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( Neue Liturgieordnung;) 1. Januar: Hochfest der Gottes-Mutter Maria.

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  • Vom Reich GottesDatum26.12.2025 08:21
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes







    Von der glänzenden Heiligkeit

    des heiligen Erzmärtyrers Stephanus



    Wie glänzest hehr du in des Himmels Sitze,

    O Stephanus, der glorreich du gestritten

    An jener unbesiegten Streiter Spitze,

    Die einst für Christi Reich die Marter litten.

    Stark bist du durch die Pein hindurch gedrungen,

    Und hast zum offnen Himmel dich erschwungen.



    1. Gleich ihrem göttlichen Stifter wurde seine heilige Kirche schon in ihrem ersten Entstehen zu einem Zeichen des Widerspruchs aufgestellt. Die ergrimmte Synagoge wütete gegen sie, und gierte, sie im Keim zu ersticken. Aber die allmächtige Kraft Christi siegte glorreich in seinen Bekennern. Vom Feuer des lebendigsten Glaubens durchdrungen, und durch die ihm innenwohnende Gnade des Heiligen Geistes gleich einem Engel Gottes leuchtend, beschämte Stephanus durch die Kraft seiner siegreichen Rede den ganzen Hohen Rat der gottesmörderischen Juden, ohne vor dem gewissen Tod zu erschrecken. Wie verteidigst du den Glauben Jesu Christi gegen seine Feinde? Zitterst du aber vor ihrem Unwillen: was würde erst geschehen, wenn du vor Tyrannen stündest?



    2. Großmütig besiegelte der von heiligem Eifer glühende Bekenner durch seinen Tod die heilige Lehre. Niemand vor ihm hatte die Marter erlitten. Er hatte kein Beispiel vor sich, das ihn ermutigte. Vielmehr ermutigte er selbst durch die Kraft und das Licht seiner Liebe die Jünger Jesu, nach seinem Beispiel ihr Blut für ihn zu vergießen. Er wusste, wem er geglaubt hatte, "er sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen", und sehnte sich in seliger Freude durch die Pforte der Marter in diese Herrlichkeit einzugehen. O wären wir von diesem Glauben, von dieser Liebe durchdrungen: wie leicht, wie lieblich würden alle Trübsale uns werden.



    3. Wunderbar auch leuchtete die Feindesliebe in diesem glorreichen Erzmärtyrer. Weit schmerzlicher, als sein Tod, fiel ihm der verbrecherische Unglaube seiner grausamen Feinde. Mitten unter einem Hagel von Steinen, womit sie ihn zu Tode warfen, betete er für sie zum Herrn, und die Bekehrung des Saulus war eine Frucht seines Gebetes. Wie schwer verdammt diese hochsinnige Liebe die kleinliche Feigheit unseres Herzens, die wir uns so große Gewalt antun müssen, eine geringe Beleidigung zu verzeihen. O Herr Jesus, nimm diesen so lieblosen, so unversöhnlichen Sinn von uns, und gib uns den Geist, der deine Heiligen beseelte. Matthäus 5,44b-45a: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum26.12.2025 08:16
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 26. Dezember



    Allerkeuscheste Jungfrau Maria, wie viele Seelen sind um dieser Sünde willen in der Hölle. Bewirke, o meine Königin, dass ich in der Versuchung immer zu dir meine Zuflucht nehme, und dich anrufe und bitte: Maria, Maria, steh mir bei! Amen.

    Meine liebste Mutter Maria, du hattest Recht, da du sagtest, dass alle deine Freude in Gott sei: Mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland; denn hier auf Erden wünschtest und liebtest du kein anderes Gut als Gott. Ziehe mich zu dir, o meine Königin, mache, dass ich der Welt absterbe. Ziehe mich zu dir, damit ich nur den liebe, der allein geliebt zu werden verdient. Amen.

    Meine geliebte Königin und Mutter meines Gottes, bitte Jesus für uns und erlange uns um deines Gehorsams willen die Gnade, dass wir den Willen Gottes und die Vorschriften der geistlichen Führer genau befolgen. Amen.



    Zu Gott



    Wir bitten Dich, o Gott, gib uns, dass wir den, den wir verehren, auch nachahmen, damit wir unsere Feinde lieben lernen, wie sie der heilige Stephan geliebt, und für sie zu Deinem Sohn gebetet hat, der mit Dir lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Der heutige Tag wurde bei den Griechen, Syriern und anderen christlichen Völkern zur Ehre der seligsten Jungfrau, teils der Versammlungen wegen, die die Griechen zu ihrer Ehre halten, teils des dankbaren Andenkens ihrer freudenreichen Niederkunft wegen, hochfeierlich seit alten Zeiten gefeiert.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Heute und an den folgenden Tagen stellen sich die verschiedenen Gruppen der Heiligen in je einem bevorzugten Vertreter huldigend bei der Krippe ein. Dass unter diesen Gruppen die Martyrer den ehrenvollen Vortritt haben, ist nicht mehr als recht, denn sie gaben das Letzte für Christus hin, Leib und Leben. Ihr Fahnenträger ist, wiederum sehr einleuchtend, der erste Blutzeuge überhaupt, der heilige Erzmartyrer Stephanus.



    Manche Leute stellen sich unter den Martyrern sanfte Lämmer vor, die sich mit Lammsgeduld abschlachten lassen. Nein, mit einer solchen Ansicht tut man den Blutzeugen Unrecht, denn gerade sie ragen durch hohen Mut über andere empor, wie mächtige Eichen über dem Gestrüpp des Kleinholzes. Gleich der erste aller Blutzeugen war solch eine Eiche.



    Es ist anzunehmen, dass Stephanus zu jenen gehörte, die sich am Pfingstfest zu Christus bekehrten. Die Heilige Schrift berichtet dann von ihm, dass er einer von den sieben Diakonen war, welche die Apostel geweiht hatten, damit sie den christlichen Liebesdienst an den Armen und Kranken, an Witwen und Waisen ausüben sollten.



    Das tat Stephanus, aber er tat noch mehr. Alle Tage machte er sich an andere heran und versuchte jedermann zu Christus zu bekehren. Warm und überzeugend sprach er auf die Leute ein, und seine Worte wurden von Gott durch Wunder gesegnet. So konnte es nicht ausbleiben, dass sich die Zahl der Anhänger Jesu in Jerusalem andauernd vermehrte. Von allen, welche in jenen Tagen die frohe Botschaft verkündeten, war Stephanus wohl der erfolgreichste. Freimütig und ohne Furcht wagte er sich offen sogar an ausgesprochene Gegner heran und machte sie aus Feinden zu Freunden Christi.



    Die Hohenpriester und Schriftgelehrten, die eben erst vor drei Monaten den Heiland gekreuzigt hatten und deswegen glaubten, ruhig sein zu dürfen, sahen sich aufs neue beunruhigt, und um die drohende Gefahr im Keim zu ersticken, beschlossen sie einhellig, schnell und gründlich gegen Stephanus nach dem gleiche Rezept vorzugehen, wie es sich beim Heiland bewährt hatte: Volksaufwiegelung, falsche Anklagen, bestochene Zeugen, parteiische Richter, vorgefasstes Todesurteil mit sofortiger Vollstreckung.



    So hatte man es beim Heiland gemacht. Warum also nicht auch bei Stephanus? Wieder klappte alles vorzüglich wie am Schnürchen. Nur mit dem Freimut des Angeklagten hatten die Ankläger nicht gerechnet, denn während der Gerichtsverhandlung erhob sich Stephanus und redete kühn und mutig. Nicht, dass er sich verteidigte. Was lag ihm am Leben? Helden von seiner Art haben das Leben noch stets als das Geringere angesehen. Ihnen kommt es zuallererst auf das Recht an.



    So war es bei Stephanus. Den gewaltsamen Tod sicher vor Augen, hielt der christliche Held mit erhebendem Freimut den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ihr Unrecht vor. Unbelehrbarkeit, Halsstarrigkeit, Gesetzesheuchelei, Prophetenmord, Verrat, so sauste es wie ein Hagel über die geduckten Häupter nieder. Hellauf brannte der Gerichtssaal in den Pfingstgluten des Heiligen Geistes.



    Dann kam es, wie es kommen musste. Alle erhoben ein wüstes Geschrei, stürzten sich auf Stephanus, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Doch derjenige, der den Mut hatte, offen nach seiner Überzeugung zu reden, besaß auch den noch weit höheren Mut, starkmütig für den Glauben zu sterben.



    Freimut zierte den heiligen Stephanus mit echter Männlichkeit, Starkmut gab ihm das Gepräge einer glänzenden Treue zum Heiland, und eine herrliche Großmut krönte ihn schließlich zum Heiligen, denn nach dem Vorbild Christi betete er sterbend für seine Feinde: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Wo das letzte Wort eines Sterbenden ein Segen und ein Gebet ist für diejenigen, die ihn töten, da stirbt ein großer Christ und ein Heiliger. Sankt Stephanus war ein Heiliger, und wohl ist er der Ehre wert, dass er, der Erzmartyrer, als Fahnenträger aller Martyrer gleich neben der Krippe zu Betlehem gefeiert wird.



    Solch ein freimütiger, starkmütiger und großmütiger Held, wie der heilige Stephanus es war, muss jeder Christ sein. Jedenfalls ist es mit einer schönen Krippe und einigen stimmungsvollen Weihnachtsliedern nicht getan. Erst durch die Bewährung in der Gefahr und durch die Treue bis in den Tod wird man ein Vollchrist.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • StephanusDatum26.12.2025 08:11
    Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Stephanus, der Gottesheld,

    Ward vom Herren auserwählt,

    Dass er zu großer Ehre

    Der erste Martyrer wäre.

    Dieweil nach Christi Himmelfahrt

    So groß die Zahl der Christen ward,

    Dass die Apostel ganz allein

    Dem Predigtamt sich mussten weihn,

    Ward er mit sechs anderen noch

    Zum Diakon erwählt. Das Joch

    Nahm er auf sich, in allen Wegen

    Der armen Christen so zu pflegen,

    Dass ihnen keine Notdurft fehle

    Und dass sie keine Armut quäle.

    Er war den Heidenchristen gleich

    Wie Judenchristen liebereich.



    Doch grad aus diesem Grund beluden

    Mit ihrem größten Hass die Juden

    Den treuen Pfleger der Gemeine.

    Durch falsche Zeugen ward der Reine

    Beschuldigt dass er wider Gott

    Und wider des Moses Gebot

    Geredet, dass er unglaublichen Spott

    Mit ihre Gesetze und mit Gott

    Verübt, dass er von Christus gehört,

    Die Stadt und der Tempel würden zerstört

    Und alles ausgetrieben;

    So hätten auch die Propheten geschrieben.



    Stephanus aber mit Wort und Tat

    Verteidigte sich vor dem hohen Rat,

    So wie der heilige Geist ihn lehrte.

    Der Gute, Treubewährte

    Begann die Rede fördersam

    Vom Patriarchen Abraham,

    Ging dann über zu Moses, dem guten,

    Und den Propheten, den hochgemuten,

    Und zeigte ihnen, wie alle Zeit

    Ihre Väter lagen mit Gott im Streit,

    Wie sie waren des Herzens unbeschnitten

    Und von hartnäckig bösen Sitten,

    Wie sie widerstanden dem heiligen Geiste,

    Wie sie verschmähten, was er ihnen weiste,

    Wie sie Weissager und Propheten

    Martern ließen und auch töten;

    Darum es wohl kein Wunder war,

    Wenn sie zum Schlusse offenbar

    Auch den Messias zum Tode brachten,

    Ihn, dessen alle Propheten gedachten.



    Als er die Reden ihnen vorwarf,

    Da ward ihr Unmut also scharf,

    Dass sie sich nicht wollten schämen,

    Sondern begannen zu griesgrämen

    Gleich bösen Hunden im Gemüte

    Auf Stephanus, der voll der Güte

    Wie ein Lämmlein vor ihnen stand

    Und ganz entzückt zur rechten Hand

    Des Vaters Jesus im Himmel sah.

    Aus der Stadt stießen sie ihn da,

    Ihn zu töten mit Steinen.

    Die falschen Zeugen, die unreinen,

    Sollten nach Gewohnheit

    Ihm erbieten das erste Leid.

    So taten sie ihre Kleider ab.

    Der junge Saulus aber gab

    Der Kleider acht und nahm sie in Hut,

    Hievon er an des Heiligen Blut

    Wahrlich auch sehr mitschuldig ward,

    Weil er jenen auf solche Art

    Eine gute Förderung war.

    Doch das bereute er offenbar

    Später, da ein heiliger Paul

    Ward aus dem feindgesinnten Saul.



    So warfen sie mit Steinen

    Den Gotteshelden. Den reinen.

