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#81

RE: Ende der Fastenzeit, - 2. Sonntag der Osterzeit - Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und Weißer Sonntag

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 03.04.2016 09:54
von Blasius • 2.416 Beiträge

2. Sonntag der Osterzeit - Barmherzigkeitsonntag und Weißer Sonntag



2. Sonntag der Osterzeit - Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und Weißer Sonntag

Die Gemeinde lebt vom Glauben an Christus, den Auferstandenen. Dieser Glaube ist Staunen und Freude, er ist Dank und Treue. Wer sich von der Gemeinde absondert, hat es schwer mit dem Glauben. Der Glaube lebt nicht vom Grübeln, sondern vom Hören, vom gemeinsamen Gotteslob und Gottesdienst, auch von den gemeinsamen Aufgaben.

Barmherzigkeitsonntag Predigt von Papst Johannes Paul II. zur Heiligsprechung von Sr. Maria Faustyna Kowalska - Sonntag, 30. April 2000

1. »Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig« (Ps 118,1). So betet die Kirche in der Osteroktav, indem sie diese Worte des Psalms geradezu von den Lippen Christi abliest; von den Lippen des auferstandenen Christus, der im Abendmahlssaal die große Botschaft von der göttlichen Barmherzigkeit überbringt und der die Apostel mit dem Auftrag betraut: »Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch […] Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20,21–23). Bevor Jesus diese Worte ausspricht, zeigt er seine Hände und seine Seite. Er verweist also auf die Wundmale seines Leidens, insbesondere die Wunde seines Herzens. Es ist die Quelle, aus der die große Woge der Barmherzigkeit entspringt, die sich über die Menschheit ergießt. Aus diesem Herzen wird Schwester Faustyna Kowalska, die wir von nun an »Heilige« nennen, zwei Lichtstrahlen ausgehen sehen, die die Welt erleuchten: »Die beiden Strahlen – so erklärte ihr eines Tages Jesus selbst – bedeuten Blut und Wasser« (Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska, Hauteville/Schweiz, 1990, S. 119).

2. Blut und Wasser! Unsere Gedanken richten sich auf das Zeugnis des Evangelisten Johannes: er sah, als auf dem Kalvarienberg einer der Soldaten mit der Lanze in die Seite Christi stieß, »Blut und Wasser« herausfließen (vgl. Joh 19,34). Und wenn das Blut an das Kreuzesopfer und das Geschenk der Eucharistie denken läßt, so erinnert das Wasser in der Symbolik des Johannes nicht nur an die Taufe, sondern auch an die Gabe des Heiligen Geistes (vgl. Joh 3,5; 4,14; 7,37–39). Die göttliche Barmherzigkeit erreicht die Menschen durch das Herz des gekreuzigten Christus: »Sage, Meine Tochter, daß Ich ganz Liebe und Barmherzigkeit bin«, so wird Jesus Schwester Faustyna bitten (Tagebuch, a.a.O., S. 337). Diese Barmherzigkeit gießt Christus über die Menschheit durch die Sendung des Heiligen Geistes aus, der in der Dreifaltigkeit die »Person der Liebe« darstellt. Und ist denn nicht die Barmherzigkeit ein »anderer Name« für die Liebe (Dives in misericordia, 7), verstanden im Hinblick auf ihre tiefste und zärtlichste Seite, auf ihre Eigenschaft, sich um jedwede Not zu sorgen, und insbesondere in ihrer grenzenlosen Fähigkeit zur Vergebung? Meine Freude ist fürwahr groß, der ganzen Kirche heute das Lebenszeugnis von Schwester Faustyna Kowalska gewissermaßen als Geschenk Gottes an unsere Zeit vorzustellen. Die göttliche Vorsehung hat das Leben dieser demütigen Tochter Polens ganz und gar mit der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts verbunden, das wir gerade hinter uns gelassen haben. So hat ihr Christus zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg seine Botschaft der Barmherzigkeit anvertraut. Diejenigen, die sich daran erinnern, weil sie Zeugen der Ereignisse jener Jahre waren und das schreckliche Leid von Millionen von Menschen miterlebten, wissen nur zu gut, wie notwendig die Botschaft von der Barmherzigkeit war. Jesus sagte zu Schwester Faustyna: »Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet« (Tagebuch, a.a.O., S. 119). Durch das Werk der polnischen Ordensfrau verband sich diese Botschaft für immer mit dem zwanzigsten Jahrhundert, dem letzten des zweiten Jahrtausends und der Brücke hin zum dritten Jahrtausend. Diese Botschaft ist nicht neu, obgleich sie als ein Geschenk besonderer Erleuchtung angesehen werden kann, die uns hilft, die österliche Frohbotschaft erneut intensiv zu erleben, um sie den Männern und Frauen unserer Zeit wie einen Lichtstrahl anzubieten.

