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#296

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 27.12.2025 05:30
von Blasius • 4.277 Beiträge



Erscheinung des Engels bei den Hirten



Hört den Engel auf der Heide,

Wie er zu den Hirten spricht:

Öffnet euer Herz der Freude,

Denn vom Himmel kam das Licht.

Nicht mehr sind wir nun verloren,

Denn der Heiland ward geboren.[/b]



1. Betrachte die schlichten Hirten, die über ihre Herde wachen, und mitten in der Nacht plötzlich einen Engel in himmlischer Klarheit vor sich sehen. Angst und Schrecken überfällt sie bei diesem Anblick. Aber da heute, durch den göttlichen Mittler, die Engel mit den Menschen verschwistert werden, tröstet er sie alsbald liebevoll und spricht: "Fürchtet euch nicht, denn ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird." Wie wunderbar sind Gottes Ratschlüsse! Keinem Großen, keinem Reichen, keinem Gelehrten dieser Welt: armen, einfachen, ungebildeten Hirten offenbart er die erhabensten Geheimnisse. Er verachtet die Stolzen und erwählt die Demütigen. Sei also demütig und der Herr wird seinen Auserwählten dich beizählen.



2. Die Freude, die der Engel Gottes verkündigt, ist die Geburt unseres göttlichen Erlösers. Was auch kann den Gefangenen lieblicher erfreuen, als dass ein Erlöser ihn befreien, was den unheilbar Kranken, als dass ein allmächtiger Arzt ihn heilen, was den zum Tod verurteilten Verbrecher, als dass das Leben ihm geschenkt wird. Sei gebenedeit, geliebter göttlicher Erlöser, der du kamst, uns zu befreien, zu heilen, und von der ewigen Verdammnis zu erretten. Es ist aber diese Erscheinung nicht ohne Geheimnis, denn diese Hirten stellen die Hirten der Kirche vor, die die Herde Jesu Christi weiden, und denen Gott zuerst die Geheimnisse des Heils offenbart, damit sie ihre Schafe darüber belehren.



3. So erfreue dich denn mit diesen frommen Hirten, denn auch dir wurde dieser Erlöser geboren. Denn wurde er auch nur einmal aus der Jungfrau geboren, so wird er doch täglich unsichtbar durch die Gnade in den Herzen geboren, zumal in dieser heiligen Zeit, und bringt darin die nämlichen Wirkungen hervor, wie bei seiner ersten gnadenreichen Geburt, da er von der Tyrannei der Sünde uns erlöst, das Leben der Gnade uns mitteilt, und uns himmlische Freude und Frieden verleiht. Titus 2,11-12: "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben."


https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/


zuletzt bearbeitet 27.12.2025 05:31 | nach oben springen

#297

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 28.12.2025 12:08
von Blasius • 4.277 Beiträge





Die Armut Jesu unser Reichtum



Arm sind wir, Herr, ein Hauch ist unser Leben,

Von wahren Gütern sind wir ewig weit.

Da wirst du arm, Herr, alles uns zu geben:

Dein Reich, dich selbst und deine Herrlichkeit.



1. "Christus", spricht der Apostel, ist arm geworden, damit wir reich würden." Unendlich reich war er im Schoß seines ewigen Vaters, aber seine unbeschreibliche Liebe zu uns bewog ihn, arm zu werden, uns zu bereichern. Nur er konnte durch seine Armut uns bereichern, so wie auch nur er durch seinen Tod uns beleben und durch seine Erniedrigungen erheben konnte. Durch seine Armut entriss er unserem Herzen die Liebe zu vergänglichen Dingen dieser Erde, befreite uns von der Unruhe, die diese Liebe nach sich zieht, heilte uns von der Hoffart, die von dieser Liebe unzertrennlich ist, und wandelte sie in eine Liebe der unsterblichen, unwandelbaren Güter der Ewigkeit um.



2. Wäre Jesus im Glanz irdischen Reichtums zur Welt gekommen, er hätte dieses Wunder nimmermehr bewirkt. Wir wären, gleich den Heiden, Sklaven unserer Gier geblieben, Irdisches zu suchen und zu sammeln, bei unserem Tod aber, nach dem Ausdruck der Schrift, trotz unserer Schätze, mit leeren Händen fortgewandert. Sein Beispiel aber zeigte uns, dass diese Gier die Seele erniedrigt und in Güter einengt, die ihrer unwürdig sind. Und Jesus lehrte uns, dass Reichtümer Dornen sind, die durch ihre Sorgen das Herz zerreißen. Er verdrängte den Stolz, wodurch der Reiche den Armen verachtet, und erhob unsere Seelen zum himmlischen Vaterland, wo unser wahrhafter Schatz besteht.