    Der litt mit Geduld das Ungemach;

    Zu Gott rief er und sprach:

    "Empfang, Herr, meinen Geist allhie!"

    Damit fiel er auf die Knie.

    Ihn entbrannte der Minne Schwall,

    Trotz der häufigen Steine Fall

    Und des Volkes Tobsucht.

    Seine hohe tugendliche Zucht

    Zwang ihn zu Seufzern tief.

    Unseren Herren er anrief

    Gar gütlich mit dem Wort allein:

    "O viel lieber Herre mein,

    Sieh an die blinden Leute

    Und vergib ihnen heute,

    Was sie mir Leides hier getan,

    Weil sie sich Besseres nicht versah`n!"



    Also der Held sein Blut vergoss.

    Die Juden, aller Ehren bloß

    Und ohne züchtigliche Scham,

    Ließen da den Leichnam

    Liegen, den Hunden wegzuzerren.

    Nun waren da zwei edle Herren,

    Auch Fürsten in Israel:

    Nikodemus und Gamaliel,

    Also waren sie genannt.

    Ihre Herzen waren gänzlich entbrannt

    Von Jesu Christi guter Lehr`,

    Doch verbargen sie das sehr

    Aus Angst in diesen Jahren;

    Aber beide waren

    Im Rat der Juden allezeit

    Den Christen zur Hilfe gern bereit.

    Die waren es, die nun hinkamen,

    Den Leichnam aufnahmen

    Und ihn begruben auf dem Feld,

    Das sich Gamaliel hatte bestellt.



    Nach des guten Stephanus Tod

    Erhub sich Angst und Not

    Allda den Christenleuten.

    Man begann sie auszubeuten,

    Sie zu schlagen und zu jagen.

    So herbe ward es in den Tagen

    Nach Sankt Stephanus` Fall,

    Dass die Christen überall

    Aus Jerusalem entwichen

    Und heimlich sich verstrichen.

    Nur die zwölf Apostel gut,

    Sie hatten also kühnen Mut,

    Was man ihnen Schande erbot,

    Dass sie bestanden in der Not.

    Ihrer ward auch mancher erschlagen,

    Wie die weiteren Mären sagen.



    Stephanus` Leichnam ward gefunden

    Erst wiederum in späteren Stunden,

    Vierhundertundfünfzehn Jahr

    Nach Christi Geburt fürwahr.

    Einem Priester, Lucianus genannt,

    Ward die Stätte im Traum bekannt.

    Ihm erschien ein alter Mann

    Im Schlafe, der also begann:

    "Ich bin es, der in alten Tagen

    Des Gesetzes Meisterschaft getragen;

    Paulus, der große Bote,

    War unter meinem Gebote,

    Dieweil ich sein Schulmeister war.

    Ich bin Gamaliel. Offenbar

    Mach` ich dir dies: an sichrem Ort

    Findest du vier Särge dort,

    Die sollst du mit Ehren aufheben

    Und davon Kunde geben

    Dem Bischof von Jerusalem,

    Johannes. Merke noch zu dem:

    Im ersten Sarg ist Stephanus` Gebein,

    Der zweite Sarg ist aber mein,

    Der dritte des Nikodemus dann,

    Der mit mir die Taufe gewann

    Von Petrus und Johannes.

    Die Leiche dieses frommen Mannes

    Ließ ich zu Stephanus begraben.

    Im vierten Sarge aber haben

    Sie Abibas, meinen lieben Sohn,

    Bestattet, der der Keuschheit Lohn

    Mit zwanzig Jahren von Gott empfing."

    Der Priester Lucianus ging

    Erst dann zu jener Stätte hin,

    Als ihm der Traum dreimal erschien.



    Sankt Stephans Leichnam ward gebracht

    Auf Sion mit großer Andacht,

    Drauf nach Konstantinopel der Stadt

    Und endlich, als Theodosius bat,

    Den Kaiser, kam er hin nach Rom

    In Sankt Laurentius` schönen Dom.

    Dort liegen die beiden Diakone

    Und tragen aller Ehren Krone.



    So folgen wir dem Bilde,

    Das uns der Holde, der Milde

    In Nöten hat vorgetragen,

    So dass wir unsre Feinde jagen

    Nicht mit des Herzens Hasse,

    Sondern, dass man sie fasse

    Mit Gebet auf der Minne Spur.

    Mit Liebe und Gebete nur

    Jagen wir sie dem Teufel ab.

    In solcher Liebesfehde gab

    Doch stets die Flucht der Böse,

    Von dem uns Gott erlöse!



    Aus: "Goldene Legende der Heiligen

    von Joachim und Anna bis auf Constantin den Großen"

    neu erzählt, geordnet und gedichtet von

    Richard von Kralik, 1902)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum25.12.2025 17:26
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes






    In der heiligen Christnacht



    Zerknirscht in Andacht und in tiefer Wehmut

    Betrachte ich dich, Herr, in diesem Stalle.

    Wohin, mein Heiland, führt dich deine Demut,

    Uns aufzurichten von des Stolzes Falle.

    In welche Not hat Liebe dich getrieben.

    Mein Geist vergeht. - Ein Gott nur kann so lieben.



    1. Komm, nahen wir uns mit Andacht der heiligen Krippe, betrachten wir dies göttliche Kind, das für uns geboren wurde. O wunderbares Knäblein, das du die Seligkeit Gottes und unser Elend in dir vereinst, damit deine gnadenreiche Geburt die Flecken unseres Ursprungs reinige, deine Seligkeit unser Elend löse, dein Tod unseren Tod verschlinge: ich bete dich aus allen Tiefen meines Herzens mit Maria und Joseph, mit allen heiligen Engeln, mit den frommen Hirten und mit allen deinen Auserwählten von Anbeginn bis ans Ende der Zeiten an, und preise mit ihnen den ewigen Vater, dessen unendliche Barmherzigkeit heute dich uns zum Bruder gegeben hat.



    2. O heilige und wunderbare Kindheit meines Herrn, wie unendlich stärker und weiser ist deine Schwäche und Unmündigkeit, als alle Stärke und Klugheit der Menschen. Ob auch in der demütigen Krippe liegend, wirkst du in Gottes Kraft und Weisheit. Deine Schwäche besiegt der Fürsten dieser Welt, sie bindet diesen stark Bewaffneten, sie löst und befreit unsere Gefangenschaft. Deine heilige Armut bereichert uns mit allen Gütern des Himmels. Deine Geburt in der menschlichen Natur bringt die wahre Unschuld uns zurück, durch die jedes Alter in eine selige Kindheit zurückzukehren, und dir, nicht zwar an Kleinheit der Glieder, sondern an Demut des Sinnes und Unschuld der Sitten, ähnlich zu werden vermag.



    3. O göttliches Geheimnis, heilig und schrecklich ist dein Name, ein Quell ewiger Erbarmungen und ein Abgrund der Gerichte. Du bist die Erlösung der Gläubigen, das Gericht der Gottlosen, der Sturz der Stolzen. In demütiger Liebe zitternd bete ich dich an, und komme mit Vertrauen zum Thron deiner Gnade. Denn nicht Schrecken kamst du einzuflößen, du kamst, Liebe zu erwecken. Du kamst, den Frieden mir zu bringen, und mich, dein verlorenes Schaf, zu suchen und zu deiner himmlischen Herde zu führen. Sei ewig gebenedeit, mein Heiland. Dir will ich leben, dir sterben, dir ewig angehören. "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." (Johannes 1,14a)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Diese Heilige war die Tochter einer vornehmen römischen Familie, verließ aber ihr elterliches Haus und alle Ansprüche an die Welt, um in einem Kloster Gott zu dienen. Hier bekam sie von einer heiligen Lehrerin, namens Sophia, alle Unterweisung und Anleitung zu einem gottgefälligen, vollkommenen Leben. Es scheint aber, dass die Angehörigen der heiligen Anastasia noch Heiden waren, denn nachdem sie sie vergebens aufgefordert hatten, wieder in die Stadt zurückzukehren, klagten sie Anastasia bei dem Statthalter Probus an, sie bete einen gewissen Christus als Gott an, sie verachte die Ehe, führe eine besondere Lebensweise und verleite auch andere Mädchen dazu.



    Die abgeschickten Gerichtsdiener brachen mit viel Lärm die Tür des Hauses auf, wo die christlichen Jungfrauen beisammen wohnten und fragten nach Anastasia. Die Vorsteherin Sophia ahnte sogleich, was dies zu bedeuten habe und bat die Soldaten, ein wenig zu warten. Dann eilte sie mit Tränen zu Anastasia und sprach ungefähr so: „Liebste Tochter, seit du als Mädchen zu mir gekommen bist, habe ich nichts unterlassen, dich zur Gottseligkeit anzuleiten. Jetzt bist du darin mündig geworden, gehe nun dem Herrn fröhlich entgegen. Ich verlobe dich dem Herrn; siehe, die Brautführer sind schon da. Gehe auf dem schmalen Weg des Martyriums zur seligen Ruhe. Denn es ist billig, liebe Tochter, nicht nur für Christus zu leiden, sondern, wenn es sein muss, hundertmal zu sterben. Wenn er als Herr für uns gestorben ist, warum sollen wir als Diener nicht von Herzen gern auch für ihn sterben? Aber für Christus sterben ist eigentlich kein Tod, sondern ist Fröhlichkeit, Freude, Lust, Ruhm, Schönheit und viel süßeres Leben als das irdische. Denn dort ist alles verderbensfrei, fest und beständig, ewig und unaufhörlich. Siehe, meine Tochter, nicht auf die Grausamkeit der Marter, denn dein Heiland Christus wird selbst da sein, die Schmerzen erleichtern und dir beistehen. Und wenn du auch dabei Qualen fühlst, damit dein Glaube und deine Geduld erprobt werden, so wird er am Ende doch die Schmerzen erleichtern und dafür wird dir aufgehen Trost, Licht, Leben und Herrlichkeit.“ – Darauf antwortete die Jungfrau, sie wolle mit der Gnade Gottes den Martern entgegengehen und bitte nur ihre geistliche Mutter recht sehr, ihr die Gnade der Standhaftigkeit vom Herrn zu erflehen.



    Während beide sich noch unterredeten, stürzten die Soldaten ins Zimmer, rissen die heilige Anastasia wie ein Lamm von der Mutter, legten ihr ein Halseisen an und führten sie zum Statthalter. Hier nun stellte sie sich im Geist vor ihren geliebten Heiland und schaute seine unbeschreibliche Herrlichkeit an. Alle Umstehenden betrachteten mit Erstaunen die Schönheit und würdevolle Haltung der Jungfrau. Probus redete sie an und sprach: „Wie ist dein Name?“ - Sie antwortete: „Anastasia (Auferstehung), denn Gott machte mich aufstehen, damit ich dich und deinen Vater zuschanden mache.“ – Da Probus gleich im Anfang die Jungfrau so entschlossen und scharf antworten hörte, wollte er ihr mit Schmeichelei beikommen und ihre Härte erweichen, denn er ahnte nicht den diamantfesten Glauben dieser jungfräulichen Seele; er sprach deshalb zu ihr: „Ich rate dir, o Tochter, wähle das Vorteilhafte; halte dich zu den großen Göttern und opfere ihnen mit uns. Man wird dich dann auch mit einem der vornehmsten Männer verehelichen, Gold und Silber, Kleider, Sklaven wirst du im Überfluss haben und du wirst in großem Ansehen stehen. Überlege nun und wähle das, was einer so schönen und edlen Person geziemt; reize aber meinen Zorn nicht und lerne nicht aus Erfahrung kennen, was für Unheil die Gottlosigkeit bringt. Ich meine es gut mit dir wie ein Vater; wenn du aber auf meinen Rat nicht hören willst, so wirst du ebenso meine Strenge inne werden, wie du jetzt noch meine Güte siehst; wenn es dich dann auch reuen wird, so wird es dir vielleicht nichts mehr helfen.“



    Bei diesen Worten dachte Anastasia an die mütterlichen Ermahnungen ihrer Lehrerin Sophia und antwortete darauf: „Mir, o Richter, ist Christus Bräutigam und Reichtum und Leben. Den Tod aber für ihn leiden, das ist mir lieber als alle Freuden der Welt. Feuer aber und Schwert, Geißeln und Abreißen der Glieder und was ihr sonst an Martern ausdenken möget, all dieses ist mir eher eine Lust als eine Pein im Andenken an Christus, und ich wünsche nicht nur solches für ihn zu leiden, sondern auch, wenn es sein könnte, tausendmal zu sterben. Du brauchst dich nicht anzustellen als habest du Bedauern mit der Schönheit meines Leibes, welche wie die Blume des Feldes verwelkt; tue nur, was in deiner Gewalt und deiner grausamen Gemütsart liegt, denn ich werde niemals hölzerne oder steinerne Götter anbeten.“ – Ergrimmt über diese Antwort schlug ihr der Statthalter ins Gesicht, dann riss er ihr die Kleider herab und sprach zu ihr: „Solche Schmach und Schande gebührt dir, aber besinne dich noch, lass von deinem Unsinn, wende dich zu den gütigen Göttern und richte deine Schönheit nicht vor der Zeit elend zugrunde. Denn wenn du nicht gehorchst, wird dich niemand meinen Händen entreißen, sondern, stückweise zerschnitten, werde ich dich den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen. Das darfst du mir sicher glauben.“



