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#356

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 27.02.2026 08:04
von Blasius • 4.502 Beiträge




Von der Hoffnung



Dich, liebliche Hoffnung, hat Gott uns gegeben,

In Angst und Gefahr uns mit Trost zu erheben.

Du linderst mit Balsam die bitterste Not;

Dein Zuruf verscheuchet den ewigen Tod.




1. In allen deinen Bedrängnissen hoffe fest auf den Herrn, denn in seiner Hand allein liegen alle Güter der Natur, der Gnade und der Glorie. Und er auch ist die allerhöchste Güte, und immer bereit, dir zu helfen. Dazu auch haben wir die Verheißung seines Eingeborenen, alles vom Vater zu erbitten, um was wir in seinem Namen ihn bitten werden. Höre den Ausruf des Heiligen Geistes: "Wer hat auf den Herrn vertraut und ist dabei zuschanden geworden? Wer hoffte auf ihn und wurde verlassen? Wer rief ihn an, und er erhörte ihn nicht?" (Jesus Sirach 2,10) Strafreden sind dies an die "Ungehorsamen", die auch der Apostel mit Gottes Zorn bedroht. (Epheser 5,6)



2. Gott führt zwar seine Getreuen oft durch bittere Trübsale, weil er durch ihre Geduld verherrlicht und ihre Glorie vermehrt wird. Aber nimmermehr lässt er ihre Hoffnung zu Schanden werden. Mitten unter seinen schrecklichsten Leiden rief Ijob mit unerschütterlicher Hoffnung aus: "Er mag mich töten, ich hoffe dennoch auf ihn." (Ijob 13,15) Und wurde etwa seine Hoffnung getäuscht? "Der Herr mehrte den Besitz Ijobs" spricht die Schrift, "auf das Doppelte. Der Herr aber segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere." (Ijob 42,10 + 12) Wie viele solcher Beispiele zeigt uns die Heilige Schrift und die Kirchengeschichte. Sind wir demnach verlassen und trostlos: wer trägt dann die Schuld, wenn nicht unser Unglaube und unser Misstrauen?



3. Befiehlst aber du, unser Gott, bei deinem Fluch, sogar alle zeitlichen Güter von dir zu hoffen, und rufst aus deinen Schriften: "Verflucht sei der Mensch, der sein Vertrauen auf Menschen setzt." (Jeremia 17,5): wie weit mehr müssen wir die Gnaden des ewigen Heils von dir hoffen, und wie zahllos sind hierüber deine Aussprüche. Nun spricht aber deine Schrift: "Gott ist wahrhaft, und nicht möglich ist es, dass er lügt." (Römer 3,4 und Hebräer 6,16-17) So ist denn niemand, selbst der größte Sünder nicht, von dieser Hoffnung ausgeschlossen, wofern anders er entschlossen ist, von seiner Sünde abzulassen, "denn niemand hat auf dich gehofft und ist zu Schanden geworden." "Auf dich, Herr, habe ich gehofft, lass mich ewig nicht zu Schanden werden." (Psalm 71,1)


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#357

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 27.02.2026 19:19
von Blasius • 4.502 Beiträge



Von der Nachfolge Jesu



Seht, Jesus geht mit seinem Kreuz voran.

O folgen wir ihm nach mit treuem Herzen.

Geht über manchen Dorn auch unsre Bahn:

Sein Reich vergilt unendlich unsern Schmerzen.




1. Beherzige den Ausruf Jesu zu seinem himmlischen Vater, als er im Begriff war, diese Welt zu verlassen: "Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast." (Johannes 17,4) Dieses große Werk war unsere Erlösung, die Jesus am Kreuz vollendete, wo er durch seinen zeitlichen Tod vom ewigen Tod uns errettete, und durch sein Blut die ewige Gerechtigkeit versöhnte. Aber noch genügte dies nicht, wir bedurften auch eines sicheren Weges, dieses große Heil zu erlangen, und eines vollkommenen Vorbilds zur Nachbildung, Gott wohlgefällig zu werden. Und diesen Teil seiner Sendung hatte Jesus während seines Lebens vollbracht. "Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt." (1. Petrus 2,21)



2. Die Beispiele unseres Herrn sind die Richtschnur unseres Lebens, und das Maß unserer künftigen Seligkeit. Alle Heiligen bildeten sich nach diesem göttlichen Vorbild, und auch nur darum waren sie heilig. Einige zwar ahmten diese, andere jene seiner anzubetenden Tugenden insbesondere nach. Es gab Heilige, in denen vorzüglich die Demut, andere, in denen die Sanftmut, andere, in denen die Geduld, andere, in denen die Liebe Jesu ganz besonders hervorleuchtete. Einige folgten ihm in seinem verborgenen Leben, andere in seinen Arbeiten am Heil der Seelen nach. Alle jedoch trafen darin zusammen, dass sie seinem göttlichen Ausspruch folgten: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." (Matthäus 16,24) Denn Kreuz und Selbstverleugnung sind die Grundfesten der Nachfolge Jesu für alle.



