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#6

RE: „Sühne – Mythisches Relikt oder Tatsache der Heilslehre?

in Diskussionsplattform Kirche 22.07.2017 19:21
von Blasius • 2.421 Beiträge


Gerne für Christus leiden / Ist das Leiden Christi unvollständig?

Wenn der Leib Christi nur im Leiden wirklich Leib Christi ist, muss die Kirche
als Leib Christi und damit jedes Glied an ihr die noch fehlenden Leiden am eigenen Fleisch ergänzen.


Liebe Kristina,

wie oben zu lesen ist, muss die Kirche als Leib Christi leiden / sühnen
und nicht ein Mensch, die Menschen.

Katechismus der Katholischen Kirche 1997

Absatz 2 JESUS IST AM KREUZ GESTORBEN I Der Prozeß Jesu

II Der Erlösungstod Christi im göttlichen Heilsplan

Jesus wurde „nach Gottes festgesetztem Ratschluß ausgeliefert"


599 Zum gewaltsamen Tod Jesu kam es nicht zufällig durch ein bedauerliches Zusammenspiel von Umständen. Er gehörtzum Mysterium des Planes Gottes, wie der hl. Petrus schon in seiner ersten Pfingstpredigt den Juden von Jerusalem erklärt: Er wurde „nach Gottes beschlossenem Ratschluß und Vorauswissen hingegeben" (Apg 2,23). Diese biblische Redeweisebesagt nicht, daß die, welche Jesus „verraten" haben (Apg 3,13), nur die willenlosen Ausführer eines Szenarios waren, dasGott im voraus verfaßt hatte.

600 Für Gott sind alle Zeitmomente unmittelbare Gegenwart. Wenn er in seinem ewigen Plan etwas „vorherbestimmt",bezieht er die freie Antwort jedes Menschen auf seine Gnade mit ein: „Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadtgegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den StämmenIsraels [Vgl. Ps 2,1-2..], um alles auszuführen, was deine Hand und dein Ratschluß im voraus bestimmt haben" (Apg 4,27-28). Gott ließ die aus ihrer Verblendung hervorgegangenen Taten [Vgl. Mt 26,54;Job 18,36;19,11.], um seinen Heilsplanzu verwirklichen [Vgl. Apg 3, 17-18.].


„Für unsere Sünden gestorben gemäß der Schrift"


601 Dieser göttliche Plan, durch den gewaltsamen Tod des „Knechtes, des Gerechten" (Jes 53,11) [Vgl. Apg 3,14.] Heilzu schaffen, war in der Schrift im voraus angekündigt worden als ein Mysterium allumfassender Erlösung, das heißt einesLoskaufs, der die Menschen aus der Sklaverei der Sünde befreit [Vgl. Jes 53,11-12; Job 8,34-36.]. In einemGlaubensbekenntnis, von dem er sagt, er habe es „empfangen" (1 Kor 15,3), bekennt der hl. Paulus: „Christus ist für unsereSünden gestorben, gemäß der Schrift" (ebd.) [Vgl. Jes 53,7-8 und Apg 8,32-35.]in Erfüllung gehen. Jesus selbst hat denSinn seines Lebens und seines Todes im Licht dieser Worte vom Gottesknecht gedeutet [Vgl. Mt 20,28.]. Nach seinerAuferstehung gab er diese Schriftdeutung den Emmausjüngern [Vgl. Lk 24,25-27.] und sodann den Aposteln selbst [Vgl.Lk 24,44-45.].


Gott hat ihn „für uns zur Sünde gemacht"


602 Darum kann der hl. Petrus den apostolischen Glauben an den göttlichen Heilsplan so formulieren: „Ihr wißt, daß ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise ... losgekauft wurdet ... mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammesohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende derZeiten erschienen" (1 Petr 1,18-20). Die auf die Ursünde folgenden Sünden der Menschen werden mit dem Tod geahndet[Vgl. Röm 5,12; 1 Kor 15,56.]. Indem Gott seinen eigenen Sohn in der Gestalt eines Sklaven [Vgl. Phil 2,7.], einergefallenen und infolge der Sünde dem Tod preisgegebenen Menschennatur [Vgl. Röm 8,3.] sandte, hat er „den, der keineSünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden" (2 Kor 5,21).

