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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Jesus Christus ist unser Herr. Wenn Er will, daß die Hirten kommen und Ihm – dem armen Christkindlein – huldigen, ladet Er sie durch seinen Engel ein, und sie eilen voll Freude zur Krippe; wenn Er wünscht, daß die Fürsten der heidnischen Welt Ihn anbeten, so winkt Er ihnen durch einen Stern am Himmel zu, und sie bringen Ihm ihre geheimnisreichen Gaben; wenn Er Arbeiter begehrt für seinen Weinberg, so schreitet Er zum Ufer des See`s Tiberias und gebietet den Fischern: „Folget Mir“, und sie verlassen sogleich ihre Netze; wenn Er den Heiden einen „großen“ Lehrer geben will, so zerschmettert Er das jüdische Herz des jungen Saulus und gibt ihm ein neues, das Herz eines Apostels, und dieser frohlockt: „Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal. 2)

    Saulus, zu Tarsus in Cilicien geboren, dem jüdischen Stamm Benjamin angehörig und zugleich römischer Bürger, besaß hervorragende Geistesanlagen, ein für Großes empfängliches Gemüt und eine unbeugsame Willenskraft. Nachdem er den vorbereitenden Unterricht in der Vaterstadt genossen, kam er nach Jerusalem, um bei dem berühmten Lehrer Gamaliel die heiligen Schriften zu studieren, während Jesus in Palästina das Evangelium predigte und oft im Tempel lehrte. Saulus erregte Aufsehen durch die Entfaltung seiner herrlichen Talente, durch seinen glühenden Eifer für das Gesetz Moses und die Überlieferungen der Väter und durch seine schroffe Parteinahme für die Pharisäer. Die wunderbar schnelle Vermehrung der Anhänger des gekreuzigten Jesus aus Nazareth, welche er für treulose Verächter Gottes und des Moses ansah, entzündete seinen pharisäischen Eifer zur hellen Flamme des Hasses wider sie. Wie ein reißender Wolf lechzte er nach dem Blut der Christen und hütete die Kleider der Mörder, welche den heiligen Stephanus steinigten, um selbst, wie der heilige Augustin sich ausdrückt, durch die Hände derselben ihn zu töten; aber der heilige Diakon Christi rächte sich an dem jungen Pharisäer dadurch, daß er für ihn zu Gott um die Gnade der Bekehrung flehte.

    Aufgehetzt durch die Hohenpriester stürmte Saulus in die Häuser und Versammlungen der Christen und schleppte sie vor Gericht, um sie mit der Folter entweder zum Abfall vom Glauben an Jesus zu zwingen, oder zu töten. Er bekennt es aufrichtig: „Viele von den Heiligen ließ ich ins Gefängnis werfen und freute mich, wenn sie getötet wurden; in allen Synagogen zog ich sie zur Strafe, ließ sie züchtigen und zwang sie, Jesum zu lästern; und noch mehr wütete ich wider sie und verfolgte sie in fremde Städte.“ (Apg. 26)

    Hierüber erzählt der heilige Lukas Folgendes:

    „Saulus schnaubte Drohung und Mord wider die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, damit er, wenn er Einige, die dieses Weges wären, Männer und Weiber fände, sie gebunden nach Jerusalem brächte. Als er nun auf dem Weg war und es geschah, daß er Damaskus nahe kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme: Saulus, Saulus, warum verfolgst du Mich? Er sprach: Wer bist du, Herr? Und dieser (antwortete): Ich bin Jesus, den du verfolgst: hart wird es dir, wider den Stachel auszuschlagen. Da sprach er mit Zittern und Staunen: Herr, was willst Du, daß ich tun soll? Und der Herr sprach zu ihm: Geh` in die Stadt, da wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Aber die Männer, welche mit ihm reisten, standen betäubt, hörten die Stimme, sahen aber Niemanden. Saulus stand nun auf von der Erde; als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Da nahmen sie ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus. Und er war daselbst drei Tage, ohne zu sehen: und er aß nicht und trank nicht. Es war aber zu Damaskus ein gewisser Jünger, mit Namen Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: „Ananias!“ Er aber sprach: „“Siehe, hier bin ich, Herr!“ Und der Herr sprach zu ihm: „Steh` auf und geh` in die Straße, welche die „gerade“ heißt, und frage im Hause des Judas nach Einem mit Namen Saulus aus Tarsus; denn sieh`, er betet (Und Saul sah den Ananias eintreten und sich die Hände auflegen, damit er wieder sehend würde.) Ananias aber antwortete: „Herr, ich habe von Vielen gehört über diesen Mann, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat. Und auch hier hat er Macht von den Hohenpriester, Alle, die deinen Namen anrufen, zu fesseln.“ Der Herr aber sprach: „Geh` hin; denn dieser ist Mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen vor Heiden und Könige und Kinder Israels zu bringen: denn Ich will ihm zeigen, wie viel er um meines Namens willen leiden muss.“ Da ging Ananias hin und kam in das Haus, legte ihm die Hände auf und sprach: „Bruder Saul, der Herr Jesus, der dir auf dem Weg, worauf du kamst, erschienen ist, hat mich zu dir gesandt, damit du sehend werdest und voll des heiligen Geistes:“ Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, stand auf und wurde getauft. Nun nahm er Speise und kam zu Kräften. Er hielt sich aber bei den Jüngern, die zu Damaskus waren, einige Tage auf. Und sogleich predigte er in den Synagogen Jesum, daß Er der Sohn Gottes sei. Es staunten aber Alle, die es hörten und sprachen: „Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die verfolgte, welche diesen Namen anriefen, der dazu hierher gekommen ist, damit er sie gebunden zu den Hohenpriestern führe? Saul aber erstarkte immer mehr und beschämte die Juden, welche zu Damaskus wohnten, indem er dartat, daß dieser der Christus (der verheißene Messias) sei.“ (Apg. 9)

    Diese wunderbare Umwandlung des verfolgungssüchtigen Juden in einen so großen Apostel war der herrliche Triumph der Barmherzigkeit und Gnade Jesu zum Wohl seiner Kirche.

    Saulus suchte voll Haß die Christen auf, um sie von Christus loszureißen, und er fand auf dem Weg Christum selbst und lernte Ihn kennen, um nun voll Liebe alle Völker Ihm zuzuführen. Saulus hatte von Anderen Briefe empfangen zur Zerstörung der Kirche. Erkennend die Schwere seiner Sünden und die Huld seines Erlösers, weihte er von jetzt an die ganze Größe seines Geistes, die volle Glut seines Herzens und die eiserne Kraft seines Willens – veredelt und gehoben durch die Gnade des heiligen Geistes – der Verherrlichung Jesu. –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 59 – S.61

    https://katholischglauben.info/die-bekeh...postels-paulus/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    1 Der selige Heinrich Suso Dominikaner und Mystiker
    1.1 Das Leben des Heinrich Suso
    1.2 Seine Liebe zur Himmelsmutter Maria
    1.3 Die Gottesmutter gibt Heinrich einen himmlischen Trank
    1.4 Der Gesang am himmlischen Hof
    1.5 Die Gottesmutter zürnt

    Das Leben des Heinrich Suso
    Heinrich Suso, nach seiner Mutter Namen auch Säusen genannt, stammte aus einem vornehmen Geschlecht, und trat, erst 13 Jahre alt, in den Orden der Dominikaner zu Konstanz. Er studierte auf der hohen Schule zu Köln und wollte Doktor der heiligen Schrift werden; allein der heilige Geist, der in seiner unschuldigen Gott liebenden Seele wohnte, wehrte es ihm und mahnte ihn, sich ganz der ewigen Weisheit, welche in Gott ruht, hinzugeben, und auch andere Menschen durch Predigen zu Gott zu ziehen. So fing er denn an zu predigen und ward ein berühmter Prediger, der dem Herrn eine große Anzahl Seelen gewann. Dabei lebte er im wunderbaren Verkehr mit Jesus, der ewigen Weisheit und seiner glorwürdigen Mutter Maria. Seine übermenschliche Buße, sein beständiges Beten und Betrachten hatten ihn zu diesem wunderbar lieblichen Verkehr erhoben. Sein Herz, das von Liebe zu Gott und den Menschen überfloss, machte ihn mitleidig mit den Trauernden und Weinenden, weise zum Ratgeben, väterlich gegen die Armen, eifrig in Bekehrung der Sünder, liebetraut gegen alle Freunde Gottes, versöhnlich gegen alle seine Feinde, milde und gütig gegen jedes Tierlein, und Alles, was im Erdkreis lebt. Zwei und zwanzig Jahre führte er das schmerzensreichste Bußleben. Er schlug sich wahrhaft mit Jesus ans Kreuz, dessen heiligsten Namen er mit glühendem Eisen in seine Brust brannte, um seiner niemals zu vergessen. Auch an aller Schmach des Heilandes nahm er Teil. Ein schlechtes Weibsbild beschuldigte ihn, der Vater ihres Kindes zu sein. Jahre lang musste er die Verachtung und den Hohn seiner Mitbrüder und der Welt tragen, bis seine Unschuld an den Tag kam. Von einem halb verrückten Mitbruder wurde er als Brunnen-Vergifter angegeben und geriet deshalb in Todesgefahr; böse Zungen dichteten ihm allerlei Verbrechen an, von denen er nichts wußte, ja man hielt ihn sogar für einen Ketzer. Er aber trug stille und geduldig seinem Herrn und Meister die Schmach nach, der ihn dadurch immer mehr reinigte und zu der höchsten Stufe der Vollkommenheit erhob. –

    Er starb selig im Herrn am 25. Januar 1365 zu Ulm, wo er im Kreuzgang der Dominikaner-Kirche begraben wurde.

    Seine Liebe zur Himmelsmutter Maria

    Er war der treueste Diener U. L. Frau, wie ein gutes Kind seine Mutter, so liebte er sie, und hinwiederum erfreute er sich auch der vollen Liebe der Himmelsmutter, welche ihn reich begnadete.

    Einmal hatte er sich vorgenommen, dem Herrn Jesus zu Lieb nur Morgens zu trinken, und dann den ganzen Tag nicht mehr. Das trieb er von Weihnacht an bis zum zweiten Sonntag nach heiligen drei König. Er musste den heftigsten Durst leiden, und sein Leiden ward groß. Da hatte er in einer Nacht, wo er den größten Durst litt, ein Gesicht. U. L. Frau, Gottes Mutter, kam mit dem Kindlein Jesus, in der Gestalt, als es auf der Erde siebenjährig war. Das Kindlein hatte in der Hand ein Krüglein mit frischem Wasser. Da nahm U. L. Frau das Krüglein in ihre Hand und gab`s ihm, daß er tränke. Er nahm es und trank mit großer Begierde und löschte seinen Durst nach Wunsch.

    Einmal sah er den bösen Geist mit einem häßlichen Gesicht, mit vor Wut funkelnden Augen, mit einem Bogen und furchtbaren Feuerpfeilen in der Hand, die er in seiner Gegenwart auf einen Mönch abschoss und ihn sogleich zu Boden streckte und dem Tode nahe brachte. Der böse Feind wollte auch Heinrich dasselbe tun, allein dieser erhob bloß seine Augen zum Himmel und sprach die süßen Worte: „Nos cum prole pia benedicat Virgo Maria.“ „Es segne uns Maria, die Jungfrau mit ihrem süssen Kind“, und sogleich verschwand der böse Feind.

    Er ging einst über Feld, und kam auf einen schmalen Steg. Da begegnete ihm eine arme Frau. Da die Frau nahe zu ihm kam, da wich er ihr aus und trat in die Nässe, die Frau kehrte sich um und sprach also zu ihm: „Lieber Herr! Was meinet ihr damit, daß ihr, ehrwürdiger Priester und Herr, mir, der armen Frau, so demütiglich weichet, da eich euch billiger sollte gewichen sein?“ Da sprach er: „Eja, liebe Frau! Meine Gewohnheit ist, daß ich allen Frauen gern Ehre anbiete, um der zarten Gottesmutter vom Himmelreich willen.“ Sie hob ihre Augen und Hände gegen Himmel auf und sprach also: „Nun bitte ich dieselbe himmlische Frau, daß ihr von dieser Welt nicht eher scheidet, es sei denn, daß euch die Mutter Gottes eine Gnade gebe, da ihr sie an uns Frauen so ehrt.“ Er sprach: „Des helfe mir die reine Jungfrau Maria vom Himmelreich.“

    Die Gottesmutter gibt Heinrich einen himmlischen Trank
    Es geschah aber bald darnach, daß er sich bei Tisch wieder des Trankes enthielt. Da er des Nachts sich nieder legte, da kam vor ihm stehend in einem Gesicht ein himmlisch schönes Bild und sprach zu ihm also: „Ich bin es, die Mutter, die dich in der vorigen Nacht getränkt hat aus dem Krüglein, und wenn dich so dürstet, so will ich aus Erbarmen sich abermals tränken.“ Da sprach Heinrich zu ihr: „Ach, reine Frucht, du hast doch nichts in der Hand, damit du mich mögest tränken!“ Da antwortete sie und sprach zu ihm: „Ich will dich tränken mit dem heilsamen Trunk, der meinem Herzen entfleußt.“ Da erschrak er, daß er nicht antworten konnte, weil er sich des für unwürdig erkannte. Da sprach sie gar gütlich zu ihm: „Weil sich der Himmelshort Jesus also lieblich in dein Herz gesenkt, und dasselbe dein dürrer Mund also hart erworben hat, so soll es dir zum besonderen Trost von mir werden: und es ist nicht ein leiblicher Trank, es ist ein heilsamer, geistlicher, würdiger Trank wahrer, echter Lauterkeit. Da ließ er`s geschehen und gedachte bei sich selbst: nun sollst du recht genug trinken, daß du deinen Durst wohl mögest löschen. Da er wohl getrunken des himmlischen Trankes, da blieb ihm etwas in dem Mund wie ein kleines, weiches Kügelein, das war weiß, wie das Himmelbrot geschaffen war, das behielt er zum Andenken lang in dem Mund. Darnach kam ihm ein herzliches Weinen an, und dankte Gott und seiner lieben Mutter wegen der großen Gnaden, so er von ihnen empfangen hatte. –

    Im Auftrag der Mutter Gottes kam bald hernach zu ihm eine fromme Person, die zu ihm sprach: Du sollst wissen, daß mir U. L. Frau mit ihrem lieben Kind heute Nacht in einem Gesicht vorkam, und hatte unsere Frau in ihrer Hand ein schönes Trinkgefäß. Das Kind und die Frau redeten minnigliche Worte von dir; da bot sie das Gefäß mit dem Wasser dem Kindlein dar, und bat es, daß es seinen Segen drüber gebe; es tat seinen heiligen Segen über das Wasser, und sogleich ward das Wasser zu Wein, und es sprach: Es ist genug, ich will nicht, daß der Bruder keinen Wein mehr trinke; er soll fürohin Wein trinken, seiner schwachen Natur wegen. Und da ihm also erlaubt war von Gott, da trank er fröhlich Wein, wie er auch zuvor getan.

