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  • Thema von Blasius im Forum Zitate von Heiligen



    Leiden und Sterben Christi: Christus hängt am Kreuz, halbnackt und mit der Dornenkrone gekrönt, seine Mutter Maria und der Lieblingsjünger Johannes sitzen unter dem Kreuz, während Magdalena das Kreuz umfaßt und weint

    Acht Betrachtungen über das Leiden Jesu Christi

    Erste Betrachtung: Das Leiden Christi ist unser Trost

    1. In diesem Tränental gibt es für uns keinen größeren Trost, als unseren gekreuzigten Heiland. Nur der Gedanke, daß Jesus gestorben ist, um für unsere Schuld genugzutun, kann den Schmerz lindern, den uns die Gewissensbisse über unsere Sünden verursachen: Er hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben. (Gal. 1,4)

    2. Werden wir verfolgt, verleumdet, verachtet, unseres Amtes, unserer Ehre beraubt, kommen die schrecklichsten Leiden über uns, so haben wir kein kräftigeres Mittel, um geduldig und ergeben leiden zu können, als den Anblick unseres verachteten, verleumdeten armen Heilandes, der nackt und von Allen verlassen am Kreuz stirbt.

    3. In der Krankheit gibt es für uns keinen größeren Trost, als der gekreuzigte Jesus; wir müssen alsdann bedenken, daß, während unser weiches Krankenlager unsere Schmerzen lindert, die Leiden des kranken Jesus am Kreuz, auf dem Er starb, stets vermehrt wurden! Denn statt eines Bettes fand Er ein rauhes Holz, an das Ihn drei Nägel hefteten; statt eines Kopfkissens für sein müdes Haupt eine Dornenkrone, die seine Schmerzen unausgesetzt vermehrten, bis Er endlich den Geist aufgab. Sind wir krank, so umgeben uns mitleidige Freunde und Verwandte, die uns unsere Leiden zu erleichtern suchen; Jesus stirbt von Feinden umgeben, die wenige Augenblicke vor seinem Tod Ihn beleidigen, Ihn wie einen Missetäter und Verführer des Volkes behandeln. Nichts kann den Kranken, besonders wenn die Menschen ihn verlassen, mehr trösten als der Anblick des gekreuzigten Jesus; Nichts tröstet ihn mehr, als wenn er dann seine Leiden mit den Leiden Jesu vereinigen kann.

    4. In der Todesangst, wenn die Hölle uns verfolgt, wenn unsere Sünden uns erschrecken, wenn der Gedanke an die Rechenschaft, die wir Gott ablegen müssen, uns beinahe zur Verzweiflung bringt, bleibt dem mit dem Tode Ringenden nichts übrig, als daß er sein Kreuz in die Hand nehme und ausrufe:

    Du mein Jesus, mein Erlöser! Du bist meine Hoffnung!

    Alle Gnade, alle Erkenntnis, alle heiligen Wünsche und frommen Anmutungen, der Schmerz über unsere Sünden, unsere guten Vorsätze, die Liebe, die wir zu Gott spüren, die Hoffnung, in den Himmel zu kommen, Alles, Alles sind Gaben, die wir dem Leiden Christi verdanken.

    Anmutungen und Bitten.

    Wenn Du, o mein Heiland! nicht für mich gestorben wärest, könnte ich da wohl hoffen, nachdem ich Dich so oft verlassen, nachdem ich so oft die Hölle verdient habe , – mit so vielen unschuldigen Jungfrauen, mit so vielen heiligen Märtyrern, mit den Aposteln und sogar mit den heiligen Engeln vereinigt, im himmlischen Vaterland dein göttliches Angesicht zu schauen? Ja, um deiner Leiden willen darf ich hoffen, ungeachtet meiner Sünden noch dereinst auf`s Innigste mit den Heiligen, mit deiner göttlichen Mutter verbunden zu werden; darf ich hoffen, die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel deine Barmherzigkeit zu verkündigen, Dir zu danken, Dich ewig zu lieben. Mein Jesus, ich hoffe es zuversichtlich: Die Barmherzigkeit Gottes werde ich in Ewigkeit lobpreisen. (Ps. 88,2) Heilige Mutter Gottes, bitte Jesum für mich. –

    aus: Alphons Maria von Liguori, Das bittere Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi, Ein Gebets- und Betrachtungsbuch für die heilige Fastenzeit, 1892, S. 529 – S. 531

    https://katholischglauben.info/das-leide...st-unser-trost/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    Kreuzwegandacht zum Herzen Jesu

    Vorbereitungsgebet

    Anbetungswürdiges Herz Jesu, Du hast vom schweren und schmerzlichen Erlösungswerk den bittersten Teil verkostet. Vom Ölberg bis zum Kreuz warst Du in namenloses Weh versenkt, mit Todesangst, Schmach und Leid gesättigt. Mit teilnahmsvollem Herzen will ich jetzt Deiner Leidensstunden gedenken und meinem Heiland auf seinem Kreuzweg nachfolgend mich immer wieder bei den einzelnen Stationen fragen: Was mag Jesu liebend Herz dabei gelitten haben? Gib mir, o Jesus, tiefe Reue über meine Sünden, rechte Erkenntnis für Deine Liebe und warmes Mitleid mit der Trauer deines süßen Herzens.
    Die Ablässe dieser Kreuzweg-Andacht wünsche ich durch die Hände Marias den Armenseelen zuzuwenden.

    I. Station.

    Jesus wird zum Tode verurteilt.

    Wir beten Dich an, o göttliches Herz Jesu, und preisen Dich,
    Denn durch Dein heiliges Leiden und Sterben hast Du die Welt erlöst.

    Denke nach:
    Nie gab es einen unschuldigeren Angeklagten als Jesus, den du im Gericht vor Pilatus siehst. Selbst der argwöhnische Heide findet keine Schuld an ihm, und dennoch verurteilt er ihn zum schimpflichen Kreuzestod, um den rachsüchtigen Juden zu gefallen. – Was mag Jesu Herz bei diesem Urteil empfunden haben, dieses Herz, das das ganze himmelschreiende Unrecht so tief verstand und erkannte, welch ein Verbrechen dieses Todesurteil über den eingeborenen Gottessohn war?

    Gebet.
    Ungerecht verurteiltes Herz meines Jesus, ich falle nieder vor Dir und bete Dich an und will sühnen alle Verkennung und ungerechte Verurteilung, die Du durch die Sünder immerfort erfährst. Um Deines Todesurteils willen aber sei mir barmherzig im Gericht und wende das Urteil des ewigen Todes gnädig von mir ab.

    Folgende Gebet werden bei jeder Station gebetet:

    Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, mache mein Herz Deinem Herzen gleich.

    Göttliches Herz Jesu, bekehre die Sünder, rette die Sterbenden, befreie die Armenseelen aus dem Fegefeuer.

    Jesuherz, laß Deine Wunde
    Einst in meiner Todesstunde
    Meiner Seele Zuflucht sein!

    II. Station.

    Jesus nimmt das Kreuz auf sich.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Das Kreuz galt in jener Zeit als Galgen, als entehrendste Todesstrafe. Kein römischer Bürger durfte gekreuzigt werden, sondern nur der Sklave und Ausländer. Und gerade diese schmachvollste aller Todesarten wurde für Jesus bestimmt, um ihn so unter die Zahl der niedrigsten Verbrecher zu versetzen. Ach, was mag sein hochedles Herz beim Anblick und Umfangen des Kreuzes empfunden haben! Ja, wahrhaftig: er ist unter die Missetäter gerechnet worden!

    Gebet.

    Süßes Herz Jesu, vom Mutterschoß an warest Du von dem Verlangen durchglüht, stets den Willen des Vaters vollkommen zu erfüllen, mochte er auch noch so Schweres von Dir fordern. In dieser Leidensstunde verlangt er das Allerschwerste; aber auch hier sprichst Du wie im Ölgarten: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Gib auch mir, o Jesus, eine solche Übereinstimmung mit dem anbetungswürdigen Willen des Vaters, besonders wenn Leiden und Verdemütigungen mich treffen.
    Jesus, sanftmütig usw.

    III. Station.

    Jesus fällt das erstemal unter dem Kreuze.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Der göttliche Königssohn liegt unter dem Galgenholz des Kreuzes im Straßenschmutz hingestreckt. Kannst du eine größere Demütigung ausdenken? Ihm gebührt eine Königskrone und ein Königsthron, und nun liegt er da wie de elendeste Auswurf der Menschheit. Was mag sein Herz dabei gefühlt haben! Wie schwer ist es ihm doch geworden, unsern Stolz zu büßen und die Notwendigkeit der Demut uns so erschütternd zu predigen.

    Gebet.
    Herz Jesu, mit Schmach gesättigt und erniedrigt, ach, wo Du liegst, dort müsste ich Sünder liegen. Wie sehr muss ich bei Deinem jammervollen Anblick meinen Stolz und jede Selbstüberhebung verabscheuen, die Dir eine solche Verunehrung bereitet haben. Dein Beispiel soll mich aber jetzt wirksam aneifern, Deine Haupttugend, die Demut, mir anzueignen. Sei Du mir Lehrmeister. Amen.
    Jesus, sanftmütig usw.

    IV. Station.

    Jesus begegnet seiner betrübten Mutter.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Je zarter die Liebe, um so tiefer der Schmerz. Jesus und Maria haben sich oft in die Augen geschaut. In Bethlehem und Nazareth war es stets eine Seligkeit; denn in diesen Blicken sprach sich das ganze Meer der Liebe ihrer Herzen aus. Auch hier auf dem Kreuzweg ruhen ihre Augen ineinander. Welch ein Wiedersehen! Wie es brennt und schneidet durch ihre Herzen! Verwundetere Herzen hat die Erde nie getragen. Und doch: Jesus geht mit seinem Kreuz weiter, an seiner Mutter vorüber, nach Golgatha – für mich.

    Gebet.
    Liebreiches Herz Jesu, was hast du nicht alles für mich zum Opfer gebracht! Deine Ehre, Deine Gesundheit, Dein unendlich wertvolles göttliches Leben: alles hast Du hingegeben. Und hier auf dem Leidenweg willst Du auch den herbsten Schmerz für ein Kindesherz in der Trennung von Deiner heiß geliebten Mutter unter den bittersten Umständen aus Liebe zu mir verkosten. Möge doch dies ergreifende Beispiel mich dazu bringen, daß mir kein Opfer mehr zu schwer wird für Dich, o Du einzig treues Herz meines Erlösers.
    Jesus, sanftmütig usw.

    V. Station.

    Simon hilft Jesus das Kreuz tragen.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Siehe, Jesus braucht Hilfe beim Kreuztragen. Wie mag sein Auge bittend umher gewandert sein von einem zum andern in der gaffenden Zuschauermenge, ob nicht jemand komme und willig, mitleidig ihm helfe. Doch es fand sich keiner. Ein Arbeitsmann namens Simon wurde schließlich von den Henkern gezwungen, am schweren Kreuz tragen zu helfen. Ein neuer Schmerz für Jesu Herz. Es tut so weh, so sehr weh, in tiefem Leid gar keine Teilnahme gerade von denen zu finden, für die man das Leiden erträgt. Undank trifft ein fühlend Herz gerade dann am schärfsten. Jesu Herz hat das gar sehr empfunden.

    Gebet.

    Mit Undank belohntes Herz Jesu, Du trägst im Bild immer noch das Kreuz und trägst es immer noch ganz allein. Welch ein beneidenswertes Los muss es sein, Dir Deine Leidenslast zu erleichtern und dadurch am Kreuzessegen teilzunehmen. Siehe, ich biete mich Dir an, laß mich Dein Gefährte sein. Ich will mit Dir fühlen und dulden und durch sühnendes Opferbringen Dir die Kreuzeslast erleichtern, die Du an Beleidigungen und Kränkungen im Tabernakel immerfort noch erdulden musst. Dort gehst Du den eucharistischen Kreuzweg durch die Jahrhunderte weiter: daß sich doch viele Simon von Cyrene Dir dort anbieten möchten!
    Jesus, sanftmütig usw.

    VI. Station.

    Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Endlich findet sich eine barmherzige Seele, die unbekümmert um die große Menge, um Spott und Hohn dem Heiland dient. Veronika war zweifellos eine mutige Frau, die ihre fromme Gesinnung energisch zur Tat werden ließ. Das sind Seelen, wie Jesus sie leibt, nur schade, daß sie auch heute so selten sind wie damals auf dem Kreuzweg des Herrn. Siehe, mein Jesus dankt: sein Bild gibt er Veronika, eine Darstellung seiner grenzenlosen Liebe. Veronika wird dieses Bild hoch in Ehren gehalten haben; es hat sie zur Heiligkeit geführt.

    Gebet.

    Herz Jesu, ich bitte um Dein Bild. Aber präge es mit nicht auf Tuch oder Papier, nein, präge es unauslöschlich klar und wahr meinem Herzen ein. Für Dich will ich leben, arbeiten, leiden, sterben; und für alles dieses, o mein Jesus, werde mir als einziger Lohn die Gnade, daß ich das Bild Deines lieben, süßen, göttlichen Herzens in meinem Herzen trage, daß mein Herz sein getreues Abbild sei. Das ist mein innigster Wunsch, und um diese Gnade will ich bei Dir anhalten alle tage meines Lebens.
    Jesus, sanftmütig usw.

    VII. Station.

    Jesus tröstet die weinenden Frauen.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Ein bißchen Mitleid findet Jesus doch auf seinem Leidenswege. Erst war es Veronika, hier ist es ein Häuflein trauernder Frauen, die ihrer Teilnahme Ausdruck geben. Er nimmt dieses Mitgefühl dankbar an, zeigt uns aber in seinen Worten, daß sein Herz auch in diesem tiefen Weh sich mehr mit dem Unglück der Menschen als mit dem eigenen beschäftigt. Es fühlt für andere stärker als für sich selbst.

    Gebet.
    Zartes und gefühlvolles Herz meines Jesus, lehre mich wahres Mitleid tragen mit Deinen Leiden und Schmerzen. Gib mir auch, o Jesus, ein teilnehmendes und gefühlvolles Herz gegen alle leidgeprüften Menschen. Gib, daß ich mich in die Lage der Kranken und Bedrängten gern und warm hinein fühle und mit aufrichtigem Eifer zu trösten und zu helfen suche, wo immer ich kann. Nur so werde ich Deinem erbarmungsvollen Herzen ähnlich.
    Jesus, sanftmütig usw.

