Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

Osterdienstag - Dienstag in der Osteroktav.


Foren Suche

Suchoptionen anzeigen
X
  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Als Kaiser Diokletian zur Verfolgung und Unterdrückung der Christen in grausamsten Verordnungen im ganzen Römischen Reich bekannt machte, erregten auch die Götzendiener in Ägypten eine wütende Verfolgung gegen die Bekenner Jesu. Wer von den Christen sein Leben retten wollte, musste auf Vermögen und Güter verzichten und sich in Wüsten und Einöden verbergen. In dieser unglücklichen Zeit lebte zu Hermopolis, einer Stadt in Ägypten, ein angesehener Mann Sabinus, der aus fürstlichem Geblüt entsprossen, mehr durch seine Frömmigkeit und christlichen Tugenden, als durch seine hohe Geburt berühmt war. Weil er befürchtete, seine Freunde und Angehörigen möchten durch die unmenschlichen Peinen, zu denen die Christen verurteilt wurden, zur Verleugnung ihres Glaubens gebracht werden, entfloh er mit ihnen aus der Stadt und hielt sich an einem einsamen Ort in einem engen Haus auf, wo sie ununterbrochen durch Gebet und strenges Fasten zu Gott um den Frieden der Kirche flehten. Ihr Aufenthalt wurde schließlich durch einen Bettler verraten, der vom heiligen Sabinus unzählige Wohltaten genossen hatte. Eben waren alle zum Gebet versammelt, als die Soldaten in das Haus eindrangen, die unschuldigen Christen gefangen nahmen und besonders den Sabinus mit schweren Ketten fesselten und ihn wie einen Verbrecher vor das Gericht des Statthalters schleppten. Damals beherrschte mehrere ägyptische Provinzen Arianus, ein eifriger Götzendiener, nach Willkür, weil ihm der Kaiser wegen seiner grausamen Gemütsart uneingeschränkte Gewalt gegeben hatte. Er wohnte in Hermopolis. Und als er den Sabinus erblickte, den er schon seit längerer Zeit als einen tugendhaften Mann hasste, schrie er ihm entgegen: „Opfere den unsterblichen Göttern und gehorche dem Kaiser, oder der qualvollste Tod wartet deiner.“ Ihm erwiderte der heldenmütige Bekenner: „Es ist dir und jedem bewusst, dass ich allezeit die Gesetze des Kaisers achtete und ein getreuer Untertan war. Aber Götzen anzubeten, die in ihrem Leben die schändlichsten und lasterhaftesten Menschen waren, verbietet mir meine Religion und Vernunft.“ Glühend vor Zorn über diese Frevelworte, befahl Arianus, ihn an eine Säule im Zeughaus zu hängen und seinen Körper so grausam zu zerfleischen, dass die abgeschlagenen Glieder auf dem Boden herum lagen. Bei diesem schrecklichen Anblick rief der Heide: „Wirst du dich noch nicht entschließen, den Göttern zu huldigen, um noch schwereren Qualen zu entgehen?“ Aber der Martyrer antwortete ihm mit freudiger Miene: „O du Unglücklicher und Verblendeter! Wie kannst du glauben, dass mich ein vergängliches und kurzes Leiden zu einem anderen Entschluss bewegen könne, wenn ich daran denke, welche fürchterlichen und immerwährenden Strafen Jesus, der Richter der Lebendigen und Toten, für die Lasterhaften bestimmt hat?“



    Beschämt durch die Standhaftigkeit des Sabinus, ließ ihn der Statthalter von der Säule herabnehmen und auf ein Schiff bringen, das nach Antinopolis fuhr, und er selbst schiffte sich nach dieser Stadt ein. Weil er noch immer glaubte, er würde diesen ansehnlichen, von Heiden und Christen geehrten Mann noch zum Abfall bewegen. Das Schiff, auf dem sich Sabinus befand, kam bald in Antinopolis an, und er wurde blutend aus allen Wunden auf den Richtplatz hingelegt. Da hörte er vom herumstehenden Volk, dass ein Seesturm entstanden sei und dass Arianus in großer Lebensgefahr schwebe. Nun erhob der heilige Martyrer seine Augen zum Himmel und flehte: „Barmherziger und starker Gott! Vielleicht wird der Ungläubige durch deine Gnade noch zu deiner Erkenntnis geführt. Errette also sein Leben. Aber lasse ihn nicht eher in den Hafen gelangen, bis er, auch wider seinen Willen, den heiligen Namen deines göttlichen Sohnes Jesus bekennt und verherrlicht.“ Kaum hatte er sein Gebet vollendet, als sich der Sturm von allen Seiten erhob, und die Schiffleute erklärten, dass sie sich der Willkür der Wellen überlassen müssen. Da gebot Arianus in seiner Todesangst, dass, wer zuerst nach Antinopolis kommen sollte, zu Sabinus gehe und ihn bitte, er möchte seinen Gott um Hilfe aus dieser Gefahr anrufen. Und wirklich gelang es einem Seemann, den Hafen zu erreichen, und sogleich kam er zu dem heiligen Martyrer und trug ihm seine Bitte vor. Aber er antwortete: „Begib dich zurück zu deinem Herrn – es wird dir kein Unglück geschehen – und sage ihm, dass er nicht eher der Gefahr entkomme, als bis er schriftlich bekennt, Jesus sei der wahre und ewige Gott.“ Seinen gewissen Tod vor Augen schrieb Arianus zitternd und zähneknirschend folgende Worte: „Es ist nur ein einziger wahrer Gott, den Sabinus verehrt, nämlich Jesus Christus.“ Und sogleich wurde der Sturm gestillt und die Wellen beruhigt. Dieses auffallende Wunder erzählt, neben anderen Geschichtsschreibern, auch der ehrwürdige Kardinal Baronius, der Gelehrsamkeit und Scharfsinn genug hatte, das er keine abergläubischen Märchen niederschrieb.



    Das Gebet des Martyrers hatte den boshaften Arianus wohl vom Tode befreit, aber nicht zur Erkenntnis des wahren Gottes gebracht. Er schämte sich im Gegenteil des Bekenntnisses, das er in der Angst abgelegt hatte. Als er in der Stadt angekommen war, hielt er öffentliches Gericht, beschuldigte den Sabinus der Zauberei und ließ ihn an einen Pfahl binden und seinen ohnehin zerfleischten Körper mit Fackeln brennen. Der Heilige litt mit übermenschlicher Geduld diese Qualen und eröffnete seinen Mund nicht zur geringsten Klage. Da aber selbst die herumstehenden Heiden laut über diese viehische Grausamkeit murrten, befahl der Statthalter, den Martyrer mit einem Stein am Hals in die Fluten zu stürzen. Sabinus vernahm mit Frohlocken sein Todesurteil, ermahnte die Christen zur Standhaftigkeit in Leiden und Verfolgungen, und bat sie zuletzt, seinen Leichnam nach drei Tagen vom Ufer abzuholen und ihn christlich zu beerdigen. Er vollendete die Marter am 13. März im Jahr 287. Seiner Vorhersage gemäß fanden am dritten Tag die Gläubigen seine sterblichen Überreste und beerdigten sie mit Ehrfurcht in der Nähe der Stadt Hermopolis.


    https://www.heiligen-legende.de/sabinus-von-hermopolis/

  • Vom Reich GottesDatum11.03.2026 18:57
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Die enge Himmelstür



    Selig, wer im Weltgewimmel

    Als ein Held im Kampfe steht,

    Und als Sieger in den Himmel

    Durch die enge Pforte geht.

    Denn der reichste Siegeskranz

    Winket ihm in Gottes Glanz.



    1. Viele machen sich den Weg zum Himmel ungemein bequem. Anders jedoch lehrt uns die ewige Wahrheit, deren Ausspruch hier allein entscheidet. Lukas 13,24: "Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Ringen muss der Geist mit dem Fleisch, das sich weigert, durch die enge Pforte der Abtötung, der Demut, des Gehorsams und der Buße einzugehen. Dies aber erfordert große Gewalt. Mut fassen also muss dieser geistige Streiter, denn es gilt den Eingang in den Himmel zu erlangen. Ewig glücklich ist er, wenn er in den Himmel eingeht, ewig unglücklich ist er, wenn er nicht eingeht.



    2. Bedenke, wie unendlich wichtig es für uns ist, dass wir durch diese enge Pforte in den Himmel eingehen, da sogar viele, die versuchen einzugehen, dennoch nicht hineingehen können. Wir sprechen hier nicht von denjenigen, die nicht in der einen Arche der heiligen Kirche sind, sondern von vielen, die zur Zeit gerecht sind, ja auch tapfer im Kampf stehen, aber vor der Zeit ermüden, und nicht bis ans Ende aushalten. Ist dies aber so: was wird dann mit denen geschehen, die gleich beim ersten Anfall der Versuchung die Waffen von sich werfen und der Sinnlichkeit sich gefangen geben? Hüten wir uns, zur Zahl dieser Unglückseligen zu gehören.



    3. "Ich sage euch, viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Wer muss nicht zittern bei diesen Worten? Warum aber werden sie es nicht können? Weil der Himmel ein Kampfpreis ist, sie aber nicht kämpfen können. Denn wie viele, die während ihres Lebens von der Sinnlichkeit sich beherrschen ließen, werden, wenn sie bei ihrem Tod ihre Leidenschaft für eine Person, die sie sündhafter Weise lieben, oder für andere Dinge dieser Erde überwinden sollen, die Kraft nicht dazu haben, sondern sterben, wie sie gelebt haben. Wollen wir in diesem letzten Kampf siegreich sein, so ringen wir beständig, und lernen wir ernsthaft siegen, denn dieser letzte Sieg ist die Frucht vieler vorhergegangener Siege. "Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet." (Matthäus 10,22b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum11.03.2026 18:54
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet des heiligen Bonaventura am 12. März



    Gebenedeite Jungfrau, wenn meine Seele diese Welt verlässt, so komme du um deines glorreichen Namens willen mir entgegen, und schließe mich in deine Arme. Tröste mich alsdann, o Maria, durch deine liebliche Gegenwart, sei mir die Stiege und der Weg zum Himmel. Erlange mir Vergebung bei Gott und ewige Ruhe. O meine mächtige Fürsprecherin Maria, du musst deine Verehrer verteidigen, und dich ihrer vor dem Richterstuhl Christi annehmen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Gregor



    O Gott, der Du der Seele Deines Dieners Gregor die Belohnung der ewigen Glückseligkeit gegeben hast, verleihe gnädig, die wir unter der Last der Sünden seufzen, durch seine Fürbitte bei Dir davon befreit werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Sankt Gregors Lebenslauf ist von nicht gerade alltäglicher Art, denn dass einer zunächst Oberbürgermeister von Rom und später Papst wird, ist nur ein einziges Mal in der Weltgeschichte vorgekommen, und das war bei Gregor der Fall.



    Vornehm und reich waren Gregors Eltern. Weit mehr jedoch als Vornehmheit und Reichtum war für die innere Entwicklung ihres Sohnes von Gewicht, dass die Eltern ein christgläubiges Leben führten. Anfänglich verfolgte Gregor die Beamtenlaufbahn und brachte es bei seiner Tüchtigkeit mit dreißig Jahren zum Oberbürgermeister der Weltstadt Rom. Weil er von rechter Römerart war, klug und umsichtig, versah er das Amt zum Segen für das Volk. Als er aber nach dem Tod des Vaters zum Erben eines Riesenvermögens wurde, verschenkte er zunächst einige Millionen an die Armen, mit dem Rest gründete er sechs Klöster auf der Insel Sizilien. Dann trat er zum allgemeinen Bedauern von seinem Posten zurück und bat um Aufnahme in das siebte von ihm gestiftete Kloster zu Rom. Derjenige, der bisher in Samt und Seide gekleidet einherging, fühlte sich glücklich, ein schlichtes Mönchsgewand zu tragen.



    Kurze Zeit nur durfte Gregor in der Stille des Klosters leben, denn bald danach schickte ihn der Papst als seinen Gesandten an den Kaiserhof nach Konstantinopel. Nachdem er dort einige Jahre erfolgreich zum Segen der Kirche gewirkt hatte und heimgerufen wurde, erwählten ihn die Mitbrüder zum Abt.



