie nicht mit mir;
aber
wegen dieses Wenigen, in dem sie nicht mit mir einig gehen,
nützt ihnen das Viele nichts, worin sie mit mir sind"


-

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#38

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 27.07.2013 20:48
von Aquila • 4.140 Beiträge

Liebe Mitglieder, liebe Leser/innen

Der hl. Kirchenvater Irenäus( gest. um 200)
hat in seinem Lehrschreiben
Gegen die Häresien (Contra Haereses)
sehr schön das Wesen der Heiligen Mutter Kirche
als alleinige Trägerin der Wahrheit und der hl. Tradition herausgehoben:

-

"Nun wohl,
diese Botschaft
und
diesen Glauben bewahrt die Kirche, wie sie ihn empfangen hat,
obwohl sie, wie gesagt, über die ganze Welt zerstreut ist,
sorgfältig, als ob sie in einem Hause wohnte, glaubt so daran,
als ob sie nur eine Seele und ein Herz hätte,
und verkündet und überliefert ihre Lehre so einstimmig,
als ob sie nur einen Mund besäße.

Und wenngleich es auf der Welt verschiedene Sprachen gibt,
so ist doch
die Kraft der Überlieferung ein und dieselbe.
Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders
als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten,
die in Lybien oder in der Mitte der Welt.
So wie Gottes Sonne in der ganzen Welt eine und dieselbe ist,
so dringt auch die Botschaft der Wahrheit überall hin und erleuchtet alle Menschen,
die zur Erkenntnis der Wahrheit kommen wollen.

Der größte Redner unter den Vorstehern der Kirche
kann nichts anders verkünden,
denn niemand geht über den Meister;
und auch der Schwachbegabte wird
nichts von der Überlieferung weglassen.
Es ist nur ein und derselbe Glaube,
ihn
kann
nicht vermehren, wer viel versteht zu reden,
nicht vermindern, wer wenig spricht.

Angesichts solcher Beweise
darf man nicht lange bei andern nach der Wahrheit suchen.
Ohne Mühe kann man sie von der Kirche in Empfang nehmen.
In sie haben die Apostel wie in eine reiche Schatzkammer auf das vollständigste
alles hineingetragen, was zur Wahrheit gehört,
so daß jeder, der will, aus ihr den Trunk des Lebens schöpfen kann.
Sie ist der Eingang zum Leben;[/b


alle übrigen sind [b]„Räuber und Diebe“
.
Diese muß man deshalb meiden
,

alles aber, was zur Kirche gehört, auf das innigste lieben
und die Überlieferung der Wahrheit umklammern.

Sollte jedoch über eine unbedeutende Frage ein Zwiespalt entstehen,
dann muß man auf die ältesten Kirchen zurückgehen, in denen die Apostel gewirkt haben,
und von ihnen die klare und sichere Entscheidung über die strittige Frage annehmen.
Hätten nämlich die Apostel nichts Schriftliches uns hinterlassen,
dann müßte man eben der Ordnung der Tradition folgen,
die sie den Vorstehern der Kirchen übergeben haben."

-

Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 27.08.2013 22:18 | nach oben springen

#39

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.07.2013 21:26
von blasius (gelöscht)
avatar

Lieber Aquila,

wer ist heute die wahre "Ur Kirche"?

Urkirche

Als Urkirche oder Urchristentum bezeichnet man die Anfangszeit des Christentums, die vom Tod des Jesus von Nazaret um 30 oder 33 bis zur Abfassung der letzten urchristlichen Schriften, die später in das Neue Testament (NT) aufgenommen wurden, reicht. In der Regel werden die Entstehung des Evangelium nach Johannes (ca. 90-100) bzw. die Trennung vom Judentum (um 135) als ungefähre Epochengrenze angesehen.

Diese Entstehungsphase umfasst in etwa jenen Zeitraum, den auch die Apostelgeschichte des Lukas – die erste Darstellung des Urchristentums mit historischem Anspruch – beschreibt. Sie befasst sich unter anderem mit der Jerusalemer Urgemeinde, die die Geschichte des Urchristentums maßgeblich bestimmte. Dieses verstand sich nicht als eigene Religion, sondern als ein Teil des Judentums. Es wurde auch von anderen jüdischen Gruppen und im Römischen Reich zunächst als jüdische Gruppe wahrgenommen.

