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#441

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 02.09.2015 22:22
von Blasius • 1.571 Beiträge

Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“


Liebe Leserinnen und Leser


Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Lukasevangelium, IV, 71-76; SC 45
Fahrt hinaus und werft eure Netze aus

„Fahr hinaus“, das heißt in die stürmische See der Auseinandersetzungen. Gibt es eine vergleichbare Tiefe als die „Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis des Sohnes Gottes“ (Röm 11,33), der Verkündigung seiner göttlichen Sohnschaft? ... Die Kirche wird von Petrus in die stürmische See des Zeugnisablegens hineingeführt, um dort den auferstandenen Sohn Gottes zu schauen und den ausgegossenen Hl. Geist.

Was sind das für Netze, die Christus den Aposteln auszuwerfen gebietet? Geht es da nicht um die rechte Verknüpfung von Worten, um die sorgsam entfaltete Rede, um die Tiefe der Argumente, die jene dann nicht wieder los lassen, die von ihnen gefangen genommen wurden? Jene Fischerei-Instrumente der Apostel lassen ihren Fang nicht ins Verderben laufen, sondern behüten ihn, entreißen ihn der Untiefen hin zum Licht, führen von den Abgründen zu den Höhen...

„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ (Lk 5,5) Ich weiß auch, mein Herr, dass es für mich Nacht wird, wenn du nicht die Führung übernimmst. Ich habe noch Niemanden mit meinen eigenen Worten bekehren können, noch herrscht Nacht. An Epiphanie habe ich mir gesagt: Ich habe das Netz ausgeworfen, aber doch nichts gefangen. Den ganzen Tag über hatte ich das Netz ausgeworfen. Nun warte ich, dass du mir es gebietest; auf dein Wort hin, werde ich es wieder auswerfen. Allein auf das eigene Können zu vertrauen ist fruchtlos, aber die rechte Demut bringt reiche Frucht. Jene, die bis dahin nichts gefangen hatten, fingen auf Geheiß des Herrn eine Unmenge von Fischen.

©Evangelizo.org 2001-2015

Mit freundlichem Gruß, Blasius

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#442

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 02.09.2015 22:24
von Blasius • 1.571 Beiträge

Ergänzung:



Evangelium nach Lukas 4,38-44.

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon.

Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen.
Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.

Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.

Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war.
Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen.
Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden.

Und er predigte in den Synagogen Judäas.

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#443

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 05.09.2015 22:52
von Blasius • 1.571 Beiträge

Der Heilsplan Gottes für den Menschen
Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“


Liebe Leserinnen und Leser

Hl. Laurentius von Brindisi (1559-1619), Kapuziner und Kirchenlehrer

11. Sonntag nach Pfingsten, 1. Homilie, 1.9.11-12, Opera omnia, 8,124.134.136-138

„Er hat alles gut gemacht“

Das göttliche Gesetz erzählt von den Werken, die Gott vollbracht hat bei der Erschaffung der Welt und es fügt hinzu: „Gott sah alles, was er gemacht hat und es war sehr gut.“ (Gen 1,31)... Das Evangelium erzählt vom Werk der Erlösung und der neuen Schöpfung und sagt in gleicher Weise: „Er hat alles gut gemacht.“ (Mk 7,37)... Das Feuer kann durch seine Natur sicherlich nur Hitze verbreiten und keine Kälte produzieren. Die Sonne strahlt nur Licht aus und kann nicht Finsternis hervorbringen. So kann Gott auch nur gute Dinge schaffen, denn er ist die unendliche Güte, das Licht selbst. Er ist die Sonne, die ein unendliches Licht verstrahlt, das Feuer, das eine unendliche Hitze verströmt: „Er hat alles gut gemacht" ...

