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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der Ruhm des Lehrers verjüngt sich im Lob des Schülers; von seiner Ehrenkrone fällt ein verklärender Strahl auch auf des letzteren Haupt. So erscheint uns denn auch der heilige Titus gerade deshalb so ehrwürdig, weil er ein unmittelbarer Apostelschüler ist: einer der bedeutendsten und verdientesten Paulusjünger, der „Wandergenosse“ (2 Kor 8,19) und „Mitarbeiter“ (ebd. 8,23) des Völkerlehrers und Heidenapostels. Nach seinen eigenen Andeutungen hat Paulus selbst den „geliebten Sohn“ (Titus 1,4), das Kind heidnischer Eltern, für das Christentum gewonnen, wie er ihm auch durch sein Sendschreiben (Titusbrief) das schönste Denkmal im Herzen der Christenheit gesetzt hat. Nicht viele Strahlen zwar fallen vom Tageslicht geschichtlicher Überlieferung auf das Lebensbild unseres Paulusjüngers, aber die wenigen leuchten hell und rechtfertigen die Verehrung, die ihm die ganze Kirche von den Tagen der Apostel an darbringt. Ihr Heiligenverzeichnis aber, das sogenannte „Römische Martyrologium“, setzte seinen Sterbe- oder Geburtstag für den Himmel unterm 4. Januar an. Die Griechen feiern den heiligen Titus am 25. August.



    Die Wiege des Heiligen steht im Dunkel, doch weisen nicht undeutliche Spuren auf Antiochien in Syrien, die zweitgrößte Weltstadt des damaligen Ostens, die Heimat seines großen Mitschülers und Evangelisten Lukas. Zum ersten Mal treffen wir ihn auf der Reise zum Apostelkonzil um das Jahr 50 an der Seite des heiligen Paulus. Dieser selbst legte seiner Begleitreise noch nachträglich große Bedeutung bei (Gal 2,3). Er sollte nämlich als Muster eines glaubensfesten und sittenreinen Heidenchristen in Jerusalem, der Urgemeinde des Judenchristentums, erscheinen, um das Misstrauen zu zerstreuen, das man gerade in jüdischen Christenkreisen den neubekehrten Heiden entgegenbrachte. Seine Persönlichkeit scheint geradezu den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen gebildet zu haben, welche der Hauptversammlung des Apostelkonzils vorausgingen. Sie endeten, wie die Entscheidung des Konzils selber, zugunsten der Heidenchristen. Den äußeren Ausdruck fand diese Tatsache, die in Antiochien, der Hauptgemeinde des Heidenchristentums, so viele Freude hervorrief (Apg 15,31), in dem Umstand, dass Titus auf Verlangen des heiligen Paulus nicht der Zeremonie der Beschneidung unterworfen wurde.



    Während der zwei folgenden großen Missionsreisen des heiligen Paulus erfreute sich Titus bereits des besonderen Vertrauens seines Lehrers. Zweimal nacheinander wurde er von ihm mit schwierigen Aufträgen nach der Weltstadt und neugegründeten Christengemeinde Korinth abgeordnet. Die erste Sendung erfolgte von Ephesus in Kleinasien aus. Er sollte durch sein mündliches Wort das schriftliche des heiligen Paulus (1. Korintherbrief) näher erläutern und ergänzen und dessen Mahnungen darin Gehör und Folge verschaffen. Titus löste seine Aufgabe glänzend. Es gelang ihm in kurzer Zeit die durch Falschlehrer in große Verwirrung und leidenschaftliche Spannung versetzte Gemeinde durch sein ebenso taktvolles wie festes Auftreten wiederum in Ordnung zu bringen. In der Hafenstadt Troas, von wo aus Paulus zum zweiten Mal den Fuß auf das europäische Festland setzen wollte, harrte dieser seines Boten: „und ich hatte keine Ruhe in meinem Geist, versichert er, weil ich den Titus, meinen Bruder, nicht fand.“ Erst in Mazedonien fand er ihn und begrüßte ihn freudig wie einen Engel des Trostes (2 Kor 7,6). „In unserem Trost aber“, fährt er fort, „haben wir uns noch weit mehr gefreut über die Freude des Titus“, nämlich wegen des glücklichen Gelingens seines Auftrages. Dieser Herzenserguss beweist in rührender Weise, wie innig und vertraut das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler geworden war.



    Die zweite Sendung erfolgte von Mazedonien aus. Der erprobte Jünger wurde mit der Doppelaufgabe betraut: den zweiten Korintherbrief des Apostels zu überbringen und die Sammlung milder Gaben für die notleidenden Christen der Mutterkirche in Jerusalem zu Ende zu führen. Paulus weiß, dass er die Doppelaufgabe in verlässliche Hände gelegt, und dankt förmlich Gott, dass er solchen Eifer in des Titus Herz gesenkt habe (ebd. 8,16). Das Lob, das aus diesem kurzen Dankeswort des Weltapostels klingt, wiegt schwerer als noch so ruhmredige Worte einer langen Beschreibung es vermöchten.



    Nach seiner ersten römischen Gefangenschaft (61-63) hatte der heilige Paulus auch Kreta (jetzt Kandia) im Mittelmeer besucht und dort seinen Schüler Titus als ersten Bischof der Insel zurückgelassen. Er sollte hier an der Spitze eines selbstständigen Wirkungskreises das begonnene Missionswerk vollenden und insbesondere durch Weihe und Einsetzung von Priestern und Bischöfen eine feste kirchliche Ordnung schaffen (Titus 1,5), deren Oberleitung ihm oblag. Die Verhältnisse lagen, wie wir aus dem Titusbrief erfahren (1,10 ff) außerordentlich schwierig, so dass es Paulus angezeigt hielt, ihm auch später noch durch erprobte Ratschläge und goldene Pastoralregeln an die Hand zu gehen. Er ließ ihn sogar einmal zu sich nach Nikopolis in Epirus kommen (Titus 3,12), um sich persönlich mit ihm noch des Näheren ins Einvernehmen zu setzen.



    Wie wir aus glaubwürdigen, außerbiblischen Nachrichten erfahren, griff der apostolische Eifer des heiligen Bischofs von Kreta auch auf die benachbarten Inseln über, wo sein zündendes Wort ebenfalls mächtige Flammen schlug und das Christentum rasch zum Sieg über das Heidentum führte. Selbst nach dem entlegenen Dalmatien lenkt der begeisterte Missionar auf den Wunsch seines Lehrers Paulus (2 Tim 4,10) seinen Wanderschritt mit solchem Erfolg, dass die Dalmatiner ihn als ihren Apostel, als den Vater ihres Christenglaubens verehren.



    Gar vieles, zum Teil Wunderbares weiß die spätere Überlieferung über das sonstige Leben und Wirken des heiligen Titus zu berichten. Doch ist sie so sehr von sagenhaften Zutaten überwuchert, dass Dichtung und Wahrheit darin für uns nicht mehr zu unterscheiden sind. Übereinstimmend aber lauten die Nachrichten dahin, dass er auf Kreta in hohem Alter eines ruhigen und friedlichen Todes starb und in der Bischofskirche (vielleicht zu Cortyna) beigesetzt wurde. Sein Haupt soll später aus Anlass der Araber- und Türkenkämpfe nach Venedig gebracht worden sein, wo es heute noch im Markusdom verehrt wird.



    Wie tief wird der heilige Titus, der so innig an Herz und Mund seines geliebten Lehrers hing, in den goldenen Wahrheitsschatz seines Sendschreibens sich versenkt haben! Wie oft wird er es wiedergelesen haben, so dass er jedes Wort im Gedächtnis wahrte! Auch uns hat es Paulus nicht weniger tief ins Herz und Gewissen geschrieben. Auch für uns sollte jedes Blatt der Heiligen Schrift der nimmer versiegende Jungbrunnen sein, aus dem wir fort und fort neue Belehrung und Erbauung, christliche Weisheit und Vollkommenheit schöpfen. Denn aus ihm sprudelt uns „die Gnade Gottes unseres Heilandes, die allen Menschen erschienen ist, und sie lehrt uns, dass wir sittsam, gerecht und gottselig leben sollen in dieser Welt“ (Titus 2,11f).


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/



  • Zum Namen-Jesu-Fest



    (Aus: "Goldene Legende der Heiligen"

    Richard von Kralik, 1902)



    Als Gott so wunderbarer Art

    In diese Welt geboren ward,

    Da wollte er als treuer Knecht

    Der Welt auch tun ihr volles Recht.

    So ward er nach der Juden Sitten

    An dem achten Tage beschnitten,

    Und ihm der lobesame,

    Der gute Name

    Bestätigt auf Erden,

    Den er ließ kund werden

    Durch Gabriel den Himmelsboten.

    Als alle Höllengeister drohten,

    Ließ er zum Kampf der Helden

    Uns diesen Schlachtruf melden.



    Name Jesus, dir gegeben,

    Ehe diese Erdenbahn

    Du betratest, und ein Leben

    Reich an Leiden dir begann!

    Name Jesus, dir gegeben

    Uns zum Segen uns zum Heil,

    Uns zum Himmel zu erheben,

    Zum verheiß`nen Erbeteil!

    Name Jesus, vor dir beugen

    Engel und Verklärte sich;

    Nur verworf`ne Geister schweigen,

    Zittern, scheuen, fliehen dich.


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  • Vom Reich GottesDatum03.01.2026 12:24
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Die erhabene Bestimmung des Menschen



    Ich pilgre hier in fremdem Land,

    Und ziehe eilig fort;

    Im Himmel ist mein Ort.

    Bald fällt des Fleisches Scheidewand,

    Dann reicht mein Schöpfer mir die Hand,

    Und nimmt nach meinem Lauf

    Mich gnädig zu sich auf.



    1. Wie kam ich in diese Welt? Und was soll ich in ihr? Verdanke ich vielleicht mein Dasein den leiblichen Eltern? Aber kennen denn diese Eltern auch nur die Hälfte der inneren Organe meines Leibes? Setzten sie den unendlich kunstreichen Bau meines Auges oder meines Gehirns zusammen? Und wie verknüpften sie meinen unsichtbaren Geist mit diesem sichtbaren Körper zu einem Wesen? Eine Kunst unendlicher Weisheit und Allmacht ist hierzu erforderlich. Dies sagt mir das Licht der Vernunft. Gott also hat, wenn auch durch die Vermittlung irdischer Eltern, mir das Dasein gegeben. Er ist der eigentliche Urheber meines Daseins.



