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  • Tages-Gebete Datum15.02.2026 12:36
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 15. Februar



    Heilige Maria, du bist unsere Führerin auf der Reise durch das Leben, unsere Kraft in der Schwachheit, unser Reichtum in der Armut, das Heilmittel unserer Wunden, unsere Zuflucht in der Trübsal und unsere Seligkeit durch Jesus Christus. O Maria, du bist mächtig genug die Sünder zu retten, weil du die Mutter Gottes bist. Gebrauche also deine Macht und rette meine Seele. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Brüder Faustin und Jovita



    Wir bitten Dich, o Herr, erhöre unser demütiges Bitten, und hilf uns, dass wir auf unsere Gerechtigkeit nicht vertrauen können, durch die Verdienste und Fürbitte der heiligen Märtyrer Faustinus und Jovita, die ein Dir wohlgefälliges Leben geführt haben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr, jetzt bist Du noch Heiland und Mittler. Hilf uns, dass wir die Wohltat Deiner Erlösung und Deines Mittleramtes so benützen, dass wir Dein Gericht nicht zu fürchten haben. Hilf uns mit Deiner Gnade dazu, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag kann man der Vermählung der seligsten Jungfrau gedenken nach jenen Worten des weisen Sirachs, die buchstäblich der ewigen Weisheit zukommen, von der Kirche aber auf die seligste Mutter Gottes angewendet werden: "Ich bin von Anfang und vor allen Jahrhunderten erschaffen worden, und werde bis zum künftigen Jahrhundert nicht aufhören. Ich bin von Ewigkeit und von den ersten Zeiten her erwählt worden, ehe die Erde erschaffen worden ist."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Die heiligen Faustinus und Jovita, Märtyrer



    „Die Seelen der Gerechten“, so heißt es im Lied, „sind in Gottes Hand. Der Bösen Folterwerkzeug kann sie nicht erreichen. Sterbende waren sie in den Augen der Toren, sie aber sind im Frieden.“



    In diesen wenigen Worten ist bereits das ganze Leben der beiden Heiligen zum Ausdruck gebracht.



    Zunächst muss von Faustinus und Jovita festgestellt werden, dass sie leibliche Brüder und in einem norditalienischen Städtchen beheimatet waren. Um das Jahr 100 nach Christi Geburt kamen sie als Söhne christlicher Eltern in heidnischer Umgebung zur Welt. Schon in ihren jungen Jahren betätigten sich beide eifrig als Laienapostel. Trotz der herrschenden Christenverfolgung wollten sie kühn und draufgängerisch Freunde und Nachbarn für den Glauben an Christus gewinnen. Als später Faustinus zum Priester und Jovita zum Diakon geweiht wurden, kannte ihre Verwegenheit bald keine Grenzen mehr. Die beiden waren das Herz und die Seele in der langsam aufblühenden Christengemeinde ihrer Heimatstadt, bis sie verhaftet wurden. Am gleichen Tag begann auch ihr Martyrium, welches sich von den Folterqualen anderer Blutzeugen besonders dadurch unterscheidet, dass es von Wundern glanzvoll umsäumt war.



    Zunächst sollten Faustinus und Jovita im Zirkus den wilden Tieren vorgeworfen werden. Man stelle sich ein großes Stadion vor mit Tausenden von aufsteigenden Sitz- und Stehplätzen, die alle ohne Ausnahme von einer erwartungsvollen Menschenmenge besetzt sind. Vor den Blicken der schwatzenden Neugierigen stehen in der Mitte des Zirkus hochaufgerichtet, ohne das geringste Zeichen von Angst zu zeigen, strahlenden Blickes die Brüder, der Priester Faustinus und der Diakon Jovita. Auf einmal erzittert die Luft von dem dröhnenden, grauenerregenden Gebrüll zweier ausgehungerter Löwen. Da verstummt auch gleich das Gemurmel der Zuschauer. Totenstille tritt ein. Die Spannung erreicht den Höhepunkt, als die wilden Tiere aus den sich öffnenden Käfigen hervorstürmen und sich mit blutgierigem Blick und fletschenden Zähnen auf ihre Opfer stürzen. Aber was ist das? Fünf Schritte vor Faustinus und Jovita stehen sie. Wie von einer geheimnisvollen Macht angehalten, stehen sie, still, ducken sich, kriechen winselnd näher und belecken wie liebkosend die Füße der Glaubenshelden. Sie tun dies eine ganze Weile lang, bis Faustinus befehlend die Hand ausstreckt und sagt: „Marsch, in den Käfig zurück!“ Kaum ist das Wort gefallen, da springen die Löwen auf und rennen in ihren Käfig zurück.



    Doch in dem gleichen Augenblick, als dies geschieht, löst sich die unerträgliche Spannung in der Zuschauermenge und knallartig ertönt aus tausend Kehlen der Ruf: „Zauberei! Zauberei! Ins Feuer mit den Zauberern! Ins Feuer! Ins Feuer!“



    In aller Eile errichtet man im Zirkusrund einen Scheiterhaufen, auf dessen Spitze die beiden Brüder an Pfählen angebunden werden. Und als man den Holzstoß anzündet, legt sich erneut eine atemlose Stille auf die Zuschauermasse. Gierig fressen die Flammen das trockene Reisig und plötzlich umlodert das Feuer die Glaubenszeugen mit einem lebensgroßen leuchtenden Heiligenschein, sie selbst aber bleiben unverletzt.



    Wieder entlädt sich die maßlose Enttäuschung der Menge durch einen neuen Sprechchor: „Zauberei! Zauberei! Ins Meer mit den Zauberern! Ins Meer! Ins Meer!“ Sofort folgt dem Ruf die Tat. Faustinus und Jovita werden ins Meer geschleudert. Aber die Wellen tragen die beiden spielend ans Land zurück, wo man sie gleich danach enthauptet und sie dadurch der Himmelskrone teilhaftig macht. Da endlich ist der Hass der Menge gesättigt, aber viele von den Zuschauern, jene, die nachdachten und tiefer schauten, bekehrten sich auf die Wunder hin, die sie mit eigenen Augen gesehen hatten, zu Christus. So bestätigte sich wieder einmal die bekannte Tatsache, dass das Blut der Martyrer zum Samen wird, aus dem die vielfältige Frucht neuer Christen erwächst.


    Gott versteht es wirklich ausgezeichnet, aus allem Bösen etwas Gutes zu gestalten.


    https://www.heiligen-legende.de/faustinus-von-brescia/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Mit der Geschichte und Förderung der Herz-Jesu-Andacht ist für immer der Name des heiligen Paters Claudius de la Colombière verbunden, dieses würdigen Dieners Gottes, der beinahe mit der verdienten Krone des Bekenners auch die des Märtyrers hätte verflechten können.



    Geboren zu St. Symphorien d’Ozan in der Diözese Grenoble in Südfrankreich am 2. Februar 1641, verlebte Claudius seine Kindheit in Unschuld und Heiligkeit. Im Jesuitenkolleg zu Lyon zeichnete er sich durch Frömmigkeit wie durch seine Talente unter den Studiengenossen aus und trat 1658, 17 ½ Jahre alt, zu Avignon ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Da legte er den Grund zu jener außerordentlichen Vollkommenheit, die ihn befähigte, der Gewissensrat jener auserwählten Seele zu werden, deren sich Gott bedienen wollte, seiner Kirche die Andacht zum Herzen seines Sohnes zu empfehlen, und so die Liebe zu ihm, der aus Liebe zu uns das allerheiligste Altarsakrament einsetzte, in den erkaltenden Herzen aufs neue zu entflammen.



    Nachdem Pater Claudius Colombière seit 1671 in Lyon als trefflicher, gemütvoller Prediger segensreich gewirkt hatte, wurde er 1675 als Oberer nach Paray le Monial berufen. Es war jene Zeit, in der Margareta Maria Alacoque bitterster Seelennot und peinigenden Zweifeln anheimgegeben war, nachdem mehrere Geistesmänner, denen sie sich im Gehorsam eröffnen musste, ihre Gnaden und Offenbarungen verworfen hatten. In dieser auch für ein ganz selbstloses und gotterfülltes Gemüt harten Prüfung gab ihr der Heiland selber Ende 1674 die trostvolle Verheißung, er werde ihr „einen seiner Diener“ senden, der der Vertraute all ihrer Gedanken und Geheimnisse sein und ihr alle nötige Klarheit und Ruhe geben werde. Welch eine Ehre für den ehrwürdigen Colombière, aus dem Mund des Herrn selber als sein Diener bezeugt zu werden! Wird der, den Gott ausdrücklich zum Führer einer Heiligen und zum Sachwalter der Offenbarung der Liebe des göttlichen Herzens sandte, nicht selbst ein Mann von ausgezeichnetster Tugend gewesen sein? Und der so Auserwählte bewährte sich auch sowohl als klugen Seelenkenner wie als beharrlichen durch nichts beirrbaren Apostel der ihm übertragenen Aufgabe.