    Bevor wir mit der Erzählung fortfahren, betrachten wir zuerst den Zustand, in dem Anastasia sich befand. Alles, was vor der Welt Schande bringt, häufte sich bei ihr aufeinander. Eine sittsame Jungfrau von vornehmer Familie wird von Soldaten wie eine Verbrecherin mit einem Halseisen über die Straßen ihrer eigenen Vaterstadt geführt, wo man sie kennt. Vor Gericht wird sie vom höchsten Beamten ins Gesicht geschlagen – und was am ärgsten und unerträglichsten zu sein scheint, sie wird der Kleider beraubt im Angesicht aller, die bei der Gerichtssitzung anwesend waren. Dies war allerdings eine ganz entsetzliche Behandlung und, wie es scheint, die größte Schmach und Schande. Überlegt man aber die Sache genauer, so verhält es sich also: Es gibt Dinge, welche vor Gott und der Welt eine Schande sind, z.B. grobe Betrunkenheit, Diebstahl; ferner gibt es Dinge, die vor Gott eine Schande sind, aber vor der Welt nicht, z.B. Üppigkeit, Hoffart, Unbotmäßigkeit; schließlich aber gibt es Dinge, welche große Schande vor der Welt sind, vor Gott und wahren Christen aber die höchste Ehre. Dies war der Fall bei Anastasia, weil sie gerade wegen ihres standhaften Glaubens und ihrer treuen Liebe zu Christus so schmachvoll behandelt wurde. Vor Gott ist eigentlich nur die Sünde eine Schande; wenn du dagegen der Religion wegen Spott oder Verachtung oder schmachvolle Behandlung zu tragen hast, so wird das deinen Ruhm und deine Ehre im Himmel sein. Wer sich aber aus Furcht vor Schande von religiösen Übungen oder offenem Bekenntnis abhalten lässt, der wird einmal vor dem höchsten Gericht, vor Gott, zuschanden werden.



    Anastasia antwortete dem Statthalter: „Dass ich entkleidet bin, das ist für mich keine Schmach und Schande, der Herr bekleidet mich dafür mit Gerechtigkeit und Wahrheit. Übrigens da du mir mit dem Tod drohst, so sage ich dir, er ist mir ganz erwünscht und ich bin bereit dazu, und du erweist mir eine Wohltat, wenn du mir die Glieder zerreißen lässt. Denn wie ich da bin, so gehöre ich meinem Schöpfer und wünsche, dass er in allen meinen Gliedern verherrlicht werde, damit sie vor seinem Richterstuhl durch das Bekenntnis verklärt erscheinen.“ Über diese Rede war der Richter mit allen Zuschauern höchst betroffen; dann aber schritt er zur Marter. Er ließ sie über der Erde an vier Pfählen waagrecht anbinden, unter dem Leib ein Feuer aus Reis, Öl, Pech und Schwefel anzünden, zugleich mussten drei Männer auf ihren Rücken mit Gerten hauen.



    Während also ihr Rücken zerfleischt, das Eingeweide aber gebraten wurde, so dass das Blut von dem Feuer vertrocknete, da war Anastasia ganz in das Gebet und in Gott versunken und löschte damit die Glut der Schmerzen aus. Da befahl nun der Wüterich sie auf das Rad zu leben. Dieses wurde durch eine Maschine in Bewegung gesetzt, so dass ihr die Gebeine davon zerbrochen und Nerven und Muskeln so auseinandergezogen wurden, dass der ganze Körper seine natürliche Gestalt verlor. Sie aber betete: „Gott der Götter, Gott der Stärke, Gott meines Heils, von dem meine Geduld kommt, auf den meine Seele vertraut, Burg meiner Tapferkeit, meine Zuflucht, gib nun auch Hilfe in der Not! Gott, der du mich gürtest mit Kraft, mein Gott, verlass mich nicht!“



    Nachdem Anastasia so gebetet und wieder von dem Rad herabgekommen war, sah man keine Wunden mehr an ihr. Obschon aber dem verblendeten Richter ob diesem Wunder die Augen hätten aufgehen sollen, blieb er dennoch blind und verstockt und gleichsam trunken vor Wut und Grausamkeit befahl er, sie wieder an das Holz zu legen und mit eisernen Haken zu zerfleischen. Während sie aber ihre Seele zu Gott wandte, wurde ihr wieder wunderbare Hilfe zuteil; sie selbst fühlte keine Schmerzen, während die Henkersknechte schon von dem Martern müde waren. Darüber kam der Statthalter ganz außer sich, er wusste nicht, was er machen sollte, sprang mehrmals von seinem Sitz auf und raste förmlich.



    In seiner Verwirrung verfiel er auf eine Grausamkeit, die ihm der Teufel eingab, er ließ nämlich der Jungfrau, wie es einst der heiligen Agatha geschehen war, die Brüste abschneiden. Aber die Liebe Jesu war so groß in Anastasia, dass sie diese Qual verachtete. Um alles zu versuchen, ließ ihr der Tyrann die Nägel ausreißen. Aber wie wenn sie keinen Schmerz empfände, dankte sie Gott noch lauter, dass er sie gewürdigt habe, für ihn zu leiden; zugleich nannte sie die heidnischen Götter Geister der Finsternis und des Verderbens. Dies konnte der Statthalter nicht mehr anhören und gab deshalb den Befehl, ihr die Zunge herauszureißen, ebenso auch die Zähne. Zuvor sagte die Jungfrau Gott ihren letzten Dank und bat ihn um Hilfe, das Martyrium gut zu enden, streckte selbst die Zunge heraus und ließ sie mit dem Messer abschneiden, ebenso wurden ihr die Zähne ausgebrochen. Und der Mund, welcher vorher das Lob Gottes in Worten verkündet hatte, verkündete es jetzt durch einen Strom von Blut.



    Da sie ohnmächtig zu werden drohte, reichte ihr ein Christ namens Cyrillus Wasser. Mit diesem Becher frischen Wassers kaufte er ein kostbares Gut, nämlich die Marterkrone. Denn als der Statthalter Probus sah, dass jener nicht sowohl aus natürlichem Mitleid der Jungfrau zu trinken gegeben habe, als vielmehr weil er ein Glaubensgenosse war, ließ er ihn auch mit dem Tod bestrafen, und dann die Märtyrerin mit dem Schwert enthaupten; der Leichnam wurde aber aufs freie Feld hinausgeworfen.



    Als die heilige Anastasia ergriffen und zur Marter geführt wurde, wurde ihre Lehrerin Sophia von großer Bangigkeit und Angst gequält, ob die zarte Jungfrau sich schwach zeige und aus Schrecken vor den Qualen den Glauben verleugne. Deshalb warf sie sich zur Erde und flehte in feurigem Gebet und mit heißen Tränen inständigst zu dem Herrn, dass das Mädchen nicht wankend werden möge. Da aber Anastasia durch den Martyrertod die herrliche Krone gewonnen und zur himmlischen Heimat eingegangen war, wurde das der angstvollen Lehrmeisterin geoffenbart und ihr Herz mit Trost und Freude erfüllt. Sie suchte und fand dann auch die Überreste, warf sich darüber hin, küsste alle Glieder, benetzte sie mit ihren Tränen und rief: „Süßeste Tochter, die ich in Übungen, im Stillschweigen und Arbeiten schön erzogen habe, ich sage dir Dank, dass du die mütterlichen Vorschriften nicht verachtet hast, dass du gehalten, was du versprochen. Jetzt stehst du vor deinem Bräutigam Christus, im Kleid der Jungfrauschaft, geziert mit den Zierden des Martyriums, gekrönt mit dem Diadem kostbarer Edelsteine. Nun wohnst du im Haus der Herrlichkeit Gottes. Darum bitte ich dich, liebste Tochter und geistliche Mutter – denn so dich zu nennen ist mir angemessener, - sei mir in diesem kurzen, hinfälligen Leben eine gute Pflegerin meines Alters und bitte für mich, dass ich auf dieser Wanderschaft in das ewige Leben zu unserem gemeinsamen Herrn gelange.“ Hierauf beerdigte sie mit Hilfe zweier Männer die heiligen Überreste der Märtyrerin.

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  • Tages-Gebete Datum25.12.2025 17:14
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 25. Dezember



    Gegrüßet und gebenedeit seist du, allerreinste Jungfrau Maria, die du empfangen und geboren hast, und allezeit unbefleckt und unversehrt geblieben bist. Sei gegrüßt du Tempel des lebendigen Gottes, du erwähltes Gefäß des Heiligen Geistes, du Brunnen des lebendigen Wassers, durch das die ganze Christenheit erquickt wird. Denn aus dir wollte geboren werden die Klarheit des ewigen Lichtes, der schönste unter den Menschenkindern, der König der Ewigkeit, der Heiland der Welt, Jesus Christus.



    Zu Gott



    O Gott, der Du durch die fruchtbare Jungfrauschaft Mariens dem menschlichen Geschlecht die Freuden des ewigen Heils verliehen hast: wir bitten Dich, lass uns die Fürbitte derjenigen zuteil werden, durch die wir verdient haben, den Urheber des Lebens zu empfangen, unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Anastasia




    Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, schenke, dass wir auf die Fürbitte Deiner heiligen Martyrin Anastasia zur ewigen Glückseligkeit gelangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Heute ist das große Fest der seligsten Jungfrau, an dem sie eine wahre Mutter Gottes wurde, und zu einer so hohen Würde gelangt ist, die kein erschaffener Verstand begreifen kann. Der Evangelist Matthäus drückt ihre Hoheit bloß mit den Worten aus, da er nur sagt: "von der geboren ist Jesus, der Christus oder Messias genannt wird".

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  • Christi Geburt Datum25.12.2025 17:07
    Thema von Blasius im Forum Das Wort ist Fleisc...





    (Aus: "Goldene Legende der Heiligen"

    von Joachim und Anna bis auf Constantin den Großen

    neu erzählt, geordnet und gedichtet von

    Richard von Kralik, 1902)




    So kam nunmehr die Zeit so klar,

    Da der Baum des Lebens gebar

    Die wunderbare Frucht

    Aus Gottes schöner Zucht.

    Viel Wunder in der Zeit geschah:

    Drei Sonnen sah

    Man am Himmel in lichtem Schein;

    Die Welt erschrak drob allgemein.

    Sibylla hatte vorhergesagt

    Von dieser kaiserlichen Magd

    Und von ihrem Kinde;

    Doch nicht verstand es die Welt, die blinde.



    Es herrschte damals im römischen Land

    Augustus, der Kaiser hochgenannt,

    Den die Römer wollten machen zu Gott;

    Er aber hielt es nur für Spott.

    Er sandte in der Stille

    Nach der Weissagin Sibylle,

    Dass sie ihm täte kund

    Durch ihren weisen Mund,

    Was dieses Zeichen dem Geschlechte

    Der Sterblichen bedeuten möchte.

    Da ließ sie ihn erschauen

    Die schönste der Jungfrauen

    In jener Sonne klar und rein,

    Die hielt ein göttlich Kindelein.



    Der Ort, wo dies der Kaiser schaute,

    Ist heute eine heilige Baute,

    Die "Ara coeli" wird genannt:

    "Des Himmels Altar" wohlbekannt,

    Weil der Kaiser an dieser Statt

    Zuerst nach der Sibylle Rat

    Weihrauch dem Herrn der Welten schwang

    Und selbst in Staub vor ihm hinsank,

    Worauf er allem Volk gebot,

    Dass man ihn nimmer nenne Gott.



    Ein neues höheres Königtum

    Ward da begründet, Gott zum Ruhm,

    Ein ewigliches Himmelreich,

    Darin der Kaiser gelte gleich

    Dem Bettler, und als erster prangt,

    Der nach dem letzten Dienst verlangt.