    Heinrich Suso, auch Seuse genannt, hat einen Blumenkranz in der Hand, den er der Gottesmutter mit ihrem Jesuskind auf ihr Haupt setzt




    Der Gesang am himmlischen Hof

    Da Heinrich noch ein kleiner Knabe war, hatte er die Gewohnheit, wenn der schöne Frühling kam und die zarten Blümlein hervor sproßten, so wollte er kein Blümlein berühren noch pflücken, bis an die zeit, wo er seine Liebe, die zarte, rosige Magd, Gottes Mutter, zuerst begrüßte mit seinen ersten Blumen. So ihm die rechte Zeit gekommen schien, brach er die Blumen mit manchen minniglichen Gedanken und trug sie in die Kammer und machte einen Kranz daraus und ging in U. L. Frauen Kapelle und kniete vor U. L. Frau gar demütiglich nieder und setzte ihrem Bild den Kranz auf in der Meinung: weil sie die allerschönste Blume und seines Herzens Sommerwonne wäre, daß sie die ersten Blumen von ihrem Diener nicht verschmähen möchte.

    Einstmals, da er die Schöne also bekränzt hatte, da ward ihm ein Gesicht. Er sah den Himmel offen und die lichten Engel klar auf- und absteigen im lichten Gewand. Da hörte er in dem himmlischen Hof von dem fröhlichen Ingesinde (=Dienerschaft im Haus des Herrn) den allerschönsten Gesang, der je gehört ward. – Sie sangen sonderlich einen Gesang von U. L. Frau, der klang so recht süßiglich, daß seine Seele von großer Wonne zerfloss und der Gesang war dem gleich, den man von ihr singt am Allerheiligen-Tag in der Sequenz: „Illic regina virginum, transcendens culmen ordinum“, und ist der Sinn des Gesanges, wie die reine Königin obschwebt in Ehren und Würdigkeit allem himmlischen Heer. Er hub auch an und sang mit dem himmlischen Gesinde, und seiner Seele blieb davon viel himmlischen Geschmackes und Verlangens nach Gott.

    Darnach hatte er einst beim Beginn des Mai-Monats seiner allerliebsten, himmlischen Frau nach Gewohnheit mit großer Andacht einen Kranz von Rosen aufgesetzt. Weil er einen weiten Weg hatte gemacht, so war er sehr müde, und überließ sich dem Schlaf und grüßte die Jungfrau zur gewohnten Stunde nicht. Da es nun Zeit war, wo er aufstehen sollte, da ward ihm gleichsam, als wäre er in einem himmlischen Chor, und da sang man das Magnifikat, Gottes Mutter zu Lob. – Da es zu Ende war, da trat die Jungfrau hervor und gebot Heinrich, daß er anfange den Vers zu singen: O vernalis rosula, etc. das heißt: O du feines, sommerliches Röslein! Er gedachte, was wohl die Gottesmutter damit meine, aber er wollte ihr gehorsam sein, und hub an mit fröhlichem Mut zu singen: O vernalis rosula! Alsbald erschienen drei oder vier Jünglinge aus den himmlischen Bewohnern, und standen im Chor und fingen an mit ihm zu singen und sie sangen abwechselnd so wohl gemütiglich, daß es also süßiglich erschallte, als ob alle Saitenspiele erklängen; und den Klang mochte seine schwache Natur nicht ertragen und er kam wieder zu sich.

    Die Gottesmutter zürnt
    +
    Am nächsten Tag, nach U. L. Frauen Himmelfahrt, da ward ihm abermals große Freude gezeigt im himmlischen Hof. Aber es durfte Niemand hinein, der dessen unwürdig wäre. Da nun Heinrich gerne hinein gedrungen wäre, da kam ein Jüngling, ergriff ihn bei der Hand und sprach: „Geselle, du darfst jetzt noch nicht hinein; bleib hier draussen; du bist in Schulden und musst büßen für deine Missetat, ehe du den himmlischen Gesang hören mögest.“ Und er führte Heinrich einen krummen Weg in ein Loch unter der Erde, das war finster, öde und jammervoll. Er konnte weder hin noch her sich wenden, wie einer der gefangen liegt, daß er weder die Sonne noch den Mond sehen kann. Dies tat ihm weh, und er fing an zu seufzen und zu klagen über sein Gefängnis. Darnach aber kam bald der Jüngling zu ihm und fragte ihn, wie es ihm ginge. Heinrich sprach: „Übel und übel.“ Da sagte ihm der Jüngling: „Wisse, daß die oberste Fürstin vom Himmelreich jetzt mit dir zürnt wegen der Schuld, darum du auch hier gefangen liegst.“ Heinrich erschrak sehr und sprach: „O weh mir Armen, was hab ich wider sie getan?“ Er sprach: „Sie zürnt, weil du so ungern predigst an ihren Festtagen, und gestern an ihrem hohen Fest versagtest du deinen Obern, daß du nicht predigen wolltest.“ Heinrich sprach: „O wehe mir! Doch vernimm, mein Herr! Mich dünkte, die Gottesmutter ist also großer Ehre wert, daß ich mich zu klein bedünke, von ihr zu predigen und überlasse es den Älteren und Würdigeren; denn ich glaube, diese können von ihr würdiglicher predigen, denn ich armer Mensch!“ Da sprach der Jüngling: „Wisse, daß sie es gern vor dir hat, und ist ihr ein angenehmer Dienst von dir; darum tu es nicht mehr.“ Heinrich fing an zu weinen und sprach zu dem Jüngling: „Ach herzlicher Jüngling, versöhne mich mit der reinsten Mutter; denn ich gelobe dir bei Treue, daß es nicht mehr geschieht.“ Der Jüngling lächelte und tröstete ihn gütlich,, und führte ihn aus dem Gefängnis wieder heim, und sprach: „Ich hab` es an der Himmelskönigin gütlichem Antlitz und Worten, die sie gegen dich hatte, bemerkt, daß sie ihren Zorn gegen dich aufgegeben und immer gegen dich mütterliche Treue haben will.“ Von nun an predigte Heinrich wieder fleißig zu Lob der gebenedeiten Gottesmutter. (Susos Leben v. Kard. Diepenbrock.) –

    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 260 – Sp. 263

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    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Zitate von Heiligen




    Der heilige Franz von Sales

    Übertragung der Gebeine: 29.1.,

    + 28.12.1622 – Fest: 24. Januar



    Aus dem so reichen und tätigen Leben dieses Gottesmannes, der im Jahr 1567 von vornehmen Eltern geboren, fromm erzogen, im Alter von vierundzwanzig Jahren zum Priester geweiht, im Jahr 1602 zum Bischof von Genf konsekriert wurde und am 28. Dezember 1622 aus der Zeitlichkeit schied, kann und soll hier nur dasjenige ausgehoben werden, was zunächst auf die Andacht und Verehrung Bezug hat, die dieser Heilige der seligsten Jungfrau widmete. Die Lebensgeschichte selbst aber möge in einer Legende nachgelesen werde.



    Franz von Sales kann in der Tat allen Marienverehrern als herrliches Muster und Vorbild dienen, denn von der Jugend bis zu seinem Lebensende war und blieb er Marien mit innigster Andacht und Liebe zugetan, worin er durch manche Lebensumstände noch mehr gekräftigt wurde.



    Er befand sich der Studien wegen zu Paris und führte mitten in den Gefahren der Hauptstadt ein sehr gottseliges Leben. Aber ungefähr im siebzehnten Jahr seines Lebens verfiel er in einen Gemütszustand, dem auch sein junger, kräftiger Leib unterliegen zu müssen schien. Dichte Finsternis verbreitete sich in seiner Seele. An die Stelle des süßen Friedens trat eine gänzliche Trostlosigkeit. Diesen Zustand benützte noch überdies der Feind unseres Heils, ihm den martervollen Gedanken einzugeben, alles, was er für Gott tue, sei unnütz und sein ewiger Untergang schon entschieden und unvermeidlich. In seiner Lebensgeschichte wird erzählt, dass er in diesem qualvollen Zustand oft ausgerufen habe: „So soll ich denn, allerseligste Jungfrau, Mutter meines Gottes, Schönste aus allen Töchtern Jerusalems, so soll ich dich denn niemals dort im Himmel sehen.“



    Endlich gefiel es Gott, ohne menschliche Beihilfe seinen Diener durch die mächtigste Trösterin der Betrübten, durch Maria, die er schon von Kindheit an so innig geliebt und der zu Ehren er bereits lebenslängliche Jungfräulichkeit gelobt hatte, den jungen Grafen von dieser schrecklichen Versuchung zu befreien. Er gab ihm den Gedanken ein, die nämliche Kirche zu besuchen, in der er das Gelübde der Keuschheit gemacht hatte. Der erste Gegenstand, der hier auf ihn Eindruck machte, war das Bild der Gebenedeiten. Dieser Anblick erneuerte in ihm das Vertrauen, das er immer auf ihre mächtige Fürbitte in seinem Herzen getragen wird. Er warf sich auf die Knie nieder, betete das bekannte Gebet des heiligen Bernardus: „Gedenke, o gütigste Jungfrau etc.“ und fügte, indem er das Gelübde der Keuschheit erneuerte, noch hinzu: „O meine Königin, sei du meine Fürsprecherin bei deinem Sohn, an den ich mich nicht zu wende wage. O meine Mutter, wenn ich denn so unglückselig sein sollte, in jener Welt meinen Heiland nicht lieben zu können, da ich doch erkenne, wie liebenswürdig er ist, so erlange mir die Gnade, dass ich ihn doch auf dieser Welt nach allen meinen Kräften liebe. Um diese Gnade bitte ich dich, und ich hoffe von deiner Güte ihre Gewährung.“



    Sein Gebet fand Erhörung. Sein Herz war voll des süßesten Trostes, und mit dem inneren Frieden kehrte auch bald die Gesundheit des Körpers zurück, und seine Andacht zu Maria wuchs so sehr, dass er nicht müde wurde, sein ganzes Leben lang ihre Liebe und Barmherzigkeit in Gesprächen, Predigten und Schriften zu verkündigen.



    Wenn er den Ketzern gegenüber die Lehren der Kirche verfocht, empfahl er sich stets der heiligen Jungfrau mit gänzlichem Vertrauen und mit den Worten, die die Kirche an sie richtet: „Du allein hast alle Ketzereien in der ganzen Welt vernichtet.“ Bei jeder Gelegenheit suchte er ihren Beistand und predigte allen dieses heilsame Vertrauen. „Alle meine Hilfe finde ich in dem allerheiligsten Sakrament und bei der Gottesmutter. „Ach, wie sehr fühle ich,“ fügte er hinzu, „welches Glück es ist, ein, wenn auch unwürdiges Kind einer so glorreichen Mutter zu sein. Lasst uns große Dinge unter ihrer Anrufung unternehmen, und wenn wir in der Liebe zu ihr zärtlich sind, wird sie uns alles erwirken, um was wir bitten.“



    Als er eines Tages einen steilen Hügel, auf dem eine Kirche der heiligsten Jungfrau stand, mit so harter Mühe bestieg, dass ihm die Füße bluteten, wollten ihn seine Leute zurückhalten und bewegen, einen so schmerzlichen Gang aufzugeben. „Es ist war,“ entgegnete er ihnen, „dass ich sehr ermüdet bin. Allein wenn es für mich eine Beschämung ist, dass ich für den Dienst Gottes nicht genug an Mühsale gewöhnt bin, so ist es dagegen eine Freude für mich, im Dienst der Gottesmutter mein Blut vergossen zu haben.“ Die Hingabe dieses heiligen Bischofs für Maria war so groß, dass er in allen seinen Besprechungen darauf zu reden kam, wo sich ihm Gelegenheit bot.



    Er predigte an allen ihren Festtagen, und die Inbrunst, die Lebendigkeit und die Fülle seiner Reden zeugten für seine inneren Gefühle. „Sie wissen,“ schrieb er an die heilige Chantal, „dass unsere glorreiche Königin mir stets einen besonderen Beistand leiht, wenn ich von ihrer göttlichen Mutterschaft rede. Ich flehe sie an, ihre Hand in die kostbare Seite ihres Sohnes zu legen, um daraus seine teuersten Gnaden zu schöpfen und sie uns in Fülle zu geben.“



    Seine zärtliche Verehrung für Maria flößte ihm den Gedanken ein, dieser himmlischen Mutter seine Abhandlung von der Liebe zu Gott zu widmen, und man kann diese Widmung nicht lesen, ohne die heilige Glut seines Herzens für sie zu bewundern. „Heiligste Gottesmutter,“ redete er sie an, „liebenswürdigstes, liebevollstes und geliebtestes aller Geschöpfe, zu deinen Füßen auf mein Angesicht hingestreckt, widme und weihe ich dieses kleine Werk der Liebe der unermesslichen Hoheit deiner himmlischen Liebe. O Jesus, wem könnte ich die Werke deiner Liebe besser widmen, als dem liebenswürdigsten Herzen der Geliebten deiner Seele?“



    Der Tag der unbefleckten Empfängnis Mariä war ein werter Tag für seine zarte Frömmigkeit. Obschon er mit der Leitung eines großen Bistums belastet, mit vielen Predigten beschäftigt, in der Führung der Seelen stets in Anspruch genommen war, und nebst dem noch die Kirche mit vielen Schriften bereicherte, unterließ er doch nie, täglich den heiligen Rosenkranz zu beten. Eines Tages, da er durch die vielen Geschäfte bis in die späte Nacht daran verhindert worden war, und sein Hausgeistlicher meinte, er könne ja, da er der Ruhe so sehr bedürfe, den Rosenkranz für den nächsten Tag versparen, entgegnete der heilige Bischof: „Mein Grundsatz ist, nie auf den künftigen Tag zu verlegen, was heute noch geschehen kann.“ Und er vollendete seinen Rosenkranz mit der gewöhnlichen Andacht.

    Liebe Grüße Blasius

  • Gebete am 24. JanuarDatum24.01.2020 08:37
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete




    TAGESGEBET

    Gütiger Gott,

    du hast den heiligen Franz von Sales

    dazu berufen,

    als Bischof und Lehrer allen alles zu werden.

    Hilf uns, sein Beispiel nachzuahmen

    und den Brüdern zu dienen,

    damit durch uns

    deine Menschenfreundlichkeit sichtbar wird.

    Darum bitten wir durch Jesus Christus.