    Als in jener Zeit Abt Gregor einst über den Marktplatz in Rom ging, stieß er auf eine Gruppe von Männern, die als Sklaven zum Verkauf angeboten wurden. Damals war es nämlich der Kirche noch nicht geglückt, die Sklaverei abzuschaffen. Die Männer aber, die, als Gregor über den Platz ging, gerade angeboten wurden, waren stattliche Gestalten. Gleich erkundigte sich der Abt nach ihrer Herkunft, und als er hörte, dass es Angelsachsen aus dem heutigen England seien, und außerdem erfuhr, dass dieses Inselvolk noch im Heidentum lebte, sprach er das vielsagende Wort, dann wolle er aus den Angeln Engel machen. Schon am nächsten Tag war Gregor als ein Mann der frischen, frohen Tat auf dem Weg nach England, um dort als Missionar zu wirken. Nur drei Tage weit reiste er, dann rief ihn der Papst durch Eilboten in die Ewige Stadt zurück, denn auf einen solchen Mann wollte der Stellvertreter Christi nicht verzichten.



    Kurze Zeit später war Gregor selbst Papst, und eine der ersten Amtshandlungen, die er vornahm, bestand darin, dass er Missionare nach England schickte, die das Volk zum Christentum bekehren sollten. Und wenn später englische Missionare die deutschen Volksstämme für Christus eroberten, so verdanken wir das Glück, Christen zu sein, dem heiligen Gregor.



    Überhaupt hat Sankt Gregor als Papst so großartig gewirkt, dass er mit Papst Leo I. allein in der langen Reihe der Päpste den Beinamen „der Große“ erhielt. Streng war er und gütig und heilig in seiner Lebensführung. Gregor war es auch, der den nach ihm benannten Gregorianischen Gesang in der Kirche einführte, wie wir ihn beim feierlichen Hochamt singen. Vor 1400 Jahren, im Jahr 604, starb Papst Gregor der Große.



    Im Blick auf die Universalkirche vertrat Gregor den Grundsatz liturgischer Vielfalt. Der Gedanke, die römische Liturgie als Einheitsliturgie für die ganze katholische Kirche zu propagieren, lag ihm fern. Gregor der Große war vielmehr ein Anwalt regionaler Vielfalt. Als "Mönchspapst" nannte sich Gregor "Knecht der Knechte Gottes", was bis heute Bestandteil der päpstlichen Titel blieb.



    Die Armenfürsorge wurde ein wichtiges Element seines Pontifikats. Die Getreideversorgung der damals wohl noch immer etwa einige Zehntausend Einwohner zählenden Stadt Rom, die eigentlich dem Kaiser oblag, war mangelhaft, weshalb er die riesigen Ländereien der Kirche in Süditalien und Sizilien neu organisierte und bewirtschaften ließ. Zu Anfang jeden Monats fand eine allgemeine Verteilung von Lebensmitteln statt. Ebenso mahnte Gregor die anderen Bischöfe, dass der Hungernde nur dann für die Predigt empfänglich sei, wenn ihm zuvor eine "helfende Hand" gereicht wurde. Almosen betrachtete er als Gott dargebrachtes Opfer, das letztlich Gnade im Gottesgericht erwirkt.



    Gregor schrieb den Begriff "Papst" als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom fest. Mit ihm trat das Papsttum von der Spätantike ins Mittelalter über.



    Die Heiligsprechung erfolgte 1295 durch Papst Bonifatius VIII. Seine Attribute sind die Tiara, Buch, Taube, Arme bedienend. Er ist Patron des kirchlichen Schulwesens, der Bergwerke; des Chor- und Choralgesanges; der Gelehrten, Lehrer, Schüler, Studenten, Sänger, Musiker, Maurer, Knopfmacher; gegen Gicht und Pest.

    https://www.heiligen-legende.de/gregor-i-papst/

  • Vom Reich GottesDatum10.03.2026 20:49
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Fasten und von der Buße



    O Jesus, lass die Welt mit dir mich fliehen

    Und mit zur Buße in die Wüste ziehen:

    Denn mit dir fasten, wachen, kämpfen, leiden;

    Dies führt allein zu deinen Himmelsfreuden.




    1. Die Absicht des kirchlichen Fastens ist, durch Buße das Fleisch zu züchtigen, und durch heilige Enthaltsamkeit seine Begierlichkeit zu schwächen. Denn gewiss ist es, dass, wer das Fleisch nicht bändigt, und in die Knechtschaft zwingt, es dem Geist nimmermehr unterwerfen wird. Darum folgen wir der Ermahnung des heiligen Apostels, der uns bei der Barmherzigkeit Gottes beschwört, unsere Leiber zu einem lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer zu ergeben (Römer 12,1). Zumal in dieser heiligen Zeit, die der Buße besonders vorbehalten ist, weil darin die Geheimnisse des bittersten Leidens und Todes unseres göttlichen Heilandes gefeiert werden. Wie auch könnten je liebende Kinder der Freude zur Zeit sich überlassen, wo die Leichenfeier ihres Vaters begangen wird.



    2. Das Fasten ist alt wie die Welt. Schon Mose fand es vor. Der Sohn Gottes heiligte es. Seine Kirche schreibt es vor nach seiner Anordnung. Und alle ihre wahren Kinder beobachteten es in allen Jahrhunderten. Das Fasten ist eine heilsame Arznei für Leib und Seele. Gott verleiht die Kraft, es zu vollbringen, und nimmt die Kraft denjenigen hinweg, die es nicht beobachten. Wer also sein Leben und seine Gesundheit durch die Übertretung des heiligen Gesetzes erhalten will, der wird sie verlieren. Sind wir streng gegen uns, dann wird Gott sanft uns gegenüber sein. Bestrafen wir uns, dann wird er uns nicht bestrafen. Verzeihen wir uns nichts, dann wird er uns alles verzeihen.



    3. Fasten, Buße und Abtötung der Sinne sind eine Fortsetzung des Opfers Jesu Christi, und sie erfüllen an uns, was uns noch mangelt an seinem Leiden. (Kolosser 1,24) Denn dadurch nehmen wir wirksamen Anteil an seinen Schmerzen, und es werden unsere Leiber Glieder seines Körpers, von seinem Geist beseelt und zur künftigen Glorie vorbereitet. Darum greifen wir nun zu den Waffen der Buße, und reihen wir uns an unseren göttlichen Feldherrn, mit ihm über die Sünde zu siegen. Nichts ist dem Glauben, nichts der Liebe unmöglich. "Wenn wir mit Christus leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden." (Römer 8,17)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum10.03.2026 20:41
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 11. März



    Zu dir nehme ich meine Zuflucht, o Mutter aller Gläubigen, du Trost der Betrübten, Quelle der Barmherzigkeit und der Gnade, und rufe dich an um deine mütterliche Milde und deine mächtige Fürsprache, du höchste, glückseligste Mutter und Tochter des höchsten Königs. Komm und eile, mir aus dem Schatz der göttlichen Erbarmungen Hilfe und Rat zu bringen in allen Anliegen und Wünschen, in allen Ängsten und Nöten und überall, wo ich etwas zu tun, zu reden oder zu denken habe, bei Tag und bei Nacht und in allen Stunden und Augenblicken des Lebens. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Siehe, o gütiger und milder Jesus, ich werfe mich vor Deinen Augen auf die Knie. Inbrünstig bitte und beschwöre ich Dich: Präge meinem Herzen lebendige Gefühle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ein sowie wahre Reue über meine Sünden und den ganz festen Willen, mich zu bessern. Voll Liebe und Schmerz schaue ich Deine fünf Wunden und betrachte sie in meinem Geist. Dabei halte ich mir vor Augen, was im Hinblick auf Dich, o guter Jesus, schon der Prophet David Dir in den Mund legte: "Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; alle meine Gebeine haben sie gezählt."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Das Gebiet von Artois in Nordfrankreich ist im schrecklichen 1. Weltkrieg oft genannt worden. Viele unserer Soldaten ruhen dort in fremder Erde, die auf lange Jahre die Spuren erbitterter Kämpfe zwischen den Völkern tragen wird. Friedlichere Spuren hat dort ein geistiger Kämpfer hinterlassen, der vor dreizehnhundert Jahren lebte und dem Land durch sein seltenes Tugendbeispiel und seinen mutigen Kampf gegen Sünde und Ungerechtigkeit eine glücklichere Berühmtheit verschaffte. Schon sein Name Vindizian, was Beschützer, Verteidiger, Rächer bedeutet, war ein glückliches Vorzeichen, dass er die Kirche wider ihre Feinde schützen und verteidigen und die Verletzung ihrer Rechte und ihrer Diener in christlicher Weise rächen würde.



    Vindizian wurde in Bullecourt bei Bapaume um das Jahr 620 geboren. In Unschuld verging seine Kindheit. Gottesfurcht und gute Bildung waren das köstlichste Erbteil, das ihm seine verständigen Eltern hinterließen, wertvoller als die ansehnlichen irdischen Erbgüter. Sie hatten ihn für einige Zeit dem heiligen Eligius, Bischof von Noyon und Tournay, übergeben, der ihn im geistlichen Leben und im Studium der Heiligen Schrift bildete. Dieser große Bischof hatte auf dem der Heimat des Vindizian benachbarten, noch heute nach ihm Mont St. Eloi benannten Berg eine Einsiedelei erbauen lassen, die er gerne besuchte, um dort desto freier die Luft der Ewigkeit zu atmen. Hier schöpfte auch Vindizian aus der geistvollen Unterhaltung, dem Unterricht und trefflichen Beispiel des Meisters wie aus einer überfließenden Quelle die Wissenschaft des Heils, die Kenntnis und Übung der vorzüglichsten christlichen Tugenden. Nach Arras zurückgekehrt, trat der junge Mann in den Klerus dieser Kirche ein unter dem heiligen Bischof Autbert (+ 668), Fest: 13.12.) dessen treffliches Beispiel ihn noch mehr vervollkommnete.



    Das Ansehen und die Hochachtung Vindizians ob seiner Tugenden, besonders der Sanftmut, des Eifers für das Wohl des Nächsten, der Mäßigkeit und Keuschheit stieg immer mehr. Nicht minder wurde auch seine Weisheit und seine Fähigkeit in Verwaltungssachen geschätzt. Als der heilige Armand, Bischof von Mastricht, nach Arras kam, um über den letzten Willen der heiligen Richtrud vor ihrem Eintritt ins Kloster Marchienne zu entscheiden, da wurde auch Vindizian als Berater beigezogen. Seine Geschicklichkeit bewährte sich so sehr, dass Bischof Autbert ihn zur Verwaltung der Diözese Arras heranzog und ihn als Generalvikar während der Zeit aufstellte, in der er zu Cambrai seines Amtes waltete. Beide Kirchen standen damals unter einem Bischof. In solcher Stellung hat Vindizian sicher auch mit Rat und Tat an der Errichtung der berühmten Abtei des heiligen Vedast (St. Vaast) mitgewirkt. Als dann der heilige Autbert am 13. Dezember 669 starb, da fand das gläubige Volk von Arras und Cambrai in der Hoffnung großen Trost, in Vindizian als Nachfolger einen vollen Ersatz für den schweren Verlust zu erhalten. Der neue Bischof enttäuschte auch nicht. Schritt er doch in allem in den Spuren seines großen Vorgängers. Er war ein Vater der Seinen, voll der gleichen Zärtlichkeit, ein ebenso liebenswürdiger Hirte, gleich wachsam und uneigennützig wie Autbert. Was dieser begonnen hatte, wie den Bau von Spitälern und Klöstern, so das von St. Vasst, vollendete Vindizian getreulich im Geist seines Vorbildes.



    In mehrfacher Weise hatte Vindizian Gelegenheit, als Verteidiger und Wiederhersteller verletzten Rechtes aufzutreten. Eine fromme, adelige Jungfrau Maxellendis war von Harduin aus Cambrai wegen Bewahrung ihrer jungfräulichen Reinheit ermordet worden. Gott, der seine Heiligen liebt und die Ehre dieser Martyrin der Jungfräulichkeit erhöhen wollte, gab dem eifrigen Bischof innerlich die Anregung, den Leib der heiligen Jungfrau von seiner ersten Begräbnisstätte in Pomeriolas nach Candri, an den Ort zu übertragen, wo sie gemartert worden war. Wie König David freudig und Gott in Liedern preisend die heilige Arche in die heilige Stadt einführte, so nahm auch Vindizian in seliger Herzenswonne und mit großer äußerer Pracht diese Übertragung vor und hielt dabei die Lob- und Ehrenrede auf die Martyrin.



