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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Bonifatius wurde in Brüssel um das Jahr 1188 geboren und 1205 nach Paris geschickt, um dort seine Studien zu vollenden. Hier bewahrte er, mitten unter den vielen schlechten Beispielen einer ausgelassenen Jugend, seine Unschuld durch seine Liebe zur Tugend, durch seine Frömmigkeit und seinen Eifer für die Wissenschaften, die ihm keine Zeit ließen, dem Müßiggang sich hinzugeben, gefährlichen Umgang zu pflegen und Anteil an den Zerstreuungen zu nehmen, in die seine Gefährten ihn verwickeln wollten und in denen er Gelegenheit zur Sünde zu finden glaubte. Die Zeit, die ihm der Besuch seiner verschiedenen Lehrstunden übrigließ, brachte er teils zu Hause mit Studieren, teils in der Kirche mit Beten, teils bei frommen Männern zu, die er über die Wissenschaft des Heils befragte. Er hielt sich 30 Jahre an der Universität zu Paris auf, wo er in den sieben letzten Jahren die Theologie mit großem Beifall lehrte. Dass er Rektor der Universität gewesen war, bezeugt uns Thomas von Cantimpré, der zu seiner Zeit lebte. (Thomas Cantipratanus, ein gelehrter Niederländer, geboren 1186 oder nach anderen Quellen 1201, in der Gegend von Brüssel, war anfangs regulierter Chorherr zu Cantimpré bei Cambrai, dann Dominikaner zu Köln unter Albertus Magnus, hierauf Subprior im Jakobinerkonvent zu Paris und schließlich Rektor in Löwen.) Dieser Schriftsteller meint aber, er sei es erst nach Niederlegung seiner Bischofswürde geworden. Henschenius hingegen glaubt, er sei es während seines 30jährigen Aufenthaltes zu Paris gewesen, also, bevor er zum Bischof von Lausanne erwählt wurde. Deswegen verbesserte er auch den gedruckten Text von Thomas, jedoch ohne seine Verbesserung aus irgendeinem Manuskript zu rechtfertigen.



    Als er zum Priester geweiht worden war, betrat er die Stufen des Altars mit einer engelhaften Reinheit, die er von seiner Taufe an unverletzt erhalten hatte und um die er nicht wenig besorgt war, indem er seinen Leib durch Fasten und härene Bußkleider abhärtete und alle seine Sinne abtötete, so dass man ihn bei dem geringsten Gegenstand, der seine Schamhaftigkeit beleidigen konnte, betroffen sah. Wegen einiger Streitigkeiten, die zwischen den Professoren und den Schülern der Universität entstanden waren und in die er, obgleich unschuldig, verwickelt wurde, wie auch wegen der Nachlässigkeit, mit der man seine Vorlesungen besuchte, legte er sein Lehramt zu Paris nieder, verließ 1237 Stadt und Reich, und lehrte nun zu Köln, wo noch keine Universität war (Sie wurde dort erst im Jahr 1388 gestiftet.). Zwei Jahre später wurde er gegen seinen Willen zum Bischof von Lausanne erwählt. Die ganze Zeit seiner Bischöflichen Würde hatte er nichts als Trübsal und Verfolgung zu erdulden, weil er sich kühn gegen das Laster erhob und durchaus keine Gemeinschaft mit Gottlosen und Unbußfertigen haben wollte. Auch waren die Offiziere des Kaisers Friedrich II. gegen ihn sehr eingenommen und versuchten ihn auf alle mögliche Weise zu kränken. Als dieser Fürst erfuhr, dass auf dem ersten zu Lyon im Jahr 1245 vom Papst Innozenz IV. gehaltenen allgemeinen Konzil, Bonifatius sich laut für seine Exkommunikation erklärt habe, schickte er einige hundert Soldaten nach Lausanne, ihn zu verhaften und zu töten. Der Heilige wurde gefangen genommen, entkam aber den Händen der Soldaten auf eine ganz unverhoffte Weise und durch bloße Fügung der göttlichen Allmacht. Jedoch musste er noch manche Verfolgung erleiden von solchen, denen er ihre Laster und Schandtaten vorwarf. Diese zettelten gegen ihn eine Verschwörung an und warteten die Zeit ab, wo er die Messe lesen würde, um ihn zu meucheln. Ein Franziskaner erfuhr es und schrie in allen Straßen von Lausanne um Hilfe für den heiligen Bischof. Die ganze Stadt geriet in Bestürzung, man eilte dem Bischof zu Hilfe und befreite ihn aus der ihn bedrohenden Gefahr.



    Da Bonifatius sah, dass alle seine Mühen vergeblich waren und die Schlechten sich immer mehr und mehr gegen ihn erzürnten, ging er 1247 nach Rom, um bei Papst Innozenz IV. um die Niederlegung seiner bischöflichen Würde anzuhalten. Seine Bitte wurde ihm mehrmals abgeschlagen. Schließlich erhielt er mit vieler Mühe die Erlaubnis hierzu, nachdem er ein volles Jahr in Rom zugebracht hatte. Der Papst ließ ihm neben dem Charakter eines Bischofs alle Rechte und alle Gewalt, die mit der bischöflichen Würde verbunden waren, und bot ihm zwei andere Bistümer nacheinander an. Allein Bonifatius entschuldigte sich, er könne sie nicht annehmen und kehrte wieder nach Paris zurück. Hier wurde er mit allen Ehren empfangen, die man seinen Verdiensten und seiner Würde schuldig zu sein glaubte. Man meint, dass er damals auch Rektor der Universität geworden sei. Einige Zeit darauf (1249) kehrte er in seine Heimat zurück, um dort seine verbleibenden Lebenstage in Ruhe und in Bußübungen zuzubringen. Er zog sich in ein Nonnenkloster zurück, das nahe bei Brüssel lag und den Namen Cambre zur heiligen Maria (Camera B. Mariae) führte, wo er die Nonnen durch seine Frömmigkeit und seinen Unterricht erbaute. Nach anderen Quellen soll er in ein Zisterzienserkloster eingetreten sein, jedoch hat diese Meinung wenig Glaubwürdigkeit. Sicher ist jedenfalls, dass er seinen Lebenslauf in dieser Einsamkeit heilig vollendet hat. Er starb am 19. Februar 1266. Man beerdigte ihn im Chor der Kirche von Cambre und errichtete ihm dort ein marmornes Grabmahl mit einem marmornen Brustbild. Daselbst flehte ihn das Volk um seine Fürbitte bei Gott in verschiedenen Krankheiten an. Einige Jahre darauf feierte man jährlich mit großem Gepränge den Gedächtnistag seines Todes. Diese Andacht bestand bis 1603, in dem Jahr der Erzbischof von Mecheln eine Verordnung herausgab, in der seine öffentliche Verehrung nicht zwar als Heiliger, sondern als Seliger erlaubt wurde. Ebenso wurde er in der Schweiz verehrt, wie dies aus dem Schreiben des Bischofs Johann Dorotheus, in dem er dem Papst Paul V. über den Zustand der Kirche zu Lausanne benachrichtigt, hervorgeht, denn in diesem Schreiben nennt er den Bonifatius heilig und bezeugt, dass sein Fest in der ganzen Diözese gefeiert wird. Die Abtei von Cambre wurde neben der Kirche von den Aufrührern in Flandern und Holland 1581 abgebrannt und das Grabmal des seligen Bonifatius zerstört. Als die Nonnen, die sich während dieser Verfolgungen nach Brüssel geflüchtet hatten, 18 bis 19 Jahre darauf ihre Kirche und ihr Kloster wieder aufbauen wollten, fanden sie alles in so schlechtem Zustand, dass sie die Reliquien des seligen Bonifatius im Jahr 1600 auf den Altar der Kapelle zur heiligen Barbara durch die beiden Äbte von Camberonne und Hautmont versetzen ließen. Diese feierliche Übertragung geschah am 25. Juni.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Konrad wurde zu Piacenza in Italien geboren. Seine frommen Eltern erzogen ihn mit aller Sorgfalt in aller Gottesfurcht und drangen in ihn, nachdem er zum Mann herangereift war, sich mit einer tugendhaften Jungfrau zu vermählen. Seine Wahl fiel auf Euphrosyne, eine Zierde der christlichen Töchter ihrer Vaterstadt; Unschuld und Sittsamkeit waren der vorzüglichste Schmuck und Brautschatz, den sie in den Ehestand mitbrachte.



    Konrad lebte glücklich und gottesfürchtig, doch hafteten ihm manche Schlacken der Unvollkommenheit an, die ihm gefährlich werden konnten. Noch hing sein Herz gar sehr an irdischem Besitz, und besonders war er dem Vergnügen der Jagd leidenschaftlich ergeben. Von diesen Dingen wollte ihn der Herr reinigen.



    Eines Tages ging Konrad wieder auf die Jagd, konnte aber kein Wild finden; um es aufzutreiben, zündete er das Gesträuch an. Aber plötzlich erhob sich ein starker Wind und von seiner Gewalt wurde das Feuer so heftig angefacht, dass auch der nahegelegene Wald davon ergriffen wurde und gänzlich niederbrannte. Mit Mühe hatte der erschreckte Jäger sich unbemerkt in die Stadt schleichen und so der Strafe entgehen können. Die Obrigkeit forschte nach dem Täter und der Verdacht fiel auf einen alten Mann, der in der Nähe des brennenden Waldes bemerkt worden war. Er wurde in das Gefängnis geworfen und auf die Folter gespannt. Von den Schmerzen der Folter überwältigt, gab sich der Unglückliche wirklich als Täter an und wurde zum Tode verurteilt. Jetzt regte sich in Konrad die Stimme Gottes und trieb ihn an, den Unschuldigen um jeden Preis zu retten; und Konrad ging mutig hin und zeigte sich selbst als den Urheber des Schadens an und erklärte sich bereit, ihn zu ersetzen. Es kostete ihn fast sein ganzes Vermögen.



    Der Sieg der Gnade Gottes über Konrads Herz war vollständig. Es ergriff ihn ein tiefer Ernst. Er erkannte die Eitelkeit aller irdischen Dinge und beschloss, auch sein noch übriges Vermögen den Armen zu geben und sich ganz dem Dienst des Herrn zu weihen. Als er diesen Gedanken Euphrosyne mitteilte, willigte sie mit Freuden ein und ließ sich in ein Kloster der Klarissinnen aufnehmen.