    Erbarmungsreiche Mittlerin Maria, führe du uns in allen unseren Wegen, rate du uns bei allen unseren Begegnungen und hilf du uns in allen Anliegen des Leibes und der Seele. Erwirb uns die Gnade, dass wir deinen Tugenden nachfolgen, alles Böse meiden, vor allen Feinden gesichert, stets die Pfade der göttlichen Gebote gehen, bis wir endlich zum Land der Lebendigen gelangen, wo wir in Gott, unserem Heiland mit dir und allen Auserwählten frohlocken in Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Timotheus



    O Gott, der du den heiligen Timotheus für den Unterricht des Weltapostels so empfänglich gemacht hast, schenke uns auf seine Fürbitte hin, dass wir durch Aufmerksamkeit und Folgsamkeit gegenüber den Verkündigern deiner Lehre dir wohlgefällig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Denkschrift auf dem Grab des heiligen Franz von Sales



    "Wanderer! verweile bei diesem Grabe; bewundere, verehre und ahme nach das Beispiel dieses großen Mannes Franziskus von Sales, Fürsten und Bischof von Genf. Seinen allzufrühen Hingang aus diesem Tränentale in die allerherrlichste Welt Gottes beweinen hier seine geistlichen Söhne und Töchter. Verehre an dieser Ruhestätte die erblasste Hülle einer verklärten Seele, die der Kirche Leuchte, des Glaubens Säule, der Hirten Muster, ein Lehrer der wahren Gottseligkeit; die Liebe der Fürsten, der Trost seiner Herde, ein Vater der Armen; ein apostolischer Prediger, der Stifter einer Pflanzschule von Engeln in Menschengestalt; der Tugend liebenswürdiges Vorbild war. Erstaune über dieses größte Wunder der Gnade in unseren Tagen. Folge, wenn du aus der Zahl der Stillen im Lande bist, die das Heimweh nach des Vaters seligem Hause haben, dem Beispiel dieses verherrlichten Gerechten nach!"



    Letztes Gebet des heiligen Franz von Sales während seines Todeskampfes



    "Einziger, dreieiniger Gott! Alles, was ich durch dein Erbarmen bin, opfere ich dir. Mein Gedächtnis und meine Gedanken seien dir geheiligt, ewiger Vater! Mein Verstand und meine Worte dir, göttlicher Sohn! Mein Wille und meine Handlungen dir, göttlicher Geist! Mein Herz, meinen Leib, meine Zunge und meine Sinne schenke ich dir zum Opfer, heilige Menschheit meines Erlösers Jesus Christus, der aus Liebe meiner sich in den schmerzlichen Tod des Kreuzes hingegeben hat!"



    Andenken an die seligste Jungfrau




    An diesem Tag wurde zu Toledo in Spanien das Fest begangen, das der heilige Bischof Ildephonsus, der so eifrige Verteidiger der Jungfräulichkeit Mariä, im Jahr 657 eingesetzt hat, nämlich zum Gedächtnis der wundervollen Erscheinung der seligsten Jungfrau in der Domkirche zu Toledo, die ihm an Mariä Himmelfahrt zuteil geworden ist. Die zu Toledo wegen dieser Erscheinung an diesem Tag gebräuchlichen priesterlichen Tagzeiten sind von Papst Gregor XIII. gutgeheißen worden.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    Katechismus der Katholischen Kirche
    §§ 74–79 (© Libreria Editrice Vaticana)

    „Er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten“
    Gott ,,will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4), das heißt zur Erkenntnis Jesu Christi (vgl. Joh 14,6). Deshalb muss Christus allen Völkern und Menschen verkündet werden und die Offenbarung bis an die Grenzen der Erde gelangen. […] „Christus, der Herr, in dem die ganze Offenbarung des höchsten Gottes sich vollendet, hat den Aposteln den Auftrag gegeben, das Evangelium, das, vordem durch die Propheten verheißen, er selbst erfüllt und mit eigenem Munde verkündet hat, als die Quelle aller heilsamen Wahrheit und Sittenlehre allen zu predigen und ihnen so göttliche Gaben mitzuteilen“ (DV 7).

    Dem Willen des Herrn entsprechend geschah die Weitergabe des Evangeliums auf zwei Weisen: – mündlich „durch die Apostel, die in mündlicher Predigt, durch Beispiel und Einrichtungen das weitergaben, was sie entweder aus Christi Mund, im Umgang mit ihm und durch seine Werke empfangen oder unter der Eingebung des Heiligen Geistes gelernt hatten“; – schriftlich „durch jene Apostel und apostolischen Männer, die unter der Inspiration desselben Heiligen Geistes die Botschaft vom Heil niederschrieben“.

    „Damit aber das Evangelium in der Kirche stets unversehrt und lebendig bewahrt werde, haben die Apostel als ihre Nachfolger Bischöfe zurückgelassen, denen sie ihr eigenes Lehramt übergaben“ (DV 7). Denn es musste „die apostolische Predigt, die in den inspirierten Büchern in besonderer Weise ausgedrückt wird, in ununterbrochener Folge bis zur Vollendung der Zeiten bewahrt werden“.

    Diese lebendige Weitergabe, die im Heiligen Geist geschieht, wird – als von der Heiligen Schrift verschieden, aber doch eng mit ihr verbunden – „Überlieferung“ genannt. „So setzt die Kirche in ihrer Lehre, ihrem Leben und ihrem Kult fort und übermittelt allen Geschlechtern alles, was sie selber ist, alles, was sie glaubt“. „Die Aussagen der heiligen Väter bezeugen die lebendigmachende Gegenwart dieser Überlieferung, deren Reichtümer sich in Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen“ (DV 8). So bleibt die Selbstmitteilung des Vaters durch sein Wort im Heiligen Geist in der Kirche zugegen und wirksam […].

    (DV: siehe II. Vatikanisches Konzil, „Dei Verbum“, §§ 7–8)


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Diskussionsplattform K...




    Versuche es nicht, Narren zu predigen

    1 Versuche es nicht, Narren zu predigen
    1.1 Gesunder Menschenverstand statt Narretei
    1.1.1 Was wahr ist, ist wahr und was falsch ist, ist falsch
    1.2 Es gibt nur eine wahre Religion
    1.3 Die Religionsbekenntnisse widersprechen sich
    1.3.1 Der Glaube des Einen ist nicht einerlei mit dem Glauben des Anderen
    1.4 Die “allgemeine Religion” der Freimaurerei
    1.5 Die “allgemeine Religion” der Katholiken

    Versuche es nicht, Narren zu predigen; du magst ihnen die einfachste Sache im besten Deutsch vortragen, so werden sie daraus einen Unsinn machen und dabei noch sich selber für die allein Gescheiten, dich aber für den Narren halten. Solche Leute aber gibt es unzählige; sie wohnen zwar nicht in den Irrenhäusern, wohin sie eigentlich gehörten; finden sich dagegen am häufigsten in den Städten, selten auf dem Land, treiben sonst allerlei Geschäfte auf ganz geschickte Weise, haben Geld und Gut, geben es auch nobel, führen häufig das große Wort mit der Zunge oder mit der Feder oder mit beiden, und schauen stolz und verächtlich auf Alles herab, was nicht auf ihre Weisheit schwören will.

    Gesunder Menschenverstand statt Narretei
    Daß dieses keine leere Erfindung von mir ist, noch eine boshafte Verleumdung sei, will ich dir an einer einzigen Sache beweisen. Sie ist so einfach, daß jedes Schulkind sie verstehen kann und so einfältig, daß du dich fast wundern wirst., wie ein gesetzter Mann, zum Beispiel der Buchschreiber da, von so allbekannten gemeinen, handgreiflichen Sache noch ernsthaft reden mag; und doch gibt es zahlreiche gebildete Querköpfe, welche sie frischweg ableugnen, als Geisteszwang und Pfaffentrug, als Finsternis und Unduldsamkeit verschreien, und wenn es möglich wäre, heute noch aus der Welt schaffen täten. Glücklicher Weise steht die Sache mit so festen Wurzeln in der menschlichen Vernunft eingewachsen, daß die gänzliche Ausrottung derselben wohl nie gelingen wird. Vernimm jetzt, was ich meine ; aber streng dich ja nicht an, die Sache ist kindisch leicht für einen Menschen mit gewöhnlichem Hausverstand.Ob du jung oder alt, Mann oder Weib, reich oder arm, gesund oder krank bist, das Alles weiß ich nicht; aber das weiß ich, daß du nur Eines oder das Andere bist; du kannst unmöglich zu gleicher Zeit ein Kind und ein Greis, gesund und krank, reich und arm sein, sondern du bist eben, was du bist, nicht mehr und nicht weniger. Und darum ist nur Eines von Beiden wahr; und kommt dir Jemand daher, und will dir einreden, du seiest jung und zugleich alt, gesund und zugleich krank, so weißt du, wie er es meint; er ist ein Spaßmacher, und das noch ein schlechter.

    Wie es mit dir ist, so ist es aber mit allen Dingen. Es ist jedes Wesen gerad das, was es ist, und kann unmöglich zu gleicher Zeit sein eigenes Widerspiel sein. Wenn die Sonne scheint, so scheint sie halt; und wenn es regnet, regnet`s halt, und was ein Hund ist, ist halt ein Hund und kein Ochs, und der Stein ist ein Stein und keine Zwetschke und dergleichen Alles. Und sagt dir jemand, Sonne, Regen, Hund, Ochs, Stein, Zwetschke, Gold und Straßenstaub, das sei Alles Eins; detto ob du in Schulden steckst oder Geld genug hast, ob du Verdruss kriegst oder Lust und Freude, ob man dich auslacht oder hoch ehrt, auch das Alles Eins, und du hättest am Einen so viel als am Andern, so weißt du, wie du mit einem solchen Gered daran bist, und was du davon zu halten hast; es ist ein leeres Geschwätz, kunterbunt und dumm, daß es dir im tollsten Traum nicht einfiele.

    Was wahr ist, ist wahr und was falsch ist, ist falsch
    Warten was wahr ist, ist wahr, und was falsch ist, ist falsch; und was wahr ist, kann nicht zugleich falsch sein und umgekehrt; es kann aber nie zwei sein oder zwei werden, und selbst Gott der Herr kann es damit nicht anders machen. Es ist einfach unmöglich. Es ist also Wahrheit und Falschheit nicht einerlei; ja sie können nicht einmal gute Freundinnen werden, die sich vertragen täten, sondern die Wahrheit haßt die Falschheit, und die Falschheit die Wahrheit, wie Feuer das Wasser und Licht die Finsternis haßt. So weit sie können, suchen sie einander umzubringen. Behauptet nun Einer, Wahrheit und Falschheit sei einerlei so sagt er einen ebenso turmhohen Unsinn, als wenn er dir einreden wollte, Licht sei Finsternis, Wasser sei Feuer, Leben sei Tod, es sei eben Alles einerlei.

    Damit stehen wir nun bei unserer Sache, von der ich reden will.

    Es gibt nur eine wahre Religion

    Die Religionsbekenntnisse widersprechen sich
    Es gibt auf der Welt viele hundert Religionen, wovon jede das Gegenteil von der Andern behauptet. Nun sieht jedes Kind ein, daß diese Religionen die einander offen widersprechen, nicht alle zugleich wahr sein können, sondern nur Eine die wahre, die andern die falschen seien, und daß sie folglich durchaus nicht einerlei sein können. Natürlicher Weise. Wenn der Eine sagt: „Mit dem Tod ist Alles aus“, der Andere aber sagt: „Nein, mit der Seele ist es nach dem Tod nicht aus“; wenn der Eine behauptet: Es gibt nur Einen wahren Gott“, der Andere dagegen behauptet: Es gibt viele wahre Götter“; wenn der Eine glaubt: „Jesus Christus ist wahrer Gott“, der Andere glaubt, er sei es nicht, so muss Eines von Beiden wahr, das Andere falsch sein, und der Glaube des Einen ist nicht einerlei mit dem Glauben des Andern.

    Der Glaube des Einen ist nicht einerlei mit dem Glauben des Anderen
    „Aber wer wird denn auch solchen Unsinn behaupten?“ wirst du fragen. – Wer? Viele und sogar studierte Leute behaupten es heut zu Tage. Sie sagen nämlich, ob du Jud oder Heid, ob du gläubig oder ungläubig, ob protestantisch oder katholisch oder altkatholisch seiest, das sei einerlei, es seien alle Religionen Eins, und gleich gut oder schlecht; es komme nur darauf an, daß du nicht stiehlst, Niemanden umbringst, in Handel und Wandel ehrlich seiest, und was so Alles in Allem einen sogenannten ordentlich, rechtschaffenen Mann ausmacht. Solche Ansichten werden heut zu Tage ganz offen in Zeitungen und studierten Büchern gepredigt, in Gasthäusern und Eisenbahnen und Badegesellschaften ausgekramt und verteidigt, und als die einzig vernünftige Religion hingestellt. Wer dagegen Einsprache macht, wird als intolerant, als Menschenfeind, als Finsterling, als fortschrittsfeindlich, als unwissend, als heuchlerisch oder fanatisch verschrien. Man bringt solche Lehre bei jeder Gelegenheit vor. Es gibt Reisebeschreibungen, Geschichtenbücher für die Jugend, Theater, Lieder, Sprachlehren für die Schulen, wo dieser Unsinn in feiner Weise eingesponnen den Lesern beigebracht wird; es werden Andersgläubige wie lauter Heilige, oder als große Wohltäter der Menschheit gepriesen, während der Katholik dumm, boshaft, geistesträg beschrieben wird, um zu zeigen, daß es auf den Glauben nicht ankomme.

    Die “allgemeine Religion” der Freimaurerei

    Man arbeitet daran, in den Schulen ein Buch einzuführen, in welchem der Katechismus weder katholisch noch protestantisch noch jüdisch sein soll; von Glaubens-Wahrheiten wird darin keine Rede sein, denn am Glauben liege nichts, sondern nur am Handeln; und daher wird der neue Katechismus nur Sittenlehre – Moral – enthalten, und zwar solche, die für die Hottentotten-Kinder ebenso gut sein soll, wie für die Kinder von Juden, Protestanten oder Katholiken. Das heißen sie die „allgemeine Religion“. Dazu braucht es natürlich keinen Geistlichen mehr in der schule, das kann und soll der Schullehrer selbst tun. „Man müsste zwar jetzt noch einstweilig die verschiedenen Religionsbücher und Religionslehrer in der Schule dulden mit Rücksicht darauf, daß es noch steifgläubige Christen und Juden gebe; es sei indessen nur mehr eine Frage der Zeit, und die Zeit sei nahe, wo die „allgemeine Religion“ in allen Staaten werde eingeführt werden.“ So hat erst unlängst ein hochgestellter Schulaufseher, ein Unterrichtsminister, der selber noch katholisch sein will, öffentlich gesagt. Und eine bekannte Schulzeitung hat gedruckt: „Das Christentum habe die Menschen zur Unvernunft gebracht; sie müssten erst wieder aus Christen zu Menschen erzogen und herangebildet werden, was eben durch die „allgemeine Religion“ der Freimaurer-Gesellen geschehen soll.