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  • Tages-Gebete Datum24.12.2025 07:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 24. Dezember



    Heilige Jungfrau Maria, erinnere dich, dass Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, sich nicht geschämt hat, uns seine Brüder zu nennen. Du bist also auch unsere Mutter und wir sind deine Kinder. Lass es uns erfahren, dass du unsere Mutter bist. Von der Höhe des himmlischen Thrones, auf den dein göttlicher Sohn dich erhoben hat, wirf einen Blick der Barmherzigkeit und Liebe auf uns, die wir noch in diesem Tal der Tränen, im Kampf mit allen Versuchungen und Gefahren dieses irdischen Pilgerlebens seufzen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Tharsilla und der heiligen Ämiliana




    Wir bitten Dich, o Gott, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Tharsilla und Ämiliana die Gnade, das angefangene Werk des Heils glücklich zu vollenden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Durch die Hände der jungfräulichen Mutter, nach dem Ausdruck des heiligen Bernhard, haben, in der heutigen Vigil und Nacht, viele Heilige, die ihre Herzen für die heilige Geburt Jesu Christi eifrig bereitet hatten, große Tröstungen und himmlische Gnadenschätze erhalten. Unter ihnen sind besonders zu nennen: der heilige Bernhard selbst, der heilige Stanislaus, die heilige Franziska, die heilige Gertrud, die heilige Mechthild.

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    Liebe Grüße und ein friedliches, gesegnetes Weihnachtsfest
    und ein gesegnetes neues Jahr 2026, Blasius

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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Gregor der Große hatte von väterlicher Seite drei Muhmen, die alle das Gelübde der Keuschheit abgelegt hatten und im Haus ihres Vaters, des Senators Gordian, sich den Übungen des beschaulichen Lebens weihten. Ihre Namen waren Tharsilla, Gordiana und Ämiliana. Gregor erzählt ihre Lebensgeschichte wie folgt:



    Bei Tharsilla und Ämiliana wurde die Liebe zu Gott von Tag zu Tag inniger. Nur noch mit dem Körper waren sie auf der Erde, ihr Geist war fast immer in der Betrachtung des ewigen versunken. Bei Gordiana aber geschah das Gegenteil. Ihr Gemüt fing an zu erkalten in der heiligen Liebe und sich hinzuneigen zum Wohlgefallen am Irdischen. Oft sprach Tharsilla zur Schwester Ämiliana: „Ich fürchte, dass Gordiana nicht standhaft bleiben wird; denn ich bemerke, dass sie sich gerne auswärts zerstreut und das Herz zur Bewahrung ihres Gelübdes nicht sorgfältig genug hütet.“ Beide Schwestern bemühten sich, durch tägliche Ermahnungen sie von dem zerstörenden Leichtsinn abzuhalten und zum standesmäßigen Eifer zu bewegen. So lange sie redeten, heuchelte Gordiana großen Ernst, der aber in derselben Stunde auch wieder verschwand, indem sie sich neuerdings den Zerstreuungen überließ. Sie hatte Gemeinschaft mit den Kindern der Welt, und der Umgang mit denen, die der Welt sich entzogen hatten, wurde ihr immer lästiger. In einer Nacht erschien meiner Muhme Tharsilla, die durch anhaltendes Gebet, durch strenge Abtötung und durch den Eifer eines vollkommenen heiligen Wandels ihre Schwestern übertraf, in einem Gesicht ihr Urgroßoheim, der heilige Papst Felix, zeigte ihr die Wohnung der ewigen Herrlichkeit und berief sie, dahin zu kommen. Bald darauf wurde sie von einem Fieber befallen, das den nahen Tod ankündigte. Nach der gewöhnlichen Sitte, dass bei Sterbenden, zumal wenn sie vornehmen Standes sind, sich viele Menschen versammeln, um die Verwandten zu trösten, standen Männer und Frauen um das Lager der Kranken, und darunter befand sich auch meine Mutter. Auf einmal öffnete Tharsilla ihre Augen und schaute aufwärts. Da sah sie Jesus herabkommen, wurde heftig bewegt und rief den Umstehenden zu: „Tretet zurück, tretet zurück! Jesus naht!“ Sie hielt ihren Blick fest geheftet auf den Heiland und verschied. Das Zimmer wurde mit dem lieblichsten Wohlgeruch erfüllt, zum Hinweis auf die Gegenwart dessen, der die Quelle aller Lieblichkeit ist. Als der Leichnam, wie es gebräuchlich war, gewaschen wurde, fand man an den Knien und Ellenbogen Schwielen, groß und hart, wie die Schwielen der Kamele. Sie waren eine Folge ihres anhaltenden Gebetes, in dem sie vor Gott lag, und so zeigte das tote Fleisch die Spuren dessen, womit sich der lebendige Geist beständig beschäftigt hatte.



    Tharsilla war kurz vor dem Fest der Geburt des Herrn gestorben. Wenige Tage darauf erschien sie in einem nächtlichen Gesicht ihrer Schwester Ämiliana und sprach: Komm, damit ich, da ich am Geburtsfest des Herrn von dir getrennt wurde, den Festtag der Erscheinung gemeinschaftlich mit dir begehen kann. Ämiliana, besorgt um ihre Schwester Gordiana, fragte: Wenn ich allein zu dir komme, wem soll ich unsere Gordiana übergeben? Tharsillas Gesicht trübte sich, und sie kam bekümmert zur Antwort: Komm, unsere Schwester Gordiana gehört den Weltkindern an. Ämiliana fühlte sich bald nach diesen wunderbaren Erscheinungen schwer krank. Das Übel nahm zu, und sie starb noch vor dem Fest der Erscheinung des Herrn. Gordiana ließ sich, nachdem sie von der schwesterlichen Obhut befreit war, mit jedem Tag mehr von irdischen Gesinnungen beherrschen und folgte endlich der Neigung, die lange schon in ihrem Inneren verborgen war. Alle Gottesfurcht beseitigend, nicht achtend auf Ehre und Schande, brach sie das heilige Gelübde und verehelichte sich mit dem Pächter ihrer Güter.“



    Nachdem der heilige Gregor dies erzählt hat, setzte er hinzu: „sieh, alle drei haben sich anfangs mit dem gleichen Eifer zu Gott gewendet, aber nicht alle drei sind in dem gleichen Eifer verharrt, weil wie der Herr sagt, viele berufen sind, aber wenige auserwählt. Ich habe dieses vorgetragen, damit nicht jene, die zum Guten sich gewendet haben, sich selbst die Kräfte zum Guten zuschreiben oder auf ihre eigenen Kräfte vertrauen. Jeder mag wohl wissen, was er heute sei, was er aber morgen sein werde, das weiß keiner. Niemand erfreue sich also des Guten, als wäre er dessen schon sicher; so lange er in diesem schwachen Fleisch wandelt, kennt er ja das Ende nicht.“


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  • Vom Reich GottesDatum24.12.2025 05:45
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Am Vorabend der Geburt des Herrn


    O komm herab auf unsre Flur,

    Geliebter Gottesknabe.

    Komm, Mittler doppelter Natur,

    Und nimm mein Herz als Gabe.

    Nach dir erseufzet mein Gemüt,

    Das dich zu schauen, Herr, erglüht.


    1. Betrachte die Mühsale der heiligen Familie, die, in dem Befehl der weltlichen Obrigkeit Gottes Anordnungen verehrend, ohne Klage die weite Reise von Nazareth nach Bethlehem antritt, daselbst dem Edikt des Kaisers Augustus gemäß sich aufzeichnen zu lassen. O Tiefe der Ratschlüsse Gottes! Der menschliche Stolz führt seine Pläne aus, und weiß es nicht, dass er dabei Gottes Absichten ausführt, der feierlich durch seinen Propheten hatte verkündigen lassen, der Welterlöser werde zu Bethlehem geboren werden. So hatte Gottes Weisheit es geordnet, damit durch die öffentlichen Register, in die Jesus eingetragen wurde, bekannt wäre, er sei zu Bethlehem geboren.



    2. Schwer von der langen Reise ermüdet, kommt endlich die heilige Familie in der Stadt Davids an, wo die Zeit erfüllt wird, dass die jungfräuliche Mutter Gottes das Licht der Welt gebären sollte. Sie suchen eine Herberge und finden keine. Alle Türen und alle Herzen sind ihnen verschlossen. So wird der Sohn Gottes, der Erlöser Israels, von seinem Volk verstoßen, noch ehe er geboren ist. Ein öder Stall nimmt die Verlassenen auf. Dies ist der Palast des Königs des Himmels und der Erde. Hier kommt der Erlöser zur Welt, und gibt durch seine Armut, durch seine Demut, durch seine Not mir die erste Lehre, die er einst am Kreuz als die letzte besiegeln wird, mein Herz von dieser Welt zu entfesseln.



    3. Weisheit Gottes, Gott Emmanuel, Gesetzgeber und Erlöser der Welt, Ersehnter der Nationen, komm und erleuchte die Welt durch dein göttliches Licht. Befreie uns von der dämonischen Nacht der Sünde. Sieh, alle Gerechten erwarten dich, alle Armen im Geist seufzen nach dir, alle Gefangenen harren deiner, und beten zu dir, von ihren Fesseln sie zu erlösen. O komm! Auch meine Seele setzt alle ihre Hoffnung auf deine gnadenreiche Geburt, denn du allein bist ihr Heil. Tilge meine Sünden durch dein Erbarmen. Nimm Besitz von meinem Herzen und herrsche darin in Zeit und Ewigkeit. "Morgen werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen." (Exodus 16,7)

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  • Strafe der ersten Sünde und Verheißung des Erlösers

    Strafurteil über Eva und Adam


    (Gen. 3, 14-24)

    Hatte Gott, um die unglücklichen Menschen vor Verzweiflung zu bewahren, in dem Urteil über den Satan für sie diese tröstliche Verheißung voraus geschickt, so musste doch auch seine Gerechtigkeit walten. Zu dem Verlust, den die Stammeltern bereits an der Seele erlitten hatten, fügte er deshalb wie zur äußeren Bestätigung nun auch leibliche Strafen hinzu, wie sie der Schuld eines jeden entsprachen. Gott sprach zu Weibe: „In vielen Beschwerden und in Schmerzen sollst du deine Kinder gebären und unter der Gewalt des Mannes stehen, und er wird über dich herrschen!“

    Weil Eva zuerst gesündigt, trifft sie auch zuerst die Strafe. Ihr hoffärtiges Verlangen, zu sein wie Gott, wird mit demütigenden Beschwerden und Mühseligkeiten bestraft; ihre Lüsternheit nach der verbotenen Frucht mit Schmerzen; ihre Verführung des Mannes mit dessen Herrschaft über sie. Eine gewisse Unterwürfigkeit des Weibes unter den Mann war zwar schon von Anfang an vom Schöpfer gewollt und durch die schwächere Natur des aus dem Manne gebildeten Weibes angedeutet und begründet. Diese Unterwürfigkeit aber wäre wohl geordnet und für das Weib leicht und süß gewesen; dies Verhältnis ward aber von nun an durch die Sünde und Leidenschaft gestört und wurde so für das Weib zum harten und oft auch zur mühseligen Knechtschaft. Auf den Mann aber sollte die Hauptsorge für den Unterhalt der Familie fallen; und hier sollte er eine dreifache Strafe tragen: Unfruchtbarkeit der Erde, daher ferner harte Arbeit und endlich trotzdem mühevollen Kampf gegen das stets wuchernde Unkraut.

