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#26

RE: Fegefeuer

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 21.05.2015 13:00
von blasius
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Das Fegfeuer wird aus dem neuen Testament bewiesen.



Der göttliche Heiland sagt: (Matth. 5, 25, 26) "Einige dich mit deinem Widersacher ohne zu zögern, so lange du mit ihm auf dem Weg bist, damit dich nicht der Widersacher dem Richter übergebe, und der Richter dich dem Diener übergebe, und du in den Kerker geworfen werdest. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von da nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast." Nun verstehen unter diesem Kerker die Schriftausleger und Kirchenlehrer allgemein das Fegfeuer, indem offenbar von der anderen Welt die Rede ist und die Hölle nicht darunter verstanden werden kann, da kein Herauskommen daraus denkbar ist, was doch hier als möglich vorausgesetzt wird. Ferner sagt der göttliche Heiland: (Matth. 12,32) "Und wer ein Wort wider den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden, wer aber wider den Heiligen Geist redet, dem wird weder in dieser, noch in der zukünftigen Welt vergeben werden." Hieraus folgert der hl. Augustinus mit anderen heiligen Kirchenlehrern auf das Fegfeuer, indem es, diesem göttlichen Ausspruch gemäß, notwendig Sünden geben müsse, die in der anderen Welt abgebüßt werden können.

Der hl. Paulus schreibt (1. Kor. 3,12-15): "Wenn aber jemand auf diesen Grund (der Jesus Christus ist) baut und Gold, Silber, Edelsteine sammelt (unter Gold, Silber und Edelsteinen werden hier die guten Werke, unter Holz, Heu, Stoppeln hingegen die leichten Sünden von den heiligen Vätern verstanden) oder Holz, Heu und Stoppeln, so wird eines jeden Werk offenbar werden; denn der Tag des Herrn wird es erweisen, weil es im Feuer offenbar werden wird: Wie das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, auf welches er gebaut hat, besteht, so wird er seinen Lohn empfangen. Brennt aber dieses Werk, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird selig werden, jedoch wie durch Feuer."
über diese Stelle sagt Allioli in seinen Anmerkungen: "Das Feuer, wovon der Apostel hier spricht, kann einzig und allein nur das Feuer nach dem Tod im Reinigungsort sein, Fegfeuer genannt, welches noch in der Zeit zur Läuterung der nicht ganz reinen, abgeschiedenen Seelen brennt, bis es mit dem allgemeinen Gericht und dem allgemeinen Weltbrand endet." (II. Petr. 3, 10-13.) In Übereinstimmung hiermit erklären alle heiligen Väter diese Stelle, und wir haben sogar eine unfehlbare Erklärung im selben Sinn beim Konzil von Florenz in der letzten Sitzung.


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#27

RE: Fegefeuer

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 21.05.2015 13:01
von blasius
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Das Fegfeuer wird aus der apostolischen Überlieferung bewiesen.



Schon im dritten Jahrhundert spricht Tertullian von dem Opfern für die Toten, als von einer apostolischen Überlieferung, und der hl. Johannes von Damaskus sagt in seiner Ansprache über die Verstorbenen: "Die Jünger und Apostel des göttlichen Heilandes, die das ewige Wort selbst sahen und den lebendigen Kreis der ganzen Welt bekehrten, lehrten, man solle in den fruchtbaren, unbefleckten und belebenden Geheimnissen des hl. Meßopfers das Gedächtnis derjenigen begehen, die gläubig entschlafen seien."

Zur Bekräftigung führt er in der gleichen Rede noch das Zeugnis des hl. Chrysostomus mit diesen Worten an: "Jener Johannes, der vom Gold den Namen Chrysostomus empfing, denn wahrlich spricht er goldene Worte, lehrt: Nicht leichtfertig oder zufällig wurde es von den weisesten Schülern Gottes verordnet und der Kirche überliefert, daß der Priester in den ehrfurchtsgebietenden Geheimnissen Gebete für die Seelen der Verstorbenen verrichte."
Desgleichen schreibt der hl. Gregor von Nyssa: "Nicht ohne Grund und Nutzen ist von den Aposteln und Jüngern Christi überliefert worden, was auch überall in der heiligen Kirche Gottes überaus angenehm, daß das Gedächtnis derjenigen, die im wahren Glauben gestorben sind, in jener göttlichen und lichtvollen Geheimnisfeier begangen werde."
Schließlich gibt der hl. Augustinus seine volle Überzeugung über diese apostolische Überlieferung bzgl. des Fegfeuers zu erkennen, indem er in seiner Abhandlung über die Sorgfalt für die Verstorbenen schreibt: "Wir lesen im Buch der Makkabäer, daß Opfer für die Toten dargebracht wurden; allein wenn auch hiervon durchaus nichts in der hl. Schrift des alten Testamentes geschrieben stünde, so ist das Ansehen der ganzen Kirche, das in diesem Gebrauch hervorleuchtet, nicht von geringem Gewicht, da in den Gebeten, welche am Altar zu Gott dem Herrn vom Priester gesprochen werden, das Gebet für die Toten seinen Platz hat."


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#28

RE: Fegefeuer

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 21.05.2015 13:02
von blasius
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Das Fegfeuer wird aus den Beschlüssen der Kirche bewiesen.