603 Jesus ist nicht [von Gott] verworfen worden, als hätte er selbst gesündigt [Vgl. Job 8,46.]. Vielmehr hat er uns in seinerErlöserliebe, die ihn immer mit dem Vater verband [Vgl. Job 8,29.], so sehr angenommen in der Gottferne unserer Sünde, daß er am Kreuz in unserem Namen sagen konnte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Mk 15,34; Ps22,2). Da ihn Gott so solidarisch mit uns Sündern gemacht hat, „hat er seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn füruns alle hingegeben" (Röm 8,32), damit wir „mit Gott versöhnt [werden] durch den Tod seines Sohnes" (Röm 5,10).

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1V.HTM


Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 22.07.2017 20:02 | nach oben springen

#7

RE: „Sühne – Mythisches Relikt oder Tatsache der Heilslehre?

in Diskussionsplattform Kirche 22.07.2017 20:39
von Kristina (gelöscht)
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Lieber blasius,

m.Wissens kann man Leiden/Fasten u.a. für die Armen Seelen, für einen Menschen,
für die Priester aufopfern. Es ist ein Akt der Nächstenliebe und zu Gott.
Sühnegebete alleine helfen auch schon:
"Ewiger Vater, ich opfere dir durch die reinsten Hände Mariens, das kostbare Blut Jesu auf, für die Bekehrung.. für die/den Priester... für die Armen Seelen..."

Maria Simma z.B. litt freiwillig zur Sühne, bzw. zur Wiedergutmachung für die Erlösung der Armen Seelen.

http://kreuz-jesus.de/content/nach-dem-t...e-armen-seelen/
über Maria Simma:
Die Sühneleiden für Abtreibung und Unkeuschheit bestanden in fürchterlichen Leibschmerzen und großer Übelkeit. Dann kam es ihr vor, als läge sie stundenlang zwischen Eisblöcken. Die Kälte drang ihr bis ins Mark, was die Sühneleiden für Lauheit und religiöse Kälte waren. Alle diese Sühneleiden nahm Maria auf sich, wenn es ihr auch manchmal schwer fiel. Oft war es so hart, daß sie es auf natürliche Weise nicht ausgehalten hätte. Die Armen Seelen erschienen in verschiedenen Gestalten und auf verschiedene Weise. Manchmal klopften sie an, oder aber sie waren einfach da. Die einen sah sie in Menschengestalt, andere waren schwer zu erkennen.

https://gloria.tv/article/rzRBjAC8W7tR1EYgRyHthrMk1

Das Geheimnis der Sühneseelen - Opferseelen, Sühneseelen, was will das besagen? Das sind die Seelen der vollkommenen Hingabe. Diese Hingabe ist das Höchste, was eine Menschenseele überhaupt zu leisten vermag.

Nur durch Leiden werden die Seelen gerettet ..

Das Geheimnis der Sühneseelen

(entnommen aus der Schrift "Der Gefährte" Nr. 4/1989)

Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Christus, der Herr hat nicht die Erlösung vom Kreuz gebracht, sondern die Erlösung d u r c h das Kreuz. Seine Revolution ist die Passion und Agonie. Nur eine Liebe, die bis zur Torheit geht, kann dieses Geheimnis begreifen.

Der Weg zu Gott führt durch Abgründe und Tiefen, durch Dunkelheit, Nacht und Leid zum Licht. Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Nichts ist so kostbar, wie geduldig Leiden und das Kreuz mit Ergebung in Gottes heiligem Willen zu tragen. In den Sühneseelen triumphiert Gott über Satans Macht und Wirken.

Opferseelen, Sühneseelen, was will das besagen? Das sind die Seelen der vollkommenen Hingabe. Und was ist Hingabe im Sinne einer Opferseele, einer Sühneseele?

Das ist Hingabe im vollsten, tiefsten und strengsten Sinne des Wortes. Es ist eine Hingabe ohne Vorbehalt, ohne Grenzen, eine Hingabe bis in die letzten, in die allerletzten Forderungen hinein, die Gott an eine Seele stellen kann; eine so vollkommene Hingabe und Übergabe ihrer selbst, dass sie nicht nur gebraucht, sondern verbraucht und aufgebraucht zu werden verlangt in Seinem Dienste und nach Seiner Meinung, mit allem, was ihr gehört.

Suscipe ... nimm hin!