    Konrad ging nach Rom und trat in den III. Orden des heiligen Franziskus ein. Von Rom zog er nach Sizilien, wo er sich dem Krankendienst weihte. Später begab er sich mit einem frommen Einsiedler auf einen Berg, um sich ganz dem beschaulichen Leben zu widmen und sich auf einen seligen Tod vorzubereiten. Der Ruf der Heiligkeit dieser Männer verbreitete sich weitum, so dass selbst der Bischof von Syrakus sich aufmachte und sie besuchte und sich mit eigenen Augen von dem überzeugte, was er gehört hatte. Sie aßen nur trockenes Brot und Feldfrüchte und schliefen auf bloßer Erde. Weil aber die Armen Konrad auch in der Einsamkeit aufsuchten und ansprachen, so suchte er durch Handarbeit etwas zu verdienen, um ihnen etwas geben zu können; überdies sammelte er alle Wochen in der nahen Stadt für sie Almosen. Konrad war ausgezeichnet durch die Gabe der Wunder und Weissagung. Einen guten Freund heilte er augenblicklich durch sein Gebet. Ebenso machte er ein gebrechliches Kind, das ihm begegnete, auf der Stelle durch das Zeichen des heiligen Kreuzes gesund. Drei Tage vor seinem Tod begab er sich zu seinem Beichtvater in die Stadt und empfing von ihm die heiligen Sakramente. Er bat ihn dann, nach drei Tagen in seine Klause zu kommen. Der Priester erschien wirklich zu dieser Zeit. Konrad kam ihm entgegen, verkündete ihm seinen nahen Tod, warf sich dann, vom Fieber ergriffen, vor dem Kruzifix nieder, betete für alle seine Wohltäter und gab kniend seinen Geist auf am 19. Februar 1351 im 61. Jahr seines Alters.


    https://www.heiligen-legende.de/konrad-confalionieri/

  • Vom Reich GottesDatum18.02.2026 08:30
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Leben in Gottes Gegenwart



    Bestrahle mich mit deinem Licht

    Und sei mir, Herr, zur Seite.

    Dass ich vor deinem Angesicht

    Auf deinem Wege schreite:

    Dein Blick flößt Mut und Liebe ein,

    Und macht das Leben süß und rein.



    1. Wo immer du sein magst, bist du in Gottes heiliger Gegenwart. Und so ganz einzig gedenkt er deiner, als ob er keines anderen Geschöpfes weder im Himmel noch auf Erden zu gedenken hätte. Ja innig nahe ist er dir, "denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." (Apostelgeschichte 17,28) Zu jeder Zeit, bei Tag und bei Nacht, sind die Augen des Herrn auf dich gerichtet, und nichts, was immer du tun magst, ist vor ihm verborgen. Dies Bewusstsein drängte den heiligen Dulder Ijob zu dem Ausruf: "Sieht Gott denn meine Wege nicht, zählt er nicht alle meine Schritte?" (Ijob 31,4)



    2. Präge diese Wahrheit tief in dein Herz, denn sie wird vor vielen Sünden und Fehlern dich bewahren. Wie auch, mein Gott, sollte ich es wagen, in deiner Gegenwart selbst, in der Gegenwart meines Schöpfers und Vaters, in der Gegenwart des Richters meiner Ewigkeit Böses zu tun? Bist du von dieser Wahrheit durchdrungen, dann wird es dir leicht werden, jede Anfechtung des Versuchers, jeden Widerwillen der Natur zu überwinden und in kurzer Zeit eine hohe Vollkommenheit zu erreichen. Denn die Kraft dieses göttlichen Lichtes wird dein Herz beständig zu ihm erheben, und deine Aufmerksamkeit schärfen, alle deine Werke zu seiner Ehre, und daher mit großer Freude und Liebe zu wirken.



    3. Diese heilige Aufmerksamkeit auch wird dich zu der innigsten Ansprache mit deinem Schöpfer belehren. Das Leben in der Gegenwart ihres Gottes war die höchste Freude heiliger und gerechter Menschen. In zartester Liebe opferten sie ihm alle ihre Werke, alle ihre Leiden und Trübsale auf, erweckten ohne Unterlass Akte dieser göttlichen Liebe. Und der Gedanke, dass Gott sie beständig sieht, wurde für sie ein Quell des seligsten Vertrauens, und eiferte sie auch beständig an, alle ihre Gedanken, Begierden und Werke also zu ordnen, dass sie der göttlichen Gegenwart würdig seien. Daher auch nennt der Apostel solche Gerechte "nicht mehr Gäste und Fremde, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes". "Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht." (Psalm 16,8)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum18.02.2026 08:25
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 18. Februar




    Unbefleckte und hochgebenedeite Jungfrau Maria, weil du die Ausspenderin der göttlichen Gnaden bist, so bist du auch die Hoffnung aller, so bist du auch meine Hoffnung. Ich danke dir, meine Königin, dass du selbst dich mir zu erkennen gegeben hast, dass du mich die Mittel hast erkennen lassen, die ich anwenden muss, um die Gnade Gottes zu erlangen und dereinst selig zu werden. Steh mir bei durch deine Fürbitte jetzt und in der Todesstunde. Amen.



    Zu Gott



    Lass uns, o unendlicher Gott, zu unserer heilsamen Beschämung die sträfliche Feigheit in Deinem Dienst erkennen, deren wir uns so oft schuldig machen. Möge das Beispiel unserer Väter im Glauben uns endlich belehren, wozu uns der Ehrenname eines Christen verpflichtet, damit wir auch Deiner Verheißungen teilhaftig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Leo und Paregorius




    Allmächtiger Gott, halte auf die Fürbitte deiner heiligen Märtyrer Leo und Paregorius unseren Mut in den Bedrängnissen aufrecht, die wir so oft in Deinem heiligen Dienst zu bestehen haben. Lass uns durch das Beispiel Deiner treuen Diener gekräftigt erfahren, dass für die, die Dich lieben, alles nicht nur möglich, sondern sogar leicht ist. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    In diesen Tagen wurde zu Acren bei Ath in Niederlanden seit fast 600 Jahren ein wegen vieler Wunder berühmtes Muttergottesbild mit großem Zulauf des Volkes verehrt. Die schnelle Herstellung eines sehr verletzten Auges im Jahr 1629, aus dem 18 Jahre lang, da die gesund gemachte Person der Danksagung wegen dorthin kam, zum Zeichen der ehemals erhaltenen Gnade, das unschädliche Blut geflossen ist, hat die Andacht ungemein vermehrt. Der damalige Erzbischof von Cambray hat die Begebenheit untersucht und bestätigt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Simeon, dessen wir heute gedenken, war ein Cousin des lieben Heilandes, und überdies war er der Bruder der heiligen Apostel Jakobus des Jüngeren und Simon Thaddäus.



    Simeon soll nach der Legende sieben oder acht Jahre älter gewesen sein als Jesus. Er gehörte zu den zweiundsiebzig Jüngern, die der Heiland auswählte und aussandte, und als der Apostel Jakobus der Ältere und nach ihm der Apostel Jakobus der Jüngere, die zwei ersten Bischöfe von Jerusalem, den Martertod erlitten hatten, wurde Simeon mit fast achtzig Jahren ihr Nachfolger.



    In die Zeit seiner bischöflichen Regierung fällt unter anderem auch die grauenvolle Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christi Geburt, ein Strafgericht Gottes, das allen Menschen aller Zeiten eine eindringliche Mahnung bleiben wird, Gott nicht herauszufordern, weil er seiner nicht spotten lässt.



    Auf der Höhe des Ölberges hatte der Heiland einst vor dem feierlichen Einzug in Jerusalem am Palmsonntag über die Stadt bittere Tränen geweint, weil sie den Tag der Heimsuchung nicht erkannte. Er hatte mit dem Untergang gedroht, und die Leute hatten ihn verlacht. Siebenunddreißig Jahre später stand an der gleichen Stelle auf dem Ölberg der römische Feldherr Titus, und als man ihm die Einnahme der verwüsteten Stadt meldete, weinte auch er wie ehedem der Heiland und sagte, nicht er habe gesiegt, sondern eine höhere Macht habe hier gerichtet. In Jerusalem lachte damals keiner mehr.



    Für dreißig Silberlinge, den gewöhnlichen Preis für einen Sklaven, hatten die Juden von dem Verräter den Heiland gekauft. Siebenunddreißig Jahre später wurden Tausende von gefangenen Juden als Sklaven verschachert, dreißig für einen Silberling.



    Jerusalem hatte das unschuldige Blut des Erlösers im frevlen Übermut auf sich und seine Kinder herabgerufen. Siebenunddreißig Jahre später floss in den Straßen der Stadt unschuldiges Blut in Strömen.



    Christus, das Brot des Lebens, hatten die Juden abgelehnt. Siebenunddreißig Jahre später starben in der Stadt Zehntausende den Hungertod.



    Christus, den Eckstein, hatte man verworfen. Siebenunddreißig Jahre später blieb in der Stadt kein Stein mehr auf dem anderen.



    Jerusalem hatte den Messias außerhalb der Stadt auf Golgatha gekreuzigt. Siebenunddreißig Jahre später erhoben sich vor den Ringmauern Hunderte von Kreuzen, an denen täglich Hunderte von Juden gekreuzigt wurden.



    Wahrlich, Gott lässt seiner nicht spotten, und es ist gut, dass man sich diese Tatsachen merkt und sie alle Tage vor Augen hat.



    Alles das geschah zu jener Zeit, da der heilige Simeon Bischof von Jerusalem war. Allerdings hatte er mit der Christengemeinde, der Mahnung des Heilandes eingedenk, die Stadt vor der Zerstörung verlassen und war nach Pella im Ostjordanland geflohen. Dort wartete er das göttliche Strafgericht ab, und als es sich verzogen hatte, kehrte er nach Jerusalem zurück, wo auch er später das Martyrium durch den Kreuzestod erlitt. Mit ihm starb der letzte von denjenigen, die den Herrn mit eigenen Augen sahen.



    Insgesamt fünfundvierzig Jahre hatte Simeon die Kirche zu Jerusalem regiert, während dieser Zeit unzählige Arbeiten und Leiden überstanden, und das seltene Alter von einhundertzwanzig Jahren erreicht, als er ein freudiges und edles Opfer der Verfolgung wurde, die unter dem römischen Kaiser Trajan in Judäa und ganz Syrien wütete. Die Römer suchten alle Abkömmlinge aus dem Geschlecht Davids auszurotten, weil die Juden einen König und Erlöser aus diesem Haus erwarteten. Der heilige Simeon wurde als ein Sprössling aus Davids Geschlecht bei dem Statthalter Artikus angegeben, und zugleich auch als Christ und als Bischof der Christen angeklagt. Artikus zog den ehrwürdigen Greis vor seinen Richterstuhl und ließ mehrere Tage nacheinander die schmerzlichsten Martern an ihm vollziehen, um ihn zur Abschwörung des Christentums zu bewegen. Allein dieser erduldete die grausamsten Peinen mit einer solchen Standhaftigkeit, dass selbst der hartherzige Richter in Erstaunen und Verwunderung geriet. Endlich wurde der heilige Greis, gleich seinem Herrn und Meister Jesus Christus, gekreuzigt im Jahr einhundertsieben.