    Zu Adam, als dem eigentlichen Herrn der irdischen Schöpfung, sprach Gott: „Weil du der Stimme deines Weibes Gehör gegeben und von dem Baume, von dem zu essen ich dir verboten hatte, gegessen hast, so sei die Erde verflucht um deinetwillen. Mit vieler Arbeit sollst du von ihr essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln soll sie dir tragen, und du sollst das Kraut der Erde essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde wiederkehrst, von der du genommen bist; denn Staub bist du, und sollst zum Staub wiederkehren.“ (1)

    Infolge dieses Fluches ging zwar nicht eine wesentliche Änderung in der Natur vor sich, so daß sie etwa jetzt erst Dornen und Disteln hervor gebracht, oder daß jetzt erst die Tiere einander getötet hätten u. dgl. (2); wohl aber trat eine Verschlechterung der Natur in Rücksicht auf den Menschen ein, derart, daß sie ihm jetzt nicht mehr vollkommen unterworfen ist. Er muss ihr mühsam und wie mit Gewalt ihre Früchte abgewinnen; es wich aus ihr jene liebliche Fürsorge Gottes, welche alle schädlichen Einflüsse der Elemente, Pflanzen und Tiere vom Menschen fern gehalten hätte; die natürliche Unterordnung und Folgsamkeit der Tiere gegen den Menschen verwandelte sich bei fast allen in Furcht und Scheu, ja bei manchen in tödliche Feindschaft. Über dies erhielt der Satan eine gewisse Gewalt, die Natur und ihre einzelnen Geschöpfe zum Schaden und namentlich zur Verführung des Menschen, ihres früheren eigentlichen Herrn, zu gebrauchen. Darum sagt der Apostel: „Das Geschöpf ist der Verderbtheit unterworfen… Wir wissen, daß alle Geschöpfe seufzen um Befreiung von der Dienstbarkeit der Verderbtheit.“ (3)

    Die schwerste unter allen äußeren Strafen aber für den Menschen war der Tod. Wer je einmal am Lager eines Sterbenden gestanden und Zeuge seiner bangen Angst, seines schmerzvollen Seufzens und Stöhnens, seines letzten Röchelns gewesen, der weiß, daß der Tod etwas Schreckliches ist. Dies schreckliche Los kündigte nun Gott unserem unglücklichen Stammvater an, gemäß seiner früheren Drohung: „An dem Tage, da du davon issest, mußt du sterben.“ Im Augenblick der Sünde entzog Gott den Menschen das Gnadengeschenk der Unsterblichkeit und Leidenslosigkeit, entzog ihnen auch den Genuss vom Baum des Lebens, der bestimmt gewesen, die abnehmenden Lebenskräfte stets zu erneuern. Daher wurde von nun an der Tod in ihrem Leibe wirksam; der Leib fing daher infolge seiner natürlichen Auflöslichkeit durch Alter, mühevolle Arbeit, durch die Einflüsse der Hitze und Kälte, des Hungers und Durstes, durch Krankheiten und sonstige Leiden bereits zu sterben an. (4) Der Tod, für den Leib zwar etwas Natürliches, für die unsterbliche Seele aber , die das natürliche Bestreben hat, ihren Leib zu besitzen, etwas Widernatürliches, ward nun zur traurigen, schrecklichen Notwendigkeit (5), mit allen Krankheiten, Leiden und Schmerzen, die nur seine Vorboten sind. Leider war aber selbst dieser traurige leibliche Tod nur das Sinnbild eines noch weit schrecklicheren, des geistigen und ewigen Todes (6), dem Adam und Eva für immer verfallen wären, wenn sie nicht durch Buße bei Gott Verzeihung und Eingang in die Vorhölle gefunden hätten. (7)

    „Auch machte Gott dem Adam und seinem Weibe Röcke von Tierfellen und bekleidete sie damit.“ (8) Er tat dies vor allem, damit sie auf eine der Schamhaftigkeit genügende Weise bedeckt würden, sodann um sie gegen die Unbilden der Witterung zu schützen. (9) Und er sprach: „Siehe, Adam ist geworden wie einer aus uns (10), erkennend das Gute und Böse. Nun also soll er nicht seine Hand ausstrecken und vom Baum des Lebens nehmen und essen und ewiglich leben. Und es vertrieb ihn Gott der Herr aus dem Paradies, daß er die Erde bebaue, von der er genommen ist. Also trieb Gott den Adam hinaus und stellte vor das Paradies die Cherubim mit dem feurigen, zuckenden Schwert, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.“ (11)

    Die Stammeltern Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben: der Engel hinter ihnen weist sie hinaus, mit der Hand und dem Finger in die Richtung; die Schlange schlängelt sich seitlich von ihnen ebenfalls aus dem Paradies

    Die Cherubim sind, wie aus andern Stellen der Heiligen Schrift erhellt, einer der höchsten Chöre der Engel., majestätische Wesen, die in den Gesichten der Propheten den Thron Gottes tragen und überhaupt die Herrlichkeit des gegenwärtigen oder sich nahenden Gottes ankündigen und versinnbilden. (12). Sie erscheinen als Vertreter der Allwissenheit Gottes und als wachsame Hüter des Paradieses gegen Menschen und böse Geister. Die Gestalt, die sie annehmen, ist gewöhnlich die menschliche; so jedenfalls hier, da sie „mit flammendem Schwert“ hingestellt sind. Sie erschienen sonach den ersten Menschen in sichtbarer Gestalt und sollten sie durch ihre drohende Haltung von dem Versuch eigenmächtiger Rückkehr abschrecken.

    Gott hatte viele andere Mittel, den Menschen die Frucht des Baumes des Lebens zu wehren, ja trotz etwaigen Genusses das Todesurteil aufrecht zu erhalten. Hier handelt es sich um die Feststellung, daß der Mensch das Paradies ein für allemal verwirkt hat; es wird ihm die Möglichkeit genommen, vom Baum des Lebens zu essen; nach der Meinung mancher Ausleger ist dies eine neue Barmherzigkeit Gottes gegen den Menschen. Der Mensch soll in diesem elenden Zustand nicht ewig leben, in steter Gefahr der Unbußfertigkeit, und insbesondere soll er vor einem neuen, noch gefährlicheren Betrug Satans bewahrt werden, der zu heillosem Trotz und Unbußfertigkeit führen musste. Darum wird, dem menschen sichtbar, gegen diesen und den Satan das Paradies bewacht, damit letzterer nicht wirklich oder angeblich von der Frucht des Baumes des Lebens bringe und den Menschen zum Trotz verleite; vielmehr sollte der Anblick des verlorenen Paradieses den Menschen stets aufs neue in seiner Reue und Buße bestärken. (13)

    Weil Adam unser Stammvater, das Haupt des ganzen Menschengeschlechtes ist und Gott in seinem unerforschlichen Ratschluß wollte, daß die Prüfung des Stammvaters für alle Nachkommen desselben entscheide, ob sie im Glanz natürlicher Unversehrtheit und Vollkommenheit und übernatürlicher Heiligkeit und Gerechtigkeit, oder aber dieser Güter beraubt, zur Welt kommen sollten, so ging die erste Sünde Adams samt ihren Folgen auf alle Menschen über. Das bezeugt nicht bloß die göttliche Offenbarung an vielen Stellen (14), sondern auch die ganze Geschichte der Menschheit (15) und die Überlieferung aller Völker und, wenn auch unvollkommen, die Lehre der heidnischen Weltweisen. (16)

    Der Fall unserer Stammeltern soll uns lehren, vor der Sünde sorgfältig auf unserer Hut zu sein, schnell die Versuchung zu fliehen, die Sinne, besonders die Augen, treu zu bewachen, unsern Willen stets unbedingt dem Willen und Gebot Gottes zu unterwerfen und uns weder durch die Einflüsterungen des Satans noch durch die Verführungen der Welt noch durch unsere eigenen bösen Begierden berücken zu lassen. Die Sünde ist ja das einzige wahre Übel, die Quelle des Unheils in der Welt, und kann auch uns nur unglücklich machen. In einem Augenblick kann sie uns die Unschuld, den Frieden, die Freudigkeit des Herzens rauben, ja uns in ewiges Verderben stürzen. – Aber auch zur Buße ermahnen uns in rührender Weise Adam und Eva durch ihre Reue, ihre Tränen, Schmerzen, Mühseligkeiten und Kümmernisse während eines langen Lebens, worin nur die Hoffnung auf den Erlöser sie aufrecht erhielt und stärkte. Der büßende Adam ist auch ein Vorbild des Erlösers. Der „unsere Krankheiten auf sich genommen und unsere Schmerzen getragen hat“ (17) In dem Schweiße, mit welchem Adam fortan die Erde, im heißen Kampf mit ihrer Unfruchtbarkeit ringend, benetzte, sehen manche heilige Väter ein Vorbild jenes blutigen Schweißes, den Jesus am Ölberg in noch heißerem Ringen vergoß, so daß derselbe in schweren Tropfen auf die Erde rann. (18) – Eva, die Mutter des Menschen-Geschlechtes, ist ein Vorbild Mariä, der wahren Mutter der Lebendigen, durch welche der Fluch, den Eva über das ganze Menschengeschlecht gebracht hatte, aufgehoben und uns der Urheber des Lebens und mit ihm das übernatürliche Leben samt allen Gnaden wieder geschenkt werde. (19)

    Anmerkungen:

    (1) Vers 17-19.
    (2) S. Thom., S. th. 1, q. 69, a. 2 ad 2.
    (3) Röm. 8, 20ff. – Durch die Beschwörungen und Segnungen der Kirche werden die Geschöpfe wieder diesem unheilvollen Einfluß des Satans entzogen; an die Stelle des göttlichen Fluches tritt wieder der göttliche Segen sowohl zum leiblichen als zum geistigen Wohl des Menschen. Vgl. Deharbe, Erklärung des kath. Katech. III, 393.

    (4) Insofern erfüllte sich buchstäblich die Drohung: „Am Tage deines Essens von ihm wirst du des Todes sterben“ (2, 17; vgl. S. Thom., S. th. 2, 2, q. 164, a. 1 ad 8).

    (5) Wie riesig und furchtbar hätten ohne die Notwendigkeit des Todes alle Leidenschaften und Gewalttaten sich entfalten können, alles Elend und aller Jammer auf Erden sich vermehren müssen, wenn schon die längere Lebensdauer vor der Flut so schreckliches Überwuchern der Sünde zur Folge hatte!
    (6) An diese schreckliche Strafe der Sünde erinnert uns darum mit der Mahnung zur Buße die Kirche in der ergreifenden Zeremonie der Bestreuung der Asche am Aschermittwoch mit den Worten: „Gedenke, Mensch, daß du Staub bist und zum Staube wiederkehren wirst.“

    (7) So müssen wir schon schließen aus der Verheißung des Erlösers, welche die Stammeltern gläubig und freudig erfaßten, wie wir daraus sehen, daß Adam jetzt, unmittelbar nach dem Todesurteil und trotz desselben, „den Namen seines Weibes Eva (Lebensspenderin) nennt, deshalb, weil sie sein sollte die Mutter aller Lebendigen“ (Vers 20). Ferner können wir es schließen aus der liebevollen Fürsorge Gottes für ihre Bekleidung. Endlich ist es auch an sich unwahrscheinlich, daß Gott, der die Menschheit erlösen wollte, das Haupt derselben dem Teufel überlassen hätte. Mit Bestimmtheit redet von ihrer Buße und Rettung die Heilige Schrift (Weish. 10, 1. 2), und bei den Vätern ist es, wie in der jüdischen und christlichen Überlieferung, die allgemeine Annahme. (Vgl. S. Aug., Ep. 164, c. 3, n. 6; De pecc. Merit. Et remiss. 1. 2, c. 34, n. 55) Dahin weist auch die Legende, der Kalvarienberg habe seinen Namen von dem dort begrabenen Schädel Adams, auf den das Blut Christi nieder träufelte. Das römische Martyrologium hat zwar ihre Namen nicht, wohl aber stehen sie in den gewöhnlichen Kalendern.

    (8) Vers 21. Gott tat dies, indem er sie anleitete, wie sie sich bekleiden sollten. Die Ausdrucksweise „Gott machte“ ist dieselbe wie an vielen andern Stellen des Alten Testamentes, wo Gott zugeschrieben wird, was er durch Mittelursachen veranlaßt oder bewirkt. Es liegt also auch hier ein Anstoß nur für unwissende oder frivole Menschen vor, und die gläubigen Scholastiker, die hier an die Vermittlung der Engel dachten, verdienen den Spott nicht, womit man sie vielfach überhäuft hat.

    (9) Welch rührende Fürsorge Gottes, dem in den Erweisen seiner Liebe nichts zu groß und nichts zu klein ist, offenbart sich hier in demselben Augenblick, da seine Gerechtigkeit strafen muss! Vielleicht ließ Gott unsere Stammeltern bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal sehen, was der Tod ist, und belehrte sie zugleich über das Opfer, durch welches sie im Hinblick auf das eine wahre Versöhnungsopfer das verlorene Kleid der Gnade für ihre Seele wieder gewinnen könnten. An all das kann und soll die Kleidung auch jetzt noch uns mahnen. Sie hat sonach einen vierfachen Zweck:

    1. die Notwendigkeit der Bedeckung des Körpers erinnert uns an die Sünde und den Verlust der Unschuld;
    2. als Schutz gegen die Witterung erinnert sie uns an die Liebe und Güte Gottes;
    3. ihr Stoff, aus dem sie zumeist gemacht ist, mahnt an den Tod durch den Tod der Tiere, von denen er genommen ist;

    4. ganz besonders aber ist sie ein Sinnbild des Kleides der Gnade, das durch die Sünde verloren ging, durch Reue und Buße aber wieder gewonnen wird. (Vgl. Lk. 15, 22 im Gleichnis vom verlorenen Sohn)
    (10) Über die Andeutung des Geheimnisses der heiligsten Dreifaltigkeit siehe: Die Schöpfung aus nichts
    (11) Vers 22-24. Der hebräische Text dieser schwierigen Stelle kann auch so verstanden werden, daß statt des feurigen Schwertes nur von der Flamme lodernden Feuers die Rede wäre, das den Zugang zum Paradies verhinderte. Damit wäre etwa zu vergleichen, was von den Feuer-Erscheinungen am Sinai gesagt wird, die den Berg unnahbar machen (Ex. 19, 18-20). Möglich ist auch, daß dem Ausdruck „feurig zuckendes Schwert“ die Vorstellung vom zuckenden Blitzstrahl zu Grunde liegt. Man kann sich dafür auf assyrische Darstellungen berufen, auf denen der Blitz in den Händen des Gottes der Atmosphäre (Bin) unter dem Bild einer Flamme dargestellt und als „Flammenschwert“ bezeichnet wird.
    (12) Ps. 17, 10. Die Ableitung des Namens ist unbekannt.