In diesem einen Worte ist ihr ganzes Wesen eingeschlossen, in einem sehnsuchtsvollen, einem bettelnden, einem werbenden, einem dienenden, in einem flehentlich stürmischen, ja einem brennend leidenschaftlichen:

Nimm hin! Gott sucht Seelen, die keine andere Haltung mehr kennen als diese: ausgespannt, aufgeschlossen, aufgetan, dürstend nach Ihm, harrend auf Ihn, bereit für Ihn.

Diese Hingabe ist das Höchste, was eine Menschenseele überhaupt zu leisten vermag. Sie ist die gewaltigste Torheit der Liebe, die sich begehen lässt, ist Torheit ohnegleichen, ist schrankenlose Liebe. Hingabe in diesem Maße ist etwas, das weit, unendlich weit über die natürliche Großmut der Menschennatur hinausragt.

Hingabe in diesem Grad ist nichts anderes mehr, als der Wille zum Gemartertwerden, zum Gekreuzigtwerden, zum mystischen Tode, zu einer Seelennacht und Seelennot und Seelenqual ohne Vergleich, ist Bereitschaft zum Teilhaben am Leiden Christi selbst, ist die Bereitschaft zum Mit-leiden, zum Mit-erlösen, zum Mit-geopfertwerden, zum Mit-sterben mit Ihm, auf dass Seelen gerettet werden.

Wahrhaft erschreckend ist die Gewalt der Liebe solch einer von höchster Gottesleidenschaft erfassten Seele, erschreckender noch ist die Antwort, die aus dem Herzen Gottes wie loderndes Feuer ihr entgegenschlägt.

Gott sucht solche Seelen, und wo Er sie findet, da liebt Er sie mit solcher Glut der Liebe, als hätte Er Seinen eingeborenen Sohn ein zweitesmal in Gestalt eines Menschen vor sich, um Seine geheinmisvollen Pläne von neuem an Ihm zu erfüllen.

"Siehe, ich komme, Deinen Willen zu erfüllen!"


was eine Seele vermöchte, eine einzige Seele, die dem göttlichen Willen so ganz hingegeben wäre, restlos, schrankenlos, bedingungslos, auf dass Er tue mit ihr, was und wie es Ihm gefällt. Eine Seele, von der Er weiß: sie wird durchhalten in allen Drangsalen, sie wird standhalten in allen Prüfungen, sie wird nicht wanken, nicht irrewerden, wird nichts zurücknehmen; sie wird so ganz das Abbild Seines Vielgeliebten sein, wird so ganz Seine Sprache sprechen; Sein allezeit tapfer zustimmendes:

"Ja Vater, so sei es!"

Sein von tiefster Leidenssehnsucht durchbebtes und heimlich frohlockendes:

"Siehe, ich komme, Deinen Willen zu erfüllen!"

Sein demütig unterwürfiges:

"Nicht, wie ich will ... !"

Sein vertrauensvoll sicher bergendes:

"In Deine Hände ... !"

Nein, es ist nicht auszudenken, was eine einzige Seele vermöchte, die den Mut hätte, auf die Annehmlichkeiten dieses Erdenlebens zu verzichten, die den Mut hätte, alles zu lassen und zu verlassen, alles zu opfern, alles zu tragen, alles zu leiden.

Was muss ich tun,

wenn ich zu der kleinen Schar dieser mutigen Seelen gehören will? - Tun? - Nichts! - Nur geschehen lassen, nur hingegeben sein an IHN. Die Mächte der Finsternis sind am Werke. An allen Ecken und Enden lodert die Welt auf, in furchtbarstem Gotteshasse. Weit sind die Tore der Hölle geöffnet für den Widersacher von Anbeginn und seinen Anhang. Aber:

"Eine gekreuzigte Seele ist stärker als tausend Höllen!"

Denken wir es durch: Eine Seele, eine einzige Seele, eine gekreuzigte Seele, stärker ist sie als die Hölle, stärker ist sie als tausend Höllen (Bekenntnis eines Dämons).
Gebt mir zehn Seelen der vollkommenen Hingabe, ja zehn, die den Gedanken der Hingabe bis in seine letzte, erschütternde Tiefe erfassen und lebendig in sich gestalten, zehn Seelen, die den Mut haben, alles für Christus zu wagen, und - wir werden den Zorn Gottes besänftigen, wir werden die Welt vom Untergang erretten.
Ihr Opferseelen, ihr Sühneseelen, ihr Seelen der vollkommenen Hingabe, wo seid ihr? Ich rufe diese Frage hinaus in die Nacht unserer Bedrängnis. Im Namen Jesu, des Gekreuzigten, rufe ich euch.