    IX. Station.

    Jesus fällt das drittemal unter dem Kreuz.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Die Verunehrung Jesu Jesu nimmt kein Ende. Schon wieder liegt er schmerzlich hingestürzt am Boden. Siehe, wie das Blut aus seinen Wunden träufelt, wie es die Straße rötet und den Weg anzeigt, den er gegangen ist. Es ist göttliches Blut, das die ganze Welt erlöst und aller Anbetung würdig ist. Aber ach, die Menschen treten darauf und eilen achtlos darüber hinweg. Nur scharen heiliger Engel knien unsichtbar umher, um es anzubeten und aufzusammeln.

    Gebet.
    O kostbares Blut, aus dem Herzen Jesu geflossen, ich bete dich in tiefster Ehrfurcht an. Du bist der Preis meiner Erlösung, das Bad meiner Seele, die Erquickung meines dürstendes Herzens. Unter wieviel Schmerz und Weh hat mein Jesus dich für mich dahin gegeben. Darum will ich Dich aber auch tief verehren und preisen, und mein ganzes Leben soll ein Dankgebet werden für das göttliche Blut, diese höchste und rührendste Gabe des göttlichen Herzens.
    Jesus, sanftmütig usw.

    X. Station.

    Jesus wird seiner Kleider beraubt.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Eine neue Geißelung wird am Heiland auf Golgatha vorgenommen, indem die Wunden der früheren durch das Abreißen der Kleider erneuert werden. Welche Qual durchbebt seinen heiligsten Leib; wieviel größere noch sein göttliches Herz, dessen heiligste, reinste und zarteste Gefühle bei dieser schmerzlichen Entkleidung auf das roheste verletzt werden. Wie furchtbar büßt Jesus für alle Sünder der Weichlichkeit und Sinnlichkeit, und wie erschütternd predigt er hier die Notwendigkeit der Abtötung.

    Gebet.
    Dein Bußkleid, o göttlicher Heiland, besteht aus Wunden und Blut. Wenn ich Dich in diesem Gewande der Abtötung schaue und daran denke, daß es eine Offenbarung der Bußgesinnung Deines göttlichen Herzens ist, dann fühle ich mich tief beschämt, weil ich Dir an innerer und äußerer Buße so ganz unähnlich bin. Auch für Dein Beispiel der Abtötung gilt Dein Gebot: „Folge mir nach!“ – Herr, gib mir Mut, daß ich ernstlich den Weg der Buße und Abtötung beschreite, damit ich zur Reinheit und zur Treue in Deinem Dienst gelange.
    Jesus, sanftmütig usw.

    XI. Station.

    Jesus wird an Kreuz geschlagen.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Das Kruzifix ist das häufigste und eindrucksvollste Bild. Es kann uns in der tat nicht oft genug vorgestellt werden, was der Sohn Gottes, gedrängt durch die Liebe seines Herzens, für uns getan hat, wie er Ehre, Würde, Blut und Leben unter Weh und Not auf dem Kreuzaltar zum Opfer gebracht hat. Das ist sein Opfer, und er hat es absichtlich so erschütternd ausgeführt, um uns die Notwendigkeit des Opferbringens recht eindringlich klar zu machen. Das Opfer ist und bleibt hienieden der einzige Prüfstein wahrer Gottesliebe.

    Gebet.

    Treuestes Herz Jesu, wie stark ist Deine Liebe. Möchte ich doch, durch Dein Beispiel angetrieben, mich aufraffen und mit ganzer Entschlossenheit mich für Dich entscheiden. Hilf Du mir, daß ich endlich mich selbst a das Kreuz meiner Pflicht festnagele, meine guten Vorsätze beharrlich ausführe und ganz treu in Deinem Dienst erfunden werde. Nur treue, entschlossene Seelen passen, o Jesus, zu dDeinem herzen und sind Deiner Liebe und Deines Lohnes würdig. Dies will ich nie mehr vergessen.
    Jesus, sanftmütig usw.

    XII. Station.

    Jesus stirbt am Kreuz.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Es genügt dem Heiland noch nicht das schreckliche Kreuz zu tragen er gewinnt es um unsertwillen so lieb, daß er sich daran festnageln, unzertrennlich damit verbinden läßt, um es lebend nicht mehr zu verlassen. Wie gründlich ist sein Herz in allem, was es aus Liebe zu uns unternimmt, gründlich besonders auch im Leiden. Es kennt keine Halbheit, kein zagen und schwanken. Die Liebe drängt es, sich bis zum äußersten für uns dahin zu geben. Die Nägel in Händen und Füßen sind wie unauslöschliche Siegel seiner Liebe zu uns.

    Gebet.
    Gekreuzigter Heiland, Du predigst mir vom Kreuz herab nicht durch Worte, sondern durch Deine Wunden und Deinen Tod immerfort noch Deine Lehre: „Wer nicht allem entsagt, was er besitzt, kann mein Jünger nicht sein.“ (Lk. 14, 33) Wie Du Alles aus Liebe zu uns dahin gegeben hast, so sollen auch wir bereit sein, allem zu entsagen, was uns hindert, Dich über alles zu lieben. Und diese Opfergesinnung sollen wir durch freiwillige Überwindungen und Entsagungen täglich in uns pflegen und Dir beweisen. Gib uns, o Jesus, etwas vom Opfergeist deines Herzens, damit wir wenigstens für Dich leben, der Du so schmerzlich für uns gestorben bist.
    Jesus, sanftmütig usw.

    XIII. Station.

    Jesus wird vom Kreuz abgenommen.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Nun ruht Jesus wieder im Schoß Marias. Auch in Bethlehem und Nazareth hat sie ih auf ihren Schoß gebettet. Aber welch ein Unterschied zwischen damals und jetzt! Dort war er der Schönste unter den Menschenkindern, hier ist er ein blutiger, zerrissener Leichnam. Mit wieviel Recht kann Maria unter dem Kreuz die Worte ausrufen: „Ihr alle, die ihr vorüber geht, seht, ob ein schmerz sie gleich meinem schmerz!“ Hier kannst du es sehen: Je näher bei Jesus, um so größer der Schmerz.

    Gebet.
    Göttlicher Heiland, mit inniger Teilnahme gedenke ich der bitteren Stunden, die das Herz Deiner reinsten Mutter bei Deinem Kreuz durchkostet hat. Wenn du solches Weh selbst über dieses Dir so ganz ergebene Mutterherz kommen ließest, dann muss ich daraus erkennen, wie wertvoll das geduldig aus Liebe zu Dir ertragene Leiden Deinem Herzen ist. Auf die Fürbitte Deiner reinsten Mutter gib auch mir Starkmut und Geduld im Leiden.
    Jesu, sanftmütig usw.

    XIV. Station.

    Jesus wird ins Grab gelegt.

    Wir beten Dich an usw.
    Denke nach:
    Jesus hat sein Werk vollendet. Der Tod war für ihn die Pforte zur Ruhe und zum Frieden, und kein Schmerz kann je wieder die Seligkeit trüben, die sein göttliches Herz nun erfüllt. Arbeit, Schmerz und Not gingen vorüber; aber Arbeitssegen und Leidenssegen sind ihm geblieben, und gerade die schmerzlichsten und bittersten Stunden seines irdischen Lebens sind jetzt die süßesten Erinnerungen und die Quellen reinster Freuden für ihn. So soll es auch bei mir sein: durch Kreuz zum Sieg, durch zeitlichen Schmerz zum ewigen Glück!

    Gebet.

    Verklärtes Herz meines Jesus, lenke meine Gedanken und meine Sehnsucht recht oft zu Dir himmelwärts. In Sorgen, Mühen und Leiden will ich mich mit Deiner Grabesruhe und glorreichen Auferstehung trösten und ermutigen. So soll ja auch meine Vollendung sein. Mögen die Jahre meiner irdischen Pilgerschaft auch reich an Bitterkeiten und Leidensstunden sein, sie führen mich zum Land des Friedens, zum seligen Beisammensein mit Deinem süßen Herzen. Diese selige Hoffnung soll mir Stab und Stütze sein.
    Jesus, sanftmütig usw.

    Schluss- und Aufopferungs-Gebet.

    Göttlicher Heiland, Du hast am Kreuze Dein heiligstes Herz vom Speer durchbohren und öffnen lassen, um uns durch diese sichtbare Wunde die unsichtbare Wunde Deiner Liebe zu offenbaren. Ich habe auf Deinem heiligen Kreuzweg die Offenbarung dieser Deiner Liebe in Deinem bittersten Leiden und Sterben betrachtet und verehrt. Ich bitte Dich, laß die Wunde Deines Herzens mir alle Zeit offen stehen als Zufluchtsstätte in den Leiden des Lebens, als selige Heimgangs-Pforte in der Stunde des Todes.
    Ich opfere meine Gebete auf für die heilige Kirche und ihre Anliegen, zur Sühne meiner Sünden, zum Trost der Armenseelen, für alle armen Sünder, Irrgläubigen und Heiden. Laß alle teilnehmen an den Erbarmungen Deines göttlichen Herzens, dem Anbetung, Dank und Liebe dargebracht werde von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. –

    aus: Hermann Fischer SVD, Herz-Jesu-Segen, Gebet und Kommunionbuch, 1920, S. 549 – S. 564

    https://katholischglauben.info/kreuzwega...um-herzen-jesu/


    Liebe Grüße, Blasis

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    Beteiligung der Heiden an der Kreuzigung

    1 Warum die Heiden sich an dem Tod Christi beteiligten
    1.1 Die Bedeutung der Beteiligung der Heiden an der Kreuzigung
    1.2 Die Vorbedeutung des Kreuzopfers im Judentum
    1.3 Die rechtlichen Voraussetzungen für das Todesurteil
    1.4 Die Berufung der Heiden als neues Gottesvolk
    1.5 Unsere Pflicht als Christen

    Die Bedeutung der Beteiligung der Heiden an der Kreuzigung
    Das Kreuzopfer des Herrn sollte den Opfern, dem Gottesdienst und dem Priestertum der Juden die Erfüllung geben, und ein Ende machen; es sollte auch den Götzendienst des Heidentums zerstören. Es sollten darum Juden und Heiden am Kreuzopfer Christi, des Herrn, sich beteiligen, und in deren Mitte erfüllte der göttliche Erlöser darum sein hochpriesterliches Amt in der ausdrucksvollsten Weise. Es sollte von nun an die Weissagung erfüllt werden: „Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang wird mein Name groß werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert,, und ein reines Opfer dargebracht werden; denn groß wird mein Name werden unter den Völkern, spricht der Herr der Heerscharen“ (Mal. 1, 11); und die andere Weissagung: „Er wird herrschen von einem Meer zum andern, und vom Fluss bis an die Grenzen des Erdbodens. Vor ihm werden sich nieder werfen die Äthiopier, und seine Feinde den Staub lecken. Die Könige von Tharsis und die Inseln werden Geschenke opfern; die Könige von Arabien und Saba werden Gaben bringen. Es werden ihn anbeten alle Könige der Erde, alle Völker ihm dienen.“ (Ps. 71, 8-12)

    Denn dadurch, daß der Herr auch für die Heiden nicht nur litt und starb, sondern, wie von den Juden, so auch von ihnen dieses Leiden und diesen Tod erduldete, erhielt er eben als Erlöser ein doppeltes Recht, auch über sie zu herrschen, und von ihnen den Glauben, die Liebe und alle Dienstbarkeit zu fordern, wie er selbst in den Psalmen geweissagt hat, indem er von seinem himmlischen Vater sprach: „Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Begehre von mir, so will ich dir geben die Heiden zu deinem Erbe, und zu deinem Eigentum die Enden der Erde.“ (Ps. 2, 6 u. 7 u. 8)

    Aus allem dem ersehen wir nun, wie geheimnisvoll und wie viel bedeutend im Leiden und im Tod Christi auch dieser Umstand war, daß sich an demselben auch die Heiden beteiligten, und, was die Juden begonnen hatten, zu Ende führten; und wir erkennen daraus auch, wie angemessen es der göttlichen Vorsehung war, daß sie die gegebenen Verhältnisse auf solche Weise benützte.

    Die Vorbedeutung des Kreuzopfers im Judentum
    Wenn aber im alten Bund die Opfer, welche die Vorbilder des Opfers Christi waren, ausschließlich von den Juden, nicht aber auch von den Heiden, vorschriftsmäßig dargebracht werden mussten; so kann man daraus doch nicht schließen, daß jenen Opfern an ihrer Vorbildlichkeit Etwas gemangelt oder daß ihnen die Wahrheit, das Opfer des Herrn nicht vollkommen entsprochen habe… Im Kreuzopfer war Christus, der Herr, selbst, wie das Opfer, so auch der Opferpriester. Es hatten weder die Juden noch die Heiden auf das Leiden und auf den Tod des Gottmenschen als auf eine Opferhandlung den geringsten Einfluss; sie wollten auch nichts weniger als opfern, sondern einzig nur ihre Leidenschaften befriedigen, oder die Befehle ihrer Vorgesetzten ausführen. Es waren im alten Bund die von Gott bestellten Opferpriester die Vorbilder des ewigen Hohenpriesters Jesu Christi, und die von Gott bestimmten Opfer die Vorbilder des Opfers am Kreuz; und somit entsprach die Sache dem Schatten, die Wahrheit dem Vorbild, das Kreuzopfer den Opfern des alten Bundes auf das Vollkommenste. Das Leiden und der Tod Christi am Kreuz war nur in so fern ein Opfer, als er nach seinem eigenen Willen und aus Liebe sich hingegeben; in wie fern er aber das Leiden und den Tod von seinen Feinden erduldet hat, waren es Verbrechen, welche von diesen Feinden an ihm begangen wurden.

