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#6

RE: Der Gottmensch - Maria Valtorta

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 09.01.2014 10:32
von Sel • 340 Beiträge

Lieber Aquila,

jetzt wo du und wie du es schreibst, klingt es einleuchtend.

Aber leider auch sehr hart für solche wie mich, die diese Schriften sich seit Jahren als Begleitlektüre nutzen. (Ich muss zugeben, habe darin viel öfter gelesen, wie in der Bibel.. Vielleicht eine Taktik, die dahinter steckt, dass man die Bibel nicht mehr so interessant findet oder diese vernachlässigt..? Bei mir hat das aufjedenfall geklappt )

Hm, mir fehlen gerade echt die Worte. Es ist hart, sich so sehr getäuscht zu haben und irgendwie will ich das noch nicht so ganz hinnehmen.


zuletzt bearbeitet 09.01.2014 13:47 | nach oben springen

#7

RE: Der Gottmensch - Maria Valtorta

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 09.01.2014 14:32
von Aquila • 5.590 Beiträge

Lieber Sel

Dass Dir diese Hinweise so Einiges an Kopzerbrechen bereiten, liegt auf der Hand.
Du hast es denn auch bereits angedeutet,
dass oftmals derartige ang. "Botschaften"
nicht nur der Heiligen Schrift vorgezogen werden sondern auch der hl. Tradition.

Ja, es kann gar zu einer gewissen "Blindheit" in dem Sinne führen,
dass das ganze Leben alleine nach diesen ang. "Botschaften" ausgerichtet wird,
denn wie von mir daegelegt ist diesen
eine absolutistische "Glaubensaufforderung" gemeinsam...
"Glaubensaufforderung" an die jeweiligen - teils immer abstruseren - ang. "Botschaften",
oft auch verbunden mit dem Einreden eines schlechten Gewissens
bei aufkommenden Gedanken bez. deren Ablehnung.

Also eine Art "Privatglaubenslehre",
losgekoppelt von der unfehlbaren Lehre der Kirche.
Dies läuft oft einher mit der hartnäckigen Weigerung
ablehnende Urteile der Kirche zu akzeptieren.

Auch wenn kirchlich nicht anerkannte ang. "Botschaften"
weite Verbreitung finden und somit Verwirrung und Unruhe stiften,
vermag dennoch unser Herr und Gott Jesus Christus jenen beizustehen,
die unschuldigerweise und in ehrlicher Absicht derartigen Schein-"Botschaften" erlegen sind...
will heissen,
Er vermag auch auf krummen Linien gerade zu schreiben
- auf Schlechtem Gutes wachsen zu lassen -
und jenen, die aufrichtig gewillt sind,
im Streben nach Vollendung voranzuschreiten,gnadenreich beizustehen.
Er sieht in die verborgendsten Winkel der Herzen / Seelen und lässt denn auch die Seinen nicht in die Irre gehen.



Freundliche Grüsse und Gottes Segen

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#8

RE: Der Gottmensch - Maria Valtorta

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 10.01.2014 09:15
von Sel • 340 Beiträge

Lieber Aquila,

danke für deine Auslegungen. Ohne das Thema jetzt weiter unnötig vertiefen zu wollen, frage ich mich, wie eine solche junge Frau, soviele Seiten sich "ausdenken" kann? Meine Frage ist berechtigt, weil ich das Werk bereits komplett durchgelesen habe. Natürlich kann Sie von hie und dort Hilfe bekommen haben. Aber wer soll ihr da, mitten im 2. Weltkrieg geholfen haben und warum? Woher hat sie dann Ihre "Visionen" entnommen? Woher diese Detailgetreuen Schilderungen, Dialoge, diese tiefen theologischen Ansätze.. Etc.. ?????

Es ist heute sicherlich extrem schwer, da eine Analyse zu starten, zumal die Kirche da offiziel nichts anerkennt bzw. sogar ablehnt... Nun ja, ich komme hier irgendwie nicht weiter.

Für mich sind hier einfach viel zu viele Fragen offen. Ich glaube eine richtige Antwort werde ich nicht bekommen..