Lasst meinen Ruf nicht ungehört verhallen!


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!

zuletzt bearbeitet 23.07.2017 10:18 | nach oben springen

#8

RE: „Sühne – Mythisches Relikt oder Tatsache der Heilslehre?

in Diskussionsplattform Kirche 22.07.2017 20:50
von Blasius • 2.421 Beiträge

m.Wissens kann man Leiden/Fasten u.a. für die Armen Seelen, für einen Menschen,
für die Priester aufopfern. Es ist ein Akt der Nächstenliebe und zu Gott.



Liebe Kristina,

dazu passt folgendes:

Weg Wahrheit Leben †
Der Friede sei mit dir!

‘Sühneseele’

12. Oktober 2011: 50. Todestag von Maria Valtorta

Am 12. Oktober 1961 um 10.35 Uhr morgens verstarb Maria Valtorta mit 65 Jahren in ihrem Elternhaus in Viareggio. Anlässlich ihres 50. Todestages werden in der Basilica Ss Annunziata in Florenz, wo sich das Grab der Valtorta befindet, hl. Messen zelebriert. Eine weitere Messe und Vorträge über Leben und Werk der Mystikerin finden dort statt am Samstag 15. Oktober. Ausführliches Programm siehe hier.

Maria Valtorta hatte schon früh im Leben Gottes Ruf vernommen, war ihm aber erst nach einigen Irrungen und Umwegen gänzlich gefolgt. In ihrer Autobiographie schildert die Schriftstellerin ergreifend ihren Werdegang zum „Sprachrohr Gottes“:

Als Heranwachsende hatte ich gesagt: „Herr, ich stehe Dir zur Verfügung.“ Und die erste Schneeflocke hatte sich gebildet und sich sachte, sachte vergrößert durch die fortwährenden Akte der Hingabe der Seele.

Dann hatte es eine Unterbrechung gegeben. Etwas hatte die Heranbildung und die schnellere Vorwärtsbewegung der Lawine aufgehalten. Das war mein menschlicher Lebensabschnitt, die Periode der Zerstreuungen, besser gesagt, der Ablenkungen. Und Jesus hatte gewartet. Nur im schlimmsten Augenblick hatte Er mir einen Wink gegeben, um mich vor dem Untergang zu retten, um mich zurückzurufen. Er war mir im Traum erschienen, um mir seine sanfte Zurechtweisung zu erteilen, um mich zum Nachdenken zu bringen und mich in meinem Lauf, der mich ins Unglück geführt hätte, aufzuhalten.

Und dann hatte er von neuem gewartet. In seiner Geduld und Güte hatte er mir die notwendige Zeit gegeben, um seelisch zu heilen, während er unmerklich daran arbeitete, mich abzusondern. Oh, darin war Er sehr aktiv! Er wollte mich – und nahm mir alles weg, auf dass nur Er mir bliebe.

Als ich dann schrie: „Ich will dein sein“, hat Er ganz von mir Besitz ergriffen. Und ich hatte keinen Herzschlag, keinen Atemzug, keinen Blick, kein Wort und keinen Gedanken mehr, die nicht durch den göttlichen Filter seiner Liebe gingen, so wie auch nichts von außen in mich eindringen konnte, das nicht denselben göttlichen Filter passierte.

Das währt nun schon seit zwanzig Jahren, und mein Einfühlungsvermögen ist immer größer und der Filter immer vollkommener geworden. Das Böse, das mir durch andere zuteil werden kann, wird durch diese göttliche Vorkehrung gemildert, und das Gute, das ich tun kann, breitet sich auf Mitmenschen immer reiner aus, da die Liebe es von allen menschlichen Unvollkommenheiten reinigt. Ich leide noch viel, denn es ist meine Bestimmung, dass ich leide. Aber das Leid, das mir durch andere zugefügt wird, wird gemildert durch die Freude, die ich von Christus empfange. Daher sage ich mir, und ich bin überzeugt von dem, was ich sage, dass ich inzwischen begriffen habe, dass die einzigen wirklichen Schmerzen eines Herzens die sind, die von Gott kommen, um uns zu prüfen oder zu bestrafen.