    2. Gab aber Gottes unerschaffene Majestät mir das Dasein, so gab sie es mir offenbar zu ihrer Verherrlichung und zu meiner eigenen Glückseligkeit. Denn alle Wesen schuf der Allerhöchste für sich, alle streben nach ihm, wie nach ihrem Mittelpunkt. Dazu auch ist mein Geist mit einer Erkenntniskraft begabt, die bis ans Unendliche reicht, ihn selbst zu erkennen, und mit einem Vermögen, zu lieben, das kein erschaffenes Wesen vollauf zu sättigen vermag. Schon hieraus erkenne ich klar, dass ich erschaffen bin, meinen Schöpfer zu erkennen, zu lieben und ihn zu besitzen, da nur er, der unendliche Urquell alles Guten, mein Ziel und meine einzig wahre, volle und unendliche Glückseligkeit ist.



    3. Was also soll ich hier? Offenbar soll ich das Ziel erreichen, für das mein Gott mich erschaffen hat. Hierin aber erkenne ich seine unendliche Güte, die mich nicht erschuf, und dann mir selbst mich überließ. Er gab mir sein heiliges Gesetz als den Weg, auf dem ich zu ihm gelange. Nicht erschaffen wurde ich also, in dieser Welt reich zu werden, nach vergänglicher Ehre zu streben, sündhaften Lüsten mich zu ergeben. Vielmehr würden diese Dinge unendlich weit von dem Weg meiner himmlischen Pilgerschaft mich entfernen. Sondern erschaffen wurde ich, den Willen meines Schöpfers auf die Art und Weise zu tun, die seine heilige Vorsehung mir vorzeichnet, weil ich nur dadurch zu meinem erhabenen Ziel gelange. Psalm 119,73: "Deine Hände, mein Gott, haben mich gemacht und geformt. Gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne."

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  • Tages-Gebete Datum03.01.2026 10:16
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete


    Gebet am 3. Januar




    Meine himmlische Königin, Gott will, dass ich mich an dich wende, er will, dass ich deine Barmherzigkeit anflehe, damit nicht nur die Verdienste deines Sohnes, sondern damit auch dein Gebet mir helfe und mich vom ewigen Verderben errette. Ich nehme dann also zu dir meine Zuflucht, o Maria. Du betest für so viele andere, bitte doch Jesus auch für mich. Sage ihm, er möge mir doch vergeben, denn dann verzeiht er mir gewiss. Sage ihm, dass du dir mein Heil wünschst, denn dann werde ich sicher gerettet. Zeige der Welt wieviel Gutes du denen erweist, die auf dich vertrauen. Also hoffe ich, also sei es. Amen.



    Zu Jesus Christus auf die Fürbitte der heiligen Genovefa




    Verleihe uns, o Herr Jesus Christus, durch die Fürbitte der heiligen Genovefa den Geist des Gebets und der Liebe, damit wir der Glückseligkeit teilhaftig werden, die Du den Nachahmern Deiner Auserwählten versprochen hast, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.




    3. Januar - Die heilige Genoveva,




    Jungfrau, wurde neben dem berühmten König Chlodwig begraben. Man geht an seinem Grab gleichgültig vorüber, dagegen fallen Fürsten und Völker am Hügel dieser armen, aber heiligen Jungfrau nieder, und rufen sie um ihre Fürbitte an.

    Du siehst, so kurz und vorübergehend ist der Ruhm vor der Welt, der Beifall, das Lob der Menschen, hingegen ewig dauernd ist der Lohn, der Segen eines frommen, verborgenen, oft ganz verachteten Lebens einer christlichen Jungfrau, das oft spät, erst nach dem Tod Anerkennung vor den Menschen findet.

    Prüfe dich, ob ungerechter Tadel, Verachtung, Spott der bösen Welt, der eigenen Verwandten, Vorgesetzten etc. dich ruhig und gleichmütig lässt, oder ob es deine guten Vorsätze erschüttert, dich etwa ganz irre macht, davon abbringt?

    Bete um Standhaftigkeit bei Tadel und Verachtung.



    Achte nicht der Menschen Spott,

    Deine Ehr, o Christ, die gibt dir Gott.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Ein schreckliches Erdbeben, das besonders in Italien alles erschütterte, wurde an diesem Tag durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau im Jahr 1117 gestillt, wie ein unmündiges Kind, das plötzlich laut in der Kirche zu reden anfing, aussagte. Diese Geschichte bezeugen mit Trithemius viele angesehene Schriftsteller.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Im Dorf Nanterre, zwei Stunden von Paris entfernt, wurde sie um 422 geboren. Fünfzehnjährig zog Genoveva zu ihrer Tante nach Paris, bei der sie auch, nachdem sie den Schleier der Braut Gottes empfangen hatte, wohnte. Sie führte ein ungemein strenges Leben und bemühte sich immer wieder, dem einzelnen und dem Volk helfend beizustehen. Auf ihre Fürbitte hin blieb Paris 451 vom Hunnensturm verschont.



    Genoveva starb 502 oder 512 und wurde unter dem heutigen Pantheon in Paris begraben. 100 Jahre später wurden ihre Gebeine in die Kirche St-Etienne-du-Mont übertragen und in einem kostbaren Schrein beigesetzt.



    „Genoveva wurde um das Jahr 422 geboren und war sieben Jahre alt, als der heilige Germanus von Auxerre und der heilige Lupus von Troyes, die sich nach Großbritannien begaben, um die Irrlehre des Pelagius zu bekämpfen, zu Nanterre ihr Nachtlager nahmen. Kaum waren die zwei Bischöfe angelangt, als sie sich von einer großen Volksmenge umringt sahen, welche ihren Segen begehrte. Unter den frommen Menschen befand sich auch Genoveva mit ihren Eltern. Allein der heilige Germanus wusste sie, durch höhere Erleuchtung, die ihm plötzlich vom Geist Gottes zuteilwurde, zu unterscheiden, hieß sie mit ihren Eltern näher kommen, und sagte diesen die künftige Heiligkeit ihrer Tochter voraus. Er fügte noch bei, dass sie den gefassten Entschluss, Gott zu dienen, ins Werk setzen und durch ihr Beispiel zur Heiligung anderer vieles beitragen würde. Da ihm Genoveva hierauf sagte, sie hege schon seit langer Zeit das Verlangen, in immerwährender Jungfrauschaft zu leben und keinen anderen Namen als den einer Braut Jesu Christi zu tragen, gab er ihr seinen Segen, um sie Gott von diesem Augenblick an zu weihen; dann führte er sie in die Kirche, begleitet von allem Volk, das sich um ihn versammelt hatte, und hielt während des Psalmengesanges und der Gebete seine Hand über ihrem Haupt ausgestreckt. Er behielt sie auch noch während der Mahlzeit bei sich und entließ sie erst, nachdem er vom Vater das Versprechen erhalten hatte, dass er sie am Morgen des folgenden Tages vor seiner Abreise noch einmal sehen könne.



    Severus und Gerontia begaben sich mit ihrer Tochter zur bestimmten Stunde zu dem Heiligen, welcher Genoveva fragte, ob sie sich noch ihres Versprechens erinnere, das sie Gott gegeben habe: „Ja“, antwortete sie, „ich erinnere mich dessen noch und hoffe mit dem Beistand der Gnade ihm treu zu sein.“ Der Heilige, hoch erfreut über eine so schöne Antwort, ermahnte sie, in diesen Gesinnungen zu beharren. Dann gab er ihr eine kupferne Medaille, auf welcher das Bild des Kreuzes eingegraben war, und empfahl ihr, sie allzeit am Hals zu tragen, um sich stets zu erinnern, dass sie sich Gott geweiht habe. Er hieß sie auch noch, als eine Braut Jesu Christi, den Perlenhalsbändern, den Armbändern, den goldenen und silbernen Kleinodien und allem weltlichen Schmuck zu entsagen.



    Der Hunnenkönig Attila fiel 451 mit seinen wilden Horden in Frankreich ein und marschierte mordend, brennend, alles verwüstend gen Paris. Die Bürger, vor Schrecken entmutigt und an der Möglichkeit eines Widerstandes verzweifelnd, wollten durch die Flucht sich und ihre Kostbarkeiten retten. Diesem Plan widersetzte sich Genoveva heldenmütig und prophezeite: „Flieht nicht, denn gerade jene Gegend, wohin ihr euch flüchten wollt, wird von Attila verwüstet werden. Nach Paris wird er nicht kommen, wenn ihr durch Gebet und Fasten euch des Schutzes Gottes würdig zeigt.“ Der Erfolg ihrer Bitten und Ermahnungen war, dass die Frauen ihr beistimmten und sich mit ihr zum Gebet vereinigten. Die Männer aber tobten, schimpften sie eine Verräterin, welche sie nur dem Mordbeil der Hunnen überliefern wolle, und drohten ihr mit dem Tod. Gerade rechtzeitig brachte der Archidiakon des heiligen German einige Geschenke, welche der heilige Bischof sterbend für Genoveva bestimmt hatte, nach Paris und nahm sich der verfolgten Jungfrau so kräftig an, dass die leidenschaftliche Aufregung des Volkes sich legte.



    Als inzwischen Attila unverhofft seinen Marsch von Paris weg dorthin wendete, wohin die Bürger hatten fliehen wollen, und so die Prophezeiung Genovevas sich bewahrheitete, wurde sie als Dienerin Gottes anerkannt und als Retterin mit jubelndem Dank geehrt.“



    Dargestellt wird Genoveva mit einer Kerze, über der ein Engel und ein Teufel schweben, in der Hand. Die Kerze, die ihr ein Teufel ausbläst, wird von einem Engel immer wieder angezündet. In der anderen Hand hält sie ein kelchartiges Gefäß und die Schlüssel von Paris. Der Kelch soll sich auf ihr Gebet hin solange gefüllt und den Durst der Bauleute von St. Denis gestillt haben, bis der Kirchenbau vollendet war.



    Genoveva ist die Schutzpatronin der Stadt Paris, der Wachszieher, Frauen, Hirten und Weingärtner. Sie wird insbesondere zur Abwehr gegen Dürre, Krieg, Unglück und Seuchen angerufen.



    Genoveva wird nur im Regionalkalender des französischen Sprachraums genannt. In der Diözese Straßburg wird der 3. Juli als nicht gebotener Gedenktag der vor allem früher als Namenspatronin auch bei uns sehr beliebten Heiligen begangen.