    Diejenigen, die aus Hass den heiligen Simeon bei dem Statthalter Artikus angeklagt hatten, wurden überführt, dass sie ebenfalls aus Davids Geschlecht abstammen, und deswegen auch getötet. So empfingen sie die verdiente Vergeltung für ihren boshaften Verrat.



    Bis zum Tod des heiligen Simeon hatte sich die Kirche zu Jerusalem in jungfräulicher Reinheit, wie sich Eusebius ausdrückt, erhalten, indem bis dahin alles Unkraut falscher Lehre entweder in seinem Keim schon erstickt, oder doch an seinem Aufwachsen gehindert wurde. Jeder Irrlehrer musste verstummen, weil ihm Christen entgegenstanden, die selbst hörten und sahen, was Jesus gelehrt und getan hatte. Nachdem nun aber die heiligen Apostel und die unmittelbaren Schüler des Herrn durch verschiedene Todesarten der Kirche Jesu Christi entrissen waren, erhoben die Irrlehrer ihr Haupt empor. Und von dieser Zeit an musste die Kirche durch alle Jahrhunderte gegen sie sehr schwere Kämpfe bestehen, und mit der größten Sorgfalt beständig auf der Hut sein, dass nicht die reine Lehre des Heils durch falsche Lehre verdunkelt werde. Nur durch den Beistand, den Jesus seiner Kirche verheißen und von Zeit zu Zeit so reichlich und sichtbar bewiesen hatte, war es möglich, die heilige Lehre unverfälscht zu erhalten. Dafür sei hochgelobt und laut gepriesen unser himmlischer Lehrmeister Jesus Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit.



    Dem heiligen Simeon folgte in der bischöflichen Amtsführung zu Jerusalem Justus, ein gläubiger Jude. Zu dieser Zeit bekehrten sich sehr viele Juden zum Glauben an Jesus Christus, wie der Geschichtsschreiber Eusebius versichert.

    https://www.heiligen-legende.de/simeon-von-jerusalem/

  • Vom Reich GottesDatum17.02.2026 09:29
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes



    Woher die Übel, die die Welt bedecken?

    Woher des Abgrunds ewig neue Schrecken?

    Sie alle gingen aus von einem Tor:

    Der Sünde Frevel brachte sie hervor.




    1. Es gibt nur ein Übel in der Welt, aus dem alle anderen hervorgehen, und dieses Übel ist die Sünde. Fasse dieses schreckliche Übel wohl ins Auge, damit du es aus deiner ganzen Kraft hassen und verabscheuen lernst, das Gott selbst ewig hasst und verabscheut. Denn die Sünde ist eine Empörung des Geschöpfes gegen seinen allerhöchsten Herrn. Durch sie tritt der Sünder Gott frech gegenüber, reißt von seiner Oberherrschaft sich los, und tritt alle Gesetze Gottes, alle Anordnungen seiner unendlichen Weisheit mit Füßen, sich selbst sein eigener Gott zu sein.



    2. Die unendliche Größe der Sünde liegt in der Schmach und Verachtung, die der unendlichen Majestät dadurch widerfährt. Verachtete der Sünder Gott, seinen ewigen Wohltäter und Vater, einem anderen, eben so unendlichen und liebreichen Gott anzuhangen, der ihm einen glorreicheren Himmel, größere Belohnungen und selbst ein glänzenderes Los auf dieser Welt verhieße, so fände er noch einige Entschuldigungen. So aber verachtet er die ewige Majestät eines schnöden Geldgewinnes, eines Schattens vergänglicher Ehre, eines verächtlichen Geschöpfes wegen, bietet dazu alle Kräfte auf, die Gott zu seiner Verherrlichung ihm gegeben hat, widersetzt sich, diese Dinge zu erlangen, seinem ausdrücklichen Willen, stößt seine Gesetze um, und achtet weder seiner Wohltaten, noch seiner Drohungen, noch seiner Strafen, noch seiner Belohnungen.



    3. Daher auch ist diese Beleidigung so unendlich groß, dass alle Verdienste der Engel und Menschen es in Ewigkeit nicht vermöchten, auch nur eine einzige Sünde aufzuwiegen, so dass selbst eine göttliche Person zwischen Gott und den Menschen als Mittler treten musste, diese unendliche Schmach zu ersetzen, und den Menschen von dem ewigen Untergang zu erretten, den er dadurch verschuldet hatte. Alles auch, was dieser göttliche Mittler tat, alle Quellen des Heils, die er einsetzte, alle seine Lehren und Anordnungen zielen dahin, die Sünde zu tilgen. Wer kann demnach über die ewige Strafe erstaunen, mit der Gott dies Ungeheuer bestraft? Psalm 51,3+4: "Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!"

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum17.02.2026 09:25
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 17. Februar



    Wie überaus mild und barmherzig bist du meine liebste Mutter Maria, stets bereit die Betrübten zu trösten, die Kranken zu heilen, allen Unglücklichen zu helfen. Sieh auch ich bin einer, der im Tal der Tränen pilgert und täglich deines Schutzes bedarf. O meine Herrin, dir schenke ich mich ganz, dir weihe ich heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich ganz und gar. Bewahre mich, o Mutter, als dein Eigentum, jetzt und immer. Amen.



    Zu Jesus Christus auf die Fürbitte der Sieben Stifter des Servitenordens



    Wir bitten Dich, Herr Jesus Christus, lass uns auf die Fürbitte Deiner sieben Diener, an die Schmerzen, die Deine heiligste Mutter bei Deinem Leiden und Sterben ausgestanden hat, so oft und nützlich denken, dass wir dafür ewig getröstet zu werden verdienen, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater, in Einigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott



    Liebevollster Vater, wir wollen nie vergessen, dass besonders in dem Geheimnis der Menschwerdung Deines Sohnes, die Größe Deiner Allmacht, Weisheit und Barmherzigkeit hervorstrahlt. Dieses große, zu unserer Erlösung vollbrachte Werk soll immer der Gegenstand unserer Betrachtung sein, damit wir dadurch stets zu innigen Gefühlen der Liebe und Dankbarkeit angeregt werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Der heilige Alexius Falconerius, dessen Fest heute begangen wird, war als einer von den 7 Stiftern von der seligsten Jungfrau berufen, den Serviten-Orden zur Beförderung der Ehre der Mutter Gottes im Jahr 1232 zu errichten. Er hat noch am letzten Tag seines Lebens, der ein Samstag war, sie mit 100 Ave Maria zu begrüßen nicht unterlassen, und ist bei seinem Ende im 110 Lebensjahr mit der Gegenwart Jesu Christi und der Engel erfreut worden.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Flavian, Priester und Schatzmeister der Kirche von Konstantinopel, wurde nach dem Tod des heiligen Patroklus zum Erzbischof dieser Stadt erwählt. Diese Wahl missfiel aber dem Eunuchen Chrysaphius, dem Kämmerer des Kaisers Theodosius des Jüngeren, der damals, weil er gegen Flavian eingenommen war, schon den Entschluss fasste, ihn ins Verderben zu stürzen. Er bewog daher den schwachen Kaiser, den er sich ganz abhängig gemacht hatte, von dem Erzbischof für seine Weihe irgendein Geschenk zu erbitten. Der heilige Oberhirt schickte ihm nach dem damaligen Kirchengebrauch die Eulogien oder gesegneten Brote, zum Zeichen des Friedens und der Gemeinschaft. Der arglistige Chrysaphius ließ ihm sagen, er müsste ein Geschenk anderer Art schicken. Flavian, ein erklärter Feind von allem, was auch nur den Schein einer Simonie hatte, antwortete mit fester Entschlossenheit, dass die Einkünfte der Kirche zu anderen Zwecken bestimmt seien und dass sie einzig zur Verherrlichung Gottes und zur Unterstützung der Armen dürften verwendet werden. Der Kämmerer, aufgebracht über eine so edelmütige Antwort, beobachtete nun keine Schranken mehr und entschloss sich, alle Triebfedern in Bewegung zu setzen, um Flavian seines bischöflichen Stuhles zu berauben. Da er aber wusste, dass er von Pulcheria, der Schwester des Kaisers, die alle Macht in Händen hatte, beschützt sei, suchte er zuerst diese Fürstin von den Geschäften zu entfernen. Er überredete daher den Theodosius durch die Kaiserin Eudoxia, von dem Erzbischof zu begehren, dass er die Pulcheria zur Diakonissin weihe. Flavians Weigerung, sich zum Werkzeug der Hofränke gebrauchen zu lassen, schien seinen Feinden ein Verbrechen zu sein, und sie unterließen es nicht, es mit den schwärzesten Farben zu schildern. Als unser Heiliger später die Irrtümer des Eutyches, der mit Chrysaphius verwandt war, verdammt hatte, geriet dieser vollends in Wut und ließ sich zu allen Gewalttätigkeiten hinreißen, die ein Mensch, der der Leidenschaft des unversöhnlichsten Hasses sich hingibt, auszuüben vermag.



    Eutyches war Priester und Abt von dreihundert Mönchen in der Nähe von Konstantinopel. Er hatte sich durch ein regelmäßiges Leben einen gewissen Ruf erworben. Im Grunde aber war er ein unwissender, stolzer und auf seinen eigenen Meinungen sehr starrsinnig haftender Mann. Ein übertriebener Eifer gegen Nestorius, der die Einheit der Person in Jesus Christus leugnete, stürzte ihn in den entgegengesetzten Irrtum, und er ging so weit, dass er lehrte, es sei nur eine Natur in Christus. Eusebius, der Bischof von Doryläum, ehemals sein Freund, klagte ihn in einem von Flavian 448 versammelten Konzil an. Die Väter der Versammlung ließen dem Angeklagten mehrere Vorladungen zustellen, auf die er aber nicht einmal antwortete. Endlich erschien er doch, allein von zwei Hofbeamten und einer Schar Soldaten begleitet. Als ihm die Bischöfe Rechenschaft hinsichtlich des fraglichen Punktes abforderten, erklärte er, dass er nur eine Natur in Christus anerkenne. Und da man ihm die Gottlosigkeit seiner Lehre vorstellen wollte, gab er zur Antwort, er sei nicht gekommen, um zu streiten, sondern nur um Rechenschaft seines Glaubens abzulegen. Das Konzil sprach dann den Bannfluch über ihn aus und setzte ihn ab. Flavian fällte den Spruch, den dreiunddreißig Bischöfe und dreiundzwanzig Äbte, von denen achtzehn Priester waren, unterschrieben. Als Eutyches sich verurteilt sah, sagte er mit leiser Stimme zu seiner Wache, dass er sich auf die Bischöfe von Rom, Jerusalem und Ägypten berufe. Er schrieb auch zu gleicher Zeit einen verfänglichen Brief an den heiligen Papst Leo, um ihn gegen das Konzil von Konstantinopel einzunehmen. Dieser Brief brachte aber die gehoffte Wirkung nicht hervor. Der heilige Leo fiel nicht in die gelegte Schlinge. Er wurde über das wahre Verhältnis der Sache durch den heiligen Flavian belehrt, der ihm einen genauen Bericht vom ganzen Hergang zusandte. Hierauf schrieb der allgemeine Vater der Christenheit einen sehr schönen Brief an unseren Heiligen, in dem er mit ebenso viel Klarheit als Bündigkeit den von dem neuen Irrlehrer angefochtenen Glaubenssatz erklärte. Dieser Brief wurde später in die Akten des Konzils von Chalcedon eingereiht, das feierlich die Irrtümer des Eutyches verdammte.



