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6. Januar: Hochfest Epiphanie - Erscheinung des Herrn.

#286

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 17.12.2025 08:18
von Blasius • 4.242 Beiträge






Über die Armut Jesu Christi



O löse, Herr, mein Herz von dieser Welt

Und von der Armut, die sie Reichtum nennt;

Denn reich ist nur, wer dich, o Jesus, kennt,

Sein Sinn ist auf ein ewiges Gut gestellt.



1. "Wohl dem, der sich des Schwachen und Armen annimmt; zur Zeit des Unheils wird der Herr ihn retten." (Psalm 41,2) Wer ist dieser Schwache und Arme? Kein anderer, als unser göttlicher Heiland, der in einem anderen Psalm von sich spricht: "Ich aber bin arm und gebeugt." (Psalm 70,6a) Arm war er fürwahr an zeitlichen Dingen, und von seiner Geburt im armen Stall bis zu seinem Tod am Kreuz fühlte er die Armut in ihrer ganzen Bitterkeit. Aber selig, wer Einsicht hat, "wer an ihm sich nicht ärgert", wer da erkennt, dass unter dem Schleier dieser Armut alle Schätze des Himmels verborgen sind. Dies erkennen die Klugen und Weisen dieser Welt nicht, aber Tausende und abermals Tausende erleuchteter Gotteskinder erkannten es, verachteten alle Güter der Erde wie Spreu, und hielten die Armut Jesu Christi für ihren größten Reichtum.



2. So sehr liebte Jesus die Armut, dass er nach seiner glorreichen Himmelfahrt, wo er sie nicht mehr persönlich üben konnte, sie wenigstens in den Armen fortüben will. Dies erklärte er deutlich, als er sprach: "Was ihr einem aus meinen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan", mir, der ich in jedem Armen verborgen bin. Wer also hat Einsicht über den Dürftigen und Armen? Wer da erkennt, dass unter dem zerrissenen Gewand des Armen Christus verborgen ist, und ihn in den Armen verehrt, ihm dient, ihn tröstet und ihm in Liebe hilft.



3. Hilfst du dem Armen aus natürlichem Mitleid, so wirst du auch nur eine natürliche, nämlich eine zeitliche Belohnung für deine Wohltat empfangen. Hast du aber Einsicht und erkennst den Herrn Jesus in ihm, dann wird er am bösen Tag, am Tag des Todes, der für die meisten böse ist, dich erlösen, denn laut wird dein Almosen dann für dich rufen. Wie auch könnte der Herr dich verdammen, den du, als ihn hungerte, speistest, als ihn dürstete, tränktest, als er nackt war, kleidetest? Markus 9,41: "Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: Er wird nicht um seinen Lohn kommen."

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zuletzt bearbeitet 17.12.2025 08:27 | nach oben springen

#287

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 18.12.2025 18:03
von Blasius • 4.242 Beiträge



Über die Worte: "Wer bist du?"



O führe, Herr, mich in mein Innres ein,

Dass ich mich schaue, wie vor dir ich bin.

Der Anblick beuge meinen stolzen Sinn

Und lehre mich demütig sein.



1. "Wer bist du?" So fragten die Abgeordneten der Juden den heiligen Täufer Johannes. Was aber antwortete dieser demütige Vorläufer des Messias? Füglich konnte er sich Elias, einen Propheten, und mehr als einen Propheten, er konnte den Engel sich nennen, von dem die Schrift geweissagt hatte, er würde vor dem Herrn hergehen. Er aber nannte sich eine Stimme. Was ist aber eine Stimme? Ein Schall, der tönt und verklingt. Wie tief beschämt doch die Demut der Heiligen unseren Hochmut, die wir immer mehr scheinen wollen, uns immer für besser ausgeben, als wir sind, und über diejenigen uns erbittern, die eine eingebildete Ehre uns versagen, die uns oft nicht einmal nach menschlichen Verhältnissen gebührt.



2. "Wer bist du?" Ach, mein Gott, soll ich die Wahrheit bekennen, sagen muss ich dann: Nichts bin ich durch mich. Ein Sünder bin ich, der, wenn deine unendliche Barmherzigkeit seiner nicht geschont hätte, längst im ewigen Feuer, ein Raub der endlosen Verzweiflung, ein Gefährte der schrecklichen Gespenster der Hölle wäre. Ein elendes, ohne Unterlass zum Bösen geneigtes Geschöpf bin ich, das nichts Gutes aus sich vermag, ein wankendes Rohr, das vom Wind jeder Leidenschaft hin und her bewegt wird, ein unreiner Mensch, der vor Schande sich verbergen müsste, wenn die Werke seiner Finsternisse bekannt würden. Und dabei bin ich von Eitelkeit aufgedunsen, und fordere Ehre von den Menschen.



