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#6

RE: Hochfest Allerheiligen und Gedenktag Allerseelen

in 1. November: Hochfest Allerheiligen 31.10.2015 17:21
von Aquila • 3.993 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !



Zum Hochfest Allerheiligen - 1. November:

[Vorbemerkung:
Der unsägliche "Halloween" -Brauch ist eine Verhöhnung von Allerheiligen.
"Halloween" ist der verunstaltete Begriff vom ursprünglichen
"All Hallows Eve" ....dem "Vorabend (eve) Aller (All) Heiligen (Hallows))]



Papst Benedikt XVI. bei einer Predigt in St. Peter im November 2006:

-

Aber
»wozu dient den Heiligen unser Lob, wozu unsere Verherrlichung,
wozu dieses ganze Hochfest
«?
Mit dieser Frage beginnt eine berühmte Predigt des hl. Bernhard zum Allerheiligenfest.
Es ist eine Frage, die man sich auch heute stellen könnte.
Und aktuell ist auch die Antwort, die uns der Heilige gibt:
»Die Heiligen brauchen unsere Ehren nicht.
Unsere Frömmigkeit gibt ihnen nichts. …
Ich gestehe, daß mich starkes Verlangen erfaßt, wenn ich das bedenke«

(Disc. 2; Opera Omnia Cisterc. 5,364ff.).
Das also ist die Bedeutung des heutige Hochfestes:
durch den Blick auf das leuchtende Vorbild der Heiligen in uns
das große Verlangen zu wecken, wie die Heiligen zu sein, also glücklich darüber zu sein,
nahe bei Gott zu leben,
in seinem Licht, in der großen Familie der Freunde Gottes.
Ein Heiliger zu sein bedeutet,
nahe bei Gott, in seiner Familie zu leben.
Und das ist unser aller Berufung...


Die Erfahrung der Kirche zeigt,
daß jede Form der Heiligkeit,
auch wenn sie unterschiedliche Wege geht,
immer über das Kreuz, über die Selbstentsagung führt.
Die Biographien der Heiligen beschreiben Männer und Frauen,
die fügsam waren gegenüber den Plänen Gottes
und die manchmal unbeschreibliche Prüfungen und Leiden, Verfolgungen und das Martyrium auf sich genommen haben.
Sie harrten aus in ihrem Bemühen;
es waren diejenigen – so ist in der Offenbarung zu lesen–,
»die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht«
(Offb 7,14).
Ihre Namen sind eingeschrieben in das Buch des Lebens (vgl. Offb 20,12); ihre ewige Wohnstatt ist das Paradies.
Das Vorbild der Heiligen ist für uns eine Ermutigung, denselben Weg einzuschlagen, die Freude desjenigen zu erfahren, der Gott vertraut,
denn die einzige wahre Ursache der Traurigkeit,
des Unglücklichseins liegt für den Menschen darin, fern von Gott zu leben."

-

Stufen zur Vollkommenheit



Zum Gedenktag Allerseelen - 2. November


Pater Martin Ramm von der Petrus-Bruderschaft aus "Die letzten Dinge",
über unsere Brüder und Schwestern in Christo noch im Fegefeuer....
den in der Gnade Christi Verstorbenen, aber noch einer Läuterung bedürfenden Glieder der Kirche:
-

[....]
Arme Seelen

Obgleich sie ihres ewigen Heiles sicher sind,
nennt man sie doch ‚arme’ Seelen,
weil sie in ihrem Zustand für sich selbst nichts mehr tun können.
An die Stelle aktiver Genugtuung [satisfactio]
tritt ein rein passives läuterndes Leiden [satispassio].

Schon seit frühester Zeit hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren gehalten, denn wenn sie auch für sich selbst nichts mehr tun können,
so können doch wir dank der Gemeinschaft der Heiligen
den armen Seelen
durch Gebet und Almosen, durch das hl. Messopfer und durch die Gewinnung von Ablässen helfen
[vgl. KKK 1032].