    Schwester Alacoque, die durch das vorher Erlebte hinsichtlich offener Aussprache vorsichtig geworden sein mochte, war entschlossen, bei dem neuen außerordentlichen Beichtvater Pater Colombière nichts Tieferes zu berühren. Doch ein Wort, ein leises Zeichen verriet die Herzensqual der Jüngerin der Liebe und ihr Ringen nach Klarheit. Aber nur zurückhaltend ging sie auf entsprechende Fragen ein. Als ihr dann die Oberin den Auftrag gab, ihre ganze Seele dem erleuchteten Priester zu eröffnen, da fühlte sie einen unsäglichen Widerwillen dagegen. Demütig bekannte sie dies auch dem Seelenführer. Darauf entgegnete dieser, es freue ihn, ihr Gelegenheit zu einem Opfer für Gott durch ihre Aussprache zu geben. Dies Wort allein genügte, nun jedes, auch das leiseste Bedenken zu zerstreuen, und nun erfuhr zum ersten Mal ein Menschenherz, außer der Oberin, welch eine Fülle von Gnaden der Heiligen zuteil geworden war, ohne dass diese noch über die Wunder des göttlichen Herzens gesprochen hätte. Friede und Ruhe war der Lohn ihrer Offenheit. Der seelenkundige Geistesmann aber zeigte kein Erstaunen über das Gehörte. Seine Antwort waren nur schlichte Hinweise auf das unendliche Erbarmen Gottes, Aufforderungen zur Demut und zur Treue gegen die Gnade, zur vollen Opferhingabe. Mit Sicherheit und Klarheit wusste er die auserwählte Seele zu führen, ohne irgendwie der menschlichen Eigenliebe die Möglichkeit zu lassen, Gottes Pläne zu stören. So bereitete sich der Heiland selber das Feld für den großen Saatwurf vor, und sein treuer Diener Claudius durfte die menschliche, mitpflügende Hand leihen. In der Fronleichnamsoktav, 13.-20. Juni 1675, gab der göttliche Erlöser der heiligen Margareta die bekannte große Offenbarung mit dem Verlangen, am Freitag nach der Oktav ein eigenes Fest zu Ehren seines heiligsten Herzens zu begehen und durch Kommunion und feierliche Abbitte Ehrenersatz für jede unwürdige Behandlung zu leisten. Als dabei Margareta den Herrn bat, ihr doch auch die Mittel zu gewähren, damit sie sein Verlangen befriedigen könne, da befahl ihr der Meister, sich an Pater Colombière zu wenden, dass er die ganze Kraft aufbiete, seinem göttlichen Herzen Freude und Ehre zu verschaffen. Er möge sich nicht entmutigen lassen durch alle auftauchenden Schwierigkeiten und Bedenken, das alles vermöge, wer sich selbst gänzlich misstraue und seine Hoffnung auf den Herrn setze.



    So war abermals der ausdrückliche Ruf Jesu an seinen ergebenen Diener ergangen. Pater Colombière war nicht leichtgläubig, aber er hatte bereits zu starke Beweise für die erprobte Tugend der Schwester Margareta Maria in Händen, als dass er an dieser Einladung hätte irre werden sollen. Darum begann er zunächst damit, in seiner eigenen Person das Reich des Herzens Jesu zu begründen. Er weihte sich dem heiligsten Herzen mit der ganzen Inbrunst seiner lauteren Seele am 21. Juni, dem Freitag nach der Fronleichnamsoktav, und da gewiss auch gleichzeitig Margareta ihre Hingabe erneuerte, war dies das erste, freilich in noch geheimnisvoller Stille begangene Herz-Jesu-Fest. Was kostete es aber noch an Verdemütigungen für die Jüngerin der Liebe, wieviel stille und umsichtige Mitarbeit ihres opfervollen Beraters, der seine hohe Aufgabe nie mehr aus den Augen ließ, bis die Eroberungen des liebenden Gottesherzens weitere Kreise zogen!



    Noch schien Colombières vertraute Mission nicht vollendet, da setzte ihn die Vorsehung auf eine nicht minder verantwortungsvolle Stelle. Im Herbst 1676 beriefen ihn seine Oberen zum Hofprediger der Herzogin von York nach London. Diese fromme Fürstin, eine Herzogin von Modena, hätte den Schleier der Krone vorgezogen und ging nur auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes nach dem gefährlichen England, um dort die Beschützerin der Katholiken zu werden. Jedermann ahnte damals, dass ein Sturm gegen die Katholiken in England unmittelbar bevorstehe. Trotzdem nahm Pater Colombière sofort seine gefahrvolle Wirksamkeit im Palast des heiligen Jakob, der zum Mittelpunkt und Asyl des katholischen Glaubens wurde, auf, vielleicht von der Hoffnung angelockt, die Märtyrerpalme erringen zu können.



    Das Leben am Hof war für den Geistesmann nichts weniger als ein Hof- und Weltleben, es war eher ein Bußleben, eine Schule der strengsten Abtötung bei den vielerlei Gelegenheiten hierzu in solcher Stellung. Liebte er doch und erkannte er gar wohl den Wert der Abtötung für einen echten Jünger Jesu. Die nach englischer Art gekochten Speisen verursachten ihm Unwohlsein. Nur mit Widerwillen konnte er sie genießen. Trotzdem ließ er sie sich nicht anders zubereiten. Der ungewohnte, kalte Winter setzte ihm sehr zu, und dennoch ließ er sich das Zimmer nicht heizen und unterbrach keinen Tag seine gewohnten Bußwerke. Inmitten aller äußeren Zerstreuungen war er gesammelt und mit Gott im Gebet und steten Gedenken vereint. Man nannte ihn im Palast einfach den „Heiligen“. Seinem unermüdlichen Seeleneifer gelang es, viele Katholiken zu einem besseren Leben zu bekehren, eine große Zahl Abgefallener wieder zurückzuführen und Irrgläubige in die Kirche aufzunehmen. Eben diese rühmenswerte Tätigkeit, wie auch seine Vertrautheit mit dem ehrwürdigen Colemann, dem Sekretär der Herzogin von York, der als erstes Opfer der Verfolgung am 3. Dezember 1678 das Blutgerüst besteigen musste, waren die Veranlassung, die auch ihn, den Prediger der Herz-Jesu-Andacht, die er in England zum ersten Mal in begeisterter Rede verkündete, vor die englischen Gerichte brachte. Zwar kannte der „Entdecker“ der Verschwörung Titus Oates den heiligen Claudius de la Colombière nicht, aber ein anderer Verräter fand sich, ein junger Franzose, den der Pater unterstützte, den er aber dann ob seiner schlechten Aufführung fallen lassen musste. Dafür wollte der Ehrlose sich rächen, indem er die erfolgreiche Wirksamkeit des würdigen Hofpredigers, besonders unter den Protestanten, als Verbrechen zur Anzeige brachte. Pater de la Colombière wurde verhaftet. Um 2 Uhr Mitternacht drang man in sein Zimmer im St.-James-Palast und brachte ihn ins Gefängnis. Die Rücksicht auf den französischen König ließen offenbar von einem eigentlichen Gerichtsverfahren und dem Todesurteil gegen den Häftling, der ja Franzose war, absehen. Stattdessen hatte er aber fast drei Wochen die Qual eines englischen Gefängnisses damaliger Zeit zu ertragen. Das strenge Leben und das ungewohnte raue Klima hatten ihm ein schweres Brustleiden mit wiederholtem Blutsturz gebracht. Die verpestete Gefängnisluft versetzte den Kranken vollends in Lebensgefahr, so dass er, als die Strafe der Verbannung gegen ihn ausgesprochen wurde, unfähig zur Reise war. Erst nach zehn Tagen verließ er England, wo er sich die Märtyrerpalme erhofft hatte, die bald so viele seiner Mitbrüder schmücken sollte. Bei Gott wird der Wille für die Tat angenommen worden sein, wie ihn denn die heilige Margareta Alacoque „einen glorreichen Märtyrer durch sein Verlangen nach dem Märtyrium“ nennt. Auch scheint das Kerkerleiden sein Brustübel unheilbar gemacht und ihm so Gelegenheit zu fortwährendem Leiden gegeben zu haben.



    Ins Vaterland als Schwerkranker zurückgekehrt, sah der heilige Diener Gottes sein geliebtes Paray le Monial wieder und erschien abermals der Jüngerin des heiligsten Herzens als willkommener Helfer. Denn durch Zurücksetzungen von vielen Seiten und durch harte Prüfungen seitens einer neuen Oberin, die sich den Ausnahmeübungen der Heiligen scharf entgegenstellte und sich lange nicht von der Bedeutung und Echtheit der geheimnisvollen Vorgänge in ihr überzeugen konnte, hatte Margareta Bitteres zu leiden. Aber der kundige Meister der Seelen konnte nur sein früheres Urteil befestigen, dass Margareta Maria voll außerordentlicher Demut und Fügsamkeit, voll Liebe zum Kreuz und zum Nächsten war, dem sichersten Zeichen echter Tugend.



    Allmählich hinsiechend und sich opfernd, dem Herzen Jesu Liebe und Sühne zu verschaffen, starb Pater Colombière am 15. Februar 1682 in Paray gleich einem Heiligen. War er nun der erste Vertreter der geliebten Sache im Himmel, so war sein Wort und Einfluss auch für die Erde noch nicht verstummt. Nach zwei Jahren wurden Colombières Schriften herausgegeben, in denen die Offenbarungen des Herzens nicht die letzte Stelle einnahmen, wenn auch die noch lebende Margareta Maria Alacoque nicht geradezu genannt wurde. Der Eindruck der Veröffentlichung besonders in Paray war ein tiefer. Die Herz-Jesu-Verehrung begann nun öffentlich ihren Lauf, wenn auch die Widerstände in- und außerhalb des Klosters anhielten.



    Claudius de la Colombière wurde 1929 seliggesprochen und 1992 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.