3. Was werden die vor uns liegenden Jahre mit sich bringen? Wie wird die Zukunft des Menschen hier auf Erden aussehen? Dies zu wissen ist uns nicht gegeben. Dennoch ist gewiß, daß neben neuen Fortschritten auch schmerzliche Erfahrungen nicht ausbleiben werden. Doch das Licht der göttlichen Barmherzigkeit, das der Herr durch das Charisma von Schwester Faustyna der Welt gleichsam zurückgeben wollte, wird den Weg der Menschen des dritten Jahrtausends erhellen. Es ist notwendig, daß – so wie seinerzeit die Apostel – auch die Menschheit von heute im Abendmahlssaal der Geschichte den auferstandenen Christus aufnimmt, der die Wundmale seiner Kreuzigung zeigt und wiederholt: Friede sei mit euch! Die Menschheit muß sich vom Geist, den der auferstandene Christus ihr schenkt, erreichen und durchdringen lassen. Es ist der Geist, der die Wunden des Herzens heilt, der die Schranken niederreißt, die uns von Gott entfernen und die uns untereinander trennen, und der die Freude über die Liebe des Vaters und über die brüderliche Einheit zurückschenkt.

4. Daher ist es wichtig, daß wir am heutigen zweiten Sonntag in der Osterzeit, der von nun an in der ganzen Kirche den Namen »Barmherzigkeitssonntag« haben wird, die Botschaft des Wortes Gottes in ihrer Gesamtheit erfassen. In den verschiedenen Lesungen scheint die Liturgie den Weg der Barmherzigkeit nachzuzeichnen: Indem sie diese Beziehung eines jeden zu Gott wiederherstellt, er weckt sie auch unter den Menschen ein neues Verhältnis brüderlicher Solidarität. Christus hat uns gelehrt, daß »der Mensch das Erbarmen Gottes nicht nur empfängt und erfährt, sondern auch berufen ist, an seinen Mitmenschen ›Erbarmen zu üben‹: ›Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden‹ (Mt 5,7)« (Dives in misericordia, 14). Sodann hat er uns die vielfältigen Wege der Barmherzigkeit aufgezeigt, die nicht nur Sünden vergibt, sondern die auch allen Bedürfnissen der Menschen entgegenkommt. Jesus hat sich zu jedem menschlichen Elend hinabgebeugt, sei es materieller oder geistlicher Natur. Seine Botschaft der Barmherzigkeit erreicht uns weiterhin durch die Geste seiner zum leidenden Menschen hin ausgestreckten Hände. So hat ihn Schwester Faustyna gesehen und ihn den Menschen aller Kontinente verkündet. Im Konvent von Lagiewniki, in Krakau, machte sie ihr Dasein zu einem Lobgesang auf die Barmherzigkeit: »Misericordias Domini in aeternum cantabo«. [Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen] (Ps 88 [89], 2.)

5. Die Heiligsprechung von Schwester Faustyna ist außerordentlich bedeutsam: durch diese Geste möchte ich heute dem neuen Jahrtausend diese Botschaft übermitteln. Ich übergebe sie allen, damit sie lernen, immer besser das wahre Antlitz Gottes und das wahre Antlitz der Brüder zu erkennen. Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Brüdern sind nämlich untrennbar miteinander verbunden, wie uns der erste Brief des Johannes ins Gedächtnis gerufen hat: »Wir erkennen, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote er füllen« (5,2). Der Apostel erinnert uns hier an die Wahrheit der Liebe, indem er uns die Befolgung der Gebote als deren Maß und Richtschnur aufzeigt. Es ist nämlich nicht leicht, mit einer tiefen Liebe zu lieben, die in der wahrhaftigen Gabe der eigenen Person besteht. Diese Liebe erlernt man allein in der Schule Gottes, durch die Wärme seiner Liebe. Indem wir unseren Blick zu ihm hinwenden und uns auf sein Vaterherz hin ausrichten, werden wir befähigt, mit anderen Augen auf die Brüder zu schauen, in einer Haltung der Selbstlosigkeit und der Anteilnahme, der Großherzigkeit und Vergebung. All dies ist Barmherzigkeit! Je nachdem wie die Menschheit es verstehen wird, das Geheimnis dieses barmherzigen Blickes zu erfahren, wird sich das idealisierte, in der ersten Lesung vorgestellte Bild als eine realisierbare Perspektive herausstellen: »Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam« (Apg 4,32). Hier wurde die Barmherzigkeit des Herzens auch zum Stil der Beziehungen untereinander, zum Projekt der Gemeinschaft und zur gemeinsamen Teilhabe an den Gütern. Hier sind die »Werke der Barmherzigkeit« geistiger und leiblicher Art aufgeblüht. Hier hat sich die Barmherzigkeit konkret zum »Nächsten« gegenüber den notleidenden Brüdern gemacht.