-

Bezüglich der Ablassbedingungen siehe bitte den Eingangsbeitrag:

Hochfest Allerheiligen und Gedenktag Allerseelen


Über das Fegefeuer:

Läuterungsfeuer

-


zuletzt bearbeitet 31.10.2015 22:48 | nach oben springen

#7

RE: Hochfest Allerheiligen und Gedenktag Allerseelen

in 1. November: Hochfest Allerheiligen 31.10.2016 22:41
von Aquila • 3.993 Beiträge

Grlobt sei Jesus Cbristus !


Zum Hochfest Allerheiligen aus einer Predigt von Bischof Vitus Huonder aus dem Jahre 2015:
-

[....]
"Wenn wir die Heiligen feiern, so haben wir gesagt, feiern wir die Gnade Gottes.
Der Mensch wird durch die Gnade ein Heiliger.
Der Heilige aber, den wir heute feiern, der von Gott bevorzugte, geschützte und ausgezeichnete Mensch,
ist der Mensch, der diese Heiligkeit in seinem Leben bewahrt hat, um sie gerungen hat,
sie in den Wechselfällen dieser Weltzeit gehütet hat,

das heisst: trotz der Bedrängnis dieser Welt im weissen Gewand, mit der Palme, vor Gott erschienen ist. Das meint das Wort aus der Offenbarung des Johannes:
Es sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder
gewaschen und im Blut des Lammes weiss gemacht
“ (Offb 7,14).
Aller dieser Menschen, die uns vorangegangen sind und die um den Glauben gerungen haben, die treu zum Glauben gestanden sind, ihr Leben für den Glauben hingegeben haben, dürfen wir in dieser Feier gedenken.
Und damit feiern wir das Wirken der Gnade Gottes an den Menschen in dieser Weltzeit, in den Bedrängnissen dieses Lebens. Wir feiern Gott in seinen Heiligen.
Was nehmen wir mit auf den Weg in unserem Alltag?
Dass wir um die Gnade Gottes, die wir in der Taufe empfangen haben, ringen müssen, um sie zu bewahren, damit auch wir einmal, wenn die Zeit unseres Lebens zu Ende geht, lobend und anbetend vor dem Throne Gottes sein dürfen – zusammen mit allen Heiligen.

Amen

-


Aus dem Schott-Messbuch 1962:
-

1. November

In Festo Omnium Sanctorum – Fest Allerheiligen
1. Kl. – Farbe weiß


Die Kirche feiert dieses echt christliche Familienfest, das uns im Geiste so innig mit unsern beseligten Brüdern im Himmel verbindet, aus mannigfachen Gedanken heraus.
Dieses Hochfest gegen Ende des gottesdienstlichen Jahres ist ein feierlicher Dank
an Gott den Heiligmacher für die Fülle der Gnaden und Tugendfrüchte aller Heiligen.

Es ist auch eine gebührende gemeinsame Ehrung der unzähligen Heiligen;
denn jedem einzelnen ein eigenes Fest zu widmen, ist unmöglich.
Wir bezeugen ferner unsre Mitfreude an der ewigen Freude aller Heiligen und werden zugleich angespornt zu ihrer Nachahmung; auch wird in uns die Sehnsucht danach geweckt, einmal Anteil an ihrem Himmelsglück zu bekommen.
Dabei ermutigt uns das Fest zum Vertrauen im Ringen nach den Verheißungen Christi.
«Diese konnten es und jene, warum nicht auch ich?» (Hl. Augustinus)
Damit wir das leichter erreichen, rufen wir, durchdrungen vom Glauben an die Gemeinschaft der Heiligen, diese heute besonders um ihre vereinte Fürbitte an. «Wir sind Kinder der Heiligen» (Tob. 2,18)

Im Morgenland feierte man schon im 4. Jahrhundert am Sonntag nach Pfingsten ein eigenes Fest zu Ehren aller Heiligen (Martyrer). Als Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das zum Andenken an Kaiser Augustus erbaute Pantheon zu einer Kirche weihte zu Ehren der Mutter Gottes und aller hll. Martyrer, kam das Allerheiligenfest auch im Abendland auf. Gregor IV. verlegte es auf den 1. November und führte es auf Bitten Ludwigs des Frommen 835 im Frankenreiche ein.