Schmerzen, die uns von Menschen zugefügt werden, verursachen uns Tränen. Das ist natürlich. Auch Jesus hat geweint. Aber auch wir erfahren Trost im Weinen, wenn wir nur daran denken, dass dieser Schmerz, der uns von unserem Nächsten zugefügt wird, seiner Erlösung dient, eine Sühne für unseren Nächsten ist. Wenn aber Gott uns heimsucht, indem Er uns seine unsichtbare Gegenwart entzieht und uns scheinbar alleine lässt, dann leiden wir unsagbar. Ich glaube, das ist eine abgeschwächte Form jener Qual, die die armen Seelen im Fegefeuer erleiden müssen. An die Verdammten in der Hölle will ich erst gar nicht denken.

O mein Schmerz, der du von Gott kommst und tausend Gesichter hast, sei gelobt! Gelobt seist du in deiner gegenwärtigen Form: verursacht durch die Krankheit, die fortschreitende Armut, die Verständnislosigkeit meiner Mitmenschen um mein Krankenbett herum und zahllose alltägliche Dinge! Und gelobt seist du, Schmerz der vergangenen Jahre: als ich als eingebildete Kranke ausgelacht wurde, meinem Vater in seiner Todesstunde nicht beistehen konnte, in meinem Eifer für das Apostolat nicht verstanden wurde und immer die gleiche mütterliche Lieblosigkeit ertragen musste! Gelobt seist du, Schmerz, den ich, da ich dich in deinem königlichen Gewand nicht erkannte, nicht liebte: Schmerz meiner zwanzig Jahre und meiner zerbrochenen Liebe! Gelobt, gelobt seist du, o Schmerz, der du mich der Welt entzogen und Gott geschenkt hast! Gelobt seist du für die Weisheit, die mir durch dich zuteil wurde! Gelobt seist du für die Liebe, die du mir eingeflößt hast! Gelobt seist du für die Flügel, die du meinem Ich geschenkt hast, damit ich mit all meinen heiligsten Bestrebungen zum Himmel aufsteigen könne! Gelobt seist du, o Schmerz, der mich mit Jesus auf dasselbe Kreuz genagelt hat und mich an seinem Werk teilhaben lässt, das seit zwanzig Jahrhunderten fortdauert, um die Seelen in das Reich Gottes zu bringen und das Reich Gottes in die Seelen! Nie werde ich aufhören, dich zu benedeien, o Schmerz, o meine Freude, denn in dir habe ich den Frieden gefunden!

Auszug aus der Autobiographie von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

Nach dem schrecklichen Leiden, das mich an den Rand des Grabes brachte, nach drei Tagen Todesnot, nach der Beichte und Kommunion von heute Vormittag, wobei ich mich noch immer so krank fühle – der Leib möchte nur Hunger und Stille, während die Seele nach dem göttlichen Wort hungert – mit schrecklichem Kopfweh, in der Schwere einer Schlaftrunkenheit des erschöpften Körpers, sehe ich die Stunden dieses Gedenktages der hl. Kreuzerhöhung verstreichen.

Ich denke daran, wie ich mich in der furchtbaren Periode in Compito (1) wirklich wie an den letzten Halt an das Kreuz geklammert hatte, um nicht unterzugehen. Ich denke daran, dass ich auf der Rückreise so gerne in die Kirche S. Martino eingetreten wäre, um meinem Erlöser „Danke“ zu sagen. Ich denke daran, wie sich mir am Vormittag des 10. während meiner Todesnot wiederum der Gipfel des Kalvarienberges mit den drei Kreuzen gezeigt hatte, wovon eines seinen Märtyrer nicht mehr trug, ein anderes sein Martergewicht zur Erde neigte, wie, um seine gequälte Frucht niederzulegen, das dritte noch aufrecht stand. Genau so, wie ich sie gesehen hatte, als Antonietta Dal Bo (2) gestorben war.