    Die “allgemeine Religion” der Katholiken

    Auch wir Katholiken heißen unsere Religion und Kirche die „allgemeine“, denn katholisch ist so viel als allgemein. Aber erstlich glauben, wissen und bekennen wir, daß unsere Religion und Kirche von Christus dem Herrn gestiftet ist, und vor Allem in dem Sinne allgemein ist, weil sie Alles das, und nur das als Glaubens-Wahrheit und Sittenlehre enthält, was Christus zu glauben und zu halten befohlen hat, nicht mehr und nicht weniger. Was dem widerspricht, ist Lug und trug; denn Wahrheit gibt es nur Eine, und daher auch nur eine einzige Religion und Kirche, welche die ganze und volle Wahrheit ohne Beimischung von falscher Lehre hat. Und wie die sonne auf alle Orte und Länder der Erde gemeinsam scheint, und allen Völkern leuchtet vom Aufgang bis zum Untergang, und ihr belebendes Licht darum auch ein allgemeines, auf griechisch gesagt ein katholisches ist, so leuchtet auch die Eine und einzige christliche Wahrheit über alle Menschen und Völker der Erde hin, und ist allen gemeinsam – wahrhaft katholisch. Wie es aber nur Eine einzige sonne für unsere Erde gibt und keine zweite, so gibt es auch nur Eine Wahrheit, die Wahrheit des Christentums, und gibt es keine zweite wahre Religion oder Kirche. Das ist es, was du alle Tage im apostolischen Glaubens-Bekenntnis sagst, betest und als Wahrheit bekennst: „Ich glaube an Eine, Heilige, Allgemeine oder Katholische Kirche“. –

    aus: Franz Ser. Hattler SJ, Christkatholisches Hausbrod für Jedermann der gut leben und fröhlich sterben will, I. Band, I. Teil, 1892, S. 16 – S. 18

    https://katholischglauben.info/versuche-...en-zu-predigen/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Timotheus steht im Bischofsgewand mit einem Buch in der Hand;
    möglicherweise predigt er, denn im Hintergrund sieht man Leute, die ihm zuhören

    Der heilige Timotheus, Bischof und Märtyrer

    Welch ein treuer Diener Jesu und heiliger Mann Timotheus gewesen sein muss, das bezeugt der heilige Paulus, dessen Schüler er war. Er nennt ihn seinen Sohn, seinen Genossen in der Arbeit, mit dem er aufs Innigste vereint sei. Timotheus wurde wahrscheinlich in der Stadt Lystra geboren.- Sein Vater war ein Heide, seine Mutter Eunicke war eine Jüdin, die sich aber mit ihrem Sohn zum Christentum bekehrte. Er verlegte sich schon von Kindheit an auf das Studium der heiligen Schrift und nahm in der Erkenntnis Christi und in einem frommen so zu, daß er sich die Hochachtung aller Gläubigen, die ihn kannten, erwarb. Auf das Zeugnis derselben wählte ihn der heilige Paulus zu seinem Mitarbeiter, und erteilte die Beschneidung, damit seine Worte bei den Juden, die noch zu sehr am alten Gesetz hingen, mehr Eingang fänden. In aller Demut und voll des Gehorsams unterwarf sich Timotheus der schmerzlichen Beschneidung, ja er verließ sogar Vater und Mutter, um nur recht viele Seelen für Jesus zu gewinnen. Nachdem ihn der heilige Apostel zum Priester geweiht, nahm er ihn auf seine Reisen mit und sendete ihn auch an verschiedene Orte, teils um die neu bekehrten Christen in der Wahrheit zu befestigen, oder in der Verfolgung zu trösten, teils um Almosen für die Armen zu sammeln. Timotheus unterzog sich all diesen Arbeiten mit dem bereitwilligsten Eifer, und hatte auch das Glück, für Jesus in das Gefängnis geworden zu werden, und die Ehre, seinen Glauben vor vielen Zeugen zu bekennen. Auf besonderen Befehl des heiligen Geistes weihte ihn der heilige Apostel zum Bischof und übergab die Gemeinde zu Ephesus seiner Leitung. Hier hatte Timotheus einen harten Kampf mit den Irrlehrern zu bestehen, welche in dieser Gemeinde ihr Unwesen trieben. Um ihn zu trösten und zu stärken, schrieb der heilige Paulus zwei sehr schöne Briefe an ihn, die wir noch besitzen. Aus einem dieser Briefe sieht man, daß Timotheus ein strenges Leben führte, denn er trank bei seinen angestrengten Arbeiten nichts als Wasser. Da aber dadurch seine Gesundheit litt, so riet ihm der heilige Apostel, ein wenig Wein zu trinken. Da der heilige Apostel Paulus, der zu Rom im Gefängnis lag, eine große Sehnsucht hatte, seinen geliebten Jünger zu sehen, so reiste Timotheus nach Rom, und durch die Leiden seines geliebten Vaters noch mehr zum Eifer entflammt, kehrte er wieder nach Ephesus zurück, um dort mit frischem Mut im Weinberg des Herrn zu arbeiten und endlich wie sein Meister für Jesus zu sterben. – Im Jahre 97 feierten die Heiden ein Fest, bei welchem sie ihre Götzenbilder im feierlichen Zuge herum trugen. Der Heilige widersetzte sich diesem schändlichen Treiben; allein die Heiden, von Wut entbrannt, steinigten ihn und schlugen ihn mit Keulen tot. –
    aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, 1853, S. 131-132

    Der Tod des hl. Bischof Timotheus als Blutzeuge

    Timotheus litt auch Einkerkerung des Glaubens wegen (Hebr. Xlll, 23.) und am Ende, im Jahre 97, im 71. Jahre seines Lebens den Tod eines Blutzeugen. Als nämlich die Heiden zu Ephesus ihr Fest, Katagogie genannt, feierten, bei welchem sie ihre Götzenbilder im Zuge herumtrugen und dabei auf verschiedene Weise vermummt auf Männer und Frauen losstürzten, Blutbad unter ihnen anrichtend, machte sich der heilige Timotheus auf, sie von solchen Ausschweifungen abzuwenden, indem er ihnen die Abscheulichkeit ihres Götzendienstes sowohl als ihres Tollsinnes vorstellte; er ward aber mit einem Hagel von Steinwürfen empfangen, auf der Erde grausam geschleppt und mit Keulen erschlagen.

    Die Reliquien des heiligen Timotheus wurden unter Konstantins Regierung im Jahre 356 feierlich nach Konstantinopel übertragen und unter dem Altar der Apostelkirche beigelegt. Nach Zeugnis des heiligen Paulinus (Carm. 26.) geschahen an allen Orten, wo sich nur ein kleiner Teil seiner kostbaren Überbleibsel befand, mehrere Wunder; „die bösen Geister, sagt der heilige Hieronymus, bezeugten durch ihr Brüllen, wie sehr sie ihre Gegenwart fühlten“ (Adverb. Vigilant. c. 2.); dasselbe bestätigt der heilige Hieronymus (Hom. I. ad pop. Antioch.). –

    aus: Franz Xaver Maßl, Erklärung der heiligen Schriften des neuen Testamentes nach den heiligen Vätern und anderen frommen älteren und neueren Schriftauslegern, 10. Bd., 1845, S. 6 – S. 7

    https://katholischglauben.info/heiliger-...-und-maertyrer/


    Lliebe Grüße, Blasius

  • BesucherzählerDatum23.01.2020 12:46
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema

    Lieber Sel, Leserinnen und Leser,

    den aktuell Beitrag:

    Die Verlobung Unserer Lieben Frau mit Joseph
    Erstellt Heute 09:18 von Blasius
    von Blasius • Zugriffe: 2

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    Lieben Gruß, Blasius

  • Gebete am 23. JanuarDatum23.01.2020 09:33
    Thema von Blasius im Forum Ausdauer im Gebet



    De Maria nunquam satis

    (von Maria nie genug)

    Sic tota singulis, quam tota omnibus

    (sie ist ebenso für jeden einzelnen wie für alle da)


    TAGESGEBET


    Gott.

    In Jesus von Nazaret hast du der Welt

    den neuen Menschen gegeben.

    Wir danken dir,

    dass wir ihn kennen dürfen;

    dass sein Wort und Beispiel

    in dieser Stunde unter uns lebendig wird.

    Öffne uns für seine Gegenwart.

    Rühre uns an mit seinem Geist.

    Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen.

    Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. (MB 315, 29)



    Gleichwie das Kind dem Schoß der Mutter zueilt, so fliehe ich zu dir in allen meinen Nöten, o Mutter der Liebe. Und wie jede Mutter eher alles vergessen konnte als ihr Kind, so verstößt auch du niemanden, der vertrauensvoll und kindlich ergeben an dich sich wendet. Du Trösterin der Bedrängten. Auch ich fliehe in deinen Schoß. Schütze mich vor den Nachstellungen des bösen Feindes. Erleichtere mir den Sieg bei den Versuchungen und hilf mir in allen Stücken zu gutem Ausgang. Amen.



    Zu Gott



    Wir bitten dich, o Herr, erteile deinen Dienern die Gnade vom Himmel, dass, gleichwie die Geburt der seligsten Jungfrau der Anfang zu unserem Heil gewesen ist, die andächtige Feier ihrer Vermählung den Frieden in uns vermehren möge, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zum heiligen Patriarchen Johannes



    Heiliger Johannes, flöße mir deine Liebe und dein Erbarmen zu den Dürftigen ins Herz ein, auf dass ich alle Zeit liebevoll und freigebig entweder mit leiblicher Hilfe oder mit Fürbitten, mit gutem Rat oder auf was immer für eine Weise allen denjenigen beistehe, denen ich nach dem Willen Gottes helfen kann und soll, damit, wenn ich sterbe, Gott auch mir ein "Vater des Erbarmens" ist, und ich unter allen Barmherzigen selig werden und ewige Barmherzigkeit erlangen möge.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Emerentiana



    Wir bitten dich, o Herr, vermehre auf die Fürbitte deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Emerentiana unseren Glauben und gib uns eine Liebe, die stark ist, wie der Tod, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Das Fest der Vermählung der seligsten Jungfrau mit dem heiligen Joseph wurde am heutigen Tag nach der römischen Kirchenordnung gehalten. In verschiedenen besonderen Kirchen wurde es an anderen Tagen begangen.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Mariä Vermählung - 23. Januar


    Gottes eingeborener Sohn sollte nach Gottes weiser Vorsehung nicht als das Kind einer alleinstehenden Jungfrau-Mutter diese Erde betreten. Das wäre auch, so wie die Dinge damals lagen, nahezu unmöglich gewesen. Nicht nur, dass der Verdacht sündiger Unehelichkeit vom Messias kaum hinwegzuwischen gewesen wäre. Nicht nur, dass dazumal eine alleinstehende Frau sich kaum in einer anständigen Form hätte durchs Leben schlagen können. Vor allem hätte dem Messias seine Ahnenreihe gefehlt, und er wäre nicht als der verheißene Sohn Davids angesehen worden. Denn das ging nach jüdischem Recht nur durch den Vater, gleichgültig, ob es ein natürlicher oder ein gesetzlicher war.



    Deshalb musste Jesus wenigstens vor dem Gesetz einen irdischen Vater haben. Darum musste Maria vor dem Gesetz wahrhaft Ehefrau sein, wenn sie es auch nicht dem Fleische nach zu sein brauchte. Das ist die bedeutsame Rolle, die Gott dem heiligen Josef in seinen Heilsplänen zugedacht hatte. Es hatte demnach einen tiefen Sinn, wenn die christlichen Künstler so gerne die Vermählung Mariens mit dem heiligen Josef dargestellt haben und mancherorts dieser Heilstatsache in einem eigenen Fest gedacht wird (wurde).

    Es entspricht nicht der Auffassung unserer heiligen Kirche, wenn man ob der Jungfräulichkeit dieser Ehe in ihr nur ein Schutz- und Trutzbündnis sehen wollte. Die Heilige Schrift bezeichnet vielmehr Maria ganz klar als eine Angetraute und spricht von ihrer Heimführung. Es war eine wahre eheliche Verbindung, und die heilige Jungfrau war dem heiligen Josef in ehelicher Liebe und Treue zugetan. Aber etwas Besonderes hatte diese Ehe außer ihrer jungfräulichen Durchführung noch aufzuweisen. Sie war einzig und allein von Gott angeordnet um Christi willen und hatte nur in Christus ihre Sinnerfüllung. „Damit jene heilige Frucht in ihr empfangen und erzogen werde“, so deutet der große Lehrer der Kirche, der heilige Thomas, diese eheliche Verbundenheit.



    Durch diese Ehe hat jede Ehe unter Getauften eine übernatürliche Wesensbeziehung auf Christus. Christen, die die Ehe ansäen als ein bloß weltlich Ding, wären nicht vom echten christlichen Ehewillen erfüllt. In dieser Gestalt hätte der Herr sie niemals zur Würde eines Sakramentes erhoben. Darum spricht der heilige Paulus mit Recht von dem großen Geheimnis der Ehe; aber, so fügt er hinzu: in Christus. Jede christliche Ehe ist in erster Linie dafür da, dass Christus in ihr werde und zum Mannesalter heranreife. Und das in doppelter Weise. Einmal, damit durch sie der mystische Herrenleib, unsere Kirche, in den getauften Kindern christlicher Eltern neue Glieder gewinne, die nach dem Bild des Eingeborenen vom Vater gestaltet sind. Sodann, damit durch das zweieinige Leben, durch das gegenseitige Sichhelfen und Belehren in den Seelen der Eheleute selbst das Bild Christi immer reifer und reicher sich forme. Christliche Eheleute müssen daher recht oft auf den heiligen Ehebund zwischen Josef und Maria schauen.


    Kirchengebet


    Gott, du wolltest die jungfräuliche Geburt deines eingeborenen Sohnes durch die Vermählung seiner Mutter Maria mit dem gerechten Josef ehrbar erweisen, lass uns, wir bitten dich, das Geheimnis einer so außerordentlichen Ehe auf Erden würdig verehren und der himmlischen Hochzeit teilhaftig werden.



    Zur Geschichte des Festes: Den historischen Untergrund für dieses Fest bildet der Bericht im Evangelium. Dieser besagt, dass schon vor der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel zwischen Maria und Josef eine Verbindung bestand, die später ausdrücklich gutgeheißen wurde, als der Engel den heiligen Josef über seine Stellung zu Maria und dem Kind, das sie empfangen hatte, unterrichtete.



    Das eigentliche Fest „Mariä Vermählung“ geht zurück auf die persönliche innige Verehrung des heiligen Josef durch einen Kanonikus von Chartres in Frankreich. Dieser ließ durch den Kanzler Gerson zu dem Festgeheimnis „Vermählung Mariä mit dem heiligen Josef“ eigene Tagzeiten verfassen, die bald die kirchliche Gutheißung erhielten.

    Von einem Apostolischen Legaten erwirkte dieser Kanonikus die Erlaubnis, das Fest Mariä Vermählung zunächst in Chartres feiern zu dürfen (Anfang des 15. Jahrhunderts). 1537 wurde diese Festfeier durch Paul III. dem Franziskanerorden gestattet. Seit dem 17. Jahrhundert fand das Fest eine immer weitere Verbreitung, bis dann Benedikt XIII. im Jahre 1725 die Feier in der ganzen Kirche gestattete. Seit der Kalenderreform im Jahr 1913/14 ist dieses Fest nicht mehr ein Allgemeinfest der ganzen Christenheit, sondern nur noch ein Eigenfest verschiedener Kirchen.



