Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#21

RE: WIE opfern wir unsere Leiden auf?

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.03.2015 17:07
von Andi • 984 Beiträge

Also ich finde diesen Psalm 73 genial und auch passend zum Thema. Das fett gedruckte von mir passt auch zum Leid.

Das scheinbare Glück der Frevler

1 [Ein Psalm Asafs.] Lauter Güte ist Gott für Israel, für alle Menschen mit reinem Herzen.
2 Ich aber - fast wären meine Füße gestrauchelt, beinahe wäre ich gefallen.
3 Denn ich habe mich über die Prahler ereifert, als ich sah, dass es diesen Frevlern so gut ging.
4 Sie leiden ja keine Qualen, ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.1
5 Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen, sind nicht geplagt wie andere Menschen.
6 Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck, wie ein Gewand umhüllt sie Gewalttat.
7 Sie sehen kaum aus den Augen vor Fett, ihr Herz läuft über von bösen Plänen.
8 Sie höhnen, und was sie sagen, ist schlecht; sie sind falsch und reden von oben herab.
9 Sie reißen ihr Maul bis zum Himmel auf und lassen auf Erden ihrer Zunge freien Lauf.
10 Darum wendet sich das Volk ihnen zu und schlürft ihre Worte in vollen Zügen.2
11 Sie sagen: «Wie sollte Gott das merken? Wie kann der Höchste das wissen?»
12 Wahrhaftig, so sind die Frevler: Immer im Glück, häufen sie Reichtum auf Reichtum.
13 Also hielt ich umsonst mein Herz rein und wusch meine Hände in Unschuld.
14 Und doch war ich alle Tage geplagt und wurde jeden Morgen gezüchtigt.
15 Hätte ich gesagt: «Ich will reden wie sie», dann hätte ich an deinen Kindern Verrat geübt.3
16 Da sann ich nach, um das zu begreifen; es war eine Qual für mich,
17 bis ich dann eintrat ins Heiligtum Gottes und begriff, wie sie enden.
18 Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund, du stürzt sie in Täuschung und Trug.
19 Sie werden plötzlich zunichte, werden dahingerafft und nehmen ein schreckliches Ende,
20 wie ein Traum, der beim Erwachen verblasst, dessen Bild man vergisst, wenn man aufsteht.4
21 Mein Herz war verbittert, mir bohrte der Schmerz in den Nieren;
22 ich war töricht und ohne Verstand, war wie ein Stück Vieh vor dir.
23 Ich aber bleibe immer bei dir, du hältst mich an meiner Rechten.
24 Du leitest mich nach deinem Ratschluss und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.
25 Was habe ich im Himmel außer dir? Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde.5
26 Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten, Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig.
27 Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde; du vernichtest alle, die dich treulos verlassen.
28 Ich aber - Gott nahe zu sein ist mein Glück. Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen. Ich will all deine Taten verkünden.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift


Philipper 2,10
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:,Jesus Christus ist der Herr, - zur Ehre Gottes, des Vaters.
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#22

RE: WIE opfern wir unsere Leiden auf?

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.03.2015 18:09
von Missionar (gelöscht)
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Lieber Andi,

wir sollen ja auch der vollendeten Heiligkeit zustreben. Und das sollte uns auch Freude machen. Dabei wäre es aus meiner Erfahrung, der ich ja auch die vollendete Heiligkeit anstrebe, wichtig, alles links liegen zu lassen, was diesem weg zur vollendeten Heiligkeit ein hindernis ist, evtl. auch liebgewonnene "Freundschaften" aufgeben, auch dann, wenn man dann plötzlich einsam und verlassen da stehen sollte. Und wenn man arbeitslos ist, hat man dann Zeit genug, um Gott in der Welt zu dienen. Diese Zeit hat Gott den arbeitslosen Gläubigen und den katholischen Rentnern gegeben, damit sie sie für Ihn und seine Ziele nutzen. Meine Empfehlung ist daher: Jeden Morgen zu den Heiligtümern Gottes gehen (kath. Kirchen, kath. Krankenhauskapellen), dort über den ganzen Tag (katholisch) beten und sich dort und in der Nähe aufhalten, um dann alles in der Abendmesse münden zu lassen. Diese Zeit haben die unter uns, die nicht berufstätig sind. Gott wird uns dann hin und wieder Menschen schicken, die wir trösten, stärken und anderweitig helfen sollen, oder ihnen Impulse zu Gott, zum Glauben und zur Kirche hin zu geben.