    Noch schrecklichere Verbrechen schrien nach Sühne. Der rachsüchtige Hausmeier (Reichsregent) Ebroin, der mit König Theodorich III. wieder zur Macht gelangt war, verfolgte den heiligen Bischof Leodegar von Autun, der unter dem vorigen König Childerich als Hausoberster bestellt war, mit unversöhnlichem Hass. Unmenschliches musste der Martyrer des Rechtes im Kerker dulden. Die weltlichen Großen und die Bischöfe, denen Ebroin ebenfalls abgeneigt war, planten eine Versammlung in Compiegne. Ebroin versuchte den König Theodorich zu überreden, sie zu verbieten. Die Synode kam dennoch zustande und traf verschiedene für das allgemeine Wohl nützliche Anordnungen. Der heilige Vindizian war es besonders, der durch seine bewundernswerte Gewandtheit sowohl die Großen und die Bischöfe, wie auch den König zu gewinnen und zu vereinen wusste. Der König begabte sogar seine Kirche von Arras mit reichlichen Gütern und Freiheiten und machte sie exempt, frei von weltlicher Oberherrschaft.



    Doch Ebroin ruhte nicht, bis er den verfolgten Leodegar vollends aus dem Leben geschafft hatte. Dafür traf ihn später selber eines Mörders Hand. König Theodorich war nicht ganz unschuldig an dem Frevel, der an dem Heiligen und zugleich an der bischöflichen Würde war begangen worden. Die Bischöfe hielten es für notwendig, dass der Fürst dieses große Ärgernis sühne, um die Sittengewalt und das Ansehen der Kirche aufrecht zu erhalten. Wer aber sollte die so gefährliche Aufgabe übernehmen, dem König offen und frei sein großes Verbrechen vorzuhalten und ihn zur Buße zu mahnen? Sie fanden unter ihnen keinen tauglicheren als den heiligen Vindizian, weil seine anerkannte Tugend und Heiligkeit allein imstande war, auf einen so sittenlosen Hof Eindruck zu machen. Der Heilige unternahm es. Voll Mut und Gottvertrauen sprach er vor dem König und seiner Umgebung mit solcher Glut der Beredsamkeit, dass er gleich von Anfang an, nicht ohne sichtbaren Beistand des Heiligen Geistes, die Gemüter aller zu gewinnen vermochte. Pflicht des Priesters sei es, so führte der Redner unerschrocken aus, einen Schuldigen zu mahnen, damit er nicht in der Sünde sterbe und mit ihm auch der Priester Strafe erleide. Pflicht sei es für den König gerechterweise auf die Mahnung zu hören. Das mit seinem Wissen an Leodegar begangene Verbrechen sei so groß und verabscheuungswürdig, dass die auf der Synode versammelten Bischöfe nicht wussten, wie die schwere, dem Recht geschlagene Wunde zu heilen sei. Unerlässlich sei es für den König, sich wieder mit Gott zu versöhnen, seine Schuld einzusehen und mit Hiob, dem Gerechten, zu sprechen: „Nicht verhehle ich nach Menschenart meine Sünde oder verberge in meiner Brust meine Missetat.“ Ja er müsse wie König David in einem ähnlichen Fall öffentlich seine Schuld bekennen mit den Worten: „Kommt lasst uns anbeten und niederfallen vor dem Herrn und weinen vor ihm, der uns gemacht hat.“ So werde der König dann auch mit David vom Himmel das Wort zu hören verdienen: „Weil dich deine Sünde reute, so hat der Herr sie hinweggenommen, du wirst nicht sterben!“



    Vindizians Mahnrede war vom vollen Erfolg begleitet. So bußfertig unterwarf sich der Getadelte dem Strafurteil, dass man zweifeln konnte, ob Vindizian freimütiger war im Strafen oder Theoderich bereitwilliger im Gehorchen. Der König unternahm nicht nur als rechtliche Sühne die Gründung einiger Klöster, wichtiger noch war die Änderung seines Lebenswandels.



    Am Ende seiner Tage zog sich der fromme Bischof in ein Landhaus zurück, um sich ganz der Vorbereitung auf den Tod zu widmen. In Betrachtung des Himmlischen kostete er schon im Voraus seine Herrlichkeiten. Nochmals rief ihn eine wichtige Angelegenheit nach einem Ort seiner Diözese, nach Brosselles. Hier ergriff den mehr als achtzigjährigen Mann ein bösartiges Fieber, dem er am 11. März 705 erlag.



    Eine schwere Berufsaufgabe, eine peinliche Pflicht mit entschlossenem Mut und festem Gottvertrauen unternommen, lässt guten Erfolg hoffen, weil der Segen des Opfers sich mit der Kraft von oben verbindet.


    https://www.heiligen-legende.de/vindizia...as-und-cambrai/

  • Vom Reich GottesDatum09.03.2026 22:14
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    An der Aschermittwoche



    Hold bist du, Frühlingszeit.

    Dir jubelt die Natur.

    Doch plötzlich bist du weit,

    Und lässest keine Spur.

    So kommt der Mensch, und blüht und geht,

    Bis er wie Staub im Wind verweht.



    1. In mütterlicher Weisheit erinnert uns in diesen Tagen die heilige Kirche im Anbeginn der Fastenzeit durch die Bestreuung mit Asche an unsere Sterblichkeit. Denn wissen wir auch alle, dass wir nach kurzer Zeit in Asche zerfallen, so pflegen dennoch die Zerstreuungen der Welt diese ernste Wahrheit unserem Gedächtnis gar oft zu entrücken. Wie sprechend aber ist dieses Sinnbild, und wie warnend ermahnt es uns an unsere Hinfälligkeit und an die Vergänglichkeit aller Größe und Herrlichkeit dieser Welt. Denn was sind nun alle jene Großen, Reichen und Gewaltigen, vor denen einst alles sich bückte? Was sind so viele unserer Bekannten und Verwandten? Staub und Asche.



    2. Oft wird in der Schrift der Mensch einem Baum verglichen. Lieblich ist der Anblick eines Baumes, so lange er grünt und mit Laub und Früchten prangt. Wird er aber umgehauen, oder durch einen Sturm der Erde entrissen und verbrannt: was bleibt übrig dann von ihm, außer ein wenig Asche? Dieser Baum sind wir alle. Denn wie schön, wie reich, wie weise, wie mächtig auch ein Mensch sei, ja beherrschte er auch die Welt: was ist er nach kurzer Zeit? Moder und Asche. So lange Bäume fest wurzeln und leben, unterscheiden wir genau die Eiche von der Palme, die Zypresse von der Espe. Sind sie aber verbrannt, dann bleibt von ihnen nichts als ein wenig Asche übrig, und keine Spur ihrer früheren Schönheit und Höhe ist mehr zu sehen.



    3. Führen wir dies Gleichnis tief zu Gemüte. Und lösen wir unser Herz bei Zeiten von den Täuschungen dieses Lebens. Sammeln wir Schätze für die Ewigkeit, so lange es uns noch gestattet wird, dass wir nicht am Ende des Lebens mit den Gottlosen ausrufen müssen: "Was hat unser Hochmut, was hat unser Reichtum uns genützt?" Dies alles ging vorüber wie ein Schatten, wie ein Schiff, das keine Spur im Wasser zurücklässt, wie ein Vogel, der durch die Lüfte schwirrt. Also hat es ein Ende genommen mit uns, und wir können kein Zeichen der Tugend aufweisen. "Bedenke, o Mensch: Staub bist du, zum Staub musst du zurück."(Genesis 3,19b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum09.03.2026 22:10
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 10. März


    O seligste Jungfrau, nimm auch mich auf in deinen Dienst. Ich schätze es für ein größeres Glück, dein Diener zu sein, als die ganze Erde zu besitzen. Dein bin ich, rette mich. Nimm mich, o Maria, als deinen Diener an und mach, dass ich selig werde. Ich will nicht mehr mir selbst angehören, ich schenke mich dir. Und wenn ich auch bis jetzt nachlässig in deinem Dienst gewesen bin, indem ich so viele schöne Gelegenheiten, dich zu verehren, versäumt habe, so will ich doch immer in der Folge mit deinen Dienern, die dich am meisten lieben und dir am getreuesten dienen, vereinigt bleiben. Amen.



    Zu den heiligen Märtyrern



    Ihr heiligen Märtyrer, so wollen wir mit dem heiligen Ephräm bitten, die ihr durch eure Triumphe verdient habt, innig mit Gott im Himmel vereint zu werden, würdigt uns eurer Fürbitte! Wir sind nur elende Sünder; allein wenn ihr für uns eure mächtige Fürbitte bei Gott einlegt, so wird die Gnade Jesu Christi unsere Seelen erleuchten, und unsere Herzen mit dem geheiligten Feuer der göttlichen Liebe entzünden. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Im Jahr 1476 hat der päpstliche Gesandte Alexander in Deutschland unter dem Papsttum Sixtus IV. die Rosenkranz-Bruderschaft aufs neue an diesem Tag bestätigt.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Es war im Jahr 320. Wieder einmal wurden die Christen um des Glaubens willen grausam verfolgt. Damals lag zu Sebaste in Armenien an den Grenzen des Römerreiches ein Regiment Soldaten in Garnison. Auch Christen befanden sich unter den Kriegern, vierzig an der Zahl, prachtvolle Männer, tadellos im Dienst, mutig im Kampf, fromm und gottesfürchtig dazu, und zuhöchst stand bei ihnen die Treue zum wahren Glauben in Ehren. Als sie daher beim Ausbruch der neuen Christenverfolgung dem General vorgeführt und von ihm aufgefordert wurden, Treubruch an Christus zu verüben, bäumten sich alle vierzig wie ein Mann gegen die schändliche Zumutung auf. Wohl wären sie bereit, sagten sie, Kerker, Marter und Tod auf sich zu nehmen, nur das dürfe man von ihnen nicht verlangen, dass sie durch den Abfall vom Glauben die Ehre des christlichen Namens verlören.



    Das war ein herrliches Bekenntnis, und bei diesem Bekenntnis blieben die vierzig edlen Christusjünger auch, als der General sie gleich darauf beim Wort nahm. Mit Stöcken wurden sie geprügelt. Man ohrfeigte sie und schlug ihnen dabei die Zähne ein. Dann legte man ihnen eiserne Ketten an und sperrte sie ohne Speise und Trank tagelang ein. Sie aber freuten sich über die Unehre, die ihnen angetan wurde, weil sie wussten, dass Schmach um des Glaubens willen die höchste Ehre des Christen ausmacht.



    Es sollte jedoch noch schlimmer kommen. Da sich die vierzig heiligen Helden durch keine Marter von der Treue zu Christus abschrecken ließen, verurteilte sie der General zum Tod durch Erfrieren. Es war nämlich Winter und die Kälte war so bitter, dass die Leute selbst unter den dicksten Wollkleidern noch fröstelten. Trotzdem zog man den vierzig heiligen Christusjüngern die Uniform aus und brachte sie auf das Eis eines Teiches, der bis auf den Grund gefroren war. Dort sollten sie sterben. Eine Soldatenwache, die in einem warmen Haus am Rand des Teiches lag, hatte dafür zu sorgen, dass keiner der vierzig Helden entfloh. Nur wer von ihnen, durch die Kälte bezwungen, den christlichen Glauben aufgeben wollte, durfte die Gefährten auf dem Eis verlassen und das Wachthaus aufsuchen, wo ein warmes Bad und Speise und Trank für den Abtrünnigen bereitstanden. Das war eine letzte große Versuchung für die Helden, die immerfort füreinander beteten, dass doch keiner von ihnen untreu werde.



    „Herr!“, so lauteten ihre Worte, „Herr! Zu vierzig sind wir für den Glauben an dich in den Kampf gegangen. Zu vierzig lass uns auch die Krone der Herrlichkeit erringen! Lass nicht einen an dieser Zahl fehlen, die du durch dein vierzigtägiges Fasten geheiligt hast."