3. Diese Ähnlichkeit ist das Gepräge aller Auserwählten. Römer 8,29: "Denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben." Ohne Selbstverleugnung also, das heißt ohne Überwindung unserer ungeordneten Triebe, ohne Hingabe unseres Willens an Gottes Vorsehung, ohne geduldiges Tragen des täglichen Kreuzes, das diese Vorsehung uns auferlegt, und ohne Nachbildung der Sanftmut, Demut, Abtötung und Liebe unseres göttlichen Vorbilds, nennen wir uns vergeblich seine Jünger. Matthäus 17,5b: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören."


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#358

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 28.02.2026 21:45
von Blasius • 4.502 Beiträge




Die Menschenfurcht



Wer Menschen fürchtet, ist der Menschen Spott,

Sie führen ihn wie Samson in die Mühle;

Doch ihrer spottet, selbst im Weltgewühle,

Wer einen nur in Liebe fürchtet: Gott.



1. Selig, wer fern vom Getriebe der Welt Gott im Stillen dienen kann. Denn wenige sind, die lange unter den Kindern dieser Welt leben, ohne Vernunft und Religion aus Furcht vor ihrem Spott zu verleugnen. Was aber gibt es je Erniedrigenderes als diese Furcht, diese Sklaverei, die den Menschen so tief herabwürdigt, dass er gegen sein eigenes Bewusstsein spricht, nach allen Launen der Welt sich richtet, es nicht wagt, das erkannte Gute zu tun, noch seine heiligsten Pflichten zu erfüllen, sondern vielmehr allerlei Böses tut, und Grundsätzen folgt, die er als gottlos erkennt, um dadurch die Achtung der Menschen zu erlangen, oder ihrem Tadel auszuweichen.



2. Sei also auf der Hut, und musst du unter Weltkindern leben, dann bewaffne dich mit dem festen Schild des Glaubens, und rufe beständig die göttliche Hilfe an. Denn viele, die der giftigen Weltluft unbesonnen sich aussetzten, gingen darin zu Grunde. Liebte Petrus nicht seinen Herrn und hing ihm aus ganzem Herzen an? Was brachte ihn denn zu Fall? Menschenfurcht! Und zwar fiel er so tief, dass er von der Lüge bis zu einem falschen Eid überging. Ja auch der Gottmensch selbst wurde ein Opfer der Menschenfurcht. Pilatus kannte seine Unschuld, aber die Furcht, dem Kaiser zu missfallen, machte ihn zum Gottesmörder.



3. O Menschenfurcht, wie viele Bekehrungen hast du verhindert, wie viele Seelen in den ewigen Untergang fortgerissen. Eine wahre Verfolgung der Kirche ist diese blinde Furcht, die überaus wirksam ist, alle Religion zu zerstören. Bedenke, dass die Welt nicht an unserer Stelle vor dem ewigen Richterstuhl erscheinen wird, und antworte auf den Spott der Welt großmütig mit dem Apostel: 1 Korinther 4,3: "Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst.", denn euer Urteil ist Vorurteil, ist Täuschung, ist Irrtum, und wird niemals die Richtschnur meines Lebens sein. Sind wir fest, dann wird selbst die Welt uns achten, die, so verkehrt sie auch ist, dennoch nur die Furchtsamen und Unentschlossenen verlacht. Der Apostel schreibt an die Galater 1,10: "Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi."


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#359

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 02.03.2026 06:31
von Blasius • 4.502 Beiträge





Die lässliche Sünde



Tief, Herr, mein Gott, ist meine Seele wund.

O gib den Balsam mir der Gnade,

Denn unheilbar wird sonst mein Schade.

Erbarme dich und mache mich gesund.



1. "Es gibt eine Sünde, die zum Tode führt," spricht der Jünger der Liebe, "und es gibt eine Sünde, die nicht zum Tode führt". (1. Johannes 6,16) Die erste stürzt, wenn sie nicht durch Buße getilgt wird, die Seele unfehlbar in den ewigen Tod. Die zweite aber stürzt sie in schwere Krankheiten. Liebst du also das Leben, so flüchte nicht nur vor dem Tod, sondern auch vor den Krankheiten, die zum Tode führen. Sage nicht, eine kleine Lüge, eine Überschreitung der Mäßigkeit, eine Spottrede und Ähnliches seien eben keine Todsünden. Eine Seele, die Gott liebt, fasst nicht sowohl den Umfang des Verbotes, als den ins Auge, der da verbietet.