    Indes befahl der Kaiser auf Betreiben des Chrysaphius eine neue Durchsicht der Akten des von Flavian zu Konstantinopel versammelten Konzils, und zu diesem Ende wurde im April des folgenden Jahres eine Synode gehalten. Thalassius von Cäsarea hatte den Vorsitz, weil sonst Flavian als Richter und Klagebeteiligter hätte können angesehen werden. Die angestellte Untersuchung fiel zur Beschämung des Eutyches aus, und diente nur dazu, das gerechte Verfahren des Erzbischofs von Konstantinopel in ein helleres Licht zu setzen. Da dieser aber später von seinen Feinden als Begünstiger des Nestorianismus angeklagt wurde, rechtfertigte er sich vollkommen, indem er dem Kaiser ein Glaubensbekenntnis einreichte, worin er die gottlose Lehre des Nestorius und die des Eutyches zugleich verwarf. Chrysaphius, dessen Pläne nun gescheitert waren, ließ sich dessen ungeachtet nicht zurückschrecken, sondern setzte andere Triebfedern in Bewegung, um seinen Endzweck zu erreichen.



    Er schrieb an Dioskor, den Patriarchen von Alexandrien, einen stürmischen und gewalttätigen Mann, und versicherte ihn seiner Freundschaft und seines Schutzes, wenn er die Verteidigung des Eutyches auf sich nehmen und sich mit ihm gegen Flavian und Eusebius von Doryläum verbinden würde. Als er sich des Patriarchen versichert hatte, suchte er die Kaiserin Eudoxia zu gewinnen, was ihm um so leichter gelang, als sie sich freute, eine Gelegenheit zu haben, die Pulcheria zu kränken, die, wie sie wusste, dem Patriarchen ergeben war. Da das ganze Truggewebe recht angezettelt war, überredete man den Kaiser, ein Konzil zu Ephesus versammeln zu lassen, um, wie man sagte, alle Streitigkeiten zu beenden. Theodosius, der leicht zu hintergehen war, beschäftigte sich ernsthaft mit der Einberufung dieses Konzils, dessen vorgebliche Notwendigkeit man ihm so dringend dargestellt hatte. Er befahl nun auch dem Dioskor den Vorsitz zu führen und zehn Metropoliten seines Patriarchats, zehn andere Bischöfe und den Archimandriten Barsumas, der gänzlich Flavians Feinden ergeben war, mit sich zu bringen. Die anderen Patriarchen und der heilige Papst Leo waren auch zu dem Konzil eingeladen, allein der Letztere empfing erst sehr spät die Briefe des Kaisers. Er schickte jedoch vier Legaten als seine Stellvertreter. Diese Legaten waren Julius, Bischof von Puzzuolo, Renatus, ein Priester, der unterwegs starb, Hilarius, ein Diakon, und Dulcitius, ein Schreiber. Sie hatten einen Brief an Flavian, in dem der heilige Leo die Unwissenheit des Eutyches ans Licht stellte und die katholische Lehre auf die bündigste und lichtvollste Weise auslegte.



    Am 8. August 449 wurde das Konzil von Ephesus eröffnet, das in der Geschichte unter dem Namen des Räuberkonzils bekannt ist, wegen der Gewalttätigkeiten, die da verübt wurden. 130 Bischöfe aus Ägypten und dem Orient fanden sich ein. Eutyches kam auch nach Ephesus mit zwei kaiserlichen Befehlshabern und einem Haufen Soldaten. Gleich anfangs konnte man schon leicht einsehen, dass alles durch Kabale betrieben werde, und Eutyches eine mächtige Partei für sich habe. Den Legaten des Papstes wurde nicht einmal gestattet, die mitgebrachten Briefe zu lesen. Zuletzt sprach Dioskor das Absetzungsurteil aus gegen Flavian und Eusebius von Doryläum. Die Legaten des heiligen Leo taten Einspruch gegen dieses Urteil und unter anderen rief der Diakon Hilarius mit lauter Stimme: Contradicitur, wir widersprechen. Dieses lateinische Wort wurde in die Akten des Konzils eingereiht. Als Dioskor anfing den Spruch vorzulesen, warfen sich ihm mehrere Bischöfe zu Füßen und beschwuren ihn mit den dringendsten Worten, nicht weiter zu gehen. Allein weit entfernt sich erweichen zu lassen, erhob er sich von seinem Sitz und rief den Bevollmächtigten des Kaisers. Die Pforten wurden sogleich geöffnet und Proklus, der Prokonsul von Asien, trat mit einer Abteilung Soldaten in die Versammlung, die Ketten, Stöcke und Schwerter trugen. Die meisten Bischöfe, durch diesen Anblick erschreckt, unterschrieben alles, was Dioskor und seine Anhänger wollten. Die Legaten des Papstes blieben allein unerschütterlich und widersprachen bis ans Ende diesen unerhörten Gewalttätigkeiten. Einer von ihnen wurde ins Gefängnis geworfen. Der Diakon Hilarius machte sich, nachdem er nicht ohne große Mühe sich gerettet hatte, auf den Weg ins Abendland und gelangte endlich in Rom an. Flavian berief sich auf das Urteil der Heiligen Stuhls und überreichte seine schriftliche Erklärung den päpstlichen Legaten. Dioskor wurde darüber so aufgebracht, dass er mit Barsumas und anderen seiner Anhänger über ihn herfiel, ihn auf die Erde warf und so grausam mit Füßen trat, dass er kurze Zeit danach zu Hypäpas in Lydien, wo er in der Verbannung lebte, starb.



    Der gottlose Dioskor ließ es aber dabei noch nicht bewenden. Er war noch so vermessen, dass er im Einverständnis mit zwei ägyptischen Bischöfen den heiligen Papst Leo in den Bann tat. Allein Gott ließ nicht zu, dass sich die Ungerechtigkeit lange ihres Sieges freute. Der Kaiser tat endlich die Augen auf, Chrysaphius, der Urheber so vieler Übel, fiel in Ungnade und wurde später zum Tode verurteilt. Eudoxia wurde selbst genötigt, sich nach Jerusalem zurückzuziehen. Diese glückliche Veränderung brachte die Zurückberufung der Pulcheria hervor. Als im folgenden Jahr, nach dem Tod des Theodos, der als Büßer starb, diese Prinzessin den Thron bestieg, befahl sie, dass der Leib unseres Heiligen in feierlichem Zug nach Konstantinopel gebracht und von den Erzbischöfen, seinen Vorgängern, beigesetzt werde. Der heilige Leo schrieb, nachdem er den ganzen Hergang der Sache zu Ephesus erfahren hatte, an Flavian, um ihn zu trösten. Allein er war tot, als der Brief anlangte. Er hatte auch für ihn an Theodos, Pulcheria und die Geistlichkeit von Konstantinopel geschrieben. Das 451 zu Chalcedon gehaltene allgemeine Konzil setzte Flavian unter die Zahl der Heiligen und Märtyrer, und erzeugte seinem Andenken große Ehre. Auch Eusebius von Doryläum wurde wieder auf seinen bischöflichen Stuhl gesetzt. (Dasselbe Konzil verdammte den Dioskor, der 454 zu Gangres in Paphlagonien, an dem Ort seiner Verbannung starb, ohne die Irrtümer des Eutyches widerrufen und ohne seine anderen Verbrechen durch die Buße gesühnt zu haben.) Papst Hilarius, der Legat des heiligen Leo zu Ephesus war, hatte eine solche Verehrung für den heiligen Erzbischof von Konstantinopel, dass er seinen Märtyrertod in der Kirche malen ließ, die er zu Ehren des heiligen Kreuzes erbaute.



    Wie ruhmvoll ist es für den heiligen Flavian, dass er für die Verteidigung der Menschwerdung des ewigen Sohnes Gottes gestorben ist! Er wusste, dass dieses Geheimnis die Grundlage unseres Glaubens ist und dass es folglich uns ganz besonders wichtig erscheinen muss. Wir glauben zwar alle dieses Geheimnis; aber ach! Unser Glaube ist ein unfruchtbarer Glaube, der unser Herz nicht rührt und es unempfindlich lässt. Haben wir wohl jemals recht darüber nachgedacht, dass Gott besonders in dem Geheimnis der Menschwerdung die unaussprechliche Größe seiner Macht, Weisheit und Barmherzigkeit in so herrlich strahlendem Licht zeigt? Ach! Wenn wir doch unseren Geist mit diesen großen Wahrheiten durchdringen würden, wie müsste man uns nicht von Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, von Eifer für die Ehre Jesu Christi, für die treue Erfüllung der Lehren des Evangeliums, erfüllt sehen. Mit einem Wort, wie müssten wir nicht ganz andere Christen sein! Der Heiland unserer Seelen wird jetzt mehr als jemals von Gottlosen und Religionsspöttern verachtet und wahrhaft misshandelt, indem sie ihn nicht nur seiner göttlichen Würde, sondern auch sogar seiner sittlichen Größe zu berauben, und ihn heidnischen Weisen gleich zu setzen, oder selbst unter sie herabzuwürdigen suchen. Er lädt uns ein, durch unsere Liebe den schrecklichen Kaltsinn dieser Unglücklichen zu ersetzen, wie lange wollen wir ihm diese wohl noch versagen? Allein, da die Menschwerdung das Geheimnis eines demütigen, gleichsam vernichteten Gottes ist, so können wir ihn so lange nicht wahrhaft ehren, als wir unser Herz nicht von aller Eitelkeit und allem Stolz reinigen. Dieses Laster entstellt die besten Handlungen und stürzt diejenigen, die sich ihm ergeben, in das größte Verderben. Eutyches litt aus keiner anderen Ursache am Glauben Schiffbruch und starb in der Unbußfertigkeit, als weil er von dünkelhaftem Stolz beherrscht war. Was soll uns demnach mehr zur Demut führen und in der Ausübung dieser Tugend begründen, als eben dieses schreckliche Beispiel dieses schrecklichen Falles?