    Die rechtlichen Voraussetzungen für das Todesurteil
    Überdies ist der göttliche Erlöser unter dem Vorwand sowohl der jüdischen als auch der heidnischen Gesetze gekreuzigt worden; nach den jüdischen Gesetzen, denn die Juden schrien vor Pilatus: „Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben; denn er hat sich selbst zum Sohn Gottes gemacht“ (Joh. 19, 7); nach den heidnischen Gesetzen, denn auch auf diese Gesetze beriefen sich die Juden vor Pilatus mit der Anklage: „Diesen haben wir befunden als einen Aufwiegler unseres Volkes, und als Einen, der verbietet, dem Kaiser Zins zu geben; indem der sagt, er sei Christus, der König“ (Luk. 29, 3); den letzten entscheidenden Ausschlag aber gab das Geschrei vor Pilatus: „Wenn du diesen los lässest, bist du kein Freund des Kaisers; denn Jeder, der sich zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser.“ (Joh. 19, 12)

    Daß sich mit den Juden auch die Heiden an den Leiden und an dem Tode Christi, des Herrn, beteiligten, brachten endlich die damaligen Verhältnisse im öffentlichen Leben und im Gerichtsverfahren mit sich, wie dies aus den Verhandlungen über den Herrn selbst hervor geht. Denn die Juden selbst haben die Beteuerung ausgesprochen: „Uns ist es nicht erlaubt, Jemanden zu töten“ (ibid. 18, 31). Nun sagt zwar der heiligen Augustinus von dieser Äußerung: „Sie verstanden darunter, es sei ihnen nicht erlaubt, Jemanden zu töten wegen der Heiligkeit des Festtages, den sie zu feiern bereits begonnen hatten“ (Tract. 114. in Joann.); und der heilige Chrysostomus gibt als Ursache an: „Weil sie wollten, daß er nicht als Übertreter ihres Gesetzes, sondern als Reichsfeind, weil er sich zum König gemacht, getötet werden sollte, was nicht ihrer Gerichtsbarkeit unterstand.“ (Homil. 82. in Joann.) Auch könnte man sagen, sie haben dies darum vorgegeben, weil sie zwar Niemanden kreuzigen, wohl aber Verbrecher gegen ihr Gesetz steinigen durften; und weil sie den Herrn auf die schmerzlichste und schmachvollste Weise töten, das ist, kreuzigen wollten. Allein das Wahrscheinlichste ist, daß ihnen die Römer, unter deren Herrschaft sie standen, die Gewalt über Leben und Tod wirklich genommen hatten, und daß sie auch, wenn sie einen Verbrecher gegen ihr Gesetz nach der Vorschrift desselben steinigen, oder wie immer mit dem Tod bestrafen, und dies öffentlich nach aller Form des Rechtes tun wollten, von der römischen Obrigkeit dazu wenigstens die Erlaubnis erwirken mussten. Wenn sie aber auch ohne diese Erlaubnis den heiligen Stephanus gesteinigt, den heiligen Paulus meuchlerisch zu ermorden sich verschworen, und den heiligen Jakobus von der Zinne des Tempels herunter gestürzt und erschlagen haben; so ist dies wie bei dem Ausbruch einer Volkswut und gegen die gesetzliche Ordnung geschehen, und der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtet ausdrücklich, daß sie wegen der Ermordung des heiligen Jakobus von der römischen Obrigkeit gestraft worden seien. (Antiq. Libr. XX. c. 8. alias 16.) Es lag also in den damaligen Verhältnissen und in dem öffentlichen Gerichtsverfahren jener Zeit, daß die Juden zwar zum Leiden und zum Tod des Herrn den Anfang machten, die Heiden aber die Fortsetzung und Vollendung dieses Verbrechen bewerkstelligten; die göttliche Vorsehung aber hat diese gesellschaftlichen Zustände benützt, um ihre geheimnisvollen und wunderbaren Absichten zu verwirklichen.

    Die Berufung der Heiden als neues Gottesvolk
    Da sehen wir nun einerseits das Gebaren von Völkern, von den Juden und von den Heiden, von der ganzen Menschheit der Führung Gottes gegenüber, und andererseits das Walten der göttlichen Vorsehung diesem Gebaren der Menschen gegenüber, und zwar in Bezug auf die Heilsordnung, auf den Weg zum ewigen Heil. Wie sehen die Heiden in ihrem Abfall von Gott auf lange Zeit verlassen im Sinne der Worte des Völkerapostels: „Gott überließ sie den Lüsten ihres Herzens. – Wie sie die Erkenntnis Gottes verworfen, überließ sie Gott dem verwerflichen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt.“ (Röm. 1, 24 u. 28) Wir sehen das Volk Israel ohne sein Verdienst auserwählt und hoch begnadigt, wie geschrieben steht: „Er fand es im wüsten Land, am Ort des Grauens, der weiten Öde, führte und lehrte es und bewahrte es, wie seinen Augapfel. Wie der Adler seine Jungen zum Flug lockt und über ihnen schwebt; also breitete er seine Flügel aus und nahm es und trug auf seinen Schultern.“ (Deut. 23, 10 u. 11) Wir sehen dann dieses Israel seinen Undank und seinen Frevel gegen Gott bis zum Gottesmord steigern, und deshalb von Gott auf lange Zeit aufgegeben und verlassen, nach dem Wort des Erlösers: „Seht, euer Haus wird euch wüst gelassen werden!“ (Matth. 23, 38) Wir sehen aber jetzt die Heiden berufen und auserwählt, aus ihnen die Kirche Gottes erstehen nach der Weissagung: „Es suchen mich, die vorher nicht nach mir fragten; es fanden mich, die mich nicht suchten. Ich spreche zu dem Volk, das meinen Namen nicht anrief: Sieh, hier bin ich; sieh, hier bin ich!“ (Isai. 65, 1; Röm. 10, 19 u. 20 u 21) Diese Wahrheit liefert uns die Geschichte der Kirche Christi und der ihr gleichzeitigen Heidenwelt. Verläßt Gott ein Volk, so ist es Gerechtigkeit; erwählt Gott ein Volk, so ist es Barmherzigkeit. Wie Gott aber seine Gerechtigkeit und seine Barmherzigkeit walten läßt, wo, wann, wie und über wen er die Gerechtigkeit oder die Barmherzigkeit walten läßt, das ist ein unerforschliches Geheimnis seines Ratschlusses. Dieses Alles gilt auch für den einzelnen Menschen. Daher die Mahnung des heiligen Paulus: „Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern“ (Phil. 2, 12); aber auch die Zuversicht, mit welcher uns der Prophet beten lehrt: „Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott! nicht verachten“ (Ps. 50, 19); denn Gott hat bei seinem Leben geschworen: „So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, ich will nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Weg und lebe.“ (Ezech. 33, 11)

    Unsere Pflicht als Christen

    Die Juden und Heiden, welche den Herrn gekreuzigt haben, waren keine Christen, noch nicht gerechtfertigt und geheiligt, wie wir; und weit schuldbarer ist der, welcher nach erlangter Begnadigung wieder frevelt, als jene, welche vor derselben Verbrechen begehen. Wir müssen daher vielmehr an die eigene Brust schlagen und unsere eigenen Sünden bereuen, als die Feinde des Herrn anklagen und verurteilen. In diesem Sinne schreibt der heilige Augustinus über jene, die nach dem Erlösungstod des Herrn ihn durch ihre Sünden, wie der heilige Paulus sagt, „Jeder für sich, neuerdings kreuzigen und verspotten“ (Hebr. 6, 6), von dem letzten Gerichtstage: „Wie dem Thomas, der nicht geglaubt, ohne zu berühren, und zu sehen, so wird (Christus) auch seinen Feinden seine Wunden zeigen, nicht, um ihnen, wie dem Thomas, zusagen: Weil du gesehen, hast du geglaubt; sondern um als die Wahrheit zu ihrer Überführung zu sagen: Seht da den Menschen, den ihr gekreuzigt habt; seht da den Gottmenschen, an den ihr nicht habt glauben wollen! Seht ihr die Wunden, die ihr mir geschlagen; erkennt ihr die Seite, die ihr mir durchbohrt habt? Denn durch euch und euretwegen ist sie geöffnet worden, und ihr habt dennoch nicht hinein gehen wollen.“ (De symbol. Libr. II. c. 8)

    Ist es nicht vielmehr Pflicht für uns, für alle Unbilden, welche die Juden und Heiden ihm angetan haben, und an welchen auch unsere Sünden Schuld sind, den möglichsten Ersatz zu leisten, und für seine unendliche Erbarmung, mit der er dessen ungeachtet die Juden und die Heiden und mit ihnen auch uns zum Glauben berufen hat, uns erkenntlich zu erweisen? Denn ihre Bosheit und ihre Schuld überstieg alles Maß, und musste den Herrn mehr Schmerzen, als alle Misshandlungen und als der Tod selbst. –

    aus: Georg Patiss SJ, Das Leiden unsers Herrn Jesu Christi nach der Lehre des heiligen Thomas von Aquin, 1883, S. 223 – S. 229


    https://katholischglauben.info/beteiligu...der-kreuzigung/


    Liebe Grüße Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    Beteiligung der Heiden am Leiden Christi

    1 Die Beteiligung der Heiden am Leiden Christi
    1.1 Das Heil kommt von den Juden
    1.2 Christus wollte für die Juden und für die Heiden leiden
    1.3 Das Reich Gottes ist auf die Heiden übertragen worden
    1.4 Sei nicht hoffärtig, sondern fürchte dich!

    Das Heil kommt von den Juden
    Die göttliche Vorsehung hat das Judenvolk erwählt, um in demselben den Glauben an den künftigen Erlöser zu erhalten, und durch dasselbe ihn auch in der Heidenwelt nicht ganz verschwinden zu lassen. Zu diesem Zweck hat Gott dieses Volk zu seinem Volk gemacht, es durch Wunder gebildet, durch Wunder groß gezogen, durch Wunder erhalten, in ihm seine Verheißungen und Weissagungen nieder gelegt, ihm sein Gesetz und den Gottesdienst gegeben, und versprochen, daß aus ihm der Erlöser der Welt hervor gehen werde. Darum schreibt der heilige Paulus von den Juden: „Die meine Verwandten sind dem Fleische nach, welche die Israeliten sind, denen die Kindschaft, die Herrlichkeit, der Bund, die Gesetzgebung, der Gottesdienst und die Verheißungen angehören, denen die Völker (gehören), und aus denen dem Fleisch nach Christus stammt, der da ist über Alles, Gott, hoch gelobt in Ewigkeit.“ (Röm. 9, 3-6) Das Heil der Welt sollte von den Juden ausgehen, und den Heiden mitgeteilt werden, wie auch Christus, der Herr, selbst zum himmlischen Weib am Brunnen Jakobs gesprochen: „Das Heil kommt von den Juden“ (Joh. 4, 22); und wie er dem kanaanäischen Weib erklärt hat: „Ich bin nur gesendet zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ (Matth. 15, 24) Der Herr hat auch den Aposteln während seines Lebens nicht erlaubt, den Heiden oder Samaritern zu predigen; denn das heilige Evangelium sagt: Diese Zwölf sendete Jesus aus, gebot ihnen und sprach: „Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht nicht in die Städte der Samariten; sondern geht vielmehr zu den verlorenen Schafe des Hauses Israel.“ (Ibid. 10, 5 u 6) Erst nach seiner Auferstehung gab Christus den Aposteln die Sendung auch an die Heiden und an die ganze Welt: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mark. 16, 15); und so haben es die Apostel auch gehalten. Nachdem am Pfingstfest jenes Feuer der Liebe, von welchem Christus gesprochen hatte, durch den heiligen Geist vom Himmel herab gekommen war, begann Petrus seine Predigt zu Jerusalem, von welcher die Apostelgeschichte sagte: „Welche nun sein Wort vernahmen, die wurden getauft. Und es wurden an jenem Tage bei dreitausend Seelen hinzu gefügt.“ (Act. Apost. 2, 41) Sie erzählt noch weiter: „Der Herr aber vermehrte zugleich täglich die Anzahl derjenigen, welche selig werden sollten.“ (Ibid. 47) Von Jerusalem aus verbreiteten die Gesandten Christi das heilige Evangelium durch Judäa, durch Galiläa, durch Samaria, und Petrus war auch der Erste, welcher dasselbe zu Cäsarea den Heiden verkündigte, auf dessen Bericht darüber die Judenchristen bekannten: „Also auch den Heiden hat Gott die Buße verliehen zum Leben!“ (Ibid. 11, 18) Hierauf teilten die Apostel den Erdkreis unter sich, führten Juden und Heiden ohne Unterschied in die Kirche Christi ein, und erfüllten so die Weissagung: „Über die ganze Erde geht aus ihr Schall, und bis an die Enden des Erdkreises ihr Wort“ (Ps. 18, 5; Röm. 10, 18); daß der heilige Paulus schon von seiner Zeit an die Christen von Rom schreiben konnte: „Euer Glaube wird in der ganzen Welt verkündigt“ (Röm. 1, 8); und an die Kolosser: „Das Wort der Wahrheit des Evangeliums, das zu euch gekommen ist, wie es auch in der Welt ist, bringt Früchte, und nimmt zu, gleichwie unter euch.“ (Kol. 1, 5 u. 6) Die Erlösung ist also von den Juden auf die Heiden übergegangen. Das sollte nun durch das Leiden des Herrn selbst vorbedeutet werden, und zu dieser Vorbedeutung musste die Bosheit der Juden selbst dienen.

    Christus wollte für die Juden und für die Heiden leiden

    Als Jesus mit seinen zwölf Aposteln zum letzten Osterfest nach Jerusalem hinauf zog, sprach er zu ihnen: „Seht! Wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen. Sie werden ihn den Heiden ausliefern, daß sie ihn verspotten, geißeln und kreuzigen, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.“ (Matth. 20, 18 u. 19) Diese Weissagung ist buchstäblich in Erfüllung gegangen; Judas und die Häscher haben den Herrn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert; die Hohenpriester und Schriftgelehrten haben ihn zum Tode verurteilt und dem heidnischen Landpfleger Pilatus ausgeliefert: Pilatus hat ihn von seinen heidnischen Soldaten und Henkersknechten geißeln, mit Dornen krönen, verspotten und kreuzigen lassen. Der göttliche Heiland ist also zuerst von den Juden und dann von den Heiden dem Leiden überliefert worden; die Juden haben den Anfang, die Heiden die Fortsetzung und das Ende gemacht. In der Ordnung, in welcher das Erlösungswerk des Herrn vor sich gegangen ist, sollte auch die Zuwendung der Erlösungs-Früchte an die Menschheit stattfinden; es sollte das Evangelium von den Juden auf die Heiden übergehen, wie die Juden den Urheber desselben den Heiden überantwortet haben. Es war darum angemessen, daß der Herr nicht bloß von den Juden, sondern auch von den Heiden, und zwar zuerst von den Juden, und dann auch von den Heiden in das Leiden und in den Tod geführt wurde.
    Christus, der Herr, wollte für die Heiden, wie für die Juden, leiden, und dadurch, daß er von jenen, wie von diesen litt, die Früchte seines Leidens für Alle verdienen. Darum hat er auch auf dem Kreuz für Alle gebetet. Es sollten aber auch die Heiden, wie die Juden, dem auferstandenen Heiland um so dankbarer im Glauben sich anschließen, ihn um so mehr lieben, ihm um so eifriger dienen, je schwerer sie sich an ihm versündigt hatten.

