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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 09.03.2026 22:14von Blasius • 4.533 Beiträge

An der Aschermittwoche
Hold bist du, Frühlingszeit.
Dir jubelt die Natur.
Doch plötzlich bist du weit,
Und lässest keine Spur.
So kommt der Mensch, und blüht und geht,
Bis er wie Staub im Wind verweht.
1. In mütterlicher Weisheit erinnert uns in diesen Tagen die heilige Kirche im Anbeginn der Fastenzeit durch die Bestreuung mit Asche an unsere Sterblichkeit. Denn wissen wir auch alle, dass wir nach kurzer Zeit in Asche zerfallen, so pflegen dennoch die Zerstreuungen der Welt diese ernste Wahrheit unserem Gedächtnis gar oft zu entrücken. Wie sprechend aber ist dieses Sinnbild, und wie warnend ermahnt es uns an unsere Hinfälligkeit und an die Vergänglichkeit aller Größe und Herrlichkeit dieser Welt. Denn was sind nun alle jene Großen, Reichen und Gewaltigen, vor denen einst alles sich bückte? Was sind so viele unserer Bekannten und Verwandten? Staub und Asche.
2. Oft wird in der Schrift der Mensch einem Baum verglichen. Lieblich ist der Anblick eines Baumes, so lange er grünt und mit Laub und Früchten prangt. Wird er aber umgehauen, oder durch einen Sturm der Erde entrissen und verbrannt: was bleibt übrig dann von ihm, außer ein wenig Asche? Dieser Baum sind wir alle. Denn wie schön, wie reich, wie weise, wie mächtig auch ein Mensch sei, ja beherrschte er auch die Welt: was ist er nach kurzer Zeit? Moder und Asche. So lange Bäume fest wurzeln und leben, unterscheiden wir genau die Eiche von der Palme, die Zypresse von der Espe. Sind sie aber verbrannt, dann bleibt von ihnen nichts als ein wenig Asche übrig, und keine Spur ihrer früheren Schönheit und Höhe ist mehr zu sehen.
3. Führen wir dies Gleichnis tief zu Gemüte. Und lösen wir unser Herz bei Zeiten von den Täuschungen dieses Lebens. Sammeln wir Schätze für die Ewigkeit, so lange es uns noch gestattet wird, dass wir nicht am Ende des Lebens mit den Gottlosen ausrufen müssen: "Was hat unser Hochmut, was hat unser Reichtum uns genützt?" Dies alles ging vorüber wie ein Schatten, wie ein Schiff, das keine Spur im Wasser zurücklässt, wie ein Vogel, der durch die Lüfte schwirrt. Also hat es ein Ende genommen mit uns, und wir können kein Zeichen der Tugend aufweisen. "Bedenke, o Mensch: Staub bist du, zum Staub musst du zurück."(Genesis 3,19b)
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 10.03.2026 20:49von Blasius • 4.533 Beiträge

Vom Fasten und von der Buße
O Jesus, lass die Welt mit dir mich fliehen
Und mit zur Buße in die Wüste ziehen:
Denn mit dir fasten, wachen, kämpfen, leiden;
Dies führt allein zu deinen Himmelsfreuden.
1. Die Absicht des kirchlichen Fastens ist, durch Buße das Fleisch zu züchtigen, und durch heilige Enthaltsamkeit seine Begierlichkeit zu schwächen. Denn gewiss ist es, dass, wer das Fleisch nicht bändigt, und in die Knechtschaft zwingt, es dem Geist nimmermehr unterwerfen wird. Darum folgen wir der Ermahnung des heiligen Apostels, der uns bei der Barmherzigkeit Gottes beschwört, unsere Leiber zu einem lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer zu ergeben (Römer 12,1). Zumal in dieser heiligen Zeit, die der Buße besonders vorbehalten ist, weil darin die Geheimnisse des bittersten Leidens und Todes unseres göttlichen Heilandes gefeiert werden. Wie auch könnten je liebende Kinder der Freude zur Zeit sich überlassen, wo die Leichenfeier ihres Vaters begangen wird.
2. Das Fasten ist alt wie die Welt. Schon Mose fand es vor. Der Sohn Gottes heiligte es. Seine Kirche schreibt es vor nach seiner Anordnung. Und alle ihre wahren Kinder beobachteten es in allen Jahrhunderten. Das Fasten ist eine heilsame Arznei für Leib und Seele. Gott verleiht die Kraft, es zu vollbringen, und nimmt die Kraft denjenigen hinweg, die es nicht beobachten. Wer also sein Leben und seine Gesundheit durch die Übertretung des heiligen Gesetzes erhalten will, der wird sie verlieren. Sind wir streng gegen uns, dann wird Gott sanft uns gegenüber sein. Bestrafen wir uns, dann wird er uns nicht bestrafen. Verzeihen wir uns nichts, dann wird er uns alles verzeihen.
3. Fasten, Buße und Abtötung der Sinne sind eine Fortsetzung des Opfers Jesu Christi, und sie erfüllen an uns, was uns noch mangelt an seinem Leiden. (Kolosser 1,24) Denn dadurch nehmen wir wirksamen Anteil an seinen Schmerzen, und es werden unsere Leiber Glieder seines Körpers, von seinem Geist beseelt und zur künftigen Glorie vorbereitet. Darum greifen wir nun zu den Waffen der Buße, und reihen wir uns an unseren göttlichen Feldherrn, mit ihm über die Sünde zu siegen. Nichts ist dem Glauben, nichts der Liebe unmöglich. "Wenn wir mit Christus leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden." (Römer 8,17)
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 11.03.2026 18:57von Blasius • 4.533 Beiträge