Heilige Festesfreude hat uns zum gemeinsamen Gottesdienste zusammengeführt (Intr.). In der Lectio dürfen wir einen Blick werfen in das selige Reich der Auserwählten.
Sie mahnen uns im Graduale, daß auch wir in Gottesfurcht unser Leben Gott weihen sollen.
Ihr eigenes Leben war zwar reich besät mit Leiden und Prüfungen aller Art (Offert.),
aber gerade dadurch haben sie verdient, daß an ihnen die Seligpreisungen des Heilandes in Erfüllung gehen (Evang.).
In der Kraft des heiligen Opfers und der hl. Kommunion können auch wir schon hier auf Erden «selig» werden (Comm.).

-

Die hl. Messe:
http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/nov/nov1/index.html

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#8

RE: Hochfest Allerheiligen und Gedenktag Allerseelen

in 1. November: Hochfest Allerheiligen 01.11.2016 22:20
von Aquila • 3.993 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Am 2. November - dem Allerseelentag - gedenkt die Heilige Mutter Kirche der
Armen Seelen im Fegefeuer

Aus der römischen Liturgie:

-

"Heute ist das feierliche Gedächtnis aller abgeschiedenen Gläubigen.
Soeben noch hat die Kirche als gemeinsame und zartfühlende Mutter sich Mühe gegeben,
all ihre Kinder in der Himmelsfreude mit gebührenden Preisgesängen zu verherrlichen.
Unverweilt will sie heute in Muttersorge allen ihren Kindern,
die im Reinigungsorte seufzen, durch machtvollen Beistand bei Christus, dem Herrn und Bräutigam, zur baldmöglichen Aufnahme in die Gemeinschaft der Himmelsbürger verhelfen
."


Missae "Requiem aeternam" - die hl. Messen für die Verstorbenen:
http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/propsctnovember.html



Ebenso ist der gesamte Monat November,
den Armen Seelen
gewidmet.


Dazu aus
"Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863) 
(Neu überarbeitet und digitalisiert von www.heiligenlegenden.de (2008)):

-

"Am Tag aller Heiligen richtet die heilige Kirche den Blick ihrer Kinder zum Himmel und zeigt ihnen die Glorie und Seligkeit ihrer verklärten Glieder;
heute aber spricht sie trauernd zu uns:
Ich habe noch andere, teuere Glieder, die ohne Freude, ohne Trost, ohne Erquickung und Ruhe im Ort der Qual und Peinen unaufhörlich nach Erlösung seufzen, die erfaßt von einem invorstellbaren Sehnen nach der Vereinigung mit Gott,
noch unwürdig sich fühlen, zu schauen sein heiligstes Angesicht und erst vom Feuer gereinigt werden müssen
, um diese Gnade teilhaftig werden zu können
Sie sind Glieder meines Leibes, aber arm und elend, hilflos und jeglichem Leid preis gegeben.
Ihr aber, meine Kinder, die ihr noch lebt, ihr könnt ihnen helfen, ihr könnt abkürzen, ja enden die Tage der ihrer Qual und stillen ihre Sehnsucht nach der Anschauung Gottes.
Sie sind ja
eure Brüder und Schwestern,
eure Freunde , eure Glaubensgenossen, wollt ihr sie vergeblich rufen lassen nach eurer Hilfe? ”...

Wer diese hilflosen Brüder und Schwestern sind, das sagt dir dein katholisches Herz.
Es sind die armen Seelen im Fegefeuer.