    Das Reich Gottes ist auf die Heiden übertragen worden
    Für die verstockten und verhärteten Juden aber sollte da das furchtbare Gottesgericht an den Tag treten, welches der Prophet Daniel mit den Worten geweissagt: „Es wird sein Volk nicht sein, das ihn verleugnen wird“ (Dan. 9, 26; Röm. 11, 11 u. 12); und dessen Erfüllung der heilige Apostel Paulus mit den Worten bestätigt: „Durch ihre Sünde ist den Heiden das Heil geworden. – Ihre Sünde ist der Welt Reichtum, und ihre Minderung der Heiden Reichtum.“ (Deut. 32, 21; Os. 1, 10; 2, 24; IS. 65, 1) Die Juden haben den Messias von sich weg gestoßen, und den Heiden ausgeliefert; sie haben getan, wovor sie der Herr in der Parabel von den mörderischen Winzern gewarnt hatte, welche die Knechte des Herrn des Weinberges misshandelt und seinen geliebten Sohn, den er zuletzt zu ihnen gesendet, getötet haben. (Luk. 20, 9-15) Sie haben auf die Frage des Herrn: „Was wird nun der Herr des Weinberges ihnen tun? (Matth. 21, 40) in ihrer Antwort: „Er wird die Elenden elendig zu Grunde richten, und seinen Weinberg an Andere verpachten“ (Ibid. 41); ihr eigenes Urteil gesprochen; und es ist an ihnen die Weissagung des Herrn, die er an dieses Gleichnis knüpfte, erfüllt worden: „Darum sage ich euch: das Reich Gottes wird von euch genommen, und einem Volk gegeben werden, das die Früchte desselben hervor bringt.“ (Ibid. 43) Das Reich Gottes ist auf die Heiden übertragen worden. Im Leiden und Sterben des göttlichen Heilandes bereitete sich dieses geheimnisvolle Gottesgericht vor, für die Juden zur Entfernung von der Verwaltung des göttlichen Weinberges, für die Heiden zur Berufung. Die Juden haben den Pilatus, die Heiden zur Mitschuld an dem Gottesmord gleichsam genötigt; sie sollten damit gestraft werden, daß, wie sie den Messias durch sie getötet haben, auch das Reich des Messias durch sie von ihnen genommen würde. Es war darum geziemend, daß beide Parteien bei diesem Gottesgericht gegenwärtig und beteiligt wären.

    Sei nicht hoffärtig, sondern fürchte dich!

    Auf solche Weise konnten und können nun auch weder die Juden den Heiden, noch die Heiden den Juden den Gottesmord ausschließlich zur Last legen; sondern es galt und gilt von Allen, was der heilige Paulus zu den bekehrten Heiden von den Juden gesagt hat: „Wenn einige Zweige von ihnen abgebrochen sind, und du als wilder Ölbaum auf sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des edlen Ölbaumes teilhaftig geworden bist; so erhebe dich nicht über die Zweige; erhebst du dich aber, (so wisse:) nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel dich. Du wirst nun sagen: Die Zweige wurden abgebrochen, damit ich eingepfropft würde. Gut! Wegen des Unglaubens sind sie abgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben; sei nicht hoffärtig, sondern fürchte dich! Wenn Gott der natürlichen Zweige nicht schonte, so möchte er etwa auch deiner nicht schonen. Sieh also die Güte und Strenge Gottes; die Strenge Gottes gegen die Gefallenen, die Güte Gottes gegen dich, wenn du im Guten verharrst; sonst wirst auch du ausgehauen werden.“ (Röm. 11, 17-23)

    Wenn ferner nicht bloß die Juden, sondern auch die Heiden bei dem Leiden und bei dem Tode des göttlichen Erlösers als mitwirkende Ursachen gegenwärtig und beteiligt waren; so musste dieses Erlösungswerk und dann die Auferstehung des Herrn um so erwiesener, um so offenkundiger, um so unleugbarer und für die ganze Welt um so überzeugender sich darstellen, und konnte auch von den Heiden nicht etwa als eine jüdische Erfindung angesehen werden. Auch darum geziemte es sich, daß die Heiden selbst daran tätigen Anteil nahmen.
    Überdies wollte Christus, der Herr, für die Heiden, wie für die Juden, leiden und sterben; daher musste seine Liebe und Erbarmung um so größer und um so wunderbarer erscheinen, wenn ihm dieses Leiden und diesen Tod mit den Juden auch die Heiden antaten. Alle müssen mit dem heiligen Paulus voll Vertrauen bekennen: „Es erweist Gott seine Liebe zu uns dadurch, daß Christus, als wir noch Sünder waren, zur (bestimmten) Zeit für uns gestorben ist. Um so mehr werden wir nun, da wir durch sein Blut gerechtfertigt sind, durch ihn gerettet werden vom Zorn. Denn wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, um so mehr werden wir als Versöhnte selig werden in seinem Leben.“ (Röm. 5, 8 u 9 u 10) –

    aus: Georg Patiss SJ, Das Leiden unsers Herrn Jesu Christi nach der Lehre des heiligen Thomas von Aquin, 1883, S. 218 – S. 222

    https://katholischglauben.info/beteiligu...leiden-christi/



    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum07.04.2020 20:59
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"



    Corona-Krise in Düsseldorf

    Ostergottesdienste unter freiem Himmel im Autokino

    Corona-Krise: Autokino in Düsseldorf - so sieht es aus

    Düsseldorf Einen Ostergottesdienst besuchen in Corona-Zeiten?

    In Düsseldorf soll das möglich sein - im Autokino an der Messe.

    Geplant sind ein ökumenischer, ein katholischer und ein evangelischer Gottesdienst.

    Bis zu 500 Fahrzeuge haben Platz.


    Predigt unter freiem Himmel: Trotz der Corona-Krise sollen Gläubige in dem Düsseldorfer Autokino auf dem Messeparkplatz Ostergottesdienste besuchen können.

    Geplant sei ein ökumenischer Gottesdienst an Karfreitag, ein katholischer am Ostersonntag und ein evangelischer an Ostermontag, sagte ein Sprecher des Veranstalters.

    Beginnen sollen die Live-Gottesdienste jeweils um 11 Uhr. Der Düsseldorfer Stadtdechant Frank Heidkamp sagte der „Bild“-Zeitung, dass die Kirchen „den Menschen über die Osterfeiertage auf diese Weise nah sein können“.

    Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Düsseldorf sollen in dem Autokino ein Podest und ein Altar aufgebaut werden.

    Am Freitag führen demnach Stadtdechant Heidkamp und Superintendent Heinrich Fucks durch den ökumenischen Gottesdienst.

    https://rp-online.de/nrw/staedte/duessel...se_aid-49955193

    SIEHE AUCH:
    Der Zustand der katholischen Kirche

    https://de.sputniknews.com/religion/2020...orfer-autokino/


    Erstmals in ihrer Geschichte plant die katholische Kirche in Deutschland ein Osterfest ohne Gottesdienste in den Kirchen. Die Corona-Krise hat zu einem Verbot geführt - jedenfalls für den Fall, dass sich Gläubige vor Ort versammeln.

    „Wir werden aber auch über die modernen Medien viele Gottesdienste anbieten können”, versprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, in einem Interview mit der DPA

    https://de.sputniknews.com/gesellschaft/...-gottesdienste/



    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum07.04.2020 20:31
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"

    Ja, Kirche wo bist du auch in Deutschland.

    Nicht leicht zu beantworten, liebe Kristina.



    Jedenfalls findet folgendes NICHT statt:

    (David Berger) Entgegen anders lautender Informationen, die nach wie vor im Netz auffindbar sind, teil die Stadt Dortmund PP heute mit, dass eine Großveranstaltung zum Ramadan in der Stadt, zu der ab 1. Mai ca. 50.000 Muslime erwartet worden waren, abgesagt ist.

    „Corona: Wird nun auch die Ramadan-Veranstaltung mit 50.000 Teilnehmern in Dortmund abgesagt?“ fragten wir gestern auf PP. Und verwiesen auf die Tatsache, dass nach wie vor im Netz dazu nur Informationen verfügbar sind, die davon ausgehen, dass das Groß-Event – trotz der restriktiven Maßnahmen der Corona-Krise – stattfindet.

    Veranstalter hat von sich aus das Fest Ramazan abgesagt
    Nun hat der der Verantwortliche des Amtes für Angelegenheiten des Oberbürgermeisters und des Rates der Stadt Dortmund PP auf Nachfrage mitgeteilt, dass der „Veranstalter [des Festes] der Stadt Dortmund schon vor einiger Zeit mitgeteilt hat, dass die Veranstaltung Festi Ramazan 2020 in den Westfalenhallen nicht stattfindet.“

    Inwiefern damit generell die Kontakt bzw. Ausgangssperren in den Bundesländern über den 23. April (Beginn des Ramadan) fortgesetzt werden, ist noch unklar. Offensichtlich haben die Versammlungen in Berlin Neukölln die Politiker in ganz Deutschland aufgeschreckt. Die „Welt“ berichtet heute:

    Widmann-Mauz: „Gesundheit geht vor“
    „Per Video-Schalte will Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) die muslimischen Gemeinden und Migrantenverbände am Dienstag eindringlich in die Pflicht nehmen, ihre Mitglieder sehr deutlich auf die Corona-Beschränkungen hinzuweisen.

    „Jetzt kommt es auf jede und jeden an“, sagte Widmann-Mauz WELT. „Gesundheit geht vor, da darf es aktuell auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahmen geben.“ Sie werde mit den Verbänden daher darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.“

    https://philosophia-perennis.com/2020/04...ht-stattfinden/


    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum07.04.2020 18:13
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"



    Rom ist eine Geisterstadt - alle Kirchen geschlossen

    Leere Straßen, geschlossene Bars und Restaurants.

    Für Wochen wird die Corona-Epidemie ganz Italien lähmen.

    Nun ist den Gläubigen auch der bloße Zutritt zu den römischen Gotteshäusern verwehrt.

    Guido Horst ist der Vatikan-Korrespondent der "Tagespost".
    Coronavirus - Rom ist leergefegt

    Während bislang nur der Petersdom für die Gläubigen verschlossen blieb, hat das Bistum Rom nun entschieden, wegen der Corona-Epidemie alle Kirchen bis zum 3. April zu schließen.

    Damit ist den Menschen in der italienischen Hauptstadt auch der bloße Zutritt zu den Gotteshäusern verwehrt. Das Bistum veröffentlichte einen entsprechenden Beschluss von Kardinalvikar Angelo De Donatis auf seiner Website. "In diesen Zeiten werden unsere Häuser mehr als sonst zu Hauskirchen“, erklärte De Donatis.

    Nach der Anordnung der italienischen Regierung vom Mittwochabend, auch alle Restaurants, Bars und Geschäfte zu schließen, hat sich Rom am Donnerstag endgültig in eine Geisterstadt verwandelt.

    Nur wenige Menschen gehen noch an dem gesperrten Petersplatz vorbei, Obdachlose und Bettler sind verschwunden, an den in der Nähe gelegenen Taxiständen stehen Schlangen von fahrbereiten Autos, aber niemand steigt mehr ein


    Gläubige in Polen vom Messbesuch befreit

    Alte, Kranke, Kinder und Corona-Ängstliche erhalten Dispens vom physischen Messbesuch. Kirchen bleiben für Gottesdienste und Gebet geöffnet.

    Einkaufsstraßen wie die Via Condotti sind leergefegt, wenn sich bisher Römer und Touristen auf der Piazza Navona, der Piazza di Spagna oder am Pantheon drängten, so herrscht dort jetzt gespenstische Stille. Für Gastronomie und Einzelhandel eine Katastrophe. Und für die vielen Angestellten mit zum Teil befristeten Arbeitsverträgen auf Zeit ebenfalls. Die Zahl der Ansteckungen und Intensivbehandlungen geht nach wie vor nach oben. Wann der Ausnahmezustand endet, weiß niemand. Manche Experten gehen davon aus, dass der Scheitelpunkt der Corona-Krise erst nach Mitte April zu erwarten ist. Noch arbeitet man in Italiens Fabriken und Industriebetrieben. Das ganze wirtschaftliche Leben lahmzulegen, das hat sich die Regierung dann doch nicht getraut.

    Schlangen vor den Supermärkten
    Supermärkte, Banken, Apotheken und Tabakläden dürfen weiter offenbleiben. Vor ihnen stehen zum Teil lange Schlangen. Aus Sicherheitsgründen sollen sich nur wenige Kunden in den Filialen und Verkaufsräumen aufhalten, der Sicherheitsabstand von einem Meter ist jetzt in Italien ein eisern befolgtes Gebot. Wenn ein Kunde den Laden verlässt, darf der nächste eintreten. In die Supermärkte nur mit Plastikhandschuhen, die am Eingang ausliegen. Vier Tage haben gereicht, um die Lebensgewohnheiten der Italiener auf den Kopf zu stellen. Die Bar am Morgen oder das Restaurant und der Pub am Abend, für Wochen ist damit Schluss.

    Der Papst lässt für die Regierenden beten
    Das kirchliche Leben hat sich inzwischen ganz ins Internet und Fernsehen verlegt. Um zwölf Uhr kann man mit Kardinal Angelo Comastri, dem Erzpriester von Sankt Peter, über den Streaming-Kanal des Vatikans den Angelus mitbeten, oder im katholischen Fernsehen eine Übertragung des Mittagsgebets aus einem Heiligtum folgen. Für nicht wenige Katholiken beginnt der Tag jetzt morgens um sieben Uhr mit der Übertragung der Messe von Franziskus aus Santa Marta. Am Donnerstag bat der Papst in seinen einführenden Worten um das Gebet für die Regierenden. „Wir beten in dieser Zeit der Pandemie weiterhin gemeinsam für die Kranken, für die Familienangehörigen, für die Eltern mit Kindern zu Hause“, aber nicht nur. „Vor allem aber“, so Franziskus weiter, „möchte ich euch bitte, für die Obrigkeiten zu beten: Sie müssen entscheiden, und oft über Maßnahmen entscheiden, die den Menschen nicht gefallen. Aber es ist zu unserem eigenen Wohl. Und oft fühlen sich die Regierenden einsam und unverstanden. Lasst uns für unsere Regierenden beten, die die Entscheidung über diese Maßnahmen treffen müssen: dass sie sich vom Gebet des Volkes begleitet fühlen“.

    Orientierungslosigkeit der Gläubigen
    Während sich das Coronavirus immer weiter ausbreitet zieht sich die Kirche in virtuelle Räume zurück und der Staat steht vor der Wahl, alle Aktivitäten im Land zu stoppen.