6. Schwester Faustyna Kowalska hat in ihrem Tagebuch geschrieben: »Ich empfinde furchtbaren Schmerz, wenn ich auf die Leiden meiner Nächsten schaue. Alle Leiden meiner Nächsten finden in meinem Herzen einen Widerschein. Ihre Qualen trage ich dermaßen im Herzen, daß ich sogar physisch ausgemergelt bin. Ich wünschte, daß alle Qualen über mich kämen, um meinen Nächsten dadurch Linderung zu verschaffen« (Tagebuch, a.a.O., S. 329). Hier wird deutlich, bis zu welchem Grad der Anteilnahme die Liebe führt, wenn sie sich an der Liebe Gottes mißt! Von dieser Liebe muß sich die Menschheit von heute inspirieren lassen, um die Sinnkrise in Angriff zu nehmen, die Herausforderungen, die sich durch verschiedene Bedürfnisse stellen, besonders durch den Anspruch, die Würde einer jeden menschlichen Person zu wahren. Die Botschaft von der göttlichen Barmherzigkeit stellt somit implizit auch eine Botschaft vom Wert eines jeden Menschen dar. Jede Person ist in den Augen Gottes wertvoll, für jeden einzelnen hat Christus sein Leben hingegeben, jedem macht der Vater seinen Geist zum Geschenk und bietet Zugang in sein Innerstes.

7. Diese trostreiche Botschaft wendet sich vor allem an denjenigen, der – von harten Prüfungen gequält oder von der Last der begangenen Sünden erdrückt – jedes Vertrauen in das Leben verloren hat oder der versucht ist, zu verzweifeln. Ihm stellt sich das sanfte Antlitz Christi vor, über ihn kommen die Strahlen, die aus seinem Herzen hervorgehen, und sie erhellen, erwärmen, weisen den Weg und flößen Hoffnung ein. Wie viele Seelen hat die Anrufung »Jesus, ich vertraue auf dich«, die ihnen die Vorsehung durch Schwester Faustyna nahegelegt hat, bereits getröstet. Dieser schlichte Akt der Hingabe an Jesus reißt die dichtesten Wolken auf und läßt einen Lichtstrahl auf das Leben eines jeden herabkommen.

8. »Misericordia Domini in aeternum cantabo.« [Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen] (Ps 88 [89], 2.) Mit der Stimme der allerseligsten Maria, der »Mutter der Barmherzigkeit«, mit der Stimme dieser neuen Heiligen, die im himmlischen Jerusalem gemeinsam mit allen Freunden Gottes die Barmherzigkeit besingt, vereinen auch wir, die pilgernde Kirche, unsere Stimme. Und du, Faustyna, Geschenk Gottes an unsere Zeit, Geschenk Polens an die ganze Kirche, hilf uns, die Tiefe der göttlichen Barmherzigkeit zu erfassen, von ihr eine lebendige Erfahrung zu machen und diese vor unseren Brüdern zu bezeugen. Deine Botschaft des Lichtes und der Hoffnung verbreite sich in der ganzen Welt, sie führe die Sünder zur Umkehr, sie besänftige die Rivalitäten und den Haß und öffne die Menschen für eine gelebte Brüderlichkeit. Indem wir mit dir den Blick auf das Antlitz des auferstandenen Christus richten, machen wir uns dein Gebet der vertrauensvollen Hingabe zu eigen und sprechen mit fester Hoffnung: "Jesus, ich vertraue auf dich!"



