Lieber Andreas
Es ist wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass
die sieben Hauptsünden nicht mit Todsünden gleichzusetzen sind;
vielmehr können sie zu schweren Sünden führen !
Durch das durch sie bewirkte Laster !
Daher ist es geboten,
den ungeordneten begierlichen Leidenschaften rechtzeitig
kraft des wahren Glaubens zu begegnen....!
Zu Deiner Frage:
Gleich vorweg; Deine Erklärung geht mit nachfolgender Darlegung durchaus überein.
Doch zunächst zur Meinung von Pater Grün:
Nein, so "zeitgemäss" locker wie es Pater Anselm Grün meint verbreiten zu können,
- also bloss "unfähig für den Augenblick" zu sein - ist es nicht !
Pater Grün's Schriften sind ohnehin nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
Es lohnt sich immer wieder auf alte Schriften zurückzugreifen.
So wie auf "Kurze Christenlehr-Predigten über das ... Hauptstück des Katechismus"
aus dem Jahre 1820.
Dort findet sich folgende Erklärung über die siebente Hauptsünde der Trägheit.
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[....]
"Heute komme ich also auf die siebente und letzte Hauptsünde,
nämlich auf die Trägheit im Guten,
welche zwar ebenfalls, eo wie die sechs ersten,
eine Mutter vieler schweren Sünden ist;
aber doch dies besondere an sch hat, daß man sie weniger als die andern verabscheuet,
weil man sie weniger als die andern erkennet.
[....]
Was ist denn also die Trägheit?
Die Trägheit, von der wir heute handeln,
ist eine Nachlässigkeit in Ausübung des Guten,
und eine Abneigung gegen alle jene Dinge,
welche den Dienst Gottes und das Heil der Seele betreffen.
Träg sein heißt also an der Betrachtung göttlicher Wahrheiten, an der Lesung geistreicher Bücher,
und an der Ausübung guter und heilsamer Werke keine Lust und Freude,
sondern Verdruß und Eckel haben;
es heißt in der Beobachtung der Gebote Gottes und in der Erfüllung seiner Standespflichten
gleich müde und überdrüssig werden;
es heißt bei dem feierlichen Gottesdienſte, bei der Anhörung der Predigt,
und bei dem öffentlichen Gebete lange Weile haben,
und es heißt endlich zu allem Guten faul und schläfrig sein,
und selten mit Ernste an sein Heil gedenken."
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Freundliche Grüsse und Gottes Segen