Die Kirche hat ihre Überzeugung, daß es ein Fegfeuer gibt, nicht nur durch ihre Anordnungen und steten Gebräuche bei den Begräbnissen und Gedächtnisfeiern der Verstorbenen, und durch ihre uralten, ursprünglichen Meßordnungen allzeit und überall an den Tag gelegt, sondern auch dieselbe schon seit sehr langer Zeit in Konzilien feierlich als eine Glaubenslehre erklärt: Im dritten und sechsten Konzil von Karthago, in dem vierten allgemeinen von Lateran und im Konzil von Trient.

Dieses letztere erklärt ausdrücklich, "daß die im Fegfeuer zurückgehaltenen Seelen durch die Hilfeleistungen der Gläubigen, vorzüglich aber durch das 'angenehme Opfer des Altares Erleichterung erhalten;" und wirft selbst den Bannfluch auf diejenigen, welche behaupten würden, "es werde jedem büßenden Sünder nach erhaltener Rechtfertigungsgnade die Schuld so nachgelassen und die ewige Strafe so getilgt, daß keine zeitliche Strafe zurückbleibe, die entweder auf dieser Welt oder künftig im Fegfeuer abgetragen werden müsse, ehe der Zugang zum Himmel offen sein könne."

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#29

RE: Fegefeuer

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 21.05.2015 13:16
von blasius
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2. Von den Leiden des Fegfeuers

Von den Geistespeinen des Fegfeuers



Die Geistespein, oder die Strafe des Verlustes, ist nach den heiligen Kirchenvätern die größte des Fegfeuers und trifft mehr oder weniger alle darin befindlichen Seelen, daher auch diejenigen, welche sonst keine andere Pein zu leiden haben. Sie besteht in der Empfindung der Schuld über das begangene Böse und unterlassene Gute und in der Beraubung der beseligenden Anschauung Gottes, die nach dem Konzil von Florenz die peinlichste aller Qualen ist. Niemand kann begreifen, wie groß die Leiden einer vom Leib losgetrennten Seele sind, welche sich in ihrer heftigen Sehnsucht nach Gott, ihrem höchsten und einzigen Gut, allzeit als ein Gegenstand seiner strafenden Gerechtigkeit zurückgestoßen sieht.
Der hl. Bischof und Ordensstifter Alphons von Liguori schreibt: "Weit größer, als die Peinen der Sinne im Fegfeuer, ist die Pein, welche dort die heiligen Seelen dadurch zu ertragen haben, daß sie der Anschauung ihres Gottes beraubt sind. Weil dieselben nicht nur von natürlicher, sondern auch von übernatürlicher Liebe zu Gott entflammt sind, so werden sie so gewaltsam zur Vereinigung mit ihrem höchsten Gut hingezogen, daß sie, weil sie sich durch ihre Schuld davon zurückgehalten sehen, einen so heftigen Schmerz empfinden, daß derselbe sie jeden Augenblick zu töten vermöchte, wenn sie sterben könnten."
"Deshalb," sagt der hl. Chrysostomus, "ist diese Pein der Beraubung ihres Gottes für sie eine weit größere Qual, als das Leiden der Sinne." "Tausendfaches Feuer der Hölle," sagt er, "würde ihnen keine so große Pein verursachen, als die Qual des Verlustes Gottes."

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#30

RE: Fegefeuer

in Für Gäste: Fragen zum Forum / Beiträge 21.05.2015 13:17
von blasius
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Von der Feuerpein des Fegfeuers



Das Feuer des Reinigungsortes ist nach den heiligen Kirchenvätern von dem der Hölle nicht verschieden. "Das gleiche Feuer," sagt der hl. Thomas von Aquin, "quält die Verdammten in der Hölle und die Gerechten im Fegfeuer." "Die geringste Pein dort," fügt dieser hl. Kirchenlehrer hinzu, "übersteigt die größte, welche man in diesem Leben erdulden kann." Er nimmt selbst die größten Qualen der Märtyrer und sogar das bittere Leiden unseres Herrn nicht aus, indem er sagt, daß dieses Feuer nicht nach der natürlichen Kraft, sondern wie das höllische mit einer erhöhten übernatürlichen Heftigkeit als Geißel Gottes brenne.
Der hl. Bischof und Kirchenvater Augustinus sagt in seiner Erklärung des 37. Psalmes von diesem Feuer: "Weil gesagt wird: Er selbst aber wird selig werden (1. Kor. 3, 15), wird jenes Feuer gering geachtet. Allein obwohl man durch das Feuer selig wird, wird jenes Feuer dennoch schmerzlicher sein, als was immer der Mensch in diesem Leben leiden kann. Und ihr wißt wohl, welche großen Übel in diesem Leben schon die Bösen erduldet haben und erdulden können; doch haben sie nur solche erduldet, die auch die Guten erdulden konnten. Denn was hat jeder Zauberer, Ehebrecher, Lasterhafte und Gotteslästerer von Rechts wegen ertragen, was nicht auch der Märtyrer im Bekenntnis Christi erdulden mußte. Die Übel hier auf Erden sind also viel leichter, und dennoch seht, wie die Menschen alles tun, was ihnen empfohlen wird, um sie nicht erdulden zu müssen! Wie viel besser ist es daher für sie, das zu tun, was Gott befiehlt, damit sie jene weit schwereren Übel nicht leiden müssen!"

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