    So beteten die Helden auf dem Eis immerfort, drei Tage und zwei Nächte lang.



    In der dritten und letzten Nacht hatte dann einer aus der Schar der Wachtsoldaten ein Gesicht. Er sah vom Wachthaus aus, wie ein Licht vom Himmel her sich auf den Teich niederließ. Goldene Kronen glänzten und funkelten in dem Licht. Neununddreißig waren es. Sooft der Seher sie auch zählte, stets waren es neununddreißig. Er wunderte sich darüber, dass es nur neununddreißig waren, aber gerade in diesem Augenblick beobachtete er, wie sich einer von der Schar auf dem Eis trennte und, vom Glauben abfallend, das Wachthaus aufsuchte, das er allerdings nicht mehr erreichte, weil er nach wenigen Schritten tot zusammenbrach. Das alles sah der Wächter, und als er es gesehen hatte, bekannte auch er sich als Christ, ging auf das Eis und gesellte sich den Christushelden zu, um für den Abtrünnigen einzuspringen und die heilige Zahl Vierzig vollzumachen. Gleich darauf sahen alle, wie vom Himmel her noch eine weitere Krone, die vierzigste, niederstieg.



    Auf diese Weise vollendeten im Jahr 320 vierzig christliche Soldaten glorreich das Martyrium für den Glauben.


    https://www.heiligen-legende.de/vierzig-...rer-zu-sebaste/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Es lebte zu Tivoli im römischen Gebiet ein Geschlecht, das sich durch vorzügliche Gottseligkeit auszeichnete. Aus diesem stammte der heilige Simplizius. Sein Vater ließ ihn in der Furcht und Zucht Gottes und in den Wissenschaften aufziehen. Er wurde seiner Frömmigkeit, Weisheit und Liebenswürdigkeit wegen zu Rom unter die Geistlichkeit aufgenommen und für eine Zierde derselben gehalten, wie die Geschichtsschreiber der Päpste von ihm melden. Alle Schritte seines Lebens waren von Gottesfurcht und Liebe geleitet. Achtung und Zutrauen zu ihm wuchsen ständig und so wurde er nach dem Tod des heiligen Papstes Hilarius am 5. März 467 einstimmig zu dieser hohen Würde gewählt.



    Damals war die Christenheit in keinem guten Zustand, denn die meisten großen Herren und Regenten der Welt waren entweder noch ungläubig, oder sie waren von Irrlehren verführt und deren Beschützer. Aber noch weit mehr als dieses war für die Kirche Gottes ärgerlich und gefährlich der Abfall und die Treulosigkeit mehrerer Kirchenvorsteher. Einige Patriarchen im Orient und einige Bischöfe des Abendlandes verfielen aus Ehrgeiz und Habsucht auf Abwege, verfälschten die Glaubensregel, setzten sich über die Kirchenzucht hinweg, beunruhigten die Kirche Gottes, waren dem sonst gläubigen Volk zum Ärgernis und in Folge dessen nahm das gottselige Leben zusehends ab. Es war also in dieser Zeit darum zu tun, ob der apostolische allein seligmachende Glaube in der Welt noch weiter erhalten, bewahrt und fortgepflanzt, und die Wege des Heils ungestört, freudig und eifrig betreten werden könnten und sollten. Das war nun die große Aufgabe und die schwere Pflicht für den heiligen Simplizius.



    Da er nun zum Stellvertreter Jesu Christi auf Erden und zum Vater der Gläubigen bestellt war, so suchte er aus allen Kräften, getrieben von der göttlichen Liebe zum Erlöser und den Gläubigen, sein Amt nach apostolischer Vorschrift würdig und treu vor Gott zu führen und zur allgemeinen Erbauung zu verwalten. So übernahm er alle Sorge und Arbeit seines großen und schweren Berufes zur Ehre Gottes und zum Heil der ganzen Christenheit. Groß war sein Kummer, groß seine Sorge, aber noch größer sein Eifer und seine Arbeit.



    Wie ein guter Hausvater in sein ganzes Hauswesen eingreift, alles überblickt, anordnet, besorgt und der erste und letzte bei der Arbeit ist, wie er jetzt Belehrung, Rat, Ermahnung, Hilfe erteilt, jetzt wieder Schaden, Gefahr, Ärgernis abwendet, da ermuntert, dort nachhilft, hier tröstet und anderswo rettet, bald belohnt, bald züchtigt, wie es die Leitung des Hauses erfordert: so machte es der fromme Diener Gottes auf dem päpstlichen Stuhl für die Kirche Gottes.



    Vor allen anderen stellte er sich selbst als ein Muster der Glaubenstreue und der Gottseligkeit dar. Man hätte ihn sehen sollen, wie er so gottergeben, so andächtig, so demütig, so innerlich, so bußfertig vor Gott lebte, gleichwie in einer Zelle. Die Sünden des Volkes lagen ihm so schwer auf seinem Herzen, als wenn er allein alle Sünden der Welt büßen, er allein Gott versöhnen, er allein Gottes Gnade über die heillose Welt herab erflehen müsste, wie es nach dem Ausspruch der Propheten des Priesteramtes ist solches zu tun. Er lehrte mit Wort und Tat, dass nur Sünde den Glauben zerstöre und Gottes Gnaden zum Heil der Seelen verhindere. Man müsse also durch Buße und Gebet, durch demütigen Gehorsam das Kleinod des heiligen Glaubens und der heilschaffenden göttlichen Gnade zu erflehen, zu bewahren und fortzupflanzen suchen.



    Wie er nun durch das Beispiel der Gottergebenheit der ganzen Kirche vorleuchtete, so suchte er auch das gläubige Volk und besonders die Priesterschaft zu gleicher Glaubenstreue und heiligem Eifer zu entflammen. Er drang darauf, der Priester solle die Einfalt des Glaubens mit Demut und Liebe schmücken und vereinigen und so den Gläubigen vorangehen. Die Gläubigen hingegen sollen nach der Ermahnung des Apostels Paulus durch Gehorsam im Glauben und Bereitwilligkeit zu allem Guten in der Liebe sich der Gnade Gottes teilhaftig und des Heils würdig machen. Zu Rom belehrte, ermunterte, ermahnte er selbst die Geistlichkeit und das Volk und an andere Orte der Christenheit schickte er Hirtenbriefe, um den göttlichen Glauben und die Liebe zu offenbaren und zu beleben.



    Alles Gute schätzte und ehrte er, auch die guten Gläubigen und vor allem die frommen Priester. Dem Bischof Zeno zu Sevilla, von dem er das Zeugnis eines heiligen Lebens und Eifers hatte, gab er den Auftrag, über die Kirchen Spaniens zu wachen. So musste ihm Ehre vor den Menschen die Ehre vor Gott befördern.



    Den Bischof Severus beauftragte er im Jahre 475, er solle dem Gaudentius, Bischof zu Ausinium, weil er ungültige Weihen erteilt habe, die Vollmacht zu weihen wegnehmen, und stattdessen die Weihen erteilen. Er solle ihn den Bußgesetzen unterwerfen, zur Wiedererstattung des Kirchengutes anhalten, ihm nur den vierten Teil geistlicher Einkünfte zum nötigen Lebensunterhalt lassen und die übrigen Teile des kirchlichen Einkommens zum Unterhalt der Geistlichen, der Kirchen und Armen verwenden.



    Mit gleichem Ernst, mit welchem er für das Gute lebte, hasste er auch jede Sünde, jede Untreue Gott und seiner heiligen Kirche gegenüber. Er verabscheute und bestrafte den Ehr- und Geldgeiz als die Quelle des Unglaubens, der Gottlosigkeit und jeder Widersetzlichkeit gegen Gott und seinen heiligen Willen. Deswegen hielt er streng auf die Kirchenzucht und die Verordnungen, die von Konzilien und heiligen Vätern der Kirche waren gemacht worden, weil ohne diese nicht nur keine Ordnung, sondern auch keine Wirksamkeit, kein Bestand und kein Fortgang des Heils möglich ist.



    Dieser Eifer für Gott und seine heilige Kirche zeichnete den heiligen Simplizius hervorragend aus und machte ihn zum Felsenmann, an welchem alle List und Gewalt sowohl der Mächtigen dieser Erde, als auch der Irrlehrer und untreuer Bischöfe scheiterte.



    Als aber der wachsame Hirt bei aller Mühe und Sorgfalt dennoch erfahren musste, dass durch Treulosigkeit einiger stolzer Bischöfe im Orient die Irrlehre des Eutyches überhandnahm, und die Kirchensatzungen verachtet und übertreten wurden, so verursachte ihm solcher Abfall das größte Herzensleid und die meiste Arbeit. Er hielt deswegen, um die Reinheit des Glaubens und das Ansehen der Kirchensatzungen als Gesetz für die Kirche aufrecht zu erhalten, zu Rom ein Conzilium, in welchem die Irrlehren des Eutyches verdammt, die Kirchensatzungen eingeschärft und Eutyches, Dioskorus von Alexandrien und Timotheus Elurus als hartnäckige Irrlehrer von der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen wurden. Darauf hat er den Kaiser Zeno bewegt, dass die Gesetze des Kaisers Basilius gegen die katholische Religion aufgehoben und Petrus der Walker samt anderen acht ketzerischen Bischöfen, die die Ruhe der Kirche gestört hatten, von ihren Würden abgesetzt wurden.



    Dadurch hat sich aber auch der fromme Papst die Krone seines Verdienstes aufgesetzt und sich als treuer Hirte bewährt, den Glauben und die Kirchenzucht erhalten, Gottes Gesetz der Welt eingeschärft und die Gläubigen gestärkt, so dass die heilige katholische Kirche dieses alles neben Gott und seiner Gnade dem Eifer und der Sorgfalt, dem Gebet und den Verdiensten des heiligen Simplizius verdankt.



    Auf ein so heiliges Leben folgte auch für den treuen Diener Gottes ein seliges Ende. Der Hirt aller Hirten Jesus Christus nahm ihn zu sich im zwölften Jahr seiner päpstlichen Regierung am 10. März 483. Seine heiligen Gebeine werden in Tivoli, seinem Geburtsort, aufbewahrt, und Gott verherrlichte das Andenken an ihn mit vielerlei Gnaden.


    https://www.heiligen-legende.de/simplizius-papst/

  • Vom Reich GottesDatum09.03.2026 05:44
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Die Notwendigkeit der Buße



    Aus der Tiefe rufe ich zu dir.

    Neige gnädig, Herr, dein Ohr zu mir.

    Eile, aus der Sünde schweren Ketten

    Meine Seele, die dich sucht, zu retten.




    1. Galater 6,7a: "Täuscht euch nicht: Gott lässt keinen Spott mit sich treiben." Unnachsichtig bestraft er die Missetat. Viele sprechen: Wenn Gott alle verwerfen wollte, die keine Buße tun, wer würde dann selig werden? Schonte Gott etwa der sündigenden Engel, deren Menge beinahe zahllos war? Vertilgte er, wegen ihrer abscheulichen Laster, nicht das ganze menschliche Geschlecht bis auf eine einzige gerechte Familie durch eine allgemeine Sündflut? Ja er bestrafte sogar in seinem eingeborenen und unendlich geliebten Sohn auf wunderschreckliche Weise die Sünden der Menschen, die er auf sich genommen hatte.



    2. Kein Sterblicher kann auf seine Gesundheit, auf seine Stärke pochen. Wie viele, die allem Anschein nach auf ein langes Leben hoffen durften, wurden durch eine schnelle Krankheit, durch einen jähen Tod hinweggerafft? Ja wie viele, selbst deiner Bekannten, wurden auf diese Weise aus dem Leben abgerufen? Wer aber versicherte dich, dass nicht auch dir dies widerfahren wird? Wie also kannst du je deine glückselige Ewigkeit wegen eines Vielleicht aufs Spiel setzen? Ach, wie viele, die nun in der Hölle sind, rechneten einst wie du auf ein langes Leben; und wüten nun ewig gegen sich selbst, dass sie, wie du, ihre Bekehrung von einem Tag zum andern verschoben haben, bis sie zuletzt unbußfertig starben?