    „O wie süß ist es zu sterben, wenn man voll treuer Andacht zum Herzen desjenigen war, der uns richten soll.“ Marg. M. Alacoque


    https://www.heiligen-legende.de/siegfried-von-schweden/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Anscharius hatte den Schweden im Jahr 830 das Evangelium gepredigt. Allein diese Völker verfielen in der Folge wieder in die Abgötterei. Olaf Skautkonung, ihr König, der die christliche Religion wieder in seinen Staaten einführen wollte, wandte sich deshalb nach England, und bat den König Edred, ihm einige Missionare zu schicken. Dieser Fürst warf sein Augenmerk auf einen heiligen Priester von Yorck, namens Siegfried, und der Erfolg rechtfertigte seine Wahl. Sobald Siegfried in Schweden angekommen war, fing er an, das Heidentum mit allem Mut zu bekämpfen. Er predigte zuerst in Växjö in Smaland, wo er einen bischöflichen Sitz errichtete. Dann durcheilte er Süd-Gothland, Westro-Gothland und mehrere andere Provinzen, die er alle zum heiligen Glauben führte. In allem bewies er sich als einen treuen Nachfolger der Apostel. Durch seine Nächstenliebe und Uneigennützigkeit erwarb sich unser Heiliger selbst die Verehrung der Heiden. Folgender Zug mag zum Beweis dienen, wie vollkommen er diese zwei Tugenden besaß. Drei seiner Neffen, die er zu Växjö zurückgelassen hatte, während er den andern Provinzen das Evangelium verkündigte, wurden von den Götzendienern auf unmenschliche Weise ermordet. (Ihre Namen waren Sunaman, Unaman und Wiaman. Sie werden als Märtyrer verehrt.) Der König, entrüstet über eine so schwarze Tat, die gefährliche Folgen haben konnte, wenn sie unbestraft bliebe, fasste den Entschluss, die Mörder zum Tod zu verurteilen. Als der Heilige von dem Vorfall Kunde erhielt, legte er so nachdrückliche Fürbitte für sie ein, dass er ihnen die Erhaltung des Lebens erlangte. Der Fürst verurteilte sie jedoch zu einer großen Geldstrafe zum Vorteil Siegfrieds. (Bei diesen Völkern waren, wie bei unseren deutschen Vorfahren, die Geldstrafen für Todschläge zur Entschädigung der Verwandten durchgehend üblich.) Allein er ließ sich durch nichts bewegen, nur das Mindeste anzunehmen, obgleich er sehr arm war und des Geldes zur Gründung der neuen Kirche sehr bedurft hätte.



    Unser Heiliger starb um das Jahr 1045 und wurde in der Kathedralkirche von Växjö beerdigt, wo sein Grabmal durch viele Wunder berühmt wurde. Papst Hadrian IV., der selbst mit viel Eifer an der Bekehrung von Norwegen und mehreren anderen Gegenden des Nordens gearbeitet hatte, setzte ihn im Jahr 1158 unter die Zahl der Heiligen. Die Schweden haben den heiligen Siegfried, so lange sie katholisch waren, als ihren Apostel verehrt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Anscharius hatte den Schweden im Jahr 830 das Evangelium gepredigt. Allein diese Völker verfielen in der Folge wieder in die Abgötterei. Olaf Skautkonung, ihr König, der die christliche Religion wieder in seinen Staaten einführen wollte, wandte sich deshalb nach England, und bat den König Edred, ihm einige Missionare zu schicken. Dieser Fürst warf sein Augenmerk auf einen heiligen Priester von Yorck, namens Siegfried, und der Erfolg rechtfertigte seine Wahl. Sobald Siegfried in Schweden angekommen war, fing er an, das Heidentum mit allem Mut zu bekämpfen. Er predigte zuerst in Växjö in Smaland, wo er einen bischöflichen Sitz errichtete. Dann durcheilte er Süd-Gothland, Westro-Gothland und mehrere andere Provinzen, die er alle zum heiligen Glauben führte. In allem bewies er sich als einen treuen Nachfolger der Apostel. Durch seine Nächstenliebe und Uneigennützigkeit erwarb sich unser Heiliger selbst die Verehrung der Heiden. Folgender Zug mag zum Beweis dienen, wie vollkommen er diese zwei Tugenden besaß. Drei seiner Neffen, die er zu Växjö zurückgelassen hatte, während er den andern Provinzen das Evangelium verkündigte, wurden von den Götzendienern auf unmenschliche Weise ermordet. (Ihre Namen waren Sunaman, Unaman und Wiaman. Sie werden als Märtyrer verehrt.) Der König, entrüstet über eine so schwarze Tat, die gefährliche Folgen haben konnte, wenn sie unbestraft bliebe, fasste den Entschluss, die Mörder zum Tod zu verurteilen. Als der Heilige von dem Vorfall Kunde erhielt, legte er so nachdrückliche Fürbitte für sie ein, dass er ihnen die Erhaltung des Lebens erlangte. Der Fürst verurteilte sie jedoch zu einer großen Geldstrafe zum Vorteil Siegfrieds. (Bei diesen Völkern waren, wie bei unseren deutschen Vorfahren, die Geldstrafen für Todschläge zur Entschädigung der Verwandten durchgehend üblich.) Allein er ließ sich durch nichts bewegen, nur das Mindeste anzunehmen, obgleich er sehr arm war und des Geldes zur Gründung der neuen Kirche sehr bedurft hätte.



    Unser Heiliger starb um das Jahr 1045 und wurde in der Kathedralkirche von Växjö beerdigt, wo sein Grabmal durch viele Wunder berühmt wurde. Papst Hadrian IV., der selbst mit viel Eifer an der Bekehrung von Norwegen und mehreren anderen Gegenden des Nordens gearbeitet hatte, setzte ihn im Jahr 1158 unter die Zahl der Heiligen. Die Schweden haben den heiligen Siegfried, so lange sie katholisch waren, als ihren Apostel verehrt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum13.02.2026 19:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Vom Gesetz der Furcht

    und dem Gesetz der Liebe


    Ein Licht hast, Herr, du angefacht,

    Zu leuchten durch die Zeiten,

    Um alle Pilger durch die Nacht

    Ins Vaterland zu leiten.

    Dies Licht, am Kreuze aufgestellt,

    Erleuchtet nun die ganze Welt.



    1. Gott, der den Menschen zu seiner Ehre erschuf, gab mit seinem Dasein ihm auch das Licht, das Ziel zu erreichen, für das er ihn erschaffen hatte. Denn nicht gleich einem Halbaffen erschuf er ihn, wie viele sinnlose Schwätzer unserer Zeit fabeln, dass er allmählich vom Tier zum Menschen sich herausbildete, sondern er erleuchtete ihn durch das Licht seines Angesichtes, legte das Sittengesetz ihm ins Gewissen, gab ihm Verheißungen, und lehrte ihn, seinen Schöpfer durch Opfer verehren, die bereits die ersten Menschenkinder dem Allerhöchsten als Huldigung darbrachten. Sieh also, wie der Dienst des wahren Gottes mit der Welt beginnt.



    2. Dies Gesetz, das der Kindheit der Welt genügte, und damals schon durch die Hoffnung auf einen künftigen Erlöser sie tröstete, wurde im Jünglingsalter der Welt durch Gottes Weisheit deutlicher entwickelt, und durch Vorschriften, Opfer und Zeremonien erweitert, worin der verheißene Erlöser näher bezeichnet und geweissagt wird. Noch lebt das unsterbliche Volk, das die Gesetze in seinem Ursprung empfing, und durch Jahrtausende beobachtete. Aber auch dies Gesetz war noch unvollkommen. Es zeigte nur die Wunde des menschlichen Geschlechtes, ohne sie zu heilen, den Weg des Himmels, ohne die Kraft zu geben, ihn zu gehen. Es war auf steinerne Tafeln geschrieben, und ein Gesetz der Furcht. Die Vollendung des Gesetzes war dem Erlöser selbst vorbehalten.



    3. Endlich erschien in der, von Gottes Ratschluss vorbestimmten Zeit dieser göttliche Erlöser, heilte die Wunden des menschlichen Geschlechtes, erfüllte die Opfer des Alten Bundes durch sein großes Sühnopfer, verlieh die Kraft, den Weg des Himmels zu gehen, hob das Gesetz der Furcht auf, und schrieb das Gesetz seiner Liebe in die Herzen. Wohltaten hatte Gott im alten Gesetz erzeigt, und dadurch die Gerechten der Vorzeit zur Wohltätigkeit belehrt, geopfert hat sich der Gottmensch auf dem Altar des Kreuzes, und nun lernt der Mensch sich opfern. Tausende vergossen ihr Blut, Gott ihre Liebe zu bezeigen, tausende andere in fernen Ländern, ihre Brüder zu seiner Liebe zu führen. Psalm 118,23: "Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum13.02.2026 19:51
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 14. Februar



    O Maria, du wundervolle Mutter der Gnade. Ich komme zu dir mit herzlichem Vertrauen und verehre dich als das wahre Heil der Kranken, als die Trösterin der Betrübten. Ich bitte dich durch den Überfluss der Gnaden, die du von der allerheiligsten Dreifaltigkeit empfangen hast, du wollest dich meiner erbarmen, meine Not ansehen, mein Elend lindern und mir Hilfe und Heil hier und dort erwirken. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Valentin




    Wir bitten dich, o Herr, beschütze uns durch die Fürbitte des heiligen Martyrers Valentin vor allen Gefahren, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zum heiligen Auxentius




    Heiliger Auxentius, lehre mich durch dein Beispiel, wie ich mir alle Leiden und Schmerzen, die mir in meinem Leben zustoßen, recht wert und kostbar machen soll, auf dass jede Handlung von mir, mein Leben und mein Tod verdienstlich und kostbar vor Gott werde. Lass mich, ich bitte dich, von dir lernen zu leiden, zu leben, zu sterben. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Heute begeht man das Gedächtnis der von aller Makel der Sünde reinsten Jungfrau nach jenen Worten, die die Kirche auf sie anwendet: "Du bist ganz schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir."



    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Eine alte Bauernregel sagt: „Sankt Valentin, hell und klar, gibt Korn und Wein für jedes Jahr.“ Zum Unterschied von verschiedenen Heiligen mit diesem Namen war Valentin, dessen heute die Kirche gedenkt, ein Priestermartyrer in Rom, der um das Jahr 270 seine Treue zu Christus mit der Hingabe des Lebens heldenhaft besiegelte.