    (13) Vgl. S. Thom., S. th. 1, q. 102, a. 2 ad 3; 2,2, q. 164, a. 2 ad 4. – Die symbolische Bedeutung dieser Ausschließung hebt der hl. Thomas hervor mit den Worten: „Durch die Sünde des Menschen ist die Pforte des irdischen Paradieses geschlossen worden zum Zeichen der Schließung des himmlischen Paradieses“ (S. th. 3, q. 49, a. 5).
    (14) Die Heilige Schrift im Alten und Neuen Testament lehr nämlich: 1. daß alle Menschen von Geburt Sünder, Gott mißfällig, vom Himmel ausgeschlossen sind. (Vgl. Gn. 8, 21; Ps. 13, 3; Spr. 20, 9; Joh. 1, 13; 3, 3; 1. Petr. 1, 23; 1. Joh. 5, 19) – 2. Daß dies in der Abstammung von Adam seinen Grund hat. (Vgl. Job 14, 4; 15, 14; Ps. 50, 7; 2. Kor. 7, 1; Joh. 3, 36; Eph. 2, 3) – 3. Daß Adams Sünde mit ihren Folgen sich auf alle seine Nachkommen vererbt. (Vgl. Weish. 2, 23; Sir. 8, 6; 1. Kor. 15, 22; 2. Kor. 5, 14) Insbesondere heißt es (Röm. 5, 15): „Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde der Tod; und so ist auf alle Menschen der Tod übergegangen, weil alle in ihm (in Adam) gesündigt haben.“ Die Erklärung dieser Stelle gibt die Dogmatik, vgl. S. Thom., S. th. 1, 2, q. 81, a. 1ff; q. 82 et 83.
    (15) Wohin wir in ihr blicken, finden wir das Gefühl, daß der Mensch im Stande der Ungnade Gottes zur Welt komme; überall finden wir auch Unwissenheit, Begierlichkeit und Neigung zum Bösen, Leiden der mannigfachsten Art, samt ihrem Gipfel- und Endpunkt, dem Tod.

    (16) Sogar der ungläubige Voltaire musste (Phil. de l`hist.) gestehen: „Der Fall der entarteten Menschen ist die Grundlage der Götterlehre aller alten Völker.“ – … Plato erklärt (im „Timäus“) geradezu: „Die Natur und die Fähigkeiten des Menschen haben sich geändert und sind in seinem Stammvater von Anfang an verderbt worden.“ Hettinger, Apologie III, 408ff.
    (17) Is. 53, 4; Mt. 8, 17.
    (18) Lk. 22, 44.

    (19) Eine schöne Gegenüberstellung Evas und Marias bei S. Aug., Serm. 18 de Sanct.; S. Bern., Hom. 2, sup. Missus est, in der 2. Noct. Nat. B. V. M. Und in der 3. Noct. Diei 3, infra Oct. Immac. Conc. –
    aus:

    Schuster/Holzammer, Handbuch der Biblischen Geschichte, Bd. I, Altes Testament, 1910, S. 183 – S. 188


    Liebe Grüße und ein friedliches, gesegnetes Weihnachtsfest
    und ein gesegnetes neues Jahr 2026, Blasius

  • Vom Reich GottesDatum23.12.2025 11:12
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Von der Vorbereitung

    auf die Ankunft des Herrn



    O meine Seele, reinige dein Haus

    Und fege die Veralterung hinaus.

    Sieh, Christus kommt, dass er darinnen wohne.

    Der schönste Schmuck gebühret Gottes Sohne.




    1. Siehe, die Zeit ist nahe! Jesus will in deinem Herzen geboren werden. So bereite dich denn und tilge deine Sünden daraus durch eine reumütige Beicht, denn nimmer können Licht und Finsternis, Heiligkeit und Laster in einem Haus zusammen wohnen. Niemals wird Jesus in eine Seele einkehren, die durch eine schwere Sünde verunreinigt, durch eine böse Gewohnheit gefesselt, oder von Hoffart aufgedunsen ist. Er wollte von der reinsten und demütigsten Jungfrau empfangen und geboren werden. Und rein und demütig muss auch das Herz sein, das ihn empfangen und geistig gebären will. Darum ruft sein heiliger Vorläufer: "Bereitet die Wege des Herrn, und richtet seine Pfade . . . alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden."



    2. Der göttliche Erlöser wird in der Schrift der Fürst des Friedens genannt, und eben dieselbe Schrift sagt im Psalm Davids auch: "Im Frieden ist seine Stätte!" Er wurde geboren, als die Welt im tiefsten Frieden war, und auch die Engel, die seine Geburt friedlichen Hirten verkündigten, sangen Gesänge des Friedens. Willst du ihn also empfangen, so besänftige deine Leidenschaften, bändige deinen Zorn, deine Heftigkeit, und habe Frieden mit Gott, mit dem Nächsten und mit dir selbst. "Was krumm ist, muss gerade, was ungleich ist, zu ebenen Wegen werden." Nur das Herz, das also gereinigt und zu einer Stätte des Friedens geordnet ist, wird das Heil Gottes schauen.



    3. O Jesus, Erlöser meiner Seele, sende deine heilige Gnade mir entgegen, dass ich durch ihre Kraft mein Herz von allem reinige, was dir missfällt, dass sie meine Hoffart, meinen Zorn, meine Ungeduld, diese Quellen meines Unfriedens, mir ertöten helfe, und den Winden und Stürmen meiner Leidenschaften Stillschweigen gebiete, auf dass Friede werde in meiner Seele. Bereite dir selbst mein Herz zu einer Wohnstätte bei deiner heiligen Ankunft, und entferne daraus alle Hindernisse, damit ich den Kuss des Friedens von dir empfange, und koste und schaue, wie lieblich du, mein Gott und Heiland, bist. "Die Zeit seiner Ankunft ist nahe, und der Herr wird über Jakob sich erbarmen." (Jesaja 13,22 und 14,1)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum23.12.2025 11:08
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 23. Dezember




    Schaue, gnädigste Jungfrau, von deinem Himmelsthron herab und sieh ein einziges Mal voll Liebe uns an. Besänftige doch deinen göttlichen Sohn, der wider uns zürnt, und erringe uns Verzeihung. Es ziemt uns freilich nicht mehr, dass wir uns deine Kinder nennen, aber du fährst doch fort unsere Mutter zu sein. Darum breite deinen Mantel aus, uns zu umfangen. Erhöre unsere Stimmen und hilf uns, die wir gläubig vertrauen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Viktoria



    O Gott, verleihe uns auf die Fürbitte Deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Viktoria die Gnade, dem Leib und der Seele nach heilig zu leben, und Dir, selbst durch die Vergießung des Blutes, unsere Liebe zu zeigen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Servulus



    O Gott, der Du den heiligen Servulus auf dem Weg der Armut und des Leidens zur herrlichen Wohnung der ewigen Glückseligkeit geführt hast, verleihe uns bei allen unseren Leiden Geduld, damit wir dadurch eben dieser Herrlichkeit würdig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An vielen Orten der Christenheit, besonders an denen, wo die Kirchen und Bildnisse der seligsten Jungfrau in großer Verehrung stehen, wurden die sieben Tage vor Weihnachten unter dem Titel der Erwartung der Geburt mit großer und vielfältiger Andacht begangen. Je näher das hohe Fest der Weihnachten heranrückt, desto mehr nahm die Andacht bei gottseligen Menschen in solchen Orten zu.
    -


    Die heilige Viktoria, Jungfrau und Martyrin von Rom,

    + 23.12.250 – Fest: 23. Dezember



    Die heilige Viktoria wurde von ihren Eltern in der christlichen Religion erzogen und fasste den Entschluss, sich in unversehrter Keuschheit allein dem Herrn zu widmen und nie einen anderen Bräutigam als Jesus zu wählen. Gott hatte großes Wohlgefallen an ihrem frommen Lebenswandel und begnadete sie mit der Gabe der Wunder, infolgedessen sich viele Jungfrauen um sie sammelten, um von ihr die Wege des Heils kennen zu lernen. Da geschah es, dass ein Heide mit Namen Eugenius, angezogen von ihrer blühenden Schönheit, um ihre Hand warb. Als er aber nicht zum Ziel gelangen konnte, klagte er voll der Rachgier sie bei dem Richter des christlichen Glaubens an. Der versuchte umsonst alle Mittel, um sie dahin zu bringen, dass sie den Götzen opfere und Eugenius heirate. Fortwährend standhaft abgewiesen ließ er ihr schließlich mit einem Schwert das Herz durchbohren. Viktorias Martertod fällt in das Jahr 250, da der berüchtigte Christenschlächter Kaiser Decius regierte.



    Aus anderer Quelle:



    Viktoria, eine edle Tochter Roms, zart und schön an Leibesgestalt, aber zugleich auch ebenso edel und gottesfürchtig in Gesinnung und Wandel, wurde von ihren Eltern einem edlen Jüngling derselben Vaterstadt und gleichen Ranges, Eugen mit Namen, versprochen, der zwar noch ein Heide, jedoch rechtschaffener Aufführung war; weshalb Viktoria um so weniger ein Bedenken trug, dem Willen der Eltern zu folgen, weil die schöne Hoffnung vorhanden war, den Gespons für Christus zu gewinnen. Um diese Zeit bewarb sich auch Aurelius, ein edler Römer, in derselben Absicht um Anatolia, einer Jungfrau gleichen Adels, die aber wegen des Gelübdes der Jungfrauschaft dessen Hand geradezu ausschlug. Anatolia war eine Freundin der Viktoria. Diese wurde nun ersucht, bei Anatolia für Aurelius das Wort zu sprechen. Sie tat solches, weil sie glaubte, ein Werk der Freundschaft und Liebe auszuüben. Anatolia, fest entschlossen, eine Jungfrau zu bleiben, weil sie, durch Erleuchtung von oben, die Vorzüge der Jungfrauschaft wie auch die ihr verheißene Gnade erkannte, tat ihr Herz weit auf, und sprach in begeisternder Lobrede von der Würde und Vortrefflichkeit derselben zu einer innigeren Liebe Gottes, und setzte diese Worte bei: Nimmer soll das Wort der Schrift: "Wachset und mehrt euch; und erfüllt den Erdkreis," bei der Bevölkerung der Welt so streng genommen werden; wohl aber dagegen die Worte des Herrn: "Wachset im Glauben, mehret die Werke der Liebe Gottes und des Nächsten, und füllet den Himmel an." Rede, Beispiel und Gottes Gnade trafen das Herz der Viktoria, sie schloss sich als Jungfrau an Anatolia an, legte allen Schmuck ab, gab reichliches Almosen, und verzichtete auf den Ehestand. Eugenius, im Geist entrüstet, klagte die ihm Verlobte beim Stadtvogt über Untreue, Verschwendung und über ihr christliches Bekenntnis an. Alsbald wurde Viktoria gerufen, dem Brautwerber übergeben, und dann auf sein Landgut verbannt, wo sie hart und schmählich gehalten, mit Hunger gepeinigt wurde, und endlich, weil sie auf ihrem Vorsatz unerschütterlich beharrte, durch einen Dolchstich unter des Decius Verfolgung im Jahr 253 ihren Geist aufgab. Ihr Andenken wird am 23. Dezember gefeiert.
    -



    Der heilige Servulus, Bettler und Bekenner von Rom,

    + 23.12.590 - Fest: 23. Dezember



    Servulus war ein Zeitgenosse des Papstes Gregor des Großen. Von Kindheit an gelähmt, und zwar in dem Grad, dass er sich weder aufrecht halten, noch eine Hand zum Mund hin bewegen, noch auf seinem Lager ohne Hilfe von einer Seite zur anderen sich wenden konnte, lebte er von den milden Spenden der Barmherzigkeit. Die Seinigen trugen ihn täglich in den Vorhof der Kirche zum heiligen Clemens in Rom, wo er die Almosen der Vorübergehenden empfing. Von diesen Gaben ernährte er sich und seine ebenso arme Mutter, und was von dem notdürftigsten Unterhalt übrig blieb, teilte er an noch ärmere aus. Nicht selten sogar öffnete sich die Hütte des großherzigen Bettlers gastlich Pilgern und Fremden, die an den Türen der Reichen vergebens um ein Obdach gefleht hatten. Seine Leiden und Demütigungen wurden für ihn eine Quelle reicher Verdienste durch den guten Gebrauch, den er davon machte. Er zeigte sich als ein Muster der Geduld, der Ergebung und der Sanftmut. Ungeachtet seines elenden Zustandes hörte man aus seinem Mund nie einen Laut der Klage, geschweige denn des Zorns; vielmehr pries er Gottes Anordnungen dankbar bei Tag und Nacht. Er konnte nicht lesen, kaufte sich aber dennoch die heiligen Schriften und bat, so oft sich eine Gelegenheit ergab, gottesfürchtige Menschen zu sich, dass sie ihm daraus vorlesen möchten. Auf diese Weise lernte er den Inhalt der göttlichen Bücher vollkommen kennen und richtete sein Leben danach ein. Als seine Krankheit von den äußeren Gliedern sich auf die edleren Teile des Körpers warf und er das Herannahen seines Endes fühlte, rief er mitten in der Nacht die Pilger, welche eben damals als Gäste im Haus waren, an sein Lager und bat sie, die Psalmen anzustimmen. Sie taten es; nach einiger Zeit aber unterbrach er plötzlich den Gesang und rief aus: „Stille – Haltet ein! – hört ihr nicht den süßen Klang, der aus den Himmeln tönt?“ Vertieft in die Lieder der Engel, die sein innerer Sinn vernahm, gab er den Geist auf. Im selben Augenblick entquoll der Leiche ein unbeschreiblich süßer Wohlgeruch, der die Umstehenden mit Entzücken erfüllte und bis zur Beerdigung andauerte.