http://www.erzabtei-beuron.de; www.vatican.va





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zuletzt bearbeitet 03.04.2016 09:54 | nach oben springen

#82

RE: Ende der Fastenzeit, - 2. Sonntag der Osterzeit - Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und Weißer Sonntag

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 03.04.2016 21:51
von Blasius • 2.416 Beiträge

Weißer Sonntag 03 April, 2016





Der ungläubige Thomas


Bild: 22 im Weiß der Unschuld gekleidete, in der Kirche St. Nicolas du Chardonnet, Paris, zu Ostern 2016 Neugetaufte Erwachsene. Unter den Täuflingen waren 5 Moslems, 3 Hindus, 2 Orthodoxe, 1 Protestant und 1 Jude.

Ehemals trugen die Getauften bis zum "weißen" Sonntag weiße Kleider.

Das Evangelium1 zum Weißen Samstag (Oktav von Ostern, 1. Klasse)


In jener Zeit, am Abend des ersten Wochentages [des Auferstehungstages], waren die Jünger, aus Furcht vor den Juden, bei verschlossenen Türen versammelt. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: «Friede sei mit euch!» Nach diesen Worten zeigte Er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Abermals sprach Er zu ihnen: «Friede sei mit euchl Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch.» Nach diesen Worten hauchte Er sie an und sprach zu ihnen: «Empfanget den Hl.Geist. Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen; und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten.» — Thomas, einer von den Zwölfen, Zwilling genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus erschien. Als daher die andern Jünger ihm erzählten: «Wir haben den Herrn gesehen», sagte er zu ihnen: «Wenn ich nicht an Seinen Händen das Mal der Nägel sehe, nicht meinen Finger an die Stelle der Nägel und meine Hand in Seine Seite lege, glaube ich nicht.» Acht Tage darauf waren die Jünger wieder im Hause versammelt und Thomas befand sich bei ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen herein, stand in ihrer Mitte und sprach: «Friede sei mit euch!» Dann sagte Er zu Thomas: « Lege deinen Finger hierher und sieh Meine Hände; reiche deine Hand her und lege sie in Meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.» Da rief Thomas aus: «Mein Herr und mein Gott!» Jesus aber sprach zu ihm: «Weil du Mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt: selig die nicht sehen und doch glauben.» — Jesus hat noch viele andere Zeichen vor den Augen Seiner Jünger getan, die nicht in diesem Buche aufgeschrieben sind; diese aber sind aufgeschrieben, damit
ihr glaubet, daß Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in Seinem Namen.

Auslegung2 des heiligen Papstes Gregor des Großen († 604)


Vorerst beschäftigt uns nach der Lesung dieses Evangeliums die Frage: Wie war der Leib des Herrn nach der Auferstehung? Ein wirklicher Leib, da Er durch verschlossene Türen zu Seinen Jüngern kommen konnte? Natürlich müssen wir uns bewusst sein, dass das göttliche Wirken nichts Wunderbares mehr an sich hat, wenn es verstandesmäßig begriffen wird; und daß der Glaube nicht mehr verdienstlich ist, wenn die menschliche Vernunft für etwas den Nachweis erbracht hat. Jene Werke unseres Erlösers, deren Verständnis uns nie direkt zugänglich sein wird, müssen nach Seiner übrigen Wirksamkeit beurteilt werden. Der Glaube an wunderbare Dinge soll durch noch wunderbarere Taten bestärkt werden. Der gleiche Leib des Herrn nämlich, der bei der Geburt aus dem verschlossenen Schoß der Jungfrau hervorging, trat durch verschlossene Türen bei den Jüngern ein. Ist es etwa erstaunlich, wenn Er nach Seiner Auferstehung, also bereits im Besitze des ewigen Lebens, durch verschlossene Türen eintrat, da Er doch, als Er zum Sterben in die Welt kam, aus dem uneröffneten Schoß der Jungfrau hervorging.

http://fsspx.de/de/news-events/news/wei%...r-sonntag-15106


zuletzt bearbeitet 03.04.2016 21:53 | nach oben springen

#83

RE: Ende der Fastenzeit, - Hochfest Verkündigung des Herrn

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 04.04.2016 21:18
von Blasius • 2.416 Beiträge

Montag 04.April 16



Hochfest Verkündigung des Herrn

Buch Jesaja 7,10-14.


In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte:
Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe.
Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.
Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen?
Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.

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#84

RE: Ende der Fastenzeit, - 3. Sonntag in der Osterzeit Apostelgeschichte 5,27b-32.40b-41.

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 10.04.2016 10:03
von Blasius • 2.416 Beiträge

3. Sonntag in der Osterzeit




Apostelgeschichte 5,27b-32.40b-41.

In jenen Tagen verhörte der Hohepriester die Apostel und sagte:

Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.

Petrus und die Apostel antworteten:

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt.

Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken.

Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen.

dann verboten sie den Aposteln, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei.
Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden.



Blasius

.


zuletzt bearbeitet 10.04.2016 10:05 | nach oben springen

#85

RE: Ende der Fastenzeit, - zum Gute Hirten Sonntag - 3. Sonntag in der Osterzeit

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 11.04.2016 17:20
von Blasius • 2.416 Beiträge

Ergänzende Gedanken zum Gute Hirten Sonntag





“Seine Barmherzigkeit erfüllt den ganzen Erdkreis…”

1. Der heutige Sonntag kommt dem Sehnen der erlösten Seele entgegen, den Heiland besser kennen zu lernen - in Seiner Liebe und Hinwendung zu ihr, in Seiner Sorge für sie, in Seiner milden Barmherzigkeit.

Wie wir im heutigen Evangelium gehört haben, hat Er selbst das liebliche Bild des Guten Hirten gewählt, um uns deutlich zu machen, was Er für uns und für einen jeden Menschen empfindet.

"Der Gute Hirt erfüllt den ganzen Erdkreis mit Seiner Barmherzigkeit!", so heißt es heute in den ersten Worten der hl. Messe. Das heißt: Er schließt niemanden aus. Er geht auf einen jeden Menschen zu, um ihn zu sich zu erhöhen, um ihn an sich zu ziehen.

So will der Schöpfer Seinen Geschöpfen begegnen. Welch schönes Bild ist dafür der Gute Hirt, der das verlorene Schaf aus dem Dornengestrüpp der Sünde befreit und es auf Seinen starken Schultern heim trägt ins ewige Vaterhaus.

Und wie freut sich dann der Gute Hirt, wenn das verlorene Schaf jedes Misstrauen, jede Angst und Furcht verliert und sich ganz ruhig, ganz vertrauensvoll an Ihn schmiegt, auf Ihn schaut, auf Seine Stimme hört und sich von Ihm durch das Dunkel des irdischen Lebens führen lässt!

2. Wenn wir vom Guten Hirten sprechen, dürfen wir auch vom Guten Schäflein sprechen, das sich um eben diese Herzenshaltung bemüht, von nun an ganz fest an die Liebe des Guten Hirten zu glauben, nicht mehr an ihr zu zweifeln, was auch passiert, und nicht mehr zu meinen, woanders könnte es ihm besser gehen als bei Ihm.

"Der Gute Hirt erfüllt den ganzen Erdkreis mit Seiner Barmherzigkeit!" - die göttliche Barmherzigkeit ist Caritas, ist Nächstenliebe, die uns erhöhen will. Es ist die Stimme des Guten Hirten, die durch die hl. Margareta Maria Alacoque zur Welt gesprochen hat:

"Mein göttliches Herz brennt so in Liebe zu den Menschen, dass es die Flammen dieses Feuers nicht mehr in sich zurückhalten kann. Es will sich ausbreiten, es will sich offenbaren, um die Menschen mit den kostbaren Schätzen der Gnade zu bereichern, die ihnen zum Heile dienen und die sie vom Abgrund des Verderbens zurückreissen."

Bringen diese Worte nicht genau das zum Ausdruck, was den Guten Hirten beseelt hat, als Er aus freien Stücken den Kreuzweg antrat? - Diesen Weg, der nicht am Grab, sondern am Ölberg an sein Ende gelangte, mit der Himmelfahrt des Herrn?

Er überliess sich ganz dem Drang Seines Herzens, den Menschen Seine Liebe zu offenbaren, sie vom Kreuz aus mit den kostbaren Schätzen Seiner Gnade zu bereichern, um Ihnen das Heil zu schenken: die Teilnahme an Seiner Erhöhung, an Seiner Himmelfahrt.

3. Es ist die Liebe des Herzen des Guten Hirten, die unserem Herzen schenkt, was es nötig hat: Es ist eine mütterliche Liebe die verborgene Herzenswunden heilt, die ein erkaltetes, laues Herz wieder erwärmt und ihm die Liebes-Fähigkeit zurück schenkt. Und es ist eine väterliche Liebe, die von Erstarrung befreit, die den rechten Weg zeigt, die führt.

All diese Eigenschaften der Liebe des Guten Hirten sind in der heutigen Oration zusammengefasst mit den Worten: "O Gott, durch die Demut - das heißt durch die freiwillige Selbsterniedrigung Deines Sohnes, hast Du die darniederliegende Welt wieder aufgerichtet."

Und es wird die Bitte angefügt: "Lass uns, die du uns vor dem Sturz in den ewigen Tod errettet hast, die ewigen Wonnen genießen." - Der Himmel kann treffend beschrieben werden, als der Ort, wo wir ewig beim Guten Hirten sein dürfen, auf Seiner Weide, wo Gott uns für immer das wahre Licht ist, volles Genügen, ewige Freude, vollendetes Glück und vollkommene Seligkeit.

In dem Tod, der Auferstehung und in der Himmelfahrt Christi hat sich so die Prophezeiung des Propheten Ezechiel erfüllt, in der Gott selber spricht: "Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und will mich selbst um sie kümmern..." - Ein Hinweis auf Sein Erscheinen in menschlicher Gestalt auf Erden.

"... Ich führe sie aus den Völkern heraus und hole sie aus allen Ländern zusammen und bringe sie in mein Land. Auf gute Weide will ich sie führen. Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die guten und starken behüten!"

Und dann der Schlusssatz: "Ich will ihr Hirte sein und will für sie sorgen, wie es nötig ist!"

4. Diese Worte Gottes machen vor allem eines deutlich: Er möchte als der Gute Hirt ganz für uns da sein: "Ich will ihr Gott sein. Ich will ihr Hirte sein und für sie sorgen!" Nehmen wir das ganz tief in uns auf. - Das ist die Wahrheit von Gott! So geht Er auf uns zu!

Ganz oft durch unsere Mutter Kirche, aber auch durch Mitmenschen und manchmal durch direkte Einwirkung auf unsere Seele. - Und das ist gut so, denn wir können aus uns selbst nicht den ersten Schritt machen. Wir sind aus uns selbst Gott gegenüber ganz arm, ganz bedürftig, wir sind unserem ganzen Wesen nach Beschenkte.

Das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen: "Der Mensch ist ein Geschöpf". - Wir sind Beschenkte. Was haben wir, was wir nicht empfangen haben? Wir sind mit dem Dasein beschenkt, mit der Berufung zum ewigen Leben, mit den nötigen Gnadenmitteln, es zu erreichen, auch wenn einen die Schwachheit immer wieder einmal einholt.

Die Freude des hl. Paulus ist darum auch die unsrige wenn er ausruft: "In Christus bin ich an allem reich geworden!" - Aber dürfen wir dabei stehen bleiben, beim reinen Empfangens, beim reinen Beschenkt-werdens? Können wir dem Guten Hirten nicht auch etwas geben?

5. Wird ein Vater zufrieden sein, wenn sein kleines Kind ihm statt eines erbetenen Kusses ein Spielzeug reicht? Sicher nicht. So ist es auch mit Gott. Er will nicht etwas von uns, sondern unsere Liebe.

Was heißt das konkret? Aus Seinem und unserem Herzen soll ein Herz werden, ein Denken, ein Wollen. Das heißt lieben: sich dem anderen gleichförmig machen, geneigt sein, sich ihm anzupassen, das eigene Wollen dem Wollen des anderen anzupassen, den gleichen Empfindungen in sich Raum zu geben.

Also, fragen wir uns: Was bewegt das Herz des Guten Hirten, einerseits wenn Er auf den Vater schaut und andererseits, wenn Er auf diese Welt schaut? Wovon ist Sein Herz erfüllt? Hören wir hin auf Sein Gebet im Himmel, das Er am Vaterherzen Gottes betet:

"Vater, geheiligt werde Dein Name! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch Erden!" - Der Herr ist ganz hingegeben an Seinen Vater, von Ihm hat Er - als der Sohn - ja alles empfangen, und alles schenkt Er Ihm unablässig in einem nie endenden Akt der Liebe zurück. Und Er lädt uns im Vater-unser ein, es genauso zu machen! Wie?