    Valentin wirkte also als Priester zur Zeit einer Christenverfolgung. Von einem behaglichen Leben konnte da keine Rede sein. Nicht einmal ein eigenes Heim besaß der Verfolgte, sondern nur eine Reihe von Schlupfwinkeln, die er jeden Tag wechselte, um die Polizei irrezuführen. Dabei schwebte der Gehetzte auch stets in Gefahr, verraten zu werden; denn in den Zeiten der Verfolgung sind Verräter eine billige Ware. Valentins Leben verlief daher in immerwährender Angst, und es mag wohl sein, dass manchmal Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit über ihn kamen. Wo blieb denn Gott mit seiner Allmacht? War der christliche Glaube wirklich der wahre Glaube? Jedenfalls war von einem Sieg der Wahrheit nichts zu sehen, aber umso augenscheinlicher triumphierten die heidnischen Verfolger.



    Solche und ähnliche Gedanken mögen den gehetzten Priester Valentin gequält haben, der sich indessen weder durch die innere noch durch die äußere Not abschrecken ließ, seine priesterlichen Pflichten zu erfüllen. Er suchte die Christen auf und stärkte sie im Glauben. In den Katakomben feierte er zur nächtlichen Stunde die heiligen Geheimnisse, und in allen möglichen Verkleidungen brachte er den Gefangenen die heilige Wegzehr in den Kerker. Trotz der Lebensgefahr suchte er Heiden zu bekehren, um ihre unsterblichen Seelen für den Himmel zu retten. Selbstredend betätigte er sich auch ausgiebig als Jünger der Caritas. Valentin war ein ehrenwerter Priester in schwerer Zeit.



    Eines Tages wurde Valentin verhaftet, kam in Untersuchungshaft, und wenige Tage später stand er dem Kaiser persönlich gegenüber. Man versuchte, ihn durch Gewalt und List von Christus und der Kirche abspenstig zu machen. Er sollte die Treue brechen. Wie aber kann ein aufrechter Mann treulos werden? Daher hielt Valentin die Treue, und die einzigartige Gelegenheit benutzend, predigte er vor der Hofgesellschaft so glänzend den Gekreuzigten, dass selbst der Kaiser von seinem Wort nicht unberührt blieb. Als dies die hohen Staatsbeamten bemerkten, ging eine Welle des Unwillens durch ihre Reihen, und dann knickte der feige Herrscher schwächlich zusammen und verurteilte Valentin zum Tod.

    https://www.heiligen-legende.de/valentin-von-rom/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Was der heilige Bonifatius für die deutschen Stämme ist, das sind die beiden heiligen Brüder Cyrillus und Methodius für die große slawische Völkerfamilie. Da Papst Leo XIII. durch ein Rundschreiben vom 30. September 1880 ihr Fest auf die ganze Kirche ausdehnte, ist es geziemend, ihr Leben und Wirken näher kennenzulernen.



    Die beiden Glaubensboten stammen aus einer reichen, hochangesehenen griechischen Familie zu Thessalonich (heute Saloniki) in Mazedonien. Methodius, der ältere, wurde im Jahr 827 geboren. Cyrillus, der ursprünglich Konstantin hieß, wahrscheinlich ein Jahr später. Die Studien begannen sie in ihrer Vaterstadt, die damals wegen ihres religiösen Sinnes, ihrer Kunstliebe und Pflege der Wissenschaft berühmt war. Frühzeitig begaben sie sich nach Konstantinopel, um sich den höheren Wissenschaften zu widmen. In kurzer Zeit machten sie große Fortschritte, besonders Cyrillus, dem sein außerordentliches Talent und seine Gelehrsamkeit den ehrenvollen Beinamen „der Philosoph“ erwarben. Er wurde Priester und erhielt das Amt eines Vorstehers der Bibliothek und Kanzlei des Patriarchen; später war er Lehrer der Philosophie und Theologie, bis er auf Betreiben des Patriarchen Ignatius von der Kaiserin Theodora um das Jahr 848 als Missionar zu den heidnischen Kazaren im südlichen Russland gesandt wurde. Er hatte dort große Erfolge. Während dieses Aufenthaltes fand er den Leib des heiligen Klemens, des Schülers und vierten Nachfolgers des Apostelfürsten Petrus. Klemens war dort im Jahr 101 in der Verbannung gestorben. Fortan behielt Cyrill diese Reliquie als kostbaren Schatz bei sich, bis es ihm gelang, sie nach Rom zu bringen. Nachdem er bei den Kazaren alles geordnet hatte, kehrte er nach Konstantinopel zurück und trat ein in die stille Zelle des Klosters Polychron am Berg Olympos, wo er seinen Bruder Methodius als Laienbruder traf. Dieser war zuerst Statthalter über verschiedene slawische Stämme gewesen, hatte aber dann den Staatsdienst aufgegeben und sich in das genannte Kloster zurückgezogen.



    Inzwischen war das Gerücht über die Erfolge des Cyrillus bei den Kazaren bis an den Hof des mährischen Fürsten Rastislaw (846 bis 870) gedrungen. Sein Reich erstreckte sich weit über den Umfang des heute noch bekannten Mähren hinaus bis an die Donau und jenseits derselben. Er wünschte Missionare und wandte sich durch eine Gesandtschaft an den griechischen Kaiser Michael. Die beiden durch Kenntnisse und Tugenden ausgezeichneten Brüder Cyrillus und Methodius wurden nun zu dieser Mission bestimmt und in Mähren mit großer Freude aufgenommen. Da sie der slawischen Sprache mächtig waren, gelang es ihnen, viele zum Christentum zu bekehren. Cyrillus übersetzte auch die Heilige Schrift und die liturgischen Bücher und erfand dazu eine eigene Schrift. So wurde er Begründer der slawischen Literatur. Der gewöhnliche Sitz der Glaubensboten war wohl Welehrad, aus dessen Trümmern später Ungarisch-Hradisch entstanden ist. Auch weihte Cyrill sogleich die Kirche Sankt Peter in Ölmütz. Eifrig durchwanderten sie das ganze weite Reich, verkündeten überall die Frohe Botschaft des Evangeliums, unterrichteten das Volk, bekämpften die Laster und schritten gegen die abergläubischen, altheidnischen Gebräuche ein. Der Fürst selbst empfing die heilige Taufe, und das Christentum gelangte vollständig zum Sieg.



    Als das Gerücht dieser Fortschritte nach Rom drang, lud Papst Nikolaus I. die seeleneifrigen Brüder zu sich ein. Gerne folgten sie diesem Ruf und nahmen die ihnen so teuren Reliquien des heiligen Klemens mit. Papst Hadrian II., der dem inzwischen gestorbenen Nikolaus gefolgt war, zog ihnen mit Klerus und Volk entgegen und nahm sie mit großen Ehrenbezeigungen auf. Nachdem die beiden Brüder über ihre Tätigkeit berichtet und geschworen hatten, dass sie im Glauben des heiligen Petrus und seiner Nachfolger beharrten, wurden sie von Hadrian zu Bischöfen geweiht (868).



    Doch es war der Ratschluss der göttlichen Vorsehung, dass Cyrillus die Laufbahn seines Lebens in Rom beschließen sollte, mehr an Tugend als Alter reif. Er fühlte seine Kräfte schwinden und um sich echt christlich auf den Heimgang vorzubereiten, zog er sich wieder in die heilige Einsamkeit der Klosterzelle zurück, aus der ihn das Heidenapostolat herausgeführt hatte. Bei dieser Gelegenheit nahm er den Namen Cyrill an Stelle des bisherigen, Konstantin, an. Am 14. Februar des Jahres 869 verschied er selig im Herrn. Methodius wollte die Leiche auf den Berg Olymp heimführen, doch ließ er sich durch die inständigen Bitten der Römer bewegen, davon abzusehen. In der Ewigen Stadt, die er so liebte, an der Seite des Papstes, dessen Überreste er aus Cherson herbeigebracht hatte, sollte auch Cyrillus beigesetzt werden. In einem marmornen Sarg, unter Gesang von Hymnen und Psalmen, unter allgemeiner Beteiligung aller Klassen der Bevölkerung, wurde sein Leichnam zuerst in die Vatikanische Basilika von St. Peter und dann in die des heiligen Klemens gebracht. Das war kein Trauerzug. Dank gegenüber Gott war auf allen Gesichtern zu lesen. Ein Heiliger war gestorben. Die Verehrung Cyrills war seitdem mit der des Papstes Klemens unzertrennlich verknüpft. Im Jahr 1084 wurden beide Gräber unter den Ruinen der Basilika durch Robert Guiscard, dem Normannenherzog verschüttet, im Jahr 1863 aber wieder gefunden. Ein herrliches Gemälde in der Sankt-Klemens-Kirche erinnert heute noch an die heiligen Slawenapostel.



    Methodius kehrte als Bischof nach Mähren und Pannonien zurück und setzte in diesen weiten Ländern sowie in den angrenzenden, Polen, Böhmen und Moskowien (Russland), Slawonien mit allem Eifer sein Apostolat fort. Er hatte vom Papst die erzbischöfliche Würde erhalten sowie den Titel und die Gewalt eines päpstlichen Legaten. Nach den Hauptländern seines Wirkungskreises wurde er ebensowohl Erzbischof des mährischen Reiches als Erzbischof von Pannonien genannt.



    Der alte Feind alles Guten versuchte das so erfolgreiche Wirken des Heiligen zu verhindern, indem er Schwierigkeiten erweckte, wo man es am wenigsten erwarten sollte. Er nahm das Herz des Königs und einiger Bischöfe gegen Methodius ein, die sich in ihren Rechten beeinträchtigt glaubten. Eine Synode zu Regensburg verurteilte ihn und setzte ihn fast drei Jahre in Haft. Doch Papst Johann VIII. nahm sich des Bedrängten an und gab ihm seine Rechte zurück.



    Als später wieder neue Klagen gegen Methodius erhoben wurden, kam er auf Wunsch des Papstes nach Rom, rechtfertigte sich und seine Predigt. In Friede und Liebe schied er vom Papst und setzte ungebrochenen Mutes seine apostolischen Arbeiten fort.