Da sie abgeschieden von dieser Welt, hatten sie das Werk der schuldigen Buße für ihre Sünden noch nicht vollbracht und sich nicht gereinigt von jeder Makel der Sünde.
Darum hat sie der dreimal heilige und gerechte Gott von sich gewiesen, aber nicht für immer verstossen, denn in seiner Gnade sind sie gestorben.
Nicht würdig, in den Himmel einzugehen, wo nur die reinen, lauteren Seelen wohnen dürfen, aber auch nicht schuldig der ewigen Strafe der Hölle, weil keine Todsünde sie belastet,
mußten sie hinab steigen in den Ort der Reinigung, um dort geläutert zu werden, wie das Gold im Feuerofen.
Dort nun leiden sie unaussprechliche Qual.
„Dieses Feuer,” sagt der heilige Augustin„wenn gleich nicht ewig, ist doch so wunderbar heftig,
daß es jede Pein übersteigt, welche ein Mensch jemals gelitten hat oder leiden kann.”
„Alle Strafen, Qualen und Peinen der Welt, die man sich nur denken mag, sind im Vergleich mit den Leiden des Fegefeuers vielmehr Erquickungen,” schreibt der heilige Bischof Cyrillus an den heiligen Augustin.
Ihr größtes Leid aber, das allen Begriff übersteigt, ist die Trennung von Gott, dem allerhöchsten Gut. Ihre Liebe zu Gott, losgelöst von jeder Anhänglichkeit an das Irdische, ist grenzenlos;
mit unbeschreiblicher Sehnsucht verlangen sie nach der Vereinigung nach ihm, der Urquelle aller Seligkeit, ja, sie fühlen sich, wie die heilige Katharina von Genua sagt, von einer unvorstellbaren Gewalt zu Gott hingezogen und können doch nicht zu ihm gelangen, ja sie fühlen es mit
ungeheurem Schmerz, daß sie der Anschauung Gottes nicht würdig sind,
weil noch Flecken an ihnen haften und ihre Schuld noch nicht gebüßt ist.
So finden sie sich einerseits zu Gott hingezogen, ja von Gott selbst angezogen, aber andererseits von den Fesseln ihrer Sünden und ihrer Schuld zurück gehalten.
Der Schmerz hierüber, der ihr Inneres gleichsam zerreisst, ist nicht zu schildern.
Dazu kommt noch, daß sie sich nicht helfen können und auch kein Mittel haben, ihren Schmerz zu lindern.
Daß sie zu Gott kommen werden, das wissen sie, aber die von Gottes Gerechtigkeit bestimmte Zeit ihrer Pein können sie nicht abkürzen.
Die Zeit des Verdienstes ist für sie abgelaufen, ihre Leiden, die sie mit vollster Geduld und Ergebung tragen, bilden kein verdienstliches Werk mehr, womit sie ihre Schuld bezahlen können:
Es ist die Nacht für sie angebrochen, wo niemand mehr wirken kann. Sie können und müssen nur leiden.

Doch da kommt ihnen die katholische Liebe zu Hilfe und bringt ihnen Trost, Erquickung und Erlösung.
Gemäß der Lehre von der Gemeinschaft der Heiligen sind die Seelen der Abgestorbenen im Reinigungsort von uns nicht getrennt, wie die verdammten,
die da abgeschnitten sind vom Leibe Christi.
Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe verbindet sie mit uns, sie sind unsere Brüder und Schwestern im Herrn und wenn sie sich selbst nicht helfen können, sokönnen wir es tun.
Wir können für sie beten, wir können gute Werke für sie verrichten,
durch Almosen spenden, wir können das heiligste Opfer für sie darbringen und die Früchte der heiligen Abläße ihnen schenken."


-


zuletzt bearbeitet 01.11.2016 22:21 | nach oben springen



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