    Man setzt den Tod des Heiligen in das Jahr 590. Gregor der Große, der in seinen Homilien dessen Geschichte erzählt, fügt die Bemerkung bei, dass sein ganzes Leben ein Verdammungsurteil für jene sei, die im Genuss einer festen Gesundheit und eines namhaften Vermögens keine Werke der Barmherzigkeit tun und das geringste Kreuz zu tragen nicht imstande sind.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Alt ist der Mann, der da im abgetragenen, zerfransten Priesterrock und in Schuhen, aus denen die Zehen vorwitzig hervorschauen, über die Berge der Alpen wandert auf Pilgerfahrt nach Rom. Mühsam zieht er Schritt für Schritt die Füße nach, als wären es Holzklötze. Es ist gut, dass der Pilger ins Träumen gerät, denn wenn er denkt und nachsinnt, merkt er nicht bei jedem Schritt, wie todmüde er ist.



    Von weit her kommt er schon. Sechs Monate bereits dauert die Wanderung von Kenty bei Krakau in Polen, und weil er von Kenty kommt, nennen ihn die Lateiner Cantius, Johannes Cantius also. Sieben Paar Schuhe hat er bisher auf der Wallfahrt verbraucht, und für das achte Paar ist es längst an der Zeit. Aber wenn einer eine Pilgerreise macht, soll er, so meint der Alte, nicht allzu viel nach solchen Dingen fragen. Und bald ist er ja am Ziel, im Mittelpunkt der Welt, an Sankt Peters ruhmreichem und gnadenvollem Grab. Hell jubelt bei diesem Gedanken das Herz des Wallfahrers auf.



    Es ist nicht das erste Mal, dass Johannes von Kenty nach Rom pilgert. Dreimal war er schon dort und einmal im Heiligen Land. Viel ist er gewallfahrtet in Hunger und Durst, in Kälte und Hitze, unter mancherlei Mühen und Beschwerden, aber gerne hat er es immer getan und alle Härten der weiten Fußwanderungen auf sich genommen zur Sühne für seine Schuld und weiß dabei nicht – was übrigens alle Heiligen nicht wissen –, dass er ein Heiliger ist.



    Zur Sühne für seine Schuld! Welche Schuld? Oh, die Heiligen haben scharfe Augen und bemerken das Stäubchen auf der Waage, wo andere in ihrer Blindheit schwere Steine übersehen. War er, Johannes von Kenty, nicht Pfarrer in der großen Gemeinde Ilkusi gewesen mit der schweren Verantwortung für tausend unsterbliche Seelen? Weit mehr jedoch bedrückten den ehrwürdigen Priestergreis die langen Jahre seiner Lehrtätigkeit am Seminar zu Krakau, wo er Hunderte und Hunderte von Seelsorgern herangebildet hat. Ob er da wohl voll und ganz seine Pflicht erfüllt hat? Wie gesagt, Heilige sehen das Stäubchen auf der Waage, und deshalb wollte der Alte für seine Pflichtverletzungen durch die neue und wohl letzte Pilgerfahrt seines Lebens büßen. So denken die Heiligen, und diese Gedanken sind durchaus ehrlich bei ihnen.



    He! Johannes von Kenty, weißt du denn nicht, dass du als Seelsorger mehr als nur deine Pflicht getan hast? Übersiehst du, dass du den Schülern im Seminar nicht nur umfangreiches Wissen, sondern in Wort und Beispiel auch, echte, tiefe, hingebende Frömmigkeit lehrtest? Denkst du nicht mehr daran, dass du oft nicht einmal das Nötigste zum Leben hattest, weil du alles verschenkt hast? Sogar die Schuhe von den Füßen und die Hose unter dem langen Priesterrock hast du weggegeben, wenn dich ein Armer auf der Straße anbettelte. Nicht einmal, zehnmal, zwanzigmal hast du solche außergewöhnlichen Werke der Nächstenliebe vollbracht, du alter Mann im Lumpenrock, du hochedler Ritter im Heer des Christkönigs!



    Nein, an all das denkt der Träumende nicht, sondern er liegt plötzlich der längelang auf dem Weg. Das waren sicher Kinder, die ihn ärgern wollten und das Seil über den Weg gezogen hatten, das er übersah! Doch wenn es nur übermütige Kinder gewesen wären! Etwas ganz anderes war es, denn da ertönt ein Pfiff, und aus dem Gebüsch rechts und links treten Räuber. Sie umzingeln den Pilgersmann und rauben ihm den letzten Pfennig aus der Tasche. Und bevor sie sich wieder verziehen, brüllt der Räuberhauptmann den Ausgeplünderten an, ob das auch wirklich alles sei, was er bei sich hat. „Ja, alles, alles, alles“, entgegnet verstört der Gefragte und denkt im Augenblick nicht daran, dass ihm seine Schwester in ihrer vorsorglich klugen Art fünf Goldstücke in den Kleidersaum eingenäht hatte. Und nun ist es für Johannes von Kenty wirklich ein wahres Glück, dass ihm dies wenige Augenblicke später einfällt, denn da konnte er noch die Räuber zurückrufen und sich entschuldigen, und sie sollten doch nicht meinen, dass er sie angelogen habe, er habe wirklich nicht an die Goldstücke gedacht. Mit diesen Worten öffnet der Heilige den Kleidersaum und übergibt den Banditen auch die fünf Goldstücke.



    Da solltest du die Gesichter gesehen haben! Der Räuberhauptmann sagte tief beeindruckt zu Johannes von Kenty:



    „ Nun weiß ich wieder, dass es noch Gutes auf der Erde und einen Gott im Himmel gibt. Behalte dein Geld, und hier ist alles, was dir gehört, und bete für mich und für uns alle.“



    Auf diese Worte musste natürlich Johannes von Kenty antworten, und so schmiedete er gleich das Eisen im Feuer, und zum Schluss der Rede folgten die Räuber dem Heiligen in die nächste Kirche, und da setzte sich der Mann Gottes in den Beichtstuhl, und die wilden Gesellen traten einer nach dem anderen hinzu. Was sie da in den Beichtstuhl brachten, das hatte wirklich Gewicht. Als Johannes von Kenty dann den letzten absolviert hatte und aufstand, sagte er leise, befriedigt und anerkennend vor sich hin:



    „Wahrhaftig, das war eine Pilgerfahrt wert!“



    Am 24. Dezember 1473 holte das Christkind seinen treuen Diener durch einen seligen Tod zur ewigen Belohnung heim, gerade recht zur Weihnachtsfeier im Himmel.



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  • Vom Reich GottesDatum22.12.2025 15:33
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Notwendigkeit der guten Werke



    Gib mir, heil`ger Glaube, Stärke,

    Dass ich durch gerechte Werke

    Meinen Schöpfer täglich ehre,

    Und sein Lob dadurch vermehre:

    Denn dies ist das Ziel der Zeit,

    Und der Lohn der Ewigkeit.



    1. Ein Jünger Jesu Christi ohne gute Werke ist eine Lampe ohne Öl, die im Begriff ist zu erlöschen, - ein unfruchtbares Erdreich, das vom Fluch des Ackermanns getroffen, ein Baum ohne Frucht, der verurteilt ist, ausgehauen und ins Feuer geworfen zu werden. Wer da glaubt, und diesem Glauben nicht gemäß lebt, spricht sich selbst das Verdammungsurteil. Wurde nicht das Talent dem trägen Knecht hinweggenommen, der es vergraben hatte, und nicht damit wirkte? Wer nicht Gutes tut, tut dadurch selbst Böses, denn Unfruchtbarkeit ist im Christentum Ungerechtigkeit, und darum auch fluchte Jesus dem unfruchtbaren Feigenbaum, der nur Blätter, aber keine Früchte hatte, denn nichts bringt der Schmuck des Glaubens ohne die Frucht der Werke.



    2. Man erkennt das Leben an der Bewegung. Ein Körper, der nicht mehr lebt, bewegt sich nicht mehr, also ist auch tot die Liebe, wenn sie ohne Tätigkeit ist. Ist aber einmal die Liebe erloschen, dann wird der Glaube sie nicht lange überleben. Denn das Herz verführt den Geist, die Eigenliebe besticht das Urteil, die Leidenschaft verblendet die Erkenntniskraft, und so verliert der Mensch, der nichts Gutes wirkt, die Liebe und den Glauben, versinkt in Gleichgültigkeit, und zuletzt in gänzlichem Unglauben, was vielen aus gerechter Strafe widerfuhr.



    3. Ergeben wir uns guten Werken, und tun wir sie in reichlichem Maß. Tun wir sie im Stand der Gnade, mit Eifer und in der Absicht, Gott zu gefallen. Tun wir so viel Gutes, als wir früher Böses getan haben, die verlorene Zeit zurück zu erkaufen und Gottes Gerechtigkeit genug zu tun. Wofür soll der ewige Richter uns belohnen, wenn wir mit leeren Händen vor ihm erscheinen, da er so ausdrücklich spricht, "er werde jedem nach seinen Werken vergelten?" Eilen wir also, so lange uns noch Zeit dazu gestattet ist, denn schon ist die Nacht im Anzug, wo niemand mehr wirken kann. "Was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? Der Glaube ohne Werke ist nutzlos." (Jakobus 2,14+20)

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  • Tages-Gebete Datum22.12.2025 11:16
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 22. Dezember



    Allerseligste Jungfrau Maria, du lichtes und wolkenloses Vorbild aller Tugenden, unterweise uns doch, dass auch wir unser Leben mit all den Blumen himmlischer Tugenden ausschmücken, wodurch dein Leben selbst zu einem anmutigen Garten Gottes sich gestaltete. Dann werden wir auch vom Wohlgefallen deines Sohnes begleitet sein. Und wir werden, milde Mutter unseres Erlösers, als deine getreuen Pflegekinder, gewürdigt, seine getreuen Nachfolger und die Miterben seines Reiches zu werden. Amen.



    Zu Gott



    In stätem Blick auf Dich, o mein Gott, will ich dieses Leben durchwandern. Zwar mit Trübsal und manchem Kummer müssen meine Tage für das bessere Vaterland gewonnen werden. Wie oft fühle ich meine Schwäche und Sündhaftigkeit, wie oft die Gefahren, denen ich in diesem Ort der Verbannung ausgesetzt bin. Nur Deine schirmende Nähe kann mich aufrecht erhalten und bewahren vor dem ewigen Verderben. Aber entzünde Du in mir die himmlische Liebe, damit ich, wenn auch dem Leibe nach, auf Erden wohnend, stets im Geist mit Dir vereinigt bin. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag wurde im Jahr 1216 vom Papst Honorius III. der Predigerorden bestätigt. Sie wurden anfangs "Brüder von der Jungfrau Maria", danach "Brüder von dem Habit der Jungfrau Maria" genannt. Schließlich ist ihnen von der beständigen Ausübung des Predigtamtes der Name der "Prediger" geblieben. Dieser Orden war der Verehrung der seligsten Jungfrau besonders zugetan. Man hat bemerkt, dass die geistlichen Orden, die sich durch eine wahre Andacht zur seligsten Jungfrau Maria ausgezeichnet haben, in der katholischen Welt sehr weit ausgebreitet wurden. Gott wollte sie in dieser Andacht und im heiligen Religionseifer erhalten.