    3. Wüsstest du aber auch gewiss, du würdest an einer Krankheit sterben: würde es dir dann leichter sein, Buße zu tun? Wie viele wurden durch diese Hoffnung getäuscht, und gingen ewig zu Grunde. Je länger du säumst, um so unzerbrechlicher wird die Kette deiner Laster, und einer um so größeren Gnade Gottes bedarfst du zu deiner Bekehrung. Meinst du aber, Gott, dem du fortwährend trotzt, werde dir dann die starken Gnaden geben, die er seinen getreuen Dienern nur nach täglichem und inbrünstigem Gebet verleiht? Römer 2,5: "Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den "Tag des Zornes", den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht." 1. Petrus 4,18: "Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder finden?"


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum09.03.2026 05:37
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 9. März



    O Jungfrau ohne Gleichen,

    O Mutter mit dem Kind,

    Wollst uns die Hände reichen,

    Sieh an, wie schwach wir sind!

    Ach, zieh uns all nach oben,

    Zu dir an deinen Schoß,

    Dass wir dein Kindlein loben,

    Den Herrn und König groß.




    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Gregor von Nyssa




    O Gott, der Du Deiner Kirche den heiligen Gregor als einen Verteidiger des Glaubens gegeben hast, erfülle auf seine Fürbitte auch uns mit einem heiligen Eifer für unseren Glauben, und verleihe uns die Gnade, stets nach ihm zu leben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heilige Franziska von Rom



    Barmherziger Gott, der Du uns durch das Beispiel der heiligen Franziska ermunterst, den Weg der Vollkommenheit zu betreten, verleihe uns auf ihre Fürbitte hin die Gnade, das Zeitliche so zu gebrauchen, und unsere Standespflichten so zu erfüllen, dass unser Herz von himmlischen Dingen nie abgelenkt wird, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Auf diesen Tag kann man die durch Fürbitte der seligsten Mutter Gottes geschehene wunderbare Erlösung aus der Gefangenschaft setzen, die sich im Jahr 1535 mit dem nun heiliggesprochenen Hieronymus Ämilianus zugetragen hat. Er wurde von dem feindlichen Kriegsheer in dem Ort, Castro novo genannt, gefangengenommen, und an Händen und Füßen mit Banden belegt. Auf Anrufung der seligsten Jungfrau aber wurde er augenblicklich, ohne menschliche Hilfe, von den Banden befreit und durch die Mitte der Feinde nach Trivigli, im Venezianischen, gebracht.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Wie es dem lieben Heiland erging, der nach bitterem Leiden arm am Kreuz verschied, so ähnlich ergeht es ausnahmslos den Heiligen, denn nur in der Schule des Kreuzes kann man heilig werden.



    Auch bei der heiligen Franziska Romana war das der Fall. Eigentlich hieß sie Franziska Bussi und stammte aus Rom, wo sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts geboren wurde. In Rom verbrachte sie das ganze Leben bis zu ihrem Todestag am 9. März 1440. Deswegen nennt man sie zum Unterschied von den vielen anderen Heiligen, die ebenfalls Franziska hießen, Franziska Romana, das heißt Franziska aus Rom.



    Schön war Franziskas Kindheit, denn sie war die Tochter eines reichen Hauses und hatte eine gute christliche Mutter, von der sie früh Frömmigkeit und Wohltun lernte.



    Allzu gern wäre das junge Mädchen ins Kloster gegangen, um dem lieben Gott allein anzugehören, aber der Vater hatte die Tochter bereits einem adeligen jungen Mann versprochen, und da musste sie sich nach damaligem Brauch fügen.



    Franziskas Gatte war zwar kein böser Mensch, aber ein Heiliger war er auch nicht. Dass sich trotzdem das Familienleben glücklich gestaltete, verdankt er einzig der Klugheit seiner Frau, die ihn stets als das Oberhaupt des Hauses achtete, ihn liebevoll und zuvorkommend behandelte, ihm nicht widersprach und ihm ruhig und vornehm und fein nur dann die Meinung sagte, wenn er gut gelaunt war. So kam es, dass es in dieser Ehe während vierzig Jahren nie Zank und Streit gab, obwohl Mann und Frau eigentlich nicht zueinander passten.



    Darüber hinaus war Franziska auch eine tüchtige Hausfrau, die überall nach dem Rechten sah, die mit Sparsamkeit den Haushalt führte, bei allen Arbeiten selbst Hand anlegte und von früh bis spät mit unermüdlichem Fleiß sorgte und schaffte. Wohl besuchte Franziska täglich auf ein Stündlein die eine oder andere Kirche in Rom, um sich Sorgen und Kummer vom Herzen herunterzubeten, aber ihre Hausfrauenpflichten kamen dabei nicht zu kurz. Meisterlich verstand sie es, Gebet und Arbeit zu vereinen.



    Franziska war also eine kluge Gattin und eine tüchtige Hausfrau. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die sechs Kinder, die ihr der liebe Gott im Lauf der Zeit schenkte, an ihr eine sehr gute und verständige Mutter hatten, die sie mit herzlicher Liebe umfing und an Leib und Seele treu für sie sorgte.



    Eines Tages wurde Franziskas Gatte in einem Straßenkampf schwer verletzt. Als er endlich dank der aufopfernden Pflege der Gattin wiederhergestellt war, musste er Hals über Kopf vor seinen Gegnern flüchten. Der älteste Sohn geriet in jahrelange Gefangenschaft und wurde nach Neapel verschleppt. Ein weiterer Sohn, Johannes mit Namen, der Mutter Liebling, starb innerhalb von drei Tagen an der Pest, und ihm folgten mit kurzen Abständen die restlichen vier Kinder im Tod nach. Zu allem Unglück plünderten die Widersacher des Gatten die Wohnung vollständig aus. Da blieb von allem Glück nichts mehr übrig. Gottes Prüfungsstunde hatte ihr geschlagen, schwer und bang, und wenn in einer solchen Lage der Mensch nicht verzagt und versagt, so wird in der Schule des Kreuzes schnell ein Heiliger aus ihm.



    Bei Franziska von Rom traf das zu. Die herrliche Frau hielt allen Schlägen tapfer stand. Wohl weinte sie manchmal, aber sie betete noch mehr, und im Gebet fand sie die Kraft, um sich herum eine neue Familie zu gründen, die Herrgottsfamilie der Kranken, Krüppel, Waisen und Armen, denen sie half, die sie pflegte, für die sie bettelte. Als ihr bei dieser Tätigkeit bald die Arbeit über den Kopf wuchs, gesellten sich ihr gleichgesinnte Frauen zu, die sich zu einem neuen Orden im Dienst der christlichen Nächstenliebe zusammenschlossen. So wurde die heilige Franziska Romana, die als Gattin, Hausfrau und Mutter sich glänzend bewährt hatte, auch noch Ordensstifterin. Der hellste Ruhm jedoch, der sie umstrahlt, rührt allerdings daher, dass sie in der Schule des Kreuzes eine Heilige wurde.



    Es sei noch erwähnt, dass die heilige Franziska der Gnade gewürdigt wurde, ständig neben sich den Schutzengel zu sehen, der sie überallhin begleitete, in Zweifeln beriet, vor dem Bösen warnte, zum Guten anspornte und der sie am 9. März 1440 aufforderte, ihm in den Himmel zu folgen.



    Gott belohnte die Demut der Heiligen durch Gesichte und durch die Gabe der Prophezeiung. Man liest in ihrem Leben und in dem Prozess ihrer Heiligsprechung über den, oben erwähnten, vertrauten Umgang mit ihrem Schutzengel.



    Ihr Herz wurde jedes Mal tief ergriffen, wenn sie über das Leiden und Sterben unseres Heilandes Betrachtungen anstellte. Und während der heiligen Messe war sie so in Gott versenkt, dass sie, besonders nach der heiligen Kommunion, wie unbeweglich auf ihren Knien lag. Sie hatte eine zärtliche Andacht zum heiligen Johannes dem Evangelisten, aber eine noch größere zur allerseligsten Jungfrau, die sie zur Patronin ihres Ordens gewählt hatte.



    Schließlich wurde Franziska selbst von einer schweren Krankheit befallen, an der sie starb. Sie sagte ihre letzte Stunde voraus, empfing die heiligen Sakramente und gab ihren Geist auf im Alter von 56 Jahren. Gott offenbarte ihre Heiligkeit durch Wunder, und zwar so, dass sie schon unmittelbar nach ihrem Tod öffentlich als eine Heilige verehrt wurde, obgleich ihre Heiligsprechung erst im Jahre 1608 erfolgte. Ihren Leib sieht man in Rom in einem prachtvollen Sarg und begeht dort ihr Fest mit großer Feierlichkeit.




    https://www.heiligen-legende.de/franziska-von-rom/

  • Vom Reich GottesDatum07.03.2026 22:02
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Das Geheimnis des Kreuzes



    O Lebensbaum, wie strahlst du wunderbar.

    Bei deinem Anblick muss die Hölle weichen.

    Schutz bist, o Gottes Kraft, du in Gefahr.

    Und glänzest als der höchsten Liebe Zeichen.



    1. Betrachte das abgrundtiefe Geheimnis des heiligen Kreuzes, der glorreichen Siegesfahne unseres himmlischen Feldherrn, und erwäge die Worte des Apostels: "Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft." (1. Korinther 1,18) Als Torheit betrachteten es die Heiden, dass Menschen als ihren Gott einen Menschen anbeteten, den sein Volk gekreuzigt hatte, und wie viele Gottlose selbst unter den getauften Heiden schütteln noch jetzt gleich jenen hohen Priestern und Pharisäern den Kopf über den Gekreuzigten, rufen Pfui! über ihn, und spotten über dieses ewig anzubetende Geheimnis, das den Himmel erschloss, die Hölle überwand, die Abgötterei stürzte und die Menschheit vom Fluch der ewigen Verdammnis erlöste.



    2. Unendlich war die Beleidigung, die das freche Geschöpf im schnödesten Undank der unendlichen Majestät Gottes, seines Schöpfers angetan hatte. Dies ist das Geheimnis unseres Glaubens. Aber auch die Vernunft zeigt uns durch den Widerspruch in unserem eigenen Herzen, durch alle Hospitäler, Tollhäuser und Grabstätten, die schwere Strafe, unter der das sündige Geschlecht seufzt: dass es in die Schuld des ersten Übertreters verflochten war; da Gott, die ewige Liebe, nimmermehr Strafen verhängt, wo keine Schuld vorangeht. Volle Genugtuung aber musste der ewigen Gerechtigkeit werden, oder das sündige Geschöpf fiel rettungslos einer unendlichen Strafe anheim.



    3. Kein sterblicher Sünder, ja kein Geschöpf überhaupt konnte diese unendliche Schuld bezahlen, weil die Verdienste aller Geschöpfe begrenzt sind, eine Schuld aber gegen die unendliche Majestät unendlich ist. Überdies musste ein Mensch sie bezahlen, weil der Mensch Gott beleidigt hatte, und zwar ein Mensch, der unendliche Verdienste hatte. Wo aber war er zu finden? Sieh, da ließ die unendliche Majestät in unbegreiflicher Liebe sich herab, selbst Mensch zu werden, und wog als Gottmensch durch unendliche Verdienste die Schuld seiner Brüder und Schwestern auf. O Kraft Gottes, o Geheimnis, in dem die unendliche Gerechtigkeit und Barmherzigkeit wunderbar sich vereinigen, wodurch die Schuldner des ewigen Todes befreit, und Gott auf unendliche Weise verherrlicht wird. Die Kirche betet: "Wir beten dich an, o Jesus, und lobpreisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum07.03.2026 21:58
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 8. März



    O Maria, es ist wahr, wir sind große Sünder. Aber Gott hat dir so viel Mitleid und so große Macht erteilt, dass sie alle unsere Bosheit weit übersteigen. Du kannst und willst uns retten, und je weniger wir es verdienen, um so mehr hoffen wir es, damit, wenn wir durch dein Gebet mit dir vereinigt sind, wir dich nur um so mehr im Himmel verehren können. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Johannes von Gott



    Ewiger Gott, der Du den heiligen Johannes, ganz erfüllt von Deiner Liebe, mitten durch die Feuersflammen unbeschadet einhergehen ließest, verleihe uns durch seine Verdienste und auf seine Fürbitte das Feuer Deiner Liebe, das uns von allen Sünden reinigt und zur ewigen Glückseligkeit führt, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Heute begeht der Orden der Serviten das Fest der Vermählung der seligsten Jungfrau mit dem heiligen Joseph. Die minderen Brüder halten es am vorhergehenden Tag.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Fastenzeit ist Bußzeit; aber wenn sich ein Sünder bekehrt und Buße tut, so ist über ihn im Himmel mehr Freude als über neunundneunzig Gerechte, die nicht Buße tun wollen.