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  • Vom Reich GottesDatum01.01.2026 23:45
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    2. Januar - Zum Anfang des neuen Jahres

    Sieh, ein neues Jahr beginnt.

    Auf denn, säume nicht, und eile:

    Denn die edle Zeit verrinnt.

    Nütze sie zu deinem Heil;

    Denn die Aussaat in der Zeit

    Reift zur Frucht der Ewigkeit.




    1. Wie vom Gipfel eines hohen Berges blicke ich im Licht dieses neuen Jahres in den Abgrund der Zeiten hinab. Wie schnell verging das letzte Jahr, wie schnell meine ganze Lebenszeit, wie schnell alle Stunden, Tage und Jahre, die seit der Schöpfung verflossen sind. Alle eilten in den Ozean der Vergangenheit, wo nun Tage, Wochen, Jahrhunderte von gleicher Kürze sind. Wie viele aber nahm das verflossene Jahr auf seinen Flügeln mit sich in die Ewigkeit, die seinen Anfang noch froh erlebt hatten. Junge und Alte, Reiche und Arme, Könige und Bettler, ja wie viele meiner Freunde und Bekannten auch, die nichts weniger als eines so schnellen Endes gedachten. Kann aber, was im verflossenen Jahr ihnen widerfuhr, im laufenden Jahr nicht mir selbst widerfahren?



    2. O Zeit, wie schnell ist deine Eile, wie unsicher deine Dauer, wie unendlich dein Wert. Du bist das Talent, das der himmlische König mir anvertraute. Von deiner Verwendung hängt das Los meiner Ewigkeit ab. Muss ich aber nicht zitternd auf das vergangene Jahr zurückblicken? Sammelte ich mir nicht Schätze des Zorns für den Tag des Gerichts? Und in der großen Anzahl meiner Werke: wie wenig Frucht für den Himmel, und wie viel Spreu zum Verbrennen.



    3. Dank und Anbetung dir, o König der Ewigkeit, mein Schöpfer und mein allerhöchster Herr. Abermals führte deine Huld in ein neues Jahr mich ein, meinen unermesslichen Verlust zu ersetzen. Ach, wie würden so viele, die nun auf ewig von deinem Angesicht verworfen sind, diese kostbare Zeit verwenden, wenn sie für sie zurückkehrte. Und ich sollte noch länger säumen, mein ewiges Heil durch Werke des Lebens zu sichern? Ach, schon ist vielleicht das Ziel meines Lebens nahe. Ist aber dieses Jahr mein letztes: was möchte ich dann nicht alles darin getan haben. Vergeblich jedoch sind dann meine Wünsche. So will ich denn nun mit deiner Gnade, Herr, kräftig beginnen. Nun ist die Gegenwart in meiner Gewalt; "nun sind Tage des Heils; nun ist eine gute Zeit."


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  • Tages-Gebete Datum01.01.2026 23:35
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Die heilige Angela von Foligni,


    Gebet am 2. Januar




    Gütigste und mildeste Mutter, ich bitte dich nicht um Reichtümer, um Ehren und andere Güter dieser Welt. Ich bitte dich nur um die Gnade Gottes, um die Liebe zu deinem Sohn, um die Erfüllung seines Willens, um den Himmel, damit ich Gott die ganze Ewigkeit hindurch lieben kann. Wäre es möglich, dass du mich nicht erhörst? Nein, nein, ich hoffe, dass du mich schon erhört hast, dass du schon für mich betest, dass du mir schon die Gnade, um die ich dich bitte, verschafft hast, dass du mich schon in deinen Schutz genommen hast. O meine Mutter, verlasse mich nicht, fahre fort, so lange für mich zu beten, bis du mich selig zu deinen Füßen im Himmel siehst, wo ich dich preisen, wo ich dir danken werde die ganze Ewigkeit hindurch. Amen.



    Zu Gott




    Wir bitten Dich, o Gott, lass uns aus den Versuchungen Vorteil ziehen, und bei den Schwierigkeiten dieses Lebens an die ewige Herrlichkeit denken, die du Deinen Dienern im Himmel bereitet hast, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    2. Januar - Der heilige Makarius,



    Einsiedler, sprach zu einem Schüler, der wegen vieler Zerstreuungen das Gebet ganz aufgeben wollte: "Nein, verlängere es vielmehr, und sprich zum Herrn: Wenn ich schon keine Ruhe und keinen Trost dabei habe, so will ich es doch aus Liebe und Gehorsam nicht unterlassen, aber tun, was ich kann."

    Lass auch du nicht ab von Gebet und Betrachtung, wenn du keine Andacht fühlst, ja gleichsam nur aus Zwang dabei aushältst. Erst wenn das glühende Metall erkaltet ist, kennt man genau, ob es Gold oder Eisen ist: So zeigt die Seele im Gebet, wenn sie kalt und trocken ist, und dennoch aushält, ob sie es aus reiner Liebe Gottes verrichtet.

    Prüfe dich, ob du das Gebet unterlässt, abkürzt, oder traurig und mutlos wirst, wenn dir dabei nichts zusammengeht, wenn du recht zerstreut bist, also mehr eigene Befriedigung und Trost, als nur allein Gott suchst?

    Bete um Aushalten und Bleiben im Gebet.



    Bist du trocken im Gebet,

    Halte aus, unterlass es nicht,

    Wenn die Prüfungs-Stund vergeht,

    Kommt Licht, Trost und Zuversicht.




    Die heilige Angela von Foligni,



    eine Jungfrau, hatte schwere, innere Versuchungen von Zorn, Trockenheit und Unlauterkeit zu bestehen, die sie so sehr bedrängten, dass sie oft weder Glaube, noch Liebe, noch Zuversicht zu Gott mehr zu haben wähnte, und mit einer Menge von Sünden sich hoffnungslos bedeckt sah; - aber sie vertraute fest, demütigte sich unter der Hand des Herrn, und der böse Feind wich.

    Sei nicht traurig und zaghaft in Versuchung, greife mutig zur Arbeit, bete innig zu Gott, und laufe nicht hin und her um menschlichen Trost und Hilfe! - Vögel, die sich zum Himmel erheben, können nicht im Netz gefangen werden; so der Mensch in der Versuchung, wenn er sein Herz innig zu Gott erhebt.

    Prüfe dich, ob du bei Versuchungen, wie Jesus in der Wüste, am Ölberg, dich gleich recht sammelst zum Gebet, fest entschlossen, nicht einzuwilligen? - Gott sprach zu Paulus: "Meine Gnade genügt dir." - Hebe dein Herz, deine Hände, deine Tränen zum Himmel, sie zu erbitten.

    Bete in Versuchungen bei Gott ernsthaft Hilfe zu suchen und zu finden.



    In Versuchung treu,

    Vom Verzagtsein frei,

    Von den Sünden fern,

    Standhaft bleib beim Herrn!



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Die Kirche wollte zu dieser Zeit bis auf Mariä Lichtmess das Andenken der wundervollen Niederkunft der jungfräulichen Mutter erhalten, wie dies aus der für diese Zeit bestimmten Präfation in der Heiligen Messe und aus den in den priesterlichen Tagzeiten so oft vorkommenden Lobsprüchen hervorgeht: Dir, o Jesus, der du von einer Jungfrau geboren bist, wie auch dem Vater und Heiligen Geist sei Ehre in alle Ewigkeit. Amen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Im alten Schott fand man heute den Schluss der Achttagefeier des heiligen Erzmartyrers Stephanus. Nebenher begeht die Kirche das Gedächtnis des heiligen Makarius. Fremd klingt der Name im Ohr. Nur in Griechenland und in den angrenzenden Gegenden gibt es noch manche, die den Namen Makarius tragen, der übrigens ein sehr schöner Name ist, denn Makarius bedeutet auf Deutsch „Hans im Glück“.



    Der heilige Makarius war wirklich ein rechter Hans im Glück, ähnlich und doch ganz verschieden von jenem Hans im Glück, der im Märchen vorkommt. Dieser vertauschte bekanntlich den Goldklumpen mit einem Pferd und das Pferd mit einem Schwein und das Schwein mit einer Gans, und schließlich hatte er nichts mehr. Das war nicht gerade klug, viel klüger war dagegen der heilige Makarius, der lebenslang auch tauschte, aber stets das Geringere gegen Besseres eintauschte.



    Makarius, der ungefähr vor sechzehnhundertfünfzig Jahren in der Weltstadt Alexandrien am Mittelmeer geboren wurde, begann frühzeitig mit dem Tauschen. Als Zehnjähriger erhielt er einmal eine Schachtel voll süßer Feigen zum Geschenk. Was mag er mit den Feigen gemacht haben? Er aß sie nicht, sondern verkaufte sie, und für das Geld, das er dafür erhielt, kaufte er sich zwei andere Schachteln Feigen, die er wieder verkaufte, und für den neuen Erlös bekam er schon vier Schachteln Feigen, und so weiter im ständigen Einkauf und Verkauf. Das war der bescheidene Anfang des späteren großen und stadtberühmten Obst- und Feinkostgeschäftes Makarius & Co. zu Alexandrien.



    Makarius war also ein Hans im Glück, der durch den Ein- und Umtausch von Waren mit der Zeit ein schwerreicher Mann wurde. Während er als Junge bettelarm war, besaß er mit dreißig Jahren bereits eine großmächtige Villa am Meer und nannte Kisten und Kästen voll Gold und Silber sein Eigen.



    Makarius war wirklich ein Hans im Glück, glücklich war er aber trotzdem nicht. Wenn der Großkaufmann Makarius tagsüber mit den Händlern um den Wareneinkauf verhandelte oder die Bediensteten im Laden beaufsichtigte oder den Kunden den Hof machte, so fühlte er sich ganz in seinem Element. Anders aber erging es ihm an den betriebslosen, stillen, langen Abenden. Da saß der reiche Mann Stunde um Stunde trübselig neben dem trübseligen Öllämpchen, wie man sie damals hatte, und langweilte sich, und alles ekelte ihn an, das Geschäft, das Geld und überhaupt das ganze Leben. Wozu alle Unruhe und Unrast Tag um Tag, wenn zum Schluss nichts weiter übrigblieb als der öde Geldplunder?



