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#11

RE: Der Rosenkranz und die Fliegen und Ameisen

in Grundgebete 14.10.2021 18:28
von Bernhard • 93 Beiträge

Auch ich bin ein Verehrer des Rosenkranzes, aber ein schlechter Beter. Ehrlich gesagt fällt es mir nicht leicht, den RK, womöglich täglich, zu beten. Ich kann mich gerade einmal zu einem Gesätz durchringen. Man sagt immer, man soll den RK mit dem Herzen beten, aber da ist der Kopf dazwischen. 50 mal das gleiche Gebet. Das ist schon schwierig. Theoretisch ist mir das alles klar, aber benötigt die Gottesmutter 50 mal dieses Gebet pro Tag? Die Geheimnisse des Psalters sind ja allgemein bekannt. Wenn ich sie mehrfach wiederhole, dringe ich dann wirklich tiefer in sie ein? Wenn ich dabei eine Betrachtung vornehme, dann dauert dies erfahrungsgemäß längere Zeit. Inzwischen bete ich ja schon wieder weiter (oder soll weiter beten). Im Endeffekt wiederhole ich in ca. 30 Minuten immer dieselben Gebete und komme hier und da auf ein "Geheimnis" (was ist daran eigentlich geheim?) zu sprechen, bzw. denke kurz darüber nach. Irgendwann habe ich dann den RK beendet und freue mich, diese "Leistung" vollbracht zu haben. Jetzt ist mein Gewissen beruhigt.

Natürlich weiß ich von der Bedeutung des RK, und dass die Gottesmutter diesen benötigt ("Ich brauche Eure Gebete"), aber es gelingt mir nicht, diesen in Ihrem Sinn zu beten.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bin ich zu verkopft (vermutlich ist dies der Fall), oder die "Fliegen und Ameisen" sind am Werk. Dies kann ich aber so nicht bestätigen. Evt. ist dies nur ein Grund, um von Ersterem abzulenken.

Jedenfalls bin ich für jede Anregung dankbar und würde mich freuen, Beispiele aus der Praxis zu bekommen. Theoretische Argumente kenne ich genug.

Herzlichen Dank.


In hoc signo vinces.
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#12

RE: Der Rosenkranz und die Fliegen und Ameisen

in Grundgebete 14.10.2021 22:13
von Aquila • 6.660 Beiträge

Lieber @Bernhard


Ich denke, dass Du mit der Vermutung der "Kopflastigkeit" wohl richtig liegen dürftest.
Deine Frage, was an den Geheimnissen "geheim" sein solle, liefert dafür ein stossendes Indiz.


Daher dazu vorweg einige Anmerkungen:
Die Heilige Mutter Kirche nennt Glaubenswahrheiten "Geheimnisse" in der Art, als dass diese vom Menschen nicht zu durchschauen sind, wohl aber deren Zusammenhang als Ganzes zu erkennen ist.

Sehr schön hat es der grosse anglikanische Konvertit
Gilbert Keith Chesterton (1874 - 1936) versinnbildlicht:
-
Geheimnisse des Glaubens sind wie die Sonne.
Hineinschauen kann man nicht, aber in ihrem Licht sehen wir alles andere..
-


Die Allerheiligste Dreifaltigkeit:

Der VATER....schafft und gibt Kraft;
im VATER sind alle Geheimnisse ruhend....

der eingeborene - einzig geborenen - SOHN.... gestaltet und erleuchtet;
das WORT....teilt uns die verborgenen Geheimnisse mit....

der HEILIGE GEIST.... belebt, bewegt, heiligt und schenkt Geistesgaben;
der HEILIGE GEIST.... haucht uns diese Geheimisse ein und drängt uns auch diese weiter zu verkünden.
( Denken wir an die Feuerzungen des HEILIGEN GEISTES, die an Pfingsten über die heiligen Apostel kamen )


So ist das liturgische Kirchenjahr ist weitaus mehr als eine blosse Wiedergebung vergangener Ereignisse. Auch keine blosse Erinnerung an Geschehenes.
Unser Herr und Gott Jesus Christus lebt in seiner Kirche fort....
wirkmächtig in den ihr übergebenen Geheimnissen, Mysterien
!
Deshalb sagt der hl. Ambrosius zu Christus:
"Ich finde dich in den Mysterien".
-
Oder wie es der hl. Papst Leo der Grosse (400-461)dargelegt hat:
-
"Was von unserem Erlöser zur Erdenzeit sichtbar war, das ist in die Mysterien übergegangen."
-

Die Gehemnisse des Rosenkranzgebetes umschliessen denn auch die wichtigsten Stationen unserer Erlösung.


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 14.10.2021 22:39 | nach oben springen

#13

RE: Der Rosenkranz und die Fliegen und Ameisen

in Grundgebete 15.10.2021 20:48
von Katholik28 • 311 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Lieber @Bernhard,

Aquila hat schon ausholend geantwortet.
Vielleicht hilft dir auch meine Meinung.
Ich will versuchen mich kurz zu fassen.
Doch geht das?

Im gesamten Psalter ist das Leben Jesu eingefasst
und durch die ständigen Wiederholungen prägt es sich in das Bewusstsein und verankert sich im Unterbewussten.
Vergleiche hinken bekanntlich. Doch mir fällt da im Moment nichts besseres als der Drill beim Militär ein.
Je mehr man dort übt, umso mehr kann man alles fast im Schlaf.