    Am letzten Fest der Apostelfürsten, das er erlebte, weihte er die Kirche der Heiligen Petrus und Paulus zu Brünn. Am 6. April 885 schloss er, im 25. Jahr seines Amtes, sein tatenreiches Leben. Er wurde in seiner Haupt- oder Kathedralkirche, also in Welehrad, begraben; leider weiß man jetzt nicht mehr die genaue Stelle des Grabes.



    Methodius und sein Bruder Cyrillus haben unter allen Missionaren am eifrigsten und mit dem größten Erfolg für die Ausbreitung und Befestigung des Christentums unter den Slawen gearbeitet. Sie sind das leuchtende Doppelgestirn, die wahren Väter und Hirten, die größten Wohltäter und Apostel der slawischen Völker. Mit dem Christentum dieser ist ihr Name für immer untrennbar verbunden. Sie schufen denselben auch die Schriftsprache und führten sie in die Reihe der gebildeten Nationen. Sind sie so mit Recht der Stolz der slawischen Welt, so sind sie vor allem der Ruhm der katholischen, der römischen Kirche. Von Rom haben sie ihre Sendung erhalten; nach Rom sind sie geeilt, um mit der Gewalt des Hirtenamtes bekleidet zu werden; in Rom wollte Cyrill bleiben, um an dieser heiligen Stätte seine Tage zu beschließen und seine letzte Ruhe zu finden. Rom prüfte das Bekenntnis ihres Glaubens und ihrer Predigt. In Rom suchte Method Trost und Ermunterung und Kraft gegen alle seine Feinde. Rom befreite ihn aus dem Kerker, schützte ihn mit der Macht seiner geistigen Waffen, übertrug und bestätigte ihm seine erzbischöfliche Würde und die eines päpstlichen Legaten. Rom hat ihr Fest in den allgemeinen Kirchenkalender eingetragen, und kein Geringerer als Papst Leo XIII. selbst hat bei diesem Anlass den Huldigungen und Gebeten der ganzen Kirche in den beiden Festhymnen würdigen Ausdruck gegeben:



    „Besinget, Gläubige, der Kämpfer Brüderpaar, die der Himmel aufnahm in seine leuchtenden Sitze; besinget der slawischen Nation doppelte Stütze und Zierde.



    Diese Brüder hat eine Liebe verbunden und der gleiche Seeleneifer hat sie der Wüste entführt, dass sie schleunig vielen des glückseligen Lebens Unterpfänder brächten.



    Mit dem Licht, welches in des Himmels Räumen erstrahlt, haben sie die Regionen der Bulgaren, Mähren und Böhmen erfüllt; und die wilden Horden führten sie in zahlreichen Scharen zu Petrus hin.



    Ihr traget die Krone, die euren Verdiensten gebührt, o lasst nicht ab, zu der Flehenden Tränen euch herabzuneigen; denn ihr müsset den Slawen die Gaben schützen, die ihr ihnen vor Zeiten gegeben.



    Du jener edle Erdstrich, der zu euch ruft, möge die Reinheit des ewigen Glaubens bewahren; und das Heil, welches Rom zuerst gab, wird es immer geben.“


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  • Vom Reich GottesDatum13.02.2026 09:11
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Vom Zeugnis des Gewissens



    Ein Himmel ist das friedliche Gewissen,

    Wo Gott in seiner süßen Liebe spricht;

    Doch das des Frevlers wird von Angst zerrissen:

    Er sieht die Hölle dort und das Gericht.



    1. "Denn das ist unser Ruhm," spricht der Apostel, "das Zeugnis unseres Gewissens." (2. Korinther 1,12a) Beherzige diese Worte, denn wundersam erfreulich ist ihr Sinn. Also nämlich sprach der Apostel zu den ersten Christen, die von Juden und Heiden gehasst, verfolgt und als das Auskehricht der Welt verachtet wurden. Dennoch aber hatten sie Ruhm, und zwar überaus großen Ruhm. Dieser Ruhm war das Zeugnis ihres Gewissens. Denn das Zeugnis des guten Gewissens ist das Zeugnis Gottes selbst. Wenn nun die Weltkinder es für ihren höchsten Ruhm halten, von einem großen König gelobt zu werden, und auf ein solches Lob die Hoffnung ihres künftigen Glücks bauen: wie groß soll dann unsere Freude sein, wenn der himmlische König selbst uns lobt, in dessen Händen unsere zeitliche und ewige Glückseligkeit liegt.



    2. Dieses Zeugnis eines guten Gewissens ist ein undurchdringlicher Schild gegen alle Trübsale und Schrecknisse dieser Welt. "Kein Unheil trifft den Gerechten," spricht die Schrift, und abermals: "Der Gerechte fühlt sich sicher wie ein Löwe." (Sprichwörter 12,21 und 28,1b) Was auch sollte ihn ängstigen? Die Sünden seines verflossenen Lebens? Er hat sie durch Werke der Gerechtigkeit aufgewogen. Was kann von der Liebe Gottes ihn trennen? Der Tod selbst führt ihn zu seinem Gott, nachdem sein Herz sich sehnt. Wie glorreich, wie sicher ist ein solches Gewissen, und wie großen Frieden gewährt es schon in diesem Leben.



    3. Betrachte dagegen das Gewissen des Sünders. "Der Frevler flieht," sagt die Schrift, "auch wenn ihn keiner verfolgt." (Sprichwörter 28,1a) Vor wem also flieht er? Vor sich selbst! Die Schrecknisse seines Gewissens verfolgen ihn überall hin. Vergeblich sucht er, ihnen zu entfliehen, Gesellschaften, Zerstreuungen, Schauspiele, Belustigungen. "Der Schall des Schreckens," spricht die Schrift, "ist immerdar in den Ohren des Gottlosen". Ja er schreit oft so laut, dass mancher ruchlose Frevler Hand an sich selbst legte, dieser entsetzlichen Stimme zu entkommen, die Tag und Nacht ihn erschreckt. "Mein Sohn, lass beides nicht aus den Augen: Bewahre Umsicht und Besonnenheit. Dann werden sie dir ein Lebensquell, ein Schmuck für deinen Hals. Dann gehst du sicher deinen Weg und stößt mit deinem Fuß nicht an." (Sprichwörter 3,21-23)

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  • Tages-Gebete Datum13.02.2026 09:07
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 13. Februar



    Ziehe mich zu dir, o allerseligste Jungfrau Maria, damit ich dem Wohlgeruch, den du verbreitest, nachlaufe. Ziehe mich zu dir, denn siehe, das Gewicht meiner Sünden und die Bosheit meiner Feinde halten mich noch zurück. Gleichwie niemand zu deinem Sohn gelangen kann, es ziehe ihn denn der himmlische Vater, so wage ich es zu behaupten, dass, sozusagen, niemand zu dir gelangt, wenn du selbst ihn nicht durch dein heiliges Gebet zu dir ziehst. Du, o Maria, bist jene, die die wahre Weisheit lehrt. Du bist es, die den Sündern die Gnade erlangt, denn du bist ja ihre Fürsprecherin. Du bist die, die ihren Verehrern den Himmel verheißt, indem du die Schatzmeisterin der Gnaden bist. Amen.



    Zu Gott



    Herr des Himmels und der Erde! Deine Vorsehung ordne mit mir alles so an, wie es mir, Deinem niedrigen Knecht, zum Heil gereichen mag. Lass meine Seele nicht zugrunde gehen, sondern reiche mir Deine hilfreiche Hand, und sei mir der Weg zum ewigen Leben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus




    Durchdringe uns, o Herr Jesus Christus, mit der großen Wahrheit, dass Du unser einziges Ziel und Ende bist, und verleihe uns die Gnade, dass wir sie in allen Verhältnissen unseres Lebens zur Richtschnur unseres Betragens nehmen, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr, siehe, ich bin bereit dazu, Dir das Kreuz nachzutragen, auch mit Dir, wenn du es forderst, in den Tod zu gehen. Stärke mich mit Deiner Gnade, ohne die ich nichts vermag, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Zu Paris in der Vorstadt wurde im Jahr 1645 eine Kirche unter Anrufung der seligsten Jungfrau und unter dem Titel: "Unserer Lieben Frau vom Frieden" erbaut.

    Vom seligen Jordan, dessen Gedächtnis heute begangen wird, wird berichtet, dass er unter anderen Andachtsübungen zur seligsten Jungfrau die 5 marianischen Psalmen täglich gebetet hat.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Gregor war ein geborener Römer aus einer ansehnlichen Familie und erhielt seine Erziehung und Geistesbildung vom heiligen Papst Sergius, der mit inniger Liebe den unschuldigen und blühenden Jüngling unterrichtete und in sein zartes Herz den Grund zu allen den Tugenden legte, mit denen er als Mann die Kirche Gottes erleuchtete und verherrlichte. Wegen seiner Treue wählte ihn der Papst zum Schatzmeister der Kirchen in Rom und nahm ihn im Jahr 710 als seinen Begleiter mit auf einer Reise nach Konstantinopel und Nikomedia, wo Kaiser Justinian sein Hoflager hatte, der den Gregor wegen seiner ausgezeichneten Frömmigkeit und Gelehrsamkeit mit besonderer Achtung behandelte. Im Jahr 715 wurde der heilige Gregor von den Gläubigen und der Geistlichkeit einstimmig zum obersten Kirchenhirten erwählt und er erfüllte alle die Erwartungen vollkommen, die man sich in jenen unruhigen Zeiten von seinem Eifer und seiner Klugheit gemacht hatte. Er war ein getreuer Wächter der ihm durch Gottes Vorsicht anvertrauten Kirche und strafte ohne Ansehen der Person die Vergehen gegen das Christentum. Den Patriarchen Johannes in Konstantinopel, der die Ketzer unterstützte, schloss er aus der Gemeinschaft der Kirche aus und mehrere Bischöfe, die ihre Würde durch ein weichliches Leben entehrten, entsetzte er ihrer Bistümer, und hielt im Jahr 721 in Rom einen Kirchenrat, wo er die strengsten Verordnungen gegen das sittenlose Leben der Geistlichen machte. Mit unerschütterlichem Mut kämpfte er für die Freiheit der Kirche und für die Reinheit der christlichen Lehre und zwang den König der Langobarden, dass er alle der Kirche entrissene Güter zurückgab und einen ungerechten Krieg endigte. Damals richtete der ketzerische Kaiser, Leo Isaurus, durch seine Bilderstürmerei großes Unheil in der Kirche Gottes an und als ihn der heilige Gregor durch seine Gesandten ermahnen ließ, aufzuhören mit der schändlichen Verheerung der heiligen Bilder, dieser aber der Kirche den schuldigen Gehorsam versagte und sogar die päpstlichen Gesandten misshandelte, versammelte der heilige Papst die Bischöfe und belegte dem Patriarchen Anastasius von Konstantinopel mit dem großen Kirchenbann.



