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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen 21.01.2026 08:55von Blasius • 4.300 Beiträge

Gott ist die Liebe
Entzünde, Herr, mein Herz mit jenem Feuer,
Das immerdar von deiner Liebe brennt;
Denn lieben wird es dich um so getreuer,
Wenn es durch diese Liebe dich erkennt.
1. Herr, mein Gott, du bist die Liebe. Also spricht der vielgeliebte Jünger, und der Funke der Liebe, den du in mein Herz legtest, macht diese Wahrheit mir fühlbar. Denn unauslöschlich ist mein Verlangen nach Liebe. Sie ist die Freude meines Daseins, sie ist ein Aufschwung nach dem Schönen und Lieblichen und wird durch nichts Erschaffenes gesättigt. Hieraus, unendliche Majestät, wird es mir klar, dass unendliche Liebe der Jubel deines glorreichen Daseins ist, dass sie nur durch unendlich Schönes, nur durch unendlich Großes und Gutes gesättigt wird, dass du, Ursprung aller Wesen, in dir allein, dem unermesslichen Ozean unendlicher Vollkommenheiten, findest.
2. Auch schließe ich, mein Gott, aus dem Gefühl meiner geringen Liebe, die, je inniger und lebendiger, auch um so tätiger und wirksamer ist, dass deine Liebe, die keinen Anfang kennt, in unendlicher Wirksamkeit besteht, da ihr Gegenstand die unendliche Schönheit, die unendliche Herrlichkeit und Vollkommenheit ist. Unermesslich ist das Feuer dieser glorreichen Liebe, unermesslich die Glorie, die dieses lebendige Feuer nährt. Denn alles, was dieser unendlichen Liebe genügt, besitzt du selbst, ja bist du selbst, unendliche Majestät. Daher, o ewig anzubetende Dreieinigkeit, deine unbegrenzte, ewig neue, ewig lebendige Glückseligkeit und Glorie in dem Genuss dieser unermesslichen Liebe.
3. Das Übermaß dieses göttlichen Feuers ergießt sich über alle Chöre deiner Engel, über alle Scharen deiner Heiligen. Von diesem Feuer durchströmt, jubeln sie in ewiger Glückseligkeit, und singen den Lobgesang deiner Liebe. Trunken sind sie von dem Strom dieser Wonne ihres Gottes, und versunken in ewige Entzückungen über deine unendliche Urschönheit. Ja selbst in diesem Tal der Tränen erhebt ein Funke dieses göttlichen Feuers, der in eine auserwählte Seele fällt, sie über sich selbst, und entflammt ihr Herz mit einer Sehnsucht, die ohne Unterlass seufzt, aufgelöst zu werden, um ewig bei dir zu sein. O mein Schöpfer, entflamme auch mein Herz mit diesem heiligen Feuer. Psalm 42,2-3: "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?"
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen Gestern 08:44von Blasius • 4.300 Beiträge