    (Prof. Dr. Carl Feckes, "So feiert dich die Kirche", Maria im Kranz ihrer Feste, 1957, Steyler Verlagsbuchhandlung)

    * * *



    Aus dem "Marianischen Festkalender", Regensburg, Verlag Georg Joseph Mauz, 1866:



    Auch Maria sollte dem Gebot des Herrn nachkommen, das da lautet: "Lass die Töchter freien, doch so, dass sie unter dem Geschlecht des Stammes ihres Vaters freien, damit nicht die Erbteile der Kinder Israel fallen von einem Stamm zum andern. Alle Männer sollen Frauen nehmen ihres Stammes und ihrer Verwandtschaft und alle Töchter ebenso Männer aus ihrer Zunft, damit das Erbe bei den Familien bleibe." (Numeri 36,6) Maria war die Erbtochter Davids und sollte ihrem nächsten Verwandten, dem Joseph die Hand reichen. Man unterscheidet gewöhnlich: die Werbung, das Eheversprechen und die eigentliche Eingehung der Ehe. Hierüber diene Folgendes zur Belehrung und Erbauung.



    Die heilige Jungfrau lebte mit mehreren anderen Jungfrauen am Tempel unter der Aufsicht von frommen Matronen. Als nun die heilige Jungfrau ihr vierzehntes Jahr erreicht hatte und nebst sieben anderen Mägdlein zur Ehe entlassen werden sollte, sah ich (erzählt die gottselige Nonne Katharina Emmerich), dass die Mutter Anna zu ihr an den Tempel auf Besuch gekommen war. Als man der Jungfrau verkündigte, dass sie den Tempel verlassen und sich verehelichten sollte, sah ich die heilige Jungfrau sehr in ihrem Herzen bewegt den Priestern erklären, sie verlange nie den Tempel zu verlassen, sie habe sich Gott allein verlobt und verlange sich nicht zu verehelichen. Es wurde ihr aber dann gesagt, dass sie sich vermählen müsse. Zu ihrem Trost vernahm sie bald eine himmlische Stimme, die ihr Trost und Stärke verlieh, in ihre Verehelichung einzuwilligen.



    Als der Hohepriester auf dem Stuhl vor dem Allerheiligsten saß, und in einer Pergamentrolle las, wurde ihm die Hand auf die Stelle des Propheten Jesaja gelegt, darin es hieß: es wird ein Zweig aus der Wurzel Jesse aufgehen und eine Blüte wird aus seiner Wurzel aufsteigen.



    Man sandte nun Boten im Land umher und berief alle unverheirateten Männer aus dem Stamm Davids zum Tempel. Als sich viele von ihnen in feierlichen Kleidern im Tempel versammelt hatten, wurde ihnen die heilige Jungfrau vorgestellt und ich sah einen sehr frommen jungen Mann aus der Gegend von Betlehem unter ihnen. Auch er hatte immer mit großer Innigkeit um die Erfüllung der Verheißung gebetet, und ich erkannte in seinem Herzen ein heißes Verlangen, der Gemahl Mariä zu werden. Diese aber zog sich wieder in ihre Zelle zurück, vergoss heilige Tränen und vermochte nicht zu denken, dass sie nicht eine Jungfrau bleiben sollte.



    Der Hohepriester überreichte nun allen den anwesenden Männern nach der inneren Unterweisung, die er erhalten, einzelne Zweige, und befahl ihnen, jeder sollte seinen Zweig mit seinem Namen bezeichnen und während des Gebetes und Opfers in Händen halten. Als sie dies getan hatten, wurden die Zweige von ihnen gesammelt und auf einen Altar vor das Allerheiligste gelegt und ihnen verkündet, dass der aus ihnen, dessen Zweig erblühen würde, vom Herrn bestimmt sei, mit der Jungfrau Maria von Nazareth vermählt zu werden.



    Während die Zweige vor dem Allerheiligsten lagen, wurde das Opfer und das Gebet fortgesetzt und ein Jüngling, Agabus mit Namen, schrie unter einer Halle des Tempels mit ausgebreiteten Armen heftig zu Gott und brach in helle Tränen aus, als ihnen allen die Zweige wieder zurückgegeben wurden mit der Ankündigung, dass keiner derselben erblüht und also keiner von ihnen der von Gott bestimmte Bräutigam dieser Jungfrau sei. Die Männer wurden nun nach ihrer Heimat entlassen, jener Jüngling aber begab sich auf den Berg Karmel zu den dort seit den Zeiten des Elias einsiedlerisch lebenden Prophetensöhnen, wo er von nun an im steten Gebet um die Erfüllung der Verheißung lebte.



    Auf den Befehl des Hohenpriesters kam nun Joseph in seinen besten Kleidern nach Jerusalem zum Tempel. Auch er musste hier unter Gebet und Opfer einen Zweig in seiner Hand halten, und als er ihn vor das Allerheiligste auf den Altar hinlegen wollte, blühte oben eine weiße Blüte gleich einer Lilie aus ihm hervor und es kam eine Lichterscheinung wie vom Heiligen Geist über ihn. Nun wurde Joseph als der von Gott bestimmte Bräutigam der heiligen Jungfrau erkannt und ihr in Gegenwart ihrer Mutter von den Priestern vorgestellt. Maria, ergeben in den Willen Gottes, nahm ihn als ihren Bräutigam demütig an, denn sie wusste, dass bei Gott, der ihr Gelübde, ihm mit Leib und Seele allein zu gehören, angenommen hatte, alles möglich sei.



    Die Hochzeit Mariä und Josephs, die sieben bis acht Tage dauerte, wurde zu Jerusalem am Berg Sion in einem Haus gehalten, das oft zu solchen Festen vermietet wurde. Es waren außer den Lehrerinnen und Mitschülerinnen Mariä von der Tempelschule viele Verwandte Annas und Joachims zugegen, unter andern eine Familie aus Gophea mit zwei Töchtern. Die Hochzeit war sehr feierlich und reichlich. Es wurden viele Lämmer geschlachtet und geopfert. Besonders aber war die hochzeitliche Kleidung der heiligen Jungfrau so ausgezeichnet schön und festlich, dass die anwesenden Frauen auch noch in ihrem Alter gern davon sprachen.



    Joseph hatte einen langen, weiten, müllerblauen Rock an, von der Brust bis zum Saum wieder mit Schnüren und Knöpfen geschlossen.



    Der Trauring Mariens ist weder von Silber noch Gold noch anderem Metall. Er ist von düsterer Farbe und schillert. Er ist kein schmaler dünner Reif, sondern ziemlich dick und wohl einen Finger breit. Ich sah ihn glatt und doch als sei er wie gepflastert mit kleinen regelmäßigen Dreiecken bezeichnet, worin Buchstaben standen.



    An der einen Seite, die man nach innen der Hand schob, hat er eine platte Fläche. Es ist der Ring mit etwas bezeichnet. Ich sah ihn hinter vielen Schlössern verwahrt in einer Kirche, fromme Leute, die sich verheiraten wollen, lassen ihre Trauringe daran anrühren.



    Der Trauring Mariens befindet sich in Perugia und wird dort am 3. August jeden Jahres dem Volk gezeigt.



    Aus dem, was die selige Klosterfrau Maria von Agreda über die Vermählung mit Joseph berichtet, sei Folgendes angeführt.



    Joseph war damals dreiunddreißig Jahre alt, war von einnehmender Persönlichkeit und gefallenden Gesichtszügen. Sein ganzes Wesen war sittlicher Ernst. Vom zwölften Jahr an hatte er das Gelübde der Keuschheit abgelegt . . . Nach der Vermählung sagten sich beide eine keusche Zuneigung zu und gelobten einander, wie Geschwister zusammen zu leben . . . Nun folgte die Verteilung der Verlassenschaft von Mariens Eltern. Ein Teil bekam der Tempel, der andere wurde den Armen zugewiesen, der dritte blieb in Josephs Verwaltung . . . Joseph war von Anfang an mit solcher Ehrerbietung gegenüber Maria erfüllt, dass keinerlei irdische Neigung in seinem Herzen zu ihr aufkam. Es strahlte ihm immerfort aus dem Antlitz seiner Gemahlin ein Glanz göttlichen Lichtes entgegen, das ihre Züge zu unaussprechlicher Majestät verklärte. Sie glich Mose, da er vom Berg herabkam, weil Mariens Verkehr mit Gott anhaltender und vertraulicher gewesen war.

    https://www.marianisches.de/marienfeste/...ermählung/

    Liebe Grüße,, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Die allerseligste J...



    1 Die Verlobung Unserer Lieben Frau mit Joseph
    1.1 Der heilige Joseph
    1.2 Der Zweck des Verlöbnisses
    1.3 Die Hochzeitsfeier

    Wie lange die Jungfrau im Tempel verblieb, und ob sie nach ihrer Rückkehr ins väterliche Haus die Eltern noch am Leben traf, ist mit Sicherheit nicht zu bestimmen. Das aber kann mit großer Wahrscheinlichkeit fest gehalten werden, daß sie sich noch während ihres Aufenthaltes im Tempel ganz Gott weihte durch das Gelöbnis der Jungfräulichkeit. Die Antwort der Jungfrau auf die Botschaft des Engels, daß sie Gottesmutter werden sollte: „Wie kann das geschehen, da ich keinen Mann kenne?“ (Lk. 1,34), wird von den heiligen Vätern in diesem Sinn gedeutet und kann auch vernünftiger Weise, da die Worte nach der Verlobung mit dem heiligen Joseph gesprochen wurden, nicht anders verstanden werden, als daß sie das feste Vorhaben hatte, unter allen Umständen die Jungfräulichkeit zu bewahren. Daß das Vorhaben ein wirkliches Gelübde war, ist allgemeine Annahme der heiligen Väter und Gottesgelehrten, ob es aber für unbedingte oder bedingte Zeit galt, insofern es nämlich Gott nicht anders bestimmte, ist nicht entschieden. Selbst die Annahme mancher, Maria habe sich schon in der ersten Zeit ihres Wohnens im Tempel Gott zur Bewahrung der Jungfräulichkeit verpflichtet, ja sie sei überhaupt die erste gewesen, die sich auf diese Weise Gott verlobt habe, ist nicht unwahrscheinlich bei dem außerordentlichen Gnaden-Zustand diese Gott gesegneten Kindes, zumal wir wissen, daß auch andere Heilige in jungen Jahren Gott die Jungfräulichkeit geweiht haben. Anerkanntermaßen ist der Gott gelobte Stand der Jungfräulichkeit ein Kennzeichen und ein besonderer Ruhm der neuen Gnaden-Ordnung durch Christus. In diesem Sinn nennt die Kirche Maria mit Vorzug „Jungfrau der Jungfrauen“. Da der Gottessohn, der Messias, nach den Prophezeiungen aus einer Jungfrau geboren werden sollte (Is. 7,14), lenkte Maria durch dieses Gelübde schon näher auf die Wege ein, die sie zur Würde der göttlichen Mutterschaft führten.

    Der heilige Joseph
    Unterdessen bereitete die göttliche Vorsehung auch auf andere Weise diese Wege vor. Nach den Absichten Gottes sollte die Vollführung der Menschwerdung bis zur geeigneten Zeit vor der großen Welt ein Geheimnis bleiben. Damit nun der Heiland auf ehrenvolle Weise in die Welt eingeführt würde, musste er wenigstens einen gesetzlichen Vater haben, und so musste das große Geheimnis sich vollziehen und behütet werden in dem Schatten eines gewöhnlichen Ehe- und Familienlebens.

    Und hier nun tritt der heilige Joseph auf den Plan. Aus dem Evangelium ist von ihm bloß bekannt, daß er ein Nachkomme Davids, also ein Verwandter Marias und dann ein Zimmermann war (Mt. 13,55) und ein Gerechter (Mt. 1,19), d. h. ein Mann vollendeter Heiligkeit, wie das schon daraus hervor geht, daß Gott ihn zum Haupt der heiligen Familie, zum gesetzlichen Vater seines Sohnes und zum Bräutigam der Mutter Gottes berief. Es ist nun anziehend, wie die ersten christlichen Dichtungen unseren Vorvätern, denen edles Blut, Tapferkeit und Mannestreue über alles gingen, die herrlichen Gestalten des Evangeliums, so auch den heilige Joseph vorführen. Nach ihnen ist er ein ritterlicher Fürst, der lauter Könige zu Vorfahren hat, ein adeliger Schiffsbaumeister, hoch geschätzt und oft unterwegs wegen seiner Kunst. Wahr ist an dieser Schilderung, daß der heilige Joseph, trotz seines niedrigen Lebens-Erwerbes, wirklich ein vornehmer und edler Mann von Geburt, von hoher königlicher Gesinnung dem Geist nach und ein Hauptbaumeister bei den Plänen Gottes, ja wie St. Bernhard ihn nennt, der Engel des großen göttlichen Ratschlusses war. Erst in späteren Dichtungen erscheint er als ein einfacher Bürger und ein Zimmermann, der mit seiner Frau statt in der „Kemenate“ einer „Burg“ oder „Pfalz“ in der Kammer eines gewöhnlichen Hauses wohnt.

    Aber gerade so konnte ihn der Heiland für seine Pläne brauchen.
    Wer wird nun aber die beiden gottseligen Wesen zum Ehebund vermögen? Natürlicher Weise mochte sich weder der eine noch der andere Teil aus sich zur Ehe verstehen. Der Ehestand ist heilig, aber heiliger ist nach dem hl. Paulus (1. Kor. 7,38) die Gott geweihte Jungfräulichkeit. Namentlich legte Maria die Übernahme des Ehestandes nicht geringe Opfer auf, das Opfer der Freiheit und Selbstbestimmung, das Opfer des Freiseins von irdischen, häuslichen Sorgen und Geschäften, das Opfer des ausschließlichen Umganges mit Gott. Verhältnismäßig war es ebenso beim heiligen Joseph. Bloß der klar erkannte Wille Gottes konnte sie zum Eingehen eines Ehebundes bestimmen. Die Jungfräulichkeit war ihnen lieb, unendlich lieber aber Gott und sein heiliger Wille, der die Richtschnur und das Maß aller Heiligkeit ist.

    Diese Klarheit konnte ihnen sowohl auf natürlichem als auf übernatürlichem Weg kommen. Wie es scheint, war Maria die Erbtochter einer davidischen Familie. Und so konnten Verwandte oder Priester, denen die Aufrechterhaltung der gesetzlichen Ordnung und die Erhaltung alter Familien oblag, Maria verpflichten, dem heiligen Joseph die Hand zu reichen (Nm. 36,8). In dieser Verpflichtung nun sahen beide den Willen Gottes und verstanden sich zur Verlobung. Das war der natürliche Weg.

    Der Zweck des Verlöbnisses
    Ein anderer, außerordentlicher war, daß Gott sie auf übernatürliche Weise erleuchtete über die beiderseitigen Gesinnungen, trotz des Ehebundes das Leben in Jungfräulichkeit hinzubringen und in diesem Sinn die Verlobung zu vollziehen. Es war also das Verlöbnis das Werk eines besonderen Eingreifens Gottes zum Zweck der Menschwerdung. Zu dieser Ansicht bekennen sich mehrere heilige Väter und Gottesgelehrte. Und ihre Ansicht wird, wie es scheint, von der Kirche unterstützt, wenn sie in den liturgischen Gebeten auf das Schutzfest des heiligen Joseph von einer „wunderbaren Leitung der göttlichen Vorsehung“ bei diesem Ereignis spricht. Sicher ist dies die würdigste und erhabenste Anschauung. Wie nur Gott Maria vorher bestimmen konnte als jungfräuliche Mutter, so konnte er auch ihr einen jungfräulichen Bräutigam zuführen, und zwar auf Wegen, die scheinbar einem entgegen gesetzten Ziel zueilten.