    Der Papst hätten an dieser Stelle auch für die Bischöfe beten lassen können. Deren Entscheidung, nun auch in ganz Italien keine Messen mehr feiern zu lassen, hat viele Gläubige bestürzt. Die Bischofskonferenz des Landes hat am Donnerstag eine eigene Homepage zur Corona-Epidemie freigeschaltet, die unter dem Titel „Chi ci separera?“ (Wer kann uns trennen?) Informationen zu Feiern im kleinen Kreis, über entsprechende Gebete und über soziale Dienste enthält. In der Einleitung heißt es dort zu dem Beschluss, im ganzen Land keine Messen mehr feiern zu lassen, dies sei eine Entscheidung, die bei „Pfarrern, Priestern, Religionsgemeinschaften und dem gesamten Volk Gottes Bedauern und Orientierungslosigkeit hervorruft“. Die Bischöfe hätten sie „wegen des Schutzes der öffentlichen Gesundheit akzeptiert“. Am kommenden Wochenende wird es zum ersten Mal seit Menschengedenken nicht mehr nur in den „roten Zonen“ des Nordens, sondern in ganz Italien keine Vorabendmesse und keinen Sonntagsgottesdienst mehr geben. Besonders glaubenseifrige Priester und Gläubige werden wohl Mittel und Wege suchen, um doch zumindest zu einer stillen Messe zusammenzukommen.

    https://www.die-tagespost.de/politik/akt...n;art315,206298

    Liebe Grüße, Blasius

  • Danke, liebe Kristina für die wahren Worte.



    Europa wird ein „Wiederbelebungs-Programm“ brauchen-

    WIRD DIE KATH. KIRCHE AUCH EIN "WIEDERBELEBUNGS-PROGRAMM" BRAUCHEN?

    IST SIE ZUR "SALZSÄULE" ERSTARRT?

    EINE GESCHICHTE DAZU / AUSSCHNITT:

    Zur Salzsäule erstarrt
    von Dr. Peter Kottlorz, Rottenburg/N., Katholische Kirche

    „Zur Salzsäule erstarrt", das ist ein Bild aus der Bibel.

    Als Sprichwort ist es in unsere Alltagssprache eingegangen.

    Es steht für total erschreckt und handlungsunfähig sein.

    Die Geschichte von der Salzsäule ist eine furchtbar brutale Geschichte aus dem Alten Testament.

    Da gibt es zwei Städte in denen es drunter und drüber geht:

    Sodom und Gomorra.

    Auch sie haben eine sprichwörtliche Bedeutung bekommen, sie stehen für moralische Verdorbenheit.

    Lot, ein aufrechter Mann, lebte in Sodom und sollte es wegen des Lotterlebens dort verlassen,
    denn es war dem Untergang geweiht.

    Zwei Engel warnen ihn und seine Familie und fordern ihn auf, die Stadt zu verlassen.
    Er dürfe dabei aber nicht zurück schauen.

    Er tut wie ihm geraten, Sodom und Gomorra gehen in Feuer und Schwefel unter.

    Lot und seine Familie sind gerettet, nur seine Frau nicht, denn sie dreht sich um,
    schaut auf die sterbenden Städte und - erstarrt zur Salzsäule.

    https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=11049


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Die Glaubenskongregation



    Chaos, Abbruch, Verdunkelung des Glaubens. Ein Interview mit Pater Schmidberger

    Am 3. April 2019 jährt sich der 50jährige Tag, an dem der Kirche eine neue
    Liturgieordnung (Novus Ordo) auferlegt wurde.

    Mit der Apostolischen Konstitution Missale Romanum vom 3. April 1969 setzte Papst Paul VI. eine von ihm selbst im Detail mitbestimmte Neuausgabe des lateinischen Ordo Missae und eine skandalöse Einführung ins neue Meßbuch, die Institutio Generalis, in Kraft.

    Die Kirchliche Umschau (Vinzenzhaus, D-53809 Ruppichteroth) sprach mit Pater Franz Schmidberger, der sich als Reaktion auf die Liturgiereform der bald darauf entstehenden Priesterbruderschaft St. Pius X. angeschlossen hatte und von 1983 bis 1994 als Generaloberer der Gemeinschaft die Speerspitze des weltweiten Widerstandes gegen die „Revolution in Mitra und Chorrock“ anführte.

    Mit Erlaubnis der Redaktion darf dieses Interview an dieser Stelle veröffentlicht werden

    Kirchliche Umschau: Fünfzig Jahre nach Beginn der Einführung des Neuen Meßritus ist ein günstiger Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen.

    Das Evangelium gibt uns ein Kriterium:
    Den Baum nach seinen Früchten erkennen (Matthäus 7,16ff).

    P. Franz Schmidberger: Legt man diesen göttlichen Maßstab aus dem Munde des Herrn selbst an, dann kann man die Liturgiereform nach dem Novus Ordo Missae nur als eine Katastrophe größten Ausmaßes für die Kirche, die Seelen und die christliche Kultur bezeichnen:

    • Abnahme der Gottesdienstbesucher um mehr als 70%, sogar bis über 90%
    • Veräußerung von tausend katholischen Kirchen in Deutschland
    • Zerstören der priesterlichen Identität und des Ordensideals
    • Ausbleiben von Berufungen
    • Verlust des katholischen Glaubens und Glaubenssinns unzähliger Seelen
    • Verdunsten der Sakralität, Ausstrahlung und Anziehungskraft der
    Gottesdienste
    • Verschandelung unserer schönsten Heiligtümer

    Dazu ein Beispiel: Im Süden der Niederlande, in der Provinz Limburg, wurde 1931 eine herrliche große Kirche mit 800 Sitzplätzen gebaut. Vor dem Konzil war sie jeden Sonntag fünfmal bis auf den letzten Platz gefüllt, es gab also 4000 Gottesdienstbesucher. Heute wird noch eine Sonntagsmesse zelebriert, an der 90 Gläubige teilnehmen. Eine Abnahme also von fast 98%. Nach Auskunft des Pfarrers gehen von diesen noch 10% zur heiligen Beichte…

    Kirchliche Umschau: Als Regens eines Seminars, das Priester ausbildet, die sich der Liturgiereform vollständig verweigern, leisten sie das „Maximum“ an Widerstand. Nach fünfzig Jahren ist zu fragen: Hat sich dieser scheinbare Ungehorsam als kirchliche Haltung bewiesen?

    P. Franz Schmidberger: Es scheint mir überhaupt der einzige mögliche Weg zu sein, um nicht am Abriß mitschuldig zu werden, sondern kirchliches Leben neu zu wecken, die Kirche wieder aufzubauen. Im Namen des Gehorsams hat man den größten Ungehorsam gegenüber der Messe aller Zeiten, gegenüber dem eucharistischen Glauben und der eucharistischen Frömmigkeit und gegenüber den Weisungen der vorkonziliaren Päpste durchgepeitscht.

    Kirchliche Umschau: Pater Schmidberger: Wie haben Sie – Jahrgang 1946 – selbst die Liturgiereform erlebt?

    P. Franz Schmidberger: Im Anfang völlig unbeschwert, weil unbedacht; dann aber aufmerksam und Schritt für Schritt völlig ablehnend. In unserem Münchner Freundeskreis haben wir nie am Novus Ordo teilgenommen und nie die Handkommunion empfangen. In meiner ländlichen Heimatgemeinde gab es noch vor der großen Revolution des Jahres 1969 stehende Mundkommunion; ich selbst war der erste und zunächst einzige, der sich zum Empfang des hochheiligen Gutes hinkniete.

    Kirchliche Umschau: Die Liturgiereform hatte schon zu Beginn einen bedenklichen Start. Die Definition der Neuen Messe als Mahl der Gemeinde war eine kopernikanische Wende.

    P. Franz Schmidberger: In der Tat war die ursprüngliche Definition alles andere als katholisch: „Das Herrenmahl oder die Messe ist die heilige Zusammenkunft oder die Versammlung des Volkes Gottes, das unter dem Vorsitz eines Priesters zusammenkommt, um das Gedächtnis des Herrn zu feiern. Deshalb gilt von der örtlichen Versammlung der heiligen Kirche in hervorragender Weise die Verheißung Christi: »Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen« (Mt 18,20)“. Diese skandalöse Wesensbestimmung rief zahlreiche Proteste hervor, so daß eine leichte Verbesserung an ihr vorgenommen wurde; die definierte Sache selbst aber, die genau dieser ursprünglichen Definition entspricht, blieb unverändert. Hier wird der Einfluß jener sechs protestantischen Pastoren sichtbar, die am Machen des Novus Ordo Missae beteiligt gewesen sind.

    Kirchliche Umschau: Die Kardinäle Ottaviani und Bacci konnten in ihrer „Kurzen kritischen Untersuchung des Novus Ordo Missae“, die kurz nach dessen Einführung erschien, ein „auffälliges Abrücken von der Meßopfer-Lehre des Konzils von Trient“ feststellen. Was meinten die beiden Purpurträger konkret?

    P. Franz Schmidberger: Gemäß dem Konzil von Trient und überhaupt der katholischen Lehre vom Meßopfer ist dieses ein wahres Opfer der Anbetung, des Dankes, der Sühne und der Bitte, dargebracht vom geweihten Priester, der in persona Christi handelt, sehr verschieden von der geistigen Gegenwart des Herrn, dort wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Man vertauscht in dieser kopernikanischen Wende Formal- und Finalursache: Die Versammlung der Gläubigen ist nicht die heilige Messe; vielmehr versammeln sich diese, um an der unblutigen Erneuerung des Kreuzesopfers Christi teilzunehmen und wie Maria unter dem Kreuz zu stehen. Die Aufführung einer Oper ist ja auch nicht die Versammlung von Musikfreunden, sondern eben die Oper selbst, an der sich Musikfreunde erfreuen.

    Kirchliche Umschau: Das Opfer definiert den Priester. Ein neues Priesterbild ergibt sich aus einer neuen Meßauffassung. Immer neue „Priesterbilder“ blockieren seit fünfzig Jahren die Erneuerung des kirchlichen Lebens.

    P. Franz Schmidberger: Darum die Auflösung der priesterlichen Identität, das Zerbrechen von wenigstens hunderttausend Priesterberufungen seit dem II. Vatikanum, das Ausbleiben von Priester- und auch Ordensberufungen. In Nordrhein-Westfalen gab es im letzten Jahr 2018 noch insgesamt zehn Priesterweihen! Ein junger Mensch wird eben nicht durch Konkursverwaltung angezogen, sondern durch ein Ideal, den Bau einer Kathedrale.

    Kirchliche Umschau: Vielleicht gehen wir einzelne Punkte durch, die im Gesamt die „Reform“ ausmachen, so wie sie sich den Gläubigen darstellte und von ihnen wahrgenommen wurde. Die Liturgiereform begann mit dem Umdrehen der Altäre. Darf man sagen, hier sei man zur urkirchlichen Praxis zurückgekehrt?

    P. Franz Schmidberger: Tatsächlich wird das Opfer Gott und Gott allein dargebracht; der Zelebrant wendet sich mithin zum Kreuz, zum Tabernakel, der in der Mitte des Opferaltares steht, zelebriert gegen Osten. Er ist der Hirt, der seiner Herde vorausgeht und sie ins Himmelreich hineinführt. Der große Liturge Klaus Gamber hat unwiderlegbar nachgewiesen, daß es die Zelebration versus populum in der Kirche nie gegeben hat. Die angebliche Rückkehr zu urchristlichen Praxis ist schlicht und einfach ein Betrug.

    Kirchliche Umschau: Mit der Änderung der Zelebrationsrichtung wurde auch der christliche Altar verändert. Vom Opferaltar zum Mahltisch?

    P. Franz Schmidberger: Drei Bestandteile der Liturgie sind untrennbar miteinander verbunden: der Altar, der Opferpriester und die Opferhandlung. Diese drei wurden durch drei andere Wirklichkeiten ersetzt: durch den Tisch, den Priester als Vorsitzenden und die Messe als ein Mahl. Nicht umsonst mahnt Pius XII. in der herrlichen Enzyklika Mediator Dei: „Es weicht vom rechten Wege ab, wer dem Altar die alte Form des Tisches wiedergeben möchte.“

    Kirchliche Umschau: Die Heiligkeit und Würde der Gotteshäuser wird immer weniger empfunden. Bedingt die Architektur und Raumperspektive den Verlust der Andacht oder ist es die veränderte Glaubenspraxis, die neue Gebäudeformen und neue (un)sakrale Kunst hervorbringt?

    P. Franz Schmidberger: Die Heiligkeit und Würde der Gotteshäuser entspricht einer katholischen Glaubenshaltung und Glaubenspraxis. Die Neuorientierung, Profanierung unserer Heiligtümer und der Bildersturm führen notwendigerweise zum Glaubensverlust; andererseits kann ein verdünnter Glaube keine Sakralbauten mehr hervorbringen, die dem katholischen Dogma entsprechen. Könnte man nicht in Abwandlung eines alten Sprichwortes sagen: lex orandi – lex construendi – das Gesetz des Betens ist das Gesetz des Bauens?

    Kirchliche Umschau: Ein zentraler Vorwurf der traditionstreuen Katholiken wendet sich gegen die Verfälschung der Wandlungsworte im „Mysterium fidei“. Für viele oder für alle?

    P. Franz Schmidberger: Gemäß sämtlichen Glaubenszeugnissen in allen Sprachen muß es in den Wandlungsworten bei der Kelchkonsekration „für viele“ und nicht „für alle“ heißen. Zwar hat Christus sein Blut der Erlösungskraft nach für alle vergossen; aber es wird nicht wirksam, wenn der einzelne Mensch dies nicht annimmt. Man muß also zwischen Heilsangebot und Heilswirksamkeit unterscheiden, wie es im Katechismus des Konzils von Trient nachzulesen ist: „Denn wenn wir die Kraft desselben [Leidens] betrachten, so muß man sagen, daß der Heiland sein Blut für das Heil aller vergossen hat; wenn wir aber die Frucht, welche die Menschen daraus ziehen, im Auge haben, werden wir leicht einsehen, daß dessen Nutzen nicht allen, sondern nur vielen zuteil werde.“ Nicht umsonst hat Papst Benedikt XVI. die Rückkehr zu den richtigen Wandlungsworten angeordnet; nur wenige Bischöfe haben ihm Gehorsam geleistet und haben diese schwere Verfälschung berichtigt.

    Kirchliche Umschau: Die Reformer haben den Römischen Canon durch eine Vielzahl von Hochgebeten ersetzt. Warum?

