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#1

Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 20.04.2013 23:00
von blasius (gelöscht)
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Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen
Unterzeichnung der dogmatischen Präambel laut Kurienerzbischof Müller unabdingbar.
Erstellt von Radio Vatikan am 25. März 2013 um 15:16 Uhr



Hl. Messe bei der Piusbruderschaft

Vatikan (kathnews/RV). Der Vatikan erwartet nach Worten von Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller von der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. eine vorbehaltlose Anerkennung der kirchlichen Lehre. Jeder Papst müsse darauf bestehen, dass dazu alle Konzilien einschließlich dem Zweiten Vatikanischen Konzil gehörten, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Wer das nicht anerkennt, ist kein Katholik“, so Müller. Wenn die Piusbruderschaft in die Einheit mit der Kirche zurückkehren wolle, sei die Unterzeichnung der von der Glaubenskongregation verfassten dogmatischen Präambel eine Vorbedingung.

Foto: Hl. Messe bei der Piusbruderschaft – Bildquelle: fsspx.info


Liebe Mitleserinnen und Leser,

beide "Parteien" sollten sich um die Wahrheit bemühen, es gibt nur eine Wahrheit- eine göttliche und keine weltliche.

Einheitlichen Gruß, blasius

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#2

RE: Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 21.04.2013 00:37
von Aquila • 4.268 Beiträge

Lieber blasius

Als Anregung zur Diskussion ein Auszug aus einem Schreiben der Glaubenskongregation im Jahre 1966 (!) also kurz nach Ende des Vaticanum II.
In diesem Schreiben werden die schon damals (!) erkannten Missbräuche in der Interpretation der Dekrete verurteilt mit der Hoffnung auf Besserung...
vergebens wie wir heute vielerorts sehen !

-

HEILIGE KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

Rundschreiben an die Präsidenten der Bischofskonferenzen
zu einigen Erklärungen und Irrtümern bezüglich
der Interpretation der Beschlüsse des
Zweiten Vatikanischen Konzils

-
"[....]Dennoch muss man bedauerlicherweise zugeben, dass von verschiedenen Seiten alarmierende Nachrichten über Missbräuche eingegangen sind, die sich auf Interpretationen der Konzilslehre berufen, so wie auch über merkwürdige und gewagte Meinungen, die die Seelen vieler Gläubiger in nicht geringer Weise verwirrten. Studien und Bemühungen mit dem Ziel, die Wahrheit tiefer zu erfassen und ehrlich zu unterscheiden zwischen dem, was Gegenstand des Glaubens, und dem, was diskutierbar ist, sind lobenswert. Aus den von dieser Heiligen Kongregation untersuchten Dokumenten gehen aber nicht wenige Behauptungen hervor, die weit über die Grenzen von Hypothesen oder einfachen Meinungen hinausgehen und in einem gewissen Maße das Dogma selbst und die Grundlagen des Glaubens zu berühren scheinen.
Beispielhaft soll auf einige dieser Meinungen und Irrtümer hingewiesen werden, die uns aus den Berichten kompetenter Personen und veröffentlichen Schriften bekannt sind

1) An erster Stelle ist im Bezug auf die Heilige Offenbarung festzustellen, dass manche, die sich auf die Heilige Schrift berufen, absichtlich die Tradition beiseitelassen, dann aber das Ausmaß und die Kraft der Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel eingrenzen und zudem kein rechtes Verständnis vom Wert der historischen Texte haben.

2) Bezüglich der Glaubenslehre wird behauptet, die dogmatischen Formeln seien derart der historischen Entwicklung unterworfen, dass auch ihre objektive Bedeutung der Veränderung unterliegt.

3) Das ordentliche Lehramt der Kirche, besonders des römischen Papstes, wird manchmal grob vernachlässigt und geschmälert, ja fast schon in den Bereich der freien Meinungen verbannt.

4) Manche erkennen eine absolute, feststehende und unveränderliche objektive Wahrheit nicht an und unterwerfen stattdessen alles einem gewissen Relativismus, unter dem Vorwand, dass jede Wahrheit notgedrungen dem Entwicklungsrhythmus des Bewusstseins und der Geschichte folgt.