Bei den einzelnen Gesätzen versuche ich mir die jeweilige Situation vorzustellen.
Beispiel:
- "....den du oh Jungfrau zu Elisabeth getragen hast....."
Das junge Mädchen Maria musste damals ungefähr 20km über unwegsames Gelände den Weg zu ihrer Cousine gehen. Wahrscheinlich war sie sogar barfuß. Und wie beschwerlich musste allein das sein und dann war sie ja auch noch guter Hoffnung. Man kann sich die Freude vorstellen, denn ihr Besuch war wohl nicht angekündigt worden. Die Begrüßung durch Elisabeth und die Worte sind ja auch Teilinhalt eines Ave.
Beispiel:
-"....den du oh Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast...."
Maria und Josef steigen die Treppen hoch, wahrscheinlich waren diese Treppen auch schon sehr breit und ausladend, also Respekt einflößend und dann der alte weise Simeion, dem prophezeit wurde, dass er vor seinem Tode den Heiland sehen werde. Wie mag er das Jesuskindlein hochgehoben und an sein Herz gedrückt haben. Und dann musste er prophetisch der jungen Mutter sagen, dass ihr Herz wie durch ein Schwert durchbohrt wird.
Beispiel:
-"....der für uns gegeißelt wurde....."
Wie haben sie wohl zugeschlagen mit ihren Peitschen, getrieben von diesen dämonischen Unmenschen.
Ihre Peitschen waren bestückt mit irgendwelchen schweren kantigen Spitzen o. ä.
Jeder Schlag riss Wunden und ganze Fleischstücke aus dem geschundenen Leib.
-"....

Das waren drei Geätze der vier Rosenkränze, eingefasst in jeweils einen Lob an Maria, der Gottesmutter.
So wird man beim Beten immer wieder in die jeweilige Situation gerufen.

Die Gottesmutter bittet inständig bei vielen vielen ihrer Erscheinungen darum, ihren Rosenkranz zu beten.
Je stärker die Liebe zu Maria wird, umso mehr wird man diesem Wollen nachkommen.
Und die Heiligen pflegten auch den Rosenkranz und dabei denke ich auch z.B. an den polnischen Papst.

Sicher war es sehr unbeholfen was ich hier zusammen gestammelt habe.
Man mag mich gerne korrigieren, wenn ich hier das eine oder andere nicht korrekt benannt habe.

Lieber Bernhard,
mag wohl nicht zufriedenstellend sein mein Beitrag hier für dich.
Über dieses Thema wird es sicher Bücher geben von viel Schlaueren als mich.
Gerne kannst du mir auch per PN schreiben.

Sicher gibt es unter unseren Lesern noch andere,
die zu diesem Thema etwas beitragen, ergänzen können.

Von Herzen wünsche ich, dass du dich als großer Liebhaber des Rosenkranzes weiter eintwickeln magst.
Bete nur kräftig zu Maria, unserer lieben Gottesmutter.
Sie hilft immer.


Katholik28

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#14

RE: Der Rosenkranz und die Fliegen und Ameisen

in Grundgebete 18.10.2021 11:32
von Bernhard • 93 Beiträge

Lieber @Katholik28,

vielen Dank für Deinen Beitrag,

auch beim RK gilt vermutlich die Devise "learning by doing". Da hapert es wohl noch bei mir. Mit der Literatur über den RK kann ich mich nicht zufrieden geben. Entweder man betet ihn, oder man lässt es. Momentan bin ich noch bei einem Gesätz pro Tag festgefahren. Die Bedeutung des RK ist mir vollkommen klar, wie ich bereits erwähnte. Ich muss irgendwie von meinem Kopf (Denken) herunterkommen. Man sagt, man solle den RK mit dem Herzen beten. Das ist für mich leichter gesagt als getan. Evt. verstehe ich irgendwann dessen Stärke und Praktizierung. Wenn die Gottesmutter sagt, sie brauche ihn, verstehe ich das. E gibt ja Beispiele genug, wo dies funktioniert hat, so z.B. bei der Vertreibung der Sowjets aus Österreich nach dem Krieg. Auch die Dämonen hassen ihn. Ich hoffe und bete weiter, das ich irgendwann einmal die Gnade bekomme, dies auch praktizieren zu können. In diesem Sinne wäre ich für Dein/Euer Gebet dankbar.

Herzlichst,

Bernhard


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#15

RE: Der Rosenkranz und die Fliegen und Ameisen

in Grundgebete 18.10.2021 17:49
von Maresa • 297 Beiträge

Als ich einmal den Rosenkranz bei KTV mitbetete, bin ich mittendrin eingeschlafen. Als ich aufwachte, orientierte ich mich zuerst wo wir sind. Dann schaute ich auf den Rosenkranz und tatsächlich, die Finger waren an der richtigen Stelle. Da hatte ich im Schlaf, die Perlen mitgezählt.
Darüber muß ich heute noch schmunzeln.

Ich bete sehr viel den Rosenkranz, ja ich liebe ihn sogar. Der immer gleiche Rhythmus, der mit dem Herzschlag konform geht, ist sehr wohltuend.

Die Rosenkränze, die täglich in den Dörfern gebetet werden, sind sehr wichtig und haben schon vieles bewirkt.

Liebe Grüße
Maresa

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