Wenn man das tun würde, ginge es auch mit der Heiligung besser. Schwieriger haben es vielleicht jene Katholiken, die berufstätig sind oder zur Schule gehen. Es gibt aber auch etliche Heilige und heiligmäßige Menschen, die berufstätig waren und zur Schule gingen und trotzdem die vollendete Heiligkeit erreicht haben. Man müsste sich immer wieder und wieder ihre Biographien beschäftigen, um von ihnen zu lernen. Und wir haben Zeit, bis wir sterben.

Was nun wieder die Strafen für die Sünden betrifft, so schrieb ich ja lediglich, dass jeder, der ein Leid hat, nur selbst erwägen kann, ob dieses eine Strafe Gottes sein könnte oder nicht. Um das aufzuzeigen, habe ich zunächst mich als Beispiel genommen, und in der Antwort an Maresa auch das Beispiel von dem ehemaligen Neuapostolen genannt. Warum Gott andere Menschen in diesem Leben nicht straft, kann unterschiedliche Gründe haben.

Handelt es sich um Menschen, die von Gott fern sind und ein teuflisch schlechtes Leben führen, aber in diesem Leben für ihre Todsünden nicht straft, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass Gott gnädig zu ihnen ist, weil Er weiß, dass sie in der Hölle noch genug zu leiden haben werden. Hier zeigt sich die Liebe Gottes diesen Menschen gegenüber, die sich unerschütterlich gegen ihn entschieden haben.

Gottferne Menschen gibt Gott oft auch ein langes Leben, um ihnen Zeit zur Umkehr und Buße zu geben, während einfache gläubige und heiligmäßige Menschen schon sehr früh sterben, weil diese auf der Erde nicht mehr sein brauchen. Andere sollen für Gott noch auf Erden tätig sein.

Warum Gott hier immer unterschiedlich handelt, weiß letztenendes nur er selbst. So z.B. wird er sicher einer schwachen menschlichen Seele nicht viel Leid schicken, damit sie nicht unter diesem Leid zusammenbricht oder durch das Leid sich für den Gott und den Glauben unzugänglich macht. Den stärkeren Seelen bürdet er wiederum mehr Leid auf.

Das ist alles sehr vielschichtig!

Und so hast Du vollkommen recht, wenn Du schreibst: "Weil ich davon sicher überzeugt bin das Gott jeden individuell beurteilt und seine Lebensumstände auch individuell bewertet."

Aber was nun mich und jenen ehem. Neuapostolen, und gewiss auch viele andere betrifft, so liegt die Sache für uns Beide hier ganz klar: Trotz besseren Wissen lebten wir in schweren Sünden, ohne davon abzurücken und wurden dafür gestraft und gezüchtigt. Wieso das bei Dir dann nicht der Fall ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Vielleicht tust nicht mehr (so?) schwer sündigen, wie früher einmal. Vielleicht hast Du Dich ja bereits gewandelt, oder Gott sieht, dass Du Dich unbedingt wandeln willst, um ihm wohlzugefallen, Du aber nicht weißt, wie Du es tun oder schaffen sollst. In solchem Falle kann ich mir auch keine Strafe Gottes vorstellen, zumal ja Gott auch kein "Erbsenzähler" ist!

Zwischen Dir, dem Ungestraften, und mir, dem Gestraften, liegen vermutlich unterschiedliche Voraussetzungen vor. Du willst Dich ändern bzw. heiligen, und ich wollte es ganz bewusst nicht, trotz besseren Wissens. Letzteres verdient sicherlich eine Strafe, die mich dann auch getroffen hat.


Liebe Grüße
Stefan

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#23

RE: WIE opfern wir unsere Leiden auf?

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.03.2015 18:37
von Andi • 984 Beiträge

Lieber Missionar,

ich glaube da liegt ein Mißverständniss vor zum Schluß. Ich habe nicht geschrieben, das ich nicht gestraft bin. Ich schrieb nur von meinen früheren Sünden und das ich demnach schon fünfmal tot sein müßte im Gegensatz zu deinen Sünden. Diese Sünden mache ich nicht mehr oder versuche sie zu vermeiden mit auch manchen Rückfällen , aber das ich nicht gestraft bin, davon ist keine Rede. Im Gegenteil - ich bin sogar ganz schön schwer gestraft nach meiner Auffassung, nur schreibe ich darüber nichts.. Ich glaube nicht, das du mit mir tauschen würdest wenn das wissen würdest. Ich erzähle es Niemand und bitte auch Niemand um ein Gebet oder sonstwas. Ich habe sogar besondere Leiden. Inzwischen bin ich davon überzeugt das mich Gott getragen hat, den ansonsten kann man das nicht bewältigen. Das ist alles.