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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    heilige Bertha von Avenay

    in Frankreich, Äbtissin der von ihr 660 gegründeten Abtei Avenay-Val-d’Or bei Épernay und Martyrin um 690

    (Das Kloster wurde während der Revolution vollständig abgerissen)

    Gumpert, Mönch und Martyrer




    Bertha wurde in Avenay bestattet, Gumpert, der als Mönch am Meer starb, wurde im Jahr 950 dorthin überführt. Das Paar ruhte lange in einem gemeinsamen Sarkophag (der im 18. Jahrhundert noch vorhanden war), bis es in zwei silberne Särge umgebettet wurde.



    Gumpert war ein Neffe (oder Schwager) Childerichs II. (+ um 675), merowingischer Frankenkönig. Bertha gehörte demselben edlen Geschlecht an, und beide hatten unter Anrufung Mariens gleich ihr in der Stille ihres Herzens dem Herrn ihre Jungfräulichkeit angelobt. Allein der Wille ihrer Familien und über allem der ausdrückliche Wille des Himmels, der sich in besonderen Erscheinungen diesen beiden gottesfürchtigen Seelen geoffenbart hatte, vereinigte sie im Bund der Ehe. Auch hierin war Maria ihr Vorbild, und ihre Herzen verschmolzen sich ineinander, um mit wechselseitiger Unterstützung in höherem Grad die Jungfräulichkeit des Leibes zu bewahren. Mitten im Taumel der Herrlichkeiten, den Genüssen des Reichtums, den Ausschweifungen eines entarteten Hofes, wussten sie die heldenmütigste aller Tugenden zu üben: schöne und liebenswürdige Hofleute in den Augen der Welt, blieben sie zugleich Engel vor Gott.



    Nachdem die politischen Ereignisse den Thron Childerichs gestürzt hatten, entschlossen sich unter Pipin die beiden Gatten, die nun frei ihrem Drang folgen konnten, sich zu trennen, um sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, und sich hier ausschließlich den Werken der Frömmigkeit zu widmen. Beide gründeten in Reims Klöster, Gumpert für Mönche, Bertha für christliche Jungfrauen, und Maria war die besondere Beschützerin in dieser letzteren Anstalt.



    Eines Tages wurde Bertha von der Königin der Jungfrauen bei einer der vertraulichen Unterredungen, die sie mit ihr pflog, darauf aufmerksam gemacht, dass es mitten in einer volkreichen Stadt sehr schwierig sei, den Frieden der Einsamkeit zu finden, der doch unerlässlich ist für den süßen Verkehr mit Gott, der bei Lärm und Getümmel nicht zu finden ist. Sie bezeichnete ihr das Valdor (goldene Tal) von Avenay als eine Einsamkeit, wo ihr die reichlichsten Segnungen zu Teil werden sollten. Bertha machte sich sogleich auf, um den Ort zu suchen, den ihr Maria gezeigt hatte. Die Engel selbst führten sie dahin und übergaben ihr den von ihrer Königin genehmigten Plan des künftigen Klosters. Die Dienerin Mariens zögerte nicht mehr. Wie durch Zauber erhob sich der heilige Bau und die fromme Bertha sah, wie die Engel selbst mit Hand anlegten und die Werkleute unterstützten. Bald zog sie mit den gottesfürchtigsten ihrer Jungfrauen von Reims nach dem neuen Kloster hinaus, und das Tal wird fortan mit Recht den Namen Valdor tragen, denn es trägt auch in seinem Schoß das reinste Gold der christlichen Liebe.



    Am Tag der Einweihung der neuen Anstalt erwählten Bertha und ihre Töchter, die sich nicht auf die übliche Weihe unter Anrufung Mariä beschränken wollten, die seligste Jungfrau feierlich zur Äbtissin des Klosters, und Maria verschmähte nicht, dieses Amt anzunehmen. In der darauffolgenden Nacht sah sich Bertha in den Entzückungen ihrer heiligen Liebe versenkt, allmählich von einem blendenden aber milden Licht umflossen. Dienstbare Engel stiegen in das Betzimmer herab, wo sie ihrer Andacht oblag, und errichteten hier einen Thron, den Maria mit allem Glanz ihrer Herrlichkeit in Besitz nahm. Sie war von dem strahlenden Hof der gottseligen Jungfrauen umgeben, deren weiße Lilienkränze einen lieblichen Wohlgeruch verbreiteten und in einem Glanz leuchteten, der noch lebhafter war als der himmlische Glorienschein der Engel. Mit dem Stab, dem Sinnbild ihrer neuen Würde, in der Hand, sprach Maria folgende liebreiche Worte zu Bertha:



    „Liebe Tochter, ich nehme das Amt an, das du mir angeboten hast, und werde alle seine Pflichten erfüllen. Von dieser Stunde an bin ich auf eine ganz besondere Weise Mutter und Gebieterin meiner Töchter von Avenay. Ich selbst werde ihre Herzen bilden und sie bei jedem Vorkommnis beschützen. Mein Sohn ist zufrieden mit dir und wird seine Gnade mit meinem Beistand verbinden. Mit so kostbarer Hilfe werden meine Töchter rasch auf der Bahn der Vollkommenheit hinan schreiten. Mut! Tut was ihr vermögt und wir werden das Übrige tun.“



    Nach diesen Worten schwebte die Königin der Jungfrauen wieder zum Himmel empor, und ließ die fromme Bertha in einem Strom der süßesten Tröstungen zurück, wofür sie ihren Dank durch reichliche Freudentränen bezeigte. Alsdann wusste sie durch ihre innigen Worte den Seelen ihrer Schwestern alles, was sie selbst empfand, mitzuteilen, und alle zusammen wandelten mut- und vertrauensvoll der höchsten Stufe der Heiligkeit entgegen.



    Indessen fehlte dem Kloster noch ein wesentliches Erfordernis: das goldene Tal hatte kein Wasser, und Bertha setzte mit der rührenden Einfalt ihres vertrauensvollen Glaubens ihre himmlische Äbtissin in Kenntnis davon. „Suche eine Quelle“, ließ Maria ihr sagen, „und ich werde sie in mein Haus leiten.“ Bertha suchte längere Zeit und entdeckte endlich eine Quelle von großer Ergiebigkeit im Garten eines Privatmannes in Vertuelle, in beträchtlicher Entfernung von dem Haus. Da sie die Verheißung Mariens nicht anzweifelte, suchte sie den Eigentümer zu bewegen, seine Rechte auf diese Quelle an sie zu verkaufen. Und über einen solchen Antrag ganz erstaunt, fügt er sich am Ende in ihr dringliches Ansuchen, und tritt sie um den Preis von einem Pfund Silber an sie ab.



    In ihrer Demut fürchtete Bertha, das Wunder, das sie von Maria erwartete, möchte ihr zugeschrieben werden, und vermochte deshalb einen bereits im Ruf der Heiligkeit stehenden Mönch, mit ihr an der Quelle zu beten. In der Tat knieten beide hier an der Quelle nieder, und als sie wieder aufstand, sprach die fromme Jungfrau: „Zeige uns dein Erbarmen, o Herr!“ Alsdann zog sie mit einem Stab eine leichte Furche von da bis Baldor. Sogleich beginnt das Wasser in dem Becken, wo es bis dahin geschlummert hatte, zu wallen, ergießt sich in die von Bertha gezogene Furche und grub sich bis Avenay ein Bett, das es seit dem nicht mehr verlassen hat. Bertha nannte das Bächlein Livre (Pfund).

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  • Vom Reich GottesDatum21.12.2025 09:00
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Von den Fehlern des verflossenen Lebens



    O Gott, erleuchte meinen Sinn,

    Mich selbst zu schauen, wie ich bin;

    Dass dies Gesicht mich Demut lehre,

    Und sich mein Herz zu dir bekehre.



    1. Wenn du dem Dienst Gottes dich ergeben hast, so verzage nicht beim Anblick der Fehler deines verflossenen Lebens. Denn es wird nicht selten geschehen, dass alte Sünden und lasterhafte Gewohnheiten, Unrecht und Grausamkeiten, Unbesonnenheiten und Torheiten in deiner Erinnerung aufsteigen und dich nicht nur tief beschämen, sondern auch zur Verzweiflung reizen werden, als wäre es unmöglich, dass du Gott gefallen kannst, und als sei alles verloren. Dies kommt teils aus dem Schmerz der Eigenliebe, die Großes auf sich hielt, und nun genötigt ist, ihre Armseligkeit in ihrer ganzen Blöße zu schauen. Teils kommt es auch vom alten Widersacher, der den Menschen in Kleinmut zu stürzen sucht, um ihn in seine vorigen Laster zurückzustürzen.



    2. Darum, wenn derlei Versuchungen dich bedrängen, so preise die ewige Güte, die ungeachtet so schwerer Unreinheiten, durch die du dein Leben befleckt hast, dennoch so sehr dich liebte, dass sie durch Einflößungen ihrer Gnade dich berief und auf den Weg des Lebens versetzte. Bedenke mit dankbarem Gemüt, wie lange und wie geduldig diese ewige Güte in Fehlern dich ertrug, bei deren Anblick du dir selbst unausstehlich bist. Und da die göttliche Langmut, die noch gar vieles andere in dir sieht, das dir verborgen ist, dich mit so großer Geduld ertrug, so lerne denn auch du selbst mit Geduld dich ertragen.



    3. Bitter zwar und beschämend ist ein solcher Anblick, aber der Schmerz dieser Wunden ist ein Anzeichen baldiger Gesundheit. So lange der Mensch außerhalb seiner selbst umherschweift, sieht er den Schaden nicht, der unterdessen in seinem inneren Haus geschieht. Kehrt er aber in sich ein, und sieht sein Haus in dieser schmählichen Zerrüttung, dann sucht er alles auf die beste Weise wieder zu ordnen. Notwendig auch ist diese bittere Arznei, weil ohne sie der Mensch niemals zur wahren Demut gelangte. Wer aber auf solche Weise sich selbst wahrhaft erkennt, den wird das Lob der ganzen Welt nicht zu eitlem Wohlgefallen an sich verleiten. "Herr, deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet. Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg." Psalm 139,16+24)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum21.12.2025 08:50
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 21. Dezember



    Allerseligste Jungfrau Maria, wir bitten dich durch alle deine Verdienste, dass du unserer armen Seele doch nur einen kleinen Teil von ihnen schenken willst, auf dass sie, nach ihrer Fassungskraft mit ihnen gesegnet würde. O du Mutter der Barmherzigkeit, bewirke doch, durch den Beistand deiner Fürbitte, dass in unserem Innersten nur ein Bächlein fließe von dem Überfluss der von Gott dir verliehenen Gnaden, damit die große Leere unseres Herzens mit ihnen ausgefüllt, und unsere Seele gereinigt, und unsere Werke fortan vor dem lieben Gott als einigermaßen vollkommen erfunden werden. Amen.



    Kirchengebet



    O Gott, der Du zum Schutz des katholischen Glaubens den heiligen Petrus mit Tugend und Wissenschaft ausgerüstet hast, verleihe gnädig, dass durch seine Beispiele und Ermahnungen, die Irrenden zum Heiland zurückkehren und die Rechtgläubigen im Bekenntnis der Wahrheit verharren, durch Christus, unsern Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Am heutigen Tag im Jahr 1157 hat Papst Adrian IV. dem Abt des Klosters des heiligen Lambertus in Österreich die Erlaubnis gegeben, einem frommen Ordensmann seines Klosters an dem wilden Ort, wo nun die berühmte Wallfahrt zu Mariä Zell ist, die Besorgung der verlassenen Einwohner zu übertragen. Der nahm sein eine Elle großes hölzernes Mutter-Gottes-Bild mit sich, baute sich eine Zelle und eine kleine Kapelle, wo dieses Bildnis nach und nach verehrt wurde. Da aber im Jahr 1284 Heinrich, Markgraf von Mähren, mit seiner Gemahlin die ihnen beiden hergestellte Gesundheit, und der ungarische König Ludovicus im Jahr 1363 den wunderbaren Sieg gegen das unzählbare Heer der Barbaren der Fürbitte der seligsten Jungfrau an diesem Ort zu verdanken hatten, der Ruf seiner Wunderwerke auch sich täglich vermehrte, wurde die herrliche Kirche, die nun dasteht, gebaut, und dieses von der Zelle genannte Mariä-Bild zum Zufluchtsort der österreichischen Kaiser und Fürsten, wie auch des ganzen Landes bestimmt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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