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#106

RE: Der erschaffene Mensch: Einheit von Seele und Leib

in Leben und Sterben 27.08.2018 17:44
von benedikt • 3.037 Beiträge

Irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen und fühle mich in meiner Haut nicht wohl!
Ich möchte, das wieder Friede einkehrt unter uns allen, und das wir jeden halt nehmen
so wie er ist -
Nicht die Gewalt hat das SAGEN, nicht der Egoismus hat das SAGEN, nicht das ICH hat
das SAGEN, sondern einzig und alleine, DIE LIEBE GOTTES IN UNSEREN HERZEN -

Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend und alles Liebe und Gute .

https://youtu.be/ImAIzsLUq5g

Der Friede und die Liebe Gottes sei unter uns allen. benedikt


Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.

1. Joh 4,7 - 16

zuletzt bearbeitet 27.08.2018 17:59 | nach oben springen

#107

RE: Der erschaffene Mensch: Einheit von Seele und Leib

in Leben und Sterben 13.10.2018 21:14
von Aquila • 5.672 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Hw Pater Deneke FSSP
im "Informationsblatt August/September 2015" der Petrus-Bruderschaft mit einem segensreichen Artikel zur Thematik "Was ist der Mensch ?"
-

[....]
"Wie nebulös in solchen Zusammenhängen die Begriffe „christlich“, „Werte“ und „Menschenbild“ sind, darüber braucht nicht viel gesagt zu werden.
Die Tatsachen zeigen, daß sie jeder in einem ihm genehmen Sinne verstehen kann.
Daher ist es wichtig, nach der tatsächlichen Bedeutung dieser Worte zu fragen.
Die „Werte“ lassen wir hier außer Acht; sie entstammen nicht dem Glaubensvokabular, sondern einer bestimmten Philosophie und sind keineswegs unproblematisch, oft sogar ausgesprochen zwielichtig.

Das „christliche Menschenbild“ hingegen ist schon auf den ersten Seiten der Bibel beurkundet und grundgelegt (Gen 1-3), um dann mit fortschreitender Offenbarung in alle Dimensionen – in die Höhe, Weite und Tiefe – zu wachsen.
Daß der Mensch Mensch Geschöpf Gottes ist, geschaffen nach Seinem Bild und Gleichnis und erfüllt mit dem Odem göttlichen Lebens;
daß er mit der Aufgabe betraut wurde, sich die Erde zu unterwerfen, also die Stellung eines Sachwalters Gottes inmitten der Schöpfung einzunehmen;
daß das männliche und das weibliche Geschlecht aufeinander hingeordnet und zur Mitwirkung am Schöpfungswerk bestimmt sind;
daß die Stammeltern das göttliche Gebot übertreten und damit die ursprüngliche Gerechtigkeit für sich selbst und für ihre Nachkommen verloren haben;
daß aber Gott, der den Menschen in seiner Würde so wunderbar erschaffen hatte, ihn durch den menschgewordenen Sohn noch wunderbarer erneuert hat
(vgl. das Offertoriumsgebet zur Vermischung von Wasser und Wein);
daß wir somit gnadenhaft zur Gotteskindschaft in der Teilhabe an Seiner Natur erhoben worden und zur ewigen Seligkeit in der Anschauung des dreifaltigen Gottes berufen sind:
Alles das gehört unbedingt zu dem oft vorschnell beschworenen, aber nur selten ausreichend bedachten „christlichen Menschenbild“.

Die Folgerung aus alledem:
Der Mensch ist nicht nur– wie jedes Lebewesen – beseelt,
sondern geistig
.
Anders ausgedrückt:
Seine Seele wirkt sich nicht bloß als vitales Prinzip aus, das den Leib formiert, die vegetativen und sinnenhaften Vorgänge reguliert und koordiniert.
Vielmehr ist sie eine immaterielle Realität, die als Bleibendes zugleich in, hinter und über den wechselnden Lebensäußerungen des Menschen steht und ihn zu den höheren Tätigkeiten des Erkennens und des freien Wollens befähigt.
Entgegen der verbreiteten „Dreiteilung“ des Menschen in Leib, Seele und Geist ist also zu betonen, daß die Seele selbst geistig ist.
Weil sie über die vergängliche Materie hinaus- und in die Sphäre des Unvergänglichen hinaufragt;
weil sie ewige Wahrheiten erkennen und liebend bejahen kann; und weil sie als unstoffliche Wirklichkeit unzerstörbar ist, deshalb muß sie unsterblich sein.

Weit entfernt davon, abstrakt und ver- allgemeinernd zu sein, wird die christliche Schau vom Menschen ihm auch als Einzelwesen gerecht, indem sie ihn als „Person“ beschreibt, als „individuelle Substanz einer vernunftbegabten Natur“, wie Boëthius (+ ca. 525 n. Chr.) klassisch definierte.
Jeder Mensch ist demnach ein einzigartiges Geschöpf, das in seiner persönlichen Unaustauschbarkeit vor dem dreipersönlichen Gott steht und durch Gnade in eine persönliche, übernatürliche Beziehung zu den drei göttlichen Personen treten kann.


Damit beginnt schon hier auf Erden das ewige Leben, das ja nichts anderes als die liebende Erkenntnis des Vaters und Seines Sohnes (vgl. Joh 17,3) im Heiligen Geist ist.
Gewiß unterschlägt diese hohe Auffassung vom Menschen nicht die Sphäre der Sinnlichkeit und Leidenschaftlichkeit, die, im ursprünglichen Zustand harmonisch mit den höheren Kräften zusammenklingend, im unerlösten Zustand so oft von Dissonanzen durchtönt ist.
Auch verschweigt sie nicht das Potential an Ignoranz und Rebellion, mit dem unser Geist zu ringen hat.
Dennoch dürfen wir den Akzent dankbar auf die Pracht und Herrlichkeit legen, mit welcher der Herr uns gekrönt hat (vgl. Ps 8,7).
Somit baut die gläubige Sicht auf der Menschennatur auf, wie sie uns die Philosophie zeigt, um dann aber weit über sie hinauszuführen in die Höhen, Weiten und Tiefen des göttlichen Lebens, an dem wir teilhaben sollen.
Wer sich daher auf das „christliche Menschenbild“ beruft, der sollte von der hier angedeuteten Gesamtschau durchdrungen sein.
Sonst bleiben seine Worte hohl, kraft- und nutzlos."
[....]

-

Bez der Geist-Seele siehe bitte auch hier:

Die Geistseele (Mensch); die sensitive "Seele" (Tier); die vegetative "Seele" (Pflanze)

-


zuletzt bearbeitet 13.10.2018 22:28 | nach oben springen



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