5) Sogar die anbetungswürdige Person Unseres Herrn Jesus Christus wird in Frage gestellt: Bei der Ausarbeitung der christologischen Lehre über Natur und Person werden Begriffe verwendet, die nur schwer mit den dogmatischen Definitionen vereinbar sind. Es geht ein gewisser christologischer Humanismus um, der Christus auf die Befindlichkeit eines bloßen Menschen verkürzt, der erst nach und nach das Bewusstsein seiner Gottessohnschaft erlangt hat. Dass er von einer Jungfrau empfangen wurde, Wunder gewirkt hat und von den Toten auferstanden ist, wird nur dem Wort nach zugegeben, in Wahrheit aber auf die rein natürliche Ordnung verkürzt.

6) In ähnlicher Weise ignoriert man auch einige Elemente der Sakramententheologie oder misst ihnen, besonders was die Eucharistie angeht, nicht die gebotene Bedeutung bei. Manche sprechen mit einem übertriebenen Symbolismus von der Realpräsenz Christi unter den Gestalten von Brot und Wein – als ob Brot und Wein nicht kraft der Transsubstantiation in Leib und Blut Unseres Herrn Jesus Christus verwandelt, sondern ihnen einfach nur eine andere Bedeutung zugeschrieben werden würde. Andere wieder betonen bezüglich der Messe allzu sehr den Begriffs des Mahles ("agape") "und vernachlässigen dabei den des Opfers.

7) Manche möchten das Bußsakrament als Mittel der Versöhnung mit der Kirche erklären und versäumen es, dem Konzept der Versöhnung mit Gott, der beleidigt wurde, ausreichend Rechnung zu tragen. Sie behaupten sogar, dass das persönliche Sündenbekenntnis bei der Feier dieses Sakraments gar nicht notwendig sei und stellen einzig die soziale Funktion der Versöhnung mit der Kirche heraus.

8) Es fehlt auch nicht an solchen, die der Lehre des Konzils von Trient über die Erbsünde nicht gebührend Rechnung tragen wollen oder sie auf eine Art und Weise erklären, in der die Ursünde des Adam und die Weitergabe seiner Sünde zumindest verdunkelt bleiben.

9) Auch im Bereich der Moraltheologie sind viele Irrtümer im Umlauf. Nicht wenige wagen es nämlich, das objektive Kriterium der Moralität abzulehnen; andere wieder erkennen das Naturrecht nicht an und behaupten stattdessen die Legitimität der sogenannten "Situationsethik". Auch was die Moralität und Verantwortung im Bereich der Sexualität und der Ehe angeht, finden verderbliche Meinungen immer mehr Verbreitung.

10) Dem bisher Gesagten müssen noch einige Worte über den Ökumenismus hinzugefügt werden: Der Apostolische Stuhl begrüßt, dass einige Initiativen ergreifen, die ganz im Geist des Konzilsdekrets über den Ökumenismus, die Liebe zu den getrennten Brüdern fördern und diese wieder der Einheit der Kirche zuführen wollen. Zu beklagen ist aber, dass manche das Konzilsdekret eigenmächtig auslegen und eine Art von Ökumene vorantreiben wollen, welche die Wahrheit über die Einheit des Glaubens und der Kirche beleidigt und einen gefährlichen Irenismus und eine Gleichgültigkeit begünstigt, die dem Geist des Konzils vollkommen fremd sind.


Diese gefährlichen, verschiedenerorts anzutreffenden Irrtümer wurden in diesem Brief an die Ortsordinarien zusammengefasst, damit sich ein jeder von ihnen, gemäß seiner Aufgabe und seines Amtes, darum bemühe, sie auszumerzen oder ihnen vorzubeugen.
Dieses Heilige Dikasterium bittet die Ordinarien, die sich in den Bischofskonferenzen versammeln, dringlich, sich mit diesem Thema zu befassen und dem Heiligen Stuhl noch vor Weihnachten dieses Jahres diesbezüglich in gebotener Weise Bericht zu erstattenr

Die Ordinarien und all jene, denen sie dieses Schreiben aus gerechtem Grund zeigen, werden angehalten, es unter strenger Geheimhaltung zu halten, da eine Veröffentlichung aus offensichtlichen Gründen der Vorsicht nicht ratsam ist.
"Rom, 24. Juli 1966."
A. Card. Ottaviani
-

http://www.doctrinafidei.va/documents/rc...pistula_ge.html


zuletzt bearbeitet 21.04.2013 01:25 | nach oben springen

#3

RE: Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 21.04.2013 17:06
von blasius (gelöscht)
avatar

Lieber Aqila,

der Auszug ist fast 50Jahre alt, in der Zwischenzeit hat sich vieles geändert und verändert.

Leider hat sich bezüglich
der Interpretation der Beschlüsse des
Zweiten Vatikanischen Konzils, nichts verbessert,
eher verschlechtert.

