Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

Foren Suche

Suchoptionen anzeigen
X
  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Benedikt XVI.
    Papst von 2005-2013

    Generalaudienz vom 03. Dezember 2008 (© Libreria Editrice Vaticana)

    „Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!“

    Die Tatsache der Macht des Bösen im Herzen des Menschen und in der menschlichen Geschichte ist also unbestreitbar. Die Frage ist: Wie ist dieses Böse zu erklären? […] Der christliche Glaube [sagt uns]: Es gibt zwei Geheimnisse des Lichts und ein Geheimnis der Nacht, das jedoch von den Geheimnissen des Lichts umhüllt ist. Das erste Geheimnis des Lichts ist dieses: Der Glaube sagt uns, dass es nicht zwei Prinzipien, ein gutes und ein böses, gibt, sondern nur ein einziges Prinzip, den Schöpfergott, und dieses Prinzip ist gut, nur gut, ohne jeglichen Schatten des Bösen. Und deshalb ist auch das Sein keine Mischung aus Gutem und Bösem. Das Sein als solches ist gut, und deshalb ist es gut zu sein, ist es gut zu leben. Das ist die Frohbotschaft des Glaubens: Es gibt nur einen guten Quell, den Schöpfer. […]

    Dann folgt ein Geheimnis der Finsternis, der Nacht. Das Böse stammt nicht aus der Quelle des Seins selbst, es ist nicht gleichursprünglich. Das Böse stammt aus einer geschaffenen Freiheit, aus einer missbrauchten Freiheit. Wie war das möglich, wie ist das geschehen? Das bleibt im Dunkeln. Das Böse ist nicht logisch. […] Wir können es rätselnd ahnen, aber nicht erklären; und wir können es auch nicht wie eine Tatsache unter anderen erzählen, weil es sich um eine tiefere Wirklichkeit handelt. Es bleibt ein Geheimnis der Dunkelheit, der Nacht.

    Aber da kommt sogleich ein Geheimnis des Lichts hinzu. Das Böse kommt aus einer untergeordneten Quelle. Gott ist stärker mit seinem Licht. Und deshalb kann das Böse überwunden werden. Deshalb ist das Geschöpf, der Mensch heilbar. […] Und schließlich als letzter Punkt: Der Mensch ist nicht nur heilbar, er ist tatsächlich geheilt. Gott hat die Heilung eingeleitet. Er ist selbst in die Geschichte eingetreten. Der ständigen Quelle des Bösen hat er eine Quelle des reinen Guten entgegengesetzt. Der gekreuzigte und auferstandene Christus, der neue Adam, setzt der schmutzigen Flut des Bösen eine Flut des Lichts entgegen. Und diese Flut ist in der Geschichte gegenwärtig: Wir sehen die Heiligen, die großen Heiligen, aber auch die demütigen Heiligen, die einfachen Gläubigen. Wir sehen, dass die Flut des Lichts, das von Christus kommt, gegenwärtig und stark ist.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Wort- und Begrifferklä...



    „Da die Tage der Reinigung Mariä nach dem Gesetz Moses erfüllt waren“ (Luk. 2, 22)

    Das Gesetz der Reinigung (3. Mos. 12) im alten Bund geht zwar
    die christlichen Frauen nicht mehr an, weil die Kirche die jüdischen Zeremonien-Gesetze abgeschafft hat.

    Indessen will doch die Kirche den Geist derselben erfüllt wissen. Sie gestattet deshalb, daß die Wöchnerinnen sechs Wochen oder so lange die Umstände es erfordern, mit gutem gewissen vom Gottesdienst sich fern halten dürfen. Diese Bewilligung ist zugleich eine treffliche Mahnung für die Frauen, daß sie diese zeit der Pflege der Gesundheit widmen und daher vor Zorn, Erkältung, schwerer Arbeit sich hüten und vom Genuss schädlicher Speisen etc. sich enthalten sollen; aber auch für die Männer, diese Zeit hindurch ihren Frauen die so nötige Ruhe und Pflege nicht hartherzig zu versagen. –

    Nach dieser Zeit aber will die Kirche, daß sich die Frauen nach dem Beispiel Mariens mit ihren Kindern zur Kirche verfügen, den Segen des Priesters verlangen, Gott für die glückliche Geburt danken, ihre Kinder Gott aufopfern und Ihn mit dem Priester um die Gnade bitten sollen, dieselben fromm und heilig zu erziehen. Darin besteht die sogenannte Aussegnung der Wöchnerinnen, und es ist aus dem Gesagten klar, daß man sich derselben nicht zu schämen hat, und daß die Aussegnung nicht eingeführt ist, um den Teufel, böse Leute oder Gespenster unschädlich zu machen; und es wäre törichte Furcht, verdammungswürdiger Aberglaube, wenn man das Haus vor der Aussegnung nicht verlassen zu dürfen glaubte, ohne der Gefahr sich auszusetzen, von solchen beschädigt zu werden.

    Wer kann uns schaden gegen Gottes Willen? Die Aussegnung sollen die Frauen im Geist der Kirche suchen und aus Dankbarkeit das göttliche Lamm durch die heilige Messe und Kommunion Gott aufopfern, ein Almosen geben und eifrig beten. –

    in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 540 – S. 541

    Der kirchliche Muttersegen

    Der Kirchgang, den die Wöchnerinnen unternehmen, geschieht vornehmlich, um das Beispiel der Gottesmutter nachzuahmen und Gott zu danken für den Segen, den er gespendet hat. Dabei besprengt der Priester die Mutter mit Weihwasser und erfleht ihr die Kraft, ihre neuen Pflichten zur Ehre Gottes getreu zu erfüllen. In der linken Hand trägt sie eine brennende Kerze, das Sinnbild des Heilandes, des Lichtes der Welt, für den sie ihr Kind erziehen soll, ergreift mit der rechten die Stola des Priesters zum Zeichen, daß sie auf den Gnadenschatz Christi fest vertraue, und schreitet so zum Altar, wo sie sich und ihr Kind zum Gott wohlgefälligen Dienst aufopfert und den Segen der Kirche empfängt.

    Nutzanwendung.
    Man möge dafür Sorge tragen, daß die fromme Sitte in den christlichen Häusern nicht aussterbe. Die Erfahrung lehrt, daß die Kinder, die von den Eltern Gott in besonderer Weise geweiht wurden, oft auch von Gott besonders gesegnet wurden. So wird es uns berichtet von der heiligen Elisabeth und der Mutter des heiligen Bernard und mancher anderen Heiligen. Zur Danksagung opfere man eine heilige Messe oder Kommunion Gott dem Herrn auf und suche auch durch andere milde Werke, wie Almosen, Gottes Segen auf das Haupt des Kindes zu erflehen. –

    aus: Katholische Handpostille, Religiöses Hausbauch für die katholische Familie, 1938, S. 300

    https://katholischglauben.info/kirchlich...-woechnerinnen/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Von frommen, edlen Eltern geboren, hatte er das Unglück, bevor er noch das fünfte Jahr erreicht hatte, schon seine Mutter, die sorgsame Pflegerin seiner Kindheit, zu verlieren. Er ward in die Klosterschule von Alt-Corbio gebracht, um dort mit mehreren andern Kindern erzogen zu werden. Gleich beinahe allen Knaben dieses Alters, liebte der kleine Ansgar mehr das Spielen als das Lernen, lief gerne mit seinen Kameraden herum, schwatzte manches müßige Zeug, trieb allerlei kindischen Mutwillen, und gab nicht viel gute Hoffnung. Allein Gott hatte ihn bestimmt, eine Leuchte der Heiligkeit für Viele zu werden, und darum führte ihn auch seine Hand wunderbar auf die Bahn, die er fortan wandeln sollte. Maria, die hohe Himmelskönigin, hatte auf den Knaben Ansgar ihre gütigen Augen gewendet, und sie war es, die ihm den rechten Weg zeigte.

    In einer Nacht träumte Ansgar, er befinde sich in einer äußerst öden, sumpfigen und schlammigen Gegend, in welcher er kaum mit der größten Anstrengung herum zu waten vermochte. Aber längs den Sümpfen und Morästen, in welchen er sich befand, zog sich eine ungemein anmutige, mit Bäumen und Blumen bepflanzte Straße hin. Mit Wohlgefallen ruhte des Knaben Auge auf dieser Pflanzung, als er auf eben dieser Straße eine zahlreiche Schar lieblicher Frauen in blendend weißen Gewändern einher wandeln sah. Ihnen voran ging eine, in Gang und Gebärden durch hohe Majestät sich auszeichnende, wahrhaft himmlische, weibliche Gestalt. Als diese sich ihm näherte, erkannte er in ihr die über alle Chöre der Engel erhabene Königin Himmels und der Erde und geblendet vom glänzenden Licht schlug er seine Augen furchtsam nieder.

    Mit ernster, jedoch sanfter Stimme rief die Gebenedeite ihn bei seinem Namen: „Mein Sohn Ansgar!“ Jetzt erhob der Knabe wieder sein Haupt und erblickte zu seiner unaussprechlichen Freude in dem Gefolge der Himmelskönigin auch seine eigene, schon verstorbene Mutter. Also gleich wollte er in ihre Arme eilen, aber er vermochte es nicht. Schon zu tief watete er im Morast, und der sumpfige, schlammige Boden hielt seine Füße fest. „Sieh mein Sohn!“ sprach jetzt die gebenedeite Mutter des Herrn, „wenn du zu deiner Mutter kommen willst, musst du ein ganz anderer Knabe werden. Fliehe unnützes Spiel und kindisches Geplauder, werde ein fleißiges, gehorsames Kind, und dann wirst du auch zu deiner Mutter und in unsere Gesellschaft kommen.“

    Dies nächtliche Gesicht machte einen tiefen Eindruck auf das Herz des jungen Ansgar. Von nun an floh er allen kindischen Zeitvertreib, und ward der Fleißigste, sittsamste in der ganzen Schule. – In seinem 14ten Jahr erhielt er vom heiligen Adalard das klösterliche Gewand; und als er vom Tod des großen Kaisers Karl hörte, den er kurz zuvor im Glanz seiner Macht und Herrlichkeit gesehen, da entschloss er sich, der Welt ganz abzusterben und nach höchster Vollkommenheit zu streben. Er lebte so fromm und gottesfürchtig, daß ihn Gott schon als Jüngling mit der Gabe der Wunder begnadete.

    Abt Wala hatte ihn dem Kaiser Ludwig empfohlen, der ihn zu einen Missionar unter den Heiden im Norden des Reiches bestimmte. Mit seinem Gefährten, dem frommen Autbert, zog er nun im Jahre 826 nach Dänemark. Da predigte er den Christen und Heiden mit solcher Kraft, daß eine ungeheure Menge Heiden den heiligen Glauben annahm. Drei jahre darnach zog er nach Schweden. Unterwegs wurden er und seine Gefährten von Seeräubern ausgeraubt, mehrere seines Gefolges wollten umkehren. Ansgar aber zog furchtlos weiter und kam endlich nach vielen Drangsalen nach Birka, der Residenz der schwedischen Könige. Durch seine Predigten führte er viele Tausende von Heiden der heiligen Kirche zu.

    Vom Papst und Kaiser hierauf zum Erzbischof des neu errichteten Bistums von Hamburg ernannt, wirkte er unsäglich viel Gutes in Dänemark, Schweden und Norwegen; mit Recht wird er der Apostel dieser Länder genannt. Nachdem ihn Gott mit vielen schweren Leiden geprüft, ward er durch seine vielen anstrengenden Leiden auf`s Krankenlager geworfen. Da er seinen Tod heran nahen fühlte, ließ er am 1. Februar, dem Vorabend des Festes der Reinigung Unserer Lieben Frau, die er immer geleibt, der er immer treu gedient, unter deren Schutz er rastlos und segensreich gearbeitet hatte, zu Ehren der Hochgebenedeiten drei große Wachskerzen verfertigen, woran er die Eine auf ihren Altar, die anderen auf den Altar des heiligen Petrus und des heiligen Johannes zu setzen befahl. –

    Zu unserer Lieben Frau erhob er nun oft Herz und Hände, sie um Beistand anflehend im letzten Kampf. Am Tage Mariä Lichtmess selbst wollte er der Mutter Gottes zu Lieb auch nicht die mindeste Stärkung zu sich nehmen, Hierauf ließ er alle seine Schüler an sein Sterbelager kommen, gab ihnen die herzlichsten Ermahnungen und empfing zum letzten Mal das allerheiligste Sakrament. Unter den Gebeten der Kirche und sich mit dem Kreuz bezeichnend gab er am 3. Februar des Jahres 865 seine reine Seele in die Hände seines Schöpfers. (Stolberg`s Geschichte.) –

    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 382 – Sp. 384

    https://katholischglauben.info/heiliger-...-und-missionar/


    Liebe Grüße Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Unterricht für das Fest Mariä Reinigung oder Lichtmess

    (2. Februar)

    Der Priester, in jüdischer Priesterkleidung, hält das Jesuskind in Händen, vor ihm steht die Mutter Gottes Maria, eine Kerze in der Hand haltend; hinter ihm steht Anna, die auf die Ankunft des Messias gewartet hatte; hinter Maria auf der linken Seite steht der heilige Joseph; in der Mitte des Bildes im Hintergrund steht der 7-armige Leuchter, darüber ist der Heilige Geist als Taube und darüber Gottvater zu sehen

    Woran erinnert uns dieses Fest?

    Mit dem Lichtmess-Tag an dem sowohl ein Fest des Herrn (Darstellung Jesu im Tempel) als auch ein Fest seiner reinsten Mutter (Mariä Reinigung) gefeiert wird, schließ die 40tägige Weihnachtszeit.
    Das Gesetz Moses verlangte, daß die erstgeborenen Kinder männlichen Geschlechts Gott aufgeopfert würden, in dankbarer Erinnerung an die Erhaltung der israelitischen Erstgeborenen in Ägypten, als sie von dem Würgeengel verschont blieben. Diese Zeremonie musste 14 Tage nach der Geburt des Kindes stattfinden.

    Außerdem befahl das Gesetz, daß am nämlichen Tage die Mutter, die nach dem Gesetz unrein war, im Tempel sich reinigte, indem sie als Brandopfer ein Lamm und zur Sühne eine Taube oder, wenn sie arm war, zwei Turteltauben opferte. Dies nannte man die Reinigung der Mutter und die Darstellung des Kindes im Tempel. – Deshalb werden die Mütter bei ihrem ersten Kirchgang feierlich gesegnet, nicht als ob sie von Sünde gereinigt werden müssten, vielmehr um Gott zu danken für das Glück der Mutterschaft und um Gnade zu erflehen für das Gottesgeschenk des Kindes. Maria ist Vorbild der Mütter, das Christkind sei demnach Vorbild der Neugeborenen.

    Dieses Gesetz wollte die seligste Jungfrau aus Demut und Gehorsam befolgen, obgleich weder sie noch ihr göttlicher Sohn demselben unterworfen waren, und deshalb erschien sie in Jerusalem im Tempel. In diesem Augenblick erkannte ein heiliger Greis, Simeon mit Namen, durch ein Licht von oben erleuchtet, in dem kleinen Kind den Messias, nahm ihn mit unaussprechlicher Wonne auf seine Arme und weissagte, daß dieser göttliche Erlöser ein Zeichen des Widerspruchs sein und daß ein Schmerzens-Schwert die Seele seiner Mutter durchbohren werde. (siehe den Beitrag: Die Weissagung Simeons und die Prophetin Anna)

    Lerne aus diesem erhabenen Beispiel Jesu und Marias, den Vorschriften der Kirche unterwürfig sein. Die Eltern sollen nach dem Vorbild Marias ihre Kinder Gott dem Herrn frühzeitig opfern, seinem Dienst weihen und sie in seiner Furcht und Liebe erziehen. –
    aus: Katholische Handpostille, Religiöses Hausbauch für die katholische Familie, 1938, S. 298

    Was feiert die Kirche an diesem Tage?

    Die Darstellung Jesu im Tempel und darin den Gehorsam und die Demut Mariä und ihres göttlichen Sohnes, die, obgleich dem Gesetz der Reinigung und Darstellung im Tempel nicht unterworfen, sich dennoch demselben unterzogen haben; daher dieses Fest Mariä Reinigung genannt wird. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch nennt man es Lichtmess, weil an demselben die Kerzen, die man beim Gottesdienst braucht, geweiht und darauf in Prozession umher getragen werden.

    Warum werden am heutigen Tage die Kerzen gesegnet?

    Zum Andenken, daß Maria Jesum, das Licht der Welt, im Tempel zu Jerusalem dem himmlischen Vater aufgeopfert hat, wobei Er von Simeon „ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung des Volkes Israel“ genannt wurde.

    In welcher Absicht werden die Kerzen gesegnet?

    1) Damit diejenigen, die sie tragen, an Leib und Seele vor Übel bewahr werden;

    2) daß sie von den Orten, wo sie angezündet werden, alle teuflischen Nachstellungen vertreiben;

    3) damit unsere Herzen durch das unsichtbare Licht des heiligen Geistes erleuchtet werden;

    4) damit das Feuer der Liebe in unsern Herzen entzündet werde. – Dies ist auch der Inhalt der Gebete der Kirche bei der Segnung der Kerzen.

    Warum wird heute mit den geweihten Lichtern die Prozession gehalten?

    1) Um zu bezeugen, daß Jesus das wahre Licht sei;

    2) zum Zeichen der Freude, daß Christus, das wahre Licht, heute dem greisen Simeon erschienen ist;

    3) zur Mahnung, daß wir mit den klugen Jungfrauen Christo mit brennenden Lichtern des Glaubens und der guten Werke entgegen gehen sollen. (Matth. 25, 1)

    Wie sollen wir der Kerzenweihe und der Prozession beiwohnen?

    Wir sollen

    1) Gott danken, daß Er uns das Licht des wahren Glaubens geschenkt hat;

    2) den Vorsatz machen, den klugen Jungfrauen gleich mit dem brennenden Licht des Glaubens, der Liebe und guter Werke Jesus entgegen zu gehen und so den Mitchristen mit gutem Beispiel voran zu leuchten; endlich

    3) Jesus bitten, daß Er us in dem entscheidenden letzten Augenblick durch die Fürbitte Mariens vor der ewigen Finsternis bewahre und des ewigen Lichtes teilhaftig mache. –

    in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille,
    1885, S. 537 – S. 538

    https://katholischglauben.info/fest-mari...oder-lichtmess/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Hochfeste der allersel...



    Der Priester, in jüdischer Priesterkleidung, hält das Jesuskind in Händen, vor ihm steht die Mutter Gottes Maria, eine Kerze in der Hand haltend; hinter ihm steht Anna, die auf die Ankunft des Messias gewartet hatte; hinter Maria auf der linken Seite steht der heilige Joseph; in der Mitte des Bildes im Hintergrund steht der 7-armige Leuchter, darüber ist der Heilige Geist als Taube und darüber Gottvater zu sehen

    Zum Eingang singt die heilige Kirche: „Wir haben empfangen, o Gott! Deine Barmherzigkeit in Mitte deines Tempels. Wie dein Name, o Gott! Also reicht dein Lob bis an die Grenzen der Erde; von Gerechtigkeit voll ist deine Rechte. (Ps. 47, 10 u. 11) Groß ist der Herr und sehr preiswürdig; in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berg.“ (Ps. 47, 2) – Ehre sei dem Vater etc.

    Gebet der Kirche.
    Allmächtiger, ewiger Gott! Wir flehen in Demut zu einer Majestät, daß Du uns würdig machen wollest, ebenso mit gereinigten Gemütern Dir vorgestellt zu werden, wie dein eingeborner Sohn heute im Tempel Dir als Mensch ist dargestellt worden; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

    Lesung aus dem Propheten Malachias. Kap. 3, Vers 1-4.

    So spricht Gott, der Herr: Siehe, Ich sende meinen Engel, daß er den Weg bereite vor Mir her. Und alsbald wird zu seinem heiligen Tempel kommen der Herrscher, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, nach dem ihr verlangt. Siehe, Er kommt, spricht der Herr der Heerscharen. Wer wird aber den Tag seiner Ankunft aussinnen, und wer bestehen bei seinem Anblick? Denn Er ist wie schmelzendes Feuer, und wie das (reinigende) Kraut der Walker. Er sitzt schmelzend und reinigend das Silber, und reinigt die Söhne Levis und läutert sie wie Gold und wie Silber, daß sie dem Herrn Opfer bringen in Gerechtigkeit. Dann wird dem Herrn gefallen das Opfer Judas und Jerusalems, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den Jahren des Altertums. So spricht der Herr, der Allmächtige.

    Erklärung und Anwendung.

    Der Engel oder Gesandte, der dem Herrn den Weg bereiten soll, ist Johannes der Täufer (Matth. 11, 10), der so lange ersehnte Herrscher aber ist Jesus Christus, der heute in den Tempel gekommen ist. Dieser heißt der Engel des Bundes, weiL Er zwischen Gott und den Menschen einen neuen und weit vortrefflicheren Bund, als der mit den Juden eingegangene war, errichtet hat, da Er durch denselben den Christen nicht bloß zeitliche, sondern ewige Güter verschafft. Dieses Herrschers Ankunft wird von dem Propheten als herrlich und zugleich als schrecklich geschildert. Bedenke dabei: So rein wie das geläuterte Gold muss sein, wer Ihn im heiligsten Altarssakrament würdig empfangen oder das heiligste und Gott angenehmste Opfer würdig darbringen will. Reinige dich also, o Mensch! Durch tränen der Buße und durch das Feuer der Liebe, wenn du Christum empfangen oder in der heiligen Messe aufopfern willst.

    Evangelium nach dem hl. Lukas, Kap. 2, Vers 22 – 32

    In derselben Zeit, da die Tage der Reinigung Mariä nach dem Gesetz Moses` erfüllt waren, brachten sie Jesum nach Jerusalem, um Ihn dem Herrn darzustellen, wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt werden, und um ein Opfer darzubringen, wie es im Gesetz des Herrn geboten, ist, ein Paar Turteltauben oder ein Paar junge Tauben. Und siehe, es war ein Mann zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und dieser Mann war gerecht und gotttesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der hl. Geist war in ihm. Es war ihm von dem hl. Geist geoffenbart worden, daß er den Tod nicht sehen werde, bis er den Gesalbten des Herrn gesehen. Und er kam aus Antrieb des Geistes in den Tempel, und als die Eltern das Kind Jesus hinein brachten, um da für Ihn zu tun, was nach dem Gesetz Gewohnheit war, nahm er Es auf seine Arme, pries Gott und sprach: „Nun entlassest Du, Herr, nach deinem Wort deinen Diener in Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker, als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.

    Warum wurde Jesus in den Tempel von Jerusalem gebracht?

    Um als der Erstgeborene Mariens dem Herrn aufgeopfert zu werden; denn Gott hatte den Juden befohlen, zur dankbaren Erinnerung, daß ihre Erstgeborenen am Leben blieben, während die Erstgebornen der Ägypter getötet wurden, alle ihre erstgebornen Knäblein Ihm aufzuopfern und dieselben durch eine bestimmte Gabe wieder auszulösen. (2. Mos. 13, 13)Heilige Messe zu

    War Jesus zur Beobachtung dieses Gesetzes verpflichtet?


    Nein; denn offenbar war Jesus, weil Gottes Sohn und Urheber des Gesetzes, zur Beobachtung des mosaischen Zeremonien-Gesetzes nicht verpflichtet. Gleichwohl hat Er es genau beobachtet,

    1) um sich gleich im Anfang seines Lebens dem himmlischen Vater zu unserm Heil feierlich und unwiderruflich aufzuopfern:

    2) um uns zu lehren, wie auch wir den göttlichen Geboten demütig gehorchen und uns gleich beim Erwachen der Vernunft Gott aufzuopfern sollen.

    War Maria dem Reinigungsgesetz unterworfen?

    Nein, weil sie vom heiligen Geist, also nicht in Sünden, empfangen hatte, demnach auch keiner Reinigung bedurfte. „An Maria war nichts unrein“, spricht der hl. Bernhard, „weder bei der Empfängnis, noch bei der Geburt.“

    Warum hat Maria nicht ein Lamm, wie die Reichen (3. Mos. 12, 6),
    sondern nur ein Paar Tauben wie die Armen, geopfert?


    Weil sie arm war. Und sie schämte sich nicht, auch vor der Welt so zu erscheinen. – Schäme dich nicht, wenn du arm bist; liebe vielmehr die Armut, die dich Christo und seiner Mutter ähnlich macht. Bist du aber reich, so sei wenigstens dem Geist nach arm; denn „selig sind die Armen im Geist“ (Matth. 5, 3), und liebe die Armen und Bedrängten von Herzen und in der Tat.

    Wie kam es, daß der greise Simeon den Heiland im Tempel fand?

    Es wurde ihm als treuem Diener Gottes von Gott verheißen, daß er vor seinem Tod den Heiland noch sehen werde. Als nun Jesus in den Tempel getragen wurde, ging er auf Antrieb des heiligen Geistes auch dahin, wo er dann Jesum fand und durch göttliche Erleuchtung als den Messias erkannte und öffentlich bekannte.
    So belohnt Gott diejenigen, die Ihm eifrig dienen, und so gibt Er sich ihnen immer mehr zu erkennen,

    Warum nannte Simeon Jesum ein Licht zur Erleuchtung der Heiden etc.?

    Weil Jesus in die Welt gekommen war als das wahre Licht (Joh. 1, 9), welches die Heiden von den Finsternissen ihres Aberglaubens und von der Sklaverei der Sünde, die Juden aber von der Knechtschaft des mosaischen Gesetzes befreien und beide in die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes versetzen sollte. (Gal. 4, 31)

    Gebet.
    Himmlischer Vater! Blicke vom Thron deiner Barmherzigkeit herab auf deinen eingebornen Sohn, der heute im Tempel für unsere Sünden Dir aufgeopfert wird. Laß Dir dieses unschuldige Opfer gefallen, vergib uns im Hinblick auf seinen Gehorsam und seine Demut unsere Hoffart und unseren Ungehorsam, und gib, daß wir, durch sein Blut gereinigt, Dir, wenn wir einst im Frieden entschlafen, im Tempel deiner Glorie dargestellt werden und Dich als das ewige Licht ohne Ende anschauen, lieben und loben mögen! Amen. –

    in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 538 – S. 540

    https://katholischglauben.info/heilige-m...riae-lichtmess/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    1 Heilige Mutter Johanna de Lestonnac
    1.1 Die Familie von Johanna de Lestonnac
    1.2 Ihr Dienst Gottes.
    1.3 Madame de Lestonnac lernte den Orden der Annunziaten kennen
    1.4 Ihre Gründung der Gesellschaft der Töchter Unserer Lieben Frau
    1.5 Gesetzgeberin, Erzieherin, Vorbild und Vorsteherin des neuen Ordens
    1.6 Ihre Prüfung
    1.7 Die Liebe der Heiligen besiegte den Hass
    Gründerin der “Gesellschaft der Töchter Unserer Lieben Frau”

    (1556 bis 2. Februar 1640)

    Heiliggesprochen am 15. Mai 1949

    Der äußere Lebensgang dieser Heiligen hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem der heiligen Franziska von Chantal, die ihre Zeitgenossin war, die sie aber nie persönlich kennenlernte. Beide Frauen waren aus adeligen Familien und haben sich in allen Lebensständen zu heiligen gesucht: als heranwachsende Jungfrauen, als treue Gattinnen und Mütter, als leidgeprüfte Witwen und schließlich als Schwestern und Gründerinnen im Heiligtum des Klosters.

    Die Familie von Johanna de Lestonnac
    Glänzende Titel waren der Seligen schon in die Wiege gelegt oder vom Leben geschenkt worden. So liest man auf dem Titelblatt ihrer Lebensbeschreibung: „Baronin von Montferrand-Landiras, Nichte von Montaigne, Gründerin des Ordens der Töchter Unserer Lieben Frau“ (oder der „Gesellschaft Unserer Lieben Frau“). Sie sollte aber nicht bloß den Adel ihrer Geburt und ihrer Beziehungen, sondern auch den Geistesadel ihres Onkels Michel Montaigne, des Philosophen und Verfassers der „Essais“, überbieten durch den „höchsten Adel“, wie Pascal ihn nennt, den Adel der vollkommenen Liebe zu Gott, dem höchsten Gut, und zu seinen Geschöpfen und Kindern. Geboren im Todesjahr des heiligen Ignatius von Loyola (1556), sollte sie für die weibliche Jugend ähnliches leisten wie jener für die männliche. Zunächst schien aber nichts auf eine solche Entwicklung ihres Lebens hinzu deuten. Im Gegenteil, ihre Mutter (Jeanne de Montaigne) hing insgeheim dem Calvinismus an und suchte auch ihre sechs Kinder in diesem Sinn zu beeinflussen. Johanna betrachtete es später als eine ganz besondere Gnade Gottes und als Zeichen des Schutzes der Gottesmutter, daß sie, obwohl sonst in allem ihrer Mutter gehorsam, sich beharrlich und hartnäckig den Versuchen widersetzte, sie zur Annahme der häretischen Lehre zu veranlassen. Dies verriet wohl eine außergewöhnliche Geistes- und Willensstärke in diesem Mädchen; aber eine gewisse, damit notwendig gegebene „Unaufrichtigkeit“ ihrer Mutter gegenüber machte sich die Heilige in ihrem ganzen späteren Leben in der Feinheit ihres Gewissens zum Vorwurf. Im übrigen erklärte der geistreiche Montaigne von seiner heranwachsenden Nichte: „Es ist schwer zu sagen, ob bei meiner Nichte die Schönheit des Leibes oder der Seele größer sei; man kann aber in Wahrheit behaupten, daß die Natur in ihr ein Meisterwerk geschaffen hat, indem sie eine schöne Seele mit einem adeligen Leib vereinte und damit eine Professin in einem herrlichen Palast unterbrachte.“ – Die Heilige aber erklärte später, sie sei schon von ihrer Kindheit an unter dem besonderen Schutz Mariens gestanden. Anderseits neigte sich Gott mit hohen Gebetsgnaden zu dem Mädchen herab und ließ es einmal die Worte vernehmen: „Hab acht, eine Tochter, daß du das heilige Feuer nie erlöschen lassest, das ich in deinem Herzen entzündet habe und das dich mit solchem Eifer zu meinem Dienst treibt.“

    Ihr Dienst Gottes.
    Worin bestand für sie dieser „Dienst Gottes!“ Ihre persönliche Neigung ging zum Kloster hin, zumal man sich damals diesseits und jenseits der Pyrenäen viel von der Klosterreform der heiligen Theresia von Avila versprach. Auf den Vorschlag und Wunsch ihres Vaters verheiratete sie sich aber im Alter von siebzehn Jahren (1573) mit dem Baron von Montferrand, der, wie sie selbst, von Bordeaux gebürtig war. Dreimal jedoch wurde in der jungen Ehe die Wiege eines geliebten Kindes zum Sarg, bis Gott ihr schließlich doch noch fünf lebende Kinder schenkte. Nach 23jähriger, glücklicher Ehe verlor sie ihren Mann und fast gleichzeitig auch ihren ältesten, zwanzigjährigen Sohn. Von da an führte sie wieder ihren früheren Namen „Madame de Lestonnac“. Wie andere heilige Witwen gab sie nun die Zeit, die ihr die Sorge für die Kinder übrig ließ, ganz dem Gebet und guten Werken. Sie untersagte sich alle Besuche und Gesellschaften, und man sah sie nur in Kerkern und Spitälern, um dem Elend jeder Art nach Kräften abzuhelfen. „Ganz einfach gekleidet“, so schildert sie einer ihrer ersten Biographen, „ohne anderen Schmuck als den ihrer Bescheidenheit, suchte sie unter einem einfachen Äußeren einen unverlierbaren Zug der Größe und einen Reiz der Anmut zu verbergen, den sie in ihrem 44. Lebensjahr an sich trug“. –

    Madame de Lestonnac lernte den Orden der Annunziaten kennen

    Eine besondere Fügung der Vorsehung war es wohl, daß Madame de Lestonnac den Orden der „Annunziaten“ kennenlernte, den die heilige Johanna de Valois im Jahre 1501 gegründet hatte, die unglückliche Tochter Ludwigs XI. und die verstoßene Frau des Königs Ludwigs XII. In diesen Orden traten zwei ihrer Töchter ein. Gerne wäre die Mutter ihnen gefolgt, aber der Orden hatte damals schon viel von seiner ersten Strenge verloren und nahm zudem nur Jungfrauen auf. So entschloss sich die Heilige, bei den reformierten Zisterzienserinnen einzutreten, die nach dem ersten Kloster der Reform, der Abtei Feuillans, auch Feuillantines genannt werden. Auch ihrem Entschluss zum Selbst-Ersterben ging gleichsam eine Todesnot voraus, ähnlich wie jene, von der die heilige Theresia von Avila in ihrer Selbstbiographie meint: „Ich glaube nicht, daß mir die letzte Stunde grausamere Qualen bringen kann… Da meine Liebe zu Gott nicht stark genug war, offenbarte sich die Liebe zu meiner Familie inniger denn je.“ Dabei verließ Madame de Lestonnac, menschlich gesehen, mehr als die heilige Theresia, denn sie trennte sich von vier eigenen Kindern. Doch dieses schmerzliche Opfer wollte jener von ihr, der sie einmal zur Mutter einer Ordensfamilie machen wollte und der selbst erklärt hat: wer seine Familie mehr liebe als ihn, sei seiner nicht wert. Vielleicht noch schlimmer aber war für die Heilige, daß ihr großes Opfer umsonst gebracht schien; denn ihre Gesundheit hielt den harten Übungen nicht stand, und sie musste das Kloster nach zehn Monaten wieder verlassen. Gott tröstete sie aber dabei in einem Gesicht, wodurch er sie verstehen ließ, sie werde Mutter vieler geistlicher Töchter werden, deren Vorbild die seligste Jungfrau sein werde. Zugleich war ihr, als öffne sich vor ihren Augen die Hölle und als riefen ungezählte, von der Hölle bedrohte Seelen um ihre Hilfe.

    Ihre Gründung der Gesellschaft der Töchter Unserer Lieben Frau
    Die Heilige widmete sich nun wieder Werken der Nächstenliebe, auch der Pflege der Pestkranken, aber alles dies genügte ihr nicht. Sie fühlte sich von Gott zu einer anderen Aufgabe berufen, die sie noch nicht näher bezeichnen konnte, die aber darauf abzielte, die weibliche Jugend vor den Verheerungen der Irrlehre zu schützen. Sie beriet sich mit mehreren Jesuiten im Kolleg von Bordeaux, darunter auch mit ihrem leiblichen Bruder. Alle jedoch erklärten ihr, sie müsse fortfahren, in der Welt Gutes zu tun. Das Werkzeug für die Verwirklichung der Pläne Gottes war ein anderer Jesuiten-Pater, Jean de Bordes (1559 bis 1620), dem der Herr einmal bei der heiligen Messe – ebenso wie zu gleicher Zeit auch dem Pater Raymond SJ – seinen Wunsch nach Errichtung eines Frauenordens für die Erziehung der weiblichen Jugend mitteilte. Es würde zu weit führen, all die Schritte aufzuzählen, die noch notwendig waren, bis die „Gesellschaft der Töchter Unserer Lieben Frau“ zunächst vom Erzbischof von Bordeaux und dann im Jahre 1607 von Papst Paul V. bestätigt wurde. Wie sehr ein solcher Orden dem Bedürfnis und den Notwendigkeiten der damaligen Zeit entgegen kam, geht schon daraus hervor, daß gleichzeitig mehrere ähnliche Frauenkongregationen ins Leben traten: so wurden im Jahre 1600 die (von der heiligen Angela Merici im Jahre 1535 gegründeten) Ursulinen nach Frankreich verpflanzt. Im Jahre 1606 entstand die „Gesellschaft der heiligen Ursula“ von Dôle durch Anna de Xainctonge; 1600 hatte der heilige Pierre Fourier zusammen mit Alix Leclerc in Lothringen die „Kongregation Unserer Lieben Frau“ gegründet, die 1615 von Paul V. bestätigt wurde. –

    Gesetzgeberin, Erzieherin, Vorbild und Vorsteherin des neuen Ordens

    Von 1608 bis 1622 war nun Mutter de Lestonnac die Gesetzgeberin und Erzieherin, das Vorbild und die Vorsteherin des neuen Ordens. Selbstverständlich fehlte es nicht an Schwierigkeiten und Anfeindungen aller Art. Da waren zunächst die bösen Zungen solcher, die alles besser zu wissen glaubten und die behaupteten, die Heilige sei aus dem ersten Kloster nur aus verletzten Stolz ausgetreten und wolle nun ihre Herrschsucht über die weibliche Jugend und deren Familien ausüben. Empfindlicher noch traf die Mutter den Umstand, daß ihr eigener Sohn, der nunmehr verheiratete Baron de Montferrand-Landiras, ihren Eintritt in einen Orden offen mißbilligte. Dazu kamen die zahlreichen Versuche von Bischöfen, den neuen Orden mit jenem der Ursulinen zu verschmelzen, sowie die mit der Neugründung der Häuser verbundenen Entbehrungen, Schwierigkeiten, Enttäuschungen. Solche Erfahrungen ließen die selige einmal offen erklären: „Ich kenne die Menschen zu gut, um nicht zu wissen, daß die Unbeständigkeit in ihrer Natur liegt, und daß die Selbstsucht de erste Beweggrund ihrer Handlungen ist.“ Dem gegenüber hielt sie daran fest: „Jesus und Maria nachleben, das ist die beste Art, um ihnen Liebe zu verschaffen.“ – Im Jahre 1620 traten mit päpstlicher Dispens Magdalena und Martha de Montferrand, zwei leibliche Töchter der Heiligen aus dem Annunziaten-Orden in jenen ihrer Mutter über, und bald schon wollte man in ihnen voraussichtliche Nachfolgerinnen der Gründerin sehen. Doch beide starben vor ihrer Mutter, wie wenn Gott zeigen wollte, daß er niemanden nötig hat und daß sich er den Ausgang und Erfolg vorbehält, auch wenn er unsere Bemühungen will.

    Ihre Prüfung
    Auf die Heilige aber wartete nun eine jener ganz großen Leiden und Läuterungen, die besondere Berufungen zu begleiten pflegen und wodurch der letzte Rest von Selbstsucht und Eigenliebe gleichsam ausgebrannt und auch die verborgensten Seelenkräfte in den Dienst der vollkommenen Hinopferung aus Gottesliebe gestellt werden sollen. Im Jahre 1622 wurde zur Verwunderung der meisten nicht mehr Johanna de Lestonnac, sondern eine bisher kaum bekannte Schwester, Blanche Hervé, als Oberin gewählt. Diese, verärgert darüber, daß sie im Orden nichts zu sagen hatte, wußte zunächst den eifersüchtig auf seine Autorität bedachten Erzbischof gegen die Gründerin einzunehmen, die ja tatsächlich ihr Institut am liebsten unmittelbar dem heiligen Stuhl unterstellt gesehen hätte. Dann, infolge der offensichtliche Ungnade des Erzbischofs gegen Johanna de Lestonnac zur Oberin gewählt, behandelte Blanche Hervé die Gründerin des Instituts mit einer Gehässigkeit und Verachtung, die nur durch die verborgenen Absichten Gottes und durch den Einfluss des bösen Feindes einigermaßen verständlich wird. Sie verbot ihr jede mündliche oder schriftliche Verbindung mit den übrigen Schwestern, verbot den Schwestern, sie zu grüßen, und stellte eine lange Liste von angeblichen Fehlern der „Johanna de Landiras“ zusammen, die sie öffentlich im Speisesaal verlesen ließ. Gewiß nahm die Ordens-Gemeinschaft zum großen Teil für das Opfer des Hasses Partei, aber die Heilige suchte sie zu beruhigen: „Wenn ich auch der Fehler nicht schuldig bin, deren man mich anklagt, so habe ich genug andere begangen, um mich noch als zu gut behandelt zu betrachten.“ Blanche Hervé ging so weit, daß sie schließlich erklärte: „Wir werden ein Schreiben des Papstes erlangen, um Ihnen den Schleier zu nehmen, den zu tragen Sie so unwürdig sind. Und sie werden nach Landiras zurück kehren und dort die Schweinehüten.“ –

    Die Liebe der Heiligen besiegte den Hass

    Diese Lage dauerte für die Heilige ungefähr drei Jahre. Am Fest des heiligen Stephanus 1624 aber, drei Monate vor Ablauf der Amtszeit der Oberin, ereignete sich etwas Merkwürdiges: Die Oberin Blanche Hervé kniete vor Johanna nieder und bat sie um Verzeihung wegen ihres Verhaltens. So hatte noch einmal die Liebe einer Heiligen den Hass besiegt. Johanna hatte zwar in den folgenden Jahren nie mehr den Titel der Oberin, aber ihr moralisches Ansehen, durch die schwere Prüfung und ihre offensichtlich heroische Tugend noch gewachsen, machte sie doch weiterhin zum tatsächlichen Mittelpunkt ihrer Kongregation. Sie hatte sich im Leiden nicht weniger stark gezeigt als vorher im Unternehmungs-Geist und im Handeln, immer stark durch die Liebe, sie sich nicht erbittern läßt, die nicht ihren Vorteil sucht, die alles erträgt und alles erduldet (vergl. 1. Kor. 13). Oder wenn wir die Seelenhaltung der Heiligen mit einigen ihrer eigenen Worte und Grundsätze ausdrücken wollen:

    „Immer die Größe Gottes und unsere eigene Niedrigkeit vor Augen behalten, das erhält uns in der Demut. – Die schwächsten Werkzeuge sind in der Hand Gottes die geeignetsten. – Je mehr wir der Welt erstorben sind, desto mehr sind wir geeignet für das Heil der Seelen. – Die beste aller Übungen ist die Selbstüberwindung. – Es ist mir eine Freude und Ehre, etwas für die Liebe und Ehre Gottes zu leiden. – Halten wir uns zu Füßen des Kreuzes mit der Gottesmutter und dem heiligen Johannes!“

    Am 2. Februar 1640 beschloss Johanna de Lestonnac im Alter von 84 Jahren ihr heiliges Leben, nachdem sie vorher ihre Aufzeichnungen über die von Gott erhaltenen Gnaden vernichtet hatte.

    In der Geschichte ihres Ordens ist ein Gebet an die seligste Jungfrau in Zeiten großer Not überliefert, worin es heißt: „Wir glauben, daß dir, o Mutter der Barmherzigkeit, Gott keinen deiner Wünsche versagt. Da wir nun deine Kinder sind, so zeige, daß du unsere Mutter bist und daß derjenige unsere Bitten, durch dich vorgelegt, huldvoll entgegen nimmt, der dir gehören wollte, um sich damit uns zu schenken.“ –

    aus: Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 65 – S. 69

    https://katholischglauben.info/heilige-johanna-de-lestonnac/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Hl. Faustina Kowalska (1905-1938)
    Ordensschwester


    Tagebuch, Hauteville/Schweiz 1991, § 1322

    „Warum habt ihr solche Angst?“

    Durch Dunkel und Schatten der Nacht,
    Steuert einsam mein Lebensschiff.
    Ich treibe auf offenem Meer,
    Und sehe kein Land und kein Riff.

    Der kleinste Sturm kann mich versenken,
    Mich bringen auf des Meeres Grund.
    Würdest nicht Du, o Gott, mich lenken,
    Jede Minute – zu jeder Stund.

    Durch aufbrausende Meereswogen,
    Schwimme ich ruhig – hin zum Licht.
    Sehe die Ferne mit Kindesauge,
    Denn Du, Herr, bist meine Zuversicht.

    Rings um mich sind Entsetzen und Grauen,
    Ich bleibe still – wie die Tiefe im Meer.
    Denn wer zu Dir, Herr, fasste Vertrauen,
    Geht nicht verloren – nach Deiner Lehr’.

    Überall lauern Gefahren entgegen.
    Ich schau zu den Sternen und fürchte mich nicht.
    Ich gehe mutig und freudig des Weges,
    Wie es einem reinen Herzen entspricht.

    Mein Lebensschiff treibt sicher im Meer,
    Denn Du, mein Gott, bist sein Steuermann.
    In Demut danke ich Dir dafür,
    Dass ich so friedlich treiben kann.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Wort- und Begrifferklä...



    BILD:
    1715 Arnold von Reichersberg Augustiner Kupferstich Heiliger Heiligenbild Rader

    Arnold war ein Verwandter des berühmten Gerhoh (Fest: 27. Juni). Sein Geburtsort ist wahrscheinlich Polling in Oberbayern. Von seinem Leben und seinen Taten ist uns nur so viel berichtet, dass er gottselig, fromm und still ein mit Gott in Christus verborgenes Leben geführt und durch sein Beispiel die ganze Gemeinde erbaut hat. Das Merkwürdigste ist sein Todeskampf und sein Scheiden aus dieser Welt. Darüber hat uns einer seiner Mitbrüder ausführliche Nachrichten hinterlassen.



    Schon in der letzten Adventwoche des Jahres 1165 wurde Arnold von einem Fieber befallen. Dieses Fieber verließ ihn nicht mehr und zehrte von Tag zu Tag an seinen Kräften. Der Kranke wurde immer schwächer, und ein paar Tage vor dem Fest Mariä Lichtmess 1166 glaubte er wirklich, sein Ende sei nahegekommen. Während der ganzen Krankheit hatte er mit bewunderungswürdiger Geduld ausgeharrt, voll Ergebung in den heiligsten Willen des Herrn. In den größten Schmerzen hatte er immer mit freudigem und heiterem Angesicht seine Mitbrüder getröstet und ermahnt, dass sie seiner im Gebet gedenken möchten.



    Diese Ruhe und Freudigkeit dauerten bis auf den letzten Tag. Mit innigster Andacht hatte er noch die heiligen Sakramente der Sterbenden empfangen, und sich zum Kampf gegen Widersacher und zu einem seligen Hinscheiden vorbereitet. Jetzt erst kamen die Stunden schwerer Prüfung.



    Nach Empfang der heiligen Wegzehrung ließ Arnold alle seine Mitbrüder zu sich in seine Zelle kommen. Er war schon sehr schwach und die Todesangst machte seinem Herzen bange. Da bat er denn alle seine Brüder recht inständig, sie möchten ihn doch nicht verlassen im letzten Kampf, den er mit dem bösen Feind noch zu kämpfen hätte. Sie möchten ihn doch unterstützen mit ihrem Gebet, wenn er vor Schwäche nicht mehr werde beten können. Insbesondere bat er sie, sie sollten ihn in die heiligsten Wunden des gekreuzigten Heilandes, und in den mütterlichen Schutz der seligsten Jungfrau und Mutter Gottes empfehlen. Auch möchten sie das Opfer der heiligen Messe für ihn aufopfern, dass er ja nicht unterliege in diesem Kampf.



    Den Brüdern graute ob dem Todeskampf. Weinend und betend empfahlen sie die Seele des Kämpfenden in den göttlichen Schutz und flehten zum Herrn, dass er auch ihnen gnädig sein wolle in der letzten Stunde. Der sterbende Bruder aber wurde ruhiger. Gar andächtig küsste er das Kreuz, und sprach dann noch zu den betenden Brüdern: „Seht, wie diese Geister der Finsternis das Licht scheuen, das wir im Gekreuzigten haben, wie feige sie allesamt vor ihm die Flucht ergreifen. Das Kreuz ist das triumphierende Zeichen, in dem sie überwunden wurden. Lasst uns nun, um Gottes Beistand zu erlangen, das heilige Vater unser beten! Lasst uns auch zum Bekenntnis der heiligsten Dreieinigkeit den Glauben sprechen. Vor solchem Bekenntnis erschrecken alle Mächte der Hölle und ergreifen die Flucht. Lasst uns auch zu Maria beten, dass sie uns Verzeihung und Gnade erflehe bei ihrem Sohn. Lasset uns alle Heiligen Gottes um ihre Fürbitte anrufen!“



    Nun begannen die Mönche die Litanei zu allen Heiligen zu beten. Nachdem alle Heiligen der Ordnung nach angerufen waren, rief Arnoldus aus: „Kehrt wieder zurück zu Maria und ruft aufs Neue sie an, dass sie für mich fürbitte.“



    Hierauf begann ein neuer Kampf. Dem treuen Diener Gottes war es, als stünde er vor dem Gericht des gerechten Gottes. Die so oft betrachteten Schrecken des Gerichts sollte er noch in seinem Leibesleben erfahren. Da stand neben ihm der Verkläger der Kinder Gottes, der Tag und Nacht auf das Verderben der Gerechten sinnt. Das ganze vergangene Leben wurde hier aufgerollt und alle seine Vergehen wurden gegen ihn als Anklage vorgebracht. Die betenden Brüder hörten den Diener Gottes öfters ausrufen: „Nur heraus, nur heraus mit den Anklagen, ich habe schon längst mich selbst dessen angeklagt und alles gründlich bereut. Ich leugne gar nichts. Die Gnade meines Herrn hat mir alles verziehen.“ Darauf erblickte er neben sich die Königin des Himmels, die Mutter der Barmherzigkeit, und rief ihr zu: „Sprich nur ein Wort, o meine Mutter, und alle meine Ankläger müssen verstummen.“



    Wie der Diener Gottes zuerst in das Reich der Finsternis einen Blick getan hat, um mit ihm ganz aufzuräumen und fertig zu machen, so wurde ihm jetzt auch ein Blick in das Reich des Lichtes gegönnt. Auf einmal rief er aus: „Welch eine Glorie und Freude der Heiligen hab ich geschaut! Wie ist doch alles, was die betrogene und betrügerische Welt anbietet, so gar nichts im Vergleich mit dieser Herrlichkeit!“ Jetzt wollte er sich aufrichten und rief: „Ich komme, ich komme!“ Allein alsobald fiel er wieder zurück auf sein Lager, senkte sein Haupt und verschied, als eben die Sonne aufging und seine Zelle zu erleuchten begann, selig im Herrn.

    Liebe Grüße Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Hl. Paul VI. (1897-1978)
    Papst von 1963-1978

    Apostolisches Schreiben „Evangelii nuntiandi“ über die Evangelisierung
    in der Welt von heute (8. Dezember 1975), 80 (© Libreria Editrice Vaticana)

    Das Licht auf dem Leuchter
    Unser Aufruf lässt sich hier nun vom Eifer der größten Prediger und Verkünder des Evangeliums inspirieren, die ihr Leben dem Apostolat gewidmet haben. […] Sie haben es verstanden, nicht wenige Hindernisse der Evangelisierung zu überwinden. Von diesen Hindernissen, die sich auch in unserer Zeit stellen, wollen Wir hier jedoch nur eines hervorheben, nämlich den Mangel an Eifer, der umso schwerwiegender ist, weil er aus dem Innern entspringt. Er zeigt sich in der Müdigkeit, in der Enttäuschung, der Bequemlichkeit und vor allem im Mangel an Freude und Hoffnung. Wir ermahnen deshalb alle diejenigen, die auf irgendeine Weise und auf welcher Ebene auch immer mit der Evangelisierung beauftragt sind, gerade den geistlichen Eifer zu fördern (vgl. Röm 12,11). […]

    Bewahren Wir also das Feuer des Geistes. Hegen Wir die innige und tröstliche Freude der Verkündigung des Evangeliums, selbst wenn Wir unter Tränen säen sollten. Es sei für uns – wie für Johannes den Täufer, für Petrus und Paulus, für die anderen Apostel und die vielen, die sich in bewundernswerter Weise im Lauf der Kirchengeschichte für die Evangelisierung eingesetzt haben – ein innerer Antrieb, den niemand und nichts ersticken kann. Es sei die große Freude Unseres als Opfer dargebrachten Lebens. Die Welt von heute, die sowohl in Angst wie in Hoffnung auf der Suche ist, möge die Frohbotschaft nicht aus dem Munde trauriger und mutlos gemachter Verkünder hören, die keine Geduld haben und ängstlich sind, sondern von Dienern des Evangeliums, deren Leben voller Glut erstrahlt, die als erste die Freude Christi in sich aufgenommen haben und die entschlossen sind, ihr Leben einzusetzen, damit das Reich Gottes verkündet und die Kirche in das Herz der Welt eingepflanzt werde.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Martina kniet im römischen Zirkus und betet, während ein Löwe an ihr vorbei springt.


    Diese berühmte Jungfrau, eine der Schutzheiligen Roms, die Papst Urban VIII. selbst in einer herrlichen Hymne besungen hat, stammte aus einer der edelsten Familien dieser Stadt. Ihr Vater hatte dreimal die Konsulwürde bekleidet und war sehr reich wie an schönen Tugenden so auch an zeitlichen Gütern.

    Martina, mit der größten Sorgfalt im christlichen Glauben und Leben unterrichtet, verlor schon in zartem Alter beide Eltern. Aus Liebe zu Christus, die ihr Herz entflammte, verteilte sie mit wundersamer Freigebigkeit das Geld, welches sie in hohem Überfluss besaß, unter die Armen, gelobte beständige Jungfräulichkeit und wurde wegen ihrer hervorragenden Tugenden des Geistes und Herzens unter die Diakonissinnen aufgenommen, eine Ehre, zu welcher nur erprobte Frömmigkeit den Weg bahnte.

    Kaiser Alexander Severus (vom Jahr 222 bis 235), entschlossen, die Sekte der Galiläer – so nannte man die Christen – auszurotten, bot Alles auf, um die wegen ihrer Schönheit, ihres Adels und ihrer Mildtätigkeit im höchsten Ansehen stehende Martina für sich zu gewinnen und versprach ihr, sie zur Mitregentin zu erheben, wenn sie dem Apollo opfere.

    Martina erklärte: „Dem unbefleckten Gott will ich opfern, damit mein Opfer den Apollo zu Schanden mache, und er aufhöre, Seelen zu verderben.“ Der Kaiser deutete diese Rede fälschlicher Weise als eine Einwilligung, veranstaltete ein feierliches Opferfest und führte Martina in den Tempel des Apollo, wo die Götzenpriester mit vielem Volk versammelt waren. In lautloser Stille waren aller Augen auf sie gerichtet; sie bezeichnete sich andächtig mit dem heiligen Kreuz, erhob Hände und Augen flehentlich zum Himmel und betete mit lauter Stimme: „O mein Herr und Gott, erhöre meine Bitte und zertrümmere dieses blinde und stumme Götzenbild, damit der Kaiser und sein Volk erkenne, daß Du der allein wahre Gott bist, und daß man keine anderen Götter anbeten dürfe, als nur Dich!“ In demselben Augenblick erschütterte ein Erdbeben die ganze Stadt, das Götzenbild des Apollo fiel vom Altar herab in hundert Stücke, ein Teil des Tempels stürzte ein und begrub die Götzenpriester mit vielen Anwesenden unter seinem Schutt. Wütend über diesen Ausgang des Opfers befahl der Kaiser, daß Martina ins Angesicht geschlagen, mit Ruten gegeißelt, und ihr mit Zangen das wunde Fleisch vom Leib gerissen werde. Die Schergen strengten ihre Kräfte bis zur gänzlichen Ermüdung an; aber ein Engel stärkte und beschützte die heilige Martina so wunderbar, daß sie in der Glut der Schmerzen in frohlockender Begeisterung Jesum Christum lobpries und verkündete, und die Schergen zum Glauben an Ihn aufforderte. Die Gnade begleitete ihre Worte: acht Schergen sanken auf ihre Knie; baten die Dulderin um Verzeihung der ihr angetanen Mißhandlungen und bekannten laut ihren Glauben an Jesus Christus. Ergrimmt über diesen Vorfall ließ der Kaiser die Jungfrau ins Gefängnis führen, die acht Bekenner mit eisernen Krallen zerfleischen, und da er ihre Standhaftigkeit nicht zu besiegen vermochte, enthaupten.

    Am anderen Tag ließ Severus die „Zauberin“ wieder vor sich kommen und höhnte: „Betrügerin, jetzt wollen wir sehen, wie weit du deine Künste noch treibst! Willst du den Göttern des Staates opfern, oder es noch länger mit Christus, dem Schwarzkünstler, halten?“ In edler Entrüstung sprach die Heilige: „Halt ein, lästere nicht meinen Gott; wenn du Peinen vorrätig hast, wende sie nur an, ich fürchte sie nicht, Gott wird mich stärken!“ Unmenschlich wurde Martina am ganzen Leib geschlagen, zerschnitten, ihre Glieder verrenkt; aber keine Folter schwächte die Freudigkeit ihres Mutes, in lauten Lobgesängen preis sie Gott, und ein süßer Wohlgeruch entströmte ihren klaffenden Wunden. Ratlos in seiner Ohnmacht ließ der Kaiser die halbtote wieder in den Kerker werfen; aber wie staunte er, als am folgenden Tag die Wächter ihm anzeigten, Martina`s Wunden seien vollständig geheilt, während der ganzen Nacht hätten sie ihr Gefängnis von einem wunderbaren Lichtglanz erleuchtet gesehen und ein mehrstimmiges Beten und Singen gehört.

    In wildem Unmut befahl Severus, sie ins Amphitheater zu führen und den Löwen vorzuwerfen; er selbst wollte dabei zuschauen. Martina kniete in entzückendes Schönheit auf dem Sand und betete; der hungrige Löwe stürzte brüllend aus dem Zwinger und legte sich, von unsichtbarer Macht gezähmt, schmeichelnd zu ihren Füßen; dann erhob er sich, flog in rasendem Sprung über die hohen Schranken und tötete viele Zuschauer. Der erboste Kaiser schrieb dieses Wunder der Zauberei Martina`s zu und glaubte entdeckt zu haben, daß diese Zauberkraft in ihren Haaren liege. Sogleich befahl er, ihr Haupt kahl zu scheren und sie in den Tempel des Jupiter, in welchem noch zwölf andere Götter verehrt wurden, einzusperren. An den folgenden zwei Tagen ging Severus mit Priestern und dem Volk zum Tempel, aber er trat nicht hinein, weil man viele Männerstimmen darin hörte und meinte, Jupiter habe seine Götter versammelt, um Martina zu bekehren. Erst am dritten Tag wurde der Tempel geöffnet zum festlichen Opfer; aber – alle Götzenbilder lagen zertrümmert am Boden. Entrüstet fragte der Kaiser, wo Jupiter sei? Martina sprach lächelnd: „Er hat Christo, meinem Herrn, Rechenschaft geben müssen, daß er die zwölf Götzen hier nicht vom Untergang gerettet; und zur Strafe hat ihn mein Gott den Teufeln übergeben, welche ihn dann zerrissen.“ Über diesen Spott rasend befahl der Kaiser, sie mit heißem Fett zu übergießen und im Feuer zu verbrennen. Aber ein furchtbarer Regenschauer löschte plötzlich die Flammen. Auf dieses neue Wunder folgte endlich das Todesurteil durch das Schwert. Martina dankte für diese Gnade und beugte freudig ihr Haupt unter den Streich, der sie für immer mit Jesus vereinigte. Ihre heilige Leiche wurde von den Christen heimlich beigesetzt und befindet sich jetzt in der prachtvollen Kirche, welche zu ihrer Ehre beim Triumphbogen des Severus erbaut ist. –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 74 – S. 75

    https://katholischglauben.info/heilige-m...nd-maertyrerin/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    Heilige beteten gerne das Ave Maria und den Angelus

    Die hl. Katharina von Schweden begann jede Arbeit, jedes Werk mit dem Ave Maria, ja wenn sie um irgend Etwas befragt wurde, gab sie keine Antwort, bevor sie nicht den englischen Gruß gebetet hatte. Es ist also kein Wunder, daß U. L. Frau diese ihre getreue Dienerin auf ihrem Todbett heimgesucht und zu den himmlischen Freuden eingeladen hat.

    Die selige Ascelina betete zu Ehren der gebenedeiten Mutter Gottes täglich dreihundertmal den englischen Gruß, an den Samstagen aber tausendmal, und an den Festtagen Mariens noch öfter. Sie hat auch erfahren, daß dieses Gebet in all ihren Nöten und Anliegen ein sicheres Hilfsmittel gewesen ist.

    Der selige Franziskus aus dem Orden der Diener Mariä hat U. L. Frau zu Ehren täglich fünfhundertmal das Ave gebetet. Wie wohlgefällig diese Andacht der Himmelskönigin gewesen, hat sich nach seinem Tod gezeigt; denn aus seinem Mund soll eine schöne Lilie wunderbar hervor gewachsen sein.

    Die heilige Katharina von Bologna betete einst in der Nacht der glorreichen Geburt Christi zu Ehren U. L. Frau tausendmal den englischen Gruß. Da erschien ihr Maria und reichte ihr das in Windeln gewickelte heilige Kind. – Als später die heilige Katharina diese Begebenheit erzählte, sprach sie: „Was will wohl ich von dieser Sache anders sagen als: O unempfindliches Herz! Wie ist es doch geschehen, daß du vor lauter Süßigkeit nicht zersprungen oder wie Schnee vor der Sonnenhitze nicht zerschmolzen bist, da du liebreich umfingest den Glanz der ewigen Glorie? (Schöne Beispiele von Joseph Umhaus.)

    Der gottselige Mönch Cäsarius von Haisterbach, der selbst das Ave sehr gerne und oft betete, erzählt, daß im Zisterzienser-Orden ein Laienbruder gewesen, der so geistesschwach war, daß man ihm nie ein anderes Gebet beibringen konnte, als bloß die vier Worte: Ave Maria, gratia plena. Gegrüßt Maria, voll Gnade! Übrigens aber sprach er sie so gern, und so oft er nur konnte, daß nach seinem Tod aus seinem Grab ein unbekannter Baum aufwuchs, der auf seinen Blättern dieselben Worte in Gold geschrieben hatte. Diesen Baum haben Unzählige gesehen, so daß, als der Bischof kam, um Zeuge des Wunders zu sein, und ringsum aufgraben ließ, man fand, daß der Baum vom Mund des frommen Bruders seine Wurzeln schlug. Sobald man dies aber in Augenschein genommen, verdorrte der Baum. (Poire.)

    Der heilige Alphons Liguori unterließ es niemals, dreimal im Tage den Engel des Herrn zu beten. Beim ersten Glockenschall warf er sich sogleich auf die Knie nieder; dies tat er als Bischof, er mochte sein, wo er wollte, selbst mitten auf der Straße. Als er taub geworden, ließ er sich durch Winke and das Glockenzeichen erinnern; wenn er zu Tisch saß, hörte er sogleich mit dem Essen auf und fiel auf die Knie nieder. Nichts Erbaulicheres war zu sehen, als der Eifer, womit er diesen kleinen Übungen sich hingab, welche durch Gewohnheit ihm zur andern Natur geworden. Zuweilen geriet er in Verzückung, wenn er den Engel des Herrn betete. (In vita.)

    Der heilige Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, kniete jedesmal nieder, wenn er den Engel des Herrn läuten hörte, selbst auch dann, wenn er auf öffentlicher Straße war, und wenn er zu Pferde sich befand, so stieg er ab, um sein Gebet zu verrichten. (In vita.)

    Der heilige Vinzenz von Paul warf sich, sobald er das Zeichen zum Angelus Domini läuten hörte, sogleich auf die Knie, er mochte an einem Ort oder in einer Gesellschaft sein wo immer, und er schätzte sich glücklich, öffentlich einen Beweis seiner Andacht zu Maria geben zu können. (In vita.)

    So verrichtete denn auch du das Gebet „Engel des Herrn“ recht gerne, denn dadurch wirst du
    1) an das größte Geheimnis der Liebe Gottes, an die Menschwerdung seines eingeborenen Sohnes aus Maria der Jungfrau erinnert.

    2) Ist es ein feierliches Bekenntnis dieses Glaubens, und zugleich ein Bekenntnis, wie sehr wir des Beistandes des Himmels vom Morgen bis zum Abend bedürfen.

    3) Es ist eine eindringliche Ermahnung, die drei Tugenden: die Keuschheit, die Demut, die Liebe der allerseligsten Jungfrau nachzuahmen.
    Denn wenn du betest: „der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom heiligen Geist“, so leuchtet dir im Benehmen der heiligen Jungfrau bei der Verkündigung des Engels, die höchste Liebe zur Tugend der Keuschheit entgegen. Und wenn du betest: „Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“, so siehst du die tiefste Demut U. L. Frau; und wenn du sprichst: „Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt; selig ist der Leib, der dich getragen hat, selig die Brüste, die du gesogen hast“, so siehst du die unendliche Liebe Jesu und seiner hoch begnadigten Mutter! Bei jedem Ave bitte dann U. L. Frau um diese Tugend.

    4) Will die heilige Kirche uns durch dieses dreimalige Gebet des Tages hindurch mahnen, wie sehr wir auf der Hut sein dürfen vor unseren unsichtbaren Feinden, welche zu jeder Tageszeit im Hinterhalt liegen, um uns zu überraschen, und wie sehr wir nötig haben, Augen und Hände zum Himmel zu erheben, von wo uns Hilfe kommt. (Poire.)

    Dreimal in des Tages Lauf
    Schallt der Glocke Ton,
    Dreimal fordert er dich auf:
    Denk an Gottes Sohn!
    Dank ihm, daß er zu uns kam,
    Unser Heiland ist!
    Ruf die Mutter Gottes an:
    „Helferin du bist!“
    „Dein, Maria, will ich sein,
    Gott mein ganzes Leben weih`n.“

    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 334 – Sp. 336

    https://katholischglauben.info/heilige-b...-gerne-das-ave/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Gebete am 27. JanuarDatum27.01.2020 09:23
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    TAGESGEBET

    Barmherziger Gott.

    Du nimmst die Sünde ernst,

    aber du lässt uns die Möglichkeit zur Umkehr.

    Du verurteilst unsere Verfehlungen,

    aber du lädst uns ein zu einem neuen Anfang.

    Wir danken dir, dass du barmherzig bist.

    Gib uns den Mut umzukehren.

    Gib uns die Kraft, neu anzufangen.

    Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 314, 26)

    Demütigste Jungfrau Maria, durch deine Demut hast du deinem Gott so große Liebe zu dir gegeben, dass du ihn sogar dadurch bewogen hast, dein Sohn und unser Heiland zu werden. Ich weiß es, dass dein Sohn dir nichts abschlägt, um was du ihn bittest. Sage ihm also, dass ich ihn allein lieben will. Bitte ihn, er möge mir alle Beleidigungen, die ich ihm zugefügt habe, vergeben, bitte ihn, er möge mir die Gnade der Beharrlichkeit im Guten verleihen. Mit einem Wort, empfiehl ihm meine Seele, denn ein Sohn, der dich so innig liebt, kann dir nichts abschlagen. O Maria, du musst machen, dass ich selig werde, du bist meine Hoffnung. Amen.



    Zu Gott auf Fürbitte der heiligen Angela



    O Gott, der du die heilige Angela zum Unterricht der Jugend ihres Geschlechtes berufen hast, gib uns durch ihre Verdienste und Fürbitte die Gnade, dich über alles, und den Nächsten deinetwegen zu lieben, und ihn zu allem Guten anzuweisen, damit wir einst von dir in den Himmel aufgenommen werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    An diesem Tag im Jahr 1611 wurde das berühmte Bildnis der seligsten Jungfrau, das der heilige Lukas gemalt hat, aus der Kirche Maria Major zu Rom in die Kirche auf dem Berg Esquilinus mit großer Pracht unter Papst Paul V. übertragen.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
    Papst


    Enzyklika „Dominum et vivificantem“ über den Heiligen Geist im Leben der Kirche und der Welt (18. Mai 1986), 46 (© Libreria Editrice Vaticana)

    Die Sünde gegen den Heiligen Geist
    Warum ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht zu vergeben? Was ist unter dieser Lästerung zu verstehen? Der heilige Thomas von Aquin antwortet, dass es sich hier um eine Sünde handelt, „die ihrer Natur nach unvergebbar ist, weil sie jene Elemente ausschließt, derentwegen die Vergebung der Sünden geschieht“.

    Nach dieser Deutung besteht die Lästerung nicht eigentlich in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, welches Gott dem Menschen durch den Heiligen Geist anbietet, der in der Kraft des Kreuzesopfers wirkt. Wenn der Mensch jenes „Offenlegen der Sünde“, das vom Heiligen Geist ausgeht und heilswirksamen Charakter hat, zurückweist, weist er damit zugleich das „Kommen“ des Trösters zurück, jenes „Kommen“, das sich im Ostergeheimnis vollzieht, in der Einheit mit der erlösenden Kraft des Blutes Christi, das „unser Gewissen von toten Werken reinigt“.

    Wir wissen, dass die Frucht einer solchen Reinigung die Vergebung der Sünden ist. Wer den Geist und das Blut zurückweist, verbleibt deshalb in „toten Werken“, in der Sünde. Die Lästerung gegen den Heiligen Geist besteht gerade in der radikalen Verweigerung der Annahme jener Vergebung, deren innerster Vermittler er ist und die eine echte Bekehrung voraussetzt, die von ihm im Gewissen gewirkt wird. Wenn Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist weder in diesem noch im zukünftigen Leben vergeben wird, dann liegt der Grund darin, dass diese „Nicht-Vergebung“ ursächlich mit der Unbußfertigkeit verbunden ist, das heißt mit der radikalen Weigerung, sich zu bekehren […]

    Nun ist aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist die Sünde jenes Menschen, der sich auf sein vermeintliches „Recht“ zum Verharren im Bösen – in jeglicher Sünde – beruft und dadurch die Erlösung verwirft. Ein solcher Mensch bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet. Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins; denn die Lästerung gegen den Heiligen Geist erlaubt es dem Menschen nicht, sich aus seiner selbstverhängten Gefangenschaft zu befreien und sich den göttlichen Quellen der Reinigung der Gewissen und der Verzeihung der Sünden zu öffnen.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    1 Der selige Kaiser Karl der Große und das Liebfrauen-Münster zu Aachen
    1.1 Karl der Große verehrte die Gottesmutter Maria
    1.2 Kostbarste Reliquien befinden sich im Münster
    1.3 Reliquien der Gottesmutter Maria
    1.3.1 Das Kleid der heiligen Jungfrau
    1.3.2 Der Gürtel der heiligen Jungfrau
    1.3.3 Die Haare der allerseligsten Jungfrau
    1.4 Wallfahrt zum Münster

    Karl, ein Sohn des Königs Pippin von Frankreich, ward vom Papst Leo III. am heiligen Weihnachtsfest, ohne daß er darum wußte und darnach verlangte, feierlich in der Peterskirche zum römischen Kaiser gekrönt. (siehe den Beitrag: Der selige Kaiser Karl der Große) Er war ein tapferer und mächtiger Herr, allein nicht die goldene Kaiserkrone, nicht seine Tapferkeit, nicht seine berühmten Taten machten ihn groß vor Gott, sondern seine Bescheidenheit, seine Demut, seine Buße, sein Eifer für die Ausbreitung und Erhaltung des heiligen Glaubens und seine treue Anhänglichkeit and die heilige Kirche. Er war wahrhaft einer der edelsten Fürsten, die je auf einem Thron saßen und das wahre Vorbild eines vollkommenen Kaisers.

    Eine Statue von Kaiser Karl, der in Aachen seine Residenz hatte

    Karl der Große verehrte die Gottesmutter Maria
    Er verehrte besonders die allerseligste Jungfrau und baute ihr zu Ehren mehrere Kirchen. Das schönste Denkmal dieser Liebe und Verehrung U. L. Frau hat er sich in der Stadt Aachen gestiftet, wo er gern verweilte, wo er in seinen letzten Lebensjahren fast beständig sich aufhielt, und wo er begraben werden wollte. – Es ist dies das Liebfrauen-Münster. Weithin ließ er Säulen von Marmor und Porphor vom hohen Wert und in großer Menge zum Bau bringen, die Türen und Geländer ließ er vom massiven Erz machen, das Dach mit Blei decken. Heiliges Gerät aus dem kostbarsten Metall und prachtvolle priesterliche Gewänder schaffte er herbei; die Baumeister berief er aus Italien. Es war ein Prachttempel, wie das Abendland noch keinen sah. Im Jahr 796 war der Bau vollendet. –
    Auf seine Bitte weihte der heilige Papst Leo III. im Jahre 804 die Kirche persönlich am heiligen Dreikönigstag in Gegenwart einer Menge Fürsten und hoher Herren.

    Kostbarste Reliquien befinden sich im Münster
    In dieser Kirche betete Karl bei Tag und Nacht, da er kein größeres Vergnügen fand, als mit Gott und seiner heiligen Mutter zu verkehren und dies ist auch der Ort, den er mit den seltensten Geschenken bereicherte, die ihm gemacht wurden, nämlich mit den kostbarsten Reliquien Unseres Herrn Jesu Christi, seiner glorwürdigen Mutter und der Heiligen; unter diesen sind die merkwürdigsten: Zwei Stücke vom hl. Kreuz, ein Stück vom Schwamm, mit dem man dem Herrn am Kreuz zu trinken gab, ein Stück von den Stricken, mit denen man ihn band, und ein Stück von einem der heiligen Nägel, mit denen man ihn kreuzigte, Stücke von der Dornenkrone Christi, dem Schilfrohr und der Kreuzes-Aufschrift; das Schweißtuch Christi, das Lendentuch des Herrn und die Windeln, mit denen er in der Krippe lag.

    Reliquien der Gottesmutter Maria
    Auch von der liebe Mutter Gottes suchte er sich heilige Reliquien zu verschaffen, um damit ihr Münster zu Aachen zu bereichern. – Die erste und vorzüglichste ist

    Das Kleid der heiligen Jungfrau
    Dasselbe ist ein baumwollenes Gewand, nämlich aus Baumwolle gewebt, Zettel und Einschlag haben die nämliche weißgelbliche Farbe. Es ist zwei und eine viertel Elle lang und eine Elle und zwei und ein halb Viertel breit. Dem Schnitt nach ist es ganz so, wie noch die Frauen im Morgenland es tragen: lang, verhältnismäßig eng, und deshalb, um beim gehen nicht zu hindern, am unteren Saum auf jeder Seite mit einem Einschnitt versehen, der etwa eine halbe Elle aufwärts reicht. An den beiden Einschnitten des unteren Saumes und am Ausschnitt des Halses ist eine kleine Verzierung eingewebt. Ein Ärmel ist kürzer als der andere. (*) –

    Bis auf den heutigen Tag ist es noch unversehrt erhalten; in kostbare Seidenstoffe gehüllt wird es in einem sehr schönen Schrein im Liebfrauen-Münster zu Aachen aufbewahrt, und alle sieben Jahre dem Volk mit den anderen heiligenReliquien gezeigt.

    (*) Ein unbekannter Priester soll einen Teil des Ärmels weg genommen haben.

    Der Gürtel der heiligen Jungfrau
    Derselbe, aus Leinen gewebt, an beiden Enden von rötlicher Farbe, befindet sich in einer zwei Fuß hohen Monstranz von acht Zoll Durchmesser. Er wurde durch zwei vornehme, fromme Männer nebst dem Kleid der heiligen Gottesmutter nach Konstantinopel gebracht, welche diese heiligen Reliquien im heiligen Land in dem Haus eines frommen Weibes, jüdischen Stammes, fanden. In einem prächtigen Behälter, den man … (hagia soros) „den heiligen Schrein“ nannte, ward dann der heilige Gürtel beigesetzt. Dies geschah zur Zeit des Kaisers Arkadius, im 5. Jahrhundert. Die Tochter des Kaisers Arkadius, die heilige Pulcheria (siehe 10. September), ließ hierauf in Konstantinopel in der Straße der Kupferschmiede, „Chalcoprateion“ genannt, eine prachtvolle Kirche bauen und den heiligen Schrein dort beisetzen. Nach 410 Jahren wurde der Schrein unter dem Kaiser Leo, dem Weltweisen, geöffnet, um den heiligen Gürtel der Kaiserin Zoe, die vom Teufel geplagt war, aufzulegen, welche sofort von ihrer Plage befreit wurde. Man fand den Gürtel noch ganz frisch, als wäre er erst gewebt worden. Glanz ging von ihm aus, auch hing ein goldenes Siegel daran, und ein Pergament lag dabei, auf welchem das Jahr und der Tag der Übertragung des Gürtels geschrieben stand. Man feierte auch damals das Gedächtnis der Beisetzung des Gürtels der heiligen Gottesgebärerin am 31. August.

    Mit dieser Reliquie des Leibgürtels, von dem der gottselige Mönch Euthymius in einer Festrede, die er in der Kirche, wo der heilige Schrein des Gürtels sich befand, gehalten hat, sagt, daß Maria ihn in der Kindheit Christi getragen, mit dem er vielleicht als Kind auf dem Schoß der Mutter spielte, – mit diesem Gürtel hat der selige Kaiser sein liebes Münster in Aachen beschenkt. Wahrscheinlich hatte er ihn von der Kaiserin Irene zum Geschenk erhalten.

    Die Haare der allerseligsten Jungfrau

    Im Jahre 1000 n. Chr. ließ der Kaiser Otto III. das Grab des seligen Kaisers Karl im Liebfrauen-Münster öffnen. Nachdem eine Öffnung in das Gewölbe gemacht war, sah man den Leib des Seligen, nicht wie einen andern Leichnam gestreckt, sondern wie lebend auf einem Thron sitzend, eine goldene Krone auf dem Haupt, einen Zepter in der einen, das Evangeliumbuch in der andern Hand. An seinem Hals hingen an Schnüren drei kostbare Reliquien-Kapseln, die er im Leben öfters bei sich getragen; nämlich ein Splitter des heiligen Kreuzes, etwas von den Haaren der Himmelskönigin und ein vom heiligen Lukas verfertigtes kleines Bild U. L. Frau.

    Die Reliquie der Haare U. L. Frau befand sich in einem runden, goldenen, mit Steinen geschmückten Behälter, welcher drei Zoll Durchmesser hatte; sie wurde nebst dem Bild der Mutter Gottes der Kaiserin Josephine, Gemahlin Napoleons, von der Stadt Aachen zum Geschenk gemacht.

    Diese heiligen Reliquien wurden nebst den andern grösseren Heiligtümern von Christus dem Herrn und vieler seiner Heiligen seit Kaiser Karls Tod vom Volk in höchsten Ehren gehalten. Schon zu des Kaisers Lebzeiten zogen Pilger zum Liebfrauen-Münster nach Aachen aus allen Gauen des Franken- und deutschen Landes, und es entstanden so nach und nach die berühmten großen Wallfahrten, welche alle 7 Jahre stattfanden, und unter dem Namen Aachenfahrt ein großes deutsches Nationalfest bildeten.

    Wallfahrt zum Münster

    Wenn die Zeit zur heiligen Fahrt kam, dann waren alle Straßen und Wege des deutschen Vaterlandes von Pilgern aus allen Ständen bedeckt, die zum heiligen Münster strömten, um die Heiligtümer zu schauen und zu verehren, die mit größter Feierlichkeit von der Galerie des hohen Münsters herab gezeigt wurden. Aber nicht bloß aus Deutschland und Böhmen, aus Ungarn und Slawonien kamen Scharen von Wallfahrern, sondern selbst von Schweden kam die heilige Brigitta in Begleitung einiger Geistlichen und mehrerer Pilger nach Aachen, um den Heiligtümern Unsers Herrn und seiner heiligen Mutter ihre Huldigung darzubringen. (Aachener Heiligtumsfahrt und Aachener Heiligtümer von Dr. Fleiß.) –
    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 318 – Sp. 320

    Bilder aus dem Inneren des Domes zu Aachen befinden sich auf pixabay: Aachener Dom

    siehe auch: Ein virtueller 3D-Rundflug durch den Dom von Aachen

    Bildquellen

    kaiser-karl-4569400_640: pixabay
    dom-509389_640: pixabay


    https://katholischglauben.info/kaiser-ka...ster-in-aachen/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Predigten




    Eingang zur heiligen Messe.

    „Betet den Herrn an, ihr alle seine Engel! Es hört`s und freit sich Sion, und die Töchter Judas frohlocken. – Der Herr regiert, es freue sich die Erde, es freue sich die Menge der Inseln!“ (Ps. 96, 1. 8) – Ehre sei dem Vater etc.

    Gebet der Kirche.
    Allmächtiger, ewiger Gott! Sieh gnädig auf unsere Schwachheit und strecke die starke Hand deiner Majestät zu unserm Schutz aus, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen.

    Evangelium nach Matthäus
    Was lehrt uns der Aussätzige?

    Evangelium nach dem hl. Matthäus. Kap. 3, Vers 1-13.

    Als zu derselben zeit Jesus vom Berge herab stieg, folgte Ihm viel Volk, und siehe, ein Aussätziger kam, betete Ihn an und sprach: „Herr, wenn Du willst, so kannst Du mich reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: „Ich will, sei gereinigt! Und sogleich war er gereinigt von dem Aussatz. Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, daß du es niemand sagest: sondern geh` hin, zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, welche Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnis. Da Er aber in Kaphernaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu Ihm, bat Ihn und sprach: Herr! Mein Knecht liegt zu Hause an der Gicht krank und leidet große Qual. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr! Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterworfen, und habe Kriegsleute unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh! so geht er; und zu dem andern: Komm her; so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das, so tut er`s. Da nun Jesus das hörte, wunderte Er sich und sprach zu denen, die Ihm folgten: Wahrlich, sag`Ich euch, solch großen Glauben habe Ich in Israel nicht gefunden. Aber Ich sage euch, daß viele von Aufgang und Niedergang kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen werden; die Kinder des Reiches aber werden in die äußerste Finsternis hinaus geworfen werden; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh` hin, und wie du geglaubt hast, soll dir geschehen. Und in derselben Stunde ward sein Knecht gesund.

    Was lehrt uns der heidnische Hauptmann?

    Warum sagte Jesus: „Ich will kommen und ihn gesund machen“?


    Ums eine große Demut zu zeigen, vermöge welcher Er, obwohl Gott und der Herr aller Herren, sich doch nicht scheute, zu einem armen Knecht zu gehen. Wie sehr beschämt diese Demut Christi jene Herrschaften, welche sich zu groß dünken, für einen armen Dienstboten eine Hand oder einen Fuß zu bewegen!

    Warum sagte der Hauptmann. „Herr! Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach“?

    Weil er seine Sündhaftigkeit und sein Nichts im Vergleich mit der Heiligkeit und der Macht Jesu Christi wohl erkannte. – Lernen wir hieraus uns demütigen, namentlich, wenn wir zur hl. Kommunion gehen, in der Christus noch viel gnadenvoller zu uns kommt, um unsere Schwächen zu heilen und das Leben der Gnade in uns zu nähren.

    Warum sagte er: „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“?


    Dadurch bezeugte er öffentlich seinen Glauben an die Gottheit und Allmacht Christi. – Hat ein heidnischer Hauptmann einen solchen Glauben an Christus und eine solche Zuversicht zu Ihm gehabt, müssen wir Christen uns nicht schämen, daß wir oft so kleingläubig und mißtrauisch gegen Gott sind?

    Was bedeuten die Worte: Daß viele vom Aufgang und Niedergang kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische sitzen werden, daß die Kinder des Reiches aber in die äußerste Finsternis hinaus geworfen werden, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird?

    Sie bedeuten, daß viele aus allen Nationen der beiden Erdhälften das Evangelium annehmen, demselben gemäß leben und deswegen mit Abraham, Isaak und Jakob die himmlischen Freuden genießen werden; die Juden hingegen, welche Kinder Gottes waren und die nächsten Ansprüche auf das Himmelreich hatten, ihres Unglaubens und anderer Sünden wegen davon ausgeschlossen werden. – „Hinaus geworfen werden“ heißt hier: Gottes und damit aller Güter, die man in Gott findet, gewaltsam beraubt werden; – „in die äußerste Finsternis geworfen werden“ heißt alles Lichtes und damit aller Freude beraubt sein. Da der Mensch aus Leib und Seele besteht, so bedeutet das „Zähneknirschen“ alle leiblichen Quallen, das „Heulen“ die inneren Seelenpeinen der Verdammten. Beides aber drückt die höchste, durchdringende, entsetzliche Strafe der Verworfenen in der Hölle aus.

    Ist diese Prophezeiung schon in Erfüllung gegangen?

    Ja, an dem jüdischen Volk, das bis zum heutigen Tage von Gott verworfen ist, sowie an den heidnischen Völkern, die in die Kirche Christi schon eingetreten sind und immer noch eintreten. – Sie geht täglich in Erfüllung an den einzelnen Seelen, welche die Gnade des Glaubens hatten, aber nicht darnach leben und lasterhaft und ungläubig werden, sowie an jenen, die zum Licht des Evangeliums gelangen und selig werden.

    Übung.
    Bete und vertraue wie der Aussätzige und der heidnische Hauptmann, sei demütig wie sie; danke Gott für die Gnade des Glaubens und lebe darnach. Fürchte die Gerichte Gottes. In leiblicher Not und in geistigen Kämpfen, z. B. In Glaubenszweifeln, lies dies Evangelium.

    Gebet.
    Barmherziger Jesus! Der Du den Aussätzigen mit einem Wort gereinigt und des Hauptmanns Knecht gesund gemacht hast: wir bitten Dich, siehe an die große Schwachheit und Gebrechlichkeit, womit wir an Leib und Seele behaftet sind. Erbarme Dich unser, die Du so teuer erkauft hast, und verleihe uns die Gnade, daß wir uns dem Priester zeigen und, durch den gerechten Gebrauch des heiligen Buß-Sakramentes vom tödlichen Aussatz der Sünde gereinigt, Dir für solche Wohltat ewig danken mögen. Amen. –

    in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 104 – S. 107


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Kleinschriften



    Das Sendschreiben nach Smyrna (Offb. Kap. 2 Vers 8-11)


    1 Das Sendschreiben nach Smyrna (Offb. Kap. 2 Vers 8-11)
    1.1 Das Sendschreiben nach Smyrna
    1.2 Besondere Herzlichkeit und Lob
    1.3 Trost und Ermutigung für die Christen von Smyrna
    1.4 Das Maß der Leiden ist noch nicht voll
    1.5 Verheißung des Siegeskranzes für die Christen von Smyrna
    1.6 Nur die Untreuen verfallen der Verdammnis

    Das Sendschreiben nach Smyrna
    (8) Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ins Leben zurück kehrte: (9) Ich kenne deine Drangsal und deine Armut – doch du bist reich – und (ich kenne) die Lästerung aus dem Munde derer, die sich Juden nennen, sie sind es aber nicht, vielmehr eine Synagoge des Satans. (10) Fürchte dich nicht vor den Leiden, die dir bevorstehen. Siehe, der Teufel hat vor, etliche aus euch ins Gefängnis zu werfen, damit ihr erprobt werdet, und ihr werdet Drangsal haben, zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, und ich werde dir das Leben als Siegeskranz geben. (11) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Der Sieger soll kein Leid erfahren von dem zweiten Tod.

    Besondere Herzlichkeit und Lob

    Das nach Smyrna gerichtete Schreiben zeichnet sich durch besondere Herzlichkeit aus. Es enthält nur Lob. Smyrna war damals zwar eine reiche Handelsstadt, berühmt durch ihre Schönheit, das „Kleinod Asiens“ genannt, konnte sich jedoch nicht mit dem nahen Ephesus messen… Bischof von Smyrna war damals vielleicht schon der heilige Polykarp, eine der ehrwürdigsten Gestalten der Urkirche. Auf der Höhe von Smyrna hat er am 22. Februar 156 für Christus freudig sein Leben geopfert, nachdem er ihm als seinem König 86 Jahre lang gedient hatte. (vgl. P. Ketter, Im Lande der Offenbarung, S. 26 bis 30).

    Trost und Ermutigung für die Christen von Smyrna

    Schon die Titel des sprechenden himmlischen Herrn sind voll Trost und Ermutigung. Über den „Ersten und Letzten, der tot war und ins Leben zurück kehrte“ (1, 17f), vermag keine vergängliche Erdenmacht etwas, nicht einmal der Tod, dem sich sonst alles auf Erden beugen muss. Und dieser Herr der Ewigkeiten, der Todesüberwinder, weiß um die dreifache Not der Seinen in Smyrna: um ihre Drangsal, ihre Armut und ihre Lästerung seitens der Feinde. Vielleicht lebten die Christen Smyrnas vor ihrer Bekehrung sorglos und in Wohlstand. Um Christi willen aber wurden sie dann bedrückt und wirtschaftlich ruiniert. Doch was will das besagen! Den wahren Reichtum, den sie in Christus erlangt haben in jeglicher Hinsicht (1. Kor. 1, 5; 3, 22; 2. Kor. 6, 10), kann ihnen keiner rauben. Mögen die gehässigen Feinde aus der einflußreichen Judenkolonie, der viele von den Christen wohl früher angehört haben, gegen sie hetzen und sie als Volksschädlinge und Unruhestifter (Apg. 17, 6) bei der Behörde verlästern! Mögen sie sogar den religiösen Ehrentitel des altbundlichen Gottesvolkes für sich allein beanspruchen! Die blutmäßige Zugehörigkeit zur Rasse dieses Volkes gibt nichtmehr den Ausschlag. Ein neues Gottesvolk ist an Stelle des alten getreten, seitdem dieses seinem göttlichen Bundesherrn öffentlich die Treue gekündigt hat (Joh. 19, 15). Die Feinde Christi aber, die Juden, sind nicht mehr „die Synagoge des Herrn“, wie sie im Alten Testament wiederholt genannt werden, sondern „die Synagoge Satans“. Dieser ist nun ihr eigentlicher Bundesherr im Kampf gegen die Kirche Gottes, wie er ihr Vater ist (Joh. 8, 44)… Auch beim Martyrium Polykarps hatten die Juden Smyrnas die Hand im Spiel.

    Das Maß der Leiden ist noch nicht voll
    Das Maß der Leiden ist noch nicht voll. Der Teufel, der alte Verleumder und Neidhart, der schon bisher sich der Juden als Werkzeug gegen die Christen zu bedienen verstand, wird alles aufbieten, um sogar Gefängnisstrafen gegen einige Christen durch die staatliche Behörde zu erreichen. Dadurch will er die Sache Christi in Verruf bringen. Christ und Verbrecher, Christ und Staatsfeind soll in der öffentlichen Meinung ein Begriff werden. Aber Gott ist stärker als der Teufel. Er läßt zwar Leiden und Schmach über seine Getreuen kommen und duldet den Scheinerfolg ihrer Feinde. Aber es soll alles nur eine Versuchung zur Erprobung sein (vgl. Tob. 12, 13; 1. Kor. 10, 13). Die Dauer ist im voraus festgelegt, also nicht in erster Linie von dem Willen der Verfolger abhängig. „Zehn Tage lang“ nur läßt der Herr sie gewähren. Der Ausdruck ist bildhaft und bezeichnet eine verhältnismäßig kurze Frist (Dan. 1, 14; 1. Mos. 24, 55). Aber sie ist lang genug, um die Mahnung zur Treue bis in den Tod daran zu knüpfen. Nicht der Tod im allgemeinen ist zunächst gemeint, sondern der Tod des Martyriums. Nur der ist ein echter Christ, der jederzeit lieber das Leben opfert als die Treue bricht. Das herrliche Wort von der Treue darf nicht zur billigen Phrase werden. „Bis in den Tod die Treue“ schwären in Stunden der Begeisterung, zur Zeit des Friedens, ist auch für Schwächlinge nicht schwer. In Zeiten der Verfolgung und Bedrückung die Fahne nicht verlassen, beweist erst den Heldengeist. Ein herrlicher Preis winkt diesen Getreuen: ein unverwelklicher Siegeskranz, das ewige Leben selbst. Was wollen da „zehn Tage“ Verfolgung, sogar mit Einsatz des Erdenlebens bedeuten! (Vgl. Röm. 8, 18)

    Verheißung des Siegeskranzes für die Christen von Smyrna
    Diese Verheißung des Kranzes musste die Christen Smyrnas besonders ermutigen; denn ihre Stadt war berühmt wegen ihrer sportlichen Kampfspiele, bei denen dem Siegen ein Ehrenkranz überreicht wurde. Den für Sport und Wettkampf begeisterten Menschen des hellenistisch-römischen Kulturraumes haben die neu-testamentlichen Schriftsteller, vor allem Paulus, das Streben nach christlicher Vollendung mit Vorliebe unter Bildern aus der Arena nahe gelegt (1. Kor. 9, 24-27; Phil. 3, 14; 2. Tim. 2, 4f; 4, 7f; 1. Petr. 5, 4; Jak. 1,1 2). Den „Kranz von Smyrnas“ zu erringen, galt als besonders ehrenvoll. Die Christen dieser Gemeinde werden sich also von den Wettkämpfern in der Arena nicht beschämen lassen. Daß aber gerade an sie und ihren Bischof die Mahnung zur Treue bis in den Tod ergeht, hat wohl noch einen andern Grund. Das heidnische Smyrna zeichnete sich durch besondere Ergebenheit gegen Rom aus und war lange ein Stützpunkt für dessen Herrschaft im Osten. Als die allzeit „treue Stadt“ zu gelten, war der Stolz ihrer Bürger. Schon 195 v. Chr. hatten sie der „Göttin Roma“ einen Tempel errichtet und wetteiferten später in der Pflege des Kaiserkultes. Beie einem solchen Kaiserfest erlitt Polykarp den Martertod, weil er sich weigerte, dem Kaiser den Rang eines göttlichen Kyrios zuzuerkennen (Allo, L`Apocalypse, 26f) Wenn also Smyrnas Christen zur Treue gegen Christus, ihren himmlischen Kyrios, aufgerufen wurden, so wußten sie, was das für sie bedeutete. Das christliche Smyrna sollte sich den Ehrennamen der „treuen Stadt“ gegenüber Christus in weit höherem Sinne verdienen als das heidnische gegenüber den Cäsaren. Johannes selbst zählt zu denen, die treu waren bis zum Tod und darum das Leben bei Gott als Siegeskranz empfingen. Das bringt die Liturgie zum Ausdruck, indem sie den zehnten Vers im siebten Responsorium des Festoffiziums am 27. Dezember beten läßt.

    Nur die Untreuen verfallen der Verdammnis
    Dem Sieger oder Überwinder verheißt der Herr dasselbe, was er einst seinen Jüngern in Aussicht stellte: „Wer sein Leben erhalten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um der Heilsbotschaft willen, der wird es erhalten.“ (Mark. 8, 35; vgl. Matth. 10, 28). Den leiblichen Tod müssen einmal alle erleiden, die Helden wie die Feiglinge, mögen diese Feiglinge ihm auch noch so scheu und vorsichtig aus dem Wege gehen, um ihr kleines Erdenleben zu schützen. Wenn aber der Richter zum allgemeinen Gericht erscheint, wird er die Getreuen in das ewige Leben einführen. Für sie bedeutet der leibliche Tod nur ein Entschlafen. Die andern aber fallen der ewigen Verdammnis anheim. Das ist der „zweite Tod“ (20, 14), der eigentliche und wahre Tod. Die Verdammten in der Hölle leben zwar weiter; aber dieses Dasein ist schlimmer als die Vernichtung. Darum läßt die Liturgie den Verstorbenen flehen: „Befreie mich, Herr, vom ewigen Tod an jenem Tage des Schreckens, wann Himmel und Erde wanken, da du kommst, die Welt zu richten durch Feuer.“ –

    Herders Bibelkommentar Die Heilige Schrift für das Leben erklärt, Bd. XVI/2 Die Apokalypse, 1942, S. 58 – S. 61
    weitere Herders Bibelkommentare zur Geheimen Offenbarung siehe: Herders Bibelkommentare zur Apokalypse

    https://katholischglauben.info/das-sends...en-nach-smyrna/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Chrysostomus im Bischofsgewand steht vor dem Eingang der Kirche,
    begleitet von Gläubigen; vor ihm die Schergen der Kaiserin und sie selber auch,
    um den Heiligen gefangen zu nehmen und zu verbannen

    Am heutigen Tage ehrt die griechische Kirche mit begeisterter Liebe ihren Chrysostomus. „Laßt uns in Liedern lobpreisen die goldene Posaune, die in himmlischen Klängen ertönt, das unerschöpfliche Meer der Heilslehren… bitte Christum, daß Er unsern Seelen große Barmherzigkeit gewähre!“

    Johannes, zu Antiochia in Syrien um 347 geboren, stammte aus sehr vornehmer, reicher Familie. Seine Mutter Anthusa, schon mit zwanzig Jahren Witwe, bot ihre ganze Liebe und Frömmigkeit auf, um Geist und Herz des reich begabten Kindes bestens auszubilden. Johannes lohnte ihre Opfer durch glänzende Fortschritte und tadellose Sittenreinheit, wozu sein ebenbürtiger Mitschüler und Freund, der später so berühmte heilige Baslilius, sehr viel beitrug. Nach Vollendung der Studien trat er als Advokat auf, um nach und nach zu den höchsten Ämtern des Staates empor zu steigen. Dieser Durst nach weltlichem Ruhm entkräftete seinen religiösen Sinn und erweckte in ihm die Lust nach schlüpfrigen Theaterstücken und anderen Vergnügungen. Basilius rettete ihn aus dieser Gefahr durch sein herrliches Beispiel und begeisterte ihn für das Studium der Theologie.

    Einundzwanzig Jahre alt zerriß Johannes kühn alle Bande, mit denen ihn die Welt zu fesseln suchte, verschloß sich in die häusliche Stille, fastete, durchwachte Nächte im Gebet, schlief sehr wenig und zwar auf bloßer Erde, studierte die heilige Schrift und empfing – so vorbereitet – die heilige Taufe und die kirchliche Weihe zum Vorleser. Von da an trübte keine Makel mehr den Glanz seiner Tugend, und das spottende Gelächter seiner früheren Kameraden und Bekannten über seine Zurückgezogenheit verwandelte sich in Bewunderung.

    Nach dem Tode der teuren Mutter begab er sich zu den Mönchen im nahen Gebirge, nahm vier Jahre lang an allen ihren Gebeten und Abtötungen Teil und lebte noch zwei Jahre ganz einsam in einer Höhle, nur dem Gebet und der Betrachtung obliegend, so daß er die ganze heilige Schrift auswendig wußte. Eine gefährliche Krankheit zwang ihn zur Rückkehr nach Antiochia.

    Kaum war er genesen, so weihte der Bischof Flavian ihn zum Priester und übertrug ihm das Predigtamt in der Stadt. Zwölf Jahre predigte Johannes mit unbeschreiblichem Eifer und Erfolg; die siegreiche Gewalt seiner Beredsamkeit brachte die Herrschaft der Laster, die Schwelgerei der Großen, den Luxus der Frauen, den Geiz der Reichen, die Lauigkeit des Volkes zu Weichen, die heilige Gottesfurcht und die sittlichen Tugenden zum Aufblühen. Leute aus allen Ständen, Christen, Heiden, Juden strömten zu seinen Predigten, keine Kirche faßte die vielen Tausende, so daß er sehr oft seine Kanzel im Freien aufstellen musste. Die ganze Welt widerhallte vom Lob seiner Beredsamkeit und gab ihm den Ehrennamen Chrysostomus, das ist: Goldmund.

    Als im Jahre 397 der Patriarch von Konstantinopel starb, wünschte der Kaiser Arkadius und das ganze Volk den Chrysostomus zum Nachfolger; dieser aber lehnte die Wahl entschieden ab. Nun bemächtigte man sich seiner Person durch eine List. Der kaiserliche Statthalter bat ihn, daß er ihn zu den „Gräbern der Märtyrer“ begleite. Johann stieg arglos zu ihm in den Wagen. Wie sie vor die Stadt hinaus kamen, eilte der Wagen Konstantinopel zu und – der Heilige musste sich in den Willen Gottes ergeben.

    Das sehr große, achtundzwanzig Provinzen umfassende Patriarchat war in kläglichem Zustand: die untergeordneten Bischöfe vielfach durch Irrglauben entzweit, die Geistlichkeit verweltlicht, der kaiserliche Hof von liederlichen Weibern beherrscht, das Sittenverderbnis des Volkes allgemein. Johannes ging festen Mutes an das große Werk, und zwar zuerst mit mit dem hell leuchtenden Beispiel seiner Heiligkeit; er lebte und wohnte höchst einfach, hielt nie Tafel, ging nie zu Gast, verwendete seine reichen Einkünfte zur Linderung fremder Not, arbeitete unermüdlich lehrend, tröstend, mahnend, strafend ohne Menschenfurcht – in heiliger Liebe. Sich selbst strafte er einst an einem Sonntag damit, daß er das heilige Messopfer unterließ, weil er kurz vorher über einen Vorfall etwas ungeduldig geworden. Dem Kaiser, welcher auf Verlangen seines Ministers im Begriff stand, den Arianern eine katholische Kirche einzuräumen, sagte er kühn: „Nie werde ich es zugeben, daß die Christen aus der Kirche, in welcher sie das Lob des Sohnes Gottes singen, vertrieben werden, damit die Gottlosen darin seinen Namen lästern; du hast wohl über die Paläste, nicht aber über die Kirchen zu verfügen; es ist dir geziemender, daß du Szepter und Reich verläßt, als daß du das Haus Gottes seinen Feinden überlieferst.“ Der Kaiserin Eudoxia, welche einst einer Witwe ihr Eigentum weggenommen und nicht zurück geben wollte, versperrte er den Eintritt in die Kirche… Die Kaiserin wütete vor Zorn, ein Soldat schwang das Schwert über dem Heiligen, aber plötzlich erstarrte sein Arm. Johannes heilte ihn und erklärte den Freunden, die ihn zur Nachgiebigkeit mahnten: „Ich fürchte nur Gott und die Sünde.“

    Während die Guten solche Tugendgröße und Hirtentreue in freudiger Bewunderung verehrten, entzündete sich der Haß der Bösen wider den Schützer des Rechtes zur offenen Gewalt. An ihre Spitze stellte sich Eudoxia und Theophilus, Patriarch von Alexandria. Durch Lüge und Verleumdung erschlichen sie vom Kaiser das Urteil, daß Chrysostomus aus der Stadt verbannt wurde. Das Volk bewachte Tag und Nacht den geliebten Vater in seiner Wohnung, bereit, mit Blut und Leben ihn zu verteidigen; erst nach drei Tagen zog es sich zurück. Johannes verließ heimlich sein Haus und ging freiwillig in die Verbannung. Am folgenden Tag widerhallten die gefüllten Kirchen von Wehklagen, die ungemein belebten Straßen von Drohungen, ein wilder Aufruhr gärte, und in der Nacht verkündete ein furchtbares Erdbeben den Zorn des Allmächtigen. Der Angst gequälte Hof rief den hohen Verbannten zurück, und der Jubel des Volkes bewillkommnete ihn in einem nie gesehenen Triumph.

    Doch die Freude des Friedens war nur von kurzer Dauer. Nach zwei Monaten ließ Eudoxia sich eine silberne Bildsäule vor der Sophienkirche errichten und die Aufstellung derselben mit ärgerlichen Spielen und Tänzen feiern. Chrysostomus tadelte in scharfer Rede diese frevelhafte Störung des Gottesdienstes. Die Rache der Kaiserin bewirkte seine zweite Verbannung nach Cucusus in Armenien. Während dort Chrysostomus von der ganzen Christenheit die ehrendsten Huldigungen empfing und durch seine Reden wie durch seine Schriften und Briefe höchst segensreich wirkte, herrschte zu Konstantinopel Schrecken unter seinen Feinden; einige erkrankten an abscheulichen Geschwüren, andere verloren die Sprache, andere fielen in Raserei, Eudoxia starb eines unseligen Todes, die Sophienkirche und der Kaiserpalast brannten nieder, das Volk jammerte um seinen Vater.

    Das Licht, welches von Chrysostomus aus dem elenden Cucusus in die Welt hinaus strahlte, wurde dem Neid seiner Feinde so unerträglich, daß sie dem willenlosen Kaiser einen neuen Befehl abnötigten, welcher den Heiligen an das Schwarze Meer verbannte, und die Soldaten, welche ihn dahin führten, bestachen, ihn so zu mißhandeln, daß er den Strapazen bald erliege. Sie erreichten ihre Absicht. Nach dreimonatlichem Marsch endigte dieses Opfer ihres Hasses zu Koman im Pontus; beim Herannahen des Todes zog Chrysostomus noch ein reines, weißes Kleid an, empfing die Kommunion, bezeichnete sich mit dem heiligen Kreuz, und mit dem Lieblingsspruch: „Gelobt sei Gott über Alles!“ verstummte „der Goldmund“ 407 im dritten Jahr der Verbannung. Am 27. Januar wurde seine Leiche in einem unbeschreiblichen Triumphzug nach Konstantinopel gebracht, und der Heilige mochte vom Sitz seiner Seligkeit herab blicken auf diese feierliche Huldigung, durch welche das ganze oströmische Reich ihm gleichsam eine Sühne brachte für alle Leiden, welche er hienieden zu erdulden gehabt hatte. Seine so kostbaren Schriftwerke füllen in der Benediktiner-Ausgabe dreizehn große Foliobände. –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 65 – S. 67

    https://katholischglauben.info/heiliger-...-kirchenlehrer/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Gebet am 25. JanuarDatum25.01.2020 09:07
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    TAGESGEBET

    Gott, du Heil aller Völker

    du hast den Apostel Paulus auserwählt,

    den Heiden die Frohe Botschaft zu verkünden.

    Gib uns, die wir das Fest seiner Bekehrung feiern,

    die Gnade, uns deinem Anruf zu stellen

    und vor der Welt deine Wahrheit zu bezeugen.

    Darum bitten wir durch Jesus Christus.


    Meine Königin Maria, du Mittlerin der Sünder, übe dein Amt an mir aus, bitte Gott für mich. Meine Sünden, mächtige Mutter Gottes, sollen mein Vertrauen auf dich nicht vermindern. Nein, ich setze meine Hoffnung auf dich, und mein Vertrauen ist so groß, dass ich meine Seligkeit, wenn sie von mir selbst abhinge, dennoch lieber dir als mir selbst anvertrauen würde. O Maria, nimm mich unter deinen Schutz, dann bin ich zufrieden. Amen.



    Zu Jesus Christus




    Erleuchte, o Herr, mit deinem heiligen Licht die Sünder, die im Schatten des Todes sitzen, und erhalte uns stets in den Gesinnungen wahrer Buße und göttlicher Liebe, der du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Liebevoller Heiland, entflamme in uns immer mehr die Andacht durch das heilige Kreuzzeichen, das uns an den Grund unseres Glaubens und unserer Hoffnung stets erinnert. Lass nie mehr zu, dass wir dieses geheiligte Zeichen bloß aus Gewohnheit gebrauchen, sondern mit stetem Hinblick auf dich, den Vollender unseres Heils am Stamm des Kreuzes, der du lebst und herrscht mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Heute wurde im Jahr 1571 zu Alba in Spanien das achte Jungfräuliche Kloster der Theresianerinnen zur Ehre der Verkündigung Mariä gestiftet.


    Lieb Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    Benedikt XVI.
    Papst von 2005-2013

    Generalaudienz vom 08. November 2006 (© Libreria Editrice Vaticana)

    Die Bekehrung des heiligen Paulus:

    „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20)
    Wir haben gesehen, wie die Begegnung mit Christus auf der Straße nach Damaskus sein Leben buchstäblich „revolutioniert“ hat. […] Es ist daher wichtig, dass wir uns bewusst werden, wie sehr Jesus Christus das Leben eines Menschen und auch unser eigenes Leben prägen kann. […] Wie vollzieht sich die Begegnung eines Menschen mit Christus? Und worin besteht die daraus erwachsende Beziehung? […] An erster Stelle hilft uns Paulus, den absolut grundlegenden und unersetzlichen Wert des Glaubens zu verstehen. So schreibt er im Brief an die Römer: „Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes“ (3,28). Und ebenso auch im Brief an die Galater: „Weil wir aber erkannt haben, dass der Mensch nicht durch Werke des Gesetzes gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus […]“ (2,16). „Gerecht werden“ heißt „gerecht gemacht werden“, also angenommen zu sein von der barmherzigen Gerechtigkeit Gottes, mit ihm in Gemeinschaft zu treten und infolgedessen eine viel authentischere Beziehung zu allen unseren Brüdern herstellen zu können, auf der Grundlage einer vollkommenen Vergebung unserer Sünden. Paulus sagt also in aller Deutlichkeit, dass dieser Daseinszustand nicht von etwaigen guten Werken unsererseits abhängt, sondern rein von der Gnade Gottes: „Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus“ (Röm 3,24).

    Mit diesen Worten bringt der hl. Paulus den grundlegenden Inhalt seiner Bekehrung zum Ausdruck, die neue Ausrichtung seines Lebens, die seiner Begegnung mit dem auferstandenen Christus entspringt. Vor seiner Bekehrung war Paulus keineswegs ein Mensch, der Gott und seinem Gesetz fernstand. Im Gegenteil, er war ein strenggläubiger Jude, treu gegenüber den Vorschriften bis hin zum Fanatismus. Im Licht der Begegnung mit Christus verstand er jedoch, dass er auf diese Weise versucht hatte, sich selbst und seine eigene Gerechtigkeit aufzubauen, und dass er mit dieser ganzen Gerechtigkeit nur für sich selbst gelebt hatte. Er verstand, dass eine neue Ausrichtung seines Lebens absolut notwendig war. Und diese neue Ausrichtung finden wir in seinen Worten ausgedrückt: „Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). Paulus lebt also nicht mehr für sich selbst und für seine Gerechtigkeit. Er lebt aus Christus und mit Christus, indem er sich selbst hingibt und nicht mehr sich selbst sucht und die eigene Person aufbaut.


    Weiteres aus: https://www.erzabtei-beuron.de schott/schott_anz/

    BEKEHRUNG DES HL. APOSTELS PAULUS

    Fest

    Während Petrus zum Fels der Kirche bestimmt war (Mt 16,18), wurde Paulus zum „Lehrer der Heidenvölker“ berufen (1 Tim 2,7). Das war für ihn selbst, den Pharisäersohn, ein unbegreifliches Geheimnis. Er verabscheute die Christen, die einen gekreuzigten Messias verehrten. Das Erlebnis vor den Toren von Damaskus bedeutete für ihn eine völlige Wende. Derselbe Gott, dem Paulus hatte als Jude dienen wollen, hat ihn zum Verkünder des Evangeliums von Jesus, dem Christus, gemacht (Gal 1,11-16). - Ein Fest der Bekehrung des Apostels Paulus ist seit dem 8. Jahrhundert in Gallien bezeugt.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Schriften



    Es sind nun über vierhundert Jahre her, da lebte im Klarissinnen-Kloster zu Bologna eine Klosterfrau, welche jetzt als Heilige in der ganzen Kirche verehrt wird.

    Die Welt wußte nichts oder nur wenig von der Jungfrau. Vor Jahren hatte man viel von ihr gesprochen. Da ward sie, als Mädchen von etwa vierzehn Jahren, oftmals als Begleiterin der Prinzessin eines bekannten bolognesischen Fürsten gesehen, und sie hatte fast noch mehr als die Prinzessin den Blick aller auf sich gezogen. Eines Tages aber war sie verschwunden, und kein Auge hatte sie seitdem mehr gesehen. Fragte dann und wann jemand nach der Jungfrau, deren Zukunft so glänzend in der Welt werden konnte, so deutete wohl mit stummer Gebärde einer hinüber zum Klarissinen-Kloster, das ernst und streng inmitten des Weltlebens stand.

    Hinter diesen Mauern, deren Pforte nie eines Mannes Fuß überschritten, und aus welchen nie eine der heiligen Jungfrauen wieder heraus getreten war, lebten die Bräute Christi gänzlich frei und von der Welt los geschält allein im Dienst Gottes, in Gebet, BetrachtungFürbitte, Selbsterkenntnis, Buße und Vollkommenheit, so wie einstens St. Johannes in der Wüste gelebt haben mag – ein geheimnisvolles Leben im alleinigen Verkehr mit Gott und Gottes Geist.

    Hier war jetzt die Jungfrau schon seit Jahren; hier lebte sie, die glücklichste von allen, in ungetrübtem, süßem Gottesfrieden, den die Welt in Ewigkeit nicht geben kann.
    Aber vergessen war sie trotzdem draußen nicht ganz.

    Es war eines Abends, da zog eine lärmende Schar junger Leute an dem Klarissen-Kloster vorüber. Es waren vornehme Männer; sie kamen offenbar von ihren Belustigungen und waren aufgeregt und laut.
    Bologna steht heute im Ruf, eine der unruhigsten Städte Italiens zu sein; das traf auch schon vor vierhundert Jahren zu, wo sie eine der berühmtesten Universitäts-Städte der Welt war. Denn auch damals gab es schlimme, verdorbene, gottlose Menschen.

    Die Gesellschaft ging also am Kloster vorbei, und mancher Spott flog hinauf zu den Mauern, die ruhig und ehern dastanden.
    Zwei insbesondere trieben es gar arg.
    Der eine davon stieß den andern an und sagte: „Wollen wir nicht deiner Braut hinter diesen Gittern ein Ständchen bringen?“ Der andere fuhr mit einem Fluch wütend auf: „Was geht mich die an? Sie hat mein Leben vergiftet; ich habe sie mir bestimmt zur Frau, und nun ist sie ins Kloster gegangen!“
    „Hat sie deine Absichten gekannt?“ fragte der erste wieder.
    „Ich weiß nicht; gesagt hab` ich ihr nichts, aber gleichwohl habe ich ihr Feindschaft geschworen.“
    „Und warum denn, du Hitzkopf?“
    „Sie sollte einmal meine Frau werden; ich hatte es bei mir beschlossen, und nun hat sie mir das alles vereitelt!“
    „Aber sie hat es jetzt besser, sie ist Gottes Braut – bei dir hätte sie es jedenfalls nicht so friedlich gehabt.“
    Ein entsetzlicher Fluch war die Antwort darauf. „Ich mache sie dir heute noch streitig, Gott“, schrie der Rasende, „ich hätte sie so glücklich gemacht wie du!“
    Schaudernd waren die Genossen des Lästerers weiter geeilt; er aber, ein Vollblut-Italiener, stand in seiner ganzen Wut noch lange unter den Mauern des Klosters, ballte die Fäuste und schrie Verwünschungen, Drohungen und Lästerungen zu den Fenstern empor, an welchen sich kein Schatten zeigte.

    Zur gleichen Zeit kniete die Nonne Katharina in ihrer Zelle. Sie hatte weder eine Ahnung davon, daß der Wütende draußen stand, noch wer er war, daß er sie kannte, und welche Absichten er früher gegen sie hatte, noch auch, was er zu dieser Frist Lästerliches und Gottloses redete.
    Aber ihr Bräutigam, der Sohn Gottes, Jesus Christus, hörte es; und nicht umsonst heißt es von ihm, daß er eifersüchtiger Gott sei.

    Wem er sich vermählt hat, den liebt er bis ans Ende und schützt und hegt und pflegt ihn mit unendlicher Liebe. Und so ist das Wunder geschehen, das sich ereignete. Während der wüste Mensch draußen tobte, stand in ruhiger, unnennbar milder und hehrer Majestät und Anmut die Mutter Gottes vor der heiligen Klosterfrau, welche still ihrem Gebet oblag. Auf den Armen trug Maria das süße Jesuskind, das Christkind, welches sie der Welt geschenkt hat.
    Katharina aber erhob das reine Auge; die Zwiesprache, welche nun zwischen Gottes Sohn und seiner Mutter sowie der armen Nonne gehalten wurde, hat kein menschliches Ohr gehört. Sie war aber so selig, daß Katharina sich wie in den Himmel entrückt fühlte.
    Und als das Jesuskind scheiden wollte, hielt sie es mit Ehrfurcht an der Hand fest. Es aber neigte sich zu ihr, und ihr war, als hörte sie es sagen: „Ich will dir ein unvergängliches Andenken geben!“ Und in diesem Augenblick hatte das heilige Christkindlein sie schon mit seinen Armen umfangen und sie auf die Lippe geküßt.
    Sie wußte vor übernatürlicher Seligkeit und Wonne nicht, wie ihr geschah; die Sinne schwanden ihr.

    Draußen war der Rasende weg gegangen.

    Vierhundert Jahre und mehr sind nun über Bologna und das Klarissen-Kloster dahin gezogen. Der Lästerer ist gestorben, sein Leib ist vermodert, sein Name vergessen; was aus ihm ward, weiß Gott allein.

    Und Katharina, die Nonne?

    Die heilige Katharina von Bologna sitzt im Klarissen-Kloster in der Kapelle unverwest auf einem Stuhl, gekleidet in ihrer Ordenstracht

    Gehe nach Bologna, geneigter Leser, und du wirst die Antwort hierauf mit deinen eigenen Augen aus der Wirklichkeit ablesen können. Gehe zum Kloster der Klarissinnen – man wird dich einlassen – und frage nach der hl. Katharina von Bologna, und man führt dich in eine Kapelle, welche der Kirche angebaut ist. Hier sitzt auf ihrem Stuhl, über vierhundert Jahre schon, die Nonne Katharina. Unverwest ist sie; ihren Leib musste das Grab wieder heraus geben; der Tod hat nur teilweise Gewalt über sie gehabt. Ihre Glieder sind beweglich, das Fleisch ist vollständig erhalten; wie sie zu Lebzeiten war, so ist sie hier im Tode – in stiller, friedlicher und anspruchsloser Majestät sitzt sie im Ordenskleid da. Ihr Angesicht und ihre Hände sind etwas bräunlich geworden vom Alter. Aber wenn du nahe hinschaust auf das Antlitz der heiligen Leibes, dann siehst du deutlich, wie an der Unterlippe ein blühend weißer Fleck ist, so rein und so frisch und rosig wie nur beim blühendsten Leben. Das ist die Stelle, wo des Jesuskindes Lippen die Heilige berührten. Durch die göttliche Macht ist diese Stelle gänzlich unversehrt geblieben – der Kuss des Jesuskindes. –

    aus: Konrad Kümmel, An Gottes Hand, 2. Bd. Weihnachts- und Neujahrsbilder, 1916, S. 25 – S. 28

    https://katholischglauben.info/der-kuss-...en-jesuskindes/


    Liebe Grüße Blasius

Inhalte des Mitglieds Blasius
Beiträge: 2661
Geschlecht: männlich
Seite 4 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 50 Seite »

Besucher
0 Mitglieder und 17 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Palatiner
Forum Statistiken
Das Forum hat 3475 Themen und 22462 Beiträge.

Heute waren 2 Mitglieder Online:
Blasius, Simeon



Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen
Datenschutz