Jedoch begriffen auch die Urchristen seit dem Apostelkonzil (etwa 48) die Völkermission als Aufgabe aller Christen. Denn ihre Verkündigung war auf weltweite Ausdehnung angelegt. Das Urchristentum umfasste daher bald nicht nur die Gemeinden in Judäa, sondern auch im gesamten östlichen Mittelmeerraum bis hin zu Rom. Mit dem Ende der Urgemeinde um 135 war auch seine Trennung vom Judentum besiegelt.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]

1 Das Ende der Urkirche
2 Apostolische Sichtweise
3 Theologische Begründung
4 Urkirche als Vorbild
4.1 Fortsetzung der Urkirche

Das Ende der Urkirche

Mit dem Tod des Jakobus (62) verlor die judenchristlich geprägte Jerusalemer Urgemeinde ihre Führungsrolle im Urchristentum. Am jüdischen Aufstand von 66 verweigerten auch die Jerusalemer Christen die Beteiligung. Bei dem weiteren Aufstand Simon Bar Kochbas (132) musste die Urgemeinde deshalb in das ostjordanische Pella fliehen. Mit dem Scheitern dieses letzten jüdischen Aufstandsversuchs 135 war auch ihre Existenz beendet. Die von ihr beeinflussten Gemeinden in Syrien und im Ostjordanland galten einigen der maßgebenden Kirchenväter im 2. Jahrhundert bereits als „Häresie“ des Christentums. Spätestens mit der Entstehung des Islam gingen die letzten Reste des nahöstlichen Judenchristentums unter.
Apostolische Sichtweise

Viele apostolische Glaubensgemeinschaften sehen in der Urkiche die von Jesus Christus gewollte kirchliche Ordnung- eine apostolische Kirche unter Aposteln und durch Apostel legitimiert. Die Urkirche stellt somit den idealen Zustand der Kirche Christi da, welcher nach dem Tod der letzten Apostel der Urkirche beendet war.
Theologische Begründung

Insbesondere nach katholisch-apostolischer Sicht (teilweise aber auch -älterer - neuapostolischer Sichtweise), wurde die Urkirche mit der Gemeinde Ephesus aus Johannesoffenbarung 2 gleichgesetzt, zu der gesagt wird:

"1 Dem Engel der Gemeinde in "Ephesus" schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: 2 Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel und sind's nicht, und hast sie als Lügner befunden 3 und hast Geduld und hast um meines Namens willen die Last getragen und bist nicht müde geworden. 4 Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. 5 So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust. 6 Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaïten hassest, die ich auch hasse. 7 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!"

Nach katholisch-apostolischer Interpretation wurde der Leuchter (der hier ein Sinnbild von den Apostolat sein soll) der Urkiche genommen, da sie nicht bußfertig war und die erste Liebe verlassen hat. Somit wurde es ohne Apostelamt dunkel, bzw. dunkler, in der christlichen Kirche für die folgenden knapp 1700 Jahre.
Urkirche als Vorbild

Sowohl die katholisch-apostolischen Gemeinden als auch die Neuapostolische Kirche sehen in der Urkirche den idealen Zustand, den es in die Gegenwart zu transportieren gilt. Man sieht sich somit in einer Tradtionslinie zur Urkirche. In der eigenen Organisationsform (unter Aposteln) lebt dieser urkirchliche Zustand wieder auf.
Fortsetzung der Urkirche

Insbesondere in der Neuapostolischen Kirche wurde bis zur Änderung der Glaubensartikel 2010 vertreten, dass man selbst die Fortsetzung der Urkirche ist. Dieses Verständnis ist jedoch auf Grund des veränderten Kirchenverständnisses nicht mehr in dieser Form haltbar, da man nicht davon ausgeht, dass die Kirche Christi aufgehört hat zu existieren, sondern vielmehr in einen defizitären Zustand verfallen ist.

Aus: http://www.apostolische-geschichte.de/wi...?title=Urkirche


Liebe, fragend Grüße, blasius


zuletzt bearbeitet 29.07.2013 21:27 | nach oben springen

#40

RE: Lehre von der Tradition

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.07.2013 22:05
von Aquila • 4.140 Beiträge

Lieber blasius

Auch wenn es noch so oft geschrieben wird...
sämtliche von der Heiligen Mutter Kirche abgefallenen christlichen Gemeinschaften
sind
k e i n e
"Kirchen" !

Desweiteren ist das Gerede von der angebl.
"Vorbildfunktion" der "Urkirche" völlig daneben.....
von Einheit war ( noch) keine Spur !

oder soll etwa der damalige Zustand der sich in zahlreiche Richtungen zersplittert habenden
und untereinander zerstrittenen Ur-Gemeinden
heute als "Vorbild" dienlich sein ?


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 29.07.2013 22:07 | nach oben springen



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