    Johannes von Gott hat sich bekehrt und Buße getan.



    Johannes wurde als Sohn eines portugiesischen Bauern im Jahr 1495 geboren. Warum er mit acht Jahren bereits daheim durchbrannte, ist nicht bekannt. Nur dass er durchbrannte, ist bekannt. Weit kam der Junge mit den kurzen Beinen nicht. Bald zwang ihn der Hunger, die Schweine eines reichen Herrn zu hüten. Wer nun meint, Johannes hätte in dieser Lage so gehandelt wie der verlorene Sohn im Evangelium, der irrt sich. Nein, Johannes kehrte nicht heim, sondern lief immer weiter in die Welt hinein. Bald war er Soldat und bald wieder Schäfer oder Knecht und dann wieder Soldat im steten Wechsel. Als Landsknecht mit Spieß und Hellebarde, mit Armbrust und Hakenbüchse wanderte der lose junge Mann lustig durch Spanien, Ungarn und Polen, trank, fluchte, würfelte und plünderte nach Landsknechtsart landauf und landab, bis er eines Tages allein und ohne Schutz wütenden Bauern in die Hände fiel, die ihn aus Rache für die ewigen Plünderungen der Söldner an den nächsten Baum aufknüpfen wollten. Zwar konnte sich Johannes im letzten Augenblick vor dem Tod retten, aber vom Soldatenleben hatte er für immer genug.



    Der verlorene Sohn kehrte endlich heim. Johannes, dem der Schreck vor dem Strick, dem er gerade entlaufen war, noch tief in den Gliedern saß, kam daheim durch die Meldung vom Tod der Eltern ganz aus der Fassung. Denn er war es doch, der ihren Kummertod verursacht und verschuldet hatte. Zugleich packten ihn auch das Entsetzen über das schlechte Leben, das er geführt hatte, und die Furcht vor Gottes Gericht, das ihm bevorstand. Johannes wurde schwermütig und erforschte immerfort ängstlich sein Gewissen.



    Lieb hat es da die göttliche Vorsehung gefügt, dass Johannes gerade in dieser verzweifelten Lage einem heiligen Priester, dem seligen Johannes von Avila begegnete. Der beruhigte ihn, nahm ihm die Angst vom Herzen und wies ihm den richtigen Weg aus der Not. Er sagte ihm nämlich, dass er durch ein Leben im Dienst der barmherzigen Liebe vieles wiedergutmachen könne, was verkehrt gewesen sei.



    Johannes verstand sofort, was gemeint war. Vom gleichen Tag an führte er ein Leben, das einzig schön ist. Bald war er weitum als gütiger Armenvater bekannt. Alles was er besaß verteilte er an die Notleidenden. Dann erbettelte er Geld und baute ein Spital, in das er alle unentgeltlich aufnahm, die arm und krank waren. Von früh bis spät bediente er wie ein barmherziger Samariter die Pfleglinge, reinigte Zimmer, Gänge und Treppen, richtete die Betten zurecht, verband die Wunden, betreute auf alle Art die Kranken, ermunterte und tröstete sie und bereitete sie auf den Empfang der heiligen Sakramente vor. Täglich tat Johannes das mit unverdrossenen Eifer und restloser Hingabe zwölf Jahre lang bis zu seinem Tod.



    Als Johannes sich eines Abends, nachdem er den Tag hindurch ohne Pause den Kranken gedient hatte, übermüdet in seine Zelle zurückziehen wollte, um wenigstens ein Weilchen zu ruhen, brachte man ihm zu später Stunde noch einen unbekannten Bettler ins Haus, dessen Füße nur noch eiternde, übelriechende Beinstümpfe waren. Mutig überwand Johannes die bleierne Müdigkeit und den aufsteigenden Ekel, und mit einer Liebe, wie sie nur Heilige aufbringen können, machte er sich daran, die Wunden des Fremden mit warmem Wasser zu waschen. Und während er es tat, leuchteten plötzlich auf dem Fußrücken des Bettlers die heiligen Wundmale Christi auf. Da fiel Johannes, hingerissen von diesem Glück, vor dem unbekannten Bekannten auf die Knie und stammelte mit vor Freude zitternden Lippen die Worte: „Das bist du ja, Herr!“ Doch da war der Fremde bereits verschwunden.



    Der heilige Johannes von Gott, der später den segensreichen Orden der Barmherzigen Brüder stiftete, hat für seine verfehlte Jugendzeit dadurch Buße getan, dass er dem Heiland, der heute noch in den Armen und Kranken weiterleidet, voll Liebe gedient hat.




    Barmherziger Jesus, der du dich dem hl. Johannes von Gott in Gestalt eines armen Kranken geoffenbart, ebenso angetrieben hast, dass er durch sein hl. Beispiel einen Orden zum immerwährenden Dienst der armen Kranken gestiftet hat: wir bitten dich durch die Verdienste und durch die Fürbitte dieses Heiligen, entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner göttlichen Liebe, dass in uns die Nächstenliebe nie erkalte, sondern dass wir durch eifrige Verrichtung der Werke der Barmherzigkeit unsere Sünden abbüßen und unser ewiges Heil sicher erlangen, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist als gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.




    https://www.heiligen-legende.de/johannes-von-gott/

  • Vom Reich GottesDatum06.03.2026 20:12
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Andenken an das Leiden Jesu


    Dein Leben, Jesus, ist ein Feuer,

    Die Herzen zu entzünden.

    Denn deines Blutes Purpurflut

    Erfüllt das Herz mit Liebesglut,

    Und nimm hinweg die Sünden.



    1. Unterlassen wir keinen Tag, das bitterste Leiden unseres Herrn in Andacht zu verehren. Keines unter den göttlichen Werken zeigt die unendliche Liebe unseres Gottes in so deutlichem Licht. Keines auch ist geeigneter, uns zu einer feurigen Liebe Gottes zu erwecken, als die Anschauung einer so unermesslichen Barmherzigkeit. Denn, wie der heilige Bernhard spricht: "Anschaulich wird das Herz unseres göttlichen Heilandes durch seine Wunder!" Welches Herz könnte auch je so eisern sein, nicht vor innigstem Dankgefühl zu zerfließen, wenn es die namenlosen Schmerzen betrachtet, durch die unser Jesus vom ewigen Tod uns erlöst hat. Und wer könnte sich verwehren, ihn zu lieben, der sein blühendes Leben für uns Sünder opfert.



    2. Es wirkt aber auch die Betrachtung dieses heiligsten Geheimnisses mächtig, von Sünden uns abzuschrecken. Denn am Kreuz sehen wir die unendliche Gerechtigkeit Gottes anschaulich, die ein solches Opfer für die Sünde forderte. Darum auch sprach unser Erlöser selbst: "Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?" (Lukas 23,31) Ebenso spricht auch der heilige Apostel Petrus: "Da Christus im Fleisch gelitten hat, bewaffnet auch ihr euch mit diesem Gedanken: Wer im Fleisch gelitten hat, für den hat die Sünde ein Ende." (1. Petrus 4,1) nämlich die Waffen der Buße zur Tilgung der Sünde ergreifen; nicht aber die Ursache dieses bittersten Leidens durch abermalige Sünden erneuern.



    3. Eine wunderbare Kraft auch wohnt dieser heiligen Betrachtung inne, unsere Schwäche zu stärken und in allen Trübsalen uns zu trösten. Denn was ist je wirksamer, den Druck so mannigfaltiger Drangsale und Bitterkeiten dieses Lebens zu lindern, und mit Kraft uns aufzurichten, wenn irgend Schweres oder Schmerzliches sich ergibt, als die andächtige Betrachtung der bittersten Leiden, die unser gebenedeiter Heiland mit so namenloser Liebe für uns erduldet hat? Wie, mein göttlicher Heiland, könnte ich je bei dem Anblick deines Kreuzes zagen oder mich weigern, dir Liebe für Liebe zu erwidern? 2. Korinther 5,15: "Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum06.03.2026 20:05
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 7. März



    Glückseligste und schönste Jungfrau Maria, die du voll von Barmherzigkeit bist, ich empfehle dir meine Seele und meinen Leib, meine Gedanken, meine Werke, mein Leben und meinen Tod. Meine Gebieterin, hilf mir und stärke mich gegen die Angriffe des Teufels. Erlange mir wahre und vollkommene Liebe, damit ich deinen geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, aus ganzem Herzen und nach ihm dich über alle Dinge liebe. O Meine Königin und Mutter, mache durch deine mächtige Vermittlung, dass ich diese Liebe bis zu meinem Tod bewahre, worauf du mich alsdann ins Vaterland der Seligen führen wollest. Amen.



    Zu Gott




    Gib uns, allmächtiger Gott, die Gnade, dass wir, Dich immer besser erkennend, unsere eigene Nichtigkeit vollkommen einsehen, und nie durch die Wissenschaft zum Stolz und Irrtum, sondern allezeit zur Demut und Wahrheit geführt werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag hat der griechische Kaiser Alexander Commenus durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau im Jahr 1120 über die Perser einen namhaften Sieg erhalten.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Thomas von Aquin, ein Nachkomme aus dem edlen Geschlecht der Grafen von Aquin in Mittelitalien, gilt als einer der größten Gottesgelehrten aller Zeiten. Als er 1274 im Alter von erst fünfzig Jahren starb, hinterließ er über zwanzig dicke Bücher. Diese hatte er so gut und treffend geschrieben, dass auf ihnen zusammen mit der Heiligen Schrift heute noch die gesamte katholische Glaubenslehre wie auf einem festen und sicheren Fundament begründet ist.



    Thomas war erst fünf Jahre alt, als ihn die Eltern zur Erziehung in das berühmte Benediktinerkloster auf dem Cassinoberg zwischen Rom und Neapel brachten, wo zu jener Zeit sein Onkel Sinnibald Abt war. Vater und Mutter, kluge Leute, hatten im Herzen den stillen Wunsch, ihr Sohn solle später des Onkels Nachfolger in der Leitung des mächtigen Klosters werden. Es kam aber anders. Nachdem Thomas seine Studien abgeschlossen hatte, trat er in den Bettelorden der Dominikaner ein. Die Eltern und Geschwister waren entsetzt über diesen Schritt, denn da stürzten mit einem Schlag alle ehrgeizigen Zukunftspläne zusammen. In ihrer Wut bemächtigten sie sich des jungen Ordensmannes, rissen ihm das Ordenskleid in Fetzen vom Leib und hielten ihn ein ganzes Jahr lang im Turm eines ihrer Schlösser gefangen. Thomas ließ sich dadurch jedoch in seinem Sinn nicht irremachen.



    Die Freiheitsberaubung des jungen Ordensmannes durch die eigene Familie hat in der damaligen Welt viel Staub aufgewirbelt, so dass schließlich sogar Papst und Kaiser eingriffen, bis endlich wenigstens die Mutter Verstand annahm und dem Eingekerkerten zur Flucht verhalf. Thomas begab sich daraufhin nach Paris und nach Köln am Rhein. Dort wollte er unter der Leitung des heiligen Albert des Großen, des angesehensten Gelehrten seiner Zeit, die unterbrochenen Studien vollenden. Damals trug sich auch die folgende Begebenheit zu.



    Thomas, der ein Riese von Gestalt war, etwas dickleibig und im Auftreten unbeholfen und schwerfällig, der wenig sprach und ohne Hintergedanken wie ein Kind jedem traute, galt anfangs als ein Dummkopf, der von den Mitschülern gerne geärgert wurde. Einmal rief ihm ein Mitschüler scherzend zu: „Thomas, komm, komm schnell! Schau, da fliegt ein Ochse durch die Luft!“ Thomas hastete herbei und suchte mit seinen Augen fieberhaft den Himmel ab. Da lachten ihn natürlich alle aus. Nur der Gehänselte lachte nicht, sondern sagte im heiligen Ernst: „Eher sollte man glauben, dass ein Ochse durch die Luft fliegt, als dass der Mund eines Christen lügt.“ So streng urteilte ein Heiliger über eine Lüge, die nicht einmal eine Sünde ist; denn solange man eine Lüge fühlen kann, ist sie nicht sündhaft. Schöner und geradliniger ist es allerdings, wenn man überhaupt nicht lügt, auch nicht aus Scherz.