Gott ist das Leben
O Quell des Lebens, Gott von Ewigkeit.
Nach dir zielt, das du mir verliehst, mein Leben.
O lass es, Herr, geheiligt in der Zeit,
An seinem Ende selig zu dir schweben.
1. Gott, du bist das Leben, denn du bist die Liebe, die Liebe aber ist des Lebens höchste Glückseligkeit. Unendlich ist dein Bewusstsein dieses glorreichen Lebens in deinem Wort, das ewiges Licht, ewiger Gedanke ist, unendlich die Entzückung deiner Liebe in deinem göttlichen Geist, der wesentlichen Liebe des Vaters und des Wortes. In diesem glorreichen Leben, mein Gott, besteht deine unendlich vollkommene Wesenheit, ohne Anbeginn, ohne Ende, ohne Beschränkung, in unendlicher Fülle. Und die Glorie deines Lebens ist, deine unendliche Schönheit, Weisheit, Allmacht und Heiligkeit zu schauen und zu lieben, die, so wie zahllose andere, keinem erschaffenen Geist erreichbare Vollkommenheiten, in dir nur eine und dieselbe, unzerteilte Vollkommenheit sind.
2. Nur einzelne Funken deiner glorreichen Vollkommenheiten, Herr, sehe ich gleich einem schwachen Wiederschein auf den Wesen leuchten, die deine allmächtige Hand erschaffen hat. Aus der unendlichen Fülle deines Lebens gingen alle diese mannigfaltigen Geschöpfe, wie aus ihrem Urquell, hervor. Alle jedoch sind, sowohl ihrer Anzahl als ihren Eigenschaften nach beschränkt, denn übertrifft auch ihre Anzahl alle unsere Vorstellungen, so sind sie dennoch gleich wenigen Sandkörnern, gegen die unendlichen Welten voll der wunderbarsten Wesen, die ewig in deiner göttlichen Idee bestehen, und nach uns unerreichbaren Gesetzen sich richteten, wenn deine Allmacht sie erschüfe, deren Fülle in alle Ewigkeit nicht kann erschöpft werden.
3. O lebendiger und wahrer Gott, der du allein die Unsterblichkeit besitzt (1. Timotheus 6), alles Leben deiner Geschöpfe ist nur ein Schatten deines göttlichen Seins. Ein geliehenes Leben, das nur besteht, weil du, o Gott, es willst, und so lange du es willst. Es hat nur Dasein, deiner Allmacht Zeugnis zu geben, und dein ewiges, glorreiches Leben zu verherrlichen. Wer aber dringt in das lebendige Leben deiner unendlichen Wesenheit ein? Beim Anblick dieser unerschaffenen Herrlichkeit versinke ich in mein Nichts. Nimmer wage ich es, diesem geheimnisvollen, flammenden Dornbusch mich zu nähern. Unendlicher Gott, ewiges Leben, einzig wesentliche Vollkommenheit, alles verschwindet vor dir. Denn du allein bist, alles andere aber ist, als ob es nicht wäre. Psalm 35,10a: "Mit Leib und Seele will ich sagen: Herr, wer ist wie du?"
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RE: Tod - Angst oder Freude?
in Wort- und Begrifferklärungen Heute 04:17von Blasius • 4.300 Beiträge

Mariä Vermählung
Wie einst du, o heller Meeresstern,
Maria, hehre Mutter unseres Herrn,
In wunderbarem Doppelglanz
Die Mutterkrone und den Jungfraukranz.
Es preisen dich die Völker aller Zonen,
Denn du gebarst das Heil der Nationen.
1. Die Kirche Gottes feiert die Vermählung Mariä durch ein eigenes Fest, weil in diesem großen Geheimnis die Weisheit Gottes auf wunderbare Weise sich zeigte. Die glorreiche Jungfrau, die nach Gottes ewigem Ratschluss erkoren war, den Sohn Gottes zu gebären, empfing schon im ersten Augenblick ihres Bewusstseins die Gnade, die sie zu dieser so hocherhabenen Würde vorbereitete. Und diese Gnade nahm, so wie das Licht des Heiligen Geistes, fortwährend in ihr zu, da sie ihr kein Hindernis durch die geringste Sünde setzte. In diesem göttlichen Licht erkannte sie die höchste Tugend des Evangeliums, die Tugend der Jungfräulichkeit, und weihte, die Erste und Einzige im Alten Bund, dem Allerhöchsten noch in ihren kindlichen Tagen sich als ewige Jungfrau.
2. Da sie jedoch aus dem Hause David abstammte, und der Messias um diese Zeit allgemein erwartet wurde, konnte ihr Verlangen ihr nicht gewährt werden, dem Herrn in seinem Tempel ewig als Jungfrau zu dienen. Sie musste dem Gesetz sich unterwerfen und mit einem Mann aus dem genannten Haus sich vermählen lassen. Gottes ewige Vorsehung aber hatte dazu den gerechtesten und heiligsten Mann aus Israel erwählt, der, nach dem allgemeinen Glauben der Kirche, gleich ihr dies Gelübde der Keuschheit abgelegt hatte. Durch diese Vermählung war die jungfräuliche Geburt Mariä beschützt, und das hochheilige Geheimnis der Menschwerdung Gottes unheiligen Augen verborgen.
3. Betrachte diese wunderbare Jungfrau, die die heilige Reinheit über alles liebte, und dennoch im festen Vertrauen, dass der Allerhöchste das heilige Gelübde, das er selbst ihr eingeflößt hatte, auch beschützen werde, denjenigen gehorchte, die über ihre Zukunft zu verfügen hatten. Wie wunderbar aber belohnte der Herr ihr Vertrauen und ihren Gehorsam. Sie war die Jungfrau, von der der Seher Gottes geweissagt hatte: "Siehe, eine Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären; und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen, das ist: Gott mit uns." Dies aber geschah unter dem Schutz dieser heiligen Vermählung. Lerne von ihr, Gottes Fügungen demütig dich unterwerfen, und du wirst die Wunder seiner Vorsehung erfahren. Lukas 1,38: "Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast."
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