    P. Franz Schmidberger: Schon Luther hatte eine ausgesprochene Abneigung, um nicht zu sagen einen dezidierten Haß gegen den römischen Kanon, weil dieser das ganze katholische Dogma unzweifelhaft zum Ausdruck bringt: die allerheiligste Dreifaltigkeit, die Gottheit und das Mittleramt Jesu Christi, die Gemeinschaft der Heiligen, das Fegfeuer, das Handeln des Priesters in persona Christi, die Realpräsenz, den römischen Papst, die ganze Hierarchie usw. Außerdem ist er ein Meisterwerk lateinischer Kirchensprache und eben auch ein Bollwerk der Einheit der Kirche. Die neuen Canones entbehren samt und sonders dieser Kriterien der Katholizität, insbesondere der Kanon 2. Der Opfercharakter, insbesondere das Sühneopfer, kommt so gut wie nicht mehr zum Ausdruck. Verschwindet der Opfergedanke in der Liturgie, dann verschwindet er auch bald im christlichen Leben. Von Einsatz, Kampfgeist, Stolz auf unsere christliche Berufung ist in der Christenheit keine Rede mehr; sie ist eine fahnenflüchtige, sich auflösende Armee.

    Kirchliche Umschau: Der Glaube an die Realpräsenz ist bei vielen Katholiken abhanden gekommen. Sie sind schleichend Protestanten geworden. Die Handkommunion, zuerst eine erzwungene Sonderform, ist mittlerweile weltweit die „Norm“ geworden. Welchen Zusammenhang sehen Sie?

    P. Franz Schmidberger: Die Handkommunion legt mehr oder weniger die Gedanken nahe, es handle sich um geweihtes oder gar gewöhnliches Brot. Folglich ist es weiter nicht schlimm, wenn Partikel in der Hand verbleiben oder zu Boden fallen. Der Zelebrant hält ja auch nach der Konsekration Daumen und Zeigefinger nicht mehr geschlossen bis zur Purifikation nach der Kommunionausteilung. Diese Art des Kommunionempfangs öffnet dazu das Tor für zahllose Sakrilegien und Verunehrungen des hochheiligen Gutes. Stellt man einen Vergleich an zwischen der Handkommunion und der Abtreibung, so stößt man auf empörende Proteste. Aber ist dieser Vergleich so falsch? Wird nicht derjenige, der seinen Gott in dieser Art und Weise entehrt, auch bald keine Ehrfurcht mehr vor dem menschlichen Leben haben? Der Niedergang der Theologie zieht den Niedergang der Anthropologie unweigerlich nach sich.

    Kirchliche Umschau: Die Kirche hat über die Jahrhunderte an der liturgischen Sprache festgehalten. Zu welchem Preis?

    P. Franz Schmidberger: Die Kirche hat immer das eucharistische Geheimnis zu hüten gewußt und in eine sakrale Sprache gekleidet. Mit der Einführung der Landessprache werden die Leute ordentlich betrogen: Sie meinen jetzt die hl. Messe zu verstehen – verstehen aber nur Worte, nicht den Inhalt des Geschehens noch ihre eigene geistige Teilhabe. Von einem Mysterium kann es eben letztlich kein rationalistisches Verständnis geben. Würde ihnen nicht besser das Vorbild der Muttergottes unter dem Kreuz vor Augen geführt, die weder der Worte noch eines Gebetbuches bedurfte und doch in tiefster Weise das Geschehen verstand und sogar zur Miterlöserin wurde? Jedenfalls ist die lateinische Sprache ein Staudamm gegen die Häresie, ein Zeichen der Einheit der Kirche und unserer Verbundenheit mit dem ewigen Rom.

    Kirchliche Umschau: Wer von Liturgie spricht, darf nicht nur von Texten sprechen. Die Reduzierung der Gesten war ein erklärtes Ziel der Reformer. Mit welchem Ziel?

    P. Franz Schmidberger: Der Mensch ist zusammengesetzt aus Leib und Seele, dazu ist er ein Gemeinschaftswesen. Folglich bedarf er nicht nur der Gedanken und Worte, sondern auch der Gesten und Handlungen. Die Kniebeuge bringt die Realpräsenz zum Ausdruck und unseren Geist der Anbetung; das Kreuzzeichen erinnert uns daran, daß die hl. Messe das Kreuzesopfer ist; das dreimalige Kreuzzeichen erinnert uns an den dreifaltigen Gott; das Zusammenhalten von Daumen und Zeigefinger nach der Konsekration an die Wahrheit, daß Christus auch im kleinsten Partikel gegenwärtig ist; die verschiedenen Abstufungen der Verneigungen sind Ausdruck unserer Abstufung in der Gottes- und Heiligenverehrung. Die Reduzierung all dieser Gesten ist eine Minderung des Ausdrucks unseres Glaubens und letzten Endes der Fleischwerdung Gottes, der sichtbar unter uns erschienen ist.

    Kirchliche Umschau: Die Kalenderreform war ein Thema, mit dem sich viele Päpste beschäftigt haben. Die des II. Vatikanums ist nicht sehr geglückt und hat schon viele „Reparaturen“ erfahren. Ein Kritiker meinte, der Kalender sei eine „Spielwiese der Liturgiewissenschaftler“ gewesen.

    P. Franz Schmidberger: Die dauernden Verlegungen im Kalender bringen für die Gläubigen Verunsicherung und Verwirrung mit sich. Außerdem ist das liturgische Jahr in das natürliche Sonnenjahr eingeschrieben, während die Natur keinen Drei-Jahres-Zyklus kennt und damit für den neuen Lesezyklus keine Beziehung mehr besteht zwischen Natur und Gnade.

    Kirchliche Umschau: Zur Liturgiereform gehören auch die Reformen der anderen liturgischen Bücher. Ich denke z.B. an die Abschaffung der Niederen Weihen im neuen Pontifikale oder an die Ersetzung des ehrwürdigen Römischen Rituale durch das skandalöse neue „Benediktionale“. Andere Stichworte: Die defizitären Taufriten, zweifelhafte Materie bei der Ölweihe oder die in ihren Gebeten veränderte Weihwasser-Segnung. Hinzu kommt die ständige Erfindung vollkommen neuer Riten für alle möglichen Veranstaltungen.

    P. Franz Schmidberger: Ich kann Ihnen nur Recht geben. Man kann diese neuen Riten nur ablehnen und zurückweisen. Das Festhalten am alten Missale, Pontifikale und Rituale ist jedem Bischof und Priester heilige Pflicht.

    Kirchliche Umschau: Die Liturgiereform war eine Revolution. Wird sie ihre Kinder fressen?

    P. Franz Schmidberger: Die Entwicklung geht in zwei Richtungen: Einerseits sind da jene, die behaupten, der Niedergang rühre daher, daß die Reform nicht weit genug gegangen sei. Der Zölibat müsse fallen, das Frauenpriestertum eingeführt werden, der Amtspriester seines falschen Nimbus entkleidet werden. Und da gibt es einen anderen Teil unter dem jungen Klerus – und dieser nimmt eher zu – der allein in der Rückkehr zur überlieferten Liturgie das Heil der Kirche sieht und der älteren Generation vorwirft, diese völlig heruntergewirtschaftet zu haben. Dazu ein Beispiel: Der inzwischen verstorbene frühere Bischof von Regensburg, Manfred Müller, sagte am Ende seines Lebens, sein großer Schmerz sei, daß ein großer Teil des jungen Klerus zur alten Liturgie zurückkehren wolle.

    Kirchliche Umschau: Der tyrannische Akt des Verbotes der alten Messe durch Paul VI. wurde durch Papst Benedikt XVI. etwas gemildert.

    P. Franz Schmidberger: Summorum Pontificum vom 7.7.2007 war in der Tat ein Befreiungsschlag für die Kirche, für den wir Benedikt XVI. sehr dankbar sein müssen. Allerdings haben die Bischöfe gerade im deutschen Sprachraum alles daran gesetzt, um diese Erneuerung der Seelen und der Kirche zu sabotieren.

    Kirchliche Umschau: Johannes Paul II. hat nicht verstanden, worum es in dem Streit um die Liturgiereform ging. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Selbstaussage gegenüber einem Freund (Robert Spaemann) gewesen. Er sah anscheinend keinen Zusammenhang zwischen Liturgie und der von ihm beklagten Glaubenskrise.

    P. Franz Schmidberger: Wer seine philosophische und theologische Grundlage im Personalismus anstatt dem Naturrecht verankert hat, kann den Zusammenhang zwischen Liturgie und Glaubensleben unmöglich verstehen. Und doch bedingen sich beide gegenseitig gemäß der alten Weisheit lex orandi – lex credendi, oder ausführlicher von Pius XII. in Mediator Dei zitiert: lex credendi legem statuat supplicandi, durch das Gesetz des Glaubens soll das Gesetz des Betens bestimmt werden.

    Kirchliche Umschau: Das II. Vatikanum sprach noch von „geistlichem Nutzen“ als dem Testfall jedes einzelnen Reformschritts. Warum wurde das schon wenige Jahre durch die ausführenden „Spezialisten“ vergessen?

    P. Franz Schmidberger: Weil diese Spezialisten nicht vom Heiligen Geist erfüllte Männer waren, sondern Ideologen, die sich der nouvelle théologie, der neuen Theologie eines de Lubac, Yves Congar, Karl Rahner und den falschen liturgischen Grundsätzen eines Lambert Baudouin verpflichtet wußten. Der federführende Annibale Bugnini war eben kein Mann der Kirche.

    Kirchliche Umschau: Sind Sie prinzipiell gegen jede Liturgiereform? In welchem Kontext müßte eine solche sich entwickeln?

    P. Franz Schmidberger: Genausowenig wie unser verehrter Gründer, Erzbischof Lefebvre. Aber jede Liturgiereform müßte vom Glaubensgeist, vom missionarischen Eifer und der pastoralen Sorge getragen sein. Sie könnte nur eine homogene Entwicklung und eben keinen Bruch darstellen, wie dies beim Novus Ordo Missae der Fall ist.

    Kirchliche Umschau: Angesichts der durch Papst Franziskus sich verschärfenden Kirchenkrise und der Ängste vieler Gläubigen – Stichwort: Amazonas-Synode – ist guter Rat eigentlich nicht teuer. Was raten Sie den ratlosen Katholiken?

    P. Franz Schmidberger: Kehren Sie ohne Wenn und Aber und in ausschließlicher Weise zur Teilnahme an der überlieferten Liturgie der Kirche zurück, auch wenn dies Opfer kostet. Gerade ein solches Zeugnis braucht die Kirche und die heutige Welt. Machen Sie aus Ihrem christlichen Leben eine gelebte heilige Messe mit Opferung, Wandlung und Kommunion. Die Rettung des heiligen Meßopfers in seiner altehrwürdigen Form kann nur durch dieses persönliche Lebensopfer von Priestern, Ordensleuten und auch christlichen Familien gelingen.

    Kirchliche Umschau: Vergelt’s Gott für das Gespräch.

    Das Interview erscheint in der Kirchlichen Umschau März 2019. Kostenloses Probeexemplar erhältlich bei: info@kirchliche-umschau.de

    Mit Pater Franz Schmidberger sprach Jens Mersch.

    https://fsspx.de/de/news-events/news/cha...midberger-46815



    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Diskussionsplattform p...



    Europa wird ein „Wiederbelebungs-Programm“ brauchen

    Die Corona-Krise legt das gesellschaftliche Leben nahezu still –
    nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

    Nun macht Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) klar: Die Corona-Krise ist für Europa eine Herausforderung historischen Ausmaßes. Die EU stehe „vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung“. Alle Mitgliedsländer seien gleichermaßen betroffen.

    Auf einer Pressekonferenz im Kanzleramt betonte sie am Montagnachmittag: Es sei zugleich im Interesse aller, „dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgeht“, sagte Merkel.

    Auch Deutschland werde es nur gut gehen, „wenn es Europa gut geht“, hob sie hervor. Die Antwort auf die Krise müsse daher lauten, „mehr Europa“, ein stärkeres Europa und ein „gut funktionierendes Europa“.

    Die neuen Corona-Regeln für Hartz-IV-Empfänger!

    Neue Regeln bei Hartz IV wegen Corona! Die Jobcenter sollen bei der Bewilligung und Verlängerung von Leistungen nun großzügig sein.

    Wenn „die schwersten Teile dieser Krise im gesundheitlichen Bereich“ überstanden seien, werde „ein Wiederbelebungsprogramm, ein Wiederaufbauprogramm“ benötigt, sagte Merkel weiter. Nach „diesem schweren wirtschaftlichen Einschnitt“ müsse es solche Konjunkturprogramme nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene geben.

    Außerdem müsse dann darüber diskutiert werden, „welche strategischen Fähigkeiten“ innerhalb der EU benötigt würden. Weitere wichtige europäische Themen für die Zeit nach der Corona-Krise seien das Vorantreiben der Digitalisierung und der Klimaschutz.

    Außerdem gab die Kanzlerin einen kurzen Überblick zu den aktuellen Themen des Corona-Kabinetts:
    Maskenproduktion, internationale Anstrengungen, weitere Hilfen für die Wirtschaft.
    Beim Thema Masken dringt Merkel als Konsequenz aus der derzeitigen Lage auf den Aufbau einer deutschen oder europäischen Produktion von Schutzausrüstung für medizinisches Personal. „Es ist wichtig, dass wir als eine Erfahrung aus dieser Pandemie lernen, dass wir hier auch eine gewisse Souveränität brauchen oder zumindest eine Säule der Eigenfertigung“, sagte sie am Montag in Berlin. „Das kann in Deutschland sein. Wir werden es aber auch versuchen, europaweit abzustimmen. Auf jeden Fall brauchen wir hier Fähigkeiten.“

    Anschließend gab sie einen Ausblick auf die Konferenz der EU-Finanzminister am Donnerstag und bedankte sich nochmals bei den Deutschen für das Einhalten der Kontaktbeschränkungen.

    Die Einhaltung dieser „sehr, sehr harten Regeln“ gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel. „Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten“, sagte die Kanzlerin.

    Dann wurde die Kanzlerin von Journalisten gefragt, ob es schon Pläne für eine Öffnung Deutschlands gebe.