2. Ein sehr schweres Übel ist diese Sünde. Bringt sie auch die Seele nicht um Gottes Gnade, so betrübt sie doch den Heiligen Geist. Sie tilgt zwar die Liebe nicht, wohl aber die Kraft und den Eifer der Liebe, wodurch dann das Gemüt träge, weniger fröhlich und eifrig zu guten Werken, und schwächer wird, geistige Kämpfe zu bestehen. Daher auch sagen die Gottesgelehrten einstimmig, die lässliche Sünde bahne der Todsünde den Weg. Denn drängt in diesen Stunden eine lockende Gelegenheit, oder erhebt sich der Sturm einer heftigen Versuchung, dann entsteht die Gefahr, dass ein also geschwächter Mensch in die Todsünde fällt, und nicht wenige Menschen verloren auch bei solchen Gelegenheiten das Leben der Gnade.



3. Unser Herz ist ein Spiegel Gottes. Je reiner es ist, um so mehr nimmt es die Strahlen der göttlichen Klarheit in sich auf. Die Todsünde ist gleich dem Unflat, der diesen Spiegel so gänzlich überzieht, dass er durchaus unfähig wird, diesen himmlischen Glanz aufzunehmen. Die lässliche Sünde aber bedeckt gleich dem Staub das glänzende Angesicht dieses Spiegels, so dass er die Strahlen der göttlichen Sonne nur matt in sich aufnimmt. Je weniger aber die Seele Gott in sich schaut, um so weniger auch liebt sie ihn, und um so weniger scheut sie sich, ihn zu beleidigen. Wer also kann noch gering ein Feuer nennen, das so tiefe Wunden brennt! Psalm 139: "Herr, richte meine Schritte nach deinem Wort aus, und lass keine Ungerechtigkeit über mich herrschen."


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#360

RE: Tod - Angst oder Freude?

in Wort- und Begrifferklärungen 03.03.2026 07:51
von Blasius • 4.502 Beiträge



Notwendigkeit der täglichen Betrachtung



Herr, erleuchte meine Seele

Durch das Heimatlicht.

Dass den Weg ich nicht,

Der dahin mich führt, verfehle.



1. Gleichwie die Erde aus sich selbst nur Dornen und Disteln trägt, also bringt leider auch unsere Seele aus sich selbst nur Dornen der Sünde und Disteln böser Begierlichkeit hervor. Selten lassen das Gewirr der Welt und die Verhältnisse des Lebens gute Gedanken in unserem Herzen aufkommen. Daher auch sind die meisten Menschen zur Erde gebeugt, und wühlen nur in der Erde. Indessen sind wir hier nur im Vorübergehen, und werden in sehr kurzer Zeit in unsere ewige Heimat eingehen. Ist es daher nicht die größte aller Torheiten, wenn wir unser Herz an diese Erde heften, nur Vergängliches suchen und lieben, und niemals über unsere erhabene Bestimmung nachdenken, noch unserer ewigen Zukunft uns versehen?



2. Willst du dein glorreiches Ziel nicht verfehlen, so musst du notwendig der Betrachtung der Dinge dich hingeben, die allein dich dahin führen. Diese Betrachtung war die tägliche Nahrung aller auserwählten Seelen, und zwar sogar schon im Alten Bund. Der Patriarch Isaak hielt seine Betrachtung im freien Feld (Genesis 24). Oftmals spricht David von seinen Betrachtungen. Ein anderer König aber spricht: "Betrachten werde ich gleich der Taube. Meine Augen wurden durch oftmaligen Aufblick zum Himmel geschwächt." (Jesaja 38,14) Dies taten Könige, die mit der Regierung eines großen Reiches beschäftigt waren. Und du findest keine Zeit, über das einzig Notwendige, über das Leben deines Herrn, über ewige Wahrheiten nachzudenken?



3. Unterlass daher an keinem Tag, wenigstens eine Viertelstunde frommer Betrachtung zu weihen. Ganz wunderbar sind die Früchte dieser Betrachtung. Sie führen zur Erkenntnis Gottes und deiner selbst, entfesseln das Herz allmählich von der Erde, zeigen die Torheiten und die Vergänglichkeit der Welt, erwecken Verlangen nach Tugenden, machen mit den heiligen Geheimnissen unseres Heils uns vertraut, und entzünden eine lebendige Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterland. Woher so vieles Elend auf dieser Welt? Höre den Propheten: "Das ganze Land ist verödet, doch keiner nimmt sich das zu Herzen." (Jeremia 12,11) "Herr, ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache." (Psalm 63,7) "Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend. Nie will ich deine Befehle vergessen; denn durch sie schenkst du mir Leben." (Psalm 119,92-93)


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