Die enge Himmelstür
Selig, wer im Weltgewimmel
Als ein Held im Kampfe steht,
Und als Sieger in den Himmel
Durch die enge Pforte geht.
Denn der reichste Siegeskranz
Winket ihm in Gottes Glanz.
1. Viele machen sich den Weg zum Himmel ungemein bequem. Anders jedoch lehrt uns die ewige Wahrheit, deren Ausspruch hier allein entscheidet. Lukas 13,24: "Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Ringen muss der Geist mit dem Fleisch, das sich weigert, durch die enge Pforte der Abtötung, der Demut, des Gehorsams und der Buße einzugehen. Dies aber erfordert große Gewalt. Mut fassen also muss dieser geistige Streiter, denn es gilt den Eingang in den Himmel zu erlangen. Ewig glücklich ist er, wenn er in den Himmel eingeht, ewig unglücklich ist er, wenn er nicht eingeht.
2. Bedenke, wie unendlich wichtig es für uns ist, dass wir durch diese enge Pforte in den Himmel eingehen, da sogar viele, die versuchen einzugehen, dennoch nicht hineingehen können. Wir sprechen hier nicht von denjenigen, die nicht in der einen Arche der heiligen Kirche sind, sondern von vielen, die zur Zeit gerecht sind, ja auch tapfer im Kampf stehen, aber vor der Zeit ermüden, und nicht bis ans Ende aushalten. Ist dies aber so: was wird dann mit denen geschehen, die gleich beim ersten Anfall der Versuchung die Waffen von sich werfen und der Sinnlichkeit sich gefangen geben? Hüten wir uns, zur Zahl dieser Unglückseligen zu gehören.
3. "Ich sage euch, viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Wer muss nicht zittern bei diesen Worten? Warum aber werden sie es nicht können? Weil der Himmel ein Kampfpreis ist, sie aber nicht kämpfen können. Denn wie viele, die während ihres Lebens von der Sinnlichkeit sich beherrschen ließen, werden, wenn sie bei ihrem Tod ihre Leidenschaft für eine Person, die sie sündhafter Weise lieben, oder für andere Dinge dieser Erde überwinden sollen, die Kraft nicht dazu haben, sondern sterben, wie sie gelebt haben. Wollen wir in diesem letzten Kampf siegreich sein, so ringen wir beständig, und lernen wir ernsthaft siegen, denn dieser letzte Sieg ist die Frucht vieler vorhergegangener Siege. "Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet." (Matthäus 10,22b)
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 13.03.2026 07:53von Blasius • 4.533 Beiträge