    Die Kanzlerin wiegelte ab: „Es ist nicht geraten, jetzt schon über ein Datum zu sprechen.“ Wenn es eine Lockerung gebe, müsse aber klar sein:

    Man lebe „weiterhin in Zeiten einer Pandemie“. Allerdings gebe es Pläne:

    „Nachdenken tun wir. Und auf jeden Fall wird es ein schrittweises Vorgehen sein.“

    Emotional sagte die Kanzlerin: „Wir wären ja eine schlechte Bundesregierung, wenn wir nicht intensiv – ich sage sogar Tag und Nacht – darüber nachdenken würden, wie wir auch bei Einhaltung des Gesundheitsschutzes das Leben wieder schrittweise öffnen können. Ich wäre aber auch eine schlechte Bundeskanzlerin, oder wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt schon ein Datum nennen würden. Das können wir nicht.“

    Es gebe aber „erste Andeutungen, wie sich die Dinge entwickeln. Österreich war uns immer ein Stück voraus in den Dingen. Aber wir müssen unsere eigenen Zahlen ansetzen“, so Merkel weiter. Deshalb i„st es auf jeden fall jetzt nicht geraten, über ein Datum in Deutschland zu sprechen.“

    Covid-19-Regelungen: Was jetzt in Deutschland gilt

    Außerdem hat sie erneut eine Lockerung der Einschränkungen vor dem 19. April ausgeschlossen.
    Die Kanzlerin verweist darauf, dass alle Maßnahmen bis zu diesem Tag angesetzt seien.
    „Daran wird sich auch nichts ändern“, sagt die Kanzlerin.

    Zugleich versicherte sie, sobald es die gesundheitliche Lage zulasse, werde das öffentliche Leben zum Zustand von vor der Krise zurückkehren. „Das ist überhaupt gar keine Frage.“

    Man müsse aber immer im Blick haben, ob Menschenleben gefährdet seien.

    https://www.bild.de/politik/inland/polit...80702.bild.html

    Liebe Grüße, Blasius




  • Deutscher Katholik klagt gegen Gottesdienstverbot


    Laut VGH beabsichtigt der zuständige Senat,
    noch vor Ostern über den Antrag zu entscheiden.

    Kassel (kath.net)

    Der deutsche Verwaltungsgerichtshof (VGH) Kassel befasst sich seit dem Montag mit der Rechtmäßigkeit der in Hessen verhängten Beschränkungen wegen der Coronakrise.

    Dies berichtet "Focus". Die Klage wurde von einem katholischen Christen eingebracht,
    erklärte dazu ein VGH-Sprecher am Montag.

    Der Kläger möchte, dass das Verbot von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen
    und ähnlichen Einrichtungen aufgehoben werde und fordert eine einstweilige Anordnung,
    bis es zu einer Entscheidung in einem Hauptverfahren kommt.

    Laut VGH beabsichtigt der zuständige Senat, noch vor Ostern über den Antrag zu entscheiden.

    http://www.kath.net/news/71178

    WIE ES SEIN SOLLTE:
    https://core.ac.uk/download/pdf/11591477.pdf
    AUSZUG:

    Dieser Gedanke findet sich auch in den
    Dokumenten zur Erneuerung der Liturgie:

    „Dieses Werk der Erlösung der Menschen und der vollendeten Verherrlichung Gottes,
    dessen Vorspiel die göttlichen Machterweise am Volk des Alten Bundes waren,
    hat Christus, der Herr, erfüllt, besonders durch das Pascha-Mysterium:
    sein seliges Leiden, seine Auferstehung von den Toten und seine glorreiche Himmelfahrt.

    In diesem Mysterium hat er im Tod unseren Tod überwunden
    und das Leben in derAuferstehung wiederhergestellt.
    Denn aus der Seite des am Kreuz entschlafenenChristus ist das
    wunderbare Geheimnis der ganzen Kirche hervorgegangen.“

    Hier geht es nicht allein um das Geschick Jesu und um die Gewissheit,
    dass derTod nicht das letzte Wort hat, sondern auch um das Sterben und die Aufrichtung
    der ganzen Menschheit aus dem Sündenschlaf und der darin erfolgten neuen
    Schöpfung.

    Solche Dynamik kann wohl nirgends dichter erfahren werden als in der Liturgie der Osternacht,7
    die dieses Mysterium in einer Nachtwache, materomnium vigiliarum, zusammenfasst.8

    In Übereinstimung mit der aufgezeigten theologischen Linienführung
    liegt der Wesensgehalt der Nachtwache im Hinüberwechseln
    von Trauer (Fasten) zur Freude (Agapefeier), in der Dynamik des
    Übergangs von der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben.

    Diese Spannung,die bereits am Anfang der Christenheit nachdrücklich
    auf die Parusieerwartungausgerichtet war, fand eine zunehmend stärkere
    sakramentale Ausprägung in derTaufe und Eucharistie als Ostersakramenten.

    Aufgabenstellung und Ziel
    Die Osternachtfeier hat in der römischen Liturgie eine lange Entwicklungsgeschichte. Erst durch die liturgische Bewegung im 20. Jahrhundert findet die Osternacht unter PIUS XII. ihren angemessenen Platz. Fest steht:
    Die Osternacht istdie „Mutter aller Nachtwachen“ (mater omnium sanctarum vigiliarum).

    In diesemSinn ist sie nicht mehr die Vorfeier des eigentlichen Ostern; sie ist und bleibt die
    Hauptfeier.10 Bezüglich dieser Auffassung und deren Hintergrund spricht man von
    einem Ereignis der Wiederentdeckung bzw. Wiederherstellung der Osternachtfeier,
    besonders in ihrer Symbolik, in der Handlung und der Zeit.
    Geschichtlich gesehen findet der tiefere Sinn dieser Neugestaltung der Osternacht im Dokument
    der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils seinen Niederschlag:

    DasPaschamysterium ist „Mitte“ des Lebens der Gläubigen.

    Liebe Grüße Blasius

  • Liebe Kristina, danke für die informative Ergänzung.

    -----------------------------------------------------------------------------------------------
    Stand: 7. April 2020, 5.30 Uhr / Quelle: Johns-Hopkins-Universität

    ..........................................Infizierte...........Todesfälle......Genesene

    Deutschland.......................103.375...........1.810...............28.700
    Italien .................................132.547.........16.523..............22.837
    Spanien..............................136.675..........13.341..............40.437
    China....................................82.687...........3.335...............77.393
    USA....................................368.079.........10.986...............19.828
    Weltweit..........................1.347.803..........74.807.............277.402

    https://www.merkur.de/welt/corona-deutsc...r-13600954.html
    ------------------------------------------------------------------------------------------
    Corona-Hotspot Bayern: Kabinett tagt per Videoschalte - Söder verspricht Prämie für Pflegekräfte



    Katharina HaasevonKatharina Haase
    Katarina AmtmannKatarina Amtmann
    Lucas Sauter-OrengoLucas Sauter-Orengo

    Coronavirus in Bayern: Markus Söder kündigt an, Pflegekräften einen Bonus zu zahlen.
    Außerdem wandte sich der Ministerpräsident mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung.


    In Bayern gilt wegen des Coronavirus* eine Ausgangsbeschränkung, sie ist bis zum 19. April befristet.
    Ministerpräsident Markus Söder wendet sich erneut mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung.

    Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml (alle CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) werden sich allerdings in der Staatskanzlei aufhalten, da sie im Anschluss auch eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten.

    Inhaltlich wird die Sitzung des Ministerrats wie in den vergangenen Wochen auch von der Corona-Krise dominiert. Unter anderem soll dann die am Wochenende von Söder angekündigte
    - vorerst einmalige - 500 Euro-Corona-Prämie für alle Pflegekräfte
    in Bayern beschlossen werden. Darüber hinaus werden die Minister über die aktuelle
    Entwicklung bei den Neuinfektionen beraten und überlegen, wie die Ausbreitung
    weiter eingeschränkt werden kann.

    Die steuerfreie Bonuszahlung soll so bald wie möglich an die Betreffenden ausgezahlt werden - also alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen.

    Die Kosten für die 252.000 Angestellte liegen bei 126 Millionen Euro.

    Bayern jetzt Corona-Hotspot Deutschlands: Österreich als Vorbild?

    Söder kritisiert Kurz

    Update, 20.50 Uhr: Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hat heute die erste Lockerung der strengen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coroanvirus in Österreich verkündet.

    In einem ARD-Spezial zur Corona-Krise hat sich heute Abend der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dazu geäußert, ob derartige Maßnahmen auch in Bayern denkbar wären. Dabei beschrieb Söder die österreichischen Schritte als „nicht 1:1 konsequent. Wir sind besser beraten, dass wir unsere Maßnahmen fortsetzen. Wir dürfen keine falsche Sicherheit vermitteln, müssen aufpassen, dass wir durch zu schnelle Maßnahmen keinen schweren Rückfall bekommen,“ so Markus Söder in der ARD.

    Coronavirus in Bayern: Weitere Todesfälle in München bestätigt
    Update von 15.33 Uhr: In München wurden am heutigen Montag 152 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 3.794 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 1.240 Personen, die bereits geheilt sind, sowie 16 Todesfälle. Damit gab es seit gestern zwei neue Todesfälle.

    Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Kurve steigt zwar an, aber weniger stark wie noch vor einer Woche. Am Montag vergangener Woche (30.3.) waren es 245 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 2.501).

    https://www.merkur.de/bayern/corona-baye...r-13639040.html


    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum07.04.2020 08:12
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"



    'Epidemie ist göttliches Eingreifen, um Welt und Kirche zu reinigen'

    Kasachstan (kath.net)
    Der bekannte deutschsprachige Bischof Athanasius Schneider aus Kasachstan hat in einem Interview mit der "Remnantnewspaper"-Magazin deutliche Kritik am Verhalten vieler Bischöfe im Zusammenhang mit der Corona-Krise geübt und meint, dass viele überstürzt und panisch reagierten, weil sie sämtliche öffentlichen Messen verboten haben und sogar Kirchen zusperrten. Solche Bischöfe verhielten sich "eher wie bürokratische Beamte und nicht wie Hirten. Indem sie sich zu ausschließlich auf all die Hygiene-Schutzmaßnahmen konzentrierten, haben sie den Blick auf das Übernatürliche verloren und den Vorrang des ewigen Heils der Seelen aufgegeben. Solange Supermärkte geöffnet haben und zugänglich sind, und solange die Menschen die öffentlichen Transportmittel benutzen können, ist kein plausibler Grund erkennbar, die Menschen von der Teilnahme an der heiligen Messe in einer Kirche auszuschließen. Man könnte in Kirchen dieselben, ja sogar bessere Hygiene-Schutzmaßnahmen garantieren", meinte Schneider wörtlich.

    Er schlug beispielsweise vor, dass man bei den Kirchen vor jeder Messe die Bänke und Türen desinfiziert werden und dass sich auch Gläubige die Hände desinfizieren könnten.

    Schneider meinte dann, dass Priester beim Thema "Messverbot für Gläubige" nicht unbedingt dem Bischof oder den staatlichen Behörden gehorchen müssten. "Priester dürfen nicht vergessen, dass sie zuerst und vor allem Hirten unsterblicher Seelen sind. Wenn ein Priester in vernünftigem Ausmaß die nötigen Gesundheitsvorkehrungen beachtet und diskret vorgeht, muss er den Anweisungen seines Bischofs oder der Regierung nicht gehorchen, die Messe für die Gläubigen auszusetzen."

    Solche Anweisungen seien laut Schneider rein menschliches Gesetz. Das oberste Gesetz in der Kirche hingegen sei laut dem Bischof "die Rettung der Seelen". "Priester in einer solchen Situation müssen einfach sehr erfinderisch sein, um für die Gläubigen, und sei es für eine kleine Gruppe, die Feier der heiligen Messe und den Empfang der Sakramente zu ermöglichen. Darin bestand das seelsorgliche Verhalten sämtlicher Bekenner- und Märtyrerpriester in Zeiten der Verfolgung. "

    Besonders kritisch sieht der Bischof, dass einige Bischöfe Priestern sogar verboten haben, die Kranken und Sterbenden zu besuchen, was selbst Papst Franziskus erlaubt hat. "Wenn einem Priester von einer kirchlichen Obrigkeit verboten wird, die Kranken und Sterbenden zu besuchen, dann darf er nicht gehorchen. Ein solches Verbot ist Machtmissbrauch. Christus verlieh keinem Bischof die Macht, den Besuch der Kranken und Sterbenden zu verbieten."

    Ein echter Priester werde laut Schneider alles in seiner Macht Stehende tun, um einen Sterbenden zu besuchen. "Viele Priester haben das getan, selbst wenn das bedeutete, dass sie ihr eigenes Leben in Gefahr brachten, sei es im Fall einer Verfolgung oder im Zusammenhang mit einer Epidemie. Wir haben in der Geschichte der Kirche viele Beispiele für solche Priester. Der heilige Karl Borromäus beispielsweise legte selbst die heilige Kommunion auf die Zunge sterbender Personen, die mit der Pest infiziert waren. Die Kranken und Sterbenden nicht aufzusuchen – das ist ein Verhalten, das eher einem Mietling ansteht, nicht aber einem guten Hirten."

    Gläubige, die derzeit nicht eine Heilige Messe besuchen können, sollen laut Schneider häufige Akte geistiger Kommunion vollziehen und dabei die Texte der täglichen Messe und die ganze Messordnung lesen und betrachten. Sie können laut dem Bischof ihren heiligen Schutzengel aussenden, an ihrer Stelle Jesus Christus im Tabernakel anzubeten.

    Der Bischof wünschte sich dann, dass viele ähnliche wie Papst Franziskus regelmäßig mit dem heiligen Sakrament in der Monstranz durch ihre Städte und Dörfer ziehen, begleitet von einer kleinen Anzahl von Klerikern oder Gläubigen, je nach den Vorschriften der Regierung. "Solche Prozessionen mit dem eucharistischen Herrn vermitteln den Gläubigen und Bewohnern den Trost und die Freude, dass sie in dieser Zeit der Drangsal nicht allein sind, dass der Herr wirklich mit ihnen ist, dass die Kirche eine Mutter ist, die ihre Kinder weder vergessen noch aufgegeben hat. Man könnte eine weltweite Kette von Monstranzen bilden, die den eucharistischen Herrn durch die Straßen dieser Welt tragen. Solche ganz kleinen eucharistischen Prozessionen, selbst wenn sie nur von einem einzigen Bischof oder nur einem Priester durchgeführt werden, könnten Gnaden körperlicher und geistlicher Heilung und Bekehrung erflehen."