Wir schenken uns dem Vater, von dem auch wir alles empfangen haben, wenn wir Ihn mit unserem ganzen Leben verherrlichen wollen: wenn wir morgens sogleich das Fiat sprechen. Der selige Pater Reuss pflegte zu sagen: "Gleich nach dem Aufwachen alles Gott schenken!"

Dazu genügt eine Erhebung der Herzens, ein Stoßgebet: 'Vater, Dein Wille geschehe! Alles soll zu Deiner Verherrlichung sein. Dir will ich heute Freude bereiten und dich durch keine Sünde betrüben. - O ewige Liebe, alles aus Liebe zu Dir!' - Warum nur wird das so oft vergessen? Wie traurig ist es, so ohne Ziel in den Tag hineinzugehen!

Unser Herz muss dem Herzen Jesu gleich werden, das unablässig für den Vater schlägt. Wenn wir unser Ohr an Sein Herz legen dürften, wir würden hören, wie es in einem ewigen "Du!" schlägt: Du bist mein alles! Du bist mein Liebe."

Diese sich ganz schenkende Liebe macht das tiefste Wesen Gottes aus, sie verströmt sich in der Schöpfung, sie findet sich in allen Dingen - und es gehört auch zu unserer Vollendung, das Pulsieren unseres Herzens mit diesem Pulsieren des Herzens Gottes in Einklang zu bringen.

6. Der Blick des Guten Hirten auf die Welt! Was muss da in Ihm vor sich gehen? Wieder einmal gibt Er uns die Antwort durch die hl. Margareta Maria Alacoque:

"Ich habe ein brennendes Verlangen, von den Menschen wieder geliebt zu werden - im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dieser Durst verzehrt mich und ich finde fast niemanden, der sich bemühen würde, meinen Durst zu stillen wie ich es wünsche, indem er meine Liebe erwidert."

Ist das nicht ein erschütterndes Wort unseres Guten Hirten? Diese Seine Klage ertönt an jedem Herz-Jesu-Freitag im Offertorium mit Worten aus dem Psalm 68: "Nur Schmähung und Leid hat mein Herz zu erwarten. Da schau ich aus, ob einer Mitleid mit mir habe - wörtlich heißt es 'der mit mir betrübt ist' - und ich finden keinen."

Er leidet an zurückgestoßener Liebe. Man zeigt Ihm, dem König der Herrlichkeit, die kalte Schulter. Man will von Ihm in Ruhe gelassen werden, als ob es Leben ohne Ihn geben könnte! Wie viele leben so! Schauen wir nur auf eine einzige Stadt...

Und da wünscht Er sich, dass wir unser Herz weit machen und Seinen Empfindungen in uns Raum geben. Nur der kann trösten, der dem, was den anderen belastet, in sich Raum gibt und mitempfindet! - Als der Engel von Portugal den Kindern von Fatima die hl. Kommunion reichte sprach Er: "Empfanget den Leib und das Blut des Herrn und tröstet euren Gott!"

Das ist eine sehr starke Aussage. Gott will von uns, Seinen Geschöpfen getröstet werden. So weit ist Er wahrer Mensch geworden: empfänglich für Trost. Und wo könnten wir Ihm diesen besser schenken, als wenn wir ganz nahe bei Ihm sind - nach Empfang der hl. Kommunion!

Den liebenden Seelen ist es ein bleibendes Verlangen, Ihm diesen Trost, Ihm diese Liebe zu schenken, zur Sühne dafür, dass andere ihr Herz von Ihm abwenden.

Wenn wir mit dem Guten Hirten den Vater verherrlichen und wenn wir mit Ihm an der Lieblosigkeit der Welt leiden, können wir dann nicht sagen: "Ja, jetzt beginne ich, Gott zu lieben"?

Bitten wir den Guten Hirten, uns diesen Seinen Geist immer tiefer einzuprägen! Derjenige wird schließlich ganz von der Liebe Christi erfasst werden, der ohne Unterlass darum bittet! Und das ist es, was die Seele zutiefst erfüllen und glücklich machen kann.

Quelle: Distrikt Deutschland

http://fsspx.de/de/news-events/news/geda...n-sonntag-15195


zuletzt bearbeitet 11.04.2016 17:23 | nach oben springen


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