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  • CORONA IMPFUNGDatum22.03.2021 14:25
    Foren-Beitrag von Hemma im Thema CORONA IMPFUNG

    Link zum Heft 1/2021 des Lebensschutzvereines Pro Vita zum Thema Corona Pandemie u. Impfung

    https://www.provita.at/sites/default/fil...TA-1_2021_0.pdf

    Redakteure:
    Prof. Dr. theol. habil. Johannes Stöhr, Humboldtstr. 44, D-50676 Köln
    Dr. jur. Alfons Adam, Stössing 32, A-3073 Stössing
    Dr. med. Johann Wilde, Eichelhofstrasse 2/6/3, A-1160 Wien

  • Thema von Hemma im Forum Vorträge

    Da ich mit zunehmender Sorge die Spielsucht der Jugendlichen beobachte, war ich unlängst bei einem Vortrag von Dr. phil. Bojan Godina, M.A. Doz. für Medienpsychologie, Ethik und Psychologie, der das Thema mit großem Einsatz behandelt.
    Hier der Link zu einem Vortrag den er in Deutschland gehalten hat:
    https://www.youtube.com/watch?v=_C9KLfqIQx0

    Auch sein Buch"Schmetterlinge statt Müll im Kopf"
    MEDIENKOMPASS für Eltern und Erzieher
    ISBN: 978-3-7519-6920-8
    Herstellung und Verlag: BoD - Books on Demand, Norderstedt
    ist sehr empfehlenswert.

    LG., Hemma

  • Lieber Katholik28 und lieber Benedikt!

    Danke, dass Ihr mich noch nicht vergessen habt!
    Ich freue mich über Euren Humor und Eure Friedfertigkeit!
    Gerne würde ich hier noch öfters etwas Schreiben, aber derzeit ist es leider nicht möglich.

    Liebe Grüße auch an Maresa, Blasius, Kristina usw u. Dank auch an Aquila für seine Beiträge!
    Hemma
    PS: Du hast mich sehr erheitert, lieber Benedikt mit Deiner Einladung zum Tanz!

  • Thema von Hemma im Forum Nachrichten

    von Andreas Unterberger

    Am kommenden Donnerstag darf es erstmals seit dem Krieg in ganz Österreich keine Fronleichnamsprozessionen geben, nicht einmal die weltberühmten auf den Salzkammergutseen.

    Logisch in Zeiten der Corona – oder? Oder haben die Katholiken vielleicht nur die falsche Religion? Denn würden sie die linken Phrasen-Götter der Antifa/Antirassimus-Religion anbeten, dann können sie sogar Prozessionen mit 50.000 Teilnehmern abhalten, weil ihnen der grüne Gesundheitsminister dann alles erlauben würde. Wie bei der Wiener Antifa/Antirassismus-Demonstration in der Vorwoche. Da hat nicht ein einziger der Teilnehmer die geltenden "Abstandsregeln" eingehalten, wie man allen Bildern über das linke Hochamt entnehmen kann. Es gibt dennoch keine einzige Anzeige irgendeiner Behörde deswegen.

    Denselben Fehler wie die Katholiken haben auch alle Gastwirte, Fußballvereine und Hotels des Landes begangen. Hätten sie alle ihre Veranstaltungen, Gasthaus-Feiern, Gottesdienste und Fußballspiele in Sympathie-Versammlungen für die amerikanischen Randalierer und Plünderer umbenannt, und hätten sie dafür gesorgt, dass die linke "Elite" des Landes dabei auch noch ein paar Kirchen und Priesterseminare beschmiert, dann müssten sie nicht weiter unter den Schikanen des Herrn Anschober leiden, der ihnen nur Fußballspiele ohne Zuschauer und Wirtshausbesuche für maximal vier Personen erlaubt. Selbst am kommenden langen Wochenende, dem allerletzten des Jahres 2020 (fallen doch die restlichen Feiertage weitgehend auf Wochenenden), gelten die Anschober-Schikanen weiter.

    Ziemlich dumm diese Wirte, Hoteliers und Katholiken, wenn sie sich da auch noch zu wundern wagen! Wie können sie nur gute (=linke) Demonstrationen mit bösen (=rechten) Veranstaltungen, Wirtshausbesuchen oder katholischen Gottesdiensten verwechseln!

    Nun, in Wahrheit war die ohne irgendeine Auflage genehmigte Demonstration der übelste Skandal der gesamten an solchen Skandalen durchaus nicht armen Corona-Zeit.

    Fortsetzung in Andreas Unterbergers Tagebuch:
    https://www.andreas-unterberger.at/2020/...ch-lange-nicht/

  • Thema von Hemma im Forum Vorträge

    Mit der Leuchtkraft der Wahrheit

    Wer sie erlebte, begegnete einer hellwachen, wissensdurstigen und der Wahrheitssuche verschriebenen Persönlichkeit, deren Augen die Schönheit der gefundenen Klarheit im festen Glauben an den lebendigen Gott durchblitzend vermittelten. Sie selbst war fasziniert von der Leuchtkraft des Schöpfers und konnte andere faszinieren. Mit analytischer Präzision und Furchtlosigkeit gegenüber jeder Irrlehre. Mit intellektuell scharfer Liebenswürdigkeit. Mit einer unbestechlichen Geradlinigkeit. Alma von Stockhausen schöpfte ihre geistige Prägnanz aus der weiten Fülle eines unbegrenzten Gottvertrauens. Am 4. Mai hat sie, die große Philosophin und Lehrerin, im Mariengebetsort Heroldsbach in den frühen Morgenstunden nach einer schweren Krebserkrankung im Alter von 92 Jahren ihre letzte Reise ins himmlische Vaterhaus angetreten. Dort endete die irdische Lebensreise, die am 30. September 1927 im westfälischen Münster begonnen hatte und über Göttingen und Freiburg, wo die schon als Kind an der Philosophie Interessierte Schülerin von Martin Heidegger wurde und wo sie bei Max Müller promovierte und ihren Meister Gustav Siewerth fand. Dessen christliche Metaphysik in der Verankerung der Lehre von Thomas von Aquin wurde zeitlebens ihre Leidenschaft.

    Es ist ein beredtes Zeugnis ihrer Geistesstärke, dass sie, die Schülerin, sich nicht scheute, ihren Lehrer Heidegger im direkten wissenschaftlichen Disput zu widerlegen. Mit Sorge betrachtete sie schon früh, dass die neuzeitliche Philosophie entscheidend auf dem Deutschen Idealismus und dem Existenzialismus basiere, der nicht zuletzt durch Heidegger und seinen Schüler Karl Rahner Eingang in die Theologie gefunden habe. Der Deutsche Idealismus, so sagte sie 1990 einmal in einem Gespräch mit dem Verleger Bernhard Müller, sei „wohl die Grundlage für den Neomarxismus unserer Tage beziehungsweise den Neodarwinismus oder auch die Existenzialphilosophie“. Und „zwischen Heidegger und Thomas“ gebe es „Abgründe“. Weil sie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist und seinen verführerischen Irrwegen suchte, fand sie in Gustav Siewerth und dessen Weiterentwicklung der thomasischen Philosophie jenen gedanklichen Meister, nach dem sie dann mit der „kleinsten Hochschule Deutschlands“ die im Schwarzwald gelegene und von ihr gegründete Akademie benannte. Hier wollte sie eine Begegnungsstätte von klassischer Metaphysik und moderner Natur- und Sozialwissenschaft schaffen und der christlichen Metaphysik eine notwendige „naturphilosophische Erweiterung“ ermöglichen.

    Das Wichtigste für die Professorin war, Karl Marx zu widerlegen

    Alma von Stockhausen war beseelt davon, den abendländischen Wertvorstellungen eine strahlende Zukunft in die neue Zeit zu erarbeiten. Wenn man sie nach ihren wichtigsten Lehrern fragte, nannte sie ihre Eltern – sowie ihren drei Jahre jüngeren Bruder Armin, der wie zwei weitere ihrer fünf Geschwister ein überzeugender und beeindruckender Priester wurde. Den philosophischen Tiefgang legte ihr wohl die Mutter, eine geborene Gräfin von Bernstorff und zum katholischen Glauben konvertierte studierte Philosophin, mit in die Wiege. Den Kampfgeist und die Unerschrockenheit eines in gläubiger Anbetung verankerten Christen lebte ihr der Vater, ein promovierter Jurist und Historiker, vor. Hitlers „Mein Kampf“ konterte er mit dem Werk „Europas Kampf um Christus“, so wie er jedem „Heil Hitler!“ ein entschiedenes „Grüß Gott!“ erwiderte. Mit dankbarer Ehrfurcht vor dem Vater verstand Alma es, auch noch im hohen Alter zu erzählen, wie dieser seine Tochter unterstützte, als sie vom Rektor der Schule erfahren hatte, sie könne kein Abitur machen, weil sie sich weigerte, in die Partei einzutreten. Der Vater besuchte daraufhin am nächsten Tag zusammen mit der 16-jährigen Alma den obersten Nazi in Aschendorf und machte dem Kreisleiter – nicht ganz ungefährlich, denn das hätte auch eine Verhaftung durch die Gestapo zur Folge haben können – eine klare Ansage. Mit Erfolg. Denn dieser rief den Rektor an – und Alma konnte das Abitur machen.

    Kein Wunder, dass die unängstliche Philosophin als Professorin in Freiburg in den Zeiten der 68er Revolte in Freiburg aneckte und „modernes“ Denken bis aufs Äußerste provozierte, zumal für die das Wichtigste war, „Karl Marx zu widerlegen“. Die Studenten brachten ihr dafür viel Hass entgegen, ihre Vorlesungen wurden gesprengt, und auf die wissenschaftliche und immer ruhig und gelassen vorgetragene Widerlegung der marxistischen Ideologie wurde mit Intoleranz, Gewalt und unbeherrschter Bosheit reagiert. Sie wurde einmal mit einem Lasso von der grölenden Menge aus dem Hörsaal abgeführt und sollte, wie sie selbst berichtete, „gebubackt“ werden. Buback war der Generalbundesanwalt, den die linke Terrorzelle „Rote Armee Fraktion“ ermordet hatte. Der Rektor der Universität, zu dem sie „geschleppt“ wurde, wollte ihr nicht helfen: „Zum Glück kam es nicht zu meiner Erschießung“, aber eine Vorlesung konnte sie fortan an der Uni nicht mehr halten. Daher gründete sie ihre eigene Akademie.

    „Brückenbauerin zwischen Glaube und Vernunft“

    Ihre erkenntnistheoretische Sicherheit äußerte sich übrigens auch darin, dass sie viele marxistische Studenten zu sich nach Hause einlud, um ihnen in aller Ruhe Karl Marx zu widerlegen und den christlichen Glauben mit der darin geschenkten Weite und Freiheit zu erklären. Bereits damals zeigte sie sich als begnadete „Brückenbauerin zwischen Glaube und Vernunft“ (Michael Hesemann). Als Folge dieser privaten philosophischen Seminare gab es etliche Bekehrungen zum katholische Glauben. Alma von Stockhausen verstand es immer, eine aus der Sehnsucht nach Wahrheit drängende Glaubenstiefe mit der Präzision eines hellwachen Geistes in unbestechlicher Klarheit zu verbinden. Wer dieser Gelehrten, die mit großer Achtsamkeit anderen zuzuhören vermochte, zuhörte, konnte die Frische eines geradlinigen Geistes aufgeklärter Aufklärung regelrecht verkosten. Und ihr im Alter etwas gebeugter Körper beherbergte bis zum Schluss eine faszinierende Herzens- und Geistesaufrichtigkeit.

    Erklärte Lutherverehrer werden das sicher anders sehen. Denn sie wurde auch bekannt als unerbittliche Kritikerin des Reformators, den man nicht anders als dialektisch begreifen könne. Die falsche und deutsche Philosophie sei nicht nur von Luther beeinflusst, sondern habe bei ihm ihren – man möchte sie sagen hören – verheerenden Ursprung.

    Papst Benedikt hingegen, mit dem sie seit Jahrzehnten einen regen geistigen Austausch pflegte, würdigte ihre visionäre philosophische Kraft, Klarheit in die Verbindung von Glaube und Vernunft zu tragen mit „der Vernunft des Glaubens als Frucht der Anstrengung des Denkens“. Alma von Stockhausen lebte mit der Luzidität des Geistes die Überzeugung, dass die Leuchtkraft der Wahrheit kein Verfallsdatum kennt. Mit ihrem Heimgang ist sie auf der letzten Wegstrecke ihrer 1990 so formulierten Botschaft, „dass die Einzigartigkeit der menschlichen Persönlichkeit nicht nur in diesem Leben, sondern auch was das zukünftige Leben, die Existenz des himmlischen Jerusalem betrifft, eine unvergleichbare Wahrheit ist“.

    aus https://m.die-tagespost.de/gesellschaft/...;art4881,208119

  • Thema von Hemma im Forum Vorträge
  • Im Tal der TränenDatum26.03.2020 17:16
    Thema von Hemma im Forum Leben und Sterben...

    Gastbeitrag der österr. Ärztin Dr. Eva-Maria Hobiger bei Andreas Unterberger


    Seuchen, seit biblischen Zeiten der Schrecken der Menschheit, sind zugleich deren treue und äußerst anhängliche Begleiter durch die Geschichte. Pest, Cholera, Pocken und Typhus trafen sehr oft auf eine durch vorangegangene Dürrezeiten geschwächte Population und rafften große Teile der Bevölkerung binnen weniger Jahre dahin. Historiker gehen davon aus, dass zwischen 30 und 60 Prozent der Bevölkerung mancher europäischen Länder durch den "Schwarzen Tod", die Pest des 14. Jahrhunderts, umkamen. Örtlich begrenzte Pestepidemien flammten in Europa immer wieder auf, sogar bis in das 18. Jahrhundert. Da öffentliche Spitäler nicht existierten, waren es durch Jahrhunderte hinweg immer Priester, Mönche und Ordensschwestern, die sich dieser Kranken annahmen.

    Sie fütterten und pflegten die Kranken und standen den Sterbenden bei, darüber hinaus kämpften sie gegen die Seuchen – und durchaus erfolgreich auch mit den Waffen des Glaubens: Sie feierten das Messopfer für die Kranken, und um die Gesunden nicht zu gefährden taten sie das in Kirchen, die den Kranken vorbehalten waren, organisierten Bittprozessionen und hielten gemeinsam mit den Gläubigen öffentliche Andachten ab. Sie beteten an ihrem Sterbelager, spendeten ihnen die Sakramente und sicherten so dem Menschen, ob arm oder reich, die ihm zustehende Würde am Ende seines Lebens. Sie sorgten für das Wohl des Leibes, zugleich aber auch für das Heil der Seele.

    Über die Gefahr der Ansteckung bei all diesen Tätigkeiten waren sie sich wohl bewusst, sie handelten nicht leichtsinnig, sondern entwickelten schon damals kluge Strategien, um weder sich noch andere zu gefährden. Die Triebkräfte ihrer oft übermenschlichen Anstrengungen waren die Liebe zum kranken Mitmenschen und das Wissen, dass die physische Versorgung des kranken Körpers nicht ausreicht, weil der Mensch nicht vom Brot alleine lebt.

    Die Menschen dieser Zeit verdrängten den Tod nicht, sondern akzeptierten ihn als unabänderlichen Teil des irdischen Lebens, dessen letztes Ziel sie aber nicht im Grab, sondern bei ihrem Schöpfer wussten. In ihrem Denken herrschte im Gegensatz zu unserer Zeit keine Anthropozentrik. Sondern der Mensch nahm die Stellung ein, die ihm in der Schöpfungsordnung zukam. Er ist nun mal nicht das Maß aller Dinge – eine Tatsache, die wir heute aus den Augen verloren haben.

    Im Jahr 2020 trifft die Menschheit eine neue Seuche. Sie wird verursacht durch ein Virus, das sich aufgrund der heutigen Lebensgewohnheiten blitzschnell über den Globus verbreitet hat. Dessen Gefährlichkeit steht allerdings entgegen aller Panikmache in keiner Relation zur Gefährlichkeit der oben genannten Erkrankungen. Trotz alledem wird ihm mit wahrhaft unverhältnismäßigen Maßnahmen begegnet, die unser gesamtes Gesellschaftssystem und damit auch die Freiheit jedes Einzelnen von uns auf Dauer massiv gefährden werden. In Taiwan, Hongkong und Singapur sowie in Südkorea gelang es, der Seuche Herr zu werden, ohne die gesamte Bevölkerung in die totale Isolation zu treiben und ihrer Menschenrechte zu berauben.

    Für einen gläubigen Christen ist die Sonntagsmesse die unverzichtbare Kraftquelle und der unverrückbare Angelpunkt, um den herum sich sein Leben ordnet. Das war eine Selbstverständlichkeit für die Mehrzahl der Menschen in unserem Land bis vor 50 Jahren. Für den säkularen Staat hingegen, in dem wir heute leben, stellt die für uns Christen "heilige" Messe lediglich eine Veranstaltung dar, die sich nicht von einer Kinovorstellung oder einem Fußballspiel unterscheidet. Es handelt sich für ihn ja schlicht und einfach bloß um eine Versammlung von Menschen.

    Also verbiet der Staat, nachdem aufgrund der Gefährdungslage durch das Coronavirus jegliche Versammlung untersagt ist, auch die Gottesdienste. Nun könnte man meinen, dass aufgrund eines Vertrages von Kirche und Staat, Konkordat genannt, hier zwei völlig konträre Meinungen aufeinanderprallen müssten, und dass der Staat im Prinzip überhaupt nicht die Legitimation hätte, der Kirche eine solche Vorgangsweise aufzuzwingen. Die Kirche andererseits hätte die Pflicht, das Seelenheil ihrer Gläubigen im Blick zu haben, ohne sie selbstverständlich in ihrer physischen Existenz zu gefährden.

    Einigermaßen guten Willen vorausgesetzt, hätten sich durchaus Lösungen finden lassen, den Schutz der Gläubigen und der Priester zu gewährleisten, sodass diese weder sich selbst noch andere in Gefahr bringen könnten, was ja durchaus in jedermanns Interesse sein muss. Schließlich verfügen wir über sehr große Kirchen, jedoch gibt es nur mehr wenige Gläubige, von denen viele unter den gegebenen Umständen ohnehin nicht gekommen wären. Die Verbliebenen wären immerhin doch zu ihrem Grundrecht der freien Religionsausübung gekommen.

    Die Gesprächspartner des Staates aber waren in diesem Fall Vertreter einer schwerkranken Kirche – und ich rede hier nicht nur von Österreich – die sich innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte selbst bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt hat. Sie sitzt nun gleich Hiob auf einem Aschehaufen und kratzt sich an ihren offenen Wunden, mit denen ihr Körper übersät ist. Sie ist schwach und kraftlos. Sie vermag den Stürmen unserer Zeit nicht standzuhalten. Das Leben in ihr ist am Verlöschen. Und doch sitzt sie, nur mehr eine Karikatur ihrer selbst, auf einem von ihr selbst vergrabenen Schatz.

    Und so ist es kaum mehr verwunderlich, dass Bischöfe und Priester, deren erste Pflicht es in einer solchen Situation wäre, Menschen in ihren Ängsten zu begleiten, nahezu vollzählig in den virtuellen Raum abgetaucht sind. Nur dort können wir sie noch sehen, aus unserer Wirklichkeit sind sie verschwunden. Selbst Klöster mussten ihre Pforten und Tore schließen.

    Dort werden zwar, wie man uns versichert, die Messen zelebriert, aber wenn die Glocken zum Beginn des Gottesdienstes läuten, schließen sich die Kirchentüren für die Gläubigen. Eine völlig groteske Situation, die es in 2000 Jahren Kirchengeschichte noch nie gegeben hat!

    Doch der Gnadenstrom einer heiligen Messe, bei der sich, wie wir Katholiken glauben, Erde und Himmel vereinen, kommt nicht mit dem Livestream durch die Internetleitung zu den Gläubigen nach Hause und ein in sich widersprüchlicher Online-Gottesdienst kann die eigene physische Präsenz nicht ersetzen. Das Messopfer ist keine Theateraufführung, der man am Bildschirm live folgen kann. Und ich bin überzeugt davon, einem Priester, der seinen Beruf ernst nimmt, muss es dabei das Herz zerreißen.

    Wäre es auch nur denkbar, einem Arzt, der mit einer lindernden Medizin unterwegs ist, den Zutritt zu einem kranken Menschen zu verweigern? Wohl kaum! Nun, was der Arzt für den Körper eines Menschen, ist der Priester für seine Seele.

    In den vergangenen Tagen jedoch ist es mehrfach passiert, dass Priestern, die alte und kranke Menschen besuchen wollten, der Zutritt zu Seniorenheimen und Krankenhäusern verboten wurde. Aber nicht nur das, selbst der Besuch von Sterbenden wurde ihnen verwehrt! Können sich die Verantwortlichen auch nur annähernd vorstellen, welche Verzweiflung es für einen Schwerkranken und Sterbenden bedeuten muss, einer sterilen und kalten Umgebung ausgeliefert, angeschlossen an angsteinflößende Maschinen, in der Todesangst keinerlei Trost erleben zu dürfen?

    Wie viel bedeutet es einem Menschen in Todesnot, einen Priester an seinem Sterbebett zu wissen, der die Gebete über ihm spricht und ihm die Sakramente spendet! Diese Menschen waren nicht an Coronavirus erkrankt und selbst wenn sie das gewesen wären, gäbe es dafür keine Entschuldigung! Mit Schutzkleidung angetan, gäbe es kein Risiko. Jeder Priester wird den Anleitungen des medizinischen Personals, sich selbst und andere zu schützen, selbstverständlich gewissenhaft nachkommen, keiner von ihnen möchte es verantworten, jemand anderen oder sich selbst leichtsinnig einer Gefahr auszusetzen.

    Auf der Webseite der Erzdiözese lese ich nun, dass die Bischöfe dem Bundesminister für Gesundheit vorschlagen möchten, "ein kleines Arbeitsteam zu gründen, bestehend aus Personen aus dem Gesundheitsministerium einerseits und aus dem kirchlichen Bereich andererseits, die beauftragt werden, einen Vorschlag für den Umgang mit dem Thema "Seele" in der derzeitigen Situation zu erarbeiten."

    Ein wirklich dankenswerter Vorstoß seitens der Bischöfe, aber an die Politiker richte ich als Ärztin die Frage: Bedarf es wirklich eines Arbeitsteams, um zu entscheiden, ob ein alter, ein kranker oder ein sterbender Mensch das Recht auf einen würdigen Tod hat, oder auch nur auf eine Begleitung in seiner Krankheit? Wie lange muss dieses Arbeitsteam tagen, um eine solche Entscheidung zu treffen?

    Wie "entseelt" und wie abgrundtief unmenschlich ist unsere Gesellschaft bloß geworden! Zählt in unserem Land nur mehr die abstrakte "Gemeinschaft", der einzelne Mensch nicht mehr? Es gibt in den Heimen und in den Spitälern nicht nur an Coronavirus Erkrankte, sondern viel, viel mehr Kranke, die an anderen Krankheiten leiden und denen der Trost in ihrem Leiden verwehrt bleibt.

    Verbannt uns Gläubige aus den Kirchen, sperrt uns in unsere Wohnungen ein, isoliert uns voneinander, nehmt uns unsere Freiheit und unsere Grundrechte, nehmt uns aufgrund der jüngst erfolgten Verlängerung der Maßnahmen auch den für uns kostbarsten und wichtigsten Tag des Jahres, den Ostersonntag: So wie immer in Krisenzeiten für die Christen wird das nur zur Stärkung unseres Glaubens führen.

    Als Ärztin aber, die unzählige Male in ihrem Leben am Sterbebett eines Patienten stand und manchmal nachts auch an seinem Bett saß, seine Hand haltend, weiß ich, was ein Kranker oder ein Sterbender braucht und ich kann nur an die Politiker appellieren: Verwehrt, um Himmels willen, den Alten, Kranken und Sterbenden nicht den einzigen Trost, der ihnen in ihrer äußersten Not geblieben ist! Überlasst sie nicht der Angst in einem endlosen Tal der Tränen! Gebt ihnen die Menschenwürde zurück und lasst sie in Frieden und getröstet sterben, indem ihr, auch wenn ihr nicht unseren Glauben teilt, den Priestern den Zugang zu ihnen gewährt!

    https://www.andreas-unterberger.at/2020/03/im-tal-der-trnen/

  • Predigt zum Fest der Taufe des HerrnDatum12.01.2020 10:35
    Thema von Hemma im Forum Predigten

    Gott Vater offenbart seinen Sohn im Heiligen Geist

    v. Hw. Prof. Josef Spindelböck

    Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

    Das Fest der Taufe des Herrn bildet den offiziellen Abschluss der liturgisch gefeierten Weihnachtszeit. Nach diesem Sonntag beginnt wieder die Zeit im Jahreskreis.

    Was aber besagt dieser Wechsel im Kirchenjahr? Im Grunde ist es ein Bild für das sich ändernde Lebensalter Christi auf Erden: Das Jesuskind wurde in Bethlehem aus Maria, der Jungfrau, geboren. Die folgende Zeit liegt weithin im Verborgenen. Das Kind wuchs heran unter der Obhut seiner Mutter Maria und des heiligen Josef. Insgesamt sind es dreißig Jahre, die Jesus im Kreis seiner Familie, seiner Verwandten und der Mitbewohner von Nazareth verbrachte. Kaum jemand ahnte etwas vom Geheimnis seiner Sendung. Nur Maria und Josef waren eingeweiht, und auch ihnen war das Mysterium Jesu vor allem im Glauben zugänglich. Denn der Sohn Gottes hat eine wahre Menschennatur angenommen, und er zeigte sich und lebte als Mensch unter den Menschen, in allem uns gleich außer der Sünde.

    Doch nun kommt es zu jenem denkwürdigen Ereignis der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes! Der Himmel öffnet sich über Jesus, der Heilige Geist schwebt in Gestalt einer Taube über ihm herab, und die Stimme des himmlischen Vaters bezeugt ihn als seinen erwählten und geliebten Sohn. Auf ihn sollen die Menschen hören.

    Ja, hier ereignet sich der Einbruch des Göttlichen ins Irdische. Der gewöhnliche Lauf der Geschichte erfährt eine Wendung, mit der niemand in dieser Weise gerechnet hatte. Gott offenbart seinen Gesalbten: den Christus, den Messias!

    Wie aber tritt Jesus auf? Ist er der himmlische König, der mit Macht und in Glorie erscheint? Nein, vielmehr ist das göttliche Wort in Demut herabgestiegen zu uns Menschen. Gott wollte sich auf eine Ebene mit uns sündigen Menschen begeben, und so kommt es dazu, dass Jesus sich eingereiht hat in die Gruppe jener Menschen, welche die Bußtaufe des Johannes empfangen wollten. Er ist ohne Sünde, und dennoch scheut er sich nicht, die Schuld der Welt stellvertretend auf sich zu nehmen und zu sühnen. Auf diese Weise wird Jesus zum Lamm Gottes.

    Nach der Taufe im Jordan beginnt Jesus sein öffentliches Auftreten. Er verkündet das Kommen des Reiches Gottes und lädt ein zu Umkehr und Glaube. Gott schafft Neues: es ist neuer Wein in neuen Schläuchen; das göttliche Leben bricht sich die Bahn, und alle sind eingeladen, durch den Glauben und die heilige Taufe einzutreten in die Gemeinschaft mit dem Erlöser, unserem Herrn Jesus Christus.

    So ist der heutige Festtag ein Anlass, sich auch auf die eigene Taufe zu besinnen, die wir in den meisten Fällen schon als Kinder empfangen haben. Das Taufversprechen haben damals unsere Eltern und Paten abgelegt. Wir aber sollen und wollen uns all das zu eigen machen, was der Inhalt des Taufgelübdes ist: Es geht um die entschiedene Abkehr vom Bösen und um die Zuwendung im Glauben zu Gott. Überall, wo dies geschieht, ereignet sich ein Übergang vom Dunkel zum Licht, vom Tod zum Leben, vom Hass zur Liebe, von der Lüge zur Wahrheit. Christus hat uns befreit zum ewigen Leben! Diese Freude ist bereits jetzt unser Anteil.

    Gott zeigt sich uns im Heilsgeschehen als ein Gott der Liebe. Er will das Heil aller Menschen. Der eine und einzige Gott lebt und existiert in drei göttlichen Personen. Im Kreuzzeichen bekennen wir uns zu Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Die eine Gottheit lebt in drei Personen; Gott ist in sich selbst eine Gemeinschaft der Liebe und des Lebens. Und eben diese Vollkommenheit Gottes wird auch uns mitgeteilt in der Menschwerdung Gottes und in der Sendung des Heiligen Geistes. Durch die heilige Taufe sind wir gleichsam eingetaucht in das Leben Gottes. Wir haben teil an seiner ewigen Liebe.

    Lasst uns daher voll Zuversicht all das Große, das wir empfangen haben, im Leben bezeugen und als Geschenk weitergeben an unsere Mitmenschen. Im Grunde des Herzens wartet ein jeder Mensch darauf, das Heil zu empfangen. Wir rufen die Fürbitte der Gottesmutter Maria an, dass sie in ihrer mütterlichen Liebe den Weg bereite für das Kommen des Herrn in die Herzen aller Menschen. Uns alle aber möge Gott einst in der himmlischen Seligkeit vollenden, wo die Freude niemals endet und alle Geretteten das Heil finden. Amen.

  • Thema von Hemma im Forum Radio- und Fernsehsender
  • Thema von Hemma im Forum Das heilige Sakrame...

    Die Thunberg-Ernmans
    aus
    https://www.achgut.com/artikel/die_thunb...iliengeschichte
    v. Ulrike Stockmann, Gastautor

    Greta Thunbergs Mutter Malena Ernman hat ein Buch mit dem Titel „Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima“ geschrieben (es stehen zwar alle Namen der vierköpfigen Familie auf dem Cover, aber Ernman ist die Autorin). Sie schildert darin Gretas bisheriges Leben und ihren Weg zur Umweltaktivistin. Das Buch erschien in Schweden bereits im vergangenen August und endet, als Greta gerade ihren Schulstreik beginnt.

    Ernman hatte schon vor dem Ruhm ihrer Tochter als schwedischer Promi mit „klimafreundlichen“ Social-Media-Posts und Kolumnen Aufmerksamkeit erregt. Nach der Lektüre des Buches wundert mich nichts mehr. Das, was öffentlich in Gestalt der Klima-Prophetin Greta sichtbar wurde, ist lediglich die Spitze eines ausgemachten Familien-Dramas. Wikipedia schreibt, das Buch schildere „wie die Klimakrise eine Familienkrise verursacht hat“. Nein, das Buch schildert, wie die vermeintliche Klimakrise von einer Familie vorgeschoben wird, um sich der eigenen Krise nicht stellen zu müssen.

    Malena Ernman ist eine erfolgreiche Opernsängerin, Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie, und hat Schweden 2009 beim Eurovision Song Contest vertreten. Ihr Mann Svante Thunberg ist Schauspieler, nach der Geburt der gemeinsamen Töchter Greta (2003) und Beata (2005) blieb er bei den Kindern, während Ernman ihre Karriere verfolgte. Ihre Engagements führten sie nach Berlin, Paris, Wien, Amsterdam oder Barcelona. Alle paar Monate eine neue Stadt, die Familie begleitete sie: „Unser Alltag war unvergleichlich, unser Alltag war einfach wunderbar“, schreibt Ernman.

    Doch Greta kommt in die fünfte Klasse, und plötzlich geht es ihr gar nicht mehr gut. Sie weigert sich zu essen, weint den ganzen Tag und ist depressiv. Irritierenderweise wird dem Leser dieser Wechsel abrupt in lediglich einem Absatz präsentiert, so als wäre er eine folgerichtige Entwicklung. Stattdessen möchte man fragen, ob bis dahin tatsächlich alles so wunderbar gelaufen ist. Weniger knapp wird hingegen Malena Ernmans Abschied von der Oper geschildert, denn sie beschließt nun, beruflich kürzer zu treten. Am 2. November 2014 gibt sie ihre letzte Opernvorstellung in Schweden; dieser Abend wird auf immerhin fünf Seiten beschrieben – inklusive eines theatralischen Ohnmachtsanfalls seitens Ernmans. Typisch Opern-Diva? Wenn sie im Folgenden den Zusammenbruch ihrer beiden Kinder darlegt, behält sie diesen eigenartigen Tonfall, schwankend zwischen Bühnen-Dramatik und einer seltsamen Abgeklärtheit, bei.

    Der Zusammenbruch zweier Kinder

    Gretas Hungerstreik wird lebensbedrohlich: Zwei Monate lang isst sie fast nichts. Sie braucht 53 Minuten, um ein Drittel einer Banane herunterzubekommen, 5 Gnocchi kosten sie 2 Stunden und 10 Minuten. Die Eltern fahren mit ihr ins Krankenhaus und ins Zentrum für Essstörungen. Schließlich steht sie kurz davor, eingewiesen und zwangsernährt zu werden. Nach einem entscheidenden Krisen-Gespräch in der Klinik ist Greta bereit, wieder mit dem Essen anzufangen. Es wird besser, doch ihre Essstörung (eine kleine Auswahl von Lebensmitteln auf eine bestimmte Art zubereitet, mit viel Zeit zum Essen und vorzugsweise zu Hause) bleibt bestehen. Zusätzlich werden bei ihr Asperger-Syndrom, hochfunktionaler Autismus und OCD (Zwangsstörungen) diagnostiziert.

    Eines Tages sieht Greta in der Schule einen Film über die Verschmutzung der Weltmeere, in dem eine riesige Insel aus Plastikmüll gezeigt wird und bricht in Tränen aus. Auch ihre Klassenkameraden sind zunächst betroffen, doch als die Lehrerin gegen Ende der Stunde ankündigt, für eine Hochzeitsfeier nach Connecticut zu fliegen, ist die Trauer dahin und alle unterhalten sich über aufregende Reisen ans andere Ende der Welt. Greta kann das nicht verstehen. In der Schule fühlt sie sich sowieso nicht wohl, da sie durch ihr sonderbares Verhalten auffällt und gemobbt wird.

    Schließlich sitzt sie in der lauten, stickigen Schulmensa und soll einen Hamburger essen, umgeben von Gesprächen über „Markenklamotten, Make-up und Handys“. Fleisch – Mitschüler – Müllinsel. Ihr wird alles zu viel. Dieser Augenblick wird zum Schlüsselmoment für Gretas späteres Engagement für den Klimaschutz, ihre künftige Mission. Ist es zu weit hergeholt, ihren Kampf gegen den Klimawandel als einen Stellvertreter-Kampf gegen ihre persönlichen Probleme zu betrachten?

    ADHS, Asperger und Tics

    Bald darauf gerät auch die kleine Schwester Beata in eine schwere Krise. Die Eltern haben mit Greta alle Hände voll zu tun und vernachlässigen sie. „Beata verschwindet in ihrem Zimmer, sobald sie von der Schule nach Hause kommt. Wir kriegen sie kaum zu Gesicht. Sie spürt unsere Unruhe und geht uns aus dem Weg.“ Die damals knapp Neunjährige muss wegen Gretas komplizierter Speiserituale ihr Abendessen ständig alleine einnehmen. „Bald kümmern wir uns auch um dich, mein Schatz, aber zuerst muss Greta gesund werden“, versucht Ernman ihre kleine Tochter aufzumuntern. Ein schlechtes Gewissen hat sie, aber die Situation ist nun mal nicht zu ändern, oder?

    Es überrascht wenig, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Als Beata in die vierte Klasse kommt, erträgt sie es nicht mehr, mit ihrer Familie zusammen zu sein, fühlt sich durch ihre Eltern gestört. In der Schule fällt sie nicht auf, doch zu Hause bekommt sie einen Wutanfall nach dem anderen. Sie fühlt sich vernachlässigt, beschimpft ihre Mutter als „Schlampe“, „Bitch“ und „schlechteste Mutter der Welt“ und bewirft sie mit Gegenständen.

    Da erinnert sich Ernman, dass Beata bereits als Vierjährige zu sehr starken Trotzanfällen neigte. Einmal, es ist Winter und die Familie hält sich gerade in Brüssel auf, weigert sie sich einen Monat lang, ihre Strümpfe zu wechseln. Ihre Eltern nehmen sich an einem freien Tag schließlich fünf Stunden Zeit, um sie von frischen Socken zu überzeugen, aber es hilft nichts. Das Kleinkind gewinnt den Machtkampf. Ernman und ihr Mann lassen sie schließlich ohne Strümpfe ihre Schuhe anziehen. Der Vater findet das ganze offenbar auch noch komisch: „‚Verglichen mit dir ist Lotta aus der Krachmacherstraße die reinste Mahatma Ghandi‘“, witzelt er.

    Mit knapp 11 Jahren erhält Beata die Diagnose „ADHS mit Zügen von Asperger, OCD (Zwangsstörungen) und eine Störung mit oppositionellem Trotzverhalten“. Beata hat einige Tics entwickelt, beispielsweise braucht sie für einen Weg von einem Kilometer eine ganze Stunde, denn: Sie muss bestimmte Pflastersteine meiden. „Sie muss immer den linken Fuß zuerst aufsetzen und wenn sie sich vertut, muss sie wieder von vorne anfangen.“ Das Bemerkenswerte daran ist: Sie hat diese Zwänge nur, wenn sie mit ihrer Mutter zusammen ist. Diese schreibt dazu: „Und das kann ich gut nachvollziehen. Mir ging es mit meiner Mutter genauso – alle meine Tics traten in ihrer Gegenwart sehr viel stärker hervor.“ Leider geht Ernman der Sache nicht näher auf den Grund, wenigstens nicht in ihrem Buch.

    „Ausgebrannte Menschen auf einem ausgebrannten Planeten“

    Überhaupt scheint sie das Wesentliche nicht wahrnehmen, nicht zum Kern ihrer Probleme vordringen zu wollen. So bezeichnet sie sich selbst als Sozialphobikerin, die kaum eine Premierenfeier übersteht und nach Auftritten in Stockholm fluchtartig „noch vor den Zuschauern“ das Theater verlässt und sich auf dem Fahrrad abschminkt. Das mache sie aber „ungemein effektiv“. Dieses permanente Schönreden von Dingen, die eben nicht schön, sondern belastend sind, steht Ernman bei der Erkenntnis ihrer eigenen Person, aber auch des Wesens ihrer Kinder im Weg. Einerseits wehrt sie sich dagegen, dass andere ihre Töchter wegen ihrer Diagnosen abstempeln. Andererseits stilisiert sie diese Handicaps im nächsten Moment zu „Superkräften“. Nicht ein einziges Mal im gesamten Buch stellt sie sich selbst oder ihren Mann als Eltern in Frage. Schuld sind immer die anderen – die Schule, die Gesellschaft, das Gesundheitssystem. Oder der Klimawandel.

    „Denn es ging uns beschissen. Mir ging es beschissen. Svante ging es beschissen. Den Kindern ging es beschissen. Dem Planeten ging es beschissen. Sogar dem Hund ging es beschissen“, heißt es weiter. Eine Projektion des eigenen Unglücks auf den gesamten Globus. Die perfekte Ausrede, damit sich Malena Ernman keiner innerfamiliären Ursachenforschung für ihre Misere stellen muss.

    Mit viel Pathos nimmt sie CO2-Werte, Statistiken über psychische Kinder- und Jugenderkrankungen und Burn-out, Aufzählungen von Unwetter-Katastrophen der vergangenen Jahre und gibt Feminismus und Antirassismus hinzu, rührt einmal um und fertig ist der pathetische Rest des Buches. „Es geht dabei um ausgebrannte Menschen auf einem ausgebrannten Planeten.“ Eine neurotische, verdrängende Frau flüchtet sich in einen Klimawahn. Selbst ihre Flugangst versucht sie mit ihrem schlechten Gewissen über den CO2-Ausstoß zu erklären. Am Ende bekommt sie Burn-out und eine eigene ADHS-Diagnose. Um ihren Mann Svante kann es leider nicht viel besser bestellt sein. Sie zitiert ihn an einer Stelle mit: „Ich unterhalte mich nicht mit meinen Nachbarn. Ich schaffe es ja kaum, mit meinen Freunden oder meinen eigenen Eltern zu sprechen.“

    Die herbei prophezeite Klima-Katastrophe gibt Malena Ernman und ihrer Familie die Möglichkeit, das eigene Schicksal und auch die Zuständigkeit für das eigene Wohlergehen hintenanstellen zu können. Die Erde ist krank, die Thunbergs sind krank, also sind wir alle krank, basta. Erst wenn „die Menschheit“ sich ändert, wird es auch Familie Thunberg-Ernman besser gehen. Hoffnungslose Projektion? Kindischer Boykott der Eigenverantwortung? Oder wahnhaftes Streben nach diesseitiger Erlösung?

    „Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima“ von Greta & Svante Thunberg und Beata & Malena Ernmann, 2019, Frankfurt am Main: Fischer Verlag

  • Thema von Hemma im Forum Das heilige Sakrame...

    Erschütternd, was ich heute von einem Mann mittleren Alters, den ich für einen normal denkenden Christen hielt hörte:
    Wir diskutierten über ein junges Ehepaar (2 Kinder), dessen Verbindung auseinander zu gehen droht.
    Ich äußerte meine Sorge über den sich um den Erhalt seiner Ehe sehr kämpfenden Ehemann, der aber scheinbar schon verloren ist. Darauf bekam ich zu hören:
    "Was regst Dich denn so auf, der hat doch in seiner Position längstens in einem halben Jahr eine andere!"

    Wie konnte es soweit kommen, dass nicht einmal mehr in von christlichen Familien abstammenden jungen Menschen das Bemühen um lebenslange Treue in der Ehe vorhanden ist?

  • Thema von Hemma im Forum Radio- und Fernsehsender

    St. Josefskapelle mit dem Bild des barmherzigen Jesus
    live:

    https://www.sanktuarium.faustyna.pl/

  • Athos - der Berg der MöncheDatum24.04.2019 12:31
    Thema von Hemma im Forum Vorträge

    Eine auferbauende Sendung des ORF über die orthodoxen Mönche am Berg Athos.

    u.a. berichtet ein Mönch vom Wunder der Heilung einer jungen krebskranken Frau, der die Ärzte nur mehr ein Monat Lebenszeit in Aussicht gestellt hatten, und die sich, nach dem Erhalt einer Ikone v. Berg Athos mit dem Bild der Muttergottes, vertrauensvoll an diese mit der Bitte um Heilung wandte und plötzliche Erhörung fand.

    https://tvthek.orf.at/profile/kreuz-und-quer/8598576

  • TraueranzeigenDatum09.02.2019 19:52
    Thema von Hemma im Forum Leben und Sterben...

    Immer öfters fällt mir bei Traueranzeigen auf, dass von "Du bleibst in unseren Herzen" etc. die Rede ist.
    Als ob uns Christen nicht das ewiges Leben bei Gott versprochen ist.

    In der letzten Nr. der kath. Zeitschrift "Vision 2000" schreibt Christoph Gaspari dazu:

    Unlängst nahm ich an einer Begräbnisfeier teil, die von einer Bestattungsfirma gestaltet war.
    Zugegeben, sie war feierlich. Ansprachen mit sympathischen Schlaglichtern auf das Leben des Verstorbenen, die nette Erinnerungen wachriefen. Ergreifende Musik, Tränen, Abschied - wohl für immer.
    Weil das aber schwer zu tragen ist, wurde versichert, der Verstorbene werde in unseren Erinnerungen weiterleben...
    Soll das wirklich alles sein?
    Wir Christen haben jedenfalls andere Vorstellungen. Wir glauben an "das ewige Leben", wie wir im Credo bekennen, bekräftigen diesen Glauben auch mit einem Amen - ja, so ist das wirklich.
    Und dieses ewige Leben ist auch etwas anderes als eine Kette von Wiedergeburten, wie sie östliche Religionen erwarten, ein Denken, das auch in unseren Regionen Fuß gefasst hat.
    So beten wir zwar wöchentlich das Glaubensbekenntnis und bestätigen so unseren Glauben an das ewige Leben, nur wer hat schon eine Vorstellung, was das bedeutet? Denn auch in der Kirche spricht man kaum darüber. Die Lehre von den "letzten Dingen", vom Tod und was uns nach dem Tod erwartet, ist irgendwie tabu....
    ----------------------------------
    Mehr dazu hier:
    http://www.vision2000.at/upload/pdf/vision201901.pdf

  • Die Tugend des GehorsamsDatum30.01.2019 19:12
    Thema von Hemma im Forum Predigten

    Predigt von Prof. Dr. Georg May

    Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

    Geliebte im Herrn!

    Gehor­sam ist, wer das, was ihm in recht­mä­ßi­ger Weise auf­ge­tra­gen wird, gern und mit Rück­sicht auf Gott tut.
    Der Gehor­sam ist die zweite sitt­li­che Tugend, der wir uns als öster­li­che Men­schen zuwen­den wol­len.

    Gehor­sam ist nicht schon der, der das Befoh­lene tut, etwa mür­risch und unwil­lig, nein, zur Tugend des Gehor­sams gehört, daß man das Befoh­lene gern tut und daß man es mit Rück­sicht auf Gott tut. So wie Abra­ham, der dem Befehle Got­tes nach­kam und bereit war, sei­nen Sohn zu opfern, so wie Chris­tus, der Vater und Mut­ter unter­tan war, der sei­nem himm­li­schen Vater gehor­sam war bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuze.

    Gehor­sam muß jeder sein, der Vor­ge­setzte über sich hat, und es gibt nie­man­den auf Erden, der keine Vor­ge­setz­ten über sich hätte. Gehor­sam müs­sen zuerst die Kin­der ihren Eltern sein, damit sie erzo­gen wer­den und die Fami­lie Bestand hat. Ohne eine Ord­nung kann ein Gemein­we­sen nicht beste­hen, und jede Ord­nung bedeu­tet immer auch Über- und Unter­ord­nung. Eine Ver­ei­ni­gung ist unmög­lich ohne Abhän­gig­keit. So kreist der Mond um die Erde, und die Erde kreist um die Sonne nach den Geset­zen der Gra­vi­ta­tion, die New­ton und Gali­lei ent­deckt haben.
    Ähn­lich ist es auch mit der Fami­lie. Da muß auch ein ziel­an­ge­ben­der Wille sein, und der steht den Eltern zu. Die Kin­der haben sich die­sem Wil­len zu beu­gen. Auch in Dienst­ver­hält­nis­sen gibt es Vor­ge­setzte und Abhän­gige. Es muß einen Betriebs­füh­rer geben, einen Lei­ten­den, der die ande­ren in der Arbeit unter­weist und ihnen die Arbeit anweist.

    In den Schrif­ten des Neuen Tes­ta­men­tes wird oft der Gehor­sam der Knechte oder Skla­ven, wie sie damals genannt wur­den, gegen­über den Her­ren gefor­dert, und zwar Gehor­sam nicht nur gegen­über den güti­gen und gelin­den, son­dern auch gegen­über den schwie­ri­gen und bösen Her­ren.
    Gehor­sam muß man leis­ten den welt­li­chen und geist­li­chen Obe­ren. Es gibt keine Gewalt außer von Gott; die beste­hen­den Gewal­ten sind von Gott ange­ord­net (Röm. 13,1). Wer sich der Gewalt wider­setzt, der wider­setzt sich dem Wil­len Got­tes. Es besteht eine legi­time For­de­rung des Staa­tes, der Regie­rung auf Gehor­sam der Unter­ta­nen.

    Ebenso ist es in der Kir­che. Chris­tus for­dert den Gehor­sam gegen­über den Hir­ten, so in die­ser Bezeich­nung. Wenn die einen die Schafe und die ande­ren die Hir­ten sind, dann müs­sen eben die Schafe den Hir­ten gehor­chen, sich von den Hir­ten füh­ren las­sen. Und daher hat der Herr aus­drück­lich gesagt: „Wer die Kir­che nicht hört, der sei dir wie ein Heide oder Zöll­ner!“

    Frei­lich muß gleich an die­ser Stelle gesagt wer­den: Gehor­sam hat nur der gerecht gebie­tende Vor­ge­setzte zu for­dern. Es gibt Gren­zen des Gehor­sams, und diese sind vor allem zwei: Wir brau­chen nicht zu gehor­chen, wenn ein Vor­ge­setz­ter etwas gebie­tet, was nicht in seine Zustän­dig­keit fällt, und wir dür­fen nicht gehor­chen, wenn ein Vor­ge­setz­ter etwas ver­langt, was gegen Got­tes Wil­len ist. Diese bei­den Gren­zen des Gehor­sams müs­sen wir uns noch näher anschauen.

    Wir brau­chen nicht zu gehor­chen, wenn ein Vor­ge­setz­ter seine Zustän­dig­keit über­schrei­tet. Ein Vor­ge­setz­ter ist nicht all­zu­stän­dig, er ist nicht über alles gesetzt, er hat nicht in jeder Sache Befehls­ge­walt, son­dern seine Gewalt ist sach­lich, ört­lich oder per­sön­lich begrenzt. Nur inner­halb der Gren­zen sind seine Befehle recht­mä­ßig. Wenn er dar­über hin­aus­geht, ver­liert er seine Zustän­dig­keit. Um kon­kret zu wer­den: Die welt­li­che Gewalt darf sich nicht in rein geist­li­che Dinge ein­mi­schen. Sie darf nicht bestim­men, wann Got­tes­dienste gehal­ten wer­den dür­fen, wie lange sie dau­ern dür­fen, wie viele Ker­zen dabei anzu­zün­den sind; das alles ist ja schon dage­we­sen, etwa im Jose­phi­nis­mus oder im Zwei­ten Welt­krieg. Ebenso darf aber auch die geist­li­che Gewalt sich nicht in rein welt­li­che Dinge ein­mi­schen. Wie die Flug­si­che­rung betrie­ben wird, wie der Woh­nungs­not abzu­hel­fen ist und wie hoch die Besol­dung der Staats­be­diens­te­ten ist, ob sie erhöht oder nicht erhöht wird, das sind keine Fra­gen, die die Kir­che ange­hen. Hier ist die Kom­pe­tenz der geist­li­chen Obe­ren nicht gege­ben.

    Auch im Bereich der Fami­lie kann eine Kom­pe­tenz­über­schrei­tung vor­kom­men. Eltern dür­fen ihre Kin­der bei­spiels­weise nicht in einen Beruf zwin­gen, zu dem sie keine Eig­nung und keine Nei­gung haben. Eltern dür­fen auch ihre Kin­der nicht zu einer Ehe drän­gen, von der vor­aus­zu­se­hen ist, daß es nicht zu einem har­mo­ni­schen Mit­ein­an­der kom­men wird. Sie dür­fen sie über­haupt nicht zur Ehe zwin­gen.
    Die hei­lige Rosa von Lima sollte mit 20 Jah­ren nach dem Wil­len der Eltern einen rei­chen Mann hei­ra­ten. Aber sie wei­gerte sich. Das war kein Unge­hor­sam, son­dern eine legi­time Aus­mes­sung ihrer Frei­heit. Sie durfte die drän­gende und zwin­gende Gewalt der Eltern zurück­wei­sen, weil diese hier ihre Zustän­dig­keit über­schrit­ten.

    Wir brau­chen nicht zu gehor­chen, wo die Vor­ge­setz­ten ihre Gewalt auf Gebiete aus­deh­nen, die nicht in die­ser Gewalt lie­gen. Wir dür­fen nicht gehor­chen, wenn sie etwas befeh­len, was gegen den Wil­len Got­tes ist. Das ist schon oft da gewe­sen. Bereits in der Apos­tel­ge­schichte steht die berühmte Äuße­rung aus dem Munde des Petrus: „Man muß Gott mehr gehor­chen als den Men­schen!“ Wo ein Kon­flikt zwi­schen den Befeh­len von Men­schen und den Gebo­ten Got­tes vor­liegt, da ist keine Über­le­gung am Platze, da weiß man von vor­ne­her­ein: Gott gebührt der Vor­rang.

    Nach die­sem Gesetz haben die gro­ßen Hei­li­gen des Alten und des Neuen Bun­des gehan­delt
    .
    Die drei Jüng­linge im Baby­lon wei­ger­ten sich, die Sta­tue anzu­be­ten, die der König errich­tet hatte, und wur­den des­we­gen in den Feu­er­o­fen gewor­fen.
    Die mak­ka­b­äi­schen Jüng­linge lehn­ten es ab, die Spei­se­ge­setze, die sie als von Gott emp­fan­gen ansa­hen, zu über­tre­ten.
    Die the­bai­sche Legion unter ihrem Kom­man­deur Mau­ri­tius wei­gerte sich, den Kai­ser­kult zu voll­zie­hen. Sie wur­den im Jahre 286 n.​Chr. in der Nähe des Gen­fer Sees nie­der­ge­hauen.
    Die hei­lige Per­pe­tua lehnte es ab, dem Wil­len ihres Vaters nach­zu­kom­men, dem Chris­ten­tum abzu­schwö­ren.
    Die hei­lige Bar­bara wei­gerte sich, den hei­li­gen Glau­ben preis­zu­ge­ben; der eigene Vater brachte sie um.

    Das alles sind Bei­spiele dafür, wie Hei­lige den Gebo­ten Got­tes gehorcht und sich den unge­rech­ten Befeh­len der Men­schen ver­wei­gert haben. Man muß Gott mehr gehor­chen als den Men­schen!

    Natür­lich, meine lie­ben Freunde, ist es der Nach­prü­fung bedürf­tig, ob tat­säch­lich ein Wider­spruch zwi­schen dem Wil­len Got­tes und dem Befehl der Men­schen vor­liegt. Man muß prü­fen, ob ein sol­cher Zwie­spalt gege­ben ist, erst dann darf man sich gegen den irdi­schen für den himm­li­schen Gehor­sam ent­schei­den. Das hat der hei­lige Tho­mas Morus im Gefäng­nis Tower in Lon­don getan. Man suchte ihn zum Gehor­sam gegen den König zu bewe­gen und wies auf das Bei­spiel der Bischöfe hin. „Sieh,“ sagte man, „alle Bischöfe Eng­lands haben den König als Ober­haupt der Kir­che aner­kannt, bis auf einen, John Fis­her, und du, Tho­mas Morus, willst klü­ger sein als alle diese Bischöfe?“ Da gab Tho­mas zur Ant­wort: „Für jeden Bischof, der heute lebt, und den ihr mir vor­weist, kann ich euch hun­dert andere nen­nen, die im Him­mel sind und die so den­ken wie ich.“ Das war die Ent­schei­dung gegen den irdi­schen für den himm­li­schen Gehor­sam.
    Die Tugend des Gehor­sams ist eine beschwer­li­che, aber auch eine vor­treff­li­che Tugend. Sie ist beschwer­lich, denn den eige­nen Wil­len opfern, den eige­nen Wil­len preis­ge­ben, das ist eben für den Men­schen ein sehr läs­ti­ges Geschäft. Er möchte sei­nen Wil­len behaup­ten, er möchte ihn durch­set­zen, und das Opfer des Wil­lens ist fast ein klei­nes Mar­ty­rium, jeden­falls in wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten.
    Der Mensch will befeh­len, er will recht haben, aber er will nicht nach­ge­ben, und er will sich nicht unter­ord­nen, obwohl es zu sei­nem eige­nen Nach­teil sein mag
    .


    Zwei­fel­los: Der Gehor­sam ist eine beschwer­li­che Tugend. Aber er ist auch eine vor­treff­li­che Tugend, denn wer sei­nen Wil­len besiegt, wer über sich selbst siegt, der ist zu allem fähig, dem kann man alles anver­trauen, dem kann man alles auf­la­den, der wird alles tra­gen, der wird mit allem fer­tig wer­den. Der Gehor­same hat sei­nen Stolz besiegt und mit dem Stolz, der Wur­zel der Sünde, alle übri­gen Sün­den.

    Der Gehor­sam ist der sicherste Weg zur Erfül­lung des Wil­lens Got­tes und auch der sicherste Weg zur Erlan­gung der Voll­kom­men­heit. Der Wille Got­tes spricht sich nun ein­mal häu­fig, ja wohl meis­tens aus in den Befeh­len unse­rer Vor­ge­setz­ten, und wer ihnen gehorcht, der kann im all­ge­mei­nen sicher sein, daß er dem Wil­len Got­tes gehor­sam ist. Die Vor­ge­setz­ten sind ja Stell­ver­tre­ter Got­tes, und was sie recht­mä­ßig gebie­ten, das ist eben für uns der Wille Got­tes, der durch seine Stell­ver­tre­ter zu uns spricht. Wir kön­nen also, sofern wir den Befehl in sitt­li­cher Hin­sicht und nach der Kom­pe­tenz beja­hen kön­nen, sicher sein: Wenn wir die Befehle der Eltern, der Vor­ge­setz­ten, des Staa­tes und der Kir­che erfül­len, dann sind wir auf dem Wege zur Erfül­lung des Wil­lens Got­tes.

    Auch die Voll­kom­men­heit erlan­gen wir durch die Erfül­lung des Gehor­sams. Wer gehor­sam ist, der wird den Wil­len Got­tes in allen Din­gen tun, der wird die Sünde mei­den, der wird sich als ein leben­di­ges Opfer dem Vater im Him­mel dar­brin­gen. „Gehor­sam ist bes­ser als Opfer!“ So steht es im Alten Bunde. Die Hei­li­gen, die hei­li­gen Leh­rer der Tugend wer­den nicht müde, den Wert des Gehor­sams zu prei­sen. „Essen und schla­fen auf Befehl des Vor­ge­setz­ten ist bes­ser als aus Eigen­wille fas­ten und wachen,“ so hat der hei­lige Franz von Sales, der große Kir­chen­leh­rer, ein­mal geschrie­ben. Der Gehor­sam macht unsere Werke wert­voll. Er macht sie ver­dienst­lich.

    Man soll sich daher ein­üben in den Gehor­sam. Wie denn? Nun, indem man auch gegen­über sei­nes­glei­chen zum Nach­ge­ben, zur Unter­ord­nung, zum Gehor­sam bereit ist. Das ist ja das Geheim­nis einer guten Ehe, daß einer dem ande­ren sei­nen Wil­len am Gesicht abliest, daß er sei­nen eige­nen Wil­len preis­gibt, daß er sagt: Wenn du es nur gut hast, wenn ich nur dir die­nen kann! Diese Selbst­auf­gabe, diese Selbst­lo­sig­keit ist das Geheim­nis einer wahr­haft glück­li­chen Ehe.

    Und wenn wir selbst Vor­ge­setzte sind, dann soll­ten wir uns in den Geist des Gehor­sams dadurch ein­fü­gen, daß wir unsere Befehle in einer sanf­ten, in einer rück­sichts­vol­len Weise ertei­len, also nicht schroff, nicht von oben herab, nicht in Erre­gung, son­dern wir sol­len eher um das bit­ten, was wir befeh­len kön­nen. Auf diese Weise scho­nen wir die Unter­ge­be­nen und berei­ten uns selbst für den Gehor­sam, den wir unse­ren Vor­ge­setz­ten leis­ten müs­sen.

    Dem Gehor­sam ist der himm­li­sche Lohn ver­hei­ßen. „Im Him­mel,“ sagt ein­mal die hei­lige The­re­sia von Lisieux, „im Him­mel wird Gott alle­zeit mei­nen Wil­len tun, denn ich habe auf Erden nie­mals mei­nen eige­nen Wil­len getan.“

    Amen.

    https://www.glaubenswahrheit.org/predigt...98703/19870503/

  • Maria von MörlDatum21.01.2019 12:14
    Thema von Hemma im Forum Unsere Fürsprecher



    Maria von Mörl erblickte in Kaltern in Südtirol, das damals kurzzeitig zu Bayern gehörte (ab 1815 zum Kaiserreich Österreich) am 16. Oktober 1812 das Licht der Welt. Sie hatte acht Geschwister.
    Obwohl sie seit ihrem fünften Lebensjahr kränklich war, absolvierte sie die damaligen Pflichtjahre in der Schule und erlernte anschließend in Cles am Nonsberg die italienische Sprache. Nach dem Abschluss dieser Studienzeiten starb ihre Mutter bei der Geburt des neunten Kindes. Fortan musste Maria Verantwortung in der Familie übernehmen, insbesondere als Mutterersatz ihrer jüngeren Geschwister.

    Maria besuchte täglich die Heilige Messe im nahen Franziskanerkloster. Hier fand sie in Pater Johannes Kapistran Soyer OFM einen frommen und gewissenhaften Beichtvater und geistlichen Führer. Von ihm wurde sie mit 18 Jahren in den Dritten Orden der Franziskaner aufgenommen. Am Ende dieses Jahres (1830) erkrankte Maria schwer und wird davon zeitlebens nicht mehr gesunden. Nachdem ihr an "Mariä Lichtmess" 1831 Pater Kapistran die heilige Kommunion gereicht hatte, fiel Maria in Ekstase. Wie ihre Krankheit, so wird dieses Phänomen sie bis in ihre letzten Lebenstage begleiten.

    Die Ekstasen haben sich oft wiederholt. Dies hatte zur Folge, dass viele Menschen kamen, um die bald "im Ruf der Heiligkeit" stehende "Jungfrau von Kaltern" zu sehen. Heute kaum vorstellbar ist die Tatsache, dass von Ende Juli und bis Mitte September des Jahres 1833 vierzig- bis fünfzigtausend Pilger gezählt worden sein sollen, die eigens wegen Maria nach Kaltern reisten.

    Während der Prozession am Fronleichnamsfest 1833 waren einige Personen bei Maria im Zimmer. Schon Monate war sie krank und lag entkräftet da. Plötzlich richtete sich die todesschwache Jungfrau in Blitzesschnelle auf, fiel im Bett auf die Knie. In dieser Haltung blieb sie während der Prozession mit gefalteten Händen und immer wechselnder Neigung des Körpers in Richtung der Prozession. Sichtlich in sich gekehrt, verweilte sie betend.

    Am 4. Februar 1834 erhielt Maria, wie der hl. Franz von Assisi und der hl. Pater Pio, die Stigmatisationswunden und trug die Wundmale des Herrn an ihrem Leibe. Maria von Mörl starb in der Nacht des 11. Januar 1868 im Haus der Schwestern des Dritten Franziskanischen Ordens, wo sie seit 1841 gelebt hatte. In deren Kirche wurde Marias sterblichen Überreste aufgebahrt, um danach auf dem von ihr gestifteten Friedhofs von Kaltern beigesetzt zu werden.

    Zu jenen, die Maria von Mörl besuchten, gehörten Bischöfe (z.B. aus Passau oder Luxemburg); gekrönte Häupter wie etwa die Kaiserin von Österreich Maria-Anna von Savoyen, sowie Fürsten und Herzöge aus Habsburg und Hohenzollern; Theologen, Fromme und Skeptiker. Auch damals schon wurden die Menschen von unerklärlichen Phänomenen angezogen. Unter den Besuchern befanden sich auch künftige Selige, wie etwa Adolph Kolping, oder die Ordensgründerin der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Aachen Klara Fey. Nach seinem Besuch sagte der "Gesellenvater" Adolph Kolping: "Ja, auch ich kann sagen, ich habe eine Heilige gesehen."

    Aus der Schar der weltlichen Personen, die sich bei Maria von Mörl aufgehalten haben sind vor allem die Publizisten Johann Joseph Görres und Clemens Brentano zu nennen. Sie sind Zeugen der Ereignisse am Krankenbett Marias geworden und haben umfängliche Aufzeichnungen angefertigt. So bezeugt Brentano: "Morgens um neun sahen wir sie in ekstatischem Gebet. Nach Tisch sahen wir sie erwacht; nach zwei Minuten sahen wir sie entzückt, und sie lag wieder auf den Knien. Es war Freitag, und wir sahen sie von 3-4 Uhr im Passionsmitleiden. Sie kniete auch dann. Ich habe nie ernsteres, Erschütternderes gesehen; alle Geduld, Marter und Verlassenheit und Liebe des sterbenden Jesus tritt an ihr hervor mit unaussprechlicher Wahrheit und Würde."

    Der Delegat des Bistums Bozen-Brixen im Seligsprechungsprozess, der Schweizer Franziskaner Gottfried Egger OFM, hat vor zwei Jahren eine kleine Biographie vorgelegt, in der vom Leben Marias berichtet wird und zahlreiche Zeugen zu Wort kommen. Über die Aktualität der Botschaft von Maria von Mörl schreibt Pater Gottfried, dass sie vor allem "ein sichtbares Zeichen für die Existenz Gottes" sei.

    "Die Dienerin Gottes wurde durch die verwandelnde Kraft der Eucharistie ganz in die Menschwerdung und Passion Christi hineingenommen. Krippe, Kreuz und Eucharistie waren für die die Eckpfeiler ihres gelebten franziskanischen Bekenntnisses zum Mensch gewordenen Gott."

    https://de.catholicnewsagency.com/articl...malen-jesu-0451

    http://www.kath.net/news/66624

  • Thema von Hemma im Forum Zitate von Heiligen

    Die folgenden 18 Heiligen aus fast allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte sind Herausforderung und Ermutigung, Maria immer mehr zu lieben und nicht zu fürchten, ihre Ehre könnte das Lob Christi schmälern. Kann der Mond die Sonne in den Schatten stellen? Kann Maria, deren strahlendes Licht von ihrem Sohne kommt, ihn verdrängen? So wie der in dunkler Nacht leuchtende Mond die Macht der Sonne zeigt, so Maria, die in der Finsternis dieser Welt Christi Gnaden vermittelt.

    1. „Wie Seeleute von einem Stern in den sicheren Hafen geführt werden, so die Christen von Maria in den Himmel.“ (Hl. Thomas von Aquin)

    2. „Wenn sich vielleicht jemand unter euch befindet, der im Glauben schwach ist, für den weiß ich kein kräftigeres Mittel, im Glauben zu erstarken, als täglich auf den Knien mit Andacht ein Ave Maria zu beten. Durch das Rosenkranzgebet habe ich alles erlangt, was ich gewünscht habe!“ (Hl. Klemens Maria Hofbauer)

    3. „Derjenige, der keine Verehrung zu Maria hegt, ist kein guter Christ.“ (Hl. Johannes Eudes)

    4. „Man kann sagen, dass alle Heiligen das Werk der allerseligsten Jungfrau sind und deren besondere Verehrung für sie das Kennzeichen, das sie alle gemeinsam haben.“ (Hl. Maximilian Kolbe)

    5. „Wir suchen Gnaden, aber wir werden sie nicht finden, es sei denn durch Maria.“ (Hl. Cajetan)

    6. „Ich glaube, dass alle Gnaden, die Gott uns zuteilt, durch Mariens Hände gehen und daß keiner in den Himmel kommt als nur durch sie, die die Pforte des Himmels ist. Ich glaube, daß die Verehrung Mariens ein ganz sicheres Zeichen des ewigen Heiles ist.“ (Hl. Gabriel Possenti)

    7. „Man bittet Gott um viele Dinge und erhält sie nicht. Man bittet Maria um viel und man erhält es. Warum ist das so? Nicht weil Maria mächtiger ist als Gott, sondern weil Gott dadurch seine Mutter ehren will.“ (Hl. Alfons Maria von Liguori)

    8. „Der Grund, warum Christus heutzutage so wenig bekannt ist, liegt darin, dass man seine Mutter nicht kennt“ (Sel. John-Henry Newman)

    9. „Ich mache mir große Sorgen um das Heil derer, die keine besondere Verehrung für Maria pflegen“ (Hl. Franz Borgia)

    10. „O Maria, zu Dir bete ich am Morgen und am Abend, um Gott zu ehren und zur ewigen Seligkeit zu gelangen“ (Hl. Papst Johannes XXIII.)

    11. „Es ist unmöglich dass einer, der Maria ehrt, auch wenn er voller Sünde sein mag, sich nicht doch noch bekehrt und gerettet wird“ (Hl. Hilarius von Portiers)

    12. „Gott schenkt denen, die er retten will, eine besondere Andacht zu Maria“ (Hl. Bonaventura).

    13. „Alle Gaben, alle Gnaden, alle himmlischen Wirkungen kommen von Christus dem Haupt und gelangen zum Körper der Kirche durch Maria wie durch den Hals. Maria, die jungfräuliche Mutter, ist dem Haupt am allernächsten. Ihre Aufgabe ist es, den Körper mit dem Haupt zu verbinden. Ein Glied, das den lebensspenden Einfluß des Hauptes erfahren will, sich aber weigert diesen durch den Hals zu empfangen, würde vollkommen vertrocknen und sterben.“ (Hl. Robert Bellarmin)

    14. „Der gute Gott hätte eine schönere Welt als diese erschaffen können, aber er konnte kein vollkommeneres Geschöpf ins Dasein rufen als Maria“ (Hl. Jean Marie Vianney, Pfarrer von Ars).

    15. „Nach Jesus möchte ich der Mensch sein, der Maria am meisten geliebt hat.“ (Hl. Teresa von Avila)

    16. „Ich sehne mich danach zu sterben, um bei Maria zu leben. Betet für mich, dass ich sterbe, denn ich will gehen, um Maria zu sehen.“ (Hl. Leonardo da Porto Maurizio)

    17. „Ich wünschte, ich könnte sie so lieben, wie sie es verdient. Aber selbst allen Heiligen und Engeln des Himmels zusammen ist es unmöglich, die Mutter Gottes in angemessener Weise zu lieben und zu loben.“ (Hl. Pater Pio)

    18. „Maria ist meine Mutter, meine Beschützerin, meine Lehrerin,sie ist nach Jesus mein Ein und Alles.“ (Hl. Antonius Maria Claret)

    https://www.thecathwalk.de/2017/07/13/wa...erehrung-sagen/

  • Thema von Hemma im Forum Predigten

    Aus einer Predigt von Kardinal Kurt Koch

    Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Wurzel aller Freude ein tiefes Einverständnis des Menschen mit sich selbst ist.
    Wirklich freuen kann sich nur, wer sich selbst so annehmen kann, wie er ist; und nur wer sich selbst annehmen kann, kann auch die anderen Menschen und die Welt annehmen. Damit stellt sich freilich die weitere Frage, wie wir Menschen denn dazu kommen, uns selbst anzunehmen und unserem Leben zuzustimmen.
    Ebenfalls aus eigener Erfahrung wissen wir, dass wir dies allein überhaupt nicht können. Wir sind vielmehr nur in der Lage, uns selbst anzunehmen, wenn wir zuerst von einem Anderen angenommen werden, der uns zuspricht: „Es ist gut, dass du lebst. – Es ist schön, dass es dich gibt!”

    So zu mir zu sprechen, dass es wirklich wahr ist und mich mit Freude erfüllt, kann freilich nur Gott, der Schöpfer meines Lebens. Damit leuchtet die wirklich frohe Botschaft des christlichen Evangeliums auf:
    Gott findet uns Menschen so wichtig, dass er selbst für uns Mensch geworden ist und gelitten hat.

    „Gut, dass es dich gibt”: Diese Zusage hat Gott mit letztem Ernst am Kreuz seines Sohnes zu uns gesprochen. Der gekreuzigte Christus ist die konkrete Zusage Gottes, die für jeden Menschen gewiss macht, dass er für Gott so sehr ein Ernstfall ist, dass er dessen eigenes Todesschicksal auf sich nimmt.

    Das Kreuz Jesu ist die göttliche Gutheißung meines Lebens, die nicht einfach mit verbalen Liebeserklärungen geschieht, sondern mit einem Akt von solcher Radikalität, dass Gott das Leben seines eigenen Sohnes für uns Menschen investiert hat. Gerade als Kreuzesbotschaft ist der christliche Glaube wirklich Evangelium, ja die einzig frohe Botschaft, die tragfähige Freude zu schenken vermag: Wer bis in den Tod hinein geliebt ist, der darf sich wirklich geliebt wissen und darüber froh werden.

    http://www.der-fels.de/2011/12_2011.pdf

  • Die Scheinheiligkeit des WestensDatum04.11.2018 13:40
    Thema von Hemma im Forum Diskussionsplattform p...

    Unter diesem Titel erschien heute in der österr. Kronenzeitung ein Artikel von Dr. Tassilo Wallentin



    Plötzlich empört sich die westliche Welt über Saudi-Arabien wegen der Ermordung des Journalisten Khashoggi. Die Scheinheiligkeit ist nicht zu überbieten: Saudi-Arabien und sein religiös-industrieller Sektor gelten als Wiege des Radikal-Islamismus. Das Land tritt Menschenrechte mit Füßen. Aber wegen lukrativer Waffen- und Ölgeschäfte schaut der Westen weg.

    Der Abschlussbericht über die Terroranschläge vom 11.September steht bis heute unter Verschluss. Denn er soll schwerste Vorwürfe gegen den wichtigsten Verbündeten des Westens im Nahen Osten enthalten: Saudi-Arabien. 15 von 19 Attentätern waren saudische Staatsbürger. Saudi-Arabien soll den „islamistischen Terror auf US-Boden finanziert und systematisch unterstützt haben“. Das sagte Bob Graham – ehemaliger US-Senator und Leiter des Geheimdienstausschusses. Um die Rolle der USA im Nahen Osten sowie Öl- und Waffenexporte nicht zu gefährden, soll bereits die Bush-Regierung hierüber Stillschweigen angeordnet haben.

    Saudi-Arabien und sein religiös-industrieller Sektor sind die geistige Wiege des radikalen Islamismus, mit dem auch Europa zu kämpfen hat. Der Salafismus wird von dort aus mit enormen finanziellen Mitteln weltweit verbreitet. Saudi-Arabien finanziert Moscheen, Zeitungen, Fernsehstationen, Sender und Vereine, die Radikal-Islamismus propagieren. Die „New York Times“ titelte schon vor drei Jahren spöttisch: „Saudi-Arabien, ein IS-Staat, der es geschafft hat“.

    Die ultra-reaktionäre Öl-Monarchie war nie zimperlich. 2003 ließ man ein abtrünniges Mitglied der Königsfamilie betäuben und per Flugzeug aus der Schweiz entführen. 2017 soll es sogar zur Entführung des libanesischen Premierministers gekommen sein. Die jetzige Ermordung des Journalisten Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul wäre niemandem aufgefallen, wenn türkische Behörden den Skandal nicht an die Öffentlichkeit gebracht hätten. Saudi-Arabien sitzt weiter im UN-Menschenrechtsrat – trotz verheerender Menschenrechtslage. Die renommierte „Neue Zürcher Zeitung“ listete Beispiele auf:

    Ein 17-Jähriger wurde in Einzelhaft gesperrt, gefoltert und zum Tode verurteilt, weil er gegen das Königshaus demonstriert hat.
    Ein Damenschneider wurde von der saudischen Polizei zu Tode geprügelt, weil er Frauenkleider getragen hat.
    Ein Blogger wurde zu 10 Jahren Haft, 1.000 Peitschenhieben und 194.000 Euro Strafe verurteilt, weil er im Internet Religionsfreiheit gefordert hat. Er sitzt mit 30 Häftlingen in einer Zelle, die nur 20 m2 groß ist.
    Ein Journalist erhielt sieben Jahre Haft, weil er für Frauenrechte geworben hat.
    „Möge Gott ihre Herzen zusammenbringen – für das Wohl der Menschen“, twitterte ein Imam, um für Frieden mit Katar zu werben. Er sitzt seit einem Jahr in Haft. Der Staatsanwalt fordert die Todesstrafe.

    Die USA haben Ölreserven und Militärstützpunkte in Saudi-Arabien. Erst im April haben sie den Saudis Artillerie-Systeme für 1,31 Milliarden Dollar verkauft.
    Briten, Franzosen, Deutsche, Italiener und Spanier sind nach den USA die größten Waffenlieferanten.
    Der Westen heuchelt wegen Khashoggi, wird aber die Sonderstellung Saudi-Arabiens nicht in Frage stellen.

    Wie sagte Nahost-Experte Peter Scholl-Latour: „Mit den Waffenlieferungen schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Die ganzen Hassprediger, die wir haben, kommen aus Saudi-Arabien, die sind dort ausgebildet worden und das ist die fünft Kolonne, die wir bei uns haben.“

  • Berufung zum GebetDatum17.10.2018 10:49
    Thema von Hemma im Forum Predigten

    Predigt von Hw. Prof. Josef Spindelböck am Fest der Hl. Theresia von Avila,
    bei der Hl. Messe im Karmel Mayerling


    Liebe ehrwürdige Schwestern des Karmel Mayerling, liebe Gläubige!

    Der hauptsächliche Inhalt Ihrer geistlichen Berufung im Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen ist gemäß der Intention der hl. Theresa von Avila das Gebet!

    Mit einfachen Worten hat sie diesen lebendigen Austausch der Seele mit ihrem geistlichen Bräutigam, also mit Gott dem Herrn, so beschrieben:

    Das innere Gebet sei „nichts anderes als das Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“

    Das sind einfache und doch tiefe, ja wunderbare Worte! Gott begegnet uns in seinem Sohn Jesus Christus nach menschlicher Art und Weise. Gott liebt uns und ist für uns erreichbar auf unserer menschlichen Ebene. Es handelt sich um einen Dialog der Liebe, den wir mit Jesus Christus, unserem Erlöser, führen dürfen. Das Herz spricht zum Herzen; es ist eine Beziehung der Liebe, die wir im Gebet pflegen.

    Bestimmt sind Ihnen, liebe ehrw. Schwestern, die Einwände gegen das Gebet bekannt, wie sie manchmal vorgebracht werden. Wenn ein Ungläubiger zu uns sagt, er sehe keinen Sinn im Beten, dann können wir diesen Menschen gemäß seinen Voraussetzungen verstehen. Denn wenn es Gott nicht gibt, wie er meint, dann hat es natürlich auch keinen Sinn, mit ihm zu reden!

    Aber auch glaubende Menschen haben mitunter Schwierigkeiten, den Sinn des Gebetes zu erfassen. Vielleicht sagen sie, Gott weiß ohnehin alles, und so bräuchten wir ihm nicht zu sagen, was wir empfinden, was wir denken und von ihm erbitten. Andere meinen vielleicht, im Christentum komme es vor allem auf die gelebte Mitmenschlichkeit an, also auf die Verwirklichung der Nächstenliebe. Denn Gott sehen wir nicht, während der Nächste für uns sichtbar ist. Alles Gute, das wir dem Mitmenschen erweisen, erweisen wir Christus.

    In beiden Auffassungen liegt etwas Wahres: Denn Gott weiß tatsächlich, was uns im Innersten bewegt. Niemand kennt uns so gut wie Gott! Er kennt uns besser, als wir uns selber kennen. Und tatsächlich begegnen wir im Mitmenschen Christus, dem Herrn. Gemäß der Liebe, die wir den Notleidenden erweisen oder nicht erweisen, werden wir einmal gerichtet werden, sagt Jesus im Evangelium (Mt 25).

    Haben dann jene Recht, welche meinen, das Gebet sei überflüssig? Hat vielleicht Kaiser Joseph II. recht getan, als er die kontemplativen Klöster aufgehoben hat, weil er gemeint hat, sie seien unproduktiv und würden für die Kirche und den Staat eher eine Belastung als einen Nutzen darstellen? Keineswegs!

    Der Sinn des Betens liegt – wie die heilige Theresa sagt – vor allem in einem Austausch der Liebe. Wenn liebende Menschen die gegenseitige Nähe suchen, wenn sie füreinander da sind, wenn sie sich tief in die Augen blicken, miteinander reden und auch miteinander schweigen: wer wird hier fragen, wozu dies alles gut sei und was denn der volkswirtschaftliche Nutzen dieses Zusammenseins und dieser Unterredungen sei? Wer begriffen hat, was Liebe ist, kann nicht so fragen! So zu fragen, bedeutet in Wahrheit, ein Tor zu sein, der nicht begriffen hat, was Liebe bedeutet. Die Liebe genügt sich selbst, sie braucht keine weitere Rechtfertigung. In der Liebe ist ihr Sinn mit enthalten. Dies gilt in vorzüglicher Weise von der Liebe zu Gott.

    Wenn nun aber Gott selbst Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,8.16) und wenn er sich uns in Liebe mitteilt in seinem Sohn Jesus Christus – darf er dann nicht auf eine Antwort der Liebe warten, die wir ihm zu geben vermögen?
    Gott ist unendlich vollkommen, doch in seiner Menschwerdung hat er sich auf unsere Ebene begeben. Unser Herr Jesus Christus hat als Mensch auch unsere Armut angenommen, in der wir aufeinander angewiesen sind. Welchen Dienst der Liebe hat unserem Heiland doch seine heiligste Mutter Maria erwiesen; wie sehr hat doch der heilige Josef in väterlicher Weise für das Kind Jesus gesorgt! Und wie dankbar war der Herr für alle menschlichen Wohltaten, die er von anderen empfangen hat. Nicht zuletzt waren es glaubende Frauen, die ihn begleitet haben und ihn und seine Jünger auf praktische Weise unterstützt haben. Und alle guten Worte im Zusammensein mit den Jüngern und vonseiten aller, die ihm nachfolgten und die ihm begegneten: sie müssen Jesus als Mensch auch wohlgetan haben, auch wenn er seiner Gottheit nach vollkommen ist und keiner geschöpflichen Wohltat bedarf.

    Die Liebe Gottes, die uns im menschgewordenen Erlöser erschienen ist, lädt uns also ein zum Gebet!
    Das Gebet ist notwendig für uns, damit unsere Seele atmen kann, damit wir nicht geistlich verdorren. Ohne Gebet ist es unmöglich, das Heil zu erlangen!
    Im Gebet anerkennen wir, dass Gott der Herr ist, der uns seine Wohltaten spendet.
    Wir loben ihn und preisen ihn; wir danken ihm für alles. Ja, wir bitten ihn auch um sein Erbarmen angesichts all unserer Sünden, die wir von Herzen bereuen. Wir dürfen Gott schließlich um alles bitten, was seine Ehre und die Verherrlichung seines Namens betrifft sowie auch die Ausbreitung des Reiches Gottes. Wir bitten ihn um das eigene Heil und das Heil unserer Mitmenschen; wir dürfen ihn auch um das tägliche Brot bitten, wie Jesus selbst es uns im Vaterunser gelehrt hat. Gott weiß, was wir brauchen, aber er lässt es sich auch von uns erneut sagen, und wenn wir dies tun, dann stehen wir in der rechten Ordnung zu ihm. Wenn wir ihn von Herzen bitten und dies voll Sehnsucht tun, dann weitet sich unser Herz, und wir werden in reichlichem Maße empfangen!

    Der besondere Beitrag des Gebets, den Sie, liebe Schwestern des Karmel leisten, ist der Ausdruck einer besonderen Gnade der Berufung, die Sie von Gott empfangen haben. Sie antworten in Liebe auf diese Erwählung, und sie tun dies mit einem offenen Herzen, das die Nöte der Mitmenschen mit hereinnimmt in das Gebet und sie so zu den eigenen macht. Wie tröstlich ist es doch zu wissen, dass niemand vergessen ist! Gott selbst hat es so wunderbar eingerichtet, dass wir mitwirken dürfen bei der Austeilung der von Christus, dem Erlöser, verdienten Gnade. Wir können uns nicht selbst erlösen; wir brauchen einen Erlöser. Aber unter dieser Voraussetzung dürfen wir die Gaben und Gnaden, die wir selber empfangen haben, auch weitergeben an jene, die all dessen in besonderer Weise bedürfen.

    Das im Verborgenen vollzogene Gebet der Schwestern des Karmel ist ein Segen für die ganze Welt! Stellvertretend für viele lobpreisen Sie den Herrn und sagen ihm Dank. Die Anliegen und Nöte der Kirche sowie der ganzen Welt sind die Ihren, weil sie diese in liebevoller Verbundenheit mit den Menschen vor Gott hin tragen. Gott erhört dieses Gebet, weil es aus einem demütigen und liebenden Herzen kommt!

    Die Kirche braucht geistliche Zentren des Gebets; von dort her kommt auch allen übrigen Aufgaben und Diensten in Kirche und Welt Kraft und Segen zu. Die „kleine“ hl. Theresia von Lisieux hat aufs beste erfasst und begriffen, was die „große“ hl. Theresa von Avila gelehrt hat: dass es nämlich darauf ankommt, im Herzen der Kirche liebend vor Gott hinzutreten, um gerade so jene im Gebet zu unterstützen, die in Wort und Tat das Evangelium anderen Menschen verkünden.

    So preisen wir Gott den Herrn und wollen auch weiterhin die Nähe Gottes im Gebet und in der Betrachtung des Wortes Gottes sowie in der Feier der heiligen Eucharistie suchen: denn hier begegnet uns der Herr so, wie ein guter Freund zu uns spricht!
    Amen.

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