    Aus der Studienzeit von Köln wird vom heiligen Thomas noch eine andere Geschichte berichtet. Einmal musste er nämlich, als die Reihe an ihn kam, während des Essens bei Tisch vorlesen, wie es in den Klöstern üblich ist. Plötzlich schellte der Obere und tadelte den Vorleser, weil er ein Wort falsch ausgesprochen habe. Thomas berichtigte sofort den gerügten Fehler, obwohl er wusste, dass sich der Obere in diesem Fall irrte. Als ihm nachher die Mitschüler sagten, das hätte er nicht tun dürfen, weil er doch im Recht und der Vorgesetzte im Unrecht war, entgegnete der Heilige: „Es liegt nicht viel daran, ob ein Wort richtig oder falsch ausgesprochen wird, wohl aber liegt sehr viel daran, dass man gehorsam ist.“ Da können sich an Thomas jene ein Beispiel nehmen, die, meist zu Unrecht, klüger sein wollen als die Eltern und Lehrer.



    Aus dem scheinbar einfältigen Studenten Thomas von Aquin ist später, wie bereits erwähnt, einer der tiefsinnigsten Gottesgelehrten aller Zeiten geworden, dessen Ruhm bis heute noch die Welt erfüllt. Als es dann mit ihm zu Ende ging, fragte ihn im Angesicht des Todes ein Mitbruder: „Thomas, nun sage uns noch das eine! Was ist dir bei all deinem Wissen das Unbegreiflichste gewesen?“ Auf diese Frage gab der Gelehrte eine ganz schlichte Antwort, die jedes Kind versteht, denn er erwiderte: „Das, was ich nie verstanden habe, ist die Tatsache, dass sich ein Mensch abends zur Ruhe legt mit einer schweren Sünde auf dem Herzen. Das habe ich wirklich nie begreifen können.“

    _ _ _



    Der berühmteste Gelehrte und Kirchenlehrer stammte aus dem lombardischen Adelsgeschlecht der Grafen von Aquino. Er wurde 1225 in Roccasecca geboren und schon mit fünf Jahren zur Erziehung in das Benediktinerkloster Montecassino gebracht. 1236 setzte er an der Universität in Neapel seine Studien fort und entschloss sich 1243, in den Dominikanerorden einzutreten.



    Seine Brüder, die seinen Entschluss, Mönch zu werden, nicht billigten, entführten ihn und hielten ihn auf der väterlichen Burg gefangen. Durch List und mit Hilfe einiger Dominikaner konnte Thomas aus dieser Haft entkommen. Im selben Jahr schickte sein Orden ihn zum Studium an die berühmte Pariser Hochschule.



    Von dort zog er 1248 mit seinem Lehrer Albertus Magnus an die neugegründete Universität in Köln. Nach vier Jahren intensiver Studien begann er mit philosophisch-theologischen Vorlesungen seine eigene Lehrtätigkeit in Paris. Von Papst Urban IV. gerufen, leitete er von 1259-1269 die Ordensschulen in Orvieto, Viterbo und Rom; ab 1269 lehrte er wieder in Paris. In dieser wissenschaftlich sehr fruchtbaren Zeit entstand auch seine bedeutsamste Schrift: „Summa theologiae“, die als das Hauptwerk der Scholastik gilt.



    1272 kehrte er nach Neapel zurück und reiste zwei Jahre später auf Wunsch Gregors X. zum Konzil nach Lyon. Unterwegs starb er am 7. März 1274 im Zisterzienserkloster Fossanova.



    „Zwei seiner Brüder, Landulph und Raynald, welche bei der Armee des Kaiser Friedrich II. dienten, hatten von dieser Reise Kunde erhalten; sie ließen daher alle Wege so sorgfältig bewachen, dass Thomas bei Acqua-Pondente gefangen und ihnen ausgeliefert wurde. Sie versuchten ihn zur Ablegung des Kleides, das er trug, zu bewegen; allein der junge Novize erklärte standhaft, dass ihn nichts dahin bringen könne. Sie brachten ihn daher in seinem Ordenskleid auf das Schloss Monte San Giovanni, das seiner Familie gehörte. Seine Mutter war hoch erfreut, ihn bei sich zu haben, und schmeichelte sich mit dem Gedanken, dass man ihn schon allmählich zur Wahl eines anderen Standes überreden werde. Unter dem Vorwand, dass er ohne die Einwilligung seiner Eltern über seine Freiheit verfügt habe, versuchte sie ihn zu bereden, er gehe nicht den Weg, der ihm von der Vorsehung bestimmt sei. Sie folgerte sodann, dass er sich umsonst auf den Ruf des Himmels stütze, weil dieser dem Gesetz nicht widersprechen könne, welches die Kinder verpflichte, nichts ohne die Zustimmung der Eltern zu tun. Die Mutter brachte noch andere Gründe vor, denen sie durch Bitten, Tränen und Liebkosungen neue Kraft zu geben wusste. Man weiß, wie beredt die Natur in solchen Umständen ist. Thomas blieb nicht ungerührt bei dem Schmerz seiner Mutter; allein dieses Gefühl wusste er in den Schranken der Pflicht zu halten. Er antwortete ihr mit bescheidener und ehrfurchtsvoller Festigkeit, er habe alles wohl erwogen, sein Beruf komme gewiss von Gott und er sei entschlossen, demselben, was es ihn auch kosten möge, zu folgen. Die Gräfin, da sie ihre Hoffnung vereitelt sah, geriet in heftigen Zorn, machte ihrem Sohn die bittersten Vorwürfe, ließ ihn in enge Verwahrung bringen, und erlaubte nur seinen zwei Schwestern, ihn zu besuchen und mit ihm zu sprechen.



    Man stelle sich die Anstürme vor, welche Thomas von Seiten seiner Schwestern zu bestehen hatte. Sie griffen seine Standhaftigkeit mit allen Mitteln an, welche die Zärtlichkeit zu erfinden vermag. Sie schilderten ihm vor allem in den lebhaftesten Farben den Schmerz der trostlosen Mutter, der durch nichts als seine Rückkehr geheilt werden könne. Der Heilige, stets unerschütterlich, antwortete nur durch ergreifende Reden über die Verachtung der Welt und die Liebe zur Tugend.



    Unterdessen kamen Landulph und Raynald vom Heer zurück und fanden bei ihrer Ankunft ihre Mutter ganz in Trostlosigkeit versunken, Thomas aber eben noch so fest entschlossen wie vorher. Diese Lage, die sie vielleicht nicht erwarteten, brachte sie auf Ideen, welche die Menschlichkeit sowohl als auch die Religion missbilligten. Die erste gewalttätige Handlung, die sie an ihm verübten, war, dass sie ihn in den Schlossturm sperrten. Sein Ordenskleid zerrissen sie in Stücke, überhäuften ihn mit Schmähungen und fügten ihm tausend andere Misshandlungen zu. Da nichts imstande war, den Heiligen zu erschüttern, benützten sie ein Mittel, das ihnen nur der Geist der Finsternis eingeben konnte. Sie führten eine der schönsten Buhlerinnen des Landes in sein Gemach und versprachen ihr eine große Belohnung, wenn sie ihn verführen würde. Diese Unglückselige bot alles auf, was eine solche Frau durch List und Unverschämtheit vermag. Thomas, obgleich bestürzt über die Gefahr, in welcher er seine Unschuld ausgesetzt sah, verlor den Mut nicht. In demütigem Misstrauen zu sich selbst, rief er den Gott der Reinheit um Beistand an. Dann ergriff er einen glühenden Brand, ging auf die schändliche Buhlerin los und jagte sie mit dieser Waffe zum Zimmer hinaus.



    Es verflossen ein oder sogar nach einigen Schriftstellern zwei Jahre und Thomas war noch im Schloss eingekerkert. Papst Innozenz IV. und Kaiser Friedrich II., die von der grausamen Verfolgung, welche er leiden musste, Nachricht erhielten, verwendeten sich mit vieler Anteilnahme für dessen Befreiung. Sie ließen bei seiner Mutter und seinen Brüdern für ihn sprechen, so dass diese endlich auch zu menschlicheren Gesinnungen zurückkehrten. Die Gräfin schien sogar nicht abgeneigt, heimlich die Flucht ihres Sohnes zu begünstigen. Die Dominikaner von Neapel, von ihrer Denkweise benachrichtigt, schickten einige Ordensbrüder verkleidet in das Schloss Monte San Giovanni; diese fanden sich zur bestimmten Stunde am Turm ein, empfingen den Heiligen, den seine Schwester in einem Korb hinabließ, in ihre Arme, und führten ihn freudevoll in ihr Kloster. Thomas legte im folgenden Jahr die Gelübde ab. Der Tag, an dem er Gott das Opfer seiner Freiheit darbrachte, schien ihm der schönste seines Lebens; er brachte ihn zu in den Übungen der innigsten Frömmigkeit. Indessen missbilligten es seine Mutter und seine Brüder laut, dass er die Gelübde abgelegt habe; sie unterschoben ihm niedrige Beweggründe, und brachten ihre Klagen vor den Heiligen Stuhl. Der Papst berief sogleich den jungen Ordensmann nach Rom, um seine Berufung zum Klosterstand zu prüfen. Seine Antworten befriedigten ihn auf das vollkommenste, und seine Tugenden setzten ihn in Erstaunen. Er billigte dessen gewählte Lebensweise und erlaubte ihm, darin zu beharren. Seit dieser Zeit ward unser Heiliger nicht mehr durch seine Familie beunruhigt.



    Da unterdessen der Dominikanergeneral Johannes Teutonius eine Reise nach Paris machte, nahm er unseren Heiligen mit sich. Danach schickte er ihn nach Köln, wo Albert der Große Theologie lehrte. Thomas wohnte den Vorträgen dieses trefflichen Lehrers bei und widmete alle Zeit, die ihm die Religionspflichten übrig ließen, den höheren Wissenschaften. An seiner Lernbegierde hatte aber Ruhmsucht nicht den mindesten Anteil, und die außerordentlichen Fortschritte, welche er bald machte, wusste seine Demut zu verbergen. Aus demselben Beweggrund beobachtete er auch ein strenges Stillschweigen, welches aber seine Mitschüler als Stumpfsinn ansahen. Man nannte ihn daher spottweise den stummen Ochsen, oder den großen Ochsen aus Sizilien. Es ereignete sich sogar einmal, dass sich einer seiner Mitschüler anbot, ihm den Lehrvortrag zu erklären, um ihm dessen Verständnis zu erleichtern. Thomas nahm mit innigem Dankgefühl das Angebot an, obgleich er damals schon Lehrer der andern hätte sein können. Eine solche Demut war um so verdienstvoller vor Gott, als studierende Jünglinge sonst geneigt sind, ihre Fähigkeiten glänzen zu lassen, und ihre Überlegenheit gegenüber anderen zu zeigen. Allein Gott, der seine Diener umso mehr zu verherrlichen weiß, als sie von aller Ruhmbegierde entfernt sind, fügte es, dass man bald in dem Heiligen einen großen und durchdringenden Geist, der mit vielen Kenntnissen und einer gründlichen Beurteilungskraft ausgestattet war, erkannte. Als ihn Albert über sehr dunkle Gegenstände fragte, antwortete er mit solcher Richtigkeit und Kürze, dass alle Zuhörer in Verwunderung gerieten und Albert selbst vor Freude entzückt, ausrief: „Wir nennen Thomas den stummen Ochsen, allein seine Gelehrsamkeit wird einst brüllen, dass man ihn auf der ganzen Erde hören wird.“



    Zahlreiche Attribute werden dem Heiligen zugeordnet. Dargestellt wird er im weißen Dominikanerhabit mit Skapulier und Kapuze, ein offenes Buch haltend. Kelch und Monstranz in seinen Händen sollen an seine innige Frömmigkeit, an seine Hymnen und an das Fronleichnamsoffizium, das er verfasst hat, erinnern. Die Taube am Ohr ist das Symbol für seine übernatürliche Erleuchtung, und die Lilie in seiner Hand deutet auf sein engelgleiches reines Leben hin. Mitra und Stab zu seinen Füßen zeigen an, dass er alle kirchlichen Ämter und Würden abgewiesen hat. Sein ganz besonderes Kennzeichen ist jedoch ein Stern oder ein Edelstein oder eine Strahlensonne, die er auf der Brust trägt.



