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#1

Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument - „Amoris laetitia“

in Diskussionsplattform Kirche 09.04.2016 10:15
von Blasius • 2.408 Beiträge

Vatikan \ Synode
http://w2.vatican.va/content/francesco/d...s-laetitia.html



Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument „Amoris laetitia“



Das von vielen Erwartungen begleitete neue Papstdokument zu Ehe und Familie ist erschienen. In „Amoris laetitia“, zu Deutsch: „Die Freude der Liebe“ legt Papst Franziskus auf 300 Seiten seine Überlegungen zu neuen Wegen der Familienpastoral vor, wie sie bei den beiden Bischofssynoden von 2014 und 2015 zur Sprache gekommen waren. Papst Franziskus selbst empfiehlt ausdrücklich, den Text nicht hastig und in einem Durchlauf zu lesen.

Den gesamten Text in offizieller deutscher Übersetzung finden Sie hier.
Hier finden Sie die sechs wichtigsten inhaltlichen Punkte aus „Amoris laetitia“: Nicht immer nur Rom, Realismus, es geht um Liebe, Eingliederung aller, Gewissen und wider das öffentliche Gezerre.

Liebe, Bibel, Regeln: Amoris Laetitia - eine Einführung von Pater Bernd Hagenkord ist hier nachzulesen.
http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...BChrung/1221079

Ein Radio Vatikan-Interview mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der an beiden Synoden teilnahm und das Dokument auf Einladung des Papstes im Vatikan präsentierte, finden Sie hier.
http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...2%80%9C/1221219

Synode: Was ist nun mit den wiederverheiratet Geschiedenen?

Dieser Frage gehen wir hier nach

Der heimliche Star von „Amoris Laetitia“ ist der Begriff Unterscheidung.
Mehr dazu hier. (rv 08.04.2016 gs)

http://w2.vatican.va/content/dam/frances...laetitia_ge.pdf

http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...amoris_/1221216


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zuletzt bearbeitet 09.04.2016 10:28 | nach oben springen

#2

RE: Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument - „Amoris laetitia“

in Diskussionsplattform Kirche 09.04.2016 10:22
von Blasius • 2.408 Beiträge

Vatikan \ Synode





Synode: Was ist nun mit den wiederverheiratet Geschiedenen?


- AP

„Nach der Liebe, die uns mit Gott vereint, ist die eheliche Liebe die größte Freundschaft“ (AL 123):

Der lange erwartete Text ist veröffentlicht, mit Amoris Laetitia legt der Papst seine eigenen Gedanken zum Thema Familie vor. Und alle wollen jetzt nur das eine wissen: wie verhält es sich nun mit Wiederverheirateten Geschiedenen und der Kommunion? Pater Bernd Hagenkord hat genau nachgesehen.

Die Versuchung ist groß, den gesamten Text oder auch nur Kapitel acht nach Hinweisen durchzulesen, wie es sich denn nun mit der so dominanten Frage während des synodalen Prozessen verhält, aber schon der Autor warnt ausdrücklich davor: „Darum empfehle ich nicht, es hastig ganz durchzulesen“ (AL 6), vermutlich um genau das zu vermeiden, nämlich die Suche nach dem Eigenen im Fremden.
Trotzdem ist das eine Frage, um die die öffentliche und innerkirchliche Debatte nicht herum kommt. Wenden wir uns dieser Frage also in einem eigenen Abschnitt zu, um uns dann hoffentlich auch auf dem ganzen Text angemessen zuwenden zu können.

Keine Entscheidung

Vorweg: der Papst trifft keine Entscheidung. Wer vermutet, verlangt oder erwartet hatte, dass dieses Problem nun final und römisch gelöst werde, der wird nicht fündig werden.
Heißt das also, dass nach zwei Jahren Debatte der synodale Prozess als Tiger gesprungen und als Vorleger gelandet ist? Ganz und gar nicht. Mit den Anregungen von Kardinal Walter Kasper, der das Thema ja mit Einwilligung des Papstes in die Debatte eingebracht hatte, war das Thema auf dem Schirm. Das heißt aber nicht, dass sich die nun vorgelegten Gedanken nach zwei Jahren exakt auf dieses Thema beziehen lassen oder sogar eine definitive Antwort darauf geben.

Trotzdem kann man beim Papst ein Vorgehen lernen, das uns in dieser Frage weiter bringt.

Erstens: man muss Urteile vermeiden, die Einzelsituationen nicht berücksichtigen. So steigt der Papst ein. Also: die Realität ist zu komplex, als dass man sie über einen Kamm scheren kann. Oder direkt zitiert „Wir wissen, dass es keine Patentrezepte gibt.“
Es gibt weder von der Synode noch von ihm neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelungen. Und zwar, weil es die gar nicht geben kann.

Im Gewissen allein mit Gott

Zweitens: eine Norm kann in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Ergebnisse haben. Wir dürfen uns also von der einen Lehre nicht nur ein Ergebnis im Leben erwarten, die Ergebnisse sind so unterschiedlich, wie es die Leben auch sind.
Das Gewissen, also die Mitte und das Heiligtum des Menschen, wo er alleine ist mit Gott, wie der Papst sagt, ist der Ort für die Unterscheidung. Ein gebildetes Gewissen, also eines um das man sich gekümmert hat und das nicht nur Wunsch und Wille ist. Dieses Gewissen ist kein Erfüllungsgehilfe. Wenn wir also das eben Gesagte anwenden bedeutet das, dass nicht schon vorher klar ist, was bei einer solchen Unterscheidung heraus kommen muss. Das Gewissen ist keine Entscheidungsmaschine. „Die Situation ist kirchlich gesehen so, also kann das Gewissen gar nicht anders als ….“ Dieser Schluss gilt nicht.

Der Papst geht noch einen Schritt weiter: Wir können im Gewissen auch erkennen, dass eine Antwort vorerst die einzige ist, die wir in einer bestimmten Situation geben können, auch wenn diese Antwort nicht dem Ideal entspricht. Soll heißen: Auch wenn die Aussagen Jesu klar und deutlich sind und bleiben, gibt es eine graduelle Verwirklichung. Es gibt Lebenssituationen, in denen es nicht die perfekte, saubere, lehrmäßig eindeutige Lösung geben kann oder mag.

Noch einmal: es ist „kleinlich“, wie der Papst sagt, das Handeln nur an der Norm zu messen.

Nicht das Leben an der Norm messen

Drittens: Was der Papst nicht macht, ist einen Weg anzubieten. Das ist ja mit dem Vorschlag von Kardinal Walter Kasper im Vorfeld, eigentlich seit Beginn des synodalen Weges debattiert worden. Das findet sich hier nicht. Das „Wie“ der Unterscheidung bleibt offen. Der Papst stellt nur die Grundsätze fest, nach denen so eine Unterscheidung laufen soll. Was heißt „nur“, er verlangt den Blick auf die Einzelsituationen, auf das konkrete menschliche Leben. Auf der anderen Seite spricht er lange vorher schon und über weite Strecken - und auch nachher zum Abschluss - über das, was Jesus uns für unsere Leben aufgetragen und versprochen hat. Die Unterscheidung, auch wenn sie nicht beim Ideal ankommt, verdunkelt dieses nicht.

Und wie immer bei Papst Franziskus: mit Leben füllen muss das nun jeder Christ und jede Christin, jede einzelne Gemeinde. Franziskus wäre nicht Franziskus, wenn es anders wäre.
Wer nun die wichtigsten Stellen selber nachlesen möchte, dem empfehle ich die beiden Abschnitte ‚Die Normen und die Unterscheidung‘ und ‚Die Logik der pastoralen Barmherzigkeit‘ (AL 304-312).

(rv 08.04.2016 ord)


http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...iedenen/1221073


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zuletzt bearbeitet 09.04.2016 10:24 | nach oben springen

#3

RE: Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument - „Amoris laetitia“

in Diskussionsplattform Kirche 09.04.2016 10:31
von Blasius • 2.408 Beiträge

Vatikan \ Synode





Der heimliche Star von Amoris Laetitia: Unterscheidung

- ANSA

„Unterscheidung“ ist einer der zentralen Begriffe geworden, die seit der letzten Synodenversammlung in der Debatte zum Umgang mit komplexen Situationen immer häufiger genannt werden. Gleichzeitig ist das vielleicht der Begriff, der am weitesten weg ist von unserer normalen Umgangssprache. Wir alle wissen, was „unterscheiden“ bedeutet, aber das ist nicht sofort dasselbe wie das, was die christliche Tradition damit meint. Deswegen hier eine kurze Vorstellung dieses heimlichen ,Stars´ der Exhortation.

Das Wort „Unterscheidung“ geht auf die Bibel zurück, wo es im ersten Thessalonicherbrief heißt, dass wir alles prüfen sollen und das Gute behalten (5:21). Genau das ist damit gemeint: Für eine Unterscheidung darf man keine bestimmte Formulierung einer Wahrheit für die zu treffende Wahl voraussetzen, sondern muss sich die konkreten Dinge ansehen. Es ist das Gegenteil zum Aufrufen abstrakter Sätze oder Regeln, denn vielmehr soll alles, was uns begegnet - innerlich und äußerlich - betend und denkend geprüft werden.

Im Gebet und im Denken

Unterscheidung ist auch nicht nur ein Instrument für die ungewöhnlichen oder komplexen Situationen, sozusagen ein Werkzeug für die Krise. Es ist ein dauernder Prozess des sich selbst im Gebet und im Denken Öffnens für Gottes Geist. Wo steckt hier der Wille Gottes? Wo sind hier Funken seines Geistes? Was will Gott hier von mir? „Die geistliche Unterscheidung sucht, die Anwesenheit des Heiligen Geistes in der menschlichen und kulturellen Wirklichkeit zu erkennen, den Samen seines Wirkens in den Ereignissen der Welt, im Gefühl, in den Wünschen, in den tiefen Spannungen im Herzen und in den sozialen, kulturellen und geistlichen Zusammenhängen“ (Papst Franziskus, Audienz für die Civiltà Cattolica, 14.3.2013). Oder in Amoris Laetitia selbst: „Die Unterscheidung muss dazu verhelfen, die möglichen Wege der Antwort auf Gott und des Wachstums inmitten der Begrenzungen zu finden“ (AL 305). Inmitten der Begrenzungen, also inmitten des Konkreten, nicht im Ideal.

Damit ist die Unterscheidung gar nicht so weit weg von dem, was wir im Gewissen tun, also dem Ort, an dem wir mit Gott alleine sind, wie es der Papst mit den Worten des Konzils (Gaudium et Spes 16) sagt. Nur dass die Unterscheidung eben nicht notwendigerweise in unserem Inneren stattfindet, sondern auch gemeinsam geschehen kann. Dann wird daraus eine gemeinsame Unterscheidung im Paar, in der Familie, im Pfarrgemeinderat oder andernorts. Die Unterscheidung ist dann sozusagen das Gewissen der Gemeinschaft.

47 Mal kommt das Wort in AL vor, in ganz verschiedenen Zusammenhängen. So bedeutet es auch „erkennen“, „voneinander getrennt halten“ (also den umgangssprachlichen Gebrauch), und identifizieren, alles Bedeutungen, die beim Verstehen des geistlichen Vorgangs der ‚Unterscheidung‘, wie ihn Papst Franziskus in AL gebraucht, helfen können.


(rv 08.04.2016 ord)


http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...heidung/1221077

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zuletzt bearbeitet 09.04.2016 10:33 | nach oben springen

#4

RE: Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument - „Amoris laetitia“

in Diskussionsplattform Kirche 09.04.2016 12:00
von Aquila • 5.555 Beiträge

Dieses Dokument ist als
"Apostolische Exhortation" erschienen.

Es ist - leider wie so oft bei Papst Franziskus -
von einer nicht zu überlesenden Ambivalenz gekennzeichnet.

Wir wollen denn nicht nur die stets "zurechtgebogenen" Analysen eines Pater Hagenkords von radiovatican lesen
sondern z.B. auch eine nüchtern realistische von Andreas Becker bei "katholisches.info" .
Aus dieser hier nur der Schluss:
-

"Amoris laetitiae
ist ein umfangreiches Dokument
mit vielen wertvollen und schönen Stellen, aber auch zahlreichen ambivalenten, unscharfen und zweifelhaften Formulierungen und Aussagen, gerade und vor allem,
wenn man sie nicht abstrakt liest, sondern mit Blick auf den aktuellen Ist-Zustand der Kirche und den Bestrebungen kirchenfeindlicher Kräfte in der Gesellschaft.
Gerade die umstrittenen Passagen aber sind, aufgrund der Ausgangslage, entscheidend für die Gesamtbewertung des Schreibens.

Das Dokument wirkt über manche Strecken kraftlos und unfähig jenen Funken überspringen zu lassen, der das Brennen für Christus entfachen kann.
Der Grund dafür hängt, so der erste Eindruck, mit den ursprünglichen Absichten zusammen.
Der Text ist in Inhalt und Formulierungen gerade an wichtigen Stellen zu sehr bemüht, sich nicht mit dem Zeitgeist anzulegen, oder durch die Hintertür der Wortakrobatik doch irgendwie hineinzuschreiben, was vordergründig nicht drinnen steht und schon gar nicht drinnen stehen sollte.

Die zwangsläufige Folge:
Jeder kann das Dokument nach seiner Façon lesen – und wird es wohl auch tun.

Das Resümee:
Katholische Erneuerung sieht anders aus.

-


Der Artikel in Gänze bei "katholisches.info":
http://www.katholisches.info/2016/04/09/...-in-den-himmel/

-


zuletzt bearbeitet 09.04.2016 12:02 | nach oben springen

#5

RE: Ehe und Familie: Franziskus veröffentlicht Dokument - „Amoris laetitia“

in Diskussionsplattform Kirche 09.04.2016 19:56
von Blasius • 2.408 Beiträge

Aus:
http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/...amoris_/1221216



Ergänzung zu:

Das Wort „Unterscheidung“ geht auf die Bibel zurück,

1.Thessalonicher 5,21

Anweisungen für das Gemeindeleben


12 Wir bitten euch, Brüder: Erkennt die unter euch an, die sich solche Mühe geben, euch im Namen des Herrn zu leiten und zum Rechten anzuhalten.
13 Achtet sie hoch und liebt sie wegen ihres Wirkens! Haltet Frieden untereinander!
14 Wir ermahnen euch, Brüder: Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen!
15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun.
16 Freut euch zu jeder Zeit!
17 Betet ohne Unterlass!
18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.
19 Löscht den Geist nicht aus!
20 Verachtet prophetisches Reden nicht!

21 Prüft alles und behaltet das Gute!

22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!


Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift


zuletzt bearbeitet 09.04.2016 19:56 | nach oben springen


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