    Von dieser Art waren die Gedanken, die sich der Kaufmann Makarius mit jeder Woche mehr machte, und eines Tages war er es satt, er verschenkte alles, was er besaß, alles aus der Villa und alles aus dem Laden. Solch einen Ausverkauf hatte die Weltstadt Alexandrien noch nicht erlebt, und weil die Waren nichts kosteten, strömten die Kunden in Menge herbei. Hinter dem Rücken des Kaufmanns Makarius tippten sich die Leute auf die Stirn, aber um so lieber bedienten sie sich selbst kostenfrei in den reichen Auslagen des Großgeschäftes. Auf diese Weise wurde der reiche Kaufmann an einem einzigen Tag arm.



    Gleich darauf verschwand Makarius aus der Stadt, und niemand wusste, wohin er gegangen war. Immer weniger redete man mit der Zeit von ihm, und schließlich war er vollständig vergessen. Erst dreißig oder vierzig Jahre später war sein Name plötzlich wieder in aller Mund, und man erzählte sich Wunderdinge von dem heiligen Einsiedler Makarius, der fern in der Wüste hauste, nur von Brot und Bohnen lebe, armselig in einer kleinen Höhle wohne, faste, bete, und büße, und wer den Wunsch hege, einmal im Leben einen wirklich glücklichen Menschen zu sehen, der solle zu Makarius gehen.



    Auf dieses Gerücht hin gingen auch manche Leute in die Wüste und suchten den Einsiedler auf, und was sie da sahen und erlebten, war eine Bestätigung des Geredes, denn sie fanden einen rechten Hans im Glück, der ihnen in Wort und Beispiel die beseligende Wahrheit verkündete, dass das Glück nicht im Besitz der irdischen Dinge besteht, sondern im freiwilligen Verzicht auf sie um des himmlischen Lohnes willen.



    Makarius ist ungefähr hundert Jahre alt geworden und als er starb, hatte er als kluger Lebenskaufmann so viele Verdienste erworben, dass ihm der liebe Gott dafür den Himmel eintauschte. Da war aus Makarius der ewige Hans im Glück geworden.




    Tierärzte im Nebenberuf

    (Aus: Tiere unterm Regenbogen, Aloysius Roche, 1954)




    Viele hundert Jahre lang war der heilige Blasius eigentlich „jedermanns Heiliger“, so wie der heilige Antonius oder der heilige Franziskus es in unserer Zeit sind. Besonderes Interesse an ihm hatten alle, die es mit der Medizin zu tun hatten, sicherlich, weil er auch Arzt war. Menschen, die eine Krankheit im Hals haben, wenden sich besonders an St. Blasius, und bis zum heutigen Tag wird an seinem Festtag ein besonderer Segen gegeben, als Schutz gegen solche Krankheiten.



    Sein Ruf war so groß, dass die Einwohner der Stadt in Armenien, in deren Nähe er lebte, ihn zum Bischof haben wollten. Zunächst mussten sie ihn erst einmal finden, denn er hatte so eine Art, sich an den unmöglichsten Orten zu verstecken; eine Höhle in den Bergen oder eine hohle Eiche im Wald waren ihm gerade recht. Jedenfalls ging mit Hast und Eile das Suchen los, eine ganze Menge Volk zog aus, den Einsiedler zu finden. Schließlich kamen sie zu einem hohen Hügel, an dessen Seite eine tiefe Höhle war. Hier fanden sie Blasius, umgeben von den wildesten Tieren, die ihnen bekannt waren, er aber bewegte sich frei und sicher zwischen ihnen, legte ihnen die Hand auf den Kopf und war ganz vertraut mit ihnen.



    Es kam dann heraus, dass er dort oben eine richtige Tierklinik gehabt hatte. Die Tiere hatten herausbekommen, dass Blasius ein Arzt war, und dass er auch Operationen machen konnte. Wenn also ein Löwe oder Leopard, Wolf oder Bär sich schlecht fühlte oder sich verletzt hatte, dann ging er zu Dr. Blasius am Hügel. War er am Beten, wenn die Patienten kamen, dann warteten sie geduldig, bis er geendet hatte. Er brauchte keine Medizin und keine Heilsäfte, er berührte sie einfach mit der Hand und rief den Namen dessen an, der ein jedes Tier nach seiner Art erschuf.



    Man kann ganz traurig bei dem Gedanken werden, wie es den Tieren wohl erging, als Blasius nicht mehr zu ihrer Hilfe da war. Er wurde Bischof in Armenien, ein Land, das ja für sich in Anspruch nimmt, eins der ersten gewesen zu sein, dass sich zum Christentum bekehrt habe. Leider hat dieser freundliche Mann einen grausamen Tod gehabt. Er wurde wegen seines Glaubens zu Anfang des sechsten Jahrhunderts getötet. Während er im Gefängnis auf sein Ende wartete, machte er die Operation, durch die er so berühmt wurde. Die Legende berichtet, dass er dem Sohn des Gouverneurs eine Fischgräte aus dem Hals zog. Aber ihn selbst rettete das nicht.



    Ein anderer, ihm ähnlicher Mann, der auch heilen konnte, war Makarius von Alexandrien, der fast hundert Jahre nach St. Blasius starb. Er lebte in der ägyptischen Wüste und verbrachte eigentlich all seine Zeit im Gebet. Aber er war voll praktischer Liebe und hatte ein mitleidiges Herz für alle Leidenden und Traurigen.



    Eines Abends – er betete auf seinen Knien – hörte er jemand anklopfen oder eigentlich kratzen, und das an seiner Zellentür! Ehe er noch öffnen konnte, erschien eine riesige Hyäne, die etwas im Maul trug. Sie kam direkt auf Makarius zu und legte das Paket zu seinen Füßen nieder. Es war ein sehr lebendiges Paket, das sie da hatte, und es enthielt nichts anderes als ihren eigenen Welpen. Der Mönch hob das Kleine vom Boden auf, nahm es auf den Schoß und untersuchte es sorgsam, um zu finden, was ihm fehlte. Er brauchte nicht lange dazu: das hilflose Geschöpf war blind.



    Nun kann ganz gewiss kein wildes Tier unter den andern leben, wenn es blind ist. Die meisten Tiere kommen in Höhlen oder im Bau zur Welt und öffnen die Augen erst einige Zeit nach dem Wurf, zum Beispiel das Kaninchen. Sie brauchen ja auch in dem Alter die Augen noch nicht, denn sie leben an einem dunklen, sicheren Ort. Merkwürdigerweise kann der Hase, der dem Kaninchen sonst so ähnlich ist, vom ersten Moment an sehen. Aber Hasen werden ja auch über und nicht unter der Erde geboren und müssen also gleich wissen, wenn Gefahr droht.



    Wieso die Hyänenmutter wissen konnte, was mit ihrem Welpen los war, das lässt sich wohl nur durch das Wort „Instinkt“ ausdrücken, der ja in allen Tieren sehr stark ist. Jedenfalls wusste sie es, und ihr fiel sofort Makarius ein. Sie erwischte ihr Junges am Nackenfell und trabte aus ihrem Bau über den Sand, bis sie die Zelle des Mönches erreichte. Das erste, was er tat, war, dem Kleinen die Augen zu salben. Dann betete er laut, und sogleich konnte das kleine Geschöpf seine Mutter zum ersten Mal sehen. Dann wanderten die beiden in ihren Bau zurück, aber die Mutter vergaß den Wohltäter nicht. Am nächsten Tag schon war sie wieder an seiner Tür und brachte ihm ein Schaffell, von dem sie meinte, es könne Makarius nützlich sein. Der alte Mann schüttelte den Kopf, - er war der Ansicht, dass es nicht auf rechtmäßige Art erworben war. Er hielt der Hyäne eine kleine Predigt und legte ihr das Versprechen nahe, in Zukunft Schafe in Frieden zu lassen, dann aber nahm er die Gabe an.

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  • Vom Reich GottesDatum01.01.2026 19:36
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Von der Beschneidung des Herrn



    Dein Name, Herr, glänzt an des Jahres Spitze.

    Dein Erstlingsblut gabst heut du für uns dar.

    O lehre unsre Herzen uns beschneiden,

    Und gib uns, dass durch Freuden und durch Leiden

    Wir unbefleckt durchwallen dieses Jahr.



    1. Preis und Anbetung dir, o Jesus, Sohn des lebendigen Gottes, der du, die unendliche Schuld der menschlichen Natur zu tilgen, bereit warst, das Gewand der Sünder anzuziehen, und dem schmerzlichen Gesetz der Beschneidung dich zu unterwerfen. Kaum ist dein heiligstes Blut in deinen zarten Adern gebildet, so hast du bereits unter Schmerzen seine Erstlinge als ein Unterpfand vergossen, dass du es einst bis auf den letzten Tropfen für unsere Erlösung vergießen wirst. Darum empfängst du auch bei dieser heiligen Beschneidung den Namen Jesus, den Namen eines Heilandes, eines Erlösers, den sich nicht Menschen erdachten, sondern den Gottes Engel aus den himmlischen Höhen gebracht hatten, noch bevor du in der menschlichen Natur empfangen warst.



    2. Dies ist das große Geheimnis der göttlichen Milde, das von Anbeginn der Welt verborgen war, nun aber den Heiligen geoffenbart wurde (Epheser 1): dass der Allerhöchste sich selbst erniedrigte, unser Bruder im Fleisch zu werden, um in seiner, mit der göttlichen Natur persönlich vereinten Menschheit unendliche Verdienste zu erwerben, die unendliche Schuld der Menschheit zu tilgen. Darum, o Jesus, beten wir dich an und preisen deinen glorwürdigen Namen, vor dem die bösen Geister zittern, die Himmel jubeln, durch den die Erde neues Leben empfängt und vor dem alle Knie sich beugen, weil dies der einzige Name ist, durch den wir das ewige Heil erlangen können.



    3. Nur Vorbilder der Erlösung waren alle Zeremonien des alten Bundes, die der Gottmensch Jesus durch die Wahrheit erfüllte. Auch die Beschneidung im Fleisch war ein Vorbild der geistigen Beschneidung. Jesus, unser Erlöser und allerhöchster Gesetzgeber, wandelte zwar die erste, die die Vergebung der Sünde vorbedeutete, in die Taufe um, in der die Sünde erlassen wird; verpflichtete uns aber dafür zur zweiten, nämlich zur christlichen Selbstverleugnung. Beschneiden wir also alle sündhaften Gedanken, Begierden und Werke ernsthaft in unserem Herzen, denn nirgends sonst werden wir zur Anzahl seiner Auserwählten gehören. Römer 2,29: "Dies ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist, nicht im Buchstaben geschieht, und deren Lob nicht von den Menschen, sondern von Gott ist."