Philipper 2,10
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:,Jesus Christus ist der Herr, - zur Ehre Gottes, des Vaters.
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#24

RE: WIE opfern wir unsere Leiden auf?

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.03.2015 18:59
von Missionar (gelöscht)
avatar

Lieber Andi,

ich hatte das so verstanden, weil ich "das ich demnach schon fünfmal tot sein müßte im Gegensatz zu deinen Sünden" so interpretierte.

Das, was Du bzgl. Deiner Leiden schreibst, so denke ich ja auch bzgl. meiner Leiden, wobei es natürlich noch viel Schlimmeres gibt, als das, was ich leide. Da ist mein Leid nichts dagegen. Man denke nur an unsere Brüder und Schwestern, die verfolgt werden usw. Oder ich denke da auch an Menschen, die sich überhaupt nicht mehr bewegen können. ...

Aber darum geht es ja in diesem Thread nicht, sondern um das Wie des Aufopferns des Leidens. Da kann man wirklich am besten von Heiligen und heiligmäßigen Menschen lernen. Dazu hatte ich ja gestern hier auch auf die Bücher "Gottes Kinder" und die Schriften über Anna de Guigné verwiesen.

Dennoch ganz kurz zum Schluss: Ganz gewiss trägt Dich Gott in Deinen Leiden. Vielleichtet wartet Er obendrauf, dass Du sie aufopferst. ;-) - Naja, ich würde ja schon auch für Dich bzgl. Deiner Leiden beten. Aber ohne Deinen Willen will ich es nicht tun!

Jetzt muss ich mich auch vorerst für eine gewisse Zeit vom Internet verabschieden.


Liebe Grüße und allen hier im Forum alles Gute
Stefan


zuletzt bearbeitet 29.03.2015 19:02 | nach oben springen

#25

RE: WIE opfern wir unsere Leiden auf?

in Wenn etwas der Klärung bedarf 29.03.2015 23:50
von Aquila • 4.732 Beiträge

Liebe Mitdiskutanten

Vielen Dank für diese engagierte Diskussionsbeiträge.

Lieber Stefan
Deine Beiträge sind eine Bereicherung und regen zum Gedanken-
und Argumentationsaustausch unter Brüdern und Schwestern in Christo an.....
und sind auch für Mitlesende interessant.

Bis zu Deiner baldigen Wiederkehr als aktives Mitglied
wünsche ich Dir Gottes Segen und alles Gute.

Zur Thematik sind von Euch bereits viele hilfreiche Beiträge geschrieben worden.
Ich möchte zu diesen gleichsam zusammenfassend einige Zitate anfügen....

doch zunächst eine Bemerkung von der von Dir,
lieber Andreas,
völlig zu Recht aufgezeigten Differenzierung zwischen
"humaner" Trauer und Trauer im Lichte und der Hoffnung des wahren Glaubens.

Es ist wie mit der "humanen" Nächstenliebe;
dieser fehlt die Gottesliebe und somit die Gnade.....
sie kann nicht gedeihen und verdorrt letztendlich.....
wie zu sehen ist am Kult des Todes,
der auch etwa
den Massenmord an ungeborenen beseelten Kinder,
die Unzucht,
die Euthanasie....etc..etc...

die schlimmsten Seelenverschmutzungen unter dem Deckmantel der "humanen" Nächstenliebe.

Genau so verhält es sich mit der "humanen" Trauer;
sie verdorrt letztendlich im düsteren Tal der Sinn und Hoffnungslosigkeit,
einhergehend mit dem Versuch des Schönredens eines wahrheitsfernen Lebens.
Derartige Trauer will selbst Leid und Tod dem Weltgeist unterordnen
und
will denn auch die Bestätigung der "Richtigkeit" jedwelchen wahrheitsfernen Lebenswandels.
Zu sehen und zu hören an "Trauerfeiern",
an denen pauschal alle Verstorbenen unabhängig ihres vorigen
Lebenswandels "in Frieden ruhend" gesehen werden wollen.

Der hl. Augustinus
hat schon damals auf die einem rein Diesseits-Leben folgende traurige "Logik" hingewiesen:
-

"Der Tod, den die Menschen fürchten, ist die Trennung der Seele vom Körper.
Den Tod aber, den die Menschen nicht fürchten,
ist die Trennung von Gott."