Das Gesetz sagt, dass alles, was Gott geschaffen hat, gut ist. Und das Evangelium sagt, dass er alles gut gemacht hat. Doch gute Sachen zu tun heißt nicht, sie einfach und wie selbstverständlich auch gut zu machen. Viele nämlich, um die Wahrheit zu sagen, tun gute Dinge ohne sie auch gut zu machen, wie die Heuchler, die ganz sicher gute Dinge tun, doch aus einem schlechten Geist heraus und mit verkehrter und falscher Intention. Gott hingegen tut alle guten Dinge und er macht sie gut. „Der Herr ist gerecht in allem, was er tut, voll Huld in allen seinen Werken.“ (Ps 144,17)... Und wenn Gott, der weiß, dass wir unsere Freude in dem finden, was gut ist, für uns alle diese guten Dinge geschaffen hat und sie gut gemacht hat, warum bitte bemühen wir uns nicht, nur noch gute Dinge zu tun und sie gut zu machen, weil auch wir nunmehr wissen, dass auch Gott daran seine Freude hat?

©Evangelizo.org 2001-2015


Mit freundlichem Gruß, Blasius


zuletzt bearbeitet 05.09.2015 22:52 | nach oben springen

#444

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 05.09.2015 23:02
von Blasius • 1.571 Beiträge

Ergänzung:



Evangelium nach Markus 7,31-37.


In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.

Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.

Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;

danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!

Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden.

Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt.

Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen

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#445

RE: Der Heilsplan Gottes für den Menschen - Die rettende Botschaft für alle

in Wenn etwas der Klärung bedarf 06.09.2015 00:14
von Aquila • 4.272 Beiträge

Zur im vorigen Beitrag zitierten Stelle aus drm hl. Evangelium über die Heilung des Taubstummen die Auslegung durch Hw Prosinger von der Petrus-Bruderschaft:
-

Die Augen des Menschen sind eingebettet zwischen Ohren, Nase und Mund, weil wir nicht nur taubstumm glotzen sollen, sondern in allem fragen und hören und spüren sollen, was uns Gott durch die sichtbare Welt mitteilen will – seine ewige Macht und sein göttliches Wesen (Röm 1, 20). Wer sich nur vom äußeren Anschein blenden läßt wie Eva, dem gehen die Augen auch nur zum Schein auf und er wird sich am Ende vor der Stimme Gottes fürchten und verstecken (Gen 3, 6-10).

Das ist die Situation, die Jesus im Gebiet der Heiden, von Tyros, Sidon und mitten in der Dekapolis vorgefunden hat.
Den auch äußerlich Taubstummen heilt er nicht, wie gebeten, durch bloße Handauflegung, sondern nimmt ihn zuerst für sich auf die Seite. Die Absonderung von der Menge ermöglicht eine besondere Zuwendung (ein wichtiger Hinweis für unsere Sakramentenpastoral).
Zuerst legt der Herr seine Finger in die Ohren des Tauben.
Der hl. Gregor der Große verweist auf das Kommen des Reiches durch den Finger Gottes, beziehungsweise den Heiligen Geist (Mt 12, 28; Lk 11, 20),
so daß er diese Geste des Herrn als das Hineinlegen der sieben Gaben des Geistes deutet:
Weisheit und Verstand, Rat und Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Furcht des Herrn.

Das ist das "Gehör des Glaubens", von dem der hl. Paulus schreibt (Röm 10, 7; Gal 3, 2). –
Sodann berührt der Herr die Zunge des Stummen
mit seinem eigenen Speichel
.
Bei Isaias lesen wir: "Ich werde meine Worte in deinen Mund legen und im Schatten meiner Hand habe ich dich geborgen, um auszuspannen den Himmel und zu gründen die Erde und um zu sprechen zu Sion: mein Volk bist du" (51, 16). Im Werk der Erlösung, im neuen Bund mit seinem Volk bildet Gott eine neue Schöpfung. Denn die in Adam verfluchte Welt (Gen 3, 17) ist nicht die Welt, die gut und sehr gut hervorgeht aus dem Mund Gottes. "Er küßte mich mit dem Kuß seines Mundes", so beginnt das Hohelied und eröffnet mit dieser sonderbaren Betonung die textgerechte geistige Deutung. "Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich und seine Frucht ist in meinem Gaumen süß" (2, 3). Zu Ezechiel sprach Gott: "'Menschensohn, nähre deinen Leib und erfülle dein Inneres mit dieser Buchrolle, die ich dir reiche'. Ich aß sie, und sie ward in meinem Munde süß wie Honig" (3, 3).

Dann blickte der Herr zum Himmel auf und seufzte: ein Hinweis auf seine Passion. Um uns Taubstummen die Ohren zu öffnen, mußte er – obwohl er der Sohn Gottes war – den Gehorsam lernen und unter lautem Rufen und Tränen Bitten und Flehrufe dem hinopfern, der ihn vom Tod erretten konnte, damit alle, die an seinem Gehorsam teilnehmen, dieselbe Vollendung erlangten (vgl. Heb 5, 7-10). Schon bei seinem Eintritt in diese Welt sprach der Herr: "Brand- und Schlachtopfer (von Tieren) hast du nicht gewollt, aber einen (Opfer-) Leib hast du mir bereitet... siehe ich komme, o Gott, deinen Willen zu erfüllen" (Heb 10, 6 f). Im hier zitierten Psalm heißt es ursprünglich: "Ohren hast du mir gegraben" (40,7). Der Sinn ist derselbe: der Leib als Opfergabe ist Gehorsam, der auch wehtut. Jenes verschüttete, sensible, innere Organ kann nicht ohne Schmerz freigelegt werden.

"Effetha", das heißt: "Tu dich auf!".
Dieses Wort hat Christus
auch zu uns gesprochen im Ritus der Taufe, nachdem der Priester Ohren und Nase mit dem Speichel seines Mundes berührt hat. "Zu Gottes lieblichem Wohlgeruch! Im Namen dessen, der deine Sinne nun geöffnet hat, frage ich dich: 'Widersagst du dem Satan?'".
Dreimal mußten wir uns lossagen von dem, in dessen Gewalt wir uns befanden durch den Ungehorsam der Stammeltern, bevor wir dreimal eingetaucht werden konnten in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, um wieder teilzunehmen am Austausch der göttlichen Liebe in Wort und Antwort, Hören und Sprechen.

Das geistliche Leben, das sich uns in der Taufe eröffnet hat, gilt es nun freilich täglich zu öffnen als eine Schatztruhe, aus der der Hausvater täglich Altes und Neues hervorholt (Mt 13, 52).
Wie viele Christen fallen zurück in den Stumpfsinn des Taubstummen!
Alles ist Gnade, aber ohne unser Mitwirken bleibt sie leer
(1 Kor 15, 10).
Geistliches Leben bedeutet zu hören, zu horchen, gut zu horchen, was der Herr uns sagen will in allen Geschöpfen und Ereignissen, im Wort der Schrift und im Sakrament. "Mit welchem Wort habe ich euch die Heilsbotschaft verkündet – wenn ihr es noch innehabt? Es sei denn, ihr wäret unbedacht glaubend geworden!" (alternative Übersetzung von 1 Kor 15, 2).

Ein besonderer Ort für das "Wort des Gehörs" ist die hl. Messe. Da reinigen wir uns vom Staub der Welt, stimmen ein in den Lobgesang der Engel, hören das Wort der Schrift;
vor allem aber bringen wir Leib und Leben zum Opfer dar in Einheit mit dem Opfer Christi und gehen ein in die Kommunion, die als wahre Kommunikation das Ohr öffnet und das Band der Zunge löst, so daß wir recht reden.
Hier ist das "jetzt", von dem der Herr sagt: "Da werden die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören, und als Hörende werden sie leben" (Joh 5,25).

-


zuletzt bearbeitet 06.09.2015 09:13 | nach oben springen



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