    Wahrscheinlich wurde die Verlobung gefeiert in Jerusalem in einem Gemach, das in der Tempel-Freiheit lag. Nach üblichem Gebrauch überreichte der Bräutigam dem Vater oder dem Vormund der Braut in Gegenwart der Verwandten zum Unterpfand seines Entschlusses einen Ring oder ein anderes Kleinod, oder die Brautleute selbst sprachen in Worten ihre Zustimmung zur Eheschließung aus. Maria mochte damals 15 Jahre alt gewesen sein; schön und lieblich von Gestalt, und infolge der sorgfältigen Erziehung im Tempel von hoher Geistesbildung, und der Tugend nach unübertroffen erhaben und wunderbar in jeder Hinsicht.

    Der heilige Joseph war sicher auch von edler Gestalt und trefflichen Eigenschaften des Geistes und des Herzens, aber etwas älter, jedenfalls im besten Mannesalter. So allein konnte er ein würdiges Haupt der heiligen Familie und in allen Vorkommnissen des Lebens ihr Trost und ihre nachhaltige Stütze sein.

    Wahr ist, daß die Verlobung ein höheres, wahrhaft priesterliches Ziel verfolgte, daß der Heilige Geist der Urheber der Wahl war und daß der heilige Joseph ein jungfräuliches Zepter in der heiligen Familie führte.

    Mit der Verlobung war nach jüdischem Gesetz und Brauch im wesentlichen der Ehebund geschlossen. Die feierliche Heimführung der Braut und die Trauung waren bloß die äußere Anerkennung und Bestätigung der vollzogenen Verlobung. Bis zur Trauung selbst aber mussten die Verlobten getrennt wohnen. Maria schied nun aus dem Tempel und kehrte nach Nazareth zurück, wo sie, wie die alten Dichter sagen, ein Haus und eine Hufe Land von den Eltern überkommen hatte.

    Die Hochzeitsfeier

    Maria war von ihrem Besuch in Ain-Karim zurück und sah ihrer Vermählung mit Joseph entgegen. Erst aber sollte ein peinlicher Zwischenfall über beide kommen (Mt. 1,18-25)… er (Joseph) soll Maria nicht verlassen, sondern sie zum Weibe nehmen, dem Sohn den Namen geben, vor den Menschen als sein Vater gelten und durch diese gesetzliche Vaterschaft den Nachweis liefern, daß der Heiland der Sohn Davids und der wahre Messias ist. Diese große Bedeutung hat die ehrende Anrede: „Joseph, Sohn Davids“. Konnte es für Joseph nach dieser Botschaft ein fröhlicheres Erwachen, eine freudigere und tröstlichere Aussprache mit Maria geben? Wie stand sie nun hoch und ehrwürdig vor seinen Augen in ihrer Heiligkeit und Würde! Wie groß und glücklich war er geworden; keinen beneidenswerteren Mann als Joseph gab es in Israel. Und wie verpflichtet war ihm Maria wegen seines edlen, guten Herzens! So diente die bittere Prüfung nur dazu, diese zwei heiligen Herzen noch inniger in Achtung und Liebe zu verbinden.

    Ohne Aufschub wurde nun die Vermählung gefeiert…
    Der Bedeutung nach ist dieses Geheimnis der Vermählung eine neue Offenbarung der Menschwerdung an den hl. Joseph und die letzte Vorbereitung auf das Eintreten des Heilandes in diese Welt. Die Familie, in welcher er geboren und erzogen werden soll, ist nun gegründet; der heilige Joseph ist der Mann Mariä, der gesetzliche Vater des Heilandes und das Haupt der ganzen Familie; und der Heiland ist vor aller Welt ausgewiesen und anerkannt als Sohn Davids.

    Joseph und Maria sind nun Vorbilder des ehelichen und des jungfräulichen Standes: des ehelichen Standes, weil die Ehe, die geschlossen wurde, eine wahre Ehe; des jungfräulichen Standes aber, weil es eine jungfräuliche Ehe war und verblieb. Daß die Ehe bis zur Geburt des Heilandes eine solche war, geht klar aus der Heiligen Schrift hervor (Mt. 1,25), daß sie es später nicht mehr war, findet sich in der Heiligen Schrift nicht, denn oft spricht sie von Dingen, die bis auf einen gewissen Zeitpunkt nicht geschehen waren, ohne damit zu sagen, daß sie später eintrafen (Gn. 8,7; 49,10 u. 26; Ps. 109,1) Wenn dann später von sog. „Brüdern“ Jesu die Rede ist, so sind das nur die Vettern oder andere Verwandte des Herrn. Und wenn endlich der Heiland der „Erstgeborene“ genannt wird von den Evangelisten, so geschieht das, weil beim Volk Gottes die Erstgeburt als ein besonderer Vorzug galt und weil damit dem Herrn die ganze Herrlichkeit der Davidischen Abstammung zugewendet werden sollte. Der Erstgeborene kann ja auch der Eingeborene sein. Mit dem von alters her gebräuchlichen Schlußwort: „Maria, Jungfrau vor, bei und nach der Geburt“ ist bei uns Katholiken die immer währende Jungfrauschaft als Glaubenssatz festgestellt.
    „Die Hütte Davids ist jetzt errichtet“ (Am. 9,11), und der Herrscher im Hause Jakobs kann erscheinen.

    Ein Foto des Städtchens Nazareth, wo Maria und Joseph mit dem Jesuskind gelebt haben

    Nazareth liegt in einem stillen, anmutigen Quertale zwischen den Bergen, welche nördlich die Ebene Esdrelon in Galiläa begrenzen. Die weißen, burgartigen Häuser des Städtchens ziehen sich unregelmäßig und terrassenförmig einen hohen, nördlich gelegenen Berg hinan, so daß man über die niederen südlichen Höhen hinweg schon von der Ebene Esdrelon aus die schimmernden Wohnungen von Nazareth sehen kann; deshalb heißt Nazareth „die weiße Stadt“ oder die „Blume von Galiläa“. Die unvergleichlich schönere Blume der Blume Galiläas war aber jetzt Maria. Dort lebte sie die längste und lieblichste Zeit ihres Lebens. –

    aus: Moritz Meschler SJ, Unsere Liebe Frau, Ihr tugendliches Leben und seliges Sterben, 1913, S. 38 – S. 45; S. 62 – S. 68

    https://katholischglauben.info/verlobung...rau-mit-joseph/

    Liebe Grüße, Blasius

  • BesucherzählerDatum23.01.2020 09:05
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema

    Guten Morgen lieber Aquila, Leserinnen und Leser,

    seit ein paar Tagen vermehren sich die Besucher / Gäste enorm,

    so sind heute um 9.00Uhr: 2344 Besucher online.

    Zitat:

    Besucher
    2 Mitglieder und 10 Gäste sind Online:
    Blasius, benedikt

    Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Anouschka
    Besucherzähler
    Heute waren 2344 Gäste und 2 Mitglieder online.

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    Um 9.06 Uhr:

    Besucher
    1 Mitglied und 6 Gäste sind Online:
    Blasius

    Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Anouschka
    Besucherzähler
    Heute waren 2350 Gäste und 2 Mitglieder online.

    -

    Mit freundlichem Gruß, Blasius

  • Lehre von der TraditionDatum21.01.2020 15:09
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Katholische Schulen: Verlangen nach der Wahrheit wecken


    Bereits zum vierten Mal haben sich Gesamt-, Schul- und Internatsleiter der Grund- und weiterführenden Schulen der Priesterbruderschaft St. Pius X. im deutschsprachigen Raum, sowie die Schwestern der Kongregation des Heiligsten Namens Jesu (Dominikanerinnen) zur Klausurtagung in Saarbrücken getroffen. Wegen der strategisch günstigen Lage und der vorteilhaften Räumlichkeiten traf man sich in der Schule in Fechingen.

    Diese Tagung, die von den deutschsprachigen Distrikten gefördert wird, will ein Instrument der Transparenz sein, um die Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Herausforderungen und Nöte der Schulen vor Augen zu haben und effizient in den Fokus nehmen zu können.

    Unter Regie und Moderation von Dr. Johannes Laas aus Schönenberg nutzte man intensiv das letzte Wochenende im November. Den Auftakt hielt unser Distriktoberer, H. H. Pater Stefan Pfluger, mit einem geistlichen Vortrag. Er stellte am Handeln Jesu – dem Urbild des Pädagogen – die Notwendigkeit heraus, bei den Kindern das leidenschaftliche Verlangen nach dem Guten und nach der Wahrheit zu wecken. Dieses Verlangen bringt die Kinder dazu, aus Überzeugung zu handeln, verantwortungsvoll zu agieren, um im geistlichen und materiellen Leben Fortschritte zu machen. „Was nützt es für die Ewigkeit?“

    Im anschließenden gemeinsamen Colloquium wurde die aktuelle Lage jeder Schule dargelegt und besprochen.

    In allen Gesprächsforen kam immer wieder zum Ausdruck, dass trotz vieler Gemeinsamkeiten aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen und der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Standorte auch die behördlichen Anforderungen unterschiedlich an unsere Schulen herangetragen werden, mit denen sich die jeweilige Einrichtung dann auseinandersetzen muss.

    Insbesondere die Grundschulen stellen fest, dass der Anteil der Kinder aus nicht traditionell katholischen Familien stetig zunimmt. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, dessen Sicht auf unsere strukturellen Regelungen und Konzepte sowie die notwendige Ausweitung der Erziehungsarbeit auf die Familien (Elternschule) im Rahmen unseres Apostolats.

    Nach wie vor bleiben die Themen Kleidung, Musik und Medienkonsum aktuell und fordern beständige Aufmerksamkeit besonders seitens der Schulen, da sich auch hier die zunehmende Überforderung der Eltern bemerkbar macht.

    Den Rahmen für die Klausurtagung, die in offener, ja herzlicher Atmosphäre stattfand, bildeten die gemeinsamen Gebetszeiten, eine Sakramentsandacht und als Höhepunkt die Feier der Heiligen Messe.

    So sehen wir der anstehenden Klausurtagung im November 2020 voller Erwartung entgegen, um über die zwischenmenschlichen Kontakte hinaus die gemeinsame Arbeit für die katholische Bildung und Erziehung weiter zu vertiefen, sich auf einer gemeinsamen Plattform gegenseitig zu unterstützen und von den Kenntnissen und Erfahrungen der anderen zu profitieren.

    Weiterhin gilt es, sich der Herausforderung zur Beantwortung folgender Fragen zu stellen: „Wie kann einerseits die Attraktivität, andererseits die Notwendigkeit der Wahrnehmung unseres vielfältigen Schulangebots den betreffenden Eltern und ihren Kindern noch stärker bewusst gemacht werden? Wie kann das Verlangen nach der Wahrheit auch aus dem (nicht traditionellen) Elternhaus geweckt werden?“

    21 JANUAR, 2020
    QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND


    https://fsspx.de/de/news-events/news/kat...it-wecken-54482


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    „Den unergründlichen Reichtum Christi verkünden“

    (Eph 3,8)

    Die Weitergabe des Christlichen Glaubens besteht in erster Linie in der Verkündigung Jesu Christi: sie soll zum Glauben an ihn führen. Bon Anfang an brannten die ersten Jünger vor verlangen, Christus zu verkünden: „Wir können unmöglich von dem schweigen, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4,20). Und sie laden die Menschen aller Zeiten ein, in die Freude ihrer Gemeinschaft mit Christus einzutreten:

    „Was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Wir schreiben dies, damit unsere Freude vollkommen ist“ (1 Joh 1,1-4)


    Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche – Oldenbourg – Benno – Paulusverlag – Veritas
    Benno Hofschulte

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Grundgebete



    Heiliger Erzengel Michael, beschütze uns im Kampfe, damit wir im furchtbaren Gericht nicht zugrunde gehen.

    Sancte Michael Archangele defende nos in proelio, ut non pereamus in tremendo uidicio.

    Aus dem Graduale der Messe des heiligen Michael 29. September.

    100 Tage einmal täglich. Leo XIII., 19. August 1893. Act. S. Sed. XXVI, 183. Racc. 383.

    aus: Franz Beringer, Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch, Erster Band, 1915, S. 265



    O glorreicher Fürst der himmlischen Heerscharen

    O glorreicher Fürst der himmlischen Heerscharen, heiliger Erzengel Michael, beschütze uns in dem Kampfe und furchtbaren Streit, welchen wir gegen die Oberherrschaften und Mächte, wider die Beherrscher der Welt in dieser Finsternis, gegen die bösen Geister zu bestehen haben. Komme zu Hilfe den Menschen, welche Gott unsterblich erschuf, nach seinem Bilde und Gleichnis gestaltete und um teuren Preis aus der Tyrannei des Teufels erlöst hat. Schlage heute mit dem Heere der heiligen Engel die Schlachten des Herrn, wie du ehedem gegen Luzifer, das Haupt der Stolzen, und gegen die abtrünnigen Engel gekämpft hast, für welche ohnmächtig, dir Widerstand zu leisten, es keine Stätte mehr im Himmel gab. Ja, dieses Ungeheuer, diese alte Schlange, welche Teufel und Satan genannt wird, welcher die ganze Welt verführt, ward mit seinen Engeln in den Abgrund gestürzt.

    Doch siehe, dieser alte Feind und Menschenmörder hat sich übermütig wieder erhoben. Er hat sich in einen Engel des Lichtes verwandelt und schweift mit der ganzen Schar der bösen Geister umher, um des ganzen Erdkreises sich zu bemächtigen und den Namen Gottes und seines Gesalbten daraus zu vertilgen; um zu rauben, zu morden, in das ewige Verderben zu stürzen die Seelen, welche zur Krone der ewigen Herrlichkeit bestimmt sind. Dieser böswillige Drache ergießt wie ein ganz schmutziger Strom über die Menschen, deren Verstand schon wüst und deren Herz verdorben ist, das Gift seiner Bosheit, den Geist der Lüge, der Gottlosigkeit und Lästerung, ja den Pesthauch der Unkeuschheit und aller Laster und Missetaten. Feinde voll Arglist haben die Kirche, die Braut des unbefleckten Lammes, mit Bitterkeit überhäuft und mit Wermut getränkt; ruchlos haben sie die Hände nach ihren heiligsten Gütern ausgestreckt. Selbst an der geweihten Stätte, wo der Sitz des eiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit als Leuchte der Welt errichtet ward, haben sie den verabscheuungswürdigen Thron ihrer Gottlosigkeit aufgeschlagen mit dem unseligen Plan, den Hirten zu schlagen und die Herde zu zerstreuen.