-

In welchem
- ewigkeitsentscheidenden -
Zustand die Seele im Augenblick des irdischen Todes ist
- d.h ob sie in der Gnade Christi gestorben ist oder nicht -
weiss alleine unser Herr und Gott Jesus Christus !
Und Er alleine entscheidet allwissend
- in die verborgendsten Winkel einer jeden Seele sehend und dem freien Willen des Menschen folgend -
über den ewigen Verbleib einer jeden Seele.

Die warnenden Gleichnisse unseres Herrn belegen,
dass leider viele Menschen zeitlebens nicht gewillt sind,
an den geschenkten Gnaden zur Erlangung des Seelenheils mitzuarbeiten.

Doch nun wie angekündigt zur Thematik Leiden und Kreuztragen einige
gleichsam Euere Beiträge zusammenfassenden Zitate.


Ich denke, dass wir uns alle schon irgendeinmal ( oder mehrmals)
in der Rolle des in der folgenden, aus einem Pfarreiblatt entnommenen,
Geschichte vorkommenden Mannes auf der
Suche nach einem leichteren Kreuz befunden haben dürften:

-

Es gab einmal eine Zeit, wo jeder Mensch sein eigenes Kreuz
mittragen musste.
Ein Mann fand eines Tages,
dass alle anderen Leute leichtere Kreuze herumtragen würden als er.
Also bat er den Herrn ihm eine Möglichkeit zu geben,
sein Kreuz gegen ein anderes einzutauschen.
Der Herr erlaubte es ihm und führte ihn in einen Raum,
der mit den verschiedensten Kreuzen gefüllt war.
Der Mann
stellte sein Kreuz in eine Ecke

und begann die Kreuze zu begutachten.
Er schaute sich ein kleines Kreuz aus Metall an,
fand es aber zu schwer.
Danach sah er eines aus Holz und dachte sich, das ist leicht.
Doch als er merkte, wie gross und unhandlich es war,
stellte er es wieder hin.
So suchte er weiter und probierte mehrere aus.
Doch das eine war ihm zu gross,
ein anderes zu rauh
ein nächstes zu schwer und andere zu unhandlich.

Schlussendlich
fand er in einer Ecke ein Kreuz,
das ihm unheimlich zusagte
und er sagte zum Herrn,
dass er dieses gerne hätte.
Der Herr hatte nichts dagegen, machte ihn aber darauf aufmerksam,
dass er nun dasselbe Kreuz wie vorher hätte.

Doch der Mann ging zufrieden von dannen

-

Eine schöne Geschichte, nicht wahr ?

Und was dürfen wir aus dieser für uns mitnehmen ?

Ein Arzt verschreibt seinen Patienten die notwendige Arzneigetränke;
genau bemessen.....
keinen Tropfen zuviel und auch keinen zuwenig.
Unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS
- unser ERLÖSER und HEILAND -
misst nun

jedem Menschen das Leiden zu wie ein "Arzt" !


Der Heilsplan Gottes für den Menschen....
führt über das Kreuz....

Bedenken wir stets in tiefer demütiger Dankbarkeit,
dass wir durch das LEIDEN unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS ähnlich werden.

Nehmen wir dieses Leiden bewusst als den hochheiligen Willen GOTTES an,
so werden wir denn auch in der
FREUDE
IHM ähnlich.

In der ewigen Glückseligkeit,
der Anteilhabe am Göttlichen Dreifaltigen Leben, wo es denn auch
kein Leid geben kann ....
das Wesen GOTTES kennt kein Leid
sondern alleine ewige FREUDE !


Wenn uns also GOTTES WILLE Leid zuteil werden lässt,
so sollen wir denn in der Stille verbleiben und hinhören,
was ER uns damit sagen will.


Denn was oft wie ein "Unglück" aussieht,
erweist sich auch oft als GNADE !

Opfern wir daher unser Leid unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS auf !

Der hl. Hieronymus:
-

"Die göttliche Vorsehung regiert alles,
und was wir für ein Übel halten, ist Arznei."

-

Die Vorsehung

Leiden ist denn auch eine PRÜFUNG im Glauben.
Dieser soll denn auch dadurch gestärkt werden.

Der hl. Johannes v. Kreuz:
-

"Die Kraft der Seele wächst und festigt sich in dem Maße,
als man die Beschwerden mit Geduld erträgt."


-

Der hl. Franz von Sales fasst es so in Worte:
-

"Entweder wirst du vor Leid bewahrt,
oder es wird dir ausreichend Kraft gegeben, um es zu tragen.

Sei also in Frieden und lege alle ängstlichen Gedanken und Vorstellungen beiseite".