3. Herr, erbarme dich meiner. Siehe, barmherziger Arzt, ich habe meine Wunden dir offen bekannt. Heile sie, und lass das Opfer meiner Demütigung dir gefallen. Verleihe mir bei deiner heiligen Ankunft die Kraft, "den alten Menschen abzulegen und den neuen anzuziehen, der nach Gott erschaffen ist in Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Epheser 4,22-24) Verleihe mir den Geist der Buße, dass ich die Verachtung der Menschen ohne Murren ertrage, auf den Spuren deiner heiligen Demut gehe, mein Kreuz täglich auf mich nehme und dir nachfolge, damit ich durch deine Barmherzigkeit die Verzeihung meiner Sünden erlange und deinen Auserwählten beigezählt werde. "Überschätze dich nicht vor dem Volk; bedenke, dass der Zorn nicht ausbleibt. Demütige deinen Stolz ganz tief, denn was den Menschen erwartet, ist die Verwesung." (Jesus Sirach 7,16-17)


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#288

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 19.12.2025 08:37
von Blasius • 4.242 Beiträge






Von der Buße



Reinigen will ich mein Herz

Durch der Buße ernsten Schmerz,

Und zum Tempel es erbauen,

Gottes Heil darin zu schauen.




1. Mit lauter Stimme ruft Johannes: "Tut Buße! Tut würdige Früchte der Buße!" Laut auch tönt die Stimme des Herrn: "Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe." (Matthäus 3) Abermals naht sich nun dieses himmlische Reich, die heilige Geburtsfeier unseres Erlösers, und darum ermahnt uns auch die Kirche zur Buße, damit wir das Heil Gottes in einem von Sünden gereinigten Herzen empfangen. Ganz besonders den Sündern gilt die Ankunft Jesu Christi, wie er selbst bezeugt: "Ich bin nicht gekommen, die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu berufen." Ja seine Gnade lässt auch nicht nach, an ihren Herzen zu pochen, sie zu erschüttern und so lange zu drängen, bis sie, wofern sie nicht gänzlich erhärtet sind, seiner liebreichen Ermahnung sich ergeben.



2. Wie lange also werden wir dieser Stimme unseres Herrn noch widerstehen? Schrecklich sind seine Gerichte über die Unbußfertigen. Er droht, sie auf ewig von seinem Angesicht, in die feurigen Kerker seiner Gerechtigkeit, in die Gesellschaft der höllischen Geister zu verstoßen, und verlängert auch nur darum aus unbeschreiblicher Barmherzigkeit ihr Leben, damit sie sich endlich bekehren. Denn nicht den Untergang des Sünders will er, sondern sein Heil. Und hegt der Sünder, von Zerknirschung bewegt, ernsthaften Willen zur Besserung, so kommt er mit freundlichem Trost ihm entgegen, kräftigt seinen Vorsatz, und hilft ihm selbst seine Buße vollbringen. Denn unendlich ist die Güte seines liebreichen Vaterherzens.



3. So unterwerfen wir uns denn der Majestät unseres Gottes und erfüllen wir in demütigem Gehorsam seinen Willen, den er durch seine heilige Kirche uns offenbart. Reinigen wir unser Herz von fleischlichen und weltlichen Begierden, und schmücken wir es durch Unschuld und Enthaltsamkeit, durch Sanftmut und Barmherzigkeit, damit er, durch den Wohlgeruch dieser Tugenden angezogen, bei seiner Ankunft in das Herz einkehre, die neuen Gnaden, die er mitbringt, hinein ergieße, und zu seiner zweiten Ankunft zum Gericht uns erneuere. Denn wer nun mit seiner Gnade sich dazu vorbereitet, wird dann nicht zittern, sondern er wird im Jubel in die Freude seines Herrn eingehen. "Ja, ich komme bald. - Amen. Komm, Herr Jesus!" (Offenbarung 22,20)

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#289

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 20.12.2025 09:07
von Blasius • 4.242 Beiträge



Von den wahren

und würdigen Früchten der Buße



Die Buße tilgt die schwerste Schuld,

Und bleicht sie schneeig rein;

Nur ihre Kraft zwingt Gottes Huld,

Barmherzig uns zu sein.



1. Die Zunge, die aufhört, einen Unschuldigen zu beschimpfen, gibt durch dieses Aufhören ihm keinen Ersatz für die zugefügte Schmach. Und die Hand, die aufhört zu schreiben, löscht dadurch das Geschriebene nicht aus. Also büßt auch die begangenen Sünden nicht ab, wer bloß aufhört zu sündigen. Schadete die Sünde dir allein, so lässt sie sich durch Reue, Tränen und geistige und körperliche Bußwerke tilgen. Schadet sie aber dem Nächsten, so muss der Schaden ersetzt werden. Wer dies zu tun unterlässt, der tut nicht, sondern er heuchelt Buße, denn nicht erlassen wird die Sünde, bis nicht der Schaden ersetzt ist, der dadurch angerichtet wurde.