Kommt daher der Ausdruck, "streitende Kirche" und Konziels Kirche?


Friedliche Grüße, blasius

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#4

RE: Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 23.04.2013 11:42
von Aquila • 4.268 Beiträge

Lieber blasius

Die Bezeichnung
"streitende Kirche"
steht
nicht
für die innerkirchlichen "Grabenkämpfe"

sondern

für die Gemeinschaft der Gläubigen der Heiligen Mutter Kirche auf Erden als sich zur Wahrheit Jesus Christus bekennendes pilgerndes Volk Gottes mit dem Bemühen....
im Streben nach Vollendung
- kraft der von unserem Herrn und Gott Jesus Christus durch Sein hochheiliges Leiden und Sterben und durch Seine glorreiche Auferstehung erworbenen Gnadenfülle der hl. Sakramente -
gegen die Folgen der Erbsünde zu kämpfen....

Folgen der Erbsünde

und so im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu wachsen und zu reifen.

Stufen zur Vollkommenheit




Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 23.04.2013 11:57 | nach oben springen

#5

RE: Piusbrüder sollen Konzil vorbehaltlos anerkennen

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 23.04.2013 22:49
von Aquila • 4.268 Beiträge

Welch eine traurige Inszenierung findet zur Zeit rund um die Pius-Bruderschaft statt.
Die schleichende Selbstauflösung scheint Schritt für Schritt voranzuschreiten.
Hauptbeteiligter daran ist Bischof Williamson, der kürzlich von sich gegeben hat,
dass ihn die Verbreitung seiner Holocaustleugnung nicht gekümmert hätte, zumal er damit im Grunde lediglich die Einigungsbemühungen mit dem Vatican habe torpedieren wollen !?
Welch eine erschreckende Offenbarung !

Bischof Williamson geht weiter auf Zerstörungskurs....
Der Distriktobere Pater Schmidberger spricht gar von
" Eigensinn, Rechthaberei, Besserwisserei, Kritiksucht, falsche Dialektik, Spott und Häme“, 


Welch ein trauriges Bild bietet derzeit die Piusbruderschaft.
Auszug aus einem Bericht bei katholisch.info:

-
Der wegen Ungehorsam aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgeschlossene Weihbischof Williamson will in den nächsten Tagen Deutschland besuchen.
Er will Priester und Laien der Piusbruderschaft treffen, um deren Spaltung voranzutreiben.
Geplant scheint unter anderem die Weihe einer Kapelle in einem kleinen Kloster in Häusern.
Ähnlich wie bei den Karmelschwestern von Brilon hatte der eingesetzte Hausspiritual die Trennung von der Priesterbruderschaft St. Pius X. eingeleitet, dies aber bereits vor Jahren, weil die Priesterbruderschaft St. Pius X. den Sedisvakantismus ablehne.
Bischof Williamson wird auch die Schwestern in Brilon Wald besuchen, die sich vor kurzem von der Priesterbruderschaft St. Pius X. trennten.
Eine andere Station wird voraussichtlich Wigratzbad sein. Dort hat vor kurzem ein Priester im 25. Jahr seiner Weihe eine
sedisvakantistische Gemeinde, ca. 50 Personen, übernommen.
Zuvor betreute er für die Priesterbruderschaft St. Pius X. Gläubige in Überlingen.
In Konstanz gründete er den Verein Sankt Thomas von Aquine. V., um auch dort Fuß zu fassen.
Er ist seit Jahren mit dem Spiritual des Klosters in Häusern in engem Kontakt und predigt dort den Schwestern regelmäßig die Exerzitien. Er verließ schon einmal die Bruderschaft, kehrte aber noch einmal zu ihr zurück.
Seit einiger Zeit betet er in der Heiligen Messe nicht mehr für den Papst, was von den Oberen und seinen Mitbrüdern sehr kritisch gesehen wurde.
[....]
Bischof Williamson erweitert bereits seit Wochen in seinen regelmäßig erscheinenden Eleison-Kommentare
seine Position Richtung Sedivakantismus und beginnt sich von Erzbischof Lefebvre abzugrenzen.
Vermutlich versucht er die von ihm gegründete St. Marcel Initiativezum weltweiten Zentrum des Sedisvakantismus der Zukunft auszubauen.


-

Eine Nachbemerkung....

In Wigratzbad ist auch die Petrus-Bruderschaft beheimatet....
und dies frei jeglicher Intrigen und Querelen.

http://petrusbruderschaft.eu/


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 23.04.2013 23:00 | nach oben springen


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