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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 12.02.2026 07:28von Blasius • 4.460 Beiträge

Trübsale einer Feuerprobe der wahren Liebe
Die Trübsal ist ein Prüfungsfeuer,
Wo falscher Tugend Schein vergeht,
Doch echte Liebe weit getreuer
Als in des Friedens Lust besteht.
1. Nichts ist leichter, als Gott zur Zeit der Wohlfahrt und des Friedens zu lieben und zu loben. Aber wie mancher liebt zu solcher Zeit, gleich weltlichen Freunden, den Wohltäter nur seiner Wohltaten wegen. Wie oft auch versichertest du selbst, keine Trübsal, kein Leiden werde deine Liebe erschüttern. Kaum aber führt Jesus dich in den Garten seiner Todesangst, so schläfst du vor Überdruss ein. Abraham bewies Gott seine Treue am deutlichsten, als er ihm das Opfer brachte, das einem liebenden Vaterherzen am schmerzlichsten fällt. Also gab auch Jesus seinem himmlischen Vater den höchsten Beweis seiner Liebe, als er, zu dem schmerzlichsten Tod gehend, sprach: "Aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier." (Johannes 14,31)
2. Oft sucht die Eigenliebe sogar in Werken der Abtötung und der Buße sich selbst. Es sind also auch diese Übungen kein unfehlbares Zeichen einer wahren Gottesliebe. Aber wer in Krankheiten, Schmerzen und bitteren Drangsalen den Willen Gottes anbetet, und bereit ist, solche, solange er es will, ja auch das ganze Leben hindurch zu ertragen, der gibt Gott einen vollkommenen Beweis seiner Liebe, da das Geschöpf nichts Größeres tun kann, als sich selbst für die Ehre seines Schöpfers zu opfern. Mehr Verdienste erwirbt oft in diesem Stand der Aufopferung eine Seele in einer Stunde, als bei Ruhe und Frieden in vielen Jahren.
3. Unser Gott hat keine Freude an den Leiden seiner Geschöpfe, wohl aber an der Ergebung, an der Treue, an der Liebe, die sie in ihren Leiden üben. Und weil diese Tugenden am reinsten in der Trübsal geübt werden, darum sucht er auch seine geliebtesten Freunde mit den schwersten Trübsalen heim. Dies sehen wir im Leben der größten Heiligen, ganz besonders aber an Jesus, dem König aller Heiligen, der allein mehr gelitten hat, als sie alle zusammengenommen. Nach dem Maß aber, als wir hier an seiner Schmach und an seinem Kreuz Anteil nehmen, werden wir auch Anteil an seiner Glorie erhalten. "Schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz." (Klagelieder 1,12)
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 13.02.2026 09:11von Blasius • 4.460 Beiträge
Vom Zeugnis des Gewissens
Ein Himmel ist das friedliche Gewissen,
Wo Gott in seiner süßen Liebe spricht;
Doch das des Frevlers wird von Angst zerrissen:
Er sieht die Hölle dort und das Gericht.
1. "Denn das ist unser Ruhm," spricht der Apostel, "das Zeugnis unseres Gewissens." (2. Korinther 1,12a) Beherzige diese Worte, denn wundersam erfreulich ist ihr Sinn. Also nämlich sprach der Apostel zu den ersten Christen, die von Juden und Heiden gehasst, verfolgt und als das Auskehricht der Welt verachtet wurden. Dennoch aber hatten sie Ruhm, und zwar überaus großen Ruhm. Dieser Ruhm war das Zeugnis ihres Gewissens. Denn das Zeugnis des guten Gewissens ist das Zeugnis Gottes selbst. Wenn nun die Weltkinder es für ihren höchsten Ruhm halten, von einem großen König gelobt zu werden, und auf ein solches Lob die Hoffnung ihres künftigen Glücks bauen: wie groß soll dann unsere Freude sein, wenn der himmlische König selbst uns lobt, in dessen Händen unsere zeitliche und ewige Glückseligkeit liegt.
2. Dieses Zeugnis eines guten Gewissens ist ein undurchdringlicher Schild gegen alle Trübsale und Schrecknisse dieser Welt. "Kein Unheil trifft den Gerechten," spricht die Schrift, und abermals: "Der Gerechte fühlt sich sicher wie ein Löwe." (Sprichwörter 12,21 und 28,1b) Was auch sollte ihn ängstigen? Die Sünden seines verflossenen Lebens? Er hat sie durch Werke der Gerechtigkeit aufgewogen. Was kann von der Liebe Gottes ihn trennen? Der Tod selbst führt ihn zu seinem Gott, nachdem sein Herz sich sehnt. Wie glorreich, wie sicher ist ein solches Gewissen, und wie großen Frieden gewährt es schon in diesem Leben.