    Auf denn, o unbesiegtester Fürst, eile dem Volk Gottes zu Hilfe gegen das Anstürmen der verworfenen Geister und verleihe uns den Sieg. Dieses Volk verehrt dich ja als Schützer und Patron; in dir als in seinem Verteidiger gegen die boshaften Mächte der Hölle rühmt sich die heilige Kirche; dir hat Gott die Seelen anvertraut, um sie in die ewige Seligkeit zu führen. Ach, bitte doch den Gott des Friedens, auf daß er den Teufel besiegt unter unsere Füße lege, und jener die Menschen nicht länger in seiner Sklaverei festhalten und der Kirche nicht mehr schaden könne. Bringe du vor das Angesicht des Allerhöchsten unsere Gebete, auf daß die Erbarmungen des Herrn uns bald zuvor kommen; bemächtige dich des Drachen, der alten Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und stoße ihn gefesselt in den Abgrund zurück, damit er nicht mehr die Völker verführe. Amen.

    Siehe da das Kreuz des Herrn; flieht, ihr feindlichen Mächte; gesiegt hat der Löwe aus dem Stamme Juda, der Sproß Davids.
    Mögen sich erfüllen, o Herr, deine Erbarmungen über uns, sowie wir auf dich gehofft haben.
    Herr, erhöre mein Gebet, und laß mein Rufen zu dir kommen.

    Gebet.
    O Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, wir rufen deinen heiligen Namen an und flehen inständig zu deiner Güte, auf daß du durch die Fürsprache Mariä, der allezeit unbefleckten Jungfrau und unserer Mutter, und des glorreichen heiligen Erzengels Michael dich würdigest, uns gegen Satan und alle anderen unreinen Geister zu Hilfe zu eilen, welche die ganze Welt durchschweifen zum Schaden des menschlichen Geschlechtes und zum Verderbnis der Seelen. Amen.

    300 Tage, einmal täglich. Leo XIII., 25. September 1888. Racc. 383.

    aus: Franz Beringer, Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch, Erster Band, 1915, S. 266 – S. 268


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Agnes Jungfrau und Märtyrerin
    Die ganze Christenheit ist einstimmig im Lobe und in der Bewunderung der heiligen Agnes, welche sowohl über die Schwäche ihres Alters, als über die Grausamkeit der Hölle siegte, welche wie mit den Lilien des jungfräulichen Lebens, so auch mit den Rosen des blutigen Märtyrertodes geziert ist. Welcher Ruhm könnte auch mit dem dieses 13-jährigen Mädchens verglichen werden, dessen Name an tausend und tausend Altären schon über tausend Jahre täglich beim heiligen Meßopfer nach der Wandlung ausgesprochen wird, dessen Fürbitte, wie die der Mutter Jesu und der heiligen Thekla, vorzüglich zur Erhaltung der Keuschheit angerufen wird! Das christliche Rom freut sich der hohen Ehre, die Vaterstadt dieser begnadigten Jungfrau und der Schauplatz ihre wunderbaren Siege zu sein.

    Agnes stammte von vornehmer, reicher Familie, war sehr schön in ihrer äußeren Gestalt; aber noch schöner an ihrer Seele und durch ihre bräutliche Liebe zu Jesus Christus. Erst zehn Jahre alt, weihte sie ihr Leben Gott durch das Gelübde ewiger Keuschheit und erfreute sich himmlischer Entzückungen. Ihre anmutige Lieblichkeit entzündete in den vornehmsten Söhnen Roms die Sehnsucht, ihr Herz und ihre Hand zu gewinnen.

    Der Sohn des Stadtpräfekten Symphronius bot alle Kräfte auf, um über die Schar der Werber den Sieg davon zu tragen; er schilderte ihr die Glut seiner Gefühle und öffnete ihr Schätze von Juwelen und Goldgeschmeide. Doch Agnes sagte ihm höflich, aber bestimmt: „Laß ab von mir, du Speise des Todes, einem Andern schon bin ich verlobt, dessen Leben unsterblich, dessen Adel der älteste, dessen Macht die größte, dessen Schönheit die reizendste, dessen Liebe die zärtlichste, dessen Huld die gütigste ist, in dessen Armen ich ewig jungfräulich bleibe, den ich einzig, unaussprechlich, ewig liebe.“ Tiefe, schmerzliche Trauer, wie um ein verlorenes Paradies, senkte sich in des stolzen Jünglings Herz, herber Liebesgram zernagte die Blüte seiner Jugendfrische, und die Qual hoffnungsloser Wünsche machte ihn welk und krank. Der Vater, ängstlich bekümmert um das Leben des einzigen Sohnes, bat Agnes flehentlich, des Kranken heiße Liebe nicht abzuweisen; allein sie blieb standhaft ihrem zuerst erwählten Bräutigam treu.

    Symphronius, gereizt durch diese Geringschätzung seines Ansehens, fragte und spähte nach dem geheimen Bräutigam und wurde inne, daß Agnes eine Christin sei. –

    Sogleich hielt er über sie Gericht, heuchelte Mitleid wegen ihres Vergehens gegen die Staatsgesetze, und redete ihr mit lockenden Verheißungen zu, daß sie den Göttern opfere. Solches Ansinnen wies das zarte Mädchen entschieden von sich. Nun änderte der Richter den Ton, ließ die Folterbänke, die Geißeln, die eisernen Zangen und Krallen, die Marter-Werkzeuge vor ihren Augen ausbreiten und drohte: „Dein Trotz wider die Götter verdient zwar den härtesten Tod; doch mit deiner Jugend will ich Nachsicht haben, wenn du jetzt opferst.“ Agnes erwiderte mit heiterem Antlitz: „Verachte doch meine Jugend nicht; wahrlich dein Mitleid brauche ich nicht. Die Treue liegt nicht in den Jahren, sondern in der Erkenntnis, und der allmächtige Gott prüft den Sinn, nicht das Alter. Tue nur, was dir gut dünkt.“

    Mit teuflischem Grinsen höhnte der Stadtpräfekt: „Ha, du sollst nicht sterben: aber im Hause der Schande mußt du untre werden deinem Verlobten!“ Mit Verachtung sprach Agnes: „Nicht bangt mir vor deiner Drohung; Jesus Christus ist zu treu besorgt für die Makellosigkeit seiner Bräute, sein Engel wird mit starker Hand mich schützen. Du magst mich peinigen, mein Blut vergießen, mich morden; aber meinen Leib, den ich Christo geopfert, zu entweihen, das wird dir niemals gelingen.“

    Der Befehl des Symphronius wurde vollzogen, aber Christus verließ die treue Braut in der Bitterkeit ihrer Angst nicht. Wunderbar wuchsen ihre Haare vom Scheitel bis zur Fußsohle und umkleideten sie wie ein Mantel; ein himmlischer Glanz umfloß sie so, daß Niemand ihr nahen konnte. Der Sohn des Präfekten wollte mit Ungestüm sich hinzu drängen; aber der Engel Gottes tötete ihn. Der Tod des Sohnes und der Schmerz des Vaters erregten allgemeine Trauer, eine ungeheure Volksmenge strömte zusammen und schrie: „Ins Feuer mit dieser gottlosen Zauberin!“ Agnes aber blieb in den prasselnden Flammen unversehrt und lobte mit lautem Dank den Herrn, der sie schützte. Furcht überfiel alle Anwesenden, und sie baten die Jungfrau, ihren Gott anzurufen, daß Er dem Sohne des Präfekten das Leben wieder gebe. Agnes, mit wahrem Christensinn Böses mit Gutem vergeltend, kniete nieder, betete, berührte den Toten, und sogleich stand er auf und pries den Gott der Christen. Symphronius wollte Agnes für diese Wohltat frei lassen; aber die Götzenpriester drohten ihm mit dem Zorn des Kaisers, wenn er sie, die die Götter gelästert, nicht strafe. Und der feige Mann verurteilte die hochherzige Retterin seines Kindes zum Tode mit dem Schwert. Agnes jubelte vor Freude, unvergleichliche Schönheit strahlte aus ihrem Angesicht, das erst im dreizehnten Frühling blühte; sie kniete nieder, betete leise und senkte ihr Haupt, um den Todesstreich zu empfangen. Lautlose Stille herrschte, Alle staunten, Tausende weinten. Der Henker selbst zitterte, an dem holdseligen Kinde das zu tun, was er so gerne an verurteilten Männern getan hatte. „Warum zögerst du“, fragte ihn Agnes, „auf was wartest du noch? Ich sehne mich nach dem himmlischen Bräutigam: töte doch meinen Leib, der noch Augen gefallen könnte, denen ich nicht gefallen will.“ Und das Schwert erfüllte ihre letzte Bitte am 21. Januar 304. (*)

    (*) Nach einer andern Erzählung soll die heilige Agnes auf dem Holzstoß mit dem Dolch getötet worden sein.

    Ihre Eltern begruben die teure Leiche auf ihrem Landgut und wachten weinend lange an ihrem Grabe. Da erschien ihnen die Tochter in himmlischem Glanz, ei weißes Lamm an der Seite und von vielen Jungfrauen begleitet, und tröstete sie: „Trauert doch nicht um mich, als um eine Tote; beglückwünscht mich vielmehr, daß ich jetzt in unendlicher Seligkeit mit dem vermählt bin, den ich auf Erden von ganzem Herzen geliebt habe.“ Kaiser Konstantin erbaute über ihrem Grabe eine sehr schöne Kirche, in welcher jetzt noch jährlich zwei weiße Lämmlein gesegnet und dann Klosterfrauen zu sorgfältiger Pflege übergeben werden. Von ihrer Wolle werden die Pallien, d. h. weiße mit roten und schwarzen Kreuzlein durchwirkte Binden gewoben, beim Grab des heiligen Petrus aufbewahrt und vom Papst den Patriarchen und Erzbischöfen als wesentliches Zeichen ihrer hohen priesterlichen Vollgewalt geschenkt. –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 51-53


    Liebe Grüße, Blasius

  • Gebete am 20. JanuarDatum20.01.2020 08:24
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete





    TAGESGEBET

    Herr, unser Gott,

    durch den Tod

    und die Auferstehung deines Sohnes

    sind wir dein Volk geworden.

    Lass die Freude über die Erlösung

    in uns mächtig werden,

    damit sie unser ganzes Leben bestimmt.

    Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 187)




    Du barmherzigste Mutter. Sei meine Fürbitterin bei Gott und erwirb mir seine göttliche Gnade und Barmherzigkeit. Du bist ihm wegen deiner Heiligkeit ganz lieb und angenehm. Ich aber bin ihm wegen meiner Sünden ganz zuwider und verhasst. O dass mir recht bald die Verzeihung meiner Sünden verkündigt würde. Dass ich durch die Gegenwart meines Heilandes in meinem Herzen von himmlischem Trost erquickt würde. Erflehe mir diese große Gnade bei Jesus deinem göttlichen Sohn. Amen.



    Zu Gott



    Wir hoffen, gütiger Gott, von deiner unendlichen Barmherzigkeit den Beistand zu erlangen, den wir brauchen, um in den Gefahren, denen wir so oft ausgesetzt sind, nicht zugrunde zu gehen. Erhöre auch unser Gebet für diejenigen, denen der Schutz unserer irdischen Güter und unseres zeitlichen Lebens anvertraut ist, damit sie in allem deinen Willen vor Augen haben, und gegen alle Feinde des zeitlichen und ewigen Heils gesichert stehen mögen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag wurde im Jahr 1582 vom Papst Gregor XIII. die Rosenkranz-Bruderschaft zur Ehre der heiligsten Mutter Gottes aufs neue bestätigt.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    20. Januar 2020
    Wie die Heiligen U. L. Frau ihre liebe Mutter mit dem Salve Regina begrüßen

    1 Wie die Heiligen U. L. Frau ihre liebe Mutter mit dem Salve Regina begrüßen
    1.1 Heiliger Alphons Liguori
    1.2 Heiliger Bonaventura
    1.3 Heilige Gertrudis
    1.4 Gottselige Reparata
    1.5 Sel. Kolumba
    1.6 Heiliger Johannes von Gott
    1.7 Heiliger Bonaventura
    1.8 Heiliger Philipp Neri


    Heiliger Alphons Liguori
    Der heilige Alphons Liguori hatte dieses Gebet so lieb, daß er ein eigenes Buch hierüber schrieb, „die Herrlichkeiten Maria`s“ genannt, in welchem er den Inhalt dieses Gebetes fast Wort für Wort auf eine wunderliebliche, die Seele tief ergreifende und tröstende Weise erklärt. Er sagt von diesem Gebet, daß dasselbe von der Kirch gut geheißen und den größten Teil des Jahres hindurch den Geistlichen zu beten vorgeschrieben sei, und darin auf bewunderungswürdige Weise die Barmherzigkeit und Macht Mariens geschildert werde.

    Heiliger Bonaventura

    Der heilige Bonaventura betete das Salve Regina überaus gerne und schrieb eine eigene Abhandlung darüber; der heilige Bernard verherrlichte dies Gebet durch mehrere Reden, und der ehrwürdige Franziskus Retza aus dem Orden des heiligen Dominikus schrieb drei sehr gelehrte Bücher hierüber. Während er die Bücher schrieb, betete oder sang er immer vor der Arbeit das Salve Regina, und grüßte Maria mit diesem Gesang, wenn er von einem Ort zum andern ging. Ja, wenn er nur den Namen Maria hörte, entfloss seinen Lippen das Salve. Nachdem er 84 Jahre alt geworden, und am Fest Mariä Geburt starb, sang er noch vor seinem Tode mit lieblicher Stimme das Salve Regina.

    Heilige Gertrudis
    Die heilige Gertrudis sang am Fest Mariä Geburt nach der Komplet im Chor die Antiphon: Salve Regina. Bei den Worten: „Eja, unsere Fürsprecherin“, sah sie die allerseligste Jungfrau, wie mit den stärksten Seilen herab gezogen, sogleich zu ihr kommen. Daraus erkannte sie nun, daß, wenn man ihre Fürsprache anruft, sie nicht umhin kann, unsere Bitte gnädig zu erhören. Als man die nächst folgenden Worte sang: „Wende deine barmherzigen Augen zu uns“, wendete U. L. Frau die Augen ihres göttlichen Sohnes der Erde zu, und sprach, das seien ihre barmherzigen Augen, welche sie den ihren Beistand Anrufenden dergestalt zuwende, daß diese davon reichliche Früchte des ewigen Heiles erlangen. Gleich darauf ermahnte sie der Herr, tagtäglich wenigstens einmal seine Mutter durch folgende zwei Verse zu begrüßen: „Eja, also, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns!“ und gab ihr die Versicherung, daß sie einst in der Stunde des Todes davon großen Trost empfangen würde. –

    Dann opferte die heilige Gertrudis U. L. Frau hundert und fünfzig Ave Maria, welche sie zu ihrer Ehre betete, auf, und flehte inständigst zu ihrer mütterlichen Liebe, sie möchte ihr doch in der Stunde ihres Todes beistehen. Und alle Worte, welche Gertrudis sprach, wurden gleich Goldstücken vor dem Thron des Herrn aufgeopfert, und von diesem seiner Mutter dargereicht, welche dieselben zum Nutzen und Trost der heiligen Gertrudis verwendete, um sie in der Stunde ihres Todes zu stärken und vor dem schrecklichen Gericht des Herrn sicher zu stellen. – (In vita)

    Gottselige Reparata
    Die gottselige Reparata aus dem Orden des heiligen Franziskus sah gewöhnlich, wenn von ihren Mitschwestern im Chor das Salve gesungen wurde, die seligste Jungfrau mitten unter ihnen hin- und hergehen, und ein großes Wohlgefallen an ihrem Gesang zeigen. Reparata konnte sich bei dieser Erscheinung nicht still halten, sondern sie fiel in tiefster Ehrfurcht vor der hohen Himmelskönigin auf die Knie. Dies sah die Oberin, welche sie sogleich über ihr auffallendes Benehmen fragte. Reparata, die gerne geschwiegen hätte, musste nun aus Gehorsam sagen, was sie gesehen. (Auriema.)