    Um das Seelenheil der Gläubigen zu befördern und Unglauben und den Götzendienst zu vertilgen, sendete der heilige Gregor den heiligen Bonifatius und Korbinian nach Deutschland als Glaubensprediger, die unzählige Heiden zur Erkenntnis des wahren Gottes führten und überall christliche Gemeinden stifteten. Für die Kirchen in Italien weihte er während seiner Regierung einhundertfünfzig Bischöfe, fünfunddreißig Priester und vier Diakonen. Er verwendete hohe Kosten für die Zierde der Stadt Rom und erbaute nicht nur mehrere Gotteshäuser und Klöster, sondern schmückte mit größtem Fleiß die schon vorhandenen und verbesserte die Mauern der Stadt vom Grund aus. Eine Überschwemmung der Tiber, die Rom zu zerstören drohte, wies er durch sein Gebet in ihre Grenzen zurück und machte sie unschädlich. Der Ruhm seines heiligen Lebens verbreitete sich so weit, dass aus den entferntesten Ländern Menschen nach Rom strömten, um den Segen des Dieners Gottes zu empfangen. Unter diesen befand sich auch der bayerische Herzog, Theodor V., und die heiligen Könige von England, Richard und Ina, der in Rom für die Engländer eine Schule stiftete und eine Kirche erbaute. Der heilige Gregor starb am 13. Februar 731, nachdem er die Kirche Jesu fünfzehn Jahre und beinahe neun Monate mit apostolischer Treue regiert hatte.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Dieser Heilige wurde zu Cäsarea in Palästina, unter der Regierung des Constantius, geboren. In seinem achtzehnten Jahr zog er sich in eine nahe gelegene Einöde zurück, wo er sich in allen Tugenden übte. Bald erreichte er die erhabenste Stufe der Vollkommenheit; und das Gerücht von den Wundern, die er wirkte, machte seinen Namen überall sehr berühmt. In dieser Einsamkeit hatte er schon fünfundzwanzig Jahre gelebt, als Gott zuließ, dass er durch eine der gefährlichsten Versuchungen geprüft wurde. Der Geist der Finsternis suchte ihn durch die verabscheuungswürdigsten Künste einer Buhlerin von Cäsarea, namens Zoe, zu Fall zu bringen. Diese boshafte Frau bedeckte sich mit ärmlichen, zerrissenen Kleidern, ging eines Abends zur Zelle des Heiligen und gab sich für eine arme Person aus, die sich in der Wüste verirrt habe. Sie befinde sich in der Gefahr, erbärmlich umzukommen, wenn ihr ein gastfreundliches Obdach verweigert werde. Martinian, durch ihren Jammer gerührt, nahm sie in seine Zelle auf.



    Am folgenden Morgen warf Zoe ihre zerrissenen Kleider ab und stand in prachtvollem Schmuck da, den sie aus der Stadt mit sich gebracht hatte, und sagte zu dem Einsiedler, sie sei von Cäsarea in der Absicht gekommen, ihm ihre Person mit großem Reichtum anzubieten. „Der Antrag, den ich dir mache,“ sagte sie, „darf dich keineswegs erschrecken, er ist mit der frommen Lebensweise, die du führst, wohl vereinbar. Und du weißt wie ich, dass die Heiligen des alten Bundes reich waren und im Ehestand lebten.“ Martinian hätte ohne Zweifel, nach dem Beispiel des keuschen Josef, sein Heil durch schleunige Flucht suchen sollen; allein Gott ließ zu, vielleicht um ihn wegen eines geheimen Übermutes zu bestrafen, dass er diese verführerische Rede anhörte, und in seinem Herzen in den Vorschlag Zoes einwilligte. Als die Stunde nahe war, in der mehrere Personen zu ihm kamen, um seine Mahnungen und seinen Segen zu empfangen, ging er ihnen in der Absicht entgegen sie abzuweisen. Kaum war er aber wieder allein, als heilsame Gewissensbisse ihn aus dem Sirenen-Schlaf weckten. Errötet über seine Schwäche, kehrte er in seine Zelle zurück, zündete ein großes Feuer an und legte seine Füße hinein. Die Buhlerin lief herbei, als sie den Jammer hörte, den ihm der Schmerz auspresste. Wie groß aber war ihr Staunen, als sie ihn auf der Erde hingestreckt sah. Er war in Tränen zerflossen mit halbverbrannten Füßen. „Ach, sagte Martinian, wie werde ich das Feuer der Hölle vertragen, wenn ich dieses, welches doch nur ein Schatten davon ist, nicht auszustehen vermag?“ Zoe konnte einem solchen Augenblick nicht widerstehen. Die Gnade erweichte ihr Herz, und es wurde aus einer Sünderin eine Büßerin. Sie bat den Heiligen, sie auf den Weg des Heils zu führen. Martinian schickte sie in das Kloster der heiligen Paula zu Betlehem, wo sie ihre übrige Lebenszeit in den strengsten Übungen der Buße zubrachte.



    Unser Heiliger hatte seine Füße so verbrannt, dass er lange Zeit nicht mehr gehen konnte. Als er sich wieder aufrecht zu halten vermochte, zog er sich auf einen steilen Felsen zurück, der auf allen Seiten vom Meer umgeben war, um sogar den Schatten der Gefahr von sich fern zu halten. Da lebte er unter freiem Himmel, allem Ungemach der Witterung preisgegeben, ohne irgend einen Menschen zu sehen, einen Schiffer ausgenommen, der ihm zwei Mal im Jahr Brot, Wasser und Palmblätter zur Arbeit brachte. Auf diese Weise brachte er sechs Jahre zu. Ein unvorhergesehener Vorfall störte aber auch hier wieder den Einsiedler. In einem Sturm scheiterte ein Schiff an seinem Felsen. Alles ging im Wasser zugrunde, mit Ausnahme eines Mädchens, das sich auf einem Brett rettete. Dieses nahm Martinian wahr und rief ihn um Hilfe an. Der heilige Einsiedler fühlte sich verpflichtet, einer Person, die in Todesgefahr schwebte, das Leben retten zu müssen. Er entschloss sich aber zugleich, seine Einsamkeit zu verlassen, aus Furcht, ein zweites Mal versucht zu werden. Da er noch Lebensmittel bis zur Rückkehr des Schiffers hatte, überließ er sie der Unglücklichen, die ein Muster wahrer Buße wurde, und später auf dem Felsen starb. Nach diesen Vorkehrungen stürzte sich Martinian im Vertrauen auf Gott ins Meer und erreichte durch Schwimmen das feste Land. Nach langer Irre in verschiedenen Wüsten kam er endlich nach Athen, wo er gegen Anfang des fünften Jahrhunderts, in einem Alter von ungefähr fünfzig Jahren, starb. Sein Name steht nicht im römischen Marterbuch; allein man findet ihn in den Menäen der Griechen. Er wurde im Morgenland und besonders zu Konstantinopel in einem nahe bei der Sophienkirche gelegenen Gotteshaus hoch verehrt.



    „Rette deine Seele, und kämpfe für dein Heil! Wende dich von der Buße nicht mehr ab; denn keiner, der seine Hand an den Pflug legt und sich wieder umsieht, ist für das Reich Gottes tauglich! Sei auf deiner Hut; kehre nicht mehr zurück zu den Gelüsten der Welt! Harre aus in der Buße, damit deine Feinde dich nicht verspotten! Gott ist mit denen, die Buße tun.“



    „Das zeitliche Feuer kann man mit Wasser auslöschen; jenes ewige Feuer aber löscht kein Wasser aus, jener Wurm in der Hölle stirbt nie, und die Teufel, welche die Menschenseelen peinigen, sind unbarmherzig.“

    (Heiliger Martianus)


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  • Vom Reich GottesDatum12.02.2026 07:28
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Trübsale einer Feuerprobe der wahren Liebe



    Die Trübsal ist ein Prüfungsfeuer,

    Wo falscher Tugend Schein vergeht,

    Doch echte Liebe weit getreuer

    Als in des Friedens Lust besteht.



    1. Nichts ist leichter, als Gott zur Zeit der Wohlfahrt und des Friedens zu lieben und zu loben. Aber wie mancher liebt zu solcher Zeit, gleich weltlichen Freunden, den Wohltäter nur seiner Wohltaten wegen. Wie oft auch versichertest du selbst, keine Trübsal, kein Leiden werde deine Liebe erschüttern. Kaum aber führt Jesus dich in den Garten seiner Todesangst, so schläfst du vor Überdruss ein. Abraham bewies Gott seine Treue am deutlichsten, als er ihm das Opfer brachte, das einem liebenden Vaterherzen am schmerzlichsten fällt. Also gab auch Jesus seinem himmlischen Vater den höchsten Beweis seiner Liebe, als er, zu dem schmerzlichsten Tod gehend, sprach: "Aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier." (Johannes 14,31)



    2. Oft sucht die Eigenliebe sogar in Werken der Abtötung und der Buße sich selbst. Es sind also auch diese Übungen kein unfehlbares Zeichen einer wahren Gottesliebe. Aber wer in Krankheiten, Schmerzen und bitteren Drangsalen den Willen Gottes anbetet, und bereit ist, solche, solange er es will, ja auch das ganze Leben hindurch zu ertragen, der gibt Gott einen vollkommenen Beweis seiner Liebe, da das Geschöpf nichts Größeres tun kann, als sich selbst für die Ehre seines Schöpfers zu opfern. Mehr Verdienste erwirbt oft in diesem Stand der Aufopferung eine Seele in einer Stunde, als bei Ruhe und Frieden in vielen Jahren.



    3. Unser Gott hat keine Freude an den Leiden seiner Geschöpfe, wohl aber an der Ergebung, an der Treue, an der Liebe, die sie in ihren Leiden üben. Und weil diese Tugenden am reinsten in der Trübsal geübt werden, darum sucht er auch seine geliebtesten Freunde mit den schwersten Trübsalen heim. Dies sehen wir im Leben der größten Heiligen, ganz besonders aber an Jesus, dem König aller Heiligen, der allein mehr gelitten hat, als sie alle zusammengenommen. Nach dem Maß aber, als wir hier an seiner Schmach und an seinem Kreuz Anteil nehmen, werden wir auch Anteil an seiner Glorie erhalten. "Schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz." (Klagelieder 1,12)

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  • Tages-Gebete Datum12.02.2026 07:13
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 12. Februar



    Jungfrau, der Jungfrauen Krone,

    Auserwählt am Gottes Throne,

    Herrscherin im Himmelreich:

    Lass von uns dein Lob erklingen,

    Dich mit Herz und Mund besingen,

    Unserm Flehn dein Antlitz neig!



    Zum heiligen Patriarchen Antonius



    Heiliger Antonius, bitte deinen göttlichen Lehrer für mich, dass er mich lehre, was ich noch nicht weiß, und das, was ich weiß, so anzuwenden und danach zu leben und zu sterben, wie es einem echten Jünger des Heiligen Geistes geziemt. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Erste Gutheißung der Regel der geistlichen Jungfrauen, Annonciaden genannt, die der Andacht zur seligsten Jungfrau ganz ergeben sind. Ihre Regel ist aus den vier Evangelien zusammengetragen, und zuerst vom Papst Alexander VI. im Jahr 1501 gutgeheißen worden


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Dieser Heilige wurde in Russland von katholischen Eltern geboren, zu Anfang des vierzehnten oder am Ende des dreizehnten Jahrhunderts. In der heiligen Taufe erhielt er den Namen Eleutherius, den er später mit dem Namen Alexius vertauschte, als er in seinem sechzehnten Lebensjahr ins Kloster eintrat. Von dieser Zeit an waren Fasten, Wachen und Beten seine liebsten Beschäftigungen. Dadurch erwarb er sich allgemeine Hochachtung und sein hoher Tugendruf gelangte sogar bis zum Tron des russischen Fürsten Johannes, der ihm ausgezeichnete Verehrung bewies. In der Folge wurde er Metropolit von Kiew und der ganzen russisch-katholischen Kirche (Es ist bekannt, dass die Metropoliten der älteren Zeit rechtgläubig gewesen sind und mit dem apostolischen Stuhl in Verbindung gestanden sind.), in der Eigenschaft er den Glanz seiner Tugenden weit umher verbreitete.



    Um jene Zeit herrschte in Scyten ein treuloser König mit Namen Berdeber, der seine eigenen Brüder ermordet hatte und die Christen mit unbändiger Wut verfolgte. Johannes schickte unseren Heiligen zu diesem Wüterich, um ihn zu milderen Gesinnungen zu bringen. Nach seiner Rückkehr in sein Bistum erbaute er viele Kirchen, die er mit großer Pracht ausstattete.



    Der Ruf des Heiligen wurde allezeit größer und höher und verbreitete sich bis unter die Heiden. Sogar erscholl sein Ruf bis zu den Ohren des Türkenkaisers Amurathes, der diesen Bischof bei sich haben wollte. Er bedrohte darum bei Nichterfüllung seines Wunsches den Sohn des Johannes und damit seinen Nachfolger Demetrius mit der Verheerung seines Landes. So machte sich der heilige Bischof mit einigen Geistlichen auf den Weg und heilte am Ziel angekommen die Tochter des Kaisers von einer Blindheit.



    Alexius bereitete mit eigenen Händen sein Grabmal in der Michaelskirche zu Kiew und starb nach der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Er wird zu den Kirchenpatronen von Litauen gezählt.



    https://www.heiligen-legende.de/alexius-von-kiew/

  • Vom Reich GottesDatum11.02.2026 08:02
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes






    Von der reinen Absicht



    Jeder Pulsschlag meines Herzens

    Sei, mein Gott, nur dir geweiht.

    Von dir bin ich ausgegangen;

    Du auch nur bist mein Verlangen,

    Hier und in der Ewigkeit.



    1. Vergiss niemals, dass wir alle Gaben des Leibes, alle Fähigkeiten und Kräfte unseres Geistes von der unendlichen Majestät unseres Gottes empfingen, und dass Gott, der alles um seiner Ehre willen schuf, notwendig fordern muss, dass wir mit allen diesen Kräften und Fähigkeiten zu seiner Ehre wirken. Dies ist das Recht seiner Schöpfung und seiner allerhöchsten Oberherrschaft, die er niemals vergeben kann. Alle unsere Arbeiten, ja sogar alle unsere Gedanken müssen ihm geweiht sein, und nach seiner Ehre zielen, sonst können sie ihm nimmermehr wohlgefällig sein, und sind nicht nur ohne Wert für die Ewigkeit, sondern auch Spreu für das Reinigungsfeuer nach dem Leben.



    2. Diese reine und heilige Absicht hingegen gibt allen, selbst unseren geringsten Werken, einen unendlichen Wert, und erwirbt uns eine höhere Stufe in der Glorie. Ja es ist dies auch der einzige Weg, uns zu heiligen. Denn heilig ist Gott, weil er als die allerhöchste Vollkommenheit sich selbst unendlich liebt und alles auf sich selbst bezieht. Gäbe es ein noch vollkommeneres Wesen als er selbst ist, so würde er seine unendliche Liebe auf dieses Wesen anwenden. Heilig sind auch die glückseligen Bürger des himmlischen Jerusalems nur dadurch, dass sie mit allen ihren glorreichen Werken nur nach dieser unendlichen Liebe zielen.



    3. Dies ist das hohe Ziel, nach dem wir aus ganzem Verlangen unseres Herzens streben müssen. Oft müssen wir, jeden Tag, unser Herz zu Gott erheben, und ihm uns selbst und unsere Werke aufopfern. Dies sind jene blühenden und vollen Tage, von denen der Psalm spricht (Psalm 72,7). Denn jede Sekunde darin ist voll, weil alle für Gottes Ehre verlebt wurden. Unser Gott sieht nicht darauf, ob unsere Werke groß oder klein sind, wohl aber, in welcher Absicht wir sie tun. Suchen wir Gott rein um seiner selbst willen, ohne der künftigen Belohnungen zu gedenken, dann ist unsere Absicht vollkommen, und unsere Belohnungen im Himmel werden, ohne dass wir es beabsichtigen, unendlich vergrößert. 1. Korinther 2,9: "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott jenen bereitet hat, die ihn lieben."



    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum11.02.2026 07:52
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 11. Februar



    Unbefleckte heilige Jungfrau, demütigste unter allen Geschöpfen, du warst in deinen Augen so gering, aber so groß vor Gott, dass er dich zur hohen Würde seiner Mutter erhob, und deshalb zur Königin des Himmels und der Erde dich setzte. Ich armseliger Mensch schäme mich vor dir zu erscheinen, die du ungeachtet deiner Vorzüge so demütig bist. Gleichwohl wage ich es dich mit den Worten des Engels zu grüßen: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Amen.



    Zu Gott



    Erneuere, o Herr, in allen Kindern Deiner Kirche die glühende Andacht, die uns in Deiner Kirche vereint, um gläubig Dein heiliges Wort anzuhören, freudig Dein Lob zu singen, und durch unsere vereinigten Gebete von Dir alle Gnaden zu erlangen, wodurch wir immer, besonders aber an den Dir geheiligten Tagen, uns als Deine Kinder erweisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag hat Papst Paul V. im Jahr 1613 den Samstagsablass dem Orden der Karmeliter bestätigt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der Kaiser Diokletian hatte allen Gläubigen unter Todesstrafe befohlen, die heiligen Schriften zum Verbrennen herauszugeben. Und da die Christen diesem Befehl nicht gehorchten, begann eine grausame Verfolgung, wodurch ein ganzes Jahr hindurch Afrika mit dem Blut der Bekenner Jesu gefärbt wurde. Es gab zwar auch ängstliche Leute, die, um ihr Leben zu retten, der ungerechten Forderung gehorchten. Die große Mehrzahl der Christen wollte aber lieber sterben, als bei der Vernichtung der heiligen Bücher mitzuwirken. Abitine, eine Stadt der proconsularischen Provinz Afrika, war einer der Hauptschauplätze im Krieg gegen die Christen.



    Als Saturnin, Priester dieser Stadt, an einem Sonntag die göttlichen Geheimnisse im Haus des Octavius Felix feierte, eilte die Stadtobrigkeit mit einem Haufen Soldaten herbei und nahm neunundvierzig Christen beiderlei Geschlechts gefangen. Die Vornehmsten dieser Versammlung waren Saturnin mit seinen vier Kindern, der jüngere Saturnin und Felix, beide Vorleser, Maria, eine gottgeweihte Jungfrau, und Hilarion, der noch ein Kind war. Dann der Senator Dativ, Ampelius, Rogatian und Victoria. Dativ, die Zierde des Rates von Abitine, ging an der Spitze dieser geheiligten Schar. Saturnin, von einer gottgeweihten Familie umgeben, ging an dessen Seite. Alle übrigen folgten stillschweigend nach.



    Vor den Richter bekannten sie Jesus mit einer solchen edlen Unerschrockenheit, dass selbst diese ihren Mut bewunderten. Auf solche Weise machten sie einigermaßen das Verbrechen ihres Bischofs Fundan wieder gut, der an demselben Ort feige die heiligen Bücher auslieferte. Doch da schon hatte der Himmel augenscheinlich unsere heiligen Urkunden verherrlicht, denn als Fundan sie ins Feuer warf, fiel aus heiterer Luft ein so starker Regen, dass er das Feuer auslöschte, worauf ein Hagel folgte, der alle Felder der Umgegend zerstörte.



    Die Bekenner wurden nun gefesselt nach Carthago abgeführt, zum Sitz des Proconsuls. Unterwegs sangen sie voller Freude Loblieder dem Herrn und dankten ihm, dass er sie gewürdigt habe, für den Namen Jesu gefangen zu sein. Der Proconsul begann das Verhör mit Dativ, indem er ihn fragte, wessen Standes er sei, und ob er der Christenversammlung beigewohnt habe. „Ich bin ein Christ“, antwortete Dativ, „und habe den Versammlungen beigewohnt.“ Nach mehreren anderen Fragen, deren Beantwortung der Proconsul jedoch nicht abwartete, ließ er ihn auf die Folter spannen und mit eisernen Krallen zerfleischen. Zu dieser schmerzvollen Marter verurteilte er auch die meisten der übrigen Bekenner. Alle erduldeten aber auch diese Peinigung mit unüberwindlicher Geduld. Selbst die Verschiedenheit des Geschlechts ließ keinen Unterschied des Mutes wahrnehmen. Vor allen glänzte Victoria. Sie hatte das Glück, von Jugend auf die Wahrheit zu kennen, und aus Liebe zu ihrem jungfräulichen Stand hatte sie einer sehr vorteilhaften Verbindung entsagt. Ihre ganze Begierde ging dahin, die Märtyrerkrone mit der jungfräulichen Reinigkeit zu vereinen. Da sie von edler Geburt war und die Schwester Fortunatians, eines eifrigen Verteidigers des Heidentums, bot der Proconsul alles auf, sie vom Christentum abwendig zu machen. Er fragte sie zuerst um ihre Religion, worauf sie ihm mutig antwortete: „Ich bin eine Christin.“ Fortunatian wollte sie durch vorgebliche Verrücktheit entschuldigen. Allein Victoria, die nichts mehr fürchtete, als die Gelegenheit zu verlieren, ihr Blut für Jesus Christus zu vergießen, zeigte durch die Weisheit ihrer Reden, dass sie vollkommen bei Verstand sei, und frei und aus erkannter Ursache das Christentum angenommen habe. Der Proconsul fragte sie dann, ob sie mit ihrem Bruder zurückkehren wolle, worauf sie erwiderte: „Ich kann dies nicht, weil ich eine Christin bin und keine anderen Brüder anerkenne, als die Gottes Gesetz halten.“ Der Richter bat sie nun mit den schmeichelhaftesten Worten, doch Mitleid mit sich selbst zu haben und ihr Leben zu erhalten, erhielt aber nichts anderes zur Antwort als: „Ich habe dir es ja schon gesagt, dass ich eine Christin bin und der Versammlung beigewohnt habe.“ Der Proconsul aufgebracht, dass er sich überwunden sehen musste, ließ sie mit den anderen in das Gefängnis führen, bis er gegen alle kurze Zeit nachher das Todesurteil fällte.



    An Hilarion, dem jüngsten Kind Saturnins machte der Proconsul den letzten Versuch, in der Hoffnung, die Schwäche des kindlichen Alters werde da den gewünschten Sieg erleichtern. Bald aber sah er seinen Irrtum ein. Das heilige Kind, erhaben über alle Furcht, antwortete ihm: „Ich bin ein Christ, ich habe der Versammlung beigewohnt, und dieses aus freiem Willen und ohne Zwang.“ Der Proconsul, der nicht wusste, dass Gott selbst in seinen Märtyrern jene Heldentaten wirkt, drohte ihm mit kleinen Kinderstrafen. Allein der Kleine lachte darüber. Und da er ihn mit den Worten schrecken wollte: „Ich werde dir die Nase und Ohren abschneiden lassen,“ entgegnete Hilarion: „Das kannst du, ich bin aber ein Christ.“ Der Proconsul verbiss seinen Ärger und seine Beschämung und ließ das Kind in das Gefängnis zurückführen. Und dieses Kind sagte beim Weggehen: „Herr! Ich danke dir.“



    Alle diese edelmütigen Kämpfer Jesu Christi starben in dem Gefängnis an den erlittenen Martern. Ihre Namen stehen an diesem Tag in den alten Martyrologien.



    Wie groß war doch der Eifer der ersten Christen, den Tag des Herrn würdig zu begehen. Auf die Frage des Richters, warum sie trotz des kaiserlichen Verbotes sich versammeln, sagten sie sogar auf der Folter: „Dies geschieht, weil die Feier des Sonntags bei uns eine unerlässliche Pflicht ist.“ Wir erfüllen diese Pflicht, so oft es uns immer möglich ist. „Niemals fehlen wir in der Versammlung. Wir halten Gottes Gebote, sollte uns unsere Treue auch das Leben kosten.“ Dem heiligen Opfer, dem Religionsunterricht und den gemeinschaftlichen Andachtsübungen beiwohnen, hielten die wahren Christen zu allen Zeiten für eine ihrer heiligsten Pflichten. Es ist immer ein Beweis von tief gesunkener Religiosität, wenn die dem Herrn geheiligten Tage durch leichtfertiges Arbeiten, trägen Müßiggang oder Belustigungen entweiht werden. Der Mensch verwildert, wenn er Gott aus den Augen verliert.



    Wie tief werden viele der heutigen Christen von ihren ersten Glaubensgeschwistern beschämt! Diesen war die Feier des hl. Opfers und der hl. Kommunion so wichtig, dass sie diese Feier, wenigstens am Sonntag, nicht unterließen, wenn dabei auch ihr Leben in Gefahr kam. Heute aber versäumen viele Menschen wegen geringster Hindernisse den sonntäglichen Gottesdienst. Die ersten Christen durften mit Zuversicht sagen: „Wir haben die heiligen Bücher in unseren Herzen.“ Aber wie vielen der heutigen Christen ist der christliche Glauben eine so gleichgültige Sache, dass sie sich um alles eher als um ihn kümmern? Mit welcher Scham werden sie neben jenen vor dem Gericht Gottes stehen!

    https://www.heiligen-legende.de/saturnius-und-dativus/

  • Vom Reich GottesDatum10.02.2026 03:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Ratschlüsse der göttlichen Gerechtigkeit

    über die Begierden der Sünder



    Wer ohne dich, Herr, sammelt, der zerstreut;

    Denn ohne deinen Willen ist kein Segen;

    Die Schuld hat niemals lange sich erfreut;

    Denn immer trittst du rächend ihr entgegen.



    1. Hüte dich, je etwas mit Ungestüm und gegen den Willen deines Schöpfers zu verlangen, sondern sprich: Wenn es dir so wohlgefällt, mein Gott, und es gut für mein Heil ist, so verleihe es mir in deiner Barmherzigkeit. Denn wunderbar ist Gottes Vorsehung. Zu ihrer Strafe lässt sie es zu, dass die Gottlosen zuweilen erlangen, wonach die Gier ihres Herzens zielt. Meinst du aber, sie sind deshalb glücklich? Vielmehr finden sie, statt Gewinn, Schaden; statt Ruhe, Sorgen und Plagen; statt Freuden, bitteren Kummer. So mancher verfluchte die Ehrenstelle, zu der er durch Ungerechtigkeit gelangte, so mancher und so manche das sogenannte Glück der Liebe, das sie in grenzenloses Elend und Verzweiflung stürzt.



    2. Gewöhnlich auch geschieht es aus Gottes gerechtem Ratschluss, dass gerade das Gegenteil dessen erfolgt, was der Mensch durch das Böse beabsichtigt. Josephs Brüder verkauften den unschuldigen Jungen, damit sein Traum nicht in Erfüllung ginge, und eben dadurch ging er in Erfüllung. Pharao befahl, alle neugeborenen Knäblein der Hebräer zu ertränken, um dadurch dieses Volk zu vertilgen, dadurch aber gab er Anlass zur Rettung des Mose, auf dessen Strafbefehl im Namen des Herrn alle Erstgeburt der Ägypter getötet wurde, und ihr ganzes Heer samt dem Pharao im Wasser umkam. Auch die Juden töteten den Herrn unter dem Vorwand, dass nicht die Römer kämen und ihr Volk und ihre Stadt zerstörten; und gerade dieses gottlosen Mordes wegen wurde ihr Volk und ihre Stadt durch die Römer zerstört.



    3. Dies ist es, was der Herr durch den Propheten von den Gottlosen spricht: "Darum zeigt mein Auge kein Mitleid, und ich übe keine Schonung. Ihr Verhalten lasse ich auf sie selbst zurückfallen." (Ezechiel 9,10) Denn also geziemt es der allerhöchsten Majestät, die Beleidigungen schnöder Geschöpfe zu rächen, und ihre unendliche Weisheit zu rechtfertigen, damit niemand meine, seine Sicherheit sei in seinen Lastern aufgestellt. Dies bedenke und hüte dich auf alle Weise, gegen den Willen des Allerhöchsten etwas nachzustreben, damit er nicht in seinem gerechten Zorn es dir gewähre; und was du für ein Glück hältst, dir zum Untergang gereiche. Psalm Davids: "Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/
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