3. Betrachte dagegen das Gewissen des Sünders. "Der Frevler flieht," sagt die Schrift, "auch wenn ihn keiner verfolgt." (Sprichwörter 28,1a) Vor wem also flieht er? Vor sich selbst! Die Schrecknisse seines Gewissens verfolgen ihn überall hin. Vergeblich sucht er, ihnen zu entfliehen, Gesellschaften, Zerstreuungen, Schauspiele, Belustigungen. "Der Schall des Schreckens," spricht die Schrift, "ist immerdar in den Ohren des Gottlosen". Ja er schreit oft so laut, dass mancher ruchlose Frevler Hand an sich selbst legte, dieser entsetzlichen Stimme zu entkommen, die Tag und Nacht ihn erschreckt. "Mein Sohn, lass beides nicht aus den Augen: Bewahre Umsicht und Besonnenheit. Dann werden sie dir ein Lebensquell, ein Schmuck für deinen Hals. Dann gehst du sicher deinen Weg und stößt mit deinem Fuß nicht an." (Sprichwörter 3,21-23)
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 13.02.2026 19:55von Blasius • 4.460 Beiträge

Vom Gesetz der Furcht
und dem Gesetz der Liebe
Ein Licht hast, Herr, du angefacht,
Zu leuchten durch die Zeiten,
Um alle Pilger durch die Nacht
Ins Vaterland zu leiten.
Dies Licht, am Kreuze aufgestellt,
Erleuchtet nun die ganze Welt.
1. Gott, der den Menschen zu seiner Ehre erschuf, gab mit seinem Dasein ihm auch das Licht, das Ziel zu erreichen, für das er ihn erschaffen hatte. Denn nicht gleich einem Halbaffen erschuf er ihn, wie viele sinnlose Schwätzer unserer Zeit fabeln, dass er allmählich vom Tier zum Menschen sich herausbildete, sondern er erleuchtete ihn durch das Licht seines Angesichtes, legte das Sittengesetz ihm ins Gewissen, gab ihm Verheißungen, und lehrte ihn, seinen Schöpfer durch Opfer verehren, die bereits die ersten Menschenkinder dem Allerhöchsten als Huldigung darbrachten. Sieh also, wie der Dienst des wahren Gottes mit der Welt beginnt.
2. Dies Gesetz, das der Kindheit der Welt genügte, und damals schon durch die Hoffnung auf einen künftigen Erlöser sie tröstete, wurde im Jünglingsalter der Welt durch Gottes Weisheit deutlicher entwickelt, und durch Vorschriften, Opfer und Zeremonien erweitert, worin der verheißene Erlöser näher bezeichnet und geweissagt wird. Noch lebt das unsterbliche Volk, das die Gesetze in seinem Ursprung empfing, und durch Jahrtausende beobachtete. Aber auch dies Gesetz war noch unvollkommen. Es zeigte nur die Wunde des menschlichen Geschlechtes, ohne sie zu heilen, den Weg des Himmels, ohne die Kraft zu geben, ihn zu gehen. Es war auf steinerne Tafeln geschrieben, und ein Gesetz der Furcht. Die Vollendung des Gesetzes war dem Erlöser selbst vorbehalten.
3. Endlich erschien in der, von Gottes Ratschluss vorbestimmten Zeit dieser göttliche Erlöser, heilte die Wunden des menschlichen Geschlechtes, erfüllte die Opfer des Alten Bundes durch sein großes Sühnopfer, verlieh die Kraft, den Weg des Himmels zu gehen, hob das Gesetz der Furcht auf, und schrieb das Gesetz seiner Liebe in die Herzen. Wohltaten hatte Gott im alten Gesetz erzeigt, und dadurch die Gerechten der Vorzeit zur Wohltätigkeit belehrt, geopfert hat sich der Gottmensch auf dem Altar des Kreuzes, und nun lernt der Mensch sich opfern. Tausende vergossen ihr Blut, Gott ihre Liebe zu bezeigen, tausende andere in fernen Ländern, ihre Brüder zu seiner Liebe zu führen. Psalm 118,23: "Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder."
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 15.02.2026 12:38von Blasius • 4.460 Beiträge

Das Senfkorn der Gnade
O Licht und Feuer, unerschaffne Macht,
Die tief du durch des Herzens Falten dringest:
Und alle seine Triebe sanft bezwingest:
Dein Licht durchdringe meine alte Nacht,
Damit ich deine heil`ge Glut empfinde;
Und, Licht durch dich, den Weg zum Himmel finde.
