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#351

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 22.02.2026 09:04
von Blasius • 4.489 Beiträge




Petri Stuhlfeier



Seht das Haus ihr auf dem Felsen stehen?

Unbeweglich, kann es nie vergehen;

Denn der Eck- und Grundstein, der es trägt,

Hat es mit Unsterblichkeit geprägt.



1. "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen; und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Hätten wir diesen Ausspruch Jesu vor 20 Jahrhunderten in einem Winkel von Galiläa gehört: hätten wir wohl an die wunderbare Erfüllung dieses Wortes geglaubt? Und siehe, durch alle Jahrhunderte schritt diese Kirche hindurch, ohne Unterlass kämpfend und siegend, sah Königreiche und Völker vorübergehen, verbreitete sich in allen Weltteilen, drang zu allen, sogar zu den entferntesten Völkern, umfängt alle Klassen der Gesellschaft, die gebildetsten wie die unwissendsten, und besteht nach 20 Jahrhunderten noch unerschüttert in einem Glauben und in einer Lehre. Psalm 118,23: "Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder."



2. Woher diese unwandelbare Einheit durch alle Zeiten, indes alle Gegner, die von dieser einen Kirche sich trennten, immer sich auflösten und verschwanden? Daher allerdings, weil der Stifter seiner Kirche sie auf Petrus, den Felsen, baute, dem er die Schlüssel des Himmelreiches übergab, und befahl, seine Herde zu weiden. Nicht der Gewalt menschlicher Herrscher, nicht dem Eigendünkel der stolzen, dem Irrtum unterworfenen Wissenschaft übergab er die Regierung seiner Kirche, er setzte dem menschlichen Stolz Grenzen, und brechen müssen sich seine Wogen an diesem Felsen. Wer der Kirche nicht gehorcht, ist dadurch selbst von ihr ausgeschlossen gleich einem Heiden.



3. Hätte Gottes Vorsehung den Stuhl Petri gleich weltlichen Thronen dem Wechsel menschlicher Dinge preisgegeben, längst hätten die Fluten der Zeit, die Bosheit der Hölle, die Ströme der Verfolgungen, der Neid weltlicher Herrscher ihn von der Erde vertilgt. Aber alle ihre Versuche scheiterten. Dynastien verschwanden, Throne stürzten ein, ganze Völker vergingen bis auf ihren Namen, Petrus überlebte sie alle. Wer hält ihn aufrecht? Die allmächtige Versicherung: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Zeiten." Dieser Mittelpunkt der Kirche bindet und löst, erklärt und entscheidet, und erhält die Einheit des Glaubens unter allen Völkern und Zonen. Und mit seligem Trost folgen diesem einen Hirten alle Schafe der Herde Christi, denn er führt sie mit Sicherheit bis in die ewige Hürde. Johannes 21,15-17: "Weide meine Lämmer. Weide meine Schafe."


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#352

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 23.02.2026 05:17
von Blasius • 4.489 Beiträge




Vom Dienst Gottes



Dir, Herr, dient aller Wesen Heer;

Dir dient der Tag, dir dient die Nacht,

Denn du, o Gott, hast sie gemacht.

Doch ehrt der freie Geist dich mehr,

Den du zu deinem Dienste schufest,

Und lohnend dann zu dir berufest.




1. Wie lange ist es, dass wir im Dasein sind? Haben wir uns selbst erschaffen, als wir noch nicht waren? So gehören wir also auch uns selbst nicht an, sondern demjenigen, der uns Leben, Vernunft und Freiheit verliehen hat, so wie das Bild von Rechtswegen dem Bildner angehört, weil er es hervorgebracht hat. Erfüllen also müssen wir die Absichten unseres Schöpfers, da wir seine Geschöpfe sind, und die Bestimmung erreichen, zu der er uns erschaffen hat, nämlich ihm dienen, zumal da wir ihm nicht umsonst dienen, sondern von seiner Freigebigkeit unsterbliche Belohnungen dafür empfangen.



2. Wie aber haben wir diese heilige Pflicht bisher erfüllt? War sein heiliger Dienst das Ziel unserer Arbeiten, unserer Bestrebungen? Beschämen uns nicht alle vernunftlosen Geschöpfe, die den Willen ihres Schöpfers unwandelbar erfüllen, und sogar, nach seiner Anordnung, uns selbst dienen? Die Sonne leuchtet uns, Pflanzen und Tiere nähren uns, ja die ganze Natur dient uns. Alle Wesen fordern auf ihre Weise uns zu seinem Dienst auf, und sagen uns, dass wir des Lebens nicht wert sind, wenn wir nicht für Gott leben. Wir aber? Können wir wohl mit Wahrheit sagen, dass wir unser Leben, ja dass wir nur acht Tage seinem heiligen Dienst ausschließlich geweiht haben? Wohin zielen auch jetzt unsere Gedanken und Begierden? Ach, meist nur nach der Erde, nach der Verwesung.