Mein Beichtvater hat das Werk nicht gelesen, aber er hat davon nur "gutes" gehört, und hat mir daher auch nicht abgeraten, dies zu lesen. Er fragte vielmehr nach den Gründen, warum das Werk abgelehnt worden ist. Ich werde ihm dann bei nächster Gelegenheit mal deine geschilderten Punkte aufzeigen Aquila.


zuletzt bearbeitet 10.01.2014 09:20 | nach oben springen

#9

RE: Der Gottmensch - Maria Valtorta

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 11.01.2014 00:32
von Hemma • 569 Beiträge

Aus dem Osservatore Romano von Mittwoch, dem 6. Januar 1960

Ein "Leben Jesu" als schlechter Roman

In einem anderen Teil unserer Zeitung wird das Dekret des Hl. Offiziums mitgeteilt, mit dem ein vierbändiges Werk auf den Index gesetzt wird, von einem anonymen Autor (zumindest in diesem Druck) veröffentlicht in Isola del Liri. Obwohl sie sich ausschließlich mit religiösen Themen beschäftigen, haben die erwähnten Bände keinerlei "Imprimatur", wie das Can. 1385, 1 n. 2 CIC verlangt. Der Herausgeber schreibt in einem kurzen Vorwort, der Autor "hat uns, ähnlich wie Dante, ein Werk geschenkt, in dem, umrahmt von großartigen Beschreibungen von Zeiten und Orten, sich unzählbare Personen präsentieren, die aneinander und an uns ihr sanftes oder starkes oder mahnendes Wort richten. Es ist daraus ein demütiges und imposantes Werk entstanden: eine literarische Huldigung eines leidenden Kranken an den großen Tröster Jesus." Einem aufmerksamen Leser erscheinen dagegen diese Bände nichts anderes zu sein als ein langer, weitschweifiger Leben-Jesu-Roman. Abgesehen von der Eitelkeit, diesen an die Seite Dantes zu stellen und obwohl berühmte Persönlichkeiten (deren unbezweifelte Gutgläubigkeit überrumpelt worden ist) die Veröffentlichung unterstützt haben, hat es das Hl. Offizium für notwendig gehalten, ihn auf den Index der verbotenen Bücher zu setzen. Die Gründe sind leicht einzusehen von dem, der die kartäusische Geduld hat, die fast 4000 dicht bedruckten Seiten zu lesen.
Vor allem wird der Leser erschlagen von der Länge der Reden, die Jesus und der Heiligsten Jungfrau zugeschrieben werden, von den endlosen Dialogen zwischen den vielen Personen, die die Seiten bevölkern. Die vier Evangelien präsentieren uns Jesus demütig und zurückhaltend; seine Reden sind mager und einschneidend, aber von maximaler Eindringlichkeit. In dieser Sorte Romangeschichte dagegen ist Jesus äußerst gesprächig, fast reklamehaft, immer bereit, sich als Messias und Sohn Gottes zu proklamieren und Theologievorlesungen zu halten mit den gleichen Fachausdrücken, die ein Professor unserer Tage verwenden würde. Im Bericht der Evangelien bewundern wir die Demut und Stille der Mutter Jesu; dagegen hat die Heiligste Jungfrau für den Autor (oder die Autorin) dieses Werkes die Redegabe eines modernen Propagandisten, ist immer überall anwesend, ist immer bereit, Vorlesungen über marianische Theologie (Mariologie?) zu halten, vollständig auf dem Laufenden bis zu den neuesten Studien der aktuellen Spezialisten des Faches.
Die Erzählung entwickelt sich langsam, fast schwatzhaft; wir finden neue Taten, neue Gleichnisse, neue Personen und viele, viele Frauen im Gefolge Jesu. Einige Seiten sind eher heikel und erinnern an gewisse Bechreibungen und Szenen aus modernen Romanen, wie, um nur ein Beispiel zu bringen, das Bekenntnis (die Beichte?) vor Maria, das eine gewisse Aglae ablegt, eine Frau mit bösen Gewohnheiten (Bd. I, S. 790 ff), der wenig erbauliche Bericht auf S. 887 ff. des ersten Bandes, ein sicher nicht züchtiges Ballett, das vor Pilatus im Prätorium aufgeführt wirt (Bd. IV, S. 75), usw.
An diesem Punkt kommt spontan ein bestimmter Gedanke: das Werk könnte aufgrund seiner Natur und übereinstimmend mit den Absichten des Autors und des Herausgebers leicht in die Hände von Ordensschwestern und der Schülerinnen ihrer Institute kommen. In diesem Fall könnte die Lektüre von Stellen der Art wie der zitierten nur schwer als ungefährlich oder geistlich unschädlich gesehen werden.
Die Spezialisten der biblischen Studien werden sicherlich viele historische, geographische und sonstige Schnitzer finden. Wenn es sich um einen Roman handelt, erhöhen diese Erfindungen offensichtlich das Pittoreske und Phantastische des Buches. Aber inmitten von soviel zur Schau getragener theologischer Kultur kann man einige Perlen finden, die nicht gerade vor katholischer Rechtgläubigkeit glänzen. Hier und da drückt sich - etwa über die Sünde von Adam und Eva - eine eher fremdartige und unklare Meinung aus. Im Band I auf S. 63 kann man folgenden Titel lesen: "Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden": eine Behauptung, die wiederholt wird im Text der folgenden Seite. Die Erklärung schränkt ihre Bedeutung ein und vermeidet damit eine echte Häresie; aber sie nimmt nicht den Eindruck, dass man eine neue Mariologie konstruieren will, die einfach die Grenzen des Passenden übersteigt. In Band II, S. 772 liest man: "Das Paradies ist Licht, Duft und Harmonie. Aber wenn man darin nicht den Vater beglückte in der Betrachtung der "Ganz Schönen", die aus der Erde ein Paradies macht, wenn das Paradies zukünftig nicht in sich hätte die lebendige Lilie, in deren Brust die drei feurigen Blütenstempel der göttlichen Dreifaltigkeit sind - Licht, Duft, Harmonie, Freude des Paradieses wären um die Hälfte verringert."
Hier drückt sich ein dunkles (hermetisches) und, glücklicherweise, im höchsten Grade konfuses Verständnis aus; denn müsste man das wörtlich nehmen, könnte man einen ernsten Verweis nicht vermeiden. Schließlich ein Hinweis auf eine andere seltsame und ungenaue Behauptung, in der man von der Madonna sagt: "Du wirst in der Zeit, in der du auf der Erde bleibst, zweite nach Petrus in der kirchlichen Hierarchie sein" (Hervorhebung vom Oss.Rom.).

Das Werk hätte also ein Verdammungsurteil verdient, auch wenn es sich nur um einen Roman handelte, schon allein aus Gründen der Unehrerbietigkeit. Aber in Wirklichkeit beansprucht die Absicht des Autors mehr. Beim Durchgehen durch die Bände liest man hier und da die Worte: "Jesus sagt...", "Maria sagt...", oder: "Ich sehe..." und Ähnliches. Gegen Ende des IV. Bandes (S. 839) offenbart sich sogar der Autor als Autorin und schreibt, sie sei Zeugin der ganzen messianischen Zeit und heiße Maria (Valtorta).
Diese Worte rufen in Erinnerung dass, etwa vor zehn Jahren, einige umfangreiche maschinengeschriebene Manuskripte im Umlauf waren, die angebliche Visionen und Offenbarungen enthielten. Es steht fest, dass damals die zuständige kirchliche Autorität den Druck dieser Manuskripte verboten habt und anordnete, sie aus dem Verkehr zu ziehen. Jetzt sehen wir sie fast vollständig in diesem Werk reproduziert.
Daher ist diese öffentliche Verurteilung durch die Hl. Kongregation umso passender wegen des schwerwiegenden Ungehorsams.

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#10

RE: Der Gottmensch - Maria Valtorta

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 11.01.2014 10:35
von Hemma • 569 Beiträge

Pater Gerhard Hermes, ehem. Herausgeber der kath. Zeitschrift "Der Fels", schrieb in Nr. 1/86 zu Privatoffenbarungen:

Wie steht es mit dem positiven Wahrheitsgehalt in den Offenbarungen?

Die Kirche hat sich bei der Anerkennung von Offenbarungen immer eine große Zurückhaltung auferlegt. Und wenn sie eine Approbation ausgesprochen hat, dann ist diese zunächst als negative Aussage zu sehen (in dem Sinn, dass in den Schriften nichts gegen den Glauben und die guten Sitten enthalten ist) und erst an zweiter Stelle als positive Bestätigung der vorgebrachten Dinge. Und wenn sie den Glauben daran nahe legt, dann nie im Sinne eines göttlichen, sondern eines menschlichen Glaubens, d. h. praktisch: ich kann die Berichte für wahr halten, wenn sie in sich nicht unwahrscheinlich sind und wenn der Charakter des Sehers ihn als vertrauenswürdig ausweist.

In jedem Fall muss man sich auch vor Augen halten, dass eine Offenbarung gottgewirkt und wahr sein kann in ihrer Substanz, in Einzelheiten jedoch menschlicher Herkunft.

Das kommt vor, wenn sich die menschliche, natürliche Aktivität der Seher (unbewusst) mit der übernatürlichen Wirksamkeit Gottes vermischt, und das geschieht leicht bei Personen mit einer besonders lebhaften Phantasie.
Auf Grund einer solchen, von den Sehern nicht kontrollierten Vermengung von Menschlichem und Göttlichem kann es zu nachweisbaren Irrtümern und zu Widersprüchen zwischen verschiedenen Sehern und Seherinnen kommen, ohne dass damit ihre Gesamtschau entwertet wird. Die Irrtümer entspringen häufig dem Wissensstand des Betreffenden.
Gott hat den geistlichen Fortschritt, aber nicht die intellektuelle Bildung im Auge.


Die Stellungnahme bei kathpedia zu Maria Valtorta:
http://www.kathpedia.com/index.php?title=Maria_Valtorta


LG. Hemma


zuletzt bearbeitet 11.01.2014 10:50 | nach oben springen


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