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  • Vom Reich GottesDatum15.02.2026 21:35
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Über die göttliche Unermesslichkeit



    Wie glorreich, Herr, thronst du im Licht

    Der wunderbaren Ewigkeit.

    Dich fasst kein Raum, dich keine Zeit;

    Ja selbst der Himmel fasst dich nicht.

    Das höchste Lob, das dir der Mensch erzeigt,

    Ist, wenn er tief anbetend vor dir schweigt.



    1. In Anbetung versenkt und von heiliger Freude zitternd, erhebt sich mein innerer Blick zu dir, unendliche Majestät, mein Gott, dein glorreiches Dasein zu betrachten. Und staunend rufe ich mit dem königlichen Seher aus: "Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen." (Psalm 139,7-10) Ja flöge der erhabenste Cherub im schnellsten Gedankenflug Jahrtausende in die Höhe oder in die Tiefe, so ist er dennoch immer im Anfang, und kommt in alle Ewigkeit an kein Ende. Das Auge des Sterblichen erblindet in diesem unendlichen Licht.



    2. Wie mächtig erhebt diese Betrachtung meine Seele über sich selbst. Dein Ohr, o Gott, vernimmt jeden Laut im Himmel, auf Erden, in den Abgründen, auf allen einzelnen, zahllosen Sternen, in allen Teilen deiner unermesslichen Schöpfung. Du bist der allgegenwärtige Zeuge, der allmächtige Richter aller freien Geister, die deine Hand erschaffen hat. Denn im ganzen Weltall bist du zugleich, in jedem einzelnen Wesen ganz und ungeteilt gegenwärtig, ja alle diese unzählbaren Wesen schweben in dir wie die Fische in den Fluten des Ozeans. Und was auch ist diese ganze unermessliche Schöpfung anderes, als ein kaum sichtbarer Punkt, der in deiner göttlichen Unermesslichkeit verschwindet.



    3. O unerschaffenes, unendliches Licht, wie wunderbar bist du. Ewig, einfach, allumfassend, unzerteilt, unwandelbar ist dein unendlicher Blick. Er dringt in die tiefste Nacht. Ja die dichteste Finsternis ist vor dir gleich dem hellsten Mittag. Du durchschaust die geheimsten Gedanken aller deiner Geschöpfe, und klar liegt vor dir entfaltet, was nun und künftig ist. Diese Wahrheit, mein Gott, sei mein Schild. Sie behüte mich vor sündhaften Gedanken, Begierden und Werken. Sie eifere mich zu deinem heiligen Dienst an. Psalm 86,8: "Herr, unter den Göttern ist keiner wie du, und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast."


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  • Tages-Gebete Datum15.02.2026 21:31
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 16. Februar



    O meine Mutter, überlasse mich nicht mir selbst. Denn alsdann würde ich mich ins Verderben stürzen. Bewirke hingegen, dass ich immer bei dir Hilfe suche. Errette du mich, meine Hoffnung. Bewahre mich vor der Hölle, behüte mich besonders vor der Sünde, denn nur sie kann mich zur Hölle führen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Juliana




    Wir bitten dich, o Herr, gib uns durch die Fürbitte Deiner heiligen Jungfrau und Märtyrin Juliana, dass wir uns ihres immerwährenden Schutzes erfreuen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Man begeht heute das Gedächtnis der vollkommensten Jungfräulichkeit Mariä vor, in und nach der Geburt ihres göttlichen Sohnes. Es ist gut und richtig, dass alle Christen, besonders die Geistlichen, die seligste Jungfrau an diesem Tag andächtig verehren, nach dem Beispiel des heiligen Ildephons und anderer Heiligen, die durch Mund und Schriften diese ewige Jungfräulichkeit belobt und verteidigt haben.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Juliana war zu Nikomedien in Bithynien geboren. Ihr Vater Afrikanus war ein Heide , ihre Mutter aber weder der heidnischen noch einer anderen Religion zugetan. Die Tochter, ein Mädchen mit ausgezeichneten Gaben des Verstandes und des Herzens, überzeugte sich von der Torheit der heidnischen Götterlehre, besuchte zuerst heimlich die Versammlungen der Christen, und bekannte sich bald darauf öffentlich zur Religion des Gekreuzigten. Als sie erst neun Jahre alt war, wurde sie von ihrem Vater einem vornehmen jungen Mann, Eleusius mit Namen, zur Ehe versprochen. Als sie das achtzehnte Jahr erreicht hatte, sollte die eheliche Verbindung vollzogen werden. Allein Juliana gab ihre Einwilligung dazu nur unter der Bedingung, dass Eleusius, der indessen Stadtvogt geworden war, ebenfalls das Christentum annehme. Dazu wollte er sich aber nicht entschließen.



    Der Vater versuchte zuerst durch zärtliche Worte und durch schmeichelhaftes Zureden seine Tochter zu bereden, und dann, als er seine Bemühungen fruchtlos sah, durch harte Behandlung und Schläge sie zu zwingen, dass sie die eheliche Verbindung eingehe. Juliana aber blieb standhaft bei ihrem Entschluss.



    Auch Eleusius wollte sie durch Beweise verführerischer Zärtlichkeit und durch glänzende Versprechungen doch noch für sich gewinnen. Allein sie blieb unerschüttert und wiederholte immer nur die Bedingung, dass sie ihn ehelichen werde, wenn er zum christlichen Glauben sich bekenne. Eleusius fing schließlich an zu drohen. Und als Juliana auch davon unbeeindruckt blieb, sollten seine Drohungen Wirklichkeit werden. Er ließ sie entkleiden, auf den Boden werfen und mit Ruten sehr grausam schlagen. Dann ließ er sie, weil sie im Bekenntnis Jesu des Gekreuzigten standhaft blieb, an den Haaren aufhängen. Durch sechs volle Stunden schwebte sie in so qualvoller Marter zwischen Himmel und Erde. Sie flehte zu Jesus Christus um Stärke und blieb so unerschütterlich im Glauben. Darüber geriet Eleusius in die höchste Erbitterung. Er ließ sie herunternehmen, wieder auf den Boden werfen und mit angezündeten Stoppeln und kleinen Reisern ihren Körper überschütten. Endlich wurden glühende Eisen durch ihre Schenkel gestochen und danach die unerschütterte Dulderin ins Gefängnis geführt. Voll Inbrunst flehte sie da zu Gott um Hilfe. Ihr Flehen wurde erhört. Sie erlangte freudigen Trost für ihren Geist und große Linderung für ihren schmerzlich misshandelten Körper.



    In dem Gefängnis wurde Juliana von dem bösen Geist, der selbst den göttlichen Heiland auf die Probe zu stellen sich erlaubte, in eine sehr schwere und gefahrvolle Versuchung geführt. Aber auch aus diesem Kampf ging sie als siegreiche Heldin hervor.



    Nach einiger Zeit wurde sie wieder dem Eleusius vorgestellt. Er hatte gehofft, dass die Schrecken des Gefängnisses ihren Sinn ändern werden, und war daher nicht wenig betroffen, als er sie mit erneuertem Mut vor sich stehen sah. Fruchtlos blieben auch diesmal sein Zureden und seine Drohungen. Er schritt deswegen wieder zu den Martern, die er auf die schrecklichste Weise an ihr vollziehen ließ. Sie wurde auf ein Rad, das mit Eisenspitzen versehen war, gebunden, über einem Feuer herumgewälzt, und danach mit geschmolzenem Blei gequält. Gottes wunderbare Macht zeigte sich herrlich an der Schwachen. Juliana überstand diese fürchterlichen Martern, blieb bei dem Bekenntnis des Glaubens und in der Lobpreisung Gottes. Endlich wurde sie enthauptet zusammen mit mehreren anderen Christen, die durch die unerschütterliche Standhaftigkeit Julianas und durch den wundervollen Beistand Gottes, den sie bekannte, zu Jesus Christus sich bekehrt hatten.



    Der Martertod der heiligen Juliana fällt in die Zeit des Kaisers Maximin Daja, zwischen den Jahren 304 und 311.


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  • Vom Reich GottesDatum15.02.2026 12:38
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Das Senfkorn der Gnade



    O Licht und Feuer, unerschaffne Macht,

    Die tief du durch des Herzens Falten dringest:

    Und alle seine Triebe sanft bezwingest:

    Dein Licht durchdringe meine alte Nacht,

    Damit ich deine heil`ge Glut empfinde;

    Und, Licht durch dich, den Weg zum Himmel finde.



    1. Preise den Herrn, der in sein heiliges Licht dich führte, und sei dankbar für seine Gnade, denn nicht allen hat er also getan. Nicht allen verleiht er die Gnade der Heiligung. Teils weil sie kein Verlangen danach haben, teils weil sie ihr Herz nicht dazu bereiten. Allen jedoch, sogar den größten Sündern, verleiht er, und zwar sogar gegen ihren Willen, die wirkliche Gnade, die bald gleich einem Blitzstrahl ihr Inneres erleuchtet, und aus der Sünde sie aufschreckt, bald gleich einer vorübergehenden Flamme zur Liebe der Gottseligkeit sie entzündet. Offenbarung 3,20: "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten."



    2. Wie kostbar sind diese Augenblicke für Seelen, die auf die innerliche Stimme des Herrn achten. Lass dies Senfkorn der Gnade ja nicht in dir ersticken, pflege es durch heilige Treue, fördere sein Wachstum in der Einsamkeit und im Gebet, und es wird zu einem Baum hoher Vollkommenheit erwachsen, wo selbst andere gottesfürchtige Seelen Trost und Rat finden können. Kein leichter Verlust ist der Verlust auch nur einer Gnade, denn viele andere hat sie in ihrem Gefolge, und verlierst du diese eine, so verlierst du mit ihr auch die übrigen. Fürchte auch nicht zu tun, wozu sie dich anregt, denn nicht nur erweckt die himmlische Gnade zum Guten, sondern sie hilft auch das Gute vollbringen, und zwar leicht, gut und mit Liebe vollbringen.



    3. Herr, ich vernehme deine Stimme. Ach, schmerzlich lässt sie meine Untreue gegen deine himmlische Gnade mich fühlen. Wie viele deiner heiligen Einflößungen ließ ich fruchtlos an meinem Herzen vorübergehen, und zu welcher hohen Vollkommenheit hätten sie mich erhoben. Ich zittere, Herr, bei diesem Anblick. Denn fürchten muss ich, dass einst viele Heiden im Gericht gegen mich aufstehen werden, die mit der Hälfte der Gnaden, die deine Barmherzigkeit mir verliehen hat, sich bekehrt hätten und vielleicht Heilige geworden wären, indes ich noch immer in meiner Lauheit schmachte. Ach, mein Gott, habe Erbarmen, und verleihe mir ein gelehriges Herz. Psalm 119,33: "Herr, weise mir den Weg deiner Gesetze. Ich will ihn einhalten bis ans Ende."