Ich denke an so viele Dinge. Auch daran, dass Jesus mir gestern früh als ein besserer Krankenpfleger als alle anderen geholfen hat, ohne mir freilich den Schmerz anzunehmen – und nur Er allein weiß, wie groß, wie unvorstellbar groß dieser ist – aber mir dennoch Frieden spendete. Ich denke, dass es Ihm sicherlich weh tat, mich leiden zu lassen, Er es aber tun musste, weil eine andere Seele freigekauft oder ihr durch diesen großen Schmerz geholfen werden sollte. Und während Jesus mir half, versuchte Satan, mich zu verwirren… und versucht mich noch immer. Ich denke und denke über all das nach…

Er (Satan) würde mich sofort in Frieden lassen und mir vielleicht auch materiell helfen, wenn ich zustimmte, nicht mehr das, was Jesus wünscht, zu schreiben. Aber das kann ich nicht tun. Wenn die, die da kritisieren oder bestreiten und höhnen, darüber nachdächten, dass ich weder finanziellen noch anderen Nutzen von der Arbeit des „Sprachrohrs“ habe, sondern nur Mühsal und Leiden aller Art, und wenn sie vor allem all das selbst durchlitten, was ich leide und ertrage, würden sie sofort begreifen, dass ich das, was ich tue, tun muss, weil Gott es will, und zwar ohne jeden materiellen oder seelischen Profit für mich.

____________________________

(1) Sant’Andrea di Compito, der Ort an dem die Schriftstellerin die acht Monate der Evakuierung verbracht hatte.

(2) Am 4. Januar 1944, als Antonietta Dal Bo gestorben war.



Auszug aus “Die Hefte 1945 – 1950″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch



Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes

Die Wissenschaft des Kreuzes

Posted in VALTORTA: Selbstzeugnis, VALTORTA: Seligsprechung | Leave a Comment »
Tags: Gehorsam, Kreuzerhöhung, Kreuzopfer, Leiden, Maria Valtorta, Sühneseele, Sprachrohr Gottes

„Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus“
12/10/2010

Der 12. Oktober 2010 ist der 49. Todestag von Maria Valtorta, nachfolgend ihre Aufzeichungen vom 7. März 1944:

Maria Valtorta - mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)
Am Abend des 7. März

Wem darf ich sagen, was ich leide? Niemand auf dieser Erde, denn es ist kein irdisches Leid und würde nicht verstanden.

Es ist ein Leiden, das Süßigkeit und eine Süßigkeit, die Leiden ist. Ich würde gern zehn-, hundertmal so viel leiden. Um nichts auf der Welt würde ich auf dieses Leiden verzichten wollen. Aber das schließt nicht aus, dass ich leide, als ob ich an der Kehle gewürgt, in einen Schraubstock gepreßt, in einem Glutofen brennen, bis ins Herz durchbohrt werden würde.

Wenn mir gewährt wäre, mich zu bewegen, mich von allem zu isolieren und singend und in Gesten meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen – denn es ist ja ein Leiden des Gefühls – hätte ich eine Linderung. Aber ich bin so wie Jesus an Seinem Kreuz. Bewegung oder Isolation sind mir nicht mehr gewährt, und ich muss die Lippen zusammenpressen, um nicht der Neugier den Anblick meiner seligen Todesnot preiszugeben.

Es ist keine bloße Redensart: die Lippen zusammenpressen! Ich muss eine ungeheure Anstrengung machen, um den Impuls zu unterdrücken, einen zugleich freudigen und übernatürlich peinvollen Schrei, der in mir gärt, auszustoßen, der wie eine Stichflamme oder wie ein Strahl herausbrechen möchte.

Die schmerzumflorten Augen Jesu: Ecce Homo (1) ziehen mich wie ein Magnet an. Ich habe Ihn vor mir, aufrecht auf den Stufen des Prätoriums, und Er schaut mich mit Seinem dornengekrönten Haupt, den gebundenen Händen über seinem weißen Narrenkleid, mit dem sie Ihn haben verhöhnen wollen, und doch haben sie Ihn damit in die Weiße gekleidet, die des Unschuldigen würdig ist.



Er spricht nicht. Aber alles an Ihm spricht, ruft mich an und verlangt. Was verlangt er denn? Dass ich Ihn liebe! Das weiß ich und das schenke ich Ihm, bis hin zu dem Mich-selbst-sterben-Fühlen, als hätte ich eine Klinge in meiner Brust. Aber er verlangt noch etwas anderes von mir, das ich nicht verstehe. Das ich jedoch verstehen möchte. Und das ist meine Qual. Ich möchte Ihm alles, was Er nur wünschen kann, hingeben, auch bis zu einem qualvollen Tode. Aber das gelingt mir nicht.