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  • Tages-Gebete Datum01.01.2026 19:30
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 1. Januar



    Lehre mich, o Herr, die schmerzhafte Beschneidung Deines eingeborenen Sohnes nützlich betrachten, der auch diese Demütigung für mich erlitt. Verleihe mir seiner großen Demut wegen, dass ich von nun an Dir allein lebe und jeden noch übrigen Augenblick meines Lebens zu Deinem Dienst anwende. Amen.



    Zu Jesus Christus am Beginn des neuen Jahres



    O Jesus, Du Sohn der heiligsten Jungfrau Maria. Du heiligstes Ziel und Ende aller meiner Lebensjahre und der ganzen Ewigkeit: gib Dich mir zum neuen Jahres-Geschenk und mich Dir, auf dass nicht nur dieses Jahr, sondern alle Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und Augenblicke meines Lebens und meines Todes zum Dienst Deines heiligsten Namens gewidmet seien. Dein sollen sie alle sein, und alle, vereinigt mit Deinen unendlichen Verdiensten, in das unendliche Meer der heiligen Ewigkeit hinfließen, damit ich die Jahre meiner Lebenszeit mit einem glückseligen Tod beschließe, und hierauf die niemals endenden, ewigen Jahre dieser Herrlichkeit beginnen möge, zu der Du mich erschaffen hast, und um deren willen, dass ich sie erlange, Du - mein Jesus - mein Heiland geworden bist.

    Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich über alles, und bete Dich an, mein bester und liebenswürdigster Gott. Und darum bereue ich, und wünsche, es noch mehr und über alles zu bereuen, dass ich Dich so undankbar beleidigt habe. Mein Gott und mein Alles, zur Danksagung und Genugtuung opfere ich Dir auf alle Handlungen und alle Augenblicke dieses Tages und meines ganzen Lebens. "O Jesus, sei mein Jesus, und rette mich!" (hl. Augustin)



    1. Januar - Fest der Beschneidung




    Acht Tage nach der Geburt des göttlichen Kindes wurde Ihm der Name Jesus gegeben., wie es schon vor Seiner Empfängnis der Engel angegeben hatte.

    Warum haben wir oft so wenig Segen bei der Arbeit, Erhörung im Gebet, Gelingen bei Unternehmungen? - Weil wir nicht alles, was wir tun, in Wort oder Werk, im Namen Jesu beginnen!

    Prüfe dich, ob du oft bei passender Gelegenheit sagst oder denkst: "Dir zu Liebe, mein Jesus, stehe ich auf, lege ich mich nieder, wache, bete, arbeite, esse, trinke, rede, schweige ich. Dir zu Liebe will ich dies oder das ertragen, aushalten!" - So wird alles gelingen, oder wenigstens verdienstlich sein.

    Bete täglich 1 Ave Maria zur schmerzhaften Mutter, alles im Namen Jesu anzufangen.

    Gelobt sei Jesus und Maria!



    In Jesu Namen

    Streu aus den Samen,

    In dieser Zeit

    Für die Ewigkeit!





    Die heilige Euphrosina,



    eine Jungfrau, beherzigte die Worte Jesu: "Wer Vater, Mutter oder was immer mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert", - und der inneren Eingebung dabei folgend, verließ sie Haus und Hof, und lebte 38 Jahre verborgen und unbekannt in einer Zelle, worauf sie selig entschlief.

    Woher noch immer so viele Zerstreuungen im Gebet, so viele innere Unruhe und Zweifel, so wenig Erleuchtung und Antrieb, so viel Ekel und Unlust zum Guten, so wenig Mut und Ernst in Versuchung? - Das Holz gibt so lange Qualm und Rauch, bis alle innere Feuchtigkeit verzehrt ist, dann erst brennt es hell auf!

    Prüfe dich, ob du keine unordentliche Neigung oder Anhänglichkeit in deinem Herzen findest, die das Feuer der göttlichen Liebe nicht hell aufbrennen lässt? - Was dir am meisten Unruhe macht, welche Gedanken dich am häufigsten im Gebet stören? - Sage es einmal deinem Beichtvater, bitte um Rat!

    Bete um Befolgung der göttlichen Einsprechungen.



    Schließe dich ganz Christus an,

    Dann ist das Schwerste schon getan!



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Im Jahr 1492 eroberte an diesem Tag Ferdinand, König in Spanien, die für unüberwindlich gehaltene Stadt Granada auf ein Gelübde, die erste Kirche allda zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis zu erbauen, und erhielt durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau einen vollkommenen Sieg über die Mauren.

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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Odo, Abt des Benediktinerordens zu Cluny in Frankreich, wurde 879 aus adeligem Geschlecht geboren und empfing im Alter von neunzehn Jahren die Tonsur nebst einem Kanonikat an der Kirche von Tours. Sodann begab er sich nach Paris und vollendete dort innerhalb von vier Jahren seine theologischen Studien. Nach Tours zurückgekommen verschloss er sich in eine Zelle, um einzig sich der Betrachtung zu widmen. Zu dieser Zeit las er die Regel des heiligen Benedikt, und alsbald war sein Entschluss gefasst, sich ebenfalls unter das süße Joch derselben zu begeben. Nach drei Jahren harter Prüfung entsagte er seinem Kanonikat und nahm im Kloster Beaume das Ordenskleid. Was er mit sich brachte, war eine Bibliothek von hundert Bänden, damals ein großer Schatz. Als der Abt Berno von Cluny starb, nötigten ihn die Bischöfe des Landes, die Leitung dieses Klosters nebst der von Massay und Deols zu übernehmen. Odo führte in den genannten Genossenschaften die Regel des heiligen Benedikt in ihrer ganzen Reinheit ein, und auch mehrere andere Klöster nahmen seine Verbesserungen an und unterwarfen sich seiner Führung, wodurch die Kongregation von Cluny, eine der blühendsten und zahlreichsten, entstand. Der Heilige war ein Mann der Liebe und behandelte, obwohl gegen sich selbst hart, seine Untergebenen nur mit Liebe. Öfters pflegte er zu sagen, wenn er sollte verdammt werden, so möchte er es lieber wegen gütiger Nachsicht, als wegen unbescheidener Strenge sein. Bei allen, die ihn kannten, in hoher Achtung stehend wurde er selbst von Päpsten und Fürsten geschätzt und in mancherlei Anliegen zu Rate gezogen. Er verehrte mit besonderer Andacht den heiligen Martin von Tours. Daher ließ er sich, als er seine Todesstunde nahe fühlte, in diese Stadt bringen, wo er am 18. November 942 starb und in der Kirche des heiligen Julian begraben wurde.

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  • Thema von Blasius im Forum Vorträge



    Am letzten Tag des Kalenderjahres und kurz vor dem Ende des Heiligen Jahres 2025 hat Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz Bilanz gezogen. Zwischen dem Gedenken an Papst Franziskus und dem Gebet für die Krisenherde der Welt rief er dazu auf, das „Ja“ zu Gott in tätige Nächstenliebe zu verwandeln.
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    Mario Galgano - Vatikanstadt

    Es war eine besondere Generalaudienz: An diesem Mittwochmorgen versammelten sich Tausende Gläubige zum letzten Mittwochs-Rendezvous des Heiligen Jahres 2025. Papst Leo XIV. nutzte diesen Moment am Silvestertag, um auf ein Jahr zurückzublicken, das die Kirche geprägt hat. Er erinnerte an die freudigen Pilgerströme des Jubiläums ebenso wie an die schmerzlichen Zäsuren – allen voran den Tod seines Vorgängers Papst Franziskus im April sowie die anhaltenden Kriege auf dem Planeten.

    In seiner Katechese betonte das katholische Kirchenoberhaupt, dass das Ende eines Jahres mehr als ein Kalender-Wechsel sei; es sei eine Einladung zur „einfachen und ehrlichen Gewissensprüfung“. Vor dem traditionellen Gesang des Te Deum am Silvesterabend mahnte der Papst, weltliche Dankbarkeit nicht mit christlichem Lobpreis zu verwechseln. Während weltliche Hoffnung oft nur das eigene Interesse im Blick habe, öffne die Liturgie den Raum für „Lob, Staunen und echte Dankbarkeit“.


    (@Vatican Media)
    Das Erbe des Weges
    Papst Leo reflektierte über das zentrale Symbol des vergangenen Jahres: den „Weg“. Die Millionen Pilger, die an das Grab des Apostelfürsten Petrus gekommen seien, erinnerten daran, dass das ganze menschliche Leben eine Reise sei, deren Ziel „Raum und Zeit übersteigt“.

    Ein weiteres starkes Zeichen sei das Durchschreiten der Heiligen Pforte gewesen. Für den Papst ist dies nicht nur ein ritueller Akt, sondern ein persönliches „Ja“ zu einem neuen Leben aus der Gnade. Dieses „Ja“ müsse sich in der Liebe zum Nächsten beweisen. Er zitierte hierbei den heiligen Paul VI.: „In diese Definition ist jeder Mensch eingeschlossen, der Hilfe braucht – auch wenn er uns lästig oder feindlich gesinnt ist.“


    (@Vatican Media)
    Ein Aufruf zur Freude
    Trotz der „Kriegsszenarien“, die das Jahr erschüttert haben, schloss der Papst mit einer Botschaft der Freude und des Trostes. Er griff die Worte des heiligen Leo des Großen auf, wonach sich an Weihnachten der Heilige über seinen Lohn freuen dürfe, der Sünder über die angebotene Vergebung und der Schwache über die Kraft, die Gott ihm schenke.

    Zum Abschluss des Heiligen Jahres, das Papst Franziskus unter das Motto der Hoffnung gestellt hatte, fasste sein Nachfolger die Kernbotschaft in einem einzigen Wort zusammen: Liebe. „Gott hat auf mich gewartet, und ich habe ihn wiedergefunden! Gott ist Barmherzigkeit, Gott ist Vergebung“, rief er den Gläubigen zu. Diese Gewissheit solle die Menschen nicht nur über die Schwelle zum Jahr 2026, sondern durch ihr ganzes Leben begleiten.

    (vatican news)


    https://www.vaticannews.va/de/papst/news...laeum-jahr.html

    Alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen im Neuen Jahr
    Dir Aquila, allen Mitgliedern, Leserinnen und Leser,
    wünscht- Blasius

  • Vom Reich GottesDatum31.12.2025 08:32
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Am letzten Tag des Jahres



    Wie schwand das Jahr dahin in Blitzeseile.