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  • Tages-Gebete Datum15.02.2026 12:36
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 15. Februar



    Heilige Maria, du bist unsere Führerin auf der Reise durch das Leben, unsere Kraft in der Schwachheit, unser Reichtum in der Armut, das Heilmittel unserer Wunden, unsere Zuflucht in der Trübsal und unsere Seligkeit durch Jesus Christus. O Maria, du bist mächtig genug die Sünder zu retten, weil du die Mutter Gottes bist. Gebrauche also deine Macht und rette meine Seele. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Brüder Faustin und Jovita



    Wir bitten Dich, o Herr, erhöre unser demütiges Bitten, und hilf uns, dass wir auf unsere Gerechtigkeit nicht vertrauen können, durch die Verdienste und Fürbitte der heiligen Märtyrer Faustinus und Jovita, die ein Dir wohlgefälliges Leben geführt haben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr, jetzt bist Du noch Heiland und Mittler. Hilf uns, dass wir die Wohltat Deiner Erlösung und Deines Mittleramtes so benützen, dass wir Dein Gericht nicht zu fürchten haben. Hilf uns mit Deiner Gnade dazu, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag kann man der Vermählung der seligsten Jungfrau gedenken nach jenen Worten des weisen Sirachs, die buchstäblich der ewigen Weisheit zukommen, von der Kirche aber auf die seligste Mutter Gottes angewendet werden: "Ich bin von Anfang und vor allen Jahrhunderten erschaffen worden, und werde bis zum künftigen Jahrhundert nicht aufhören. Ich bin von Ewigkeit und von den ersten Zeiten her erwählt worden, ehe die Erde erschaffen worden ist."


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Die heiligen Faustinus und Jovita, Märtyrer



    „Die Seelen der Gerechten“, so heißt es im Lied, „sind in Gottes Hand. Der Bösen Folterwerkzeug kann sie nicht erreichen. Sterbende waren sie in den Augen der Toren, sie aber sind im Frieden.“



    In diesen wenigen Worten ist bereits das ganze Leben der beiden Heiligen zum Ausdruck gebracht.



    Zunächst muss von Faustinus und Jovita festgestellt werden, dass sie leibliche Brüder und in einem norditalienischen Städtchen beheimatet waren. Um das Jahr 100 nach Christi Geburt kamen sie als Söhne christlicher Eltern in heidnischer Umgebung zur Welt. Schon in ihren jungen Jahren betätigten sich beide eifrig als Laienapostel. Trotz der herrschenden Christenverfolgung wollten sie kühn und draufgängerisch Freunde und Nachbarn für den Glauben an Christus gewinnen. Als später Faustinus zum Priester und Jovita zum Diakon geweiht wurden, kannte ihre Verwegenheit bald keine Grenzen mehr. Die beiden waren das Herz und die Seele in der langsam aufblühenden Christengemeinde ihrer Heimatstadt, bis sie verhaftet wurden. Am gleichen Tag begann auch ihr Martyrium, welches sich von den Folterqualen anderer Blutzeugen besonders dadurch unterscheidet, dass es von Wundern glanzvoll umsäumt war.



    Zunächst sollten Faustinus und Jovita im Zirkus den wilden Tieren vorgeworfen werden. Man stelle sich ein großes Stadion vor mit Tausenden von aufsteigenden Sitz- und Stehplätzen, die alle ohne Ausnahme von einer erwartungsvollen Menschenmenge besetzt sind. Vor den Blicken der schwatzenden Neugierigen stehen in der Mitte des Zirkus hochaufgerichtet, ohne das geringste Zeichen von Angst zu zeigen, strahlenden Blickes die Brüder, der Priester Faustinus und der Diakon Jovita. Auf einmal erzittert die Luft von dem dröhnenden, grauenerregenden Gebrüll zweier ausgehungerter Löwen. Da verstummt auch gleich das Gemurmel der Zuschauer. Totenstille tritt ein. Die Spannung erreicht den Höhepunkt, als die wilden Tiere aus den sich öffnenden Käfigen hervorstürmen und sich mit blutgierigem Blick und fletschenden Zähnen auf ihre Opfer stürzen. Aber was ist das? Fünf Schritte vor Faustinus und Jovita stehen sie. Wie von einer geheimnisvollen Macht angehalten, stehen sie, still, ducken sich, kriechen winselnd näher und belecken wie liebkosend die Füße der Glaubenshelden. Sie tun dies eine ganze Weile lang, bis Faustinus befehlend die Hand ausstreckt und sagt: „Marsch, in den Käfig zurück!“ Kaum ist das Wort gefallen, da springen die Löwen auf und rennen in ihren Käfig zurück.



    Doch in dem gleichen Augenblick, als dies geschieht, löst sich die unerträgliche Spannung in der Zuschauermenge und knallartig ertönt aus tausend Kehlen der Ruf: „Zauberei! Zauberei! Ins Feuer mit den Zauberern! Ins Feuer! Ins Feuer!“



    In aller Eile errichtet man im Zirkusrund einen Scheiterhaufen, auf dessen Spitze die beiden Brüder an Pfählen angebunden werden. Und als man den Holzstoß anzündet, legt sich erneut eine atemlose Stille auf die Zuschauermasse. Gierig fressen die Flammen das trockene Reisig und plötzlich umlodert das Feuer die Glaubenszeugen mit einem lebensgroßen leuchtenden Heiligenschein, sie selbst aber bleiben unverletzt.



    Wieder entlädt sich die maßlose Enttäuschung der Menge durch einen neuen Sprechchor: „Zauberei! Zauberei! Ins Meer mit den Zauberern! Ins Meer! Ins Meer!“ Sofort folgt dem Ruf die Tat. Faustinus und Jovita werden ins Meer geschleudert. Aber die Wellen tragen die beiden spielend ans Land zurück, wo man sie gleich danach enthauptet und sie dadurch der Himmelskrone teilhaftig macht. Da endlich ist der Hass der Menge gesättigt, aber viele von den Zuschauern, jene, die nachdachten und tiefer schauten, bekehrten sich auf die Wunder hin, die sie mit eigenen Augen gesehen hatten, zu Christus. So bestätigte sich wieder einmal die bekannte Tatsache, dass das Blut der Martyrer zum Samen wird, aus dem die vielfältige Frucht neuer Christen erwächst.


    Gott versteht es wirklich ausgezeichnet, aus allem Bösen etwas Gutes zu gestalten.


    https://www.heiligen-legende.de/faustinus-von-brescia/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Mit der Geschichte und Förderung der Herz-Jesu-Andacht ist für immer der Name des heiligen Paters Claudius de la Colombière verbunden, dieses würdigen Dieners Gottes, der beinahe mit der verdienten Krone des Bekenners auch die des Märtyrers hätte verflechten können.



    Geboren zu St. Symphorien d’Ozan in der Diözese Grenoble in Südfrankreich am 2. Februar 1641, verlebte Claudius seine Kindheit in Unschuld und Heiligkeit. Im Jesuitenkolleg zu Lyon zeichnete er sich durch Frömmigkeit wie durch seine Talente unter den Studiengenossen aus und trat 1658, 17 ½ Jahre alt, zu Avignon ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Da legte er den Grund zu jener außerordentlichen Vollkommenheit, die ihn befähigte, der Gewissensrat jener auserwählten Seele zu werden, deren sich Gott bedienen wollte, seiner Kirche die Andacht zum Herzen seines Sohnes zu empfehlen, und so die Liebe zu ihm, der aus Liebe zu uns das allerheiligste Altarsakrament einsetzte, in den erkaltenden Herzen aufs neue zu entflammen.



    Nachdem Pater Claudius Colombière seit 1671 in Lyon als trefflicher, gemütvoller Prediger segensreich gewirkt hatte, wurde er 1675 als Oberer nach Paray le Monial berufen. Es war jene Zeit, in der Margareta Maria Alacoque bitterster Seelennot und peinigenden Zweifeln anheimgegeben war, nachdem mehrere Geistesmänner, denen sie sich im Gehorsam eröffnen musste, ihre Gnaden und Offenbarungen verworfen hatten. In dieser auch für ein ganz selbstloses und gotterfülltes Gemüt harten Prüfung gab ihr der Heiland selber Ende 1674 die trostvolle Verheißung, er werde ihr „einen seiner Diener“ senden, der der Vertraute all ihrer Gedanken und Geheimnisse sein und ihr alle nötige Klarheit und Ruhe geben werde. Welch eine Ehre für den ehrwürdigen Colombière, aus dem Mund des Herrn selber als sein Diener bezeugt zu werden! Wird der, den Gott ausdrücklich zum Führer einer Heiligen und zum Sachwalter der Offenbarung der Liebe des göttlichen Herzens sandte, nicht selbst ein Mann von ausgezeichnetster Tugend gewesen sein? Und der so Auserwählte bewährte sich auch sowohl als klugen Seelenkenner wie als beharrlichen durch nichts beirrbaren Apostel der ihm übertragenen Aufgabe.