3. Wie fruchtbar, Herr, wie glorreich ist deine Armut. Der selige Frieden, den sie verleiht, ist jener hundertfältige Ersatz, den du denjenigen verheißt, die um deinetwillen alles verlassen. Denn der himmlische Trost, den du in ein Herz ergießt, das leer an allen Begierden nach vergänglichem Reichtum ist, wiegt alles Gold und alle Schätze dieser Welt hundertmal auf. Fern von aller Angst und Unruhe ist bei seinem Ende das Herz desjenigen, der um deinetwillen arm wurde. Indes oft der Reiche, der im Palast und auf dem Purpur stirbt, wahrhaft arm und elend ist, da er alles in der Zeit verliert, und nichts in die Ewigkeit mitbringt. Also geht der Ausspruch deiner heiligsten Mutter in Erfüllung: "Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen." (Lukas 1,53)


https://www.heiligen-legende.de/unschuldige-kinder/

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#298

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 28.12.2025 19:26
von Blasius • 4.277 Beiträge



Bild: https://www.gloria-patri.de/Gruess-GOTT/mobile/

Der Lobgesang der Engel



Ihr Engel, welche Gott so hoch erhoben,

O lehret uns, mit euch ihn würdig loben.

Durch euer Flehen werde uns der Frieden

Huldreich beschieden.



1. Betrachte die Menge der himmlischen Heerscharen, die mit dem ersten Engel sich vereinigen und den Lobgesang des Allerhöchsten mit den Worten anstimmen: "Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade." (Lukas 2,14) Dies fürwahr sind die Früchte dieses gnadenreichen Festes: Gottes Ehre zu fördern, und Frieden den Menschen zu geben. Nicht allen jedoch, sondern nur jenen, die guten Willens sind, deren Wille nämlich mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Stören wir die Ordnung dieses himmlischen Gesetzes nicht. Gott behält sich die Ehre vor, und gibt dir den Frieden. Entziehst du ihm aber die Ehre, dann nimmt er den Frieden dir hinweg.



2. Wohnt der Friede Gottes in deinem Herzen? Woher aber dein Unfriede, deine Angst? Gewiss daher, weil du Gott die Ehre entzogen, seine Gebote übertreten und die Hand nach der verbotenen Frucht ausgestreckt hast. Denn dies ist der Quell alles Unfriedens. Niemand, der Gott die Ehre raubt, wird seinen Frieden genießen. Frieden wirst du nur in dem Maße haben, als du seine Ehre suchst. Suchst du deine eigene Ehre, dann wirst du weder Ehre noch Frieden finden. Stimme in den Lobgesang der heiligen Engel ein, und lobe und verherrliche Gott mit ihnen bis an den letzten Hauch deines Lebens, damit du würdig wirst, ihn ewig zu loben.



3. Heilig ist die Beschäftigung, unseren Gott zu loben und zu verherrlichen. Dies auch ist das Ziel unseres Daseins. Und wie mächtig auch fordern seine unendliche Güte, seine unendliche Liebe und Barmherzigkeit, seine zahllosen Wohltaten uns dazu auf. Er kam vom Himmel und nahm das Gewand unserer Sterblichkeit, nicht furchtbar, sondern liebevoll uns zu erscheinen. "Er liebte uns zuerst, die wir noch Feinde waren", und er, der uns vernichten konnte, bietet uns seinen Frieden an. So lieben wir denn eine so unermessliche Liebe, preisen wir eine so unendliche Güte, und danken wir einer Barmherzigkeit, die alles Maß übersteigt. Psalm 34,2: "Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund."

https://www.heiligen-legende.de/thomas-becket/

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#299

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 29.12.2025 19:33
von Blasius • 4.277 Beiträge




Die Anbetung der Hirten



Wo geht ihr, fromme Hirten, hin

Mit eilig schnellem Schritt?

- Nach Bethlehem zielt unser Sinn. -

O nehmet mich doch mit.

Anbeten will mit euch ich dort

Des Vaters eingebornes Wort.



1. Machen wir uns auf und gehen wir mit den frommen Hirten zur Krippe unseres Herrn. Sieh, der Engel schildert ihn genau: Armut, Demut, Sanftmut und Geduld sind die Merkmale, woran wir ihn erkennen werden, der da kam, diese himmlischen Tugenden uns üben zu lehren. Erlöser meiner Seele, mit den hochbegnadeten Hirten sinke ich zu deinen Füßen, und bete dich als meinen Gott und Heiland an. Nicht vor Angst erbebend, sondern mit großem Vertrauen komme ich zu dir, denn was kann ich von einem liebreichen Kindlein fürchten, das über mein Elend gerührt ist, Tränen darüber vergießt, und kommt, mich davon zu erlösen.