Von der Bekehrung durch die Buße
Wie lange säumst du noch, dich zu bekehren?
Lass nicht durch schweren Schaden dich belehren.
Denn folgest nicht du bald der Gnade Stimme,
So strafet dich der Herr in seinem Grimme.
1. Niemand soll, wie tief er auch in Sünden und Laster versank, so lange er noch in diesem Leben ist, an seinem Heil und an der Barmherzigkeit Gottes verzweifeln. Denn der Sohn Gottes kam, wie er selbst spricht, "zu suchen und zu retten, was verloren war". Ebenso nennt er sich auch den Arzt, der nicht kam, die Gesunden, sondern die Kranken zu heilen. Die Arznei aber, die dieser barmherzige Arzt seinen Kranken vorsetzt, ist die Buße. Nämlich die schmerzliche Zerknirschung über die Laster des verflossenen Lebens und seine Änderung, die den Menschen in die frühere Gnade und Freundschaft Gottes zurückführt.
2. Gott zürnt dem Menschen nicht, weil er schwach ist und sich verirrt. Wohl aber zürnt er ihm, wenn er vorsätzlich im Laster bleibt, sich selbst verblendend, und von seiner Bekehrung nichts hören will. Es ist allerdings schwer, geliebte Fesseln zu brechen. Denn jeder Sünder erfährt die Wahrheit des göttlichen Ausspruchs: "Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Wenn euch aber der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei." (Johannes 8,34+36) Kann jedoch der Gefesselte sich selbst nicht befreien, so kann er doch seufzen und bitten und zu seinem Retter beten. Und tut anders er dies aus ganzem Herzen, so wird Gottes Gnade ihm unfehlbar zu Hilfe kommen, seine Verhältnisse allmählich lösen, und ihm die Kraft verleihen, seine Bande zu brechen.
3. Wie viele, die nun in der Anzahl der Heiligen glänzen, hat die Macht der Gnade auf solche Weise aus Sündern in Gerechte umgewandelt. So verzage denn nicht, sondern rufe Gott um seinen Beistand an, und reinige dich im heilsamen Quell der Buße. Denn die Buße ist die Arznei der Wunden, das Heilmittel gegen die Krankheiten der Seele, die Pforte des Lebens, der Schlüssel des Paradieses, die Verzeihung der Sünden, das rettende Brett nach dem Schiffbruch, das uns in den Hafen des himmlischen Reiches führt. Jesus Sirach 5,7-8: "Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschiebe es nicht Tag um Tag. Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft. Vertrau nicht auf trügerische Schätze; sie nützen nichts am Tag des Zorns."
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 14.03.2026 08:21von Blasius • 4.533 Beiträge

Vom Nutzen der Versuchungen
Gib, Herr, den Glauben mir zur Wehre,
Der dich in treuer Liebe sucht,
Dann siege ich zu deiner Ehre,
Und treibe Satan in die Flucht.
1. Versuchungen sind in der Hand der Vorsehung eines der besten Mittel, die Auserwählten zu prüfen, zu reinigen und zu großen Verdiensten zu erheben. Darum ließ unser göttlicher Erlöser selbst es zu, dass Satan ihn versuchte, um durch glorreichen Sieg über seine Arglist und Bosheit seinen himmlischen Vater zu verherrlichen, und uns selbst ein Beispiel zu geben, wie wir seine giftigen Einflüsterungen überwinden sollen. Denn zertrat er auch dieser alten Schlange das Haupt dadurch, das er die furchtbare Macht Satans brach, so ließ er es dennoch zu, dass er unseren Fersen nachstellte und uns zur Sünde versuchte, um seinen treuen Streitern dadurch Gelegenheit zum Sieg über ihn zu geben.
2. Niemals würden wir ohne die Versuchung zur wahren Kenntnis unser selbst gelangen. Denn nicht wenige halten sich für stark und wahrhaft fromm, aber die Versuchung zeigt ihnen, was sie sind, und führt sie dadurch zur Demut, ohne die niemand Gott gefallen kann. Diese Demut in uns zu erhalten, lässt seine Weisheit oft die schändlichsten Versuchungen sogar bei seinen heiligsten Dienern zu, wie wir offenbar an dem großen Apostel, dem heiligen Paulus, sehen, den Satans Engel zu fleischlichen Sünden versuchte und demütigte, damit er über die Größe seiner Offenbarungen nicht eitel würde. Manche auch, die in Gefahr schweben, in Lauigkeit zu versinken, werden durch Stürme schwerer Versuchungen aufgeschreckt, rufen den göttlichen Beistand an, und verdienen durch männlichen Sieg reichlichere Gnaden.
3. Gar sehr wird Gott dadurch geehrt, wenn wir bei heftigen und drängenden Versuchungen zu sündhafter Lust, und zu den gegenwärtigen, sichtbaren Gütern, dem unsichtbaren Gott zu Liebe großmütig widerstehen, und nirgend können wir unseren Glauben an seine Allwissenheit und unsere Ehrfurcht gegen seine heiligen Gebote ihm deutlicher zeigen. Dieser Gedanke ermutige dich, tapfer im Kampf zu stehen. Kräftige also dein Herz, wenn Versuchungen über dich kommen, bezeige Gott deine Liebe und rufe ihn um seinen Beistand an, und der Versucher wird beschämt von dir fliehen. Jakobus 1,12: "Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben."
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