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#346

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 17.02.2026 09:29
von Blasius • 4.394 Beiträge



Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes



Woher die Übel, die die Welt bedecken?

Woher des Abgrunds ewig neue Schrecken?

Sie alle gingen aus von einem Tor:

Der Sünde Frevel brachte sie hervor.




1. Es gibt nur ein Übel in der Welt, aus dem alle anderen hervorgehen, und dieses Übel ist die Sünde. Fasse dieses schreckliche Übel wohl ins Auge, damit du es aus deiner ganzen Kraft hassen und verabscheuen lernst, das Gott selbst ewig hasst und verabscheut. Denn die Sünde ist eine Empörung des Geschöpfes gegen seinen allerhöchsten Herrn. Durch sie tritt der Sünder Gott frech gegenüber, reißt von seiner Oberherrschaft sich los, und tritt alle Gesetze Gottes, alle Anordnungen seiner unendlichen Weisheit mit Füßen, sich selbst sein eigener Gott zu sein.



2. Die unendliche Größe der Sünde liegt in der Schmach und Verachtung, die der unendlichen Majestät dadurch widerfährt. Verachtete der Sünder Gott, seinen ewigen Wohltäter und Vater, einem anderen, eben so unendlichen und liebreichen Gott anzuhangen, der ihm einen glorreicheren Himmel, größere Belohnungen und selbst ein glänzenderes Los auf dieser Welt verhieße, so fände er noch einige Entschuldigungen. So aber verachtet er die ewige Majestät eines schnöden Geldgewinnes, eines Schattens vergänglicher Ehre, eines verächtlichen Geschöpfes wegen, bietet dazu alle Kräfte auf, die Gott zu seiner Verherrlichung ihm gegeben hat, widersetzt sich, diese Dinge zu erlangen, seinem ausdrücklichen Willen, stößt seine Gesetze um, und achtet weder seiner Wohltaten, noch seiner Drohungen, noch seiner Strafen, noch seiner Belohnungen.



3. Daher auch ist diese Beleidigung so unendlich groß, dass alle Verdienste der Engel und Menschen es in Ewigkeit nicht vermöchten, auch nur eine einzige Sünde aufzuwiegen, so dass selbst eine göttliche Person zwischen Gott und den Menschen als Mittler treten musste, diese unendliche Schmach zu ersetzen, und den Menschen von dem ewigen Untergang zu erretten, den er dadurch verschuldet hatte. Alles auch, was dieser göttliche Mittler tat, alle Quellen des Heils, die er einsetzte, alle seine Lehren und Anordnungen zielen dahin, die Sünde zu tilgen. Wer kann demnach über die ewige Strafe erstaunen, mit der Gott dies Ungeheuer bestraft? Psalm 51,3+4: "Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!"

https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/


zuletzt bearbeitet 17.02.2026 09:31 | nach oben springen

#347

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen Gestern 08:30
von Blasius • 4.394 Beiträge



Vom Leben in Gottes Gegenwart



Bestrahle mich mit deinem Licht

Und sei mir, Herr, zur Seite.

Dass ich vor deinem Angesicht

Auf deinem Wege schreite:

Dein Blick flößt Mut und Liebe ein,

Und macht das Leben süß und rein.



1. Wo immer du sein magst, bist du in Gottes heiliger Gegenwart. Und so ganz einzig gedenkt er deiner, als ob er keines anderen Geschöpfes weder im Himmel noch auf Erden zu gedenken hätte. Ja innig nahe ist er dir, "denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." (Apostelgeschichte 17,28) Zu jeder Zeit, bei Tag und bei Nacht, sind die Augen des Herrn auf dich gerichtet, und nichts, was immer du tun magst, ist vor ihm verborgen. Dies Bewusstsein drängte den heiligen Dulder Ijob zu dem Ausruf: "Sieht Gott denn meine Wege nicht, zählt er nicht alle meine Schritte?" (Ijob 31,4)



2. Präge diese Wahrheit tief in dein Herz, denn sie wird vor vielen Sünden und Fehlern dich bewahren. Wie auch, mein Gott, sollte ich es wagen, in deiner Gegenwart selbst, in der Gegenwart meines Schöpfers und Vaters, in der Gegenwart des Richters meiner Ewigkeit Böses zu tun? Bist du von dieser Wahrheit durchdrungen, dann wird es dir leicht werden, jede Anfechtung des Versuchers, jeden Widerwillen der Natur zu überwinden und in kurzer Zeit eine hohe Vollkommenheit zu erreichen. Denn die Kraft dieses göttlichen Lichtes wird dein Herz beständig zu ihm erheben, und deine Aufmerksamkeit schärfen, alle deine Werke zu seiner Ehre, und daher mit großer Freude und Liebe zu wirken.



3. Diese heilige Aufmerksamkeit auch wird dich zu der innigsten Ansprache mit deinem Schöpfer belehren. Das Leben in der Gegenwart ihres Gottes war die höchste Freude heiliger und gerechter Menschen. In zartester Liebe opferten sie ihm alle ihre Werke, alle ihre Leiden und Trübsale auf, erweckten ohne Unterlass Akte dieser göttlichen Liebe. Und der Gedanke, dass Gott sie beständig sieht, wurde für sie ein Quell des seligsten Vertrauens, und eiferte sie auch beständig an, alle ihre Gedanken, Begierden und Werke also zu ordnen, dass sie der göttlichen Gegenwart würdig seien. Daher auch nennt der Apostel solche Gerechte "nicht mehr Gäste und Fremde, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes". "Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht." (Psalm 16,8)


https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/


zuletzt bearbeitet Gestern 08:31 | nach oben springen


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