    Schneider vertritt, dass die Epidemie seiner Meinung nach zweifellos "ein göttliches Eingreifen" sei, um die sündige Welt und auch die Kirche zu züchtigen und zu reinigen. Er erinnerte in dem Zusammenhang auch, dass Jesus selbst materielle Katastrophen als göttliche Strafen bezeichnet habe und verwies dazu auf Lukas 13,1-5: "Einige kamen und berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr als alle anderen Galiläer Sünder gewesen sind, weil sie das erlitten haben? Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf gleiche Weise umkommen. Oder meint ihr, jene achtzehn, auf die der Turm am Schiloach stürzte und sie erschlug, seien schuldiger gewesen als alle anderen Bewohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf dieselbe Weise umkommen.“

    Das jetzige Messverbot sei für den Bischof auch deswegen so bemerkenswert, weil Bischöfe zum Teil schon die Messen verboten hatten, als dies der Staat noch gar nicht untersagte. Die Situation könne mit dem Wegfall des Opfergottesdienstes im Tempel in Jerusalem während der babylonischen Gefangenschaft des auserwählten Gottesvolks verglichen werden. Der heilige Robert Bellarmin schrieb dazu laut Schneider: "Sichere Zeichen für die Ankunft des Antichrist ... die umfangreichste und letzte Verfolgung, und auch das öffentliche Opfer (der Messe) wird vollständig aufhören“ (The Prophecy of Daniel, Pages 37-38).

    Die gegenwärtige Situation biete für den Bischoof genügend triftige Gründe anzunehmen, dass wir am Beginn einer apokalyptischen Zeit stehen, zu der göttliche Züchtigungen gehören. "Der fast vollständige Ausfall des öffentlichen Messopfers könnte als eine Flucht in eine geistliche Wüste interpretiert werden. Das Bedauerliche an unserer Situation ist der Umstand, dass viele Mitglieder der kirchlichen Hierarchie die gegenwärtige Situation nicht als Drangsal, als Züchtigung durch Gott verstehen, also als eine 'göttliche Heimsuchung' im biblischen Sinn. Auf viele Kleriker treffen inmitten der gegenwärtigen körperlichen und geistigen Epidemie diese Worte des Herrn zu: „Du hast die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt.“ (Lk 19,44)"

    Schneider hoffe auch, dass die gegenwärtige Situation vom Papst und den Bischöfen ernst genommen werde und dass es zu einer tiefen Umkehr der gesamten Kirche kommen könne. "Wenn das nicht geschieht, dann wird die Botschaft der folgenden Geschichte von Søren Kierkegaard auch auf unsere gegenwärtige Lage anwendbar sein: 'In einem Theater brach hinter den Kulissen ein Feuer aus. Der Clown kam auf die Bühne, um das Publikum zu warnen; sie meinten, es sei ein Witz, und applaudierten. Er wiederholte seine Warnung; daraufhin wurde der Applaus noch stärker. Ich glaube, genau so wird die Welt untergehen: beim allgemeinen Applaus von Schlauköpfen, die alles für einen Witz halten'", meinte der Bischof.

    http://www.kath.net/news/71182


    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum06.04.2020 20:36
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"



    Live bei uns: Karwoche und Ostern mit Franziskus


    Das ist in der neueren Kirchengeschichte beispiellos:


    Die päpstlichen Gottesdienste der Kar- und Ostertage in Rom
    finden dieses Jahr ohne Anwesenheit von Gläubigen statt.


    Doch alle liturgischen Momente sowie die Frühmessen
    aus Santa Marta können bei uns live und mit deutschem Kommentar mitverfolgt werden.

    Die Live-Übertragungen lassen sich auf unserem Youtube-Kanal,
    auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebook-Seite live mitansehen.

    Hier ein Überblick der Feierlichkeiten (die Uhrzeit entspricht der mitteleuropäischen Sommerzeit):

    Sonntag, 5. April 2020. PALMSONNTAG
    11.00 Uhr live
    Palmsonntag aus Rom - Heilige Messe mit Papst Franziskus

    12.00 Uhr live
    Angelus mit Papst Franziskus

    __

    Montag, 6. April 2020, Montag der Karwoche
    7.00 Uhr live
    Heilige Messe mit Papst Franziskus aus der Casa Santa Marta
    __

    Dienstag, 7. April 2020, Dienstag der Karwoche
    7.00 Uhr live
    Heilige Messe mit Papst Franziskus aus der Casa Santa Marta

    --

    Mittwoch, 8. April 2020, Mittwoch der Karwoche
    7.00 Uhr live
    Heilige Messe mit Papst Franziskus aus der Casa Santa Marta

    9.30 Uhr live
    Generalaudienz mit Papst Franziskus

    --

    Donnerstag, 9. April 2020, GRÜNDONNERSTAG
    18.00 Uhr live
    Heilige Messe vom Letzten Abendmahl mit Papst Franziskus

    --

    Freitag, 10. April 2020, KARFREITAG
    18.00 Uhr live
    Feier vom Leiden und Sterben des Herrn mit Papst Franziskus

    21.00 Uhr live
    Kreuzweg mit Papst Franziskus
    --

    Samstag, 11. April 2020, KARSAMSTAG
    21.00 Uhr live
    Feier der Osternacht mit Papst Franziskus
    --

    Sonntag, 12. April 2020, OSTERSONNTAG
    11.00 Uhr live
    Ostern aus Rom - Heilige Messe mit Papst Franziskus

    12.00 Uhr live
    „Urbi et Orbi“ mit Papst Franziskus

    Montag, 13. April 2020, OSTERMONTAG
    12.00 Uhr live
    Regina Coeli mit Papst Franziskus

    (vatican news - mg)
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    WEITERE INFO:

    Ein hoher muslimischer Geistlicher im Iran dankt Papst Franziskus für seinen Einsatz zugunsten Armer in der Corona-Pandemie. In einem ungewöhnlichen Schreiben schlug Ayatollah Alireza Arafi, Rektor der Internationalen Universität Al Mustafa in Ghom, dem Papst auch mehr Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch zwischen schiitischen und katholischen Institutionen vor.

    https://www.vaticannews.va/de/welt/news/...a-pandemie.html

    UND:

    Auch im Heiligen Land Widerstand gegen 'Messverbot'


    Auch in Heiligen Land gibt es nur deutlichen Widerstand gegen das "Messverbot". Dies berichtet "Vaticannews" unter Berufung auf die israelische Zeitung "Haaretz". Dem Berichten zufolge möchte die Kirchen in Jerusalem für Ostern Sonderregeln von der Regierung für die Grabeskirche bekommen, damit eine limitierte Anzahl von Gläubigen an den Gottesdiensten teilnehmen könne. Eine ähnliche Regelung gibt es inzwischen auch für die Klagemauer. Dort dürfen täglich drei Gebetszeiten mit bis zu zehn Teilnehmern durchgeführt werden. Eine Entscheidung, ob es eine ähnliche Regelung auch für die Grabeskirche geben wird, soll demnächst von den Behörden gefällt werden.

    http://www.kath.net/news/71238

    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum06.04.2020 17:32
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema "Kirche, wo bist du?"



    Corona vorbei?

    Ramadan-Veranstaltung mit 50.000 Teilnehmern in Dortmund wird nicht abgesagt!


    Veröffentlicht am 5. April 2020von conservo
    (www.conservo.wordpress.com)

    Von David Berger *)

    Jetzt ist es sicher: Das christliche Ostern fällt in Deutschland aus, aber der muslimische Ramadan soll wie geplant stattfinden. So zum Beispiel mit einer Mega-Feier, bei der sich drei Wochen lang etwa 50.000 Muslime in Dortmund zum Feiern versammeln. Dies hat gestern die Stadt Dortmund bestätigt.

    Vor einigen Tagen galt die Nachricht noch als eine „Fakenews“, die bewusst von Islamophoben und Corona-Leugnern gestreut wird, ab seit spätestens heute ist endgültig klar:

    Europas größte Ramadan-Veranstaltung in Europa mit 50.000 Besuchern (!) wird in den Westfalen-Hallen Dortmunds stattfinden. Trotz angeblich großer Gefahren wegen Corona und obwohl man die (freilich bereitwillig mitspielenden) Kirchen kurz vorher dazu angehalten hat, das Osterfest ausfallen zu lassen. Und diese sich bis auf ganz wenige rühmliche Ausnahmen haben einschüchtern lassen. Weiterlesen →

    Veröffentlicht unter Allgemein, Christen, Islam, Kirche, Kultur, Merkel, Politik Deutschland | Verschlagwortet mit Ausgangssperren, Christen, Corona, Corona-Leugner, David Berger, Eurocrash, Islamophobe, Merkel, Muslime, Ostern, Ramadan, WDR | 47 Kommentare

    https://conservo.wordpress.com/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Liebe Kristina, vielen Dank für Deinen Aufklärenden Beitrag.

    Zum Thema ein Ausschnitt aus einem Film:



    In einem Netflix Film ist zu sehen wie es mit den Corona-Infektion begann.

    My Secret Terrius

    Staffel 1, Folge 10, bei 53 ste Minute

    https://www.netflix.com/de/title/81085163

    https://www.google.de/search?q=netflix+M...=aJYqhPCrTMT_fM

    Liebe Grüße, Blasius



  • Maßnahmen gegen Corona
    Alles nur Panikmache?

    Stand: 19.03.2020 12:59 Uhr

    I
    Durch Beiträge im Netz und in einigen großen Medien hat der Arzt Wolfgang Wodarg für große Aufmerksamkeit gesorgt. Er kritisiert die Maßnahmen gegen das Coronavirus als völlig übertrieben, lässt dabei aber wichtige Details weg.

    Von Jochen Taßler und Jana Heck, ARD-Magazin Monitor

    Er scheint die Stimme zu sein, auf die viele gewartet haben: Endlich jemand, der entgegen einem großen wissenschaftlichen und politischen Konsens sagt, dass die Aufregung um Corona übertrieben sei. Und dann ist es auch noch einer vom Fach: der Internist, ehemalige Amtsarzt und Ex-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg.

    In mehreren Videos - mal als Solo-Auftritt, mal in Interviews - behauptet Wodarg, die Situation sei im Grunde nicht außergewöhnlich für eine Grippewelle. Dabei stellt er verschiedene Behauptungen auf, die in Teilen zutreffend, oft aber verkürzt sind.

    Screenshot galerieDer ehemalige Amtsarzt Wodarg hat mit seinen Behauptungen
    für großes Aufsehen gesorgt.

    Coronavirus nicht gefährlicher als Grippe?
    Wodarg argumentiert, Coronaviren habe es auch früher schon gegeben. Sie würden regelmäßig mutieren. Vor diesem Hintergrund sei es auch nicht überraschend, dass nun eine neue Variante auftrete. Die sei deshalb aber nicht zwingend gefährlicher als andere. Das ist im Grunde richtig. Wie gefährlich das neue Virus, SARS-CoV-2, tatsächlich ist, lässt sich noch nicht abschließend bewerten. Dafür fehlt es noch an Daten. Allerdings deuten die ersten Erfahrungen mit dem neuen Virus darauf hin, dass Infektionen häufiger schwer oder sogar tödlich verlaufen als beispielsweise bei Grippeviren.

    Abstand halten - das Virus bremsen
    Es sind drastische Maßnahmen - und alles hat nur ein Ziel: Das Tempo der Corona-Ausbreitung zu verlangsamen. | mehr

    Vor allem aber lässt die Argumentation einen Punkt außer acht: SARS-CoV-2 ist so neu, dass praktisch niemand immun dagegen ist. Es gibt bisher wenige genesene Patienten, keine Behandlung und keinen Impfstoff. Das Risiko einer schnellen, gleichzeitigen Ansteckung besonders vieler Menschen ist deshalb höher als bei bekannten Erregern. Weil das neue Coronavirus bei vielen Patienten die Lunge angreift, müssten dann viele Menschen gleichzeitig auf die Intensivstation und dort an Beatmungsgeräte angeschlossen werden. Die Kapazitäten dafür sind aber selbst in Deutschland, das im internationalen Vergleich sehr viele Intensivbetten hat, begrenzt.

    In den Regionen, wo SARS-CoV-2 besonders stark aufgetreten ist (China, Italien), hat sich bereits gezeigt, dass das Gesundheitssystem schnell an seine Grenzen stößt. Und dass dann auch Sterblichkeitsraten besonders hoch sind. Für China etwa schätzt eine Studie, dass die besonders betroffene Provinz Hubei eine Sterblichkeitsrate von fünf Prozent hat, in China insgesamt liegt sie bei 0,8 Prozent

    Vor allem deshalb versuchen Regierungen weltweit alles, um einen schnellen Anstieg der Infektionen zu verhindern. "Wenn wir nicht jetzt etwas tun, und zwar drastisch und einschneidend, dann wird das so weitergehen - und dann haben wir im Juni, Juli ein Problem", sagt etwa der Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast.

    Die Mitarbeiterin einer Apotheke am Medikamentenschrank | Bildquelle: dpa
    Coronavirus und Covid-19


    Coronaviren immer Teil von Erkältungswellen?
    Wodarg argumentiert, dass Coronaviren immer einen gewissen Prozentsatz von Atemwegserkrankungen auslösen (zwischen sieben und 15 Prozent). Gehe man davon aus, dass in Deutschland bei vorherigen Grippewellen 20.000 bis 30.000 Menschen an einer Atemwegsinfektion gestorben seien, läge der Anteil durch Coronaviren dementsprechend wohl bei 2000 bis 3000 pro Jahr. Davon sei man bei Covid-19 noch weit entfernt.

    Auch hier mag die Rechnung grundsätzlich stimmen. Genau überprüfen lässt es sich allerdings nicht, weil in der Vergangenheit nicht systematisch auf Coronaviren getestet wurde. Die Argumentation geht allerdings davon aus, dass die bisherigen Coronaviren und SARS-CoV-2 weitgehend gleich sind und ähnlich wirken. Und sie unterschlägt, dass wir uns gerade offenbar erst am Beginn einer Infektionswelle befinden. Würden die Infektionszahlen ungebremst ansteigen, dürften die Opferzahlen schnell deutlich höher liegen.

    Eine Frau zeigt während eines Presserundgangs in einem Labor des Landesgesundheitsamtes einen Test für das neue Virus 2019-nCov. (Archivbild) | Bildquelle: dpa
    Zahlen über infizierte Menschen


    Sterblichkeitsrate deutlich überschätzt?
    Wodarg argumentiert, dass im Moment gerade in den besonders betroffenen Gebieten vor allem schwer erkrankte Patienten getestet würden. Viele von ihnen seien alt und/oder hätten Vorerkrankungen. Deshalb könne man über die tatsächliche Gefahr von COVID-19 noch wenig sagen.

    Das ist grundsätzlich richtig. Die bisherigen Erkenntnisse über die Sterblichkeit schwanken stark nach Region. Das liegt an unterschiedlichen Datengrundlagen und unterschiedlichen Berechnungen. Außerdem kennt derzeit niemand die tatsächliche Zahl aller Erkrