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  • Deu...Datum30.07.2020 07:14
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Deu...

    Zitat

    Mein lieber @Blasius,


    Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch. Sprüche 26:24-26

    Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen;
    wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Sprüche 28:13

    Tuhe Buße, im Namen unseres einzigen Herrn und Heilandes Jesu Christi und lasse endlich ab von deinen schändlichen widerchristlichen Irrlehren. Du richtest dich damit nur selbst vor unserem Gott und ziehst zudem ungefestigte Geister mit in den Abgrund hinunter. Was hilft es dir, wenn du durch dieses wohlklingende Gift die ganze Welt gewinnst aber deine Seele dadurch für immer verdirbst? Sei kein Wolf im Schafspelz mehr und errette dich vor den ewigen Feuern der Hölle und unterwirf dich der alleiseligmachenden Lehre der römisch katholischen Kirche. Ich will dich aufrichtig als meinen Bruder in Jesu lieben, aber dafür musst du aufhören Gift in den Honigtopf Christi zu träufeln. Werde aufrichtig in einem Glauben, überdenke deine modernistischen Irrlehren und du hast in mir einen echten Bruder gewonnen.

    Liebe Grüße und Gottes Segen
    Meister Eckhart




    Dazu passend @Aurelius

    Bitte um Gebet für neues Anliegen

  • Der größte protestantische BetrugDatum29.07.2020 07:21
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Der größte protestantische Betrug

    @Stjepan - @Aurelius - @Meister Eckhart - @Stephanus - usw.....

    Zitat


    Was hat der Protestantismus mit dem Kirchenbrand in Nantes zu tun?



    Es schreibt immer der ein und der selbe AUTOR!

  • Der größte protestantische BetrugDatum28.07.2020 08:36
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Der größte protestantische Betrug

    Kirchenbrand in Nantes: Flüchtling gesteht die Tat


    Der größte protestantische Betrug

    Dazu passend: Stjepan


    Der Spaltungfsprozess im Protestantismus schreitet entgegen Joh. 17,22 immer weiter voran;

  • @Stjepan

    Danke fürs Einstellen des Beitrags.

  • Dazu passend:

    #1 Diskussion mit Moslems in Diskussionsplattform Islam und Islamisierung 22.02.2019 16:56
    von Stjepan

  • Thema von Blasius im Forum Schriften



    Heiliger Vinzenz von Lérins, Kirchenvater

    von Wolfram Schrems*

    Seit einigen Jahrzehnten betrachtet man eine profunde Verwirrung im Denken. Sie hängt mit der aus dem Darwinismus stammenden Vorstellung von der „Transformation“ zusammen. Es handelt sich um ein mittlerweile typisches New-Age-Ideologem, wonach sich eine Sache in eine andere „entwickeln“ könne. Ausgehend vom Darwinismus, nach dem man meinte, „aus“ den Amphibien würden sich die Reptilien entwickeln, und „aus“ dem Affen der Mensch, schlossen manche, Analoges gelte auch für Ideologien, Meinungen und Wissenschaften (außer natürlich für den Darwinismus selbst). Heute hat man beispielsweise die Hoffnung, der Islam werde sich zu einem friedlichen „Euro-Islam“ „entwickeln“. Und schließlich sagen manche, das Christentum hätte sich auch „weiterentwickelt“ und das II. Vatikanische Konzil habe alte Positionen obsolet gemacht. Der Carthusianus-Verlag brachte 2011 die einschlägige Abhandlung von Vinzenz von Lérins, das sogenannte Commonitorium, „Mahnschrift“ (ca. 430), in einer ausführlich eingeleiteten und kommentierten zweisprachigen Ausgabe auf den Buchmarkt.

    Die Nüchternheit des überzeitlich Gültigen gegen die Euphorie der „Moderne“

    Aber wie soll ein Traktat aus der Antike „moderne“ Fragen adäquat behandeln können?

    Nun, genau da liegt das Problem einer von „Evolutionsgedanken“ vernebelten „Moderne“.

    Denn „moderne Fragen“ gibt es nicht. Es gibt nur die überzeitlichen Fragen des Menschen nach dem Guten, Wahren und Schönen und vor allem die nach seinem ewigen Heil.


    Vinzenz von Lérins „Commonitorium“
    Seit der Offenbarung Gottes in Jesus Christus sind diese Fragen geklärt, der Weg zum Heil eröffnet, alle Alternativ- und Gegenvorschläge dazu daher ins Unrecht gesetzt.

    Die Frage, die sich aber stellt, ist, wie der Gläubige legitime Entfaltungen der Glaubenslehre von häretischen Neuerungen unterscheiden kann. Vinzenz von Lérins (geb. um 380, gest. zwischen 440 und 450), Mönch des Klosters der Insel Lérins (später nach dem Gründerabt St. Honorat benannt), fünf Kilometer vor der französischen Mittelmeerküste, bot dazu in seiner „Mahnschrift“ eine hervorragende Orientierung.

    Der ursprüngliche Anlaß des Werkes könnte eine Abgrenzung vom Spätwerk des hl. Augustinus gewesen sein (wie manche Gelehrte meinen). Dieses wurde von manchen wegen dessen Radikalisierung der Gnadenlehre und der Prädestination als illegitime Neuerung empfunden. Es könnte sich aber auch gegen Schüler des hl. Augustinus gerichtet haben, die die Lehre ihres Meisters in das Absurde geführt haben.

    Wie auch immer der konkrete Anlaß gewesen sein mag, das Commonitorium wurde ein Klassiker für das Traditionsprinzip und die Frage nach der Entwicklung des Glaubens. John Henry Newman hat es für sein grandioses Werk „An Essay on the Development of Christian Doctrine“ (1845, Neuauflage 1878) aufgegriffen. Die kirchliche Lehrautorität hat es an verschiedenen Stellen rezipiert.

    „Quod ubique, quod semper, quod ab omnibus“
    Diese Merkregel ist das erste, was man normalerweise mit Vinzenz assoziiert. Sie dient als Kriterium für den Glauben der Kirche in Abgrenzung von Abweichungen oder Neuerfindungen aller Art:

    „‚In der katholischen Kirche ist in besonderem Maße dafür Sorge zu tragen, dass wir das festhalten, was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde: das ist nämlich wahrhaft und eigentlich katholisch‘ (comm. 2,5). Nochmals komprimiert Vinzenz seinen sogenannten ersten Kanon, indem er dessen Elemente prägnant mit den Begriffen Universalität (universitas), Alter (antiquitas) und Konsens (consensio) umschreibt (…)“ (81).

    Vinzenz exemplifiziert dieses Prinzip, indem er es auf Häresien seiner Zeit oder der unmittelbaren Vergangenheit anwendet (Arianismus, Donatismus, Nestorianismus).

    Glaubensprüfung: Häresie gegen organische Entwicklung
    Von besonderem Interesse ist die Interpretation einer Stelle aus dem mosaischen Gesetz. In Deuteronomium (Dtn) 13, 2 – 6 warnt Moses vor Propheten und Traumdeutern, die andere Götter bzw. fremde Lehren einführen wollen. Auf die Geschichte des Neuen und endgültigen Bundes umgelegt heißt das: Gott läßt das Auftreten falscher Propheten zu, um die Glaubenstreue seines Volkes zu prüfen. Vinzenz weist darauf hin, daß es oft ernsthafte und ansonsten moralisch untadelige Leute sind, die illegitime Neuerungen einführen, unter ihnen Priester und Bischöfe. In der Zeit, als das Commonitorium geschrieben wurde, waren Tertullian (gest. um 220) und Origenes (gest. um 254) bereits klassische Beispiele für verdienstvolle Autoren, die aber dennoch Irrlehren zum Opfer gefallen sind.

    Abtei Notre Dame de Lerins. Auf der Insel vor der Südküste Frankreichs lebte der Kirchenvater.
    Vinzenz sagt nun, daß diese Vorkommnisse den Glauben der Katholiken testen sollen.

    Damit ist natürlich auch ausgesagt, daß der katholische Glaube ein – wenn man das so sagen will – „demokratisches“ Element besitzt: Alle, auch Papst, Bischöfe und Priester müssen sich an dieselben Glaubensinhalte, an dieselben Gebote und an dieselben liturgischen Vorschriften halten. Es gibt keine Geheimlehren, die nur verschworenen Zirkeln zugänglich wären. Alle Glaubenslehren, die schriftlichen und die mündlichen sind der gesamten Kirche anvertraut und sind grundsätzlich jedermann zugänglich.

    Dabei gibt es eine legitime Entwicklung im Sinne der Ausfaltung des einschlußweise Geglaubten. Die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis ist z. B. eine solche legitime, organische Entfaltung, da sie im (mündlich und schriftlich geoffenbarten) Glaubensgut angelegt ist.

    Fiedrowicz führt aus:

    „Daher bediente sich auch Vinzenz dieses Vergleiches mit der natürlichen Entfaltung des Lebendigen, indem er das Wachstum zunächst des menschlichen Leibes, dann des pflanzlichen Samens anführte (comm. 23,4–12), um die Kompatibilität der Unwandelbarkeit des Wesens und der allmählichen Ausformung der Gestalt aufzuweisen, aber auch homogenen Fortschritt und substantielle Veränderung voneinander abzugrenzen“ (116).

    Neuerung als vermeintliche „Aufklärung“ – sehr aktuell

    Vinzenz von Lérins (um 380–440/450)
    Vinzenz beruft sich auf die klassische Stelle 1 Tim 6, 20, in denen von den „Neuerungen“ einer so genannten „Erkenntnis“ bzw. „Wissenschaft“ (gr. gnosis, lat. scientia) gewarnt wird. Diese Warnung war also schon 20 bis 30 Jahre nach der Himmelfahrt Christi vonnöten. Traditionsprozesse gehen erfahrungsgemäß schnell vonstatten. Ebenso sind schon in der frühen Kirchengeschichte Verfälschungen der ursprünglichen Botschaft aufgetaucht.

    Vinzenz bezieht sich also auf den ersten Timotheusbrief des Völkerapostels, wenn er schreibt:

    „Meide, spricht er, die unheiligen Wortneuerungen. Er sagt nicht ‚die alten Lehren‘, nicht ‚die herkömmlichen Lehren‘; vielmehr zeigt er deutlich auf, was daraus als Gegensatz folgt: denn wenn die Neuerung zu meiden ist, so ist am Alten festzuhalten, und wenn die Neuerung unheilig ist, so ist das Herkommen geheiligt. Und die Antithesen der fälschlich so genannten Erkenntnis, spricht er. Ein wahrhaft falscher Name für die Lehren der Häretiker: so wird die Unwissenheit mit dem Namen des Wissens, der Nebeldunst mit dem Namen der Aufklärung und die Finsternis mit dem Namen des Lichtes überschminkt“ (261).

    Die „Aufklärung“ ist hier also ein Etikett für eine Ideologie, die den überlieferten Glauben neu deuten und damit ersetzen soll. Häufig ist es der Typ arroganter Experte, der den Hinterwäldlern erklärt, wie es wirklich geht – damals wie heute:

    Das 20. Jahrhundert bietet besonders in Gestalt „prominenter“ Konzilstheologen reiches Anschauungsmaterial für solche illegitimen Hohenpriester des „Expertentums“, die auf die einfachen Gläubigen herabschauen und traditionsorientierte Fachkollegen verspotten und verleumden.

    Vinzenz von Lérins hat dagegen eine wahrhaft pastorale, seelsorgerliche Einstellung, wenn er den Völkerapostel paraphrasiert und eine gleichsam klassische Formulierung findet:

    „Durch deine Erklärung soll klarer verstanden werden, was zuvor dunkler geglaubt wurde. Durch dich sollen die Nachkommen die glückliche Einsicht in das erhalten, was die alte Zeit vorher verehrte, ohne es zu verstehen. Dennoch lehre dasselbe, was du gelernt hast, so dass du, falls du es neu sagst, nichts Neues sagst [ut cum dicas nove, non dicas nova]“ (265).

    Resümee
    Das Werk ist allen ans Herz zu legen, die sich für die Frage nach der Entwicklung der kirchlichen Lehre interessieren. Es setzt zwar ein erhebliches Problembewußtsein in theologischen Fragen und mehr als ein rudimentäres Basiswissen in Kirchengeschichte voraus, andererseits wird der Stoff durch Einleitung und Kommentar gut erläutert.

    Das Werk ist hervorragend ausgearbeitet. Umfangreiche Bibliographie, Personenindex und Sachindex machen das Buch zu einer wissenschaftlichen Quelle. Zwei, drei kleine Unachtsamkeiten fallen nicht ins Gewicht.

    Die Arbeitsleistung des Herausgebers und der Übersetzerin ist überaus eindrucksvoll. Letzterer ist ein flüssiger und gut lesbarer deutscher Text gelungen.

    Möge es eine weite Verbreitung finden.

    Vinzenz von Lérins, Commonitorium, Mit einer Studie zu Werk und Rezeption herausgegeben und kommentiert von Michael Fiedrowicz, übersetzt von Claudia Barthold, Carthusianus-Verlag, Mülheim/Mosel 2011, 368 S. www.carthusianus.de

    *MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe und Philosoph, Katechist

    Bild: Carthusianus Verlag/Fraternité de St. Vincent de Lérins

  • GebetsinitiativenDatum25.07.2020 05:26
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Gebetsinitiativen

    Der größte protestantische Betrug

    #1 Gebetsinitiativen

    Lieber Stjepan, was ist mit all den Gebetsinitiativen ??

    ZITAT:

    Grüß Gott!

    Hier möchte ich meine Gebetsinitiativen vorstellen.
    Wer kann und möchte, kann sich in die jeweiligen Gebetslisten eintragen.

    https://arme-seelen-gebetsapostolat.jimdofree.com/

    https://aachener-gnadenrosenkranz.jimdofree.com/

    https://rosenkranz-kreuzzug.jimdofree.com/

    https://rosenkranz-gebetskreuzzug.jimdo.com/


    Auf folgender Seite findet man noch mehr:

    https://wichtigste-gebetsinitiativen.jimdofree.com/

    Auf der folgenden Seite ("INFOS FÜR KONVERTIERENDE") gebe ich Ihnen wertvolle Hilfestellungen:

    https://katholizismus-in-der-heiligen-sc...ge4.com/55.html

    https://anti-kueble.page4.com/



    Liebe Grüße

  • Brigitta von SchwedenDatum23.07.2020 09:02
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Brigitta von Schweden

    23. Juli HL. BIRGITTA VON SCHWEDEN Ordensgründerin

    Birgitta (Brigitta), aus dem edlen Geschlecht der Folkunger, wurde 1303 (oder 1302) in Finstad bei Uppsala geboren. Es war das Jahr, in dem Papst Bonifaz VIII. und die hl. Gertrud die Große starben. 1316 vermählte sich Birgitta mit dem Edlen Ulf Gudmarsson. Der glücklichen Ehe entsprossten acht Kinder, darunter die hl. Katharina von Schweden. Der Tod ihres Mannes, den sie „liebte wie ihr eigenes Herz“, bedeutete die große Wende in ihrem Leben. Mit Hilfe des schwedischen Königs gründete sie um 1346 in Vadstena das erste Kloster des Birgittenordens, auch „Erlöserorden“ genannt, weil Christus selbst der hl. Birgitta den Wortlaut der Regel und die Angaben für den Bau der Kirche mitgeteilt haben soll. Der Orden, vor allem zu Sühne für die Sünden des Landes und zur Verehrung des Leidens Christi gegründet, erlangte große Bedeutung für die religiöse und literarische Kultur des Nordens. Birgitta selbst ging, einer inneren Stimme gehorchend, 1349 nach Rom. Sie verbrachte die letzten 24 Jahre ihres Lebens in Italien, bemühte sich um die Reform der Kirche und (vergeblich) um die Rückkehr des Papstes aus Avignon nach Rom. Birgitta hatte von Jugend an mystische Gnaden und Offenbarungen, die sie in schwedischer Sprache niederschrieb.

    https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/

    (8. Oktober - Brigitta von Schweden vor der Konzielskirche!)


    Liebe Grüße, Blasius



  • Die Irrtümer der Zeit QUANTA CURA
    Auszug aus dem Rundschreiben von Pius IX. vom 8. Dezember 1864

    Papst Pius IX. in seiner päpstlichen Kleidung sitzend, mit der Abfassung des Syllabus die Verwerfung des Liberalismus und damit auch des Modernismus.

    Kampf der Päpste gegen die Irrtümer
    Alle (1), und Ihr ganz besonders, ehrwürdige Brüder, wißt, mit welcher Sorge und fürsehender Wachsamkeit Unsere Vorfahren, die Römischen Päpste, ihre Amtspflichten allzeit erfüllten, die ihnen unser Herr Jesus Christus in der Person des heiligen Apostelfürsten Petrus anvertraut hatte: die Lämmer und Schafe zu weiden, die gesamte Herde des Herrn mit den Worten des Glaubens zu nähren, mit heilsamer Lehre zu tränken, und sie von vergifteten Weideplätzen fernzuhalten. Wahrlich, Unsere Vorgänger erwiesen sich als Verteidiger und Schützer des erhabenen, katholischen Glaubens, der Wahrheit und Gerechtigkeit, wachten über das Seelenheil und gaben sich alle Mühe, durch ihre weisen Briefe und Verordnungen alle Irrlehren und Irrtümer aufzudecken und zu verurteilen, die unserem göttlichen Glauben, der Lehre der katholischen Kirche, der Lauterkeit der Sitten und dem ewigen Heile der Menschen zuwider laufen, oft und oft zu schweren Unruhen führten und christliche und weltliche Gesellschaft grauenhaft verwüsteten. Daher haben Unsere Vorfahren mit apostolischer Kraft den verderblichen Bestrebungen jener unseligen Menschen beharrlich Widerstand geleistet, die ihre wirren Vorstellungen wie Fluten eines aufgepeitschten Meeres auswarfen, Freiheit versprachen, obwohl sie Knechte des Verderbens sind und darauf hinzielten, mit ihren trügerischen Meinungen und verderblichen Schriften die Grundlagen des katholischen Glaubens und der weltlichen Herrschaft einzureißen, alle Tugend und Gerechtigkeit zu stürzen, alle Geister und Herzen zu verderben, besonders die unvorsichtige, unerfahrene Jugend vom rechten Wege der Sitten abzubringen, sie elend zu verführen, in die Fallstricke des Irrtums zu verlocken und schließlich vom Hort der katholischen Kirche loszureißen.

    Und auch das ist Euch wohl bekannt, Ehrwürdige Brüder: Sobald Wir nach dem geheimen Ratschlusse der göttlichen Vorsehung ohne jedes Verdienst Unsererseits auf den Stuhl des hl. Petrus berufen wurden und zu Unserem größten Schmerz den schrecklichen Sturm sahen, den so viele verkehrte Meinungen erregt hatten, die schweren, unsäglich traurigen Schäden, die auf das Christenvolk aus so vielen Quellen des Irrtums einstürzen: Da traten Wir, wie es Unsere Amtspflicht war, in die Spuren Unserer erlauchten Vorgänger und erhoben Unsere Stimme: Wir gaben apostolische Rundschreiben heraus, sprachen wiederholt im Konsistorium und verurteilten hier und in anderen apostolischen Briefen die hauptsächlichsten Irrtümer unserer überaus traurigen Zeit, riefen Eure hervorragende, bischöfliche Wachsamkeit auf und mahnten alle Uns so lieben Kinder der katholischen Kirche, sie sollten sich vor der Ansteckung dieser gräßlichen Seuche in acht nehmen und hüten. Besonders in Unserem ersten Rundschreiben vom 9. November 1846 und in den beiden Ansprachen im Konsistorium vom 9. Dezember 1854 und vom 9. Juni 1862 haben Wir die ungeheuerlichen Irrtümer verdammt, die gerade in Unserer Zeit zum größten Unheil der Seelen und zum Schaden der weltlichen Gesellschaft selbst herrschen, die nicht nur der katholischen Kirche, ihrer heilsamen Lehre und ihren ehrwürdigen Rechten, sondern auch dem ewigen Schöpfungs-Gesetz, das Gott in die Herzen aller geschrieben, und der gesunden Vernunft durchaus widersprechen und von denen sich alle anderen Irrtümer herleiten.

    Die Wurzeln der Irrtümer
    Der Naturalismus


    Obwohl Wir es daher nicht im geringsten unterlassen haben, die wichtigsten derartigen Irrtümer immer wieder zurück zu weisen und zu verdammen, so verlangt doch die Sache der katholischen Kirche, das Heil der Seelen, das Uns Gott anvertraut hat, und das Wohl der menschlichen Gesellschaft selbst, daß Wir Eure Hirtensorge nochmals auffordern, um andere verderbliche Meinungen unschädlich zu machen, die aus denselben Irrtümern wie aus Quellen hervor gehen. Diese falschen, verkehrten Meinungen sind umso verwerflicher, als sie besonders darauf abzielen, jene heilsame Kraft zu behindern und aus der Welt zu schaffen, welche die katholische Kirche nach dem Gesetz und Auftrag ihres göttlichen Gründers bis ans Ende der Zeiten frei auswirken soll, nicht nur den einzelnen Menschen gegenüber, sondern auch gegenüber den Staaten, Völkern und ihren obersten Fürsten. Umso verwerflicher sind sie auch, als sie suchen, jene einträchtige Zusammenarbeit zwischen Priestertum und Staatsherrschaft aufzuheben, die sowohl der kirchlichen als der bürgerlichen Sache immer heilsam und nützlich war. (2)

    Auffassung von der Gemeinschaft

    Denn Ihr wißt sehr gut, Ehrwürdige Brüder, daß es heute viele gibt, die auf die weltliche Gesellschaft den böswilligen, unsinnigen Grundsatz des sogenannten Naturalismus anwenden und die freche Lehre verbreiten, „das Staatswohl und der menschliche Fortschritt verlange gebieterisch, daß die menschliche Gesellschaft aufgebaut und geleitet werde ohne jede Rücksicht auf den Glauben, als ob es einen solchen nicht gäbe oder mindestens ohne zischen wahrem und falschem Glauben einen Unterschied zu machen.“ Und entgegen der Lehre der Heiligen Schrift, der Kirche und der heiligen Väter, behaupten sie keck: „In sehr guter Lage befindet sich die Gesellschaft, wenn in ihr der Staatshoheit nicht die Pflicht zugesprochen wird, die Verletzer des katholischen Glaubens mit gesetzlichen Strafen zu verfolgen, es sei denn, daß die öffentliche Ruhe es gebieterisch heischt.“

    Freiheit des Gewissens

    Von dieser falschen Auffassung der Gesellschafts-Ordnung aus begünstigen sie weiter jene irrige Ansicht, die der katholischen Kirche und dem Seelenheil höchst verderblich ist und von Unserm jüngsten Vorgänger Gregor VXI. (3) als Wahnsinn erklärt wurde, nämlich, „die Freiheit des Gewissens und die Gottes-Verehrung seien jedes einzelnen Menschen Eigenrecht, was in jedem Staat mit ordentlicher Verfassung gesetzlich verkündet und gewahrt werden müsse, und die Bürger hätten ein Recht auf jede beliebige Freiheit, die weder durch kirchliche noch staatliche Hoheit eingeschränkt werden dürfe, sondern sie sollten ihre Meinungen in Wort und Schrift oder sonst wie ganz öffentlich verkünden und verbreiten können.“ Indem sie dies ohne Überlegung behaupten, bedenken sie nicht, daß sie damit „die Freiheit des Verderbens“ (4) predigen und daß „bei einer schrankenlosen Redefreiheit es immer Leute geben wird, die frech gegen die Wahrheit auftreten und blindes Vertrauen auf die Geschwätzigkeit menschlicher Weisheit setzen, während Wir doch aus der Unterweisung unseres Herrn Jesus Christus selber wissen, wie sehr sich christlicher Glaube und christliche Weisheit vor diesem schädlichen Wahn in acht nehmen muß“. (5)

    Der Wille des Volkes

    Wo der Glaube von der weltlichen Gesellschaft zerstört, wo Lehre und Hoheit der göttlichen Offenbarung verachtet wurde, da verdunkelt sich eben auch und geht der echte Begriff der Gerechtigkeit und des menschlichen Rechtes verloren. An die Stelle der wahren Gerechtigkeit und des gesetzmäßigen Rechtes tritt dann die rohe Gewalt. Daraus erklärt es sich, warum manche die sichersten Grundsätze gesunder Vernunft völlig vernachlässigen, beiseite werfen und zu verkünden wagen, „der Wille des Volkes, in der sogenannten öffentlichen Meinung oder in anderer Weise kund getan, stelle das oberste Gesetz dar, losgelöst von allem göttlichen und menschlichen Rechte, und in der staatlichen Ordnung hätten vollendete Tatsachen, gerade weil sie vollendet sind, Rechtskraft.“

    Folgerungen

    Wer aber sieht nicht und begreift nicht, daß eine menschliche Gesellschaft, die sich von den Banden des Glaubens und der wahren Gerechtigkeit gelöst hat, keinen anderen Zweck mehr haben kann als äußere Güter zu erwerben und aufzustapeln, daß sie in ihren Handlungen keinem anderen Gesetze folgt, als der ungezähmten Gier eines leidenschaftlichen Herzens, den eigenen Lüsten und Vorteilen zu frönen? Daher verfolgen solche Menschen mit bitterem Haß die religiösen Ordensgemeinschaften, die sich um das Christentum, um den Staat, um die Wissenschaft so verdient gemacht haben; sie streuen die Meinung aus, daß sie keinen rechtlichen Grund für ihren Bestand hätten und zollen so den Erfindungen der Irrlehrer Beifall. Denn wie schon Unser Vorgänger, Pius VI., den Wir noch gut in Erinnerung haben, treffend erklärte: „Die Abschaffung der Orden verletzt den Stand des öffentlichen Bekenntnisses der evangelischen Räte, verletzt eine Lebensweise der Kirche, die als übereinstimmend mit der apostolischen Lehre empfohlen wird, verletzt die ruhmreichen Gründer selbst, die wir auf den Altären verehren und die lediglich unter Gottes Eingebung diese Gesellschaften gegründet haben.“ (6) Ganz gottlos treten sie auch dafür ein, den Bürgern und der Kirche die Freiheit zu nehmen, „öffentlich Almosen für christliche Liebestätigkeit zu sammeln“, und wollen das Gesetz abschaffen, „gemäß welchem der Gottesverehrung wegen an bestimmten Tagen knechtliche Arbeit zu ruhen hat“, unter dem ganz fälschlichen Vorwand, die erwähnte Freiheit und das erwähnte Gesetz seien den Grundsätzen der Volkswirtschaft sehr zuwider.

    Sie begnügen sich aber nicht damit, den Glauben aus der öffentlichen Gesellschaft zu entfernen, sondern wollen ihn auch von den einzelnen Familien fernhalten. Denn gemäß dem so verhängnisvollen Irrtum des Kommunismus und Sozialismus, den sie lehren und bekennen, behaupten sie, „die häusliche Gesellschaft oder die Familie leite ihr Daseinsrecht lediglich vom staatlichen Recht her; daher stammen alle Rechte der Eltern gegenüber ihren Kindern einzig aus der staatlichen Gesetzgebung, vor allem das Unterrichts- und Erziehungsrecht.“ Mit diesen gottlosen Irrlehren und Wühlereien bezwecken diese Leute voll Lug und trug vor allem die gänzliche Ausschaltung der wohltätigen Lehre und Einflußkraft der katholischen Kirche aus dem Unterricht und de Erziehung der Jugend, um die zarten, aufnahmefähigen Seelen der Jugendlichen in verderbliche Irrtümer zu verstricken, sie elend in Sünde zu bringen und zu verwüsten. Denn wer immer je die heiligen oder weltlichen Dinge in Verwirrung zu bringen, die gute gesellschaftliche Ordnung zu zerstören, alle göttlichen und menschlichen Recht zu vernichten suchte, hat alle seine schandbaren Pläne, Bestrebungen, seine Mühe, wie Wir oben gesagt, mit Vorzug auf die Täuschung und die Entsittlichung der unvorsichtigen Jugend gerichtet, hat seine ganze Hoffnung auf die Verderbnis der Jugend gesetzt. Daher verfolgen sie hartnäckig mit allen Mitteln die Geistlichkeit beider Stände, die nach dem glänzenden Zeugnis der Geschichte soviel Segen für das Christentum, für den Staat und die Wissenschaft brachte, und behaupten unablässig, die Geistlichkeit müsse „vom gesamten Jugendunterricht ausgeschaltet werden, weil sie dem wahren nutzbringenden Fortschritt der Wissenschaft und Bildung feind sei“.

    Unterordnung des Geistlichen unter das Weltliche

    Andere jedoch graben die irrigen, so oft verworfenen Erfindungen der Neuerer wieder aus und wagen es in unverschämter Anmaßung, die oberste Hoheit der Kirche und dieses Apostolischen Stuhles, die Christus verliehen, der Willkür der staatlichen Macht zu unterwerfen, und alle Rechte der Kirche sowie des Apostolischen Stuhles hinsichtlich der zeitlichen Ordnung zu leugnen. Sie machen sich kein Gewissen daraus, zu behaupten, „die Gesetze der Kirche verpflichten nicht im Gewissen, außer sie seien von der weltlichen Hoheit kund gemacht; die Erlässe und Verfügungen der Römischen Päpste mit religiösem oder kirchlichem Inhalt benötigten der Bestätigung, Billigung oder mindestens der Zustimmung der weltlichen Macht; die apostolischen Anordnungen (7), in denen die geheimen Gesellschaften verurteilt und ihre Anhänger und Förderer mit dem Bann bestraft werden, ob nun in ihnen ein Eid zur Schweigepflicht gefordert wird oder nicht, hätten keinerlei Kraft in Ländern, wo solche Vereinigungen geduldet werden; der Bannspruch, den die Kirchenversammlung von Trient und die Römischen Päpste gegen jene erließen, welche die rechte und Besitztümer der Kirche mit Füßen treten und an sich reißen, beruhe auf einer Vermengung der geistlichen und bürgerlich-staatlichen Ordnung, lediglich zu dem Zweck, einen irdischen Vorteil zu erreichen; die Kirche dürfe nichts beschließen, das die Gewissen der Gläubigen in der Ordnung der zeitlichen Dinge verpflichten könne; die Kirche habe nicht das Recht, die Übertreter ihrer Gesetze mit zeitlichen Strafen zu belegen; es stimme mit der Gotteswissenschaft und den Grundsätzen des Staatsrechtes überein, das Eigentum von Kirchen, Ordens-Genossenschaften und anderer frommen Stellen der staatlichen Macht zuzusprechen und zu unterstellen.“ Sie scheuen sich auch nicht, ganz offen vor aller Welt zu jenem Ausspruch und Grundsatz der Ketzer zu stehen, aus dem so viele verkehrte Meinungen und Irrtümer hervor gehen. Sie sagen nämlich immer wieder „die kirchliche Macht sei nicht, kraft des göttlichen Rechtes, von der weltlichen Macht verschieden und unabhängig; ferner könne eine solche Verschiedenheit und Unabhängigkeit nicht aufrecht erhalten werden, ohne daß die Kirche in wesentliche Rechte der staatlichen Macht einbreche und sich dieselben anmaße.“ Unmöglich können Wir die Unverschämtheit jener übergehen, welche die gesunde Lehre nicht ertragen und deshalb behaupten „man könne ohne Sünde, ohne den christlichen Glauben zu verletzen, jene Entscheide und Verfügungen des Apostolischen Stuhles, von denen erklärt wird, daß sie sich auf das Gemeinwohl der Kirche, ihre Rechte und ihre Ordnung beziehen, Billigung und Gehorsam verweigern, sofern nur nicht Lehrsätze der Glaubens- und Sittenlehre berührt werden.“ Jedermann muss doch sehen, daß dies dem katholischen Lehrsatz völlig widerspricht, nach dem der Römische Papst von Christus selbst, Unserem Herrn, die volle Macht erhalten hat, die gesamte Kirche zu weiden, zu leiten und zu verwalten.

    Feierliche Verurteilung der Irrtümer
    Bei dieser ungeheuren Verkehrtheit entarteter Anschauungen waren Wir Uns Unserer apostolischen Pflicht gebührend bewußt und haben daher in Sorge um Unsern heiligsten Glauben, um die rechte Lehre, um das Heil der Seelen, das Uns von Gott anvertraut wurde, um das Wohl der menschlichen Gesellschaft selbst, abermals Unsere Stimme vernehmen lassen. Alle verkehrten Meinungen und Lehren also, die Wir in diesem Schreiben einzeln angeführt haben, weisen Wir kraft unserer apostolischen Vollmacht zurück, verbieten sie und verdammen sie und wollen, daß alle Söhne der katholischen Kirche sie durchaus als zurückgewiesen, verboten und verdammt ansehen.

    Anmerkungen:

    (1) Pius IX., Rundschreiben an alle Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe und Bischöfe, die in Frieden und Eintracht mit dem Apostolischen Stuhl leben. ASS III (1867) 160-176.
    (2) Gregor XVI., Rundschreiben Mirari vos, 15. August 1832, ASS IV (1868); vgl. MG n. 22.
    (3) Gregor XVI., Rundschreiben Mirari vos, 15. August 1832, ASS IV (1868); vgl. MG n. 16.
    (4) Augustinus, Brief CV (CLXVI) 2 n. 9, PL XXXIII 399.
    (5) Leo I., Brief CLXIV, PL LIV 1149.

    aus: Emil Marmy, Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau Dokumente, 1945, S. 32-39

    siehe auch den Beitrag: Warum die Verurteilung der Irrtümer in der Enzyklika Quanta cura eine ex cathedra Entscheidung ist

    Der gesamte Text des Rundschreibens:

    Pius IX. Quanta cura – Die Irrtümer der Zeit
    Pius IX. Quanta cura Im besonderen der Syllabus

    https://katholischglauben.info/quanta-cu...uemer-der-zeit/



  • Anfeindungen gegen das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes

    Ein Porträt von Papst Liberius in seiner päpstlichen Kleidung; links oben ist das päpstliche Wappen

    Papst Liberius – ein wahrer katholischer Papst
    (regierte von 352-366)

    Ein standhafter Papst

    Am 17. Mai des Jahres 352 wurde Liberius zum Papst erwählt. Kaiser Konstantius verlangte vom Papst Liberius, er solle den heiligen Athanasius neuerdings verurteilen. Der Papst hielt zu Rom mit den Bischöfen eine Versammlung, in welcher die Unschuld des Patriarchen von Alexandria feierlich anerkannt wurde. Konstantius verwarf dieses Urteil und verlangte eine neue Versammlung nach Arles in Frankreich. Der Papst ordnete dahin seine Boten, die Bischöfe Vincentius von Capua und Mercellus aus Campanien ab. Inzwischen hatte der Kaiser bereits den heiligen Bischof Paulus von Konstantinopel entfernt und an seine Stelle den Macedonius, einen Arianer, zum Patriarchen ernannt. Auch den Bischöfen, welche in Gallien versammelt waren, befahl der Kaiser unter Androhung der Verbannung, den heiligen Athanasius zu verurteilen.

    Und wirklich erlebte Papst Liberius den Schmerz, daß diese Bischöfe aus Furcht vor dem anwesenden Kaiser das Verbannungsurteil über den heiligen Athanasius aussprachen. Auch der päpstliche Gesandte, Bischof Vincentius, machte keine Ausnahme. Die Bischöfe fügten sich eben der kaiserlichen Gewalt. Der einzige standhafte Bischof Paulinus von Trier wurde verbannt. Tiefbekümmert schrieb der strenggläubige Papst: „Ich bin doppelt betrübt, und bitte Gott, lieber sterben zu dürfen, als daß ich die Ungerechtigkeit triumphieren sehe.“ Als der Bischof von Cagliari in Sardinien sich anbot, im Namen des Papstes zum Kaiser zu gehen, gab ihm der Papst den Priester Pankratius und den Diakon Hilarius zur Seite. Diese Gesandtschaft überbrachte dem Kaiser ein sehr ernstes Schreiben des Papstes. Er verurteilte seinen eigenen Gesandten und verlangte vom Kaiser eine neue Versammlung nach Mailand. Diese kam auch wirklich im Jahre 355 im kaiserlichen Palast in Anwesenheit des Kaisers zustande, allein die Heftigkeit des Kaisers machte jede freie Beratung unmöglich. Das erste, was der Kaiser und die arianischen Bischöfe wiederum begehrten, war die Verbannung des heiligen Athanasius.

    Als der Kaiser endlich erkannte, daß die Bischöfe nicht zu bewegen seien, eine Schrift zu unterzeichnen, die den schuldlosen Athanasius verurteilte, und daß es fruchtlos sei, sie auf diese Weise durch eine gemeine List zur Annahme der arianischen Irrlehre zu bringen, wollte er zu roher Gewalt greifen und rief: „Mein Wille gilt als Kirchengesetz.“ Die rechtgläubigen Bischöfe erinnerten ihn mit apostolischem Freimut an das göttliche Gericht und erklärten, daß die geistliche und die weltliche Gewalt nicht vermengt werden dürfe. Was war die Antwort des Kaisers? Die rechtgläubigen Bischöfe Eusebius von Vercelli und Dionysius von Mailand wurden in den Kirchen, wohin sie sich zurückgezogen hatten, von den Altären hinweggerissen und in die Verbannung verwiesen, die verwaisten Bischofssitze mit Arianern besetzt. Nach einer arianischen Kirchenversammlung zu Rimini im Jahre 359 hatten die Irrlehrer große Fortschritte gemacht.

    Im Morgenlande, wo die Arianer vom Kaiser Valens geschützt wurden, kämpften die heiligen Bischöfe Athanasius von Alexandrien und Basilius von Cäsarea unerschrocken für die kirchliche Rechtgläubigkeit. Auch sie wandten sich um Unterstützung ihrer Rechte an den Papst, der auch im Abendlande den Irrglauben der Arianer zu unterdrücken suchte. Der heilige Vater säumte nicht, mit aller Liebe an die Verfolgten zu schreiben und sie wegen ihrer Standhaftigkeit zu loben.

    Doch es kam die Reihe des Martyriums auch an ihn. Der Kaiser verlangte vom Papst abermals die Verurteilung des heiligen Athanasius, die natürlich verweigert wurde. Darum ging der unschuldige Patriarch Athanasius von Alexandria im Jahre 356 abermals in die Verbannung. Auch das genügte dem gottlosen Herrscher noch nicht. Er ließ die katholischen Christen verfolgen, Frauen und Jungfrauen mißhandeln. Sechsundvierzig ägyptische Bischöfe mussten ihre Diözesen verlassen; alle Rechtgläubigen wurden als Majestätsverbrecher behandelt und starben teilweise als Martyrer. Der Kaiser schickte Gesandte nach Rom, um den Papst gegen den Bischof Athanasius zu gewinnen. Da aber dieser sich standhaft weigerte, seine Mithilfe zu einem offenbaren Unrecht zu leisten, wurde er als Gefangener mitten in der Nacht zum Kaiser nach Mailand fortgeführt. Dort verteidigte sich der Papst mit mutigen und beredten Worten. Er blieb unbeugsam und wurde darum gegen Ende des Jahres 355 nach Beröa in Thracien geschleppt. Man hoffte, den Papst in der Einsamkeit leichter umstimmen zu können. Da er ohne alle Mittel war, schickte ihm der Kaiser fünfhundert Goldstücke. Allein voll Entrüstung wies der Papst dieses Geld zurück. Der Anfang der Verbannung des Papstes fällt in das Ende des Jahres 355 und dauerte etwa bis in den Sommer des Jahres 358. Was er unter dem wilden, barbarischen Volk litt, ist leicht einzusehen.

    In Rom aber herrschte über den Verlust des obersten Hirten die tiefste Trauer. Die Geistlichkeit leistete den Schwur, nie einen andern als Liberius als Papst anerkennen zu wollen. Auch das Volk blieb dem Papst treu und mied jede Gemeinschaft mit dem neu aufgestellten Gegenpapst Felix, der bisher Diakon war und selbst vor allen andern geschworen hatte. Felix ließ sich wirklich auf Veranlassung des Kaisers zum Bischof von Rom weihen. Als Kaiser Constantius im Mai des Jahres 357 nach Rom kam, bestürmten zuerst die römischen Frauen ihre Männer, die Zurückberufung des Papstes vom Kaiser zu verlangen. Als die Männer aus Furcht vor dem Zorne des arianischen Herrschers sich weigerten, wandten sich die Frauen selbst an Constantius, der endlich nachgab. Anfangs wollte er die Bedingung aufstellen, daß Papst Liberius nach seiner Rückkehr gemeinsam mit dem Gegenpapst Felix die Kirche regiere. Aber das Volk rief: „Ein Gott! Ein Christus! Ein Papst!“

    Da nun Papst Liberius wirklich nach wenigen Monaten nach Rom zurückkam, wurde das Gerücht verbreitet, er habe seine Rückkehr mit der Zustimmung zur Irrlehre erkauft. Diesen Vorgang haben die Feinde der Päpste aufgegriffen, um damit gegen die päpstliche Unfehlbarkeit zu kämpfen. Sie behaupten, daß Papst Liberius infolge der Qualen und Misshandlungen nachgegeben und ein falsches Glaubensbekenntnis unterzeichnet habe.

    Beweise für seine Unschuld
    Für die Unschuld des Papstes Liberius lassen sich aber folgende glänzende Beweise anführen.

    Alle katholischen Bischöfe blieben vor und nach der Verbannung in Gemeinschaft mit Liberius. Sie schickten ihm die Akten der von ihnen gehaltenen Kirchenversammlungen zu und fragten ihn in allen schwierigen Angelegenheiten um Rat. Ist eine solche Verehrung denkbar, wenn der Papst der Irrlehre verdächtig war? Papst Liberius erhält wegen seines Mutes und seiner Tugenden von allen Seiten die größten Lobsprüche. Der spätere Papst Siricius nennt ihn einen „ausgezeichneten Vorgänger“. Der heilige Epiphanius sagt, Liberius sei ein Papst „von sehr gutem Andenken“. Cassiodorus gibt ihm sogar den Titel „Der große Liberius“. Der heilige Ambrosius schreibt über ihn: „Es ist Zeit, an die Verordnungen des Liberius, dieses heiligmäßigen Papstes zu erinnern. Seine Worte sind eben so schön als seine Tugenden groß sind.“ Nach dem griechischen Märtyrer-Kalender wird das Fest dieses Papstes am 24. September mit folgenden Worten gefeiert: Der selige Liberius, ein Verteidiger der Wahrheit, war Bischof von Rom unter der Regierung des Kaisers Konstantius. Sein brennender Glaubenseifer trieb ihn an, den großen Athanasius zu verteidigen, der wegen seiner Hingabe an den wahren Glauben von den Irrlehrern verfolgt und aus Alexandria vertrieben war. Solange Konstantin und Konstans, die beiden ältesten Söhne des großen Konstantin, lebten, triumphierte der wahre Glaube. Als aber nach dem Tode dieser zwei Fürsten der junge Konstantius Alleinherrscher wurde, bekam die Irrlehre die Oberhand. Daher geschah es, daß Papst Liberius, welcher mit aller Kraft die Bosheit der Irrlehrer bekämpfte, nach Beröa, einer Stadt in Thracien verbannt wurde. Aber die Römer, deren Liebe und Verehrung der Papst in hohem Maße besaß, blieben ihm ergeben und erflehten vom Kaiser seine Rückkehr. Papst Liberius kam nach Rom und starb dort, nachdem er mit Weisheit seiner Kirche vorgestanden war.“

    Als in späteren Jahrhunderten der Irrlehrer Photius auftrat, und die römischen Päpste verdächtigte, um eine Ursache zu haben, sich von der römischen Kirche trennen zu können, da beschuldigte er sie der Irrlehre der Manichäer; aber daß es ein Papst mit den Arianern gehalten habe, davon sagt er nicht ein Wort. Sicher würde Photius sich auf Liberius berufen haben, wenn sich dieser Papst in Glaubenssachen wirklich geirrt hätte. Die ganze Angelegenheit des Papstes Liberius geht also nur darauf hinaus, daß der Papst von den Irrlehrern, den Arianern, betrogen wurde. Die Arianer gaben sich nämlich den Anschein, als ob sie im Ernst die wahre kirchliche Lehre annehmen wollten. Der Papst wurde auf den Glauben gebracht, es handle sich in der ganzen Angelegenheit eigentlich gar nicht um wichtige Dinge; Liberius meinte, die Arianer seien der Hauptsache nach mit ihm einverstanden, nur in ein paar nebensächlichen Fragen sei man noch nicht ganz einig. Und so unterschrieb er das von ihnen vorgelegte Glaubensbekenntnis und erklärte damit dasselbe für richtig. Der Papst ist wohl unfehlbar und kann genau sagen, was der wahre Glaube ist; aber allwissend ist der Papst nicht und kann darum auch betrogen werden. Das ist also der Hergang jenes Ereignisses, aus dem die Feinde der unfehlbaren Päpste beweisen wollen, daß ein Papst in Glaubenssachen einmal geirrt, etwas Falsches gelehrt habe!

    Der Papst hatte in Rom eine glänzende Kirche gebaut, die den Namen Maria Maggiore führt…. Kurz vor seinem Tode erlebte der Papst noch die große Freude, daß viele abgefallene Bischöfe wieder zur Kirche zurückkehrten und sich mit dem Papst aussöhnten. Am 22. September des Jahres 366 starb Papst Liberius und wurde an der salarischen Straße über der Gruft der heiligen Priscilla in der vom Papst Silvester erbauten Kirche begraben. Eine jetzt verloren gegangene Inschrift besagte, immer sei der Papst in der Treue gegen Gott und seinen Glauben der gleiche geblieben, kein trüber Schatten sei über seinem Angesicht. Er lenkte das Schifflein der Kirche sicher in einer Zeit, in der viele sich durch die Lüge irre führen ließen. –


    aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 75 – S. 81

    Bildquellen

    Papst Liberius Med: novusordowatch

    Liebe Grüße, Blasius



  • Kirchengeschichte
    Die Kirchengeschichte hat die Aufgabe, darzustellen, 1. wie die Kirche ihre innere universelle Anlage entwickelt hat durch ihre Ausbreitung unter allen Völkern, im Kampf mit den ihr feindlich entgegen stehenden materiellen Kräften (Missionsgeschichte), sowie in den mannigfachen Beziehungen zu den staatlichen Gewalten (Geschichte des jeweiligen Verhältnisses von Kirche und Staat); 2. wie sie ihr inneres Wahrheits-Bewusstsein zum kirchlichen Lehrbegriff und zur kirchlichen Wissenschaft im Kampf mit den ihr feindlich gegenüber stehenden geistigen Mächten (Unglaube und Häresie) entwickelt hat; 3. wie ihre innere Gottes-Sehnsucht sich nach außen in dem herrlichen Kultus, dessen Grundlagen die Apostel gelegt, dargestellt hat (Geschichte des Kultus und der christlichen Kunst in all ihren Zweigen: Architektur, Skulptur, Malerei und Musik); 4. wie ihr innerer Organisationstrieb die von Christus gegebenen Prinzipien der Kirchenverfassung immer herrlicher und majestätischer ausgestaltet hat im Kampf mit dem Schisma; und endlich 5. wie die von Christus ihr eingepflanzten Grundsätze der Moral sich im religiös-sittlichen Leben der Christen ausgestaltet und die Kirchenzucht geschaffen haben (Geschichte der kirchlichen Disziplin und des christlichen Lebens). Nach diesen fünf Hauptmomenten hat die Kirchengeschichte den zeitlichen Verlauf des göttlichen Reiches auf Erden zur Darstellung zu bringen.

    A. Das erste Zeitalter (christliches Altertum) umfaßt die sieben ersten Jahrhunderte, von Christus bis ins 8. Jahrhundert, in welcher Zeit die christlichen Urvölker, Griechen und Römer, noch Träger des christlichen Lebens waren (griechisch-römisches Zeitalter). B. Das zweite Zeitalter (Mittelalter) reicht vom 8. Jahrhundert bis Anfang des 16. Jahrhunderts und wird bestimmt durch das Zusammentreffen der Kirche mit dem Geist der germanischen Völker, die sich erst unter durch den Einfluß der Kirche zu geordneten Staatswesen heranbildeten und und so mehr oder weniger organisch mit ihr verwachsen waren (germanisches Zeitalter). C. Das dritte Zeitalter (Neuzeit) erstreckt sich von Reformation bis zur Gegenwart. Die germanischen Völker lösen ihre bisherige enge Verbindung mit der Kirche und treten im Verein mit dem neu erwachten griechisch-römischen Leben in Gegensatz zu ihr. Die Eine Kirche des Okzidents spaltet sich in verschiedene Konfessionen; die katholische Kirche muss den Kampf mit dem modernen Geist in Wissenschaft und Staatsleben aufnehmen. (Kirchenlexikon)


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Maria Magdalena, des Lazarus und der Martha von Bethanien Schwester, war eine berüchtigte Sünderin. Gerührt durch die Predigten Jesu, tat sie öffentlich Buße. Sie trat in das Haus eines Pharisäers, bei dem Jesus zu Tische saß, warf sich zu seinen Füßen, salbte sie mit köstlicher Salbe, benetzte sie mit ihren Tränen und trocknete sie mit ihren Haaren. Jesus, der ihr reumütiges Herz kannte, vergab ihr ihre Sünden (Luk. 7,37ff), und von nun an war sie die eifrigste und treueste Dienerin des Herrn, begleitete Ihn beständig, diente Ihm mit ihrem Vermögen (Luk. 8,2ff) und stand unter dem Kreuz, als Jesus starb (Joh. 19,25). Sie suchte seinen heiligen Leib im Grabe und war so glücklich, Ihn nach seiner Auferstehung zuerst lebend von sich zu sehen. Sie blieb Ihm getreu, bis sie zur seligen Vereinigung mit Ihm in den Himmel gelangte.

    Kurzanwendung: Sünder! Ahmtest du Magdalena in dem Sündenleben nach, so folge ihr auch in der Buße, damit auch an dir wahr werde, was die Kirche von der hl. Magdalena singt: „Die so viel Laster begangen, kehrt zurück aus dem Rachen der Hölle zur Pforte des Lebens; die durch Hinfälligkeit des Fleisches viele geärgert, wird aus einem Gefäß der Schmach ein Gefäß der Herrlichkeit.“

    Die heilige Messe
    Zum Eingang der heiligen Messe ruft die Kirche statt der heiligen Magdalena: „Die Sünder haben auf mich gelauert, um mich zu Grunde zu richten; aber ich habe acht gehabt auf deine Zeugnisse. Ich habe jeglichen Dinges Ende gesehen: aber dein Gebot dauert ewig.“ (Ps. 118,95.96.) – Ehre sei dem Vater etc.

    Gebet der Kirche.
    Wir bitten Dich, o Herr! Laß uns deine Hilfe angedeihen durch die Fürbitte der hl. Maria Magdalena, durch deren Bitten bewogen, Du den vier Tage im Grabe gelegenen Lazarus aus dem Totenreich ins Leben zurück gerufen hast; der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.

    Lesung aus dem Hohen Lied (Kap. 3,2-5; Kap. 8,6-7)

    siehe Heilige Schrift

    Erklärung und Anwendung.

    Die Braut ist, wie die heiligen Väter lehren, die Seele. Diese steht von dem Bett ihrer Nachlässigkeit auf und durchgeht mit ihren Gedanken die Stadt Gottes, die Kirche nämlich; sie betrachtet das Leben der Heiligen, um durch die Nachfolge ihrer Beispiele ihren Geliebten zu finden; aber sie findet Ihn nicht sogleich. Sie kommt zu den Wächtern, die über die Kirche gesetzt sind, zu den Vorgesetzten, den Seelsorgern, Beichtvätern etc. Diese befragt sie, wo und wie ihr Geliebter zu finden sei, und dann erst trifft sie Ihn an. Diese Wächter nämlich von Gott verordnet, uns zu Ihm zu führen. Da sie Ihn nun gefunden, verschließt sie Ihn in das innerste ihrer Seele und hütet sich sorgfältig, Ihn wieder zu verlieren. Hierbei empfindet sie aber eine so süße und tröstliche Ruhe, daß sie, gleichsam in einen tiefen Schlaf versenkt, durch nichts auf der Welt gestört werden kann; denn wer in Gott ruht, den beschützt Gott, daß er durch nichts beunruhigt werde. Hingegen fordert Gott alsdann von einer solchen Seele, daß sie seine Liebe wie ein Siegel auf ihr Herz und auf ihren Arm drücke, das ist, beständig an Ihn denke und alles Ihm zuliebe wirke. Ihre Liebe muss stark sein, wie der Tod, sie muss alles überwinden; ihr Eifer für Gott muss hart und unersättlich sein, wie die Hölle, er muss niemals in der Ausübung guter Werke müde werden. Das Glaubenslicht muss immer in ihrem Herzen zu Gott brennen und muss seinen Schein auch von außen sehen lassen, damit die Menschen durch ihr gutes Beispiel zu Gott geführt werden. Eine so beschaffene Seele werden keine Trübsal, keine Beschwernisse mehr von Gott abwendig machen; sie wird gern alles verachten und verlieren, wenn sie nur Gott besitzt.

    Evangelium nach dem hl. Lukas (Kap. 7,36-50)

    siehe Heilige Schrift

    Erklärung

    Warum tut Magdalena öffentliche Buße?


    Weil sie eine öffentliche Sünderin gewesen war. Wer vor andern gesündigt und öffentlich Ärgernis gegeben hat, für den genügt es nicht, daß er insgeheim büße, sondern er muss durch öffentliches gutes Beispiel das gegebene Ärgernis wieder gutzumachen suchen.

    Warum steht Magdalena hinter Jesus bei seinen Füßen?


    Aus Scham über ihre Sünden wagte sie nicht, vor Jesus zu treten; und da sie bisher auf dem Wege zur Hölle gewandelt, so hält sie sich nun an die Füße Jesu, wie der hl. Augustinus sagt, um auf den Himmelsweg zu kommen. – O daß auch wir uns mit heilsamer Scham über unsere Sünden Jesu zu Füßen werfen und in seine Fußstapfen eintreten möchten, damit wir auf den rechten Weg kämen!

    Warum bekennt Magdalena ihre Sünden nicht, sondern beweint sie nur?


    Der hl. Ambrosius sagt, sie habe ihr Laster nicht mit Worten, wohl aber mit dem Herzen und mit häufigen Bußtränen bekannt. Es war auch nicht nötig, Christo, dem ohnehin alles bekannt ist, ihre Sünden zu beichten; die Beichte war damals auch noch nicht eingesetzt. Wir sollen hieraus lernen, daß es, um Verzeihung zu erlangen, nicht genug sei, seine Sünden nur mit Worten zu beichten, sondern man muss dieselben auch mit Bußtränen beweinen, oder zum wenigsten seinen wahren innerlichen Schmerz darüber haben.

    Warum benetzt sie die Füße Jesu mit Tränen, trocknet sie mit ihren Haaren und salbt sie mit kostbaren Salben?

    Sie will dadurch auf solche Art büßen, wie sie gesündigt. Ihre Augen hatten sie und andere verführt; darum badet sie nun dieselben in Tränen. Ihre Haare waren gleichsam die Liebesnetze, wodurch sie andere gefangen; darum bedient sie sich derselben nun, auch Christum mit Liebe zu gewinnen. Wie die Salbe ihr früher zum Laster gedient hatte, verwendet sie dieselbe jetzt, um Christus zum voraus zu seinem Begräbnis einzubalsamieren. – Hier haben wir das echte Muster einer wahren Buße; alles, was uns zuvor zum Sündigen gedient hat, muss uns bei der Buße zur Tugend dienen; besonders müssen wir die Reichtümer, die uns vielfältig zur Sünde gebracht, auf die Füße des Herrn, d. h. die Armen, verwenden.

    Warum hält sie der Pharisäer trotzdem noch für eine Sünderin?

    Weil er selbst voll Sünden war, so urteilte er auch von ihr so, wie es die Menschen gewöhnlich machen. Ihre Leidenschaften sind gleichsam gefärbte Gläser, wodurch sie andere Menschen nicht anders sehen, als wie sie selbst sind. So hält ein Geiziger alle Menschen für ungerecht, ein Unkeuscher für unkeusch etc.

    Warum verzeiht Christus der Magdalena ihre vielen Sünden so leicht?


    Weil sie viel geliebt und aus Liebe ihre Sünden so schmerzlich bereut hat. Wer wahrhaft liebt, dem ist es auch wahrhaft leid, den Geliebten beleidigt zu haben; daß wir selten eine wahre Reue bei unsern Beichten haben, kommt daher, weil wir Gott nicht wahrhaft lieben, da wir Ihn doch um so mehr lieben sollten, weil Er uns vielleicht schon mehr Sünden verziehen hat, als der Magdalena.

    Warum sagt aber Christus zu Magdalena: „Dein Glaube hat dir geholfen?“


    Das ist nicht von einem untätigen und unwirksamen Glauben zu verstehen, auf den manche so viel bauen, sondern von einem tätigen und von der Liebe beseelten Glauben und Vertrauen, durch die Güte Christi und durch Bußwerke die Verzeihung der Sünden zu erlangen. Nur ein solcher Glaube tilgt die Sünden.

    Warum entläßt Christus die Magdalena ohne alle Strafe, da Er doch den Adam gestraft hat?

    Adam hatte seine Sünden nicht aufrichtig bekannt, sondern sich entschuldigt; Magdalena hat aber nicht nur ihre Sünden getreulich bekannt, sondern sich auch selbst zeitlebens strenge dafür bestraft. Lernen wir von Magdalena wahrhaft und beständig Buße tun, welche darin besteht, daß man seine Sünden herzlich bereut, an sich bestraft und nichts Strafwürdiges mehr begeht.

    Gebet.
    O liebster Jesus! Ich falle mit Magdalena nieder zu deinen Füßen und klage mich an, daß ich leider alle die Wohltaten, mit welchen Du mich an Leib und Seele so väterlich gesegnet hast, schändlich mißbraucht und die vergangene Zeit meines Lebens so übel zugebracht habe. Wo soll ich nun Trost und Hilfe suchen, als bei Dir, o barmherzigster Jesus! Der Du nur darum auf die Welt gekommen bist, um die Sünder zu suchen und selig zu machen? Gib mir deshalb einen eifrigen Willen, mich von allem Bösen abzuwenden und zu Dir, meinem höchsten Gute, zurück zu kehren, meine Sünden aus wahrer Liebe zu bereuen, mich künftig vor denselben zu hüten, alle bösen Gelegenheiten, und was mich zum Sündigen bisher angereizt, zu meiden und die verlorene Zeit durch Ausübung guter Werke wieder einzubringen. Das verleihe mir, o Jesus! Durch dein bitteres Leiden und Sterben und durch die Fürbitte der hl. Büßerin Magdalena. Amen. –

    aus: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 615 – S. 619

    siehe auch den Beitrag: Was ist die vollkommene Reue?

    https://katholischglauben.info/unterrich...erin-magdalena/

    Liebe Grüße und einen friedvollen Abend in Gottes Namen, Blasius

  • So werden ...Datum18.07.2020 07:20
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema So werden ...

    Guten Morgen,

    wieder einmal nichts gutes von ..... Aurelius...oder soll ich Dich lieber Meister Eckhart nennen ?!!!!?

    Das schaut gut aus für den Namenswechsler es schreiben immer weniger Mitglieder

    und es lesen immer weniger Gäste im Forum.

    Lg. Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Über Benedikt, den Vater des abendländischen Mönchtums, haben wir Nachrichten nur durch den Papst Gregor d. Gr. In Nursia, heute Norcia (Umbrien), um 480 geboren, kam Benedikt zum Studium nach Rom. Aber bald entfloh er dem sittenlosen Treiben der Stadt und lebte drei Jahre als Einsiedler in einer Höhle bei Subiaco. In der Umgebung gründete er zwölf kleinere Klöster. 529 siedelte er nach Monte Cassino über, das in der Folgezeit zu einem Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wurde. Dort schrieb er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasste. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen. Benedikt starb am 21. März um 547 in Monte Cassino. Das Datum des heutigen Gedenktags hängt mit einer Übertragung der Reliquien des Heiligen im 8. Jahrhundert zusammen. Von Pius XII. wurde Benedikt zum „Vater Europas“, von Paul VI. zum „Schutzpatron Europas“ erklärt.



    Das Herz

    „Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen.“

    „Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.“


    (Aus der Regel des hl. Benedikt)


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die prächtige mit den anstoßenden Gebäulichkeiten ist ein bald tausendjähriger Zeuge von der glaubensinnigen und hochherzigen Liebe, mit der dort die heilige Emma – Hemma – eine gesegnete Pflanzstätte religiöser Bildung, christlicher Gesittung und heiliger Gottesverehrung gestiftet hat.

    In Kärnten 983 geboren, war sie die Tochter des mächtigen Grafen Engelbert von Peilenstein und der mit dem Kaiser Heinrich II. blutsverwandten edlen Gräfin Tuta. Schon unter der zärtlichen Pflege ihrer frommen Eltern entwickelten sich ihre herrlichen anlagen des Geistes und Herzens zu hoffnungsvoller Blüte für den Dienst Gottes. Ihre Erziehung wurde vollendet am Hofe des kaiserlichen Vetters, von dessen viel bewunderter Gemahlin, der hl. Kunigunde (siehe 3. März).

    Ein an Adel der Geburt und des Geistes ebenbürtiger Brautweber, der Landgraf Wilhelm von Friesach und Zeltschach erhielt ihre Hand, und beide Eheleute gaben dem Volk ein seltenes Beispiel häuslicher Tugend, öffentlicher Wohltätigkeit und religiösen Eifers. Jeden Tag hörten Beide die heilige Messe an, und jeden Sonntag empfingen Beide die heilige Kommunion. Zwei blühende Knaben vermehrten ihr eheliches Glück und vollendeten es durch die Liebenswürdigkeit ihres kindlichen Gehorsams und edlen Benehmens.

    Wilhelm besaß zu Friesach und Zeltschach ergiebige Gold- und Silber-Bergwerke, in denen zahlreiche Knappen sich großen Lohn verdienten und die Güte ihres Herrn oft in argem Mutwillen mißbrauchten. Wegen eines schändlichen Verbrechens und öffentlichen Ärgernisses war der Landgraf gezwungen, einen Knappen mit dem Tode zu bestrafen.

    Deswegen schworen ihm die übrigen Knappen blutige Rache und töteten ihm beide Söhne, als sie einst arglos die Goldgruben beschauten.

    Ein unbeschreiblicher Schmerz beugte die nun kinderlosen Eltern. Emma weinte Tag und Nacht an dem Grab, in welchem die Freude ihres Lebens und der Trost ihres alters moderte, zu Gott flehend um Gnade für ihre gemeuchelten Söhne und für ihr brechendes Mutterherz.

    Wilhelm indessen sammelte Soldaten, stürmte auf die verschanzten Knappen und rächte in furchtbarem Blutbad den Mord seiner Kinder. Allein alle diese Blutströme machten seine söhne nicht mehr lebendig, wohl aber verursachten sie ihm quälende Gewissensbisse, daß seine Rache nebst den wenigen Schuldigen auch viele Unschuldige getötet habe. Die Macht der Reue und der unerträgliche Anblick der tief betrübten Gattin trieb ihn fort; im Büßergewand machte er eine Wallfahrt nach Rom, um sein Vergehen zu sühnen und an den Gräbern der heiligen Märtyrer den Frieden der Seele zu suchen. Dort erlangte er Verzeihung von Gott und die Lossprechung vom Statthalter Christi; er trat erleichterten Herzens den Rückweg an, starb aber unterwegs, bevor er die irdische Heimat erreichte.

    Emma war nun Witwe, kinderlose Witwe, aus schweren Wunden blutete ihr Herz, mit tränenvollen Augen seufzte sie zum Himmel empor, flehend um die ewige Ruhe der teuren Toten und um Stärke in ihren eigenen Leiden, und erhöhte den Wert ihrer Inbrunst durch große Almosen, die sie den Armen in die Hand drückte.
    Ihr Gebet wurde gnadenvoll erhört, der liebe Gott gab ihr den schönen und trostreichen Gedanken ins Herz, eine neue, sie überlebende Familie zu gründen, und sie führte diesen Gedanken mit feurigem Eifer aus. Sie baute zu Ehren Mariens, der schmerzhaften Mutter, im waldreichen Tal von Gurk ein prächtiges Frauenkloster, stattete es reichlich aus zum Unterhalt für siebenzig Jungfrauen, und errichtete daneben eine sehr schöne Kirche und ein Chorherrenstift für zwanzig Priester, welche den feierlichen Gottesdienst und die Seelsorge zu pflegen hatten. Diesen kostbaren Bau leitete sie selbst und zahlte jeden Abend den Arbeitern den Taglohn mit eigener Hand aus.

    Nachdem das Werk vollendet war, verschenkte sie ihr fürstliches Vermögen an Bistümer und Klöster und bat in aller Demut um Aufnahme als einfache Nonne in das von ihr gestiftete Kloster. In rauhem Ordensgewand lebte sie nur noch drei Jahre als die letzte und eifrigste Schwester und entschlief dann selig im Herrn 1045. Viele Wunder geschahen an ihrem Grab. Die ausgebrochenen Türkenkriege verzögerten ihre Seligsprechung. Erst Papst Pius II. feierte dieselbe. (*) Ihre Stiftung wurde später zum Bischofsitz erhoben. –
    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 481 – S. 482

    (*) Ihre Heiligsprechung wurde am 5. Januar 1938 durch Papst Pius XI. vorgenommen.

    Heilige / katholischglauben.info/hilige-emma-von-gurk/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    In Deutschland gab es drei Klöster unter dem Namen Schönau. Das eine lag bei Heidelberg, gehörte den Zisterziensern an, und war im Jahr 1135 von Buggo, Bischof von Worm, gestiftet worden. Das zweite, welches gleichfalls den Zisterziensern angehörte, lag im Frankenland. Das dritte, von der Regel des heiligen Benedikt, lag hinter dem Rheingau in Hainrich, vier deutsche Meilen von Bingen, im ehemaligen Erzstift Trier, das von Hildelin gestiftet worden ist, der 1125 das Ordenskleid annahm, und als dessen erster Abt erwählt wurde. In einiger Entfernung von diesem Kloster erbaute Hildelin auch ein Frauenkloster, in welches dann die heilige Elisabeth, die von Kindheit an Gott mit aller Treue gedient hatte, schon in ihrem zwölften Lebensjahr sich zurückzog, die Gelübde ablegte, und in der Folge zu dessen Äbtissin erwählt wurde. Immer war sie kränklich, dessen ungeachtet stets in den göttlichen Willen ergeben, und harrte mit Freuden auf dem Weg der Trübsal aus, den sie ihr göttlicher Bräutigam, damit sie ihm ähnlicher würde, ihr Leben lang führte. Um aber desto vollkommener geläutert zu werden, musste sie, nebst den körperlichen Leiden, auch harte innere Prüfungen bestehen. Sonst hatte sie im Gebet und der Betrachtung göttlicher Dinge ihren Trost gefunden, und nun wurde ihr auch auf einige Zeit diese Stütze genommen; tiefe Schwermut lastete auf ihrer Seele; sie empfand Ekel und Widerwillen am Heiligsten; zweifelte an den wichtigsten Glaubenswahrheiten, empfand heftige Versuchungen des Fleisches, und war sogar am Ende von dem Gedanken befallen, sich selber den Tod anzutun. Allein auch unter den grauenvollsten Versuchungen ließ sie das Vertrauen auf Gott nicht sinken, und der Wächter Israels schlief nicht, wie sie selbst sagt, sondern errettete sie in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit aus allen Gefahren. Schon in ihrem dreiundzwanzigsten Jahr wurde sie mit der Gabe himmlischer Erleuchtungen begnadet, besonders an Sonn- und Festtagen, wenn sie den göttlichen Geheimnissen beiwohnte. Über diese Gesichte drückt sie sich in einem Brief an die heilige Hildegard unter anderem folgendermaßen aus: „Ich gestehe, dass ich neulich etwas betroffen war, als ich hörte, dass törichte und unwahre Gespräche von mir unter dem Volk gangbar seien. Gerne würde ich das Gerede der gemeinen Leute ertragen, wenn nur nicht auch jene, die im Ordenskleid daher gehen, mein Gemüt sehr empfindlich betrübten. Denn diese, ich weiß nicht von welchem Geist getrieben, verlachen Gottes Gnade in mir, und entblöden sich nicht, über das, was sie nicht wissen, abzusprechen. Ich vernehme, dass man einige, von mir geschrieben sein sollende, Briefe umherbiete, die vorlügen, ich habe vom jüngsten Gericht prophezeit: was ich aber zu wagen mir nie herausgenommen habe, da diese Ankunft der Kenntnis aller Sterblichen unbekannt bleibt. Indessen will ich dir die Veranlassung dieses Geredes aufdecken, auf dass du urteilen mögest, ob ich desfalls etwas Anmaßendes getan oder gesprochen habe. Wie du von anderen gehört hast, hat der Herr seine Barmherzigkeit an mir kundgetan, mehr als ich es verdient habe, oder je verdienen konnte; so zwar, dass er mir jeweilig himmlische Dinge zu offenbaren, mir die Gnade erwies. Häufig auch hat er mir durch seinen Engel zur Kenntnis gebracht, welches Ungemach hereinbrechen solle in diesen Tagen über sein Volk, wofern es nicht Buße wirke über seine Missetaten, und dass ich dieses öffentlich verkünde, hat er mir befohlen. Um aber jeglichem Stolz vorzubeugen, und damit ich nicht scheinen möge, als befördere ich die Neuerungen, war es mein möglichstes Bestreben, dieses alles zu verbergen.“ Nun erzählt sie, dass ihr der Befehl geworden, diese Gunstbezeigungen nicht länger in sich zu verschließen, und alle Verleumdungen und Verspottungen geduldig zu ertragen, nach dem Beispiel dessen, der, obgleich der Schöpfer des ganzen Weltalls, dennoch der Menschen Schmach erduldete. In einem Brief, den die heilige Hildegard an sie schrieb, suchte sie dieselbe durch verschiedene Trostgründe aufzumuntern: „Vernimm mein Wort, o Kummer fühlende Tochter! Die Sanftmütigen, Armen und Bedrängten sollen sich bewaffnen mit dem Schild des Glaubens; die einfältigen Sinnes sind, züchtigt der Herr, wohl wissend, dass ihr irdenes Gefäß nicht zerbricht. O Tochter, Gott wolle dich erküren zum Spiegel des Lebens!“



    Die heilige Elisabeth von Schönau starb den 18. Juni 1165, in ihrem sechsunddreißigsten Lebensjahr. Ihr Name steht an diesem Tag im römischen Martyrologium


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Agnes von Montepulciano umfaß das Jesuskind, das auf einer himmlischen Wolke sitzt; unter Ihm steht ein Lamm; auf dem Boden liegen ein Buch und ein Lilienzweig

    Im Jahre 1274, während in der Welt Streit und Zwietracht den Frieden der Menschheit störte, wurde zu Montepulciano ein gar frommes Kind geboren, das durch seinen engelreinen Lebenswandel ein Wohlgeruch Christi und ein hell leuchtendes Muster der Tugend werden sollte. Dieses Kind war Agnes, das Töchterlein reicher aber frommer Eltern. Kaum konnte Agnes reden, so lernte sie schon mit heiliger Freude von ihrer frommen Mutter das Vater unser und Ave Maria. Oft kniete sie sich in einem einsamen Winkel des Hauses nieder und betete, und wenn man sie fragte, was sie denn da mache, antwortete sie: „Ich lerne meine Aufgabe – das Gebet.“ Zur lieben Mutter Gottes hatte sie die zärtlichste Andacht; ein BildJesu oder der jungfräulichen Mutter erregte in ihrem Herzen die größte Freude. Erst sechs Jahre alt, entdeckte sie schon ihren Eltern, daß sie ernstlich entschlossen sei, immer im jungfräulichen Stande zu leben und deshalb in ein Kloster zu treten. Die Eltern hielten dies anfangs nur für ein kindliches Verlangen, allein je mehr Agnes an Jahren zunahm, desto größer wurde ihre Begierde, in ein Kloster zu gehen. Ihre Eltern, die reich aber auch gottesfürchtig waren, wollten dem Verlangen ihres frommen Kindes nicht widerstehen und führten es in ein Kloster des heiligen Dominikus.

    Im Kloster zeigte nun die noch junge Agnes den größten Eifer in Beobachtung aller Vorschriften, besonders zeichnete sie sich durch den pünktlichsten Gehorsam aus. Daher sagte einst eine erleuchtete Äbtissin, welche auf Befehl des Bischofs das Kloster visitierte: „Sie hoffe, daß die Schwester Agnes dem klösterlichen Stande ebenso große Ehre bringen werde als die heilige Märtyrerin Agnes einst durch ihre Leiden der ganzen Kirche Gottes.“ – Diese Worte trafen wirklich ein. Agnes war kaum 16 Jahre alt, als sie schon von den Klosterfrauen zu Proceno zu ihrer Oberin gewählt wurde. Es war dieses Kloster noch nicht lange gestiftet und die noch jungen Klosterfrauen dort selbst hatten von der gottseligen Agnes gehört und sie einstimmig zu ihrer Oberin erwählt. Papst Nikolaus IV. bestätigte die Wahl, welche bisher in einem solchen Alter nicht gebräuchlich war, und Agnes, die diese Würde nicht annehmen wollte, musste gehorchen.

    Kaum aber hatte sie ihr Amt angetreten, da suchte sie schon allen Schwestern durch ihr Streben nach Vollkommenheit voran zu leuchten. Ihr Leben war ein beständiges Fasten und Beten, und ihre Strenge gegen ihren Leib ward so groß, daß ihr der Beichtvater dieselbe verbieten musste. Die größte Marter war ihr, wenn sie am Gebet gehindert wurde. Einst verharrte sie an einem Sonntage von früh 5 Uhr bis auf den Abend unausgesetzt im Gebet. Als sie nun vernahm, daß sie darüber die hl. Kommunion zu empfangen vergessen habe, trauerte sie sehr. Da sendete ihr aber Gott einen Engel, welcher ihr das heilige Sakrament darreichte. Ihre Trauer verwandelte sich nun in die höchste Freude. Oft erschien ihr Jesus und teilte ihr geheime Offenbarungen mit, auch die gebenedeiteste Jungfrau sah sie öfters mit ihrem Kind auf dem Arm. Einst sh sie in einer Entzückung Maria mit dem Jesuskind, welches ein Kreuz an einer reichen Perlenschnur am Halse hängen hatte. Agnes löste das Kreuz mit Erlaubnis der Mutter Gottes vom Halse des Kindes und behielt es als Andenken bis zu ihrem Tode. Jesus und Maria teilten ihr auch die Gabe mit, das Innere der Herzen zu durchschauen, künftige Dinge vorher zu sagen und Kranke zu heilen. Aber alle diese großen Gnaden machten Agnes nur noch demütiger und spornten sie an, nur noch inniger sich mit Gott zu vereinigen.

    Jetzt aber wurde ihre Heiligkeit immer weltkundiger und die Bewohner von Montepulciano, wo sie als Mädchen schon so fromm gelebt, wünschten sehnlichst, Agnes wieder in ihrer Mitte zu haben und hörten nicht auf, sie zu bitten, wieder zu ihnen zurück zu kehren und auch ihren Geburtsort mit dem Segen zu beglücken, den sie bisher an anderen Orten gespendet. Agnes willigte endlich ein, doch nur mit der Bedingung, daß es ihre Vorgesetzten gestatten müßten und daß in ihrer Vaterstadt ein Haus, worin liederliche Weibspersonen sich aufhielten, in ein Kloster umgewandelt würde. Die Bewohner von Montepulciano sagten zu und auf ihre Bitten übernahm es Agnes selbst, dieses Haus von den bisherigen Lastern zu reinigen und in ein Haus Gottes und der Tugend umzuwandeln. Sie zog in das Haus, ließ es segnen und nahm dann fromme Jungfrauen zu sich, mit denen sie nun ein himmlisches Leben führte. Wo früher der Gestank der Laster Alles verpestete, da duftete jetzt der Wohlgeruch der Reinigkeit und aller schönen Tugenden.

    Doch die Leiden, nach welchen alle Heilige sich sehnen, um Christo ähnlich zu werden, und nach welcher daher auch Agnes verlangte, blieben nicht aus. Viele harte Krankheiten suchten sie heim und schmähliche Verleumdungen wurden über sie ausgestreut. Agnes duldete Alles mit der Geduld eines Engels und blieb immer heiter. Sie hatte nur einen Wunsch, ihre Sünden abzubüßen und zu sterben, um ewig bei Christo zu sein. Ihre Sehnsucht wurde gestillt; eine schmerzliche Krankheit warf sie auf das Sterbebett. Als ihre Schwestern trauernd ihr Lager umstanden, sprach sie zu ihnen: „Was klagt ihr denn, meine Lieben? Ihr solltet euch vielmehr freuen, daß ich jetzt eingehen werde in die Herrlichkeit meines himmlischen Bräutigams. Vertraut nur auf den Herrn, ihr werdet nicht verlassen sein. Liebet einander, meine Kinder, denn die Liebe ist ein Kennzeichen der Kinder Gottes.“ Nach diesen Worten verschied sie sanft am 20. April 1317. Ihr Tod war noch nicht in der Stadt bekannt, als schon die unmündigen Kinder auf den Straßen riefen: „Agnes, die Heilige, ist gestorben.“ Unter den Wundern, welche Gott durch sie schon bei ihren Lebzeiten wirkte, ist besonders merkwürdig die Bekehrung eines verstockten Sünders. Derselbe hatte 30 Jahre lang nicht mehr gebeichtet und allen Ausschweifungen sich ergeben. Agnes hatte von ihm gehört, und besorgt um sein Seelenheil, betete und weinte sie unaufhörlich um ihn. Schon wurde ihr im Geist der Ort gezeigt, wo dieser arme Sünder in der Hölle bestraft würde. Darum ließ sie nicht nach, den Verstockten zur Buße zu mahnen. Endlich sah sie sein Herz erweicht; er legte unter einem Strom von Tränen eine reumütige Beichte ab, begann nun ein frommes Leben und blieb darin beharrlich bis zum Tode. Als er starb, sah Agnes seine Seele durch einen Eingel in den Himmel tragen.

    aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 604-607


    Liebe Grüße




  • Danke lieber @Katholik28 für Deinen Hinweis / Beitrag, eine Ergänzung:

    Hl. Messe im tridentinischen Ritus


    https://youtu.be/enWiFcsBqIE


    Tagesevangelium
    19.04.2020

    Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 20,19-31


    Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
    Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus – Zwilling-, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
    Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

    Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

    http://corjesu.info/

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    Hl. Messe zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit,
    anschließend Mittagsgebet
    Kirche Santo Spirito in Sassia - Hl

    Vatican Media Live

    https://www.youtube.com/watch?v=hJE9gI3SHTQ

    https://www.vaticannews.va/de.html


    Liebe Grüße, Blasius




  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    So laßt die Kinder zu mir kommen

    Der Unschuld Rettung


    1 Der Unschuld Rettung
    1.1 Welche Gefahr für die unschuldige Marie bevorsteht
    1.2 Unschuld ist das köstlichste Gut
    1.3 Warum Marie sich in Gefahr befindet
    1.4 Ein Gewitter im März und Marie muss helfen
    1.5 Das Mädchen wird krank
    1.6 Wie Gott Marie zu sich kommen läßt
    Helles, feierliches Singen hörte man aus dem Schulhaus her durch den sonnigen, stillen Nachmittag klingen. Es waren Erstkommunikanten; sie übten das Lied ein: „Laßt die Kinder zu mir kommen.“

    „… Ach, bewahre ihre Seelen,
    Ihre Herzen fromm und rein!
    In der Stunde der Versuchung
    Decke sie mit deinem Schild,
    Daß sie nur die Tugend üben,
    Die allein im Himmel gilt!“

    sangen sie. Jedes Wörtchen drang herein in das ärmliche Stübchen, wo vor einem großen, starken Mann ein armes Weiblein händeringend stand.
    „O habt Erbarmen“, flehte es, „habt Erbarmen mit seiner unschuldigen Seele, schickt das Kind lieber wo anders hin!“

    Welche Gefahr für die unschuldige Marie bevorsteht

    „Nein, gerade behalten will ich`s für mich“, war die Antwort des Mannes. „Meine Wirtschaft braucht auch Leute, und die Marie paßt mir trefflich. Sie ist groß und geschickt für ihr Alter, und hübsch wird sie auch – ganz recht für ein Haus wie das meinige. Ich habe lange genug den Vormund umsonst machen müssen, jetzt, wo ich einen Nutzen von dem Mädchen haben kann, will ich auch mein Recht behaupten.“


    Das alte Weib fing an zu schluchzen.

    „Um Gottes und seiner Barmherzigkeit willen, lasset Euch erweichen!“ bat sie. „Ist Eure Stube nicht jeden Abend voll von Unteroffizieren? Mussten nicht schon mehr als ein halbes Dutzend Mädchen in den letzten Jahren mit Schande und Schmach von Eurer Wirtschaft fort, die brav und gut in dieselbe gekommen war? Soll es der unschuldigen Marie, dem besten Kind im ganzen Ort, auch so ergehen in ein paar Jahren? Fürchtet Ihr die Sünde und Verantwortung als Pfleger und Vormund denn gar nicht?“
    „Was Verantwortung und Sünde!“ brauste der Wirt zornig auf. „Jetzt ist`s genug mit Eurem dummen Geschwätz! Mein Haus ist ein ehrliches Haus; ich lebe auch darin und kenne meine Pflichten. Die Soldaten haben noch keine gefressen, und am Montag nach dem Weißen Sonntag kommt die Marie in mein Haus als Kellnermädchen, basta!“
    Damit schlug er die Türe zu und ging.

    Drüben im Schulhaus aber sangen die Erstkommunikanten:

    „… Halte sie auf rechtem Pfade,
    Führe sie zum wahren Heil!
    Laß ihr Herz in Unschuld schlagen,
    Bis es einst im Tode bricht.
    Sie sind dein, o Herr bewahre
    Sie vor deinem Angesicht!“

    In entsetzlichem Schmerz aber streckte in diesem Augenblick das Weib beide Arme zum Himmel auf und sagte: „O Herr Gott, laß sie lieber sterben als in dieses Haus kommen, in ihrer Mutter Namen bitt` ich drum!“

    Unschuld ist das köstlichste Gut

    Die Marie, um die es sich eben gehandelt hat, saß unterdessen drüben in der Schule und lauschte den Worten des Geistlichen, welcher die letzten Tage über in besonderen Stunden mit der Erstkommunikanten eigene Übungen zur Vorbereitung hielt. Das Lied war beendigt, und er hatte seinen Vortrag begonnen. Lautlos und andächtig horchten die Kinder ihm zu, die in wenigen Tagen das Glück haben sollten, zur ersten heiligen Kommunion zu gehen.

    „Unschuld ist das köstlichste Gut und die Quelle jeder Tugend und Freude“, sprach er herzlich und innig. „Bewahret die kindliche Unschuld, dann wird es euch an Liebe und Hoffnung und Heiterkeit niemals fehlen. Dem reinen Menschen lächelt das Glück immer, Gott ist mit ihm, und der Himmel ist sein Erbteil. – Die Reinheit ist das schönste und kostbarste Kleinod, welches den Menschen ziert. Diese Tugend hat Jesus Christus jeder andern vorgezogen, sie ist die Lilie im Garten der Kirche. Ihr kennt die Lilie mit ihren sechs schneeweißen Blättern im Kelch: so zeigt sich auf sechsfache Weise der reine, keusche Sinn des unschuldigen Kindes. Rein und keusch ist sein Auge: es erlaubt sich keinen gefährlichen und vorwitzigen Blick; rein und keusch ist sein Ohr: es wendet sich mit Abscheu von allen unziemenden und wüsten Reden; es flieht augenblicklich davor. Rein und keusch ist seine Zunge und sein Mund, welche durch die Kommunion geheiligt sind. Rein und keusch ist sein Gefühl und sind seine Hände; rein und sittsam ist sein Umgang; rein und keusch ist vor allem seine Seele, sein herz, indem es dasWort bewahrt: Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen. – O Kinder! Bleibt rein und brav und unschuldig und gelobt es, lieber zu sterben als an einer Unschamhaftigkeit teil zu nehmen.“ So ermahnte der Geistliche die Kinder. Und deren lautlos auf ihn gerichtetes Angesicht, ihre dunklen, tief ausdrucksvollen Augen bekundeten, daß der Same, den er ausgestreut, in gutes Erdreich gefallen war.

    Vor allem war es Marie, welche von seinen Worten bis ins Innerste durchdrungen war. Es war die lieblichste Gestalt in der freundlichen Kinderschar. Größer als die andern, körperlich blühend entwickelt, das weiße, zartrosig angehauchte Gesicht mit den tiefen blauen Augen von reichen, blonden Flechten umrahmt, glich sie fast einer Engelsgestalt, wie man sie zuweilen abgebildet sieht. Und doch war sie weitaus das bedauernswerteste von allen diesen Kindern.

    Warum Marie sich in Gefahr befindet
    Sie hatte weder Vater noch Mutter je in ihrem Leben gesehen. Eines Tages hatte man sie dem alten Weiblein, ihrer Pflegerin, übergeben; bei ihr war sie aufgewachsen, und deren unermüdlicher Sorgfalt war es zu verdanken, daß der leicht angelegte Sinn mit den zwei Hauptneigungen derartiger Kinder zu hochmütigem Eigensinn und zu sinnlicher Selbstsucht gänzlich unterdrückt worden, und Marie jetzt geistig und leiblich die vorzüglichste Schülerin war. Aber in wenigen Tagen sollte sie in des Kannenwirts Haus übersiedeln und der mütterlichen Pflegerin genommen werden. Was das für das Mädchen bedeutete, das wußte jeder, der das Städtchen kannte. Die „Kanne“ war eine Soldatenwirtschaft gewöhnlichsten Ranges, und der Wirt ein geistig und leiblich verkommener Mensch. Auf Anstiften seiner gleich gesinnten Frau, welche längst gesehen hatte, daß das blühende Mädchen, wenn es erst einige Jahre älter wäre, für die Soldaten und Unteroffiziere der Garnison eine Angel würde, welche die Wirtsstube mit Gästen und die Geldlade mit Silber füllen würde, hatte er den Gewaltstreich gemacht und erklärt, als Vormund das Mädchen zu sich nehmen zu wollen. An das Böse, welches das Kind sehen und hören musste, und an die Gefahr, die demselben drohte, dachte der gewinnsüchtige, rohe Wirt nicht; dafür hatte er das Gefühl längst verloren, ähnlich wie die meisten seiner Gäste.

    Die Religionsstunde war zu Ende; die Kinder sangen noch einen Vers des schönen Liedes zusammen, und wunderbar, fast wehmütig schön klang es herüber, wie sie für sich selber sangen:

    „… Daß kein Stachel, keine Reue
    Sie in letzter Stunde quält,
    Daß der Tod als Friedensbote
    Sie zu deinen Engeln zählt!
    Laß sie nicht verloren gehen,
    Gott und Vater! sie sind dein,
    Vater, laß uns eins auf Erden,
    Eins in deinem Himmel sein! …“

    Wenige Augenblicke später trat Marie in das Stübchen der Alten. Sie hatte keine Ahnung von dem furchtbaren Los, das sie getroffen hatte und das sie zu der rechtlosen Sklavin eines schlechten und unchristlichen Hauses bestimmte; und ihre Pflegerin hatte bei sich beschlossen, um keinen Preis dem Mädchen etwas von der Gefahr, die ihr drohte, zu sagen vor dem heiligen Kommuniontage. Sie sollte denselben in aller Freude ungestört begehen, am Tage darauf erste wollte sie ihr die schlimme Botschaft mitteilen. Unterdessen wollte sie aus aller Kraft beten, daß die Sache eine andere Wendung nehme.

    Schmeichelnd umarmte das Mädchen die Alte.
    „Darf ich nicht noch ein wenig zur Kirche gehen?“ bat sie liebkosend. „Ich möchte jetzt so gerne noch beten und morgen ist die Generalbeichte.“
    „Ja, Kind, geh und bete nur recht für dich.“

    Ein Gewitter im März und Marie muss helfen
    Der Nachmittag des folgenden Tages war gekommen. Die Erstkommunikanten hatten gebeichtet, morgen früh, am Weißen Sonntag, sollten sie dem Heiland im Gewand ihrer Unschuld entgegen geführt werden.
    Es war ein eigentümlich warmer Märztag, dieser Samstag. Die Sonne schien heiß, die Luft war so drückend schwül, fast wie in einem Gewächshaus. Drüben aber türmten sich Wolken zusammen, als sollte es im März schon ein Gewitter geben.
    Marie war heim gekommen.
    „O welche Freude, o wie leicht ist mir`s, fast als sollt` ich fliegen!“ rief sie aus.
    Die Wolken waren herauf gezogen, der Tag verdunkelte sich. Ein greller Blitz fuhr herab, ein schwerer Donnerschlag folgte rasch. Es war wirklich ein Gewitter im März.
    Die Türe öffnete sich, die Kannenwirtin trat rasch herein, einen großen Regenschirm in der Hand.
    „Marie, schnell lauf hinaus zum Oeschbühl, der Wirt ist hinaus gegangen und hat keinen Schirm! Lauf doch recht, der Wirt ist so stark und dick, er ist gewiß in Schweiß gekommen, und wenn er sich von dem Regen erkältet, dann kann`s schlimm gehen!“
    Einen Blick auf die Ahne, und Marie hatte schon den Schirm im Arm samt dem eigenen. Kaum war sie draußen, so kam der Gewitterregen stromweise herab. Wie ein Reh sprang das Mädchen auf der Straße dahin, dem Oeschbühl zu.
    Ein furchtbarer Blitz- und Donnerschlag durchzitterte die Luft, zahllose andere Blitze folgten nach, es fielen sogar Schloßen: ein schweres Gewitter so kurz nach Frühlings-Anfang!
    Marie zitterte nicht. Mit leuchtenden Augen schaute sie zum Himmel, während sie mit eiligen Füßen dahin rannte. Es war wohl eine halbe Stunde nach dem Oeschbühl hinaus. Der Schweiß perlte ihr über Schläfen und Wangen herab.
    Endlich war sie zur Stelle, der Wirt hatte sie schon gesehen; er war die Zeit über in niedrigem Gesträuch gestanden, um sich so gut als möglich vor dem Gewitter zu decken.
    „Gottlob, daß du kommst, gute Marie!“ rief er ihr schon von weitem zu, und ein Freudenstrahl verklärte sein Gesicht.
    „Du bist wohl hergesprungen, aber heimwärts geht`s langsamer, ich kann nicht so schnell gehen“, sagte er.
    Und so gingen sie langsam dahin. Der schwerfällige Wirt ging so langsam, daß Marie in dieser Zeit zweimal hätte hin- und herlaufen können. Das Gewitter begann nachzulassen, der Regen aber goß heftig herunter und die Luft, welche noch vor einer Viertelstunde schwül und warm gewesen war, hatte sich sehr abgekühlt. Es ward geradezu empfindlich kalt. Marie schauderte bei dem schneidenden Wind und zog ihr Tuch fester um sich.
    In diesem Augenblick riß ein Windstoß dem Wirt die warme Mütze weg feldein und dem Bach zu. Marie sah es und rannte in hurtigen Sätzen dem Flüchtling nach – umsonst: schon hatte der Sturm die Kopfbedeckung des Wirtes in das Wasser geweht.
    Der Wirt mit seinem dünn behaarten, entblößten Haupt jammerte: „Nun muss ich am Ende noch krank werden, der Wind pfeift mir entsetzlich kalt in den Nacken.“
    Marie aber wußte Rat. Behende nahm sie das warme Tuch, das ihren Hals und Oberleib geschützt hatte, und bot es dem Wirt an: er solle es sich um den Kopf binden, es sehe ihn ja niemand, und vor dem Dorf könne er es ja wieder abnehmen.
    „Du bist ein gescheites und gutes Kind“, sagte der Wirt erfreut, nahm das Tuch und legte es sich über den Kopf.
    Die Abkühlung ward immer ärger, schon begann der fallende Regen sich in Schneeflocken zu verwandeln.
    Marie war bleich geworden und zitterte; es fror sie im Innersten. Vorher hatte sie sich erhitzt; jetzt musste sie Schritt für Schritt, ohne Schutz, neben dem langsamen Begleiter im schneidend kalten Wind hergehen. Ein über das andere Mal schauderte sie zusammen.

    Das Mädchen wird krank
    Endlich, endlich, nach fast dreiviertel Stunden waren sie am Dorf angelangt, und Marie säumte nicht, so schnell als möglich heim zu kommen.
    Bleich und zitternd trat sie bei der Ahne ein, so daß diese heftig erschrak. „Nur rasch zu Bett“, sagte sie, „damit du dich wieder erwärmst“; dann machte sie Tee und gab dem Kinde zu trinken.
    Am andern Morgen, dem des Weißen Sonntags, schimmerte die Sonne golden hell ins Zimmer. Marie war schon aufgestanden. Das unaussprechliche Glück, das sie heute erwartete, die erste heilige Kommunion, hatte sie früh heraus getrieben; den ganzen Morgen hatte sie gebetet, und nur den einen Gedanken: die erste heilige Kommunion.

    „Kind, wie siehst du so bleich aus!“ sagte die Ahne sorglich, indem sie Marie ankleidete und schmückte.
    „O es ist mir so leicht und freudig zu Mute, als ging`s in den Himmel“, sagte Marie, und ihre Arme schlangen sich um den Hals der Frau.

    Man ging zur Kirche. Es fiel allen Leuten auf, daß das blühende und sonst so gesund aussehende Mädchen heute so blaß war und fast blaue Lippen hatte. Als aber Marie an der Kommunionbank kniete und der Priester nahte, um ihr den Leib des Herrn zu reichen, da sah er, wie plötzlich ihr blasses Gesicht sich rötete und mit heller, freudiger Glut übergoß. So ging sie auch wieder zurück in ihren Stuhl.
    Aber des Nachmittags kam sie schon nicht mehr in die Kirche. Ein furchtbares Fieber hatte sie ergriffen. Der Arzt machte eine bedenkliche Miene. Am folgenden Tage erklärte er der Ahne, er halte die arme Marie für verloren.

    Wie Gott Marie zu sich kommen läßt


    Die Ahne wendete ihr vor Schmerz tränenlosen Augen zum Himmel. „Mein Gott, wenn du sie so retten willst vor den Gefahren des Wirtshauses“, murmelte sie, „dein Wille geschehe!“
    Marie hatte meistens im Fieber phantasiert. Plötzlich wachte sie auf, schaute die Ahne an und fragte:
    „Ahne, muss ich sterben?“
    „Warum, Kind?“
    „Weil ich`s glaube“, war die Antwort. Das Kind richtete sich auf im Bett. „Sieh, liebe Ahne“, sagte sie, „ich hätte jetzt gar keine Angst vor dem Sterben. Wenn der Herr Pfarrer zu mir käme und sagte: heute noch musst du sterben, o ich würde antworten: gerne, ganz gerne, wenn es der liebe Gott will. Es ging mir so leicht, so leicht, ich fürchte mich gar nicht. Der leibe Heiland steht ja drüben in der Ewigkeit, in seine Hände kommt man ja gleich, wenn man gestorben ist: den fürchte ich nicht, nein, o ich würde mich freuen, wenn ich ihn bald sehen dürfte, und er müsste mich in seinen Himmel führen. O wie will ich ihn dann lieben immerdar!“
    „Nun wohlan, Kind, so höre: du musst sterben.“
    „Ist`s wahr?“ sagte sie, und ein blühendes Rot überzog wieder das Angesicht, wie in jenem Augenblick, da sie die erste heilige Kommunion empfangen hatte, „ist`s wirklich wahr?“
    „O Kind, freilich ist`s wahr“ – das Schluchzen erstickte die weiteren Worte der alten Frau.
    Marie faltete die Hände, dann sagte sie rasch: „O, dann geht gleich zum Herrn Pfarrer, daß er mich recht versehe!“
    „Ja, Kind, das soll geschehen.“
    Maria empfing die heilige Ölung und die Wegzehrung mit derjenigen Ruhe und furchtlosen Andacht, welche nur die Unschuld im Angesicht des Todes hat. Der ganze Ausdruck ihres lieblichen Angesichts bezeugte, daß sie keine Angst hatte vor dem Sterben, ja daß sie sich darauf freute.
    Bald phantasierte sie wieder und betete im Fieber laut. Unausgesetzt strömten Gebet aus dem Mund der Sterbenden; sie wußte es nicht.

    Die Ahne wachte bei dem Kind, bis ihr endlich die Augen zufielen. Da erwachte sie plötzlich mitten in der Nacht an einem Gesang. Sie schaute auf das Bett Mariens. Diese lag da, die Augen hatte sie geschlossen, das Angesicht lächelte in süßem Frieden, und leise sang sie die zweite Strophe des Liedes der Erstkommunikanten:

    „Nimm sie all` an deine Brust
    Laß sie ruhn an deinem Herzen,
    Liebster Jesu, sie sind dein!
    Gib den Segen, sprich zu Himmel:
    Vater, Vater, sie sind mein!“

    Das Weinen der armen, verlassenen Ahne weckte Marie auf.

    „Ahne!“
    „Was, mein Kind?“
    „Sag, daß sie das Lied singen sollen, wenn man mich begräbt!“
    „Ja, Kind, das soll geschehen.“
    „Und der Herr Pfarrer soll davon predigen; ich will`s vom Himmel herab anhören, was er sagt.“
    Marie legte sich auf die Seite.
    Nach einiger Zeit erwachte die halb schlummernde Ahne wieder an einem Ausruf.
    Marie hatte sich halb aufgerichtet und blickte mit einem Angesicht, auf dem bereits der Widerschein des Glanzes der ewigen Seligkeit strahlte, aufwärts. Die Arme hatte sie ausgestreckt; ihr Angesicht war wieder von mattem Rot übergossen.

    „O Ahne, wie schön, wie schön!“ rief sie mit brechender Stimme.

    Ihre Arme fielen herab, das Haupt sank zurück und legte sich zur Seite – das Kind war tot.
    Zwei Tage darauf trug man sie zu Grabe. Die Sonne schien herrlich herab vom Himmel, die Lerchen jubelten, die Finken schlugen und die Veilchen dufteten, und in mehr als einem harten Herzen ist die Eisrinde geschmolzen, wie die sechs weiß gekleideten Schülerinnen den Sarg mit Mariens Leiche, den sie auf ihren Schultern getragen hatten, auf dem schmalen Brett nieder setzten, von wo er in das Grab gelassen wurde, und wie mehr denn hundert Kinderstimmen sangen:

    „Laßt die Kinder zu mir kommen,
    Ihrer ist das Himmelreich;
    Wer den Himmel will erwerben,
    Werde diesen Kleinen gleich!“

    aus: Konrad Kümmel, An Gottes Hand, Viertes Bändchen: Osterbilder, 1912, S. 215 – S. 224

    https://katholischglauben.info/lasst-die...-zu-mir-kommen/


    Liebe Grüße

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Man sieht den heiligen Papst Leo in der Kirche sitzend, vor ihm knien ein . Bischof sowie weitere Geistliche, rechts von ihm stehen zwei junge Männer, der eine hält den Kreuzstab, der andere die Papstkrone, links bis in den Hintergrund viel Volk

    Der heilige Papst Leo IX. ein deutscher Papst

    1 Der heilige Papst Leo IX. ein deutscher Papst
    1.1 Die Wahl des Papstes in Rom
    1.2 Sein Auftreten gegen Simonie
    1.3 Sein Kampf gegen die Normannen
    1.4 Sein Sterben
    1.5 Papst Leo war ein wahrhaft heiliger Papst

    Als nach dem Tode des Papstes Damasus II. wieder eine römische Gesandtschaft vor Kaiser Heinrich erschien und ihn um einen neuen Papst anging, kam er in einige Verlegenheit, da kein deutscher Bischof unter dem Eindruck des schnellen Todes der beiden letzten Päpste den Stuhl des hl. Petrus besteigen wollte. Endlich fiel die Wahl durch die Stimme des Kaisers, der römischen Gesandten und der Großen des Reiches auf Bruno, Bischof von Toul. Erst nach einer Bedenkzeit von drei Tagen ließ sich Bruno bestimmen, die Würde anzunehmen und nur unter der Bedingung, daß Klerus und Volk von Rom seine Wahl billigten. Bruno war der Sohn des frommen Grafen Hugo von Nordgan, Egisheim und Dagsburg im Elsaß. Er war einer der edelsten Päpste und gereicht wie der Kirche so dem deutschen Volk zu unvergänglichem Ruhm. Als Bischof von Toul arbeitete er unablässig und mit dem glücklichsten Erfolg, Klerus und Volk zu heben.

    Die Wahl des Papstes in Rom
    Seine äußerst schöne und gewinnende Gestalt war der Abglanz seiner Seele. Kindlich fromm und von fleckenloser Reinheit verband er mit unbeugsamer Willensstärke kluge Besonnenheit, mit brennendem, unermüdlichen Eifer unvergleichliche Milde und Demut. „Der gute Bruno“, wie er als Jüngling am Hofe des Kaisers Konrad hieß, blieb er als Bischof und Papst. Auf dem Wege nach Rom begleitete ihn unter andern der bereits bekannte Hildebrand, der ihm nahe legte, die päpstlichen Ehrenzeichen abzulegen.

    In Pilgerkleidern erschien nun Bruno in der Hauptstadt der Christenheit, Klerus und Volk zogen ihm in festlichen Kleidern, Hymnen singend, entgegen. Er aber betrat barfuß die Stadt, zog zur Peterskirche, wo er erklärte, nur dann den päpstlichen Stuhl besteigen zu wollen, wenn er nach kanonischem Herkommen von Klerus und Volk gewählt werde; werden sie ihn nicht wählen, so sei er gerne bereit, wieder in sein Vaterland zurück zu kehren. Als Klerus und Volk dieses hörten, erklärten sich alle einstimmig für die Wahl Brunos zum Papst, der den Namen Leo IX. annahm und sich am 12. Februar 1049 inthronisieren ließ. Von Anfang seiner Regierung an war Leo bemüht, die kirchlichen Missbräuche zu beseitigen, die Unabhängigkeit der Kirche, das dem Heiligen Stuhl gebührende Ansehen wieder herzustellen und einen würdigen Klerus heran zu bilden. Um dies zu erreichen, umgab er sich mit sittenreinen, frommen und geschäftskundigen Männern und hielt während seiner kurzen Regierung nicht weniger als 11 Synoden ab.

    Sein Auftreten gegen Simonie
    Sein energisches Auftreten wider die Simonie und die Unenthaltsamkeit des Klerus wurde durch auffallende Zeichen unterstützt. Als Bischof Kilian von Sutri sich durch einen Eid von der Anklage der Simonie reinigen wollte, wurde er plötzlich vom Schlag gerührt und starb wenige Tage darauf. Auf der Synode von Reims verlor der Erzbischof von Besançon plötzlich die Sprache, als er einen schuldigen Bischof verteidigen wollte. Er gestand am andern Tag seine Schuld.

    Als auf der Synode von Mainz sich der Bischof Sibico von Speyer durch den Genuss des Abendmahles von der wider ihn erhobenen Anklage reinigen wollte, wurde, als er den heiligen Leib genoß, seine Kinnlade gelähmt und blieb fortan bis zu seinem Tode gelähmt.

    Während Leo durch seine ununterbrochene Tätigkeit Zucht und Ordnung im Abendland herstellte, beschwor der Patriarch Michael Cärularius von Konstantinopel neue Schwierigkeiten herauf. Da in der abendländischen Kirche teilweise von der morgenländischen verschiedene Gebräuche von untergeordneter Bedeutung herrschten, wurden diese von Michael Cärularius gleichsam als Verbrechen hingestellt. Der Papst wies in einer Gegenschrift nach, wie unbegründet die erhobenen Vorwürfe seien. Es wurde jedoch damit nichts erzielt. Der Streit wurde von Seiten der Griechen nur noch bitterer geführt und vollendet endlich den schon längst drohenden Bruch mit der katholischen Kirche. Endgültig wurde dieser Bruch ausgeführt, als im Jahre 1054 von Michael Cärularius die päpstlichen Legaten in Konstantinopel, welche den verstockten Griechen zur Besinnung bringen wollten, schimpflich abgewiesen wurden. Diese traurige Kirchentrennung besteht bis auf den heutigen Tag fort zum Verderben des Orients.

    Kein Papst hat zur Hebung der kirchlichen Ordnung und zur Einigung der Fürsten so viele Reisen unternommen als Leo IX. Deshalb wird er der Wanderpapst genannt. Wie er in Oberitalien, Frankreich, Deutschland, wohin er drei Reisen unternommen, und Ungarn persönlich eingriff, so begab er sich auch nach Unteritalien. Daselbst hatten die Normannen weite Gebiete erobert und dehnten ihre Herrschaft wie ihre Raubzüge immer weiter aus.

    Sein Kampf gegen die Normannen
    Nichts war vor ihnen sicher, nichts ihnen heilig, sie beraubten den Bürger und Landmann wie die Kirchen und Klöster. Leo hatte diese Barbaren vergeblich um Schonung für die Bedrängten gebeten. Da entschloss er sich, an der Spitze einer Kriegerschar gegen sie zu ziehen, um Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Es kam bei Civitella 1053 zur Schlacht. Die Italiener rissen aus beim ersten Ansturm der Normannen wie Vögel, wenn der Sperber naht. Die Deutschen aber, 700 an der Zahl, hielten stand gegen die Übermacht und fielen nach schwerer Blutarbeit bis auf den letzten Mann.

    Leo selbst wurde in Civitella eingeschlossen. Er begab sich unter sie und eroberte die Herzen dieser wilden Krieger. Sie zeigten Reue, gelobten dem Papst Gehorsam und wurden von Leo mit den bereits eroberten Ländern, sowie mit allem, was sie in Zukunft den Sarazenen in Kalabrien und Sizilien noch entreißen sollten, belehnt. „So gab eine Niederlage“, sagt der protestantische Geschichtsschreiber Sismodi, „dem apostolischen Stuhl, was er durch einen Sieg niemals erreicht hätte und die anscheinende Schwäche eines frommen und aller weltlichen Politik fern stehenden Papstes, bewirkte eine Eroberung, welche die kühnsten Vorgänger Leos IX. nie zu versuchen gewagt haben würden.“

    Schmerzlich beweinte er seine getreuen tapferen Landsleute und brachte für ihre Seelenruhe unaufhörlich Gebete und Opfer dar. Bis zum März des Jahres 1054 weilte Leo in Benevent, kehrte dann, bereits den Todeskeim in sich tragend, nach Rom zurück.

    Sein Sterben
    Am 19. April ließ er sich auf seinem Lager in die Peterskirche bringen und begab sich dann, von zwei Dienern unterstützt, zum Altar des hl. Petrus. Dort verharrte er, auf dem Boden hingeworfen, eine Stunde lang im Gebet, ließ hierauf von einem Bischof die heilige Messe lesen, während welcher er vor den versammelten Bischöfen seine letzte Beichte ablegte. Nach Empfang der heiligen Kommunion und der heiligen Ölung legte er sich wie zum Schlafe nieder. Als nach einer halben Stunde einer der Bischöfe seine Hand berührte, war seine Seele bereits entflohen. Unmittelbar nach Leos Tod wurde sein Grab durch viele Wunder verherrlicht und das versammelte Volk brach erschüttert in die Worte aus: „Heiliger Leo, verschone uns! Heiliger Leo, vergib uns! Wir haben viel gesündigt, erbarme dich unser!“ Sein Leib wurde in der Peterskirche neben dem Altar des Papstes Gregor des Großen begraben.

    Papst Leo war ein wahrhaft heiliger Papst

    Leo war ein wahrhaft heiliger Papst. Makellos war sein Leben, einzig nur dem Dienst Gottes und der Kirche geweiht. Täglich las er die heilige Messe, täglich betete er die Psalmen und manche andere Gebete. Er schlief nur wenige Stunden und gewöhnlich nur auf einem über die Erde gebreiteten Teppich, einen Stein als Kissen unter dem Haupt. Unter seinen Kleidern trug er beständig ein Cilicium, ein härenes Bußhemd. Sein Haus war die Zufluchtsstätte für alle Armen und Hilfsbedürftigen. Als er einmal des Nachts betend und betrachtend durch seinen Palast wandelte, sah er plötzlich in einem Winkel einen Aussätzigen liegen, der ganz mit Geschwüren bedeckt und in schmutzige Lumpen gehüllt war. Der Unglückliche versuchte sich zu erheben, vermochte es aber nicht und konnte kaum einige Hilfe flehende Worte hervor bringen. Der Papst kniete gerührt neben dem Kranken nieder, sprach ihm mit sanften Worten Trost zu, und da alles im Palast bereist in tiefem Schlummer lag, nahm er ihn auf seine Schultern und trug ihn zu dem prächtigen Bett, das er aus Abtötung bisher selbst noch nicht benutzt hatte. Hier legte er den Aussätzigen nieder und entfernte sich, um sein Gebet zu vollenden. Bevor er sich zum Schlaf auf den Boden niederstreckte, wollte er dem Kranken noch einen Besuch abstatten, vermochte ihn aber nicht mehr zu finden. Auch der in der Nähe schlafende Diener konnte dem Papst auf Befragen keine Auskunft geben. Der Papst verbot hierauf dem Diener aufs strengste, vor seinem Tode jemandem etwas von diesem merkwürdigen Ereignis zu erzählen. – Kein Wunder, daß die Zeitgenossen von Liebe und Bewunderung für diese Johannes-Seele erfüllt, ihn gleich nach seinem Tode als Heiligen verehrten. (s. Rohrbacher, Bd. 14, eingehende Schilderung des Lebens und Wirkens dieses Heiligen) –

    aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, II. Band, 1907, S. 333 – S. 336

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