-

Eine Betrachtung über das Leid von P. Anton Loetscher S.M.B.:
-

Leiden Christi, stärke mich!

Ja stärke mich,
stärke mich besonders zum heilbringenden Leiden.
Dem Leiden gegenüber fühle ich nämlich meine größte Schwäche.
Wenn das Leiden kommt, das Unangenehme, das Schwere,
dann bin ich sofort versucht zu fliehen, feige davonzulaufen.
Du Leiden des Herrn,
du unverdientes Leiden,
du ganz frei getragenes Leiden,
du heilbringendes Leiden,
du Leiden, aus dem mir und der ganzen Welt Freude erblüht und Leben,
Leiden meines Heilandes, stärke mich!
Mach mich mutig und stark dem Kreuze gegenüber.
Zeige mir, daß auch ich nur durch Leiden und Kreuz eingehen kann
in die Herrlichkeit ewigen Lebens,
die ich ersehne und erhoffe.
Leiden meines Herrn,
für mich getragenes Leiden, trage mich.
Leiden Christi, stärke mich!

-

Und schliesslich gleichsam als "Zusammenfassung der Zusammenfassung" ein
Auszug aus einer segensreichen Abhandlung über das Leiden und das Kreuz
von Hw Georg Niedermayr in "Lehr- und Gebetbuch:" (1817):

-

Gebeth in Kreuz und Leiden.

Mein Gott und mein Herr! du hast mir dieses Kreuz, diese Leiden zugeschicket.
Du bist mein Gott, ich bin dein Geschöpf.
Ich unterwerfe mich also deinem heiligen Willen.
Du bist mein Vater, ich bin dein Kind.
Du willst nichts anderes, als mein Bestes, wenn ich es auch nicht einsehe.
Warum sollte ich mich also nicht ganzlich dir überlassen,
und mich ganzlich dir unterwerfen?
O Herr, himmlischer Vater!
wie ein Kind werfe ich mich in deine Arme, und überlasse mich dir.
Thue mit mir, was du willst.
Aber, o mein Gott! ich bin schwach.
Ohne deine Gnade werde ich in der Geduld nicht ausharren.
Ohne deine Hilfe werde ich nicht so leiden, wie du es willst.
Ich bitte dich also um Stärke,
um Hilfe, um Geduld und um Gnaden
,

damit ich mir durch diese Leiden den Weg zum Himmel bahne,
meine Sünden abbüße, und mit dir mehr vereiniget werde.
Ich will jetzt leiden, damit ich einst ewig bey dir getröstet werden möge.
Wenn ich das Leiden Jesu Christi, deines Sohnes, betrachte,
welches er für mich ausgestanden hüt, so ist mein Leiden noch allzu gering ,
als daß ich ihm dadurch würdig danken könnte.

Wenn ich meine Sünden betrachte, so habe ich noch weit mehr verdienet.
O Gott!
ich opfere dir also mein Leiden auf,
in Bereinigung mit dem Leiden Jesu Christi,
der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen.
Und dieß zu deiner größern Ehre, zur Genugthuung aller meiner Sünden,
und zu Hilf und Trost aller christglaubigen Seelen im Fegfeuer
.


O Jesu!
ich bitte dich, befreye mich wieder von diesem Leiden und Kreuze,
sobald es dein heiliger Wille, und der Nutzen meiner Seele ist.
Solang es aber so dienlicher zu meiner Seligkeit ist,
will ich nach deinem Beyspiele,
und dir zu Liebe
leiden, o mein Jesu!


Du hast mir deine Liebe gegen mich mit deinem so bittern Leiden bewiesen.
Ich will auch nicht mit blossen Worten zufrieden seyn,
sondern dir auch wieder mit meinem Leiden meine Gegenliebe beweisen.

Deine Angst, o mein Jesu! tröste mich,
dein Leiden stärke mich,
und dein Sterben erhalte mir das ewige Leben.


Amen.

-

Noch ein Letztes....ihr, liebe liebe @Kristina und liebes @Das Fragezeichen,
habt es in euren Beiträgen bereits angesprochen;
erst wenn ein Mensch kraft des wahren Glaubens gleichsam im Leiden gereift ist,
kann er sein zu tragendes Kreuz auch vielen anderen Menschen aufopfern.


So schreibt
Papst Pius XII.:


"Es ist ein schauerregendes Geheimnis, dass das Heil vieler Menschen abhängt
von den Gebeten und Opfern der Glieder des mystischen Leibes Christi."


-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 30.03.2015 11:39 | nach oben springen



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