    Wo ist die Frucht, die du gesammelt hast?

    Vermehrtest du nicht deiner Schulden Last?

    Kein Jahr vielleicht kommt mehr zu deinem Heil.



    1. Durch deine Barmherzigkeit, o Gott, mein gütiger Schöpfer, gelangte ich bis zu diesem letzten Tag des scheidenden Jahres. Preis sei deiner unendlichen Güte, die das Leben bis auf diese Stunde mir geschenkt, und jeden Tag dieses Jahres durch neue Wohltaten gesegnet hat. Wie, o lieber himmlischer Vater, soll ich alle diese Gnaden dir vergelten. Wie viele Gefahren hast du gnädig von mir abgewendet. Wie oft bist du in meinen Nöten mir zu Hilfe gekommen. Wie väterlich hast du für mich gesorgt. Wie oft meine Sünden und Fehler mir liebevoll verziehen. Wie oft mein Herz durch deine heiligen Einsprechungen erleuchtet und zum Guten angezogen. O sei gepriesen, ewige Barmherzigkeit. Es danke dir an meiner Stelle dein eingeborener Sohn und der ganze himmlische Hof, da ich nicht vermag, auch nur für eine Wohltat dir würdig zu danken.



    2. Verzeihe mir auch, o ewige Güte, allen Undank, alle Sünden, wodurch ich im Verlauf dieses Jahres deine göttliche Majestät beleidigte, und meine große Lauigkeit in deinem heiligen Dienst. Denn in Zerknirschung meines Herzens bekenne und bereue ich in deiner göttlichen Gegenwart, dass ich deiner selten gedachte, dass ich deine heiligen Gebote öfters übertrat, von meinen ungeordneten Begierden mich hinreißen ließ, hart und lieblos gegen meinen Nächsten war, und durch viele Gedanken, Worte und Werke mich versündigte. Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, sondern erbarme dich meiner nach der Fülle deiner ewigen Erbarmungen.



    3. Wie schnell, Herr, ging auch dieses Jahr vorüber. Ach, schon naht der Tod. Nicht mehr lange, und ich werde vor deinem heiligen Richterstuhl erscheinen. Vielleicht erlebe ich das Ende des beginnenden Jahres nicht. Denn wie viele, die das Ende des gegenwärtigen zu erleben hofften, sahen es nicht mehr. Darum, mein Gott, will ich das kommende Jahr als das letzte meines Lebens betrachten, und mit deiner Gnade mich jeden Tag bereit halten, auf deinen Ruf zu erscheinen. Segne, Herr, meine Vorsätze, dass ich sie zu deiner Ehre und zu meinem Heil vollbringe. Ijob 16,22: "Denn nur noch wenige Jahre werden kommen, dann muss ich den Pfad beschreiten, auf dem man nicht wiederkehrt."


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  • Tages-Gebete Datum31.12.2025 08:20
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 31. Dezember



    Allerseligste Jungfrau Maria, wir erfreuen uns im Herzen, dass du die Lilie Nazareths zur Freude Gottes geworden bist. Denn gelang es der Esther im Alten Bund schon, durch ihre Fürbitte bei Assuer zu bewirken, dass das Volk der Juden von diesem Fürsten mit vielen Erweisungen seiner Gunst beschützt wurde: wie vieles wirst du uns erst, die wir uns im Neuen Bund befinden, von der Allmacht des allerhöchsten Herrschers, des himmlischen Vaters, zu unserem Heil erwirken können - durch deine liebevollste Fürbitte, damit wir vor seinem Angesicht Gnade um Gnade finden und durch sie dereinst das ewige Leben. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Franz Regis




    O Gott, der Du Deinem heiligen Bekenner Franziskus eine bewunderungswürdige Liebe und eine unbesiegbare Geduld gegeben hast, unzählige Beschwerden für fremdes Seelenheil zu ertragen. Verleihe uns, dass wir durch sein Beispiel aufgemuntert und durch seine Fürbitte unterstützt, endlich die Belohnungen des ewigen Lebens erlangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Melania




    Verleihe uns, o Gott, auf die Fürbitte der heiligen Melania, dass wir alles Irdische gering achten, und nur nach dem Himmlischen streben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Silvester




    Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, vermehre auf die Fürbitte des heiligen Silvester unsere Andacht, und führe uns zur Heiligkeit, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott am Ende des Jahres



    Gütiger Gott und Vater aller Erschaffenen, voll Demut unterwerfe ich mich Deiner allweisen Führung, und danke Dir für alle mir und allen Menschen in diesem Jahr erwiesenen Wohltaten. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Du ordnest alles zum Besten Deiner Kinder. Trübsale und Leiden sind in Deiner Hand und die gerechten Züchtigungen der Ungehorsamen, unter die auch ich gehöre. Verzeihe mir Reumütigen alle Übertretungen Deiner heiligen Gebote. Von nun an will ich mich Dir mit ganzer Seele weihen, ich will ernster streben, rein vor Deinen Augen zu leben, Dich und alle Menschen nach Deinem heiligen Willen zu lieben, um mich Deiner Liebe für die Zeit und Ewigkeit würdig zu machen. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    An diesem Tag hat Jacobus, König von Aragonien, im Jahr 1230 durch den Schutz der seligsten Jungfrau einen herrlichen Sieg über die Sarazenen erhalten, und die balearischen Inseln ihnen abgenommen. Er hat deswegen den Orden Unserer Lieben Frau von der Erlösung der Gefangenen gestiftet, und viele Kirchen unter Anrufung der seligsten Jungfrau erbaut.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Recht sinngemäß wird das Fest des heiligen Silvester am Ende der weihnachtlichen Achttagefeier begangen, denn wie der heilige Ambrosius und der heilige Eusebius, so war auch Silvester ein machtvoller Verteidiger der Gottheit Christi gegen die falsche Lehre der Arianer, die dem Kind in der Krippe die göttliche Krone rauben wollten. Unter Papst Silvester fand im Jahr 325 zu Nicäa in Kleinasien die erste Allgemeine Kirchenversammlung statt, die zur endgültigen Verurteilung der arianischen Lehre führte. Damals wurde ganz klar die echte Lehre von der Gottheit Christi herausgestellt und als katholischer Glaube für ewige Zeiten festgelegt, dass Jesus Christus Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott und eines Wesens mit dem Vater ist. Wenn wir demnach in diesen Tagen vor der Krippe knien, so sind wir im innersten Herzen davon überzeugt und glauben und bekennen feierlich, dass Mariens Kind Gott gleich und Gott selbst ist. So hat auch der heilige Silvester als Schützer der Gottheit Christi einen passenden Platz an der Krippe zu Betlehem.



    Der Umstand, dass das Fest des heiligen Silvester auf den letzten Tag des Jahres fällt, ist ferner deswegen nicht ohne Bedeutung, weil der Heilige der Jahreswende in seinem Leben an einer Zeitenwende stand. In der Jugend hat Silvester noch die neunte und im Mannesalter die letzte und blutigste römische Christenverfolgung erlebt. Als er Papst wurde, war der Sieg des Christentums über das Heidentum entschieden. Christus war in dem dreihundertjährigen Streit unbestrittener Sieger geblieben, wie er überhaupt bis zum Ende der Welt in allen Kämpfen Sieger sein wird, denn er ist unüberwindlich stark und überdauert alle Gegner bis in Ewigkeit. Diese Tatsache muss uns am Ende des Jahres den katholischen Rücken straffen, und wenn selbst die ganze Welt in Trümmer gehen sollte, auf den Trümmern erstände verjüngt und neu gekräftigt die katholische Kirche, die auch von den Pforten der Hölle nicht überwältigt wird.



    Der Silvestertag bildet ferner den Jahresschluss. Wieder ist heute ein Jahr vorüber. Zwölf Monate, zweiundfünfzig Wochen, dreihundertfünfundsechzig Tage sind an uns vorbeigerast wie ein Wolkenschatten auf der Heide, wie ein Schiff, das im Wasser keine Wegspur zurücklässt. Geradeso wird es im neuen Jahr weitergehen, denn die Zeit steht niemals still, und einmal wird auch in unserem Leben der letzte Tag anbrechen. Täglich sterben hunderttausende Menschen. Damit man sich ein Bild von der Zahl machen kann, stelle man sich vor, alle fünf Minuten führe ein langer, vollbesetzter Zug in die Ewigkeit ab. An unserem Sterbetag müssen auch wir in einen der Ewigkeitszüge einsteigen. Himmel, Fegfeuer und Hölle sind die Stationen, an denen der Zug hält. Die Fahrkarte schreiben wir uns selbst durch die guten und durch die bösen Werke, die wir tun. Man schaue also einmal nach, welche Station in diesem Augenblick auf der Fahrkarte steht. Sollte etwa Station Hölle darauf stehen, so lässt man am besten die Karte tunlichst bald im Beichtstuhl umschreiben. Es könnte nämlich sein, dass wir bereits in den nächsten Tagen abreisen müssen. So ernst sind die Gedanken, die sich am Jahresende dem besinnlichen Menschen aufdrängen.



    Der heilige Silvester schließt das Jahr ab. Es ist das allerdings nur scheinbar der Fall, denn eine Legende ist wie ein Ring, der keinen Anfang und kein Ende besitzt. Da löst ein Tag den anderen ab, und ein Jahr reicht dem nächsten die Hand. So werden wir morgen also von vorn beginnen, und wieder werden uns die Heiligen das neue Jahr entlang begleiten, schützend und führend, aufmunternd und helfend, leicht und sicher, treu und tapfer.

    https://www.heiligen-legende.de/melania-von-afrika/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Die Legende von der heiligen Melania, die am 31. Dezember 439 starb, passt sehr gut in die Weihnachtszeit hinein, denn die Heilige hat die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens in Jerusalem und Bethlehem zugebracht. Sie hat aus Verehrung zum göttlichen Kind von Bethlehem in der Nähe der Stelle, wo die Krippe stand, ein Kloster gegründet und hat sich vor allem dadurch bewährt, dass sie wie unser Herr Jesus Christus arm wurde aus Liebe zu den Menschen. Die heilige Melania ist eine richtige Krippenheilige.



    Melania wurde in Rom geboren im herrlichsten Palast, den es neben dem Kaiserschloss gab, und Roms reichster Mann war Melanias Vater. So reich war die Familie, dass bereits die jährlichen Einnahmen aus dem großen Grundbesitz in Italien, Spanien und Nordafrika in die Millionen gingen. Und Melania, das Milliardärstöchterchen, war als einziges Kind die Alleinerbin des Riesenvermögens. In Marmor, Gold und Silber, in Samt und Seide, bei Musik und Festen, im Schimmer ungezählter Kerzen, die sich in den Spiegelwänden der Säle verzehnfachten, wuchs das Mädchen auf, dem tausend Diener und Dienerinnen zur Verfügung standen.



    Melania interessierte sich jedoch nicht für das schöne Leben, so als wenn sie damit nichts zu tun hätte. Nur ihre Haut berührte den Reichtum, nicht ihr Herz, das sich schon ganz früh von den irdischen Dingen loslöste, um Gott allein anzugehören. Gern wäre Melania ins Kloster gegangen, aber der Vater erfüllte ihr diesen Herzenswunsch nicht und verheiratete sie in jungen Jahren nach damaligen Brauch, ohne sie zu fragen, mit dem vornehmen Römer Pinian, damit durch die Tochter das Geschlecht weiterblühe. Zu Anfang schien es auch, als ob die Wünsche des alten Mannes in Erfüllung gingen, denn Melania schenkte erst einer Tochter und im folgenden Jahr einem Sohn das Leben. Da war die Freude groß, aber dann starb die Tochter, und gleich darauf starb auch der Sohn. Die junge Mutter wollte vor Traurigkeit gar nicht mehr Leben und wurde schließlich todkrank. Als sie aber nach vielen Monaten langsam wieder gesund wurde, legte sich der Vater alt und schwach nieder und starb schließlich. In dem Augenblick, als das geschah, war Melania die reichste Frau der ganzen Welt.



    Die reichste Frau der Welt war inzwischen auch eine ganze Christin geworden. Mit der Zustimmung ihres Mannes, der von gleich guter und edler Art war, begann Melania, das ererbte Riesenvermögen auf christliche Weise zu verwenden, indem sie die Armen versorgte. In kurzer Zeit verkaufte die Milliardärin den gesamten Besitz, und der Erlös floss reichlich den Notleidenden zu. Allen Sklaven, achttausend an der Zahl, schenkte die hochherzige Frau die Freiheit. Sie aß auch mit den Sklaven am gleichen Tisch und bediente sie, wie eine Magd die Herrschaft bedient. Melania machte Ernst mit dem Christentum, und wenn sie dabei schnell verarmte, so wurde sie umso reicher in Christus, nach dessen Beispiel sie sich richtete, der, obwohl er der Herr des Himmels und der Erde ist, um der Menschen willen Knechtsgestalt annahm, der reich war und aus Liebe zum Nächsten arm wurde.



    Was in der Krippe geschehen war, wiederholte sich im Leben der treuen Christusjüngerin Melania. Die heilige Melania ist die erste in der Geschichte des Christentums, die in solch hochherziger Weise die christliche Nächstenliebe ausgeübt hat, heute noch allen Christen zum Beispiel und Vorbild.



    Wie bereits erwähnt, verlebte Melania betend und glaubend die letzten zwanzig Jahre des Lebens in Jerusalem und Bethlehem unter armseligen Verhältnissen. In einer Bretterbude wohnte sie. Mit dem Geld, das reiche Freunde ihr schenkten, unterstützte sie weiterhin die Armen und baute ein Kloster, in das sie selbst eintrat, nicht um die Vorsteherin, sondern um die Dienstmagd der anderen zu sein.



    So hat die heilige Melania in ihrem ganzen Leben das Wort des Herrn zur Wahrheit gemacht. Von ihr kann man sagen, dass sie das gleiche Denken gehabt hat, wie es Jesus Christus hatte. Darin besteht ja letzten Endes das Christentum.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    „Maria, nimm mein Kind doch lieber zu dir, als dass es schlecht wird.“ Ein hochedler Gebetswunsch einer glaubensstarken Mutter, Beltramis Mutter! Und Maria, die himmlische Schutzfrau, nahm den ihr Empfohlenen früh zu sich, jedoch nicht eher, als bis er seine Lebensaufgabe, sich und andere durch Gebet, Arbeit und Leiden zu heiligen, erfüllt hatte.



    Des ehrwürdigen Andreas Beltrami Heimat ist Omegna in der Provinz Novara in Norditalien, reizvoll am See von Orta gelegen und umsäumt von einer Krone in erhabener Schönheit ruhender Berge. Zum ersten Mal schauten sie in seinen ahnungslosen Kinderschlummer am 24. Juni 1870. Von den malerischen Reizen seiner Heimat schöpfte Andreas wohl jene Liebenswürdigkeit und jene Begeisterung für das Schöne, das ihn so sehr erfüllte und sich auch in seinen Schriften offenbarte. Während der Knabe die Realschule zu Omegna besuchte, war die Furcht nicht ganz zu bannen, sein lebhaftes Naturell werde in Leichtsinn verflattern. Als aber der gutbeanlagte Schüler der von Don Bosco gegründeten Anstalt zu Lanza bei Turin anvertraut wurde, da brachten die übernatürlichen Grundsätze und geschickten Methoden der salesianischen Erziehung alle jene Eigenschaften seines empfänglichen Gemütes und ehrlichen Charakters zur Entwicklung, die einen glänzenden Erfolg erwarten ließen. Alle Triebe der Selbstbetätigung in Ausübung des Guten wurden geweckt und sicher geleitet. Die Liebe und Verehrung zur seligsten Jungfrau, die Andreas am Wort und Beispiel seiner Mutter erlernt hatte, vertiefte sich jetzt. Seine Vorliebe für das Studium, die er allzeit an den Tag legte und die ihm Auszeichnungen einbrachte, war belebt und geadelt von dem Gedanken der gottschuldigen Pflicht. Niemand war so wie er gesammelt im Gebet, so pünktlich in der Beobachtung der Hausregel, so gelehrig gegen die Oberen, begierig ihre Ratschläge zu hören und auszuführen, so fleißig und arbeitsam. Die charakteristische Tugend aller großen Seelen, die Liebe zum Apostolat, trat unbewusst in Erscheinung. Andreas übte unter seinen Mitschülern ein Ansehen aus, das, von allen freudig anerkannt, auch die unzufriedenen und unguten Zöglinge gewann und mit ihrem Beruf versöhnte. In den Ferien brachte sein Bemühen eine katholische Volksbibliothek für seine Heimat zustande.



    Die erste Begegnung Beltramis mit Don Bosco war von tiefgehender Wirkung. Andreas war schon im ersten Jahr auserwählt, die Anstalt von Lanza beim Namensfest des ehrwürdigen Vaters in Turin zu vertreten und in einem Vortrag die Wünsche aller niederzulegen. Bosco, dessen forschendes Auge in die Tiefen der Seele zu dringen gewohnt war, ließ sich den Vortrag wiederholen und flüsterte dann dem glücklichen Zögling einige vertrauliche Worte ins Ohr, die sein Antlitz mit Röte übergossen und seine Augen vor Freude erstrahlen ließen.



    Am 2. Oktober 1887 durfte Beltrami, obwohl noch jung, aber reif an Geist und Tugend, im kleinen Kirchlein von Valsalice die Ordensgelübde in die Hände Don Boscos ablegen. Während des Noviziates zu Foglizzo setzte er durch seine musterhafte Führung und sein sichtliches Voranschreiten in der Übung aller Ordenstugenden, in der Vereinigung mit Gott, in strengster Abtötung und einer tiefen Demut seine Mitbrüder in Erstaunen. Jeden Tag kam er mit glühendem Angesicht aus der Betrachtung und vom Tisch des Herrn. Wie geistesabwesend wandelte er durch das Haus, von Sehnsucht erfüllt, bald wieder zum Heiland im Sakrament zurückkehren zu dürfen. Um dem Drang der Liebe zum göttlichen Herzen Jesu genügen zu können, erbat sich Beltrami vom Direktor des Hauses die Erlaubnis, zu jeder Stunde der Nacht aufwachen zu dürfen, um einige Stoßgebetchen emporzusenden. Und tatsächlich hatte er die Gnade, jede Stunde zu erwachen und so in innigstem Verkehr mit Gott zuzubringen. Noch war der treue Jünger des Herrn mit seinen Studien nicht zu Ende, als sich bei ihm jenes unheilvolle Lungenleiden einstellte, das so viele junge Menschenleben unabwendbar unter den Rasen bringt. Beltrami, der bereits die Beweise seltener Lehrbefähigung und eines glühenden Seelenapostolates geliefert hatte, schien von der Vorsehung die Aufgabe zugeteilt erhalten zu haben, den so schwer heimgesuchten Kranken ein leuchtendes Vorbild stillgeduldigen Leidens zu werden. Beinahe sieben Jahre musste er dahinsiechen. Die liebevollste Pflege seiner Oberen vermochte das Endgeschick nicht zu bannen. Kein anderer Gedanke gewann mehr die Herrschaft in seinem Geist, als sich in heiliger, fröhlicher Leidensliebe dem Herrn zum Opfer zu bringen. Vom Wunsch beseelt, „weder gesund zu werden, noch zu sterben, um zu leiden“, unterschrieb der edle Kranke einen förmlichen Weiheakt ans göttliche Herz Jesu mit seinem Blut und trug ihn an seiner Brust, um gleichsam bei jedem Atemzug zu wiederholen, dass er ein Opfer der Sühne sein will: für den Papst, für die Kardinäle und Bischöfe, für die Kirche im allgemeinen, für die Oberen der salesianischen Gesellschaft und in besonderer Weise für alle Sterbenden auf der ganzen Welt und für die armen Seelen im Fegfeuer.



    In den langen Jahren des Leidens sah niemand einen Schatten über das Antlitz des Dulders schweben. Ein Strahl inneren Friedens und freudiger Bereitwilligkeit zum Leiden prägte sich darin aus. Jeder neue Hustenanfall entlockte ihm nur ein Deo gratias („Gott sei Dank!“). Auf dem fruchtbaren Boden des Leidens wuchs die Liebe zu Gott immer stärker und wurde bis zur geheimnisvollen Süßigkeit der Ekstase erhoben. Von einem Fensterchen des Krankenzimmers konnte Beltrami auf den Tabernakel sehen: da zog er seine innigen Unterredungen mit dem Gefangenen der Liebe in die Länge, da wurde er nicht müde, seine beständige Hinopferung zu erneuern. „Die Flammen der Liebe,“ so schrieb er selbst aus Gehorsam an seinen Oberen, „verbrennen mir Leib und Seele. Vor meiner Krankheit waren sie schon heftig und tief. Und es ist wahrscheinlich, dass die Ursache der Krankheit diese Heftigkeit in der Liebe und Vereinigung mit Gott gewesen ist, die in den letzten Monaten vor meiner Erkrankung einen solchen Grad erreicht hatte, dass ich meinte, sterben zu müssen. Ich ging aus der Betrachtung ganz erschöpft, dann kam die heilige Kommunion, die mich vor Sehnsucht ermüdete. Der Genuss von Eis und Schnee, eine Kälte von zwanzig Grad unter Null – in jenem Jahr war der Winter überaus kalt – genügten nicht, um die inneren Gluten zu kühlen.“



    Der selige Leidensgenosse des Herrn hatte noch die Kraft und Gnade, die Priesterweihe zu empfangen und täglich bis zum Vorabend seines Todes die heilige Messe zu lesen. Und da war es, wo er nicht nur seelisch in einer anderen Welt zu weilen schien, wo er auch körperlich für einige Zeit dem Erdenleid entrückt wurde. Die Mitbrüder, die dem kranken Priester im Privatoratorium zur Messe dienten, haben unter Eid bezeugt, dass er, während er sonst alle fünf Minuten heftig hustete und keine fünf Minuten auf den Füßen stehen konnte ohne sich zu stützen, bei Darbringung des heiligen Messopfers von der Wandlung bis zur Kommunion ungefähr eine Stunde verweilte, ohne sich irgendwie am Altar anzulehnen und ohne einen Hustenanfall zu bekommen, das Antlitz glühend wie feurige Kohlen, während er tagsüber immer ganz bleich war.



    Andreas Beltrami hatte den Geist Christi so sehr verstanden, dass er das Leiden als große Huld und Auszeichnung von Gott ansah. In seinen Aufzeichnungen schreibt er: „Die Ketten, mit denen ich ans Zimmer gefesselt bin, sind mir teurer als die Halsketten der Fürsten, und ich küsse sie wie die wertvollsten Kleinodien. Verflossenen Februar feierte ich den fünften Jahrestag meiner Krankheit drei Tage lang. Ich betete das Te Deum, Benedictus, Laudate Dominum, um Gott zu danken, dass er sich gewürdigt hat, mich den Leiden seines Sohnes ähnlich zu machen.“ „Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt in meinem Kämmerlein, wo man von der Welt nichts hat, wohl aber von den ersten Freuden des Himmels.“



    Nicht bloß durch rechtes Erfassen der Krankheit, durch Leiden und Gebet, hat der Selige für die Mitwelt sich verdient gemacht, er hat noch, zum Reden unfähig, das Apostolat des geschriebenen Wortes eifrigst geübt. Obwohl sein Leiden derart war, dass es ihm niemals Ruhe gönnte und die Todesgefahr gar oft in drohende Nähe gerückt schien, hat Don Beltrami nicht weniger als zwölf populäre religiöse Schriften erscheinen lassen; mehrere andere waren bei seinem Tod fast bis zur Vollendung gereift. Die Schrift über die lässliche Sünde wurde auch in deutscher Sprache herausgegeben.



    Der Tod des frommen Priesters, am 30. Dezember 1897, war wie das Verglühen eines sonnigen Tages. „Das Osterlamm wird bald geschlachtet werden; ich muss es immer reiner machen, damit es seiner göttlichen Majestät würdiger werde.“ So sprach der Schwerleidende in seiner letzten Nacht.



    Was kann doch der Glaube aus den ärmsten Menschen, auch aus den einem unheilbaren Siechtum Verfallenen für starke und glückliche Seelen machen! Leiden ist Gnade. Leiden kann Lebensaufgabe, kann zum Apostolat werden. Vom kleinen Krankenzimmer aus kann ein gottergebener Christ, sich selbst heiligend, die Anliegen der ganzen Welt umfassen und zu den seinigen machen.



    1920 eröffnete Papst Benedikt XV. den Seligsprechungsprozess, nachdem der zuständige Diözesanbischof den Gerichtshof dafür errichtet hatte. Am 5. Dezember 1966 wurde er als verehrungswürdig erklärt.


    https://www.heiligen-legende.de/andreas-beltrami/

  • Thema von Blasius im Forum Ausdauer im Gebet



    Von der Gleichförmigkeit unseres Willens mit dem Willen Gottes

    "Nicht wie ich will, sondern wie du willst!" (Matthäus 26,39)



    "Notwendig ist es, dass wir immer in der Stimmung sind, zu sterben in der Zeit und auf die Weise, und durch die Todesart, die der Herr will." (Der heilige Alphons von Liguori)

    Der große Diener Gottes Johannes von Avila schrieb einst an einen kranken Priester: "Erwägen Sie nicht, was Sie tun würden, wenn Sie gesund wären, sondern bedenken Sie vielmehr, wie sehr Sie Gott gefallen werden, wenn Sie Ihre Krankheit bereitwillig annehmen. Wenn Sie, wie ich glaube, rein und einzig den Willen Gottes suchen, was kann Ihnen je daran liegen, ob Sie krank oder gesund sind, da dieser göttliche Wille, worin all unser Gut besteht, in beiden Fällen auf gleiche Weise in Erfüllung geht?"

    Einst als die heilige Gertrud einen Hügel erstieg, fiel sie, und da sie sich nirgends anhalten konnte, rollte sie bald bis ins Tal hinab, und nur durch ein Wunder der Vorsehung geschah es, dass sie mit dem Leben und sogar ohne gefährliche Verwundung davon kam. Da fragten ihre Gefährtinnen, ob sie sich nicht sehr gefürchtet hat, zu sterben, ohne die letzten Sakramente zu empfangen; die Heilige aber antwortete ihnen: "Nein, denn wiewohl ich mich herzlich sehne, bei meinem Tod mit den heiligen Sakramenten versehen zu werden, so sehne ich mich doch noch mehr, dass der Wille Gottes in Erfüllung geht. Ich bin überzeugt, dass dies die beste Stimmung ist, heilig zu sterben!"



    Mein Gott, willig nehme ich den Tod an, weil Du willst, dass ich sterbe. Ich verlange, auf die Weise zu sterben und die Todesart zu erleiden, die Dir wohlgefällig ist, und danke Dir, dass Du es so willst. Verleihe mir nur, in Deiner Gnade und Liebe zu sterben, und ich will Dich ewig preisen! Amen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum29.12.2025 19:33
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Die Anbetung der Hirten



    Wo geht ihr, fromme Hirten, hin

    Mit eilig schnellem Schritt?

    - Nach Bethlehem zielt unser Sinn. -

    O nehmet mich doch mit.

    Anbeten will mit euch ich dort

    Des Vaters eingebornes Wort.



    1. Machen wir uns auf und gehen wir mit den frommen Hirten zur Krippe unseres Herrn. Sieh, der Engel schildert ihn genau: Armut, Demut, Sanftmut und Geduld sind die Merkmale, woran wir ihn erkennen werden, der da kam, diese himmlischen Tugenden uns üben zu lehren. Erlöser meiner Seele, mit den hochbegnadeten Hirten sinke ich zu deinen Füßen, und bete dich als meinen Gott und Heiland an. Nicht vor Angst erbebend, sondern mit großem Vertrauen komme ich zu dir, denn was kann ich von einem liebreichen Kindlein fürchten, das über mein Elend gerührt ist, Tränen darüber vergießt, und kommt, mich davon zu erlösen.



    2. Von seliger Freude, Liebe und Hoffnung ist mein Herz bei deinem Anblick durchdrungen. Denn nun verzweifle ich nicht mehr wegen meiner zahllosen Sünden. Ich hörte die Stimme des heiligen Engels, dass ein Erlöser mir geboren wurde. O Emmanuel, Weisheit Gottes, Heiland und Gesetzgeber der Welt, nach dir sehnten sich die verflossenen Jahrhunderte, zu dir blickt im Geist die fernste Zukunft, dich lieben alle heiligen Seelen. Deine Tränen sind Tränen der Barmherzigkeit, deine Krippe ist die Lehrkanzel der Weisheit, durch deine Armut wird die Welt bereichert, und dein göttliches Herz ist der Wohnsitz ewiger Liebe und wird einst als der Quell ewiger Erlösung für mich geöffnet werden.



    3. Gebenedeit sei der keuscheste Leib, der dich getragen hat. O glorreiche und allerseligste Jungfrau, wahre Mutter Gottes, gepriesen seist du von allen Geschlechtern, die du uns allen den Erlöser geboren hast. In Andacht verehren wir dich als unsere wahre Mutter, da du Jesus in unserer Natur als unseren erstgeborenen Bruder uns geboren hast, und dadurch uns alle vom Tod zum Leben erweckt hast. Gestatte nicht, dass ich ewig verloren gehe, für den dein göttlicher Sohn geboren wurde, sondern erbitte mir seine wirksame Gnade, damit ich durch ihn zum ewigen Leben gelange. "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes." (Lukas 1,42)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum29.12.2025 19:30
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 30. Dezember



    O Maria, unsere Mutter, sei unsere gütige Beschützerin in allen Gefahren dieses Lebens, unsere Hilfe in allen Anfechtungen, unser Trost und unsere Erquickung in allen Nöten und Schwierigkeiten. Bitte für uns, dass Jesus seine Liebe uns schenke, dass sein Geist nie von uns weiche, dass wir rein von aller Befleckung der Sünde, nach deinem heiligen Beispiel, im Herzen gläubig, im Geist demütig, im Leiden ergeben und geduldig, dem Willen unseres Gottes mit frommen Gehorsam stets unterworfen leben. Besonders aber in der Stunde unseres Todes bitte für uns. Empfehle unsere scheidende Seele deinem göttlichen Sohn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Um diese Zeit, wie Saussay in seinem Marterbuch meldet, ist der vom heiligen Petrus abgeschickte Bischof Pontentianus aus höherem Antrieb nach Chartres in Frankreich gekommen, und hat den Einwohnern, die von den alten Druiden eine künftige jungfräuliche Geburt vernommen hatten, die wirklich geschehene Geburt Jesu Christi aus Maria der Jungfrau verkündigt.


    https://www.heiligen-legende.de/thomas-becket/

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