2. Hast du den Nächsten um seine Ehre oder hast du fremdes Gut an dich gebracht, so bist du verpflichtet, beides zu erstatten. Eine Ungerechtigkeit wird nicht durch Almosen gut gemacht, eine Verleumdung nicht durch Gebet ersetzt, ein Raub nicht durch Fasten erstattet. Ersatz leisten musst du, und tun, was du wolltest, dass dir selbst geschähe. Dies, und nicht die Abneigung deiner Eigenliebe, ist hier die Richtschnur der Buße. Zurückführen musst du diejenigen, die du irre geführt, erbaue die, denen du Ärgernis gegeben hast, wenn du Verzeihung von Gott erlangen willst. Täusche dich nicht, denn die Sache ist wesentlich. Ahme lieber dem frommen Zöllner Zachäus nach, der seinen Wucher vierfach ersetzte.



3. Auch musst du die Gelegenheit zur Sünde meiden. Wer nicht fest entschlossen ist, sie zu meiden, dem ist es nicht ernst, die Sünde zu verlassen, und er belügt nicht nur sich selbst, sondern auch den Heiligen Geist. Ja, um wahre Buße zu tun, müssen wir auch die Sünde an uns selbst bestrafen, und durch Schmerz die Lust büßen, durch die wir Gott beleidigten. Gott hat an die Buße sein Recht übertragen, den Sünder zu bestrafen. Schont die Buße ihn, dann wird die Gerechtigkeit Gottes ihn nicht schonen. Bestraft ihn aber die Buße, dann wird seine Gerechtigkeit ihn nicht bestrafen. Doch muss dies alles unter der Leitung eines erleuchteten Führers geschehen, der die Stelle Gottes bei dir vertrete. Matthäus 3,8: "Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt."

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#290

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 21.12.2025 09:00
von Blasius • 4.242 Beiträge





Von den Fehlern des verflossenen Lebens



O Gott, erleuchte meinen Sinn,

Mich selbst zu schauen, wie ich bin;

Dass dies Gesicht mich Demut lehre,

Und sich mein Herz zu dir bekehre.



1. Wenn du dem Dienst Gottes dich ergeben hast, so verzage nicht beim Anblick der Fehler deines verflossenen Lebens. Denn es wird nicht selten geschehen, dass alte Sünden und lasterhafte Gewohnheiten, Unrecht und Grausamkeiten, Unbesonnenheiten und Torheiten in deiner Erinnerung aufsteigen und dich nicht nur tief beschämen, sondern auch zur Verzweiflung reizen werden, als wäre es unmöglich, dass du Gott gefallen kannst, und als sei alles verloren. Dies kommt teils aus dem Schmerz der Eigenliebe, die Großes auf sich hielt, und nun genötigt ist, ihre Armseligkeit in ihrer ganzen Blöße zu schauen. Teils kommt es auch vom alten Widersacher, der den Menschen in Kleinmut zu stürzen sucht, um ihn in seine vorigen Laster zurückzustürzen.



2. Darum, wenn derlei Versuchungen dich bedrängen, so preise die ewige Güte, die ungeachtet so schwerer Unreinheiten, durch die du dein Leben befleckt hast, dennoch so sehr dich liebte, dass sie durch Einflößungen ihrer Gnade dich berief und auf den Weg des Lebens versetzte. Bedenke mit dankbarem Gemüt, wie lange und wie geduldig diese ewige Güte in Fehlern dich ertrug, bei deren Anblick du dir selbst unausstehlich bist. Und da die göttliche Langmut, die noch gar vieles andere in dir sieht, das dir verborgen ist, dich mit so großer Geduld ertrug, so lerne denn auch du selbst mit Geduld dich ertragen.



3. Bitter zwar und beschämend ist ein solcher Anblick, aber der Schmerz dieser Wunden ist ein Anzeichen baldiger Gesundheit. So lange der Mensch außerhalb seiner selbst umherschweift, sieht er den Schaden nicht, der unterdessen in seinem inneren Haus geschieht. Kehrt er aber in sich ein, und sieht sein Haus in dieser schmählichen Zerrüttung, dann sucht er alles auf die beste Weise wieder zu ordnen. Notwendig auch ist diese bittere Arznei, weil ohne sie der Mensch niemals zur wahren Demut gelangte. Wer aber auf solche Weise sich selbst wahrhaft erkennt, den wird das Lob der ganzen Welt nicht zu eitlem Wohlgefallen an sich verleiten. "Herr, deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet. Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg." Psalm 139,16+24)


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