1. Preise den Herrn, der in sein heiliges Licht dich führte, und sei dankbar für seine Gnade, denn nicht allen hat er also getan. Nicht allen verleiht er die Gnade der Heiligung. Teils weil sie kein Verlangen danach haben, teils weil sie ihr Herz nicht dazu bereiten. Allen jedoch, sogar den größten Sündern, verleiht er, und zwar sogar gegen ihren Willen, die wirkliche Gnade, die bald gleich einem Blitzstrahl ihr Inneres erleuchtet, und aus der Sünde sie aufschreckt, bald gleich einer vorübergehenden Flamme zur Liebe der Gottseligkeit sie entzündet. Offenbarung 3,20: "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten."
2. Wie kostbar sind diese Augenblicke für Seelen, die auf die innerliche Stimme des Herrn achten. Lass dies Senfkorn der Gnade ja nicht in dir ersticken, pflege es durch heilige Treue, fördere sein Wachstum in der Einsamkeit und im Gebet, und es wird zu einem Baum hoher Vollkommenheit erwachsen, wo selbst andere gottesfürchtige Seelen Trost und Rat finden können. Kein leichter Verlust ist der Verlust auch nur einer Gnade, denn viele andere hat sie in ihrem Gefolge, und verlierst du diese eine, so verlierst du mit ihr auch die übrigen. Fürchte auch nicht zu tun, wozu sie dich anregt, denn nicht nur erweckt die himmlische Gnade zum Guten, sondern sie hilft auch das Gute vollbringen, und zwar leicht, gut und mit Liebe vollbringen.
3. Herr, ich vernehme deine Stimme. Ach, schmerzlich lässt sie meine Untreue gegen deine himmlische Gnade mich fühlen. Wie viele deiner heiligen Einflößungen ließ ich fruchtlos an meinem Herzen vorübergehen, und zu welcher hohen Vollkommenheit hätten sie mich erhoben. Ich zittere, Herr, bei diesem Anblick. Denn fürchten muss ich, dass einst viele Heiden im Gericht gegen mich aufstehen werden, die mit der Hälfte der Gnaden, die deine Barmherzigkeit mir verliehen hat, sich bekehrt hätten und vielleicht Heilige geworden wären, indes ich noch immer in meiner Lauheit schmachte. Ach, mein Gott, habe Erbarmen, und verleihe mir ein gelehriges Herz. Psalm 119,33: "Herr, weise mir den Weg deiner Gesetze. Ich will ihn einhalten bis ans Ende."
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 15.02.2026 21:35von Blasius • 4.460 Beiträge

Über die göttliche Unermesslichkeit
Wie glorreich, Herr, thronst du im Licht
Der wunderbaren Ewigkeit.
Dich fasst kein Raum, dich keine Zeit;
Ja selbst der Himmel fasst dich nicht.
Das höchste Lob, das dir der Mensch erzeigt,
Ist, wenn er tief anbetend vor dir schweigt.
1. In Anbetung versenkt und von heiliger Freude zitternd, erhebt sich mein innerer Blick zu dir, unendliche Majestät, mein Gott, dein glorreiches Dasein zu betrachten. Und staunend rufe ich mit dem königlichen Seher aus: "Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen." (Psalm 139,7-10) Ja flöge der erhabenste Cherub im schnellsten Gedankenflug Jahrtausende in die Höhe oder in die Tiefe, so ist er dennoch immer im Anfang, und kommt in alle Ewigkeit an kein Ende. Das Auge des Sterblichen erblindet in diesem unendlichen Licht.
2. Wie mächtig erhebt diese Betrachtung meine Seele über sich selbst. Dein Ohr, o Gott, vernimmt jeden Laut im Himmel, auf Erden, in den Abgründen, auf allen einzelnen, zahllosen Sternen, in allen Teilen deiner unermesslichen Schöpfung. Du bist der allgegenwärtige Zeuge, der allmächtige Richter aller freien Geister, die deine Hand erschaffen hat. Denn im ganzen Weltall bist du zugleich, in jedem einzelnen Wesen ganz und ungeteilt gegenwärtig, ja alle diese unzählbaren Wesen schweben in dir wie die Fische in den Fluten des Ozeans. Und was auch ist diese ganze unermessliche Schöpfung anderes, als ein kaum sichtbarer Punkt, der in deiner göttlichen Unermesslichkeit verschwindet.
3. O unerschaffenes, unendliches Licht, wie wunderbar bist du. Ewig, einfach, allumfassend, unzerteilt, unwandelbar ist dein unendlicher Blick. Er dringt in die tiefste Nacht. Ja die dichteste Finsternis ist vor dir gleich dem hellsten Mittag. Du durchschaust die geheimsten Gedanken aller deiner Geschöpfe, und klar liegt vor dir entfaltet, was nun und künftig ist. Diese Wahrheit, mein Gott, sei mein Schild. Sie behüte mich vor sündhaften Gedanken, Begierden und Werken. Sie eifere mich zu deinem heiligen Dienst an. Psalm 86,8: "Herr, unter den Göttern ist keiner wie du, und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast."
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