Sein Schmerzensantlitz zieht mich an und fesselt mich. Schön ist es als das Antlitz des Meisters oder das des auferstandenen Christus. Aber Ihn als solchen zu schauen, erfüllt mich lediglich mit Freude. Dieses hier flößt mir eine tiefe Liebe ein, wie die einer Mutter für ihr leidendes Kind nicht tiefer sein könnte.

Ja, ich verstehe Ihn jetzt. Die Liebe der compassio (2) ist die Kreuzigung des Geschöpfes, das dem göttlichen Meister bis in die allerletzte Qual hinein folgt. Es ist eine geradezu despotische Liebe, die jeden anderen Gedanken in uns unterdrückt, der nicht Seinen Schmerz betrifft. Wir gehören nicht mehr uns selbst. Wir leben, um Seinen Qualen Trost zu spenden, und Seine Qualen sind unser Leid, das uns, nicht nur metaphorisch ausgedrückt, umbringt. Und doch ist uns jede Träne, die der Schmerz uns auspreßt, kostbarer als eine Perle, und jeder Schmerz, den wir als dem Seinen ähnlich erkennen, willkommen und wie ein kostbarer Schatz geliebt.

Pater, ich habe mich angestrengt, das, was ich empfinde, auszudrücken. Aber es ist unnütz. Von allen Ekstasen, deren Gott mich würdigen kann, wird es immer die Seines Leidens sein, die meine Seele in ihren siebten Himmel bringt. Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus, das, finde ich, ist der schönste Tod.
______________

(1) vgl. Joh 19,5

(2) Die mit-leidende (compassione) oder teil-habende (compartecipazione) Liebe, von der im Diktat vom 13. Februar die Rede ist.



Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

https://wegwahrheitleben.wordpress.com/tag/suhneseele/

Liebe Grüße, Blasius

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#9

RE: „Sühne – Mythisches Relikt oder Tatsache der Heilslehre?

in Diskussionsplattform Kirche 22.07.2017 21:49
von Aquila • 5.628 Beiträge

Lieber Blasius


Zur Thematik "Maria Valtorta" wichtige Hinzufügung:
Gemäss dem Urteil der Kirche sind ihre "Visionen" und "Diktate" lediglich Erzählungen und haben keinen übernatürlichen Ursprung.

Dies nur als Hinweis.
Daher jetzt in diesem Thread auch keine "Valtorta-Diskussion".
Hierfür besteht bereits ein eigenes Thema:
Der Gottmensch - Maria Valtorta



Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 22.07.2017 21:50 | nach oben springen

#10

RE: „Sühne – Mythisches Relikt oder Tatsache der Heilslehre?

in Diskussionsplattform Kirche 24.07.2017 16:28
von Aquila • 5.628 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Liebe Mitglieder, liebe Mitleser

Es ist ein Mysterium:
Uns ist es geschenkt und aufgetragen, durch unser Sühneleiden anderen Seelen Gnaden zu deren Rettung zuteil werden zulassen

Der hl. Paulus in Kol 1, 24:

"So freue ich mich nun der Leiden, die ich für euch erdulde, und ergänze damit am
eigenen Fleische, was am Leibe Christi noch aussteht
"


Hier verweist auch der hl. Paulus auf die nicht mehr Leidensfähigkeit des auferstandenen Herrn, aber fügt hinzu, dass es uns als den Gliedern des mystischen Leibes Christi gegeben ist, auch das Leiden Christi "zu ergänzen".

Zum richtigen Verständnis der Worte des hl. Paulus siehe bitte Ausführlicherss hier:
Unterscheidung von wahren und falschen Erscheinungen / Botschaften (9)



Die Möglichkeiten zum Sühneleiden ist denn auch gar nicht so schwer zu finden.....
sie müssen keineswegs " übermenschlicher" Natur sein.



die hl. Theresa v. Lisieux nennt ein alltägliches Beispiel:


-

"Wenn ich mich nur bücken muß, um eine Stecknadel vom Boden aufzuheben,
und ich opfere diese Mühen Gott auf, so kann ich eine Seele retten!"

-



Freundliche Grüsse und Gottes Segen

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