2. Von seliger Freude, Liebe und Hoffnung ist mein Herz bei deinem Anblick durchdrungen. Denn nun verzweifle ich nicht mehr wegen meiner zahllosen Sünden. Ich hörte die Stimme des heiligen Engels, dass ein Erlöser mir geboren wurde. O Emmanuel, Weisheit Gottes, Heiland und Gesetzgeber der Welt, nach dir sehnten sich die verflossenen Jahrhunderte, zu dir blickt im Geist die fernste Zukunft, dich lieben alle heiligen Seelen. Deine Tränen sind Tränen der Barmherzigkeit, deine Krippe ist die Lehrkanzel der Weisheit, durch deine Armut wird die Welt bereichert, und dein göttliches Herz ist der Wohnsitz ewiger Liebe und wird einst als der Quell ewiger Erlösung für mich geöffnet werden.



3. Gebenedeit sei der keuscheste Leib, der dich getragen hat. O glorreiche und allerseligste Jungfrau, wahre Mutter Gottes, gepriesen seist du von allen Geschlechtern, die du uns allen den Erlöser geboren hast. In Andacht verehren wir dich als unsere wahre Mutter, da du Jesus in unserer Natur als unseren erstgeborenen Bruder uns geboren hast, und dadurch uns alle vom Tod zum Leben erweckt hast. Gestatte nicht, dass ich ewig verloren gehe, für den dein göttlicher Sohn geboren wurde, sondern erbitte mir seine wirksame Gnade, damit ich durch ihn zum ewigen Leben gelange. "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes." (Lukas 1,42)


https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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#300

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 31.12.2025 08:32
von Blasius • 4.277 Beiträge



Am letzten Tag des Jahres



Wie schwand das Jahr dahin in Blitzeseile.

Wo ist die Frucht, die du gesammelt hast?

Vermehrtest du nicht deiner Schulden Last?

Kein Jahr vielleicht kommt mehr zu deinem Heil.



1. Durch deine Barmherzigkeit, o Gott, mein gütiger Schöpfer, gelangte ich bis zu diesem letzten Tag des scheidenden Jahres. Preis sei deiner unendlichen Güte, die das Leben bis auf diese Stunde mir geschenkt, und jeden Tag dieses Jahres durch neue Wohltaten gesegnet hat. Wie, o lieber himmlischer Vater, soll ich alle diese Gnaden dir vergelten. Wie viele Gefahren hast du gnädig von mir abgewendet. Wie oft bist du in meinen Nöten mir zu Hilfe gekommen. Wie väterlich hast du für mich gesorgt. Wie oft meine Sünden und Fehler mir liebevoll verziehen. Wie oft mein Herz durch deine heiligen Einsprechungen erleuchtet und zum Guten angezogen. O sei gepriesen, ewige Barmherzigkeit. Es danke dir an meiner Stelle dein eingeborener Sohn und der ganze himmlische Hof, da ich nicht vermag, auch nur für eine Wohltat dir würdig zu danken.



2. Verzeihe mir auch, o ewige Güte, allen Undank, alle Sünden, wodurch ich im Verlauf dieses Jahres deine göttliche Majestät beleidigte, und meine große Lauigkeit in deinem heiligen Dienst. Denn in Zerknirschung meines Herzens bekenne und bereue ich in deiner göttlichen Gegenwart, dass ich deiner selten gedachte, dass ich deine heiligen Gebote öfters übertrat, von meinen ungeordneten Begierden mich hinreißen ließ, hart und lieblos gegen meinen Nächsten war, und durch viele Gedanken, Worte und Werke mich versündigte. Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, sondern erbarme dich meiner nach der Fülle deiner ewigen Erbarmungen.



3. Wie schnell, Herr, ging auch dieses Jahr vorüber. Ach, schon naht der Tod. Nicht mehr lange, und ich werde vor deinem heiligen Richterstuhl erscheinen. Vielleicht erlebe ich das Ende des beginnenden Jahres nicht. Denn wie viele, die das Ende des gegenwärtigen zu erleben hofften, sahen es nicht mehr. Darum, mein Gott, will ich das kommende Jahr als das letzte meines Lebens betrachten, und mit deiner Gnade mich jeden Tag bereit halten, auf deinen Ruf zu erscheinen. Segne, Herr, meine Vorsätze, dass ich sie zu deiner Ehre und zu meinem Heil vollbringe. Ijob 16,22: "Denn nur noch wenige Jahre werden kommen, dann muss ich den Pfad beschreiten, auf dem man nicht wiederkehrt."


https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/


zuletzt bearbeitet 31.12.2025 08:35 | nach oben springen


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