    Thomas von Aquin ist der Patron aller katholischen Hochschulen, der studierenden Jugend, der Buchhändler und Bleistiftfabrikanten. Er schützt die Keuschheit und hilft gegen Blitz und Sturm.



    Weil der bisherige Festtag, der 7. März, wegen der Fastenzeit oft nicht gefeiert werden konnte, wurde der Gedenktag auf den 28. Januar verlegt.



    _ _ _



    St. Thomas von Aquin



    Dem Orden des hl. Dominikus gebührt der Ruhm, unter die Schar seiner Mönche den größten Gottesgelehrten aller Zeiten und Nationen zu zählen, einen Mann, der viel genannt wurde, da durch eine Verfügung des Heiligen Vaters Pius X. seine Werke neuerlich allen Theologiestudierenden dringendst zum intensivsten Studium anempfohlen wurden, da sie hervorragenderweise geeignet sind, den Priestern jene tiefe philosophische Bildung zu geben, die nötig ist, um den modernen Irrtümern gewappnet entgegentreten zu können. Dieser Mann ist Thomas von Aquin, geb. 1226, gest. 1274.



    Thomas war der Sohn des Grafen von Aquin, Herrn von Loretto und Bebastro, der aus königlichem Geblüt stammte und mit Kaiser Friedrich II. verschwägert war. Auf dem Schloss Roccasicca wuchs der Junge bis zu seinem 5. Lebensjahr heran, dann wurde er in die Klosterschule der Mönchsburg Monte Cassino gebracht, um hier die Grundbildung in allen Wissenschaften zu empfangen. Schon da erkannten seine Erzieher, dass dieses Kind von Gott mit ganz außergewöhnlichen Talenten und Gnadenvorzügen bedacht sei. Nach sechs Jahren erklärten sie, dass der Junge in Monte Cassino nichts mehr zu lernen habe, dass der Zwölfjährige für die Hochschule reif sei. Der Graf holte seinen Sohn heim, er sollte einige Zeit die Freiheit und die Freuden der Jugend genießen. Alles war alsbald über Thomas entzückt. Seine Liebenswürdigkeit und Anmut, seine Sanftmut und Frömmigkeit gewann ihm aller Herzen. Auch am väterlichen Schloss, wo es an Festen und Zerstreuungen nicht fehlte, studierte er weiter und schien überhaupt dem höfischen Treiben wenig Gefallen abzugewinnen. Zwei Jahre später bezog Thomas die Universität in Neapel. Hier ging er bereits ganz andere Wege als die übrigen Studenten, die ihn umsonst zu ihrem tollen Leben zu gewinnen versuchten. Die Zeit teilte er sich in Studium und Gebet und nichts liebte er mehr, als vor einem Tabernakel die Liebe und Weisheit des Heilandes zu betrachten. Die Erholungszeit verbrachte der junge Mann gerne in einem neugegründeten Dominikanerkloster, dessen innigfromme, hochgelehrte Priester ihn ungemein anzogen. Und doch kam es aller Welt unerwartet, als es eines Tages hieß, der Sohn des Grafen von Aquin ist Novize eines Bettelordens geworden. Ohne Wissen der Eltern, deren Einwilligung er nie erhalten hätte, aber in vollster Überzeugung eines gottgewollten Berufes, hatte Thomas den entscheidenden Schritt getan. Um ihn vor Verfolgung zu schützen, sandten die Oberen den jungen Mann über Rom nach Paris. Doch unterwegs lauerten ihm seine zwei Brüder auf, die im kaiserlichen Heer dienten, und brachten ihn gefangen nach Roccasicca. Eltern und Geschwister versuchten durch alle Mittel, durch Güte wie auch durch Misshandlung seinen Sinn zu ändern – umsonst! So flammend sprach er von der Liebe Gottes und den ewigen Gütern, dass er dadurch sogar seine älteste Schwester, die bereits verlobt war, zu dem Entschluss brachte, sich gleich ihm Gott zu weihen. Diese Schwester war es auch, die ihn nach zwei Jahren rettete, indem sie ihn in einem Korb vom Gefangenenturm in die Tiefe ließ, wo ihn Dominikaner erwarteten. Bald darauf legte Thomas die heiligen Gelübde ab. Die Eltern klagten nun ihren unbotmäßigen Sohn beim Heiligen Vater an, der Thomas kommen ließ und seinen Beruf prüfte. Er erkannte klar die Heiligkeit und Unschuld des Verfolgten, nahm sich seiner an und seit der Zeit beunruhigte ihn seine Familie nicht mehr. – So ist es immer: schenkt Gott jemand wirklich einen hohen Beruf und türmen sich Berge vor dem Ziel, der den Beruf gibt, gibt die nötige Kraft und räumt die Hindernisse beiseite, wenn es Zeit ist.



    Nun reiste der junge Ordensmann nach Köln, um die Vorträge des weltberühmten Dominikaners Albertus Magnus zu hören. Später folgte er diesem Meister der Scholastik nach Paris. Unermüdlich studierte Thomas unter der großartigen Anleitung und der Meister sah bald in ihm den Stern, der seine eigene Wissenschaft überstrahlen würde. Nicht kleinere Fortschritte machte er in der Heiligkeit. Stieß er im Studium auf Schwierigkeiten, so eilte er zum Tabernakel oder unter das Kreuz. Im Gebet fand er alle Erleuchtung, das demütige Gebet war die Quelle seines erhabenen Wissens. So erklärte Thomas später einmal, er habe weniger aus Büchern als zu Füßen des Gekreuzigten gelernt.



    Mit 22 Jahren wurde Thomas zum Lehrer in Köln ernannt und empfing bald darauf die heilige Priesterweihe. Das heiligste Sakrament des Altares ist fortan der Mittelpunkt in des Heiligen innerem und äußerem Leben. Thomas ist ein Heiliger der Eucharistie. Bei der heiligen Messe flossen immer reichlich seine Tränen. Stundenlang, auch des Nachts, kniete er, in Liebe und Anbetung versunken, vor einem Tabernakel. Was er da dachte und fühlte, das legte er in seinen Schriften über die heilige Eucharistie nieder, das quoll wohl auch als Hymne von seinen Lippen, und wer diese heiligen Gesänge heute hört, meint, sie seien den Engeln im Himmel abgelauscht worden. So der Hymnus aus der Messe am Gründonnerstag: „Pange lingua gloriosi . . . Preiset, Lippen, das Geheimnis“, dessen letzte zwei Strophen „Tantum ergo . . .“ und „Genitori, Genitoque . . .“ bei jedem feierlichen Segen angestimmt werden. Dann die herrliche Sequenz von der Fronleichnamsmesse, die das Geheimnis der heiligen Eucharistie in ganzer Vollständigkeit und schlichter Erhabenheit besingt: „Lauda Sion, Salvatorem . . . Deinem Heiland, deinem Lehrer . . .“, dann die zwei Lobgesänge von der Fronleichnamsprozession: „Sacris Solemniis juncta sint gaudia . . . Lasset am heiligen Fest heut uns fröhlich sein . . .“, „Verbum supernum prodiens . . . Das ew`ge Wort im Himmel hoch . . .“ und endlich der „Hymnus zum heiligsten Sakrament“, dem ein Teilablass verliehen ist, so er nach der heiligen Kommunion gebetet wird. Dieses weniger bekannte, innigfromme Lied lautet:



    „In Demut bet` ich dich, verborgne Gottheit, an,

    Die du den Schleier hier des Brotes umgetan.



    Mein Herz, das ganz in dich anschauend sich versenkt,

    Sei ganz dir untertan, sei ganz dir hingeschenkt.



    Gesicht, Gefühl, Geschmack betrügen sich in dir,

    Doch das Gehör verleiht den sicheren Glauben mir.



    Was Gottes Sohn gesagt, das glaub` ich hier allein,

    Es ist der Wahrheit Wort, und was kann wahrer sein?



    Am Kreuzesstamme war die Gottheit nur verhüllt,

    Hier hüllt die Menschheit auch sich gnädig in ein Bild;



    Doch beide glaubt mein Herz und sie bekennt mein Mund,

    Wie einst der Schächer tat in seiner Todesstund`.



    Die Wunden seh` ich nicht, wie Thomas einst sie sah;

    Doch ruf` ich: Herr, mein Gott, du bist wahrhaftig da!



    O gib, dass immer mehr mein Glaub` lebendig sei;

    Mach` meine Hoffnung fest, mach` meine Liebe treu.



    O, Denkmal meines Herrn an seinen bittren Tod,

    O lebenspendendes und selbst lebend`ges Brot!



    Gib, dass von dir allein sich meine Seele nährt

    Und deine Süßigkeit stets kräftiger erfährt.



    O, guter Pelikan, o Jesu, höchstes Gut!

    Wasch` rein mein Herz mit deinem teuern Blut;



    Ein einz`ger Tropfen macht die ganze Erde neu,

    Wascht alle Sünder rein, stellt alle schuldenfrei.



    O Jesu, den verhüllt jetzt nur mein Auge sieht,

    Wann stillst das Sehnen du, das in der Brust mir glüht,



    Dass ich enthüllet dich anschau` von Angesicht

    Und ewig selig sei in deiner Glorie Licht? – Amen.“



    Von Köln weg, wo der junge Lehrer hohe Berühmtheit erlangt hatte, kam er als Lehrer der Theologie nach Rom. Hier wie dort gewann er die weitesten Massen durch seine unvergleichlichen, zündenden Predigten. Auch seine Angehörigen durfte er Gott zuführen. Neben dem anstrengenden Beruf eines Hochschullehrers schrieb Thomas unermüdlich Werke über Philosophie und Theologie, in denen er sein gotterleuchtetes Wissen niederlegte. Bis zu seinem Ende blieb Thomas so demütig, dass er alle Ehrenstellen, die ihm vom Papst angetragen wurden, zurückwies.



    Über seine Werke war er oft unruhig, ob sie doch – alle die 18 Folianten – nichts gegen die katholische Lehre enthielten. Gott selbst gab ihm Antwort. Als er einst in Neapel vor einem Kruzifix betete, fiel er in Extase und hörte die Worte: „Thomas, du hast gut von mir geschrieben; welche Belohnung begehrst du dafür?“ Da erwiderte der Heilige: „Keine andere, als dich, o Herr!“ – Und der große Lohn kam bald. Von übergroßer Geistesarbeit geschwächt, begann Thomas zu kränkeln. Der Papst sandte ihn als Verteidiger der katholischen Lehre gegen die Griechen zum Konzil von Lyon (1274). Unterwegs erkrankte der Heilige so heftig, dass er in der Zisterzienser-Abtei in Fossa Nuova die Fahrt unterbrechen musste. Als er die Pforte durchschritt, sagte er: „Hier ist der Ort meiner Ruhe für alle Zeit!“ Schnell schwanden trotz der besten Pflege seine Lebenskräfte und nach einer allgemeinen Beichte und der mit der Andachtsglut eines Heiligen empfangenen heiligen Wegzehrung verschied der Fürst der Gottesgelehrten sanft und leicht.



    Er wurde 1567 von Pius V. zum Doctor ecclesiae (Kirchenlehrer) und 1880 von Leo XIII. zum „Patron der studierenden Jugend und der Schulen“ ernannt. Er heißt auch „Doctor angelicus“ – der englische Kirchenlehrer – da er durch eine besondere Gnade keine Anfechtungen gegen seine Unschuld zu leiden hatte.


    https://www.heiligen-legende.de/thomas-von-aquin/

Inhalte des Mitglieds Blasius
Beiträge: 4557
Geschlecht: männlich
Seite 5 von 126 « Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 126 Seite »

Besucher
0 Mitglieder und 9 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Lothar Martin
Forum Statistiken
Das Forum hat 4290 Themen und 27682 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:




Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen
Datenschutz