    Schwester Alacoque, die durch das vorher Erlebte hinsichtlich offener Aussprache vorsichtig geworden sein mochte, war entschlossen, bei dem neuen außerordentlichen Beichtvater Pater Colombière nichts Tieferes zu berühren. Doch ein Wort, ein leises Zeichen verriet die Herzensqual der Jüngerin der Liebe und ihr Ringen nach Klarheit. Aber nur zurückhaltend ging sie auf entsprechende Fragen ein. Als ihr dann die Oberin den Auftrag gab, ihre ganze Seele dem erleuchteten Priester zu eröffnen, da fühlte sie einen unsäglichen Widerwillen dagegen. Demütig bekannte sie dies auch dem Seelenführer. Darauf entgegnete dieser, es freue ihn, ihr Gelegenheit zu einem Opfer für Gott durch ihre Aussprache zu geben. Dies Wort allein genügte, nun jedes, auch das leiseste Bedenken zu zerstreuen, und nun erfuhr zum ersten Mal ein Menschenherz, außer der Oberin, welch eine Fülle von Gnaden der Heiligen zuteil geworden war, ohne dass diese noch über die Wunder des göttlichen Herzens gesprochen hätte. Friede und Ruhe war der Lohn ihrer Offenheit. Der seelenkundige Geistesmann aber zeigte kein Erstaunen über das Gehörte. Seine Antwort waren nur schlichte Hinweise auf das unendliche Erbarmen Gottes, Aufforderungen zur Demut und zur Treue gegen die Gnade, zur vollen Opferhingabe. Mit Sicherheit und Klarheit wusste er die auserwählte Seele zu führen, ohne irgendwie der menschlichen Eigenliebe die Möglichkeit zu lassen, Gottes Pläne zu stören. So bereitete sich der Heiland selber das Feld für den großen Saatwurf vor, und sein treuer Diener Claudius durfte die menschliche, mitpflügende Hand leihen. In der Fronleichnamsoktav, 13.-20. Juni 1675, gab der göttliche Erlöser der heiligen Margareta die bekannte große Offenbarung mit dem Verlangen, am Freitag nach der Oktav ein eigenes Fest zu Ehren seines heiligsten Herzens zu begehen und durch Kommunion und feierliche Abbitte Ehrenersatz für jede unwürdige Behandlung zu leisten. Als dabei Margareta den Herrn bat, ihr doch auch die Mittel zu gewähren, damit sie sein Verlangen befriedigen könne, da befahl ihr der Meister, sich an Pater Colombière zu wenden, dass er die ganze Kraft aufbiete, seinem göttlichen Herzen Freude und Ehre zu verschaffen. Er möge sich nicht entmutigen lassen durch alle auftauchenden Schwierigkeiten und Bedenken, das alles vermöge, wer sich selbst gänzlich misstraue und seine Hoffnung auf den Herrn setze.



    So war abermals der ausdrückliche Ruf Jesu an seinen ergebenen Diener ergangen. Pater Colombière war nicht leichtgläubig, aber er hatte bereits zu starke Beweise für die erprobte Tugend der Schwester Margareta Maria in Händen, als dass er an dieser Einladung hätte irre werden sollen. Darum begann er zunächst damit, in seiner eigenen Person das Reich des Herzens Jesu zu begründen. Er weihte sich dem heiligsten Herzen mit der ganzen Inbrunst seiner lauteren Seele am 21. Juni, dem Freitag nach der Fronleichnamsoktav, und da gewiss auch gleichzeitig Margareta ihre Hingabe erneuerte, war dies das erste, freilich in noch geheimnisvoller Stille begangene Herz-Jesu-Fest. Was kostete es aber noch an Verdemütigungen für die Jüngerin der Liebe, wieviel stille und umsichtige Mitarbeit ihres opfervollen Beraters, der seine hohe Aufgabe nie mehr aus den Augen ließ, bis die Eroberungen des liebenden Gottesherzens weitere Kreise zogen!



    Noch schien Colombières vertraute Mission nicht vollendet, da setzte ihn die Vorsehung auf eine nicht minder verantwortungsvolle Stelle. Im Herbst 1676 beriefen ihn seine Oberen zum Hofprediger der Herzogin von York nach London. Diese fromme Fürstin, eine Herzogin von Modena, hätte den Schleier der Krone vorgezogen und ging nur auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes nach dem gefährlichen England, um dort die Beschützerin der Katholiken zu werden. Jedermann ahnte damals, dass ein Sturm gegen die Katholiken in England unmittelbar bevorstehe. Trotzdem nahm Pater Colombière sofort seine gefahrvolle Wirksamkeit im Palast des heiligen Jakob, der zum Mittelpunkt und Asyl des katholischen Glaubens wurde, auf, vielleicht von der Hoffnung angelockt, die Märtyrerpalme erringen zu können.



    Das Leben am Hof war für den Geistesmann nichts weniger als ein Hof- und Weltleben, es war eher ein Bußleben, eine Schule der strengsten Abtötung bei den vielerlei Gelegenheiten hierzu in solcher Stellung. Liebte er doch und erkannte er gar wohl den Wert der Abtötung für einen echten Jünger Jesu. Die nach englischer Art gekochten Speisen verursachten ihm Unwohlsein. Nur mit Widerwillen konnte er sie genießen. Trotzdem ließ er sie sich nicht anders zubereiten. Der ungewohnte, kalte Winter setzte ihm sehr zu, und dennoch ließ er sich das Zimmer nicht heizen und unterbrach keinen Tag seine gewohnten Bußwerke. Inmitten aller äußeren Zerstreuungen war er gesammelt und mit Gott im Gebet und steten Gedenken vereint. Man nannte ihn im Palast einfach den „Heiligen“. Seinem unermüdlichen Seeleneifer gelang es, viele Katholiken zu einem besseren Leben zu bekehren, eine große Zahl Abgefallener wieder zurückzuführen und Irrgläubige in die Kirche aufzunehmen. Eben diese rühmenswerte Tätigkeit, wie auch seine Vertrautheit mit dem ehrwürdigen Colemann, dem Sekretär der Herzogin von York, der als erstes Opfer der Verfolgung am 3. Dezember 1678 das Blutgerüst besteigen musste, waren die Veranlassung, die auch ihn, den Prediger der Herz-Jesu-Andacht, die er in England zum ersten Mal in begeisterter Rede verkündete, vor die englischen Gerichte brachte. Zwar kannte der „Entdecker“ der Verschwörung Titus Oates den heiligen Claudius de la Colombière nicht, aber ein anderer Verräter fand sich, ein junger Franzose, den der Pater unterstützte, den er aber dann ob seiner schlechten Aufführung fallen lassen musste. Dafür wollte der Ehrlose sich rächen, indem er die erfolgreiche Wirksamkeit des würdigen Hofpredigers, besonders unter den Protestanten, als Verbrechen zur Anzeige brachte. Pater de la Colombière wurde verhaftet. Um 2 Uhr Mitternacht drang man in sein Zimmer im St.-James-Palast und brachte ihn ins Gefängnis. Die Rücksicht auf den französischen König ließen offenbar von einem eigentlichen Gerichtsverfahren und dem Todesurteil gegen den Häftling, der ja Franzose war, absehen. Stattdessen hatte er aber fast drei Wochen die Qual eines englischen Gefängnisses damaliger Zeit zu ertragen. Das strenge Leben und das ungewohnte raue Klima hatten ihm ein schweres Brustleiden mit wiederholtem Blutsturz gebracht. Die verpestete Gefängnisluft versetzte den Kranken vollends in Lebensgefahr, so dass er, als die Strafe der Verbannung gegen ihn ausgesprochen wurde, unfähig zur Reise war. Erst nach zehn Tagen verließ er England, wo er sich die Märtyrerpalme erhofft hatte, die bald so viele seiner Mitbrüder schmücken sollte. Bei Gott wird der Wille für die Tat angenommen worden sein, wie ihn denn die heilige Margareta Alacoque „einen glorreichen Märtyrer durch sein Verlangen nach dem Märtyrium“ nennt. Auch scheint das Kerkerleiden sein Brustübel unheilbar gemacht und ihm so Gelegenheit zu fortwährendem Leiden gegeben zu haben.



    Ins Vaterland als Schwerkranker zurückgekehrt, sah der heilige Diener Gottes sein geliebtes Paray le Monial wieder und erschien abermals der Jüngerin des heiligsten Herzens als willkommener Helfer. Denn durch Zurücksetzungen von vielen Seiten und durch harte Prüfungen seitens einer neuen Oberin, die sich den Ausnahmeübungen der Heiligen scharf entgegenstellte und sich lange nicht von der Bedeutung und Echtheit der geheimnisvollen Vorgänge in ihr überzeugen konnte, hatte Margareta Bitteres zu leiden. Aber der kundige Meister der Seelen konnte nur sein früheres Urteil befestigen, dass Margareta Maria voll außerordentlicher Demut und Fügsamkeit, voll Liebe zum Kreuz und zum Nächsten war, dem sichersten Zeichen echter Tugend.



    Allmählich hinsiechend und sich opfernd, dem Herzen Jesu Liebe und Sühne zu verschaffen, starb Pater Colombière am 15. Februar 1682 in Paray gleich einem Heiligen. War er nun der erste Vertreter der geliebten Sache im Himmel, so war sein Wort und Einfluss auch für die Erde noch nicht verstummt. Nach zwei Jahren wurden Colombières Schriften herausgegeben, in denen die Offenbarungen des Herzens nicht die letzte Stelle einnahmen, wenn auch die noch lebende Margareta Maria Alacoque nicht geradezu genannt wurde. Der Eindruck der Veröffentlichung besonders in Paray war ein tiefer. Die Herz-Jesu-Verehrung begann nun öffentlich ihren Lauf, wenn auch die Widerstände in- und außerhalb des Klosters anhielten.



    Claudius de la Colombière wurde 1929 seliggesprochen und 1992 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.



    „O wie süß ist es zu sterben, wenn man voll treuer Andacht zum Herzen desjenigen war, der uns richten soll.“ Marg. M. Alacoque


    https://www.heiligen-legende.de/siegfried-von-schweden/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Anscharius hatte den Schweden im Jahr 830 das Evangelium gepredigt. Allein diese Völker verfielen in der Folge wieder in die Abgötterei. Olaf Skautkonung, ihr König, der die christliche Religion wieder in seinen Staaten einführen wollte, wandte sich deshalb nach England, und bat den König Edred, ihm einige Missionare zu schicken. Dieser Fürst warf sein Augenmerk auf einen heiligen Priester von Yorck, namens Siegfried, und der Erfolg rechtfertigte seine Wahl. Sobald Siegfried in Schweden angekommen war, fing er an, das Heidentum mit allem Mut zu bekämpfen. Er predigte zuerst in Växjö in Smaland, wo er einen bischöflichen Sitz errichtete. Dann durcheilte er Süd-Gothland, Westro-Gothland und mehrere andere Provinzen, die er alle zum heiligen Glauben führte. In allem bewies er sich als einen treuen Nachfolger der Apostel. Durch seine Nächstenliebe und Uneigennützigkeit erwarb sich unser Heiliger selbst die Verehrung der Heiden. Folgender Zug mag zum Beweis dienen, wie vollkommen er diese zwei Tugenden besaß. Drei seiner Neffen, die er zu Växjö zurückgelassen hatte, während er den andern Provinzen das Evangelium verkündigte, wurden von den Götzendienern auf unmenschliche Weise ermordet. (Ihre Namen waren Sunaman, Unaman und Wiaman. Sie werden als Märtyrer verehrt.) Der König, entrüstet über eine so schwarze Tat, die gefährliche Folgen haben konnte, wenn sie unbestraft bliebe, fasste den Entschluss, die Mörder zum Tod zu verurteilen. Als der Heilige von dem Vorfall Kunde erhielt, legte er so nachdrückliche Fürbitte für sie ein, dass er ihnen die Erhaltung des Lebens erlangte. Der Fürst verurteilte sie jedoch zu einer großen Geldstrafe zum Vorteil Siegfrieds. (Bei diesen Völkern waren, wie bei unseren deutschen Vorfahren, die Geldstrafen für Todschläge zur Entschädigung der Verwandten durchgehend üblich.) Allein er ließ sich durch nichts bewegen, nur das Mindeste anzunehmen, obgleich er sehr arm war und des Geldes zur Gründung der neuen Kirche sehr bedurft hätte.