    Anmutung

    Ist nun dieses schöne Gebet U. L. Frau so angenehm, und selbst ihrem göttlichen Sohn wohlgefällig, so bete es gerne, christliche Seele, und so oft du kannst, wenigstens alle Tage abends, ehe du schlafen gehst, und wenn du die Worte sprichst: „Wende deine barmherzigen Augen zu uns“, dann bitte sie, dich in deinem Sterbestündlein nicht zu verlassen. Der heilige Anselm sagt: „Notwendig müssen diejenigen, zu denen Maria ihre Augen wendet, und für welche sie bittet, der ewigen Glorie teilhaftig werden.“ Verrichte aber dies Gebet immer mit herzinniger Andacht, und du wirst es nie ohne Segen tun.

    Sel. Kolumba

    Die selige Kolumba von Mailand aus dem Orden des heiligen Dominikus grüßte einmal mit ihren Mitschwestern U. L. Frau mit dem Salve. Da sah man aus ihrem Mund eine Feuerflamme hervor gehen, die bis zum Gewölbe der Kirche sich erhob, zum Zeichen, mit welch liebeglühendem Herzen sie dieses Gebet verrichtete. (Auriema.)

    Heiliger Johannes von Gott
    Der heilige Johannes von Gott betete einmal vor dem Bild U. L. Frau zu Guadalupe, und grüßte sie ehrerbietig mit dem Salve. Als er zu den Worten kam: „Wende deine barmherzigen Augen zu uns“, öffnete sich plötzlich der Vorhang, mit welchem das heilige Bild gewöhnlich bedeckt ist, und Maria sah ihn mit freundlichem Blick an. Auf das Geräusch, welches entstand, als der Vorhang sich erhob, lief eilig der Sakristan herbei. Als dieser den Vorhang vor dem Bild weg gezogen und Johannes vor demselben knien sah, glaubte er, er sei ein Dieb, der sich herbei geschlichen, um das Bild seiner Kostbarkeiten zu berauben. Er überhäufte daher den Heiligen mit Schmachreden, schlug und stieß ihn und wollte ihn zur Kirche hinaus jagen. Aber in diesem Augenblick verdorrte der Fuß, den er gegen den Heiligen erhoben, und halbtot fiel er zu Boden. Wie dies der Heilige sah, neigte er sich vor Mitleid zu dem Unglücklichen, und sagt ihm er möge mit möglichster Andacht das Salve Regina beten. Der Sakristan tat es, und noch hatte er das Gebet nicht geendet, als er gesund an allen Gliedern wieder sich erhob. (Auriema.)

    Heiliger Bonaventura
    Der heilige Bonaventura erzählt im Leben des heiligen Franz von Assisi, daß ein Weib sieben Tage heftige Geburtsschmerzen gelitten, und dadurch dem Tode nahe kam. Verlassen von aller menschlichen Hilfe flehte sie zum heiligen Franziskus um Beistand. Da erschien ihr während des Schlafes der Heilige und fragte sie, ob sie das Salve Regina beten könne. „Jawohl“, antwortete das Weib. Der Heilige gebot ihr, dies gebet zu verrichten. Sie erwacht, betet mit großem Vertrauen dies Gebet, und als sie zu den Worten kam: „Wende deine barmherzigen Augen zu mir“, ward sie glücklich entbunden.

    Heiliger Philipp Neri
    Im Leben des heiligen Philipp Neri wird erzählt, daß eines Tages ein Mensch, welcher dem Laster der Unreinigkeit ergeben war, zu ihm kam, um ihm zu beichten. Der Heilige nahm ihn mit vieler Liebe und Güte auf, und nachdem er das Bekenntnis aller seiner Ausschweifungen angehört hatte, sagte er liebreich zu ihm: „Ich verlange nicht viel von dir, ich lade dich ein, auf die Mutter der göttlichen Gnade dein Vertrauen zu setzen, täglich siebenmal das Salve Regina zu beten und ebenso oft sie Erde zu küssen, indem die dabei sprichst: „Es kann geschehen, daß ich bald sterbe.“ Das Beichtkind versprach es ihm und hielt Wort. Er führte von jenem Augenblick an ein christliches Leben und starb vierzehn Jahre nachher, erfüllt mit Dankbarkeit und Liebe zu Maria, seiner guten Mutter, eines heiligen Todes,

    Vor einigen Jahren will sich ein Missionar an einen Ort begeben, wohin der Weg durch einen Wald führte. Mehrere seiner Schüler begleiten ihn. Da hören sie das Brüllen eines Löwen, der ganz nahe im Gesträuch stand. Schrecken und Entsetzen ergriff alle; sie glaubten sich rettungslos verloren. Der Missionar aber vertraut auf die Hilfe U. L. Frau. Er stimmt mit seinen Schülern das Salve Regina an, und siehe da, der Löwe entfernt sich, und sie gehen ungehindert ihren Weg fort. (Annalen des Glaubens.)

    Der fromme Mönch Cäsarius von Haisterbach erzählt, daß ein Priester durch das Salve Regina von der Furcht vor Blitz und Ungewitter befreit worden sei. Es erschien ihm nämlich U. L. Frau, als er am Altar betete, und sprach zu ihm, bete gern und oft das Salve Regina, und Blitz und Ungewitter, die du so sehr fürchtest, werden dir nicht schaden. (Spinelli Thronus Dei Maria.) –

    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 260 – Sp. 263

    https://katholischglauben.info/warum-die...e-regina-beten/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Er wurde im Jahre 1013 geboren, und war schon von Geburt aus an allen Gliedern gelähmt, so daß er nie gehen, sondern fast sein ganzes Leben sitzend zubringen musste. Wollte er sich von einem Ort zum andern begeben, so musste man ihn stützen und tragen. Sein Rücken war gekrümmt. Wollte er lesen oder schreiben oder sonst etwas tun, so vermochte er es nur mit der größten Anstrengung. --

    Was ihm aber der liebe Gott an Körpergestalt an dem Gebrauch, der Glieder genommen hatte, das ersetzte er ihm an Geistes-Schärfe und Willenskraft. Seine Eltern gaben ihn in einem Alter von sieben Jahren zur Unterweisung in den Kenntnissen und Wissenschaften, zu deren Erlernung er großes Geschick zeigte, in das Kloster Reichenau in der Schweiz, wo Jünger des heiligen Benedikt eine berühmte Schule hatten. Darin zeichnete er sich durch Frömmigkeit und Gelehrigkeit aus, so daß er, ungeachtet seiner Gebrechlichkeit, die Profess ablegen durfte. --

    Von nun an beschäftigte er sich unausgesetzt in seiner Zelle mit Gebet und dem Abfassen schöner und nützlicher Bücher. Seine Schmerzen und Leiden, die ihn nicht verließen, ertrug er mit unerschütterlicher Geduld; doch hegte er noch immer den geheimen Wunsch, von seinem Übel befreit zu werden, und den vollen Gebrauch seiner Glieder wieder zu erhalten. Von Kindheit an war er schon gewohnt, die allerseligste Jungfrau mit kindlichem Vertrauen zu verehren. Er rief sie deshalb mit heißer Inbrunst um ihre Fürbitte an, damit er die längst entbehrte Gesundheit wieder erlangen möchte. --

    Allein ungeachtet seines großen Vertrauens und seines innigen Flehens fand er doch keine Erhörung. Er blieb kontrakt und kränklich sein Leben lang. Doch sein Gebet blieb nicht ohne Frucht. Maria flößte ihm bei all seinen Leiden einen heiteren und ungetrübten Geist und besonders eine wunderbare Klarheit und Einsicht in der Wissenschaft des Heils. Zum Dank hierfür, zu seinem und aller Betrübten und Leidenden Trost verfaßte er das wunderbar liebliche, allbekannte Gebet „Salve Regina“, welches also lautet:



    Maria als Königin mit Krone und Zepter, das Jesuskind auf ihrem Arm, der Mond unter ihren Füßen

    Gegrüßet seist du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit,
    unser Leben, unsere Süßigkeit, unsere Hoffnung, sei gegrüßt!
    Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas!
    Zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
    O wende denn du, unsere Fürsprecherin! Deine mitleidigen Augen zu uns,
    und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes! --

    Die Worte „O milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria!“ hat der heilige Bernhard später hinzu gesetzt, wie in seinem Leben erzählt wird.

    Der gottselige Hermann war also der Erste, aus dessen liebeglühender Brust dieses trostreiche Gebet zum Thron der hohen Himmelskönigin empor stieg, und seitdem haben es mit Wonne im Herzen Millionen gebetet, die heilige Kirche hat es unter ihre öffentlichen Gebete aufgenommen, und seinen Inhalt gutgeheißen. -- Hermann wurde 41 Jahre alt und starb gottselig im Herrn. (Trithemus.) --
    aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 259 -- Sp. 260

    Salve Regina -- Gegrüßt seist du, Königin -- Gregorianik

    Salve Regina, mater misericordiae;
    vita, dulcedo et spes nostra, salve.
    Ad te clamamus exsules filii Hevae.
    Ad te suspiramus gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
    Eja ergo, advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
    Et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende.
    O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.

    https://youtu.be/am18duPzcgo


    https://katholischglauben.info/gottselig...-von-reichenau/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    19. Januar 2020
    Unterricht für den zweiten Sonntag nach Erscheinung – Hochzeit zu Kana


    Im Eingang zur heiligen Messe lädt uns die Kirche ein, Gott für die Menschwerdung seines Eingebornen zu danken. „Alles Land bete Dich an, lobsinge deinem Namen. – Jauchzet zu Gott, alle Lande, lobsinget seinem Namen; lasset herrlich erschallen sein Lob!“ (Ps. 65, 1-4)

    Gebet der Kirche.
    Allmächtiger, ewiger Gott, der Du alles, was im Himmel und auf Erden ist, regierest, erhöre nach deiner Milde auch die Bitten deines Volkes und schenke uns ruhige, friedliche Tage; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

    Evangelium nach dem hl. Johannes. Kap. 2, Vers 1-11

    Zu derselben Zeit war eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu Ihm: Sie haben keinen Wein! Jesus aber sprach zu ihr: Weib! Was habe Ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was Er euch sagt, das tut. Es standen aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge, die zu den bei den Juden üblichen Reinigungen bestimmt waren, wovon ein jeder zwei bis drei Maß hielt. Jesus sprach zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es ihm. Als der Speisemeister das Wasser kostete, welches zu Wein geworden war, und nicht wußte, woher das wäre, (die Diener, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten es), rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein auf und dann, wenn man sich satt getrunken, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. Diesen Anfang der Wunder machte Jesus zu Kana in Galiläa, und Er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an Ihn.

    Warum hat sich Jesus mit seiner Mutter und seinen Jüngern zur Hochzeit begeben?

    1) Um die gottesfürchtigen Brautleute zu ehren. –

    2) Um uns durch sein eigenes Beispiel zu zeigen, daß es erlaubt sei, bei unschuldigen Freuden zu erscheinen und mit den Fröhlichen fröhlich zu sein. –

    3) Um uns zu lehren, daß der Ehestand Gott wohlgefällig sei. –

    4) Um seinen Jüngern sich als Gott und Messias zu offenbaren und ihren Glauben an Ihn zu stärken.

    O, wenn doch alle Hochzeiten so gefeiert würden, daß Jesus und Maria dabei sein könnten! Wie glücklich würden die Ehen werden!

    Warum hat sich Maria dieser Brautleute angenommen, da es an Wein fehlte?

    Weil sie sich ihrer erbarmte. Sie ist eine Mutter der Barmherzigkeit und eine mildherzige Fürsprecherin für alle betrübten und verlassenen Menschen, die Gott fürchten. – Lernen wir daraus, wie wir vorzüglich der verschämten Armen uns annehmen sollen und, wenn wir selbst nicht imstande sind, der Not unserer Mitmenschen abzuhelfen, ihnen wenigstens durch unsere Fürsprache zu Hilfe kommen und auch in unseren eigenen Nöten zu Maria unsere Zuflucht nehmen sollen.

    Was bedeuten die Worte Jesu: „Weib! Was habe ich mit dir zu schaffen“?


    Nach dem hebräischen Sprachgebrauch haben diese Worte nichts Abstoßendes, sondern ungefähr den Sinn: „Mutter sei unbekümmert; Ich werde für das Nötige sorgen, sobald der von meinem Vater bestimmte Augenblick kommt. Dieser aber ist noch nicht gekommen.“ Christus verletzte also mit diesen Worten die seiner Mutter schuldige Achtung nicht, wies sie aber doch darauf hin, daß Er von nun an nach den Befehlen eines Höheren, nämlich nach den Befehlen seines himmlischen Vaters handeln müsse. Dadurch wollte Er uns lehren, daß wir in allen Dingen die von Gott bestimmte Zeit abwarten und in den Gott und seine Ehre betreffenden Dingen, ohne alle menschlichen Rücksichten, nur nach der göttlichen Anordnung handeln sollen.

    Warum befahl Christus, den Wein dem Speisemeister zu bringen?


    1) Damit die Ordnung erhalten würde und die Gäste den Wein nicht missbrauchen könnten;

    2) damit der Speisemeister davon kosten und das geschehene Wunder bezeugen könnte, auf daß die Jünger und alle Anwesenden an Ihn glauben möchten.

    Was bedeutet der Mangel an Wein im geistigen Leben?

    Es kann darunter der Mangel an wahrer christlicher Liebe unter den Eheleuten verstanden werden, welcher bei denen vorkommt, die nur aus irdischen oder gar sündhaften Gründen den Ehestand antreten. Über diese wird viel Leid kommen. Wenn sie aber Gott und Maria recht bitten, wird Gott die Wasser der Trübsale verwandeln in den Wein duldender Liebe.

    Übung.
    In leiblicher und geistiger Not nimm deine Zuflucht vertrauensvoll zu Maria, besonders wenn du im Ehestand bist und viele Leiden hast.

    Gebet.
    O mein liebster Jesus! Gib, daß auch ich Dich als meinen Gott und Heiland erkenne. Verwandle in mir das Wasser der Lauigkeit in den Wein feuriger Liebe zu Dir und zu meinen Mitmenschen, damit ich durch diese Liebe einst zu den ewigen Freuden gelange. Amen. –

    in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts-
    und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 89 – S. 92

    https://katholischglauben.info/unterrich...chzeit-zu-kana/


    Liebe Grüße, Blasius

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