3. Bedenken wir wohl, dass wir, wenn wir Gott nicht frei und mit Liebe angehören wollen, ihm gegen unseren Willen angehören werden. Notwendig müssen wir unter der Herrschaft entweder seiner Güte, oder seiner Gerechtigkeit stehen. Unser Gott jedoch ist die Liebe. Er will unsere Seligkeit. Er tut zwar unserer Freiheit keine Gewalt an, aber die Stimme seiner Gnade drängt uns ohne Unterlass, sie drängt uns in jedem Lebensalter, bald liebevoll, bald drohend. Wollen wir noch länger warten? Siehe, schon neigt sich der Tag. Eilen wir wenigstens mit den letzten Arbeitern in seinen Weinberg, und verdoppeln wir unseren Eifer, damit wir nicht uns selbst um den Taglohn des ewigen Lebens bringen. "Ich will deiner Weisung beständig folgen, auf immer und ewig." (Psalm 119,44)


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#353

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 23.02.2026 18:19
von Blasius • 4.489 Beiträge




Über die Wahl des heiligen Apostels Matthias



In deiner Hand liegt, Herr, mein Los

Für dies und jenes Leben.

Und deine Güte ist so groß.

Warum denn soll ich beben.

Bin ich getreu, so liebst du mich;

Dies aber will ich ewiglich.



1. Nichts im Weltall geschieht ohne Gottes Willen. Als die Apostel, die Stelle des verworfenen Judas zu ersetzen, das Los über zwei gerechte Männer warfen, fiel es auf Matthias. Kein Zufall war dies, Gott hatte ihn von Ewigkeit zum Apostel bestimmt. Denn das Los aller Menschen ist in seinem ewigen Plan voraus geordnet. Jeder der Auserwählten hat seine bestimmte Stelle im Himmel. Doch hängt unser Heil nicht von dieser Vorherwissenschaft Gottes, sondern von unserer Mitwirkung mit seiner Gnade ab, die er allen gibt. Denn so viel an ihm liegt, will er, dass alle Menschen selig werden. Wirken wir also getreu mit seiner Gnade, und wir sind unseres Heiles sicher.



2. Offenbarung 3,11: "Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt." Eine ernste Warnung ist dieses Wort unseres Herrn. Denn verlieren wir den Glauben und die Liebe, so wird ein anderer unsere Krone empfangen. Judas fiel, und Matthias wird erwählt. Die Juden wurden meineidig, und die Heiden traten an ihre Stelle. Ein Land verliert den Glauben, und ein anderes nimmt ihn mit Freuden an. Es waren vierzig Kronen für jene 40 Märtyrer bestimmt, die die Marter auf dem gefrorenen Teich erlitten. Einer fiel, und ein heidnischer Wächter trat an seine Stelle und empfing seine Krone. Dies geschieht jeden Tag. Darum wachen und beten wir, dass die Gnade der Beharrlichkeit uns verliehen wird.



3. Hinge mein ewiges Heil nur von Gott ab, dann wäre ich darüber in großer Sicherheit. Da es aber auch von mir abhängt, muss ich allerdings zittern, denn schwach bin ich, wandelbar und bestandlos. Ach, mein Gott, was wird am Ende aus mir werden? Werde ich die Seligkeit erlangen? Ich weiß es nicht. Kann ich sie erlangen? Allerdings, denn der Glaube versichert mich, dass Gott mein Heil aufrichtig will, und von mir nur verlangt, dass ich mit seiner Gnade wirke. Er aber verleiht mir alle Gnaden, dies Werk meiner Ewigkeit zu beginnen und glückselig zu vollenden. Dies ist der Trost meiner Hoffnung. "Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt." (1. Korinther 10,13)


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#354

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 24.02.2026 18:26
von Blasius • 4.489 Beiträge



Vom Willen Gottes



Gott, die Liebe ist dein Wille,

Du willst unsre Seligkeit.

Gib, dass treu ich ihn erfülle,

Sieh, es ist mein Herz bereit.



1. Psalm 143,10a: "Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott." Denn dein Wille, o ewig anzubetende Majestät, ist der Urquell aller Glückseligkeit, der Ursprung aller Liebe, der Spiegel aller Vollkommenheit, die Regel aller erschaffenen Geister. Denn er ist die unerschaffene Weisheit und Güte selbst. Wegen dieser unendlichen Vollkommenheit, die du ewig in dir schaust, liebst du, o Gott, dich selbst notwendig, wesentlich, unendlich. Und auch deine Heiligen, die in deiner Glorie dich schleierlos schauen, lieben, nach Maßgabe dieser glorreichen Anschauung, deinen göttlichen Willen wesentlich und notwendig. Diese Liebe selbst aber ist ihre Seligkeit. Dies, mein Gott, erkenne ich in deinem Licht, und preise deine ewige Güte, der du zu deiner heiligen Erkenntnis und Liebe mich erschaffen hast.



2. Wehe dem erschaffenen Geist, der deinem Willen widerstrebt. Je weiter er von dieser göttlichen Richtschnur alles guten Willens abweicht, um so mehr entfernt er sich von dem Urquell alles Friedens und aller Glückseligkeit. Ewig rasen in den Kerkern deiner Gerechtigkeit die Verworfenen, weil sie deinem gerechten Willen ewig, und ewig vergeblich, widerstreben. Unglückselig auch sind, selbst in diesem Leben, alle Sünder, die deinem heiligsten Willen feindlich gegenüber stehen. Unglückselig ist der Ungläubige, der Lasterhafte, der Sinnenmensch. Und gleich jenen Verworfenen ergrimmt er über Schmerz, Unglück, Schmach. Und alles, was in dem grauenhaften Spiel seiner Leidenschaften ihn stört, oder seine sündhafte Lust ihm vergällt.



3. Und woher auch, mein Gott, die Bitterkeit meines eigenen Lebens, wenn nicht daher, dass mein Wille dir nicht vollkommen unterworfen ist? Denn eine gerade Richtschnur ist dein ewiger Wille. Mein Wille aber ist verkehrt. Er will, was dein Gesetz verbietet. Und, ach, bitter wie die Arznei dem Kranken, fällt es mir oft, diesen schiefen Willen nach dem deinigen zu richten. Gib mir doch, Herr, dass ich dich liebe gleich deinen Heiligen, die sogar in den bittersten Leiden und Trübsalen frohlocken, weil sie erkannten, dass alle diese Bitterkeiten nur zu deiner Verherrlichung und zu ihrem Heil aus der Hand deines Willens kamen. Psalm 5,13: "Denn du, Herr, segnest den Gerechten. Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade."

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#355

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 26.02.2026 15:28
von Blasius • 4.489 Beiträge



Vom gottesfürchtigen Herzen



Gib mir, dass mich Furcht und Liebe leite,

Herr, auf meinem dunklen Pfade:

Dass mein Herz nicht in der Irre gleite,

Fern vom Segen deiner Gnade.

Furcht vor deinem göttlichen Gericht,

Eins mit Liebe, sei mein Doppellicht.



1. Lebe vor dem Herrn in heiliger Furcht, und überlasse dich nicht törichter Sicherheit. Dazu ermahnen dich sowohl die Seher des alten, als die Apostel des neuen Bundes mit eindringlicher Stimme: "Dient dem Herrn in Furcht", ruft der heilige Psalmensänger. Der Weltapostel aber: "Er ist euch von Herzen zugetan, wenn er daran denkt, wie ihr euch alle gehorsam gezeigt und ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt." (2. Korinther 7,15) Auch sehen wir, dass alle großen Heiligen, in je größerer Unschuld und Heiligkeit sie lebten, um so sorgsamer alle ihre Wege hüteten. Diese Furcht entsprang bei ihnen nicht etwa aus einem Mangel an Liebe. Wahrlich, sie liebten Gott über allen Ausdruck. Aber ihre Liebe war von der tiefsten Ehrfurcht begleitet, die aus dem Anblick seiner unendlichen Heiligkeit kam.



2. Diese erleuchteten Seelen fürchteten sich auch nicht sowohl wegen der Sünden ihres verflossenen Lebens, von der Gottes Gnade sie befreit hatte, als wegen der Gaben, die sie von seiner Freigebigkeit empfangen hatten, da der Ausspruch ihnen vor Augen schwebte: "Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen." Lukas 12,48b) Sie zitterten, dass sie die Gnaden Gottes vergeblich empfangen, und die Talente ihres Herrn nicht als getreue Knechte zu seiner Ehre verwendet hätten. Diese Furcht regte den großen Apostel, ungeachtet seiner feurigen Gottesliebe, an, seinen Leib zu züchtigen und in die Knechtschaft zu zwingen, damit er nicht, wenn er anderen gepredigt hätte, selbst verworfen würde.



3. Zitterten aber diese starken Säulen des Hauses Gottes: was sollen wir elende Sünder tun? Wahrlich, ohne Vergleich mehr Ursache haben wir zu zittern, als sie. Der große heilige Bernhard, dessen ganzes Leben beinahe ein beständiger Akt der Liebe Gottes war, sprach dennoch: Ich erbebe, wenn ich den Ausspruch lese: "Der Mensch weiß nicht, ob er des Hasses oder der Liebe würdig ist." (Kohelet 9,1) Ein Abgrund sind die göttlichen Gerichte. Wie viele, die lobwürdig anfingen, fielen ab und nahmen ein böses Ende. Und wir fürchten nicht, und zittern nicht, sondern schmeicheln uns, mit unserer sehr geringen, sehr unvollkommenen und werklosen Liebe Gott wohlgefällig zu sein. "O durchstich, Herr, mein Fleisch mit deiner Furcht, denn ich habe deine Gerichte gefürchtet." (Psalm 119,120)


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