    Unser Heiliger starb um das Jahr 1045 und wurde in der Kathedralkirche von Växjö beerdigt, wo sein Grabmal durch viele Wunder berühmt wurde. Papst Hadrian IV., der selbst mit viel Eifer an der Bekehrung von Norwegen und mehreren anderen Gegenden des Nordens gearbeitet hatte, setzte ihn im Jahr 1158 unter die Zahl der Heiligen. Die Schweden haben den heiligen Siegfried, so lange sie katholisch waren, als ihren Apostel verehrt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Anscharius hatte den Schweden im Jahr 830 das Evangelium gepredigt. Allein diese Völker verfielen in der Folge wieder in die Abgötterei. Olaf Skautkonung, ihr König, der die christliche Religion wieder in seinen Staaten einführen wollte, wandte sich deshalb nach England, und bat den König Edred, ihm einige Missionare zu schicken. Dieser Fürst warf sein Augenmerk auf einen heiligen Priester von Yorck, namens Siegfried, und der Erfolg rechtfertigte seine Wahl. Sobald Siegfried in Schweden angekommen war, fing er an, das Heidentum mit allem Mut zu bekämpfen. Er predigte zuerst in Växjö in Smaland, wo er einen bischöflichen Sitz errichtete. Dann durcheilte er Süd-Gothland, Westro-Gothland und mehrere andere Provinzen, die er alle zum heiligen Glauben führte. In allem bewies er sich als einen treuen Nachfolger der Apostel. Durch seine Nächstenliebe und Uneigennützigkeit erwarb sich unser Heiliger selbst die Verehrung der Heiden. Folgender Zug mag zum Beweis dienen, wie vollkommen er diese zwei Tugenden besaß. Drei seiner Neffen, die er zu Växjö zurückgelassen hatte, während er den andern Provinzen das Evangelium verkündigte, wurden von den Götzendienern auf unmenschliche Weise ermordet. (Ihre Namen waren Sunaman, Unaman und Wiaman. Sie werden als Märtyrer verehrt.) Der König, entrüstet über eine so schwarze Tat, die gefährliche Folgen haben konnte, wenn sie unbestraft bliebe, fasste den Entschluss, die Mörder zum Tod zu verurteilen. Als der Heilige von dem Vorfall Kunde erhielt, legte er so nachdrückliche Fürbitte für sie ein, dass er ihnen die Erhaltung des Lebens erlangte. Der Fürst verurteilte sie jedoch zu einer großen Geldstrafe zum Vorteil Siegfrieds. (Bei diesen Völkern waren, wie bei unseren deutschen Vorfahren, die Geldstrafen für Todschläge zur Entschädigung der Verwandten durchgehend üblich.) Allein er ließ sich durch nichts bewegen, nur das Mindeste anzunehmen, obgleich er sehr arm war und des Geldes zur Gründung der neuen Kirche sehr bedurft hätte.



    Unser Heiliger starb um das Jahr 1045 und wurde in der Kathedralkirche von Växjö beerdigt, wo sein Grabmal durch viele Wunder berühmt wurde. Papst Hadrian IV., der selbst mit viel Eifer an der Bekehrung von Norwegen und mehreren anderen Gegenden des Nordens gearbeitet hatte, setzte ihn im Jahr 1158 unter die Zahl der Heiligen. Die Schweden haben den heiligen Siegfried, so lange sie katholisch waren, als ihren Apostel verehrt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum13.02.2026 19:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Vom Gesetz der Furcht

    und dem Gesetz der Liebe


    Ein Licht hast, Herr, du angefacht,

    Zu leuchten durch die Zeiten,

    Um alle Pilger durch die Nacht

    Ins Vaterland zu leiten.

    Dies Licht, am Kreuze aufgestellt,

    Erleuchtet nun die ganze Welt.



    1. Gott, der den Menschen zu seiner Ehre erschuf, gab mit seinem Dasein ihm auch das Licht, das Ziel zu erreichen, für das er ihn erschaffen hatte. Denn nicht gleich einem Halbaffen erschuf er ihn, wie viele sinnlose Schwätzer unserer Zeit fabeln, dass er allmählich vom Tier zum Menschen sich herausbildete, sondern er erleuchtete ihn durch das Licht seines Angesichtes, legte das Sittengesetz ihm ins Gewissen, gab ihm Verheißungen, und lehrte ihn, seinen Schöpfer durch Opfer verehren, die bereits die ersten Menschenkinder dem Allerhöchsten als Huldigung darbrachten. Sieh also, wie der Dienst des wahren Gottes mit der Welt beginnt.



    2. Dies Gesetz, das der Kindheit der Welt genügte, und damals schon durch die Hoffnung auf einen künftigen Erlöser sie tröstete, wurde im Jünglingsalter der Welt durch Gottes Weisheit deutlicher entwickelt, und durch Vorschriften, Opfer und Zeremonien erweitert, worin der verheißene Erlöser näher bezeichnet und geweissagt wird. Noch lebt das unsterbliche Volk, das die Gesetze in seinem Ursprung empfing, und durch Jahrtausende beobachtete. Aber auch dies Gesetz war noch unvollkommen. Es zeigte nur die Wunde des menschlichen Geschlechtes, ohne sie zu heilen, den Weg des Himmels, ohne die Kraft zu geben, ihn zu gehen. Es war auf steinerne Tafeln geschrieben, und ein Gesetz der Furcht. Die Vollendung des Gesetzes war dem Erlöser selbst vorbehalten.



    3. Endlich erschien in der, von Gottes Ratschluss vorbestimmten Zeit dieser göttliche Erlöser, heilte die Wunden des menschlichen Geschlechtes, erfüllte die Opfer des Alten Bundes durch sein großes Sühnopfer, verlieh die Kraft, den Weg des Himmels zu gehen, hob das Gesetz der Furcht auf, und schrieb das Gesetz seiner Liebe in die Herzen. Wohltaten hatte Gott im alten Gesetz erzeigt, und dadurch die Gerechten der Vorzeit zur Wohltätigkeit belehrt, geopfert hat sich der Gottmensch auf dem Altar des Kreuzes, und nun lernt der Mensch sich opfern. Tausende vergossen ihr Blut, Gott ihre Liebe zu bezeigen, tausende andere in fernen Ländern, ihre Brüder zu seiner Liebe zu führen. Psalm 118,23: "Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum13.02.2026 19:51
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 14. Februar



    O Maria, du wundervolle Mutter der Gnade. Ich komme zu dir mit herzlichem Vertrauen und verehre dich als das wahre Heil der Kranken, als die Trösterin der Betrübten. Ich bitte dich durch den Überfluss der Gnaden, die du von der allerheiligsten Dreifaltigkeit empfangen hast, du wollest dich meiner erbarmen, meine Not ansehen, mein Elend lindern und mir Hilfe und Heil hier und dort erwirken. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Valentin




    Wir bitten dich, o Herr, beschütze uns durch die Fürbitte des heiligen Martyrers Valentin vor allen Gefahren, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zum heiligen Auxentius




    Heiliger Auxentius, lehre mich durch dein Beispiel, wie ich mir alle Leiden und Schmerzen, die mir in meinem Leben zustoßen, recht wert und kostbar machen soll, auf dass jede Handlung von mir, mein Leben und mein Tod verdienstlich und kostbar vor Gott werde. Lass mich, ich bitte dich, von dir lernen zu leiden, zu leben, zu sterben. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Heute begeht man das Gedächtnis der von aller Makel der Sünde reinsten Jungfrau nach jenen Worten, die die Kirche auf sie anwendet: "Du bist ganz schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir."



    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Eine alte Bauernregel sagt: „Sankt Valentin, hell und klar, gibt Korn und Wein für jedes Jahr.“ Zum Unterschied von verschiedenen Heiligen mit diesem Namen war Valentin, dessen heute die Kirche gedenkt, ein Priestermartyrer in Rom, der um das Jahr 270 seine Treue zu Christus mit der Hingabe des Lebens heldenhaft besiegelte.



    Valentin wirkte also als Priester zur Zeit einer Christenverfolgung. Von einem behaglichen Leben konnte da keine Rede sein. Nicht einmal ein eigenes Heim besaß der Verfolgte, sondern nur eine Reihe von Schlupfwinkeln, die er jeden Tag wechselte, um die Polizei irrezuführen. Dabei schwebte der Gehetzte auch stets in Gefahr, verraten zu werden; denn in den Zeiten der Verfolgung sind Verräter eine billige Ware. Valentins Leben verlief daher in immerwährender Angst, und es mag wohl sein, dass manchmal Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit über ihn kamen. Wo blieb denn Gott mit seiner Allmacht? War der christliche Glaube wirklich der wahre Glaube? Jedenfalls war von einem Sieg der Wahrheit nichts zu sehen, aber umso augenscheinlicher triumphierten die heidnischen Verfolger.



    Solche und ähnliche Gedanken mögen den gehetzten Priester Valentin gequält haben, der sich indessen weder durch die innere noch durch die äußere Not abschrecken ließ, seine priesterlichen Pflichten zu erfüllen. Er suchte die Christen auf und stärkte sie im Glauben. In den Katakomben feierte er zur nächtlichen Stunde die heiligen Geheimnisse, und in allen möglichen Verkleidungen brachte er den Gefangenen die heilige Wegzehr in den Kerker. Trotz der Lebensgefahr suchte er Heiden zu bekehren, um ihre unsterblichen Seelen für den Himmel zu retten. Selbstredend betätigte er sich auch ausgiebig als Jünger der Caritas. Valentin war ein ehrenwerter Priester in schwerer Zeit.



    Eines Tages wurde Valentin verhaftet, kam in Untersuchungshaft, und wenige Tage später stand er dem Kaiser persönlich gegenüber. Man versuchte, ihn durch Gewalt und List von Christus und der Kirche abspenstig zu machen. Er sollte die Treue brechen. Wie aber kann ein aufrechter Mann treulos werden? Daher hielt Valentin die Treue, und die einzigartige Gelegenheit benutzend, predigte er vor der Hofgesellschaft so glänzend den Gekreuzigten, dass selbst der Kaiser von seinem Wort nicht unberührt blieb. Als dies die hohen Staatsbeamten bemerkten, ging eine Welle des Unwillens durch ihre Reihen, und dann knickte der feige Herrscher schwächlich zusammen und verurteilte Valentin zum Tod.

    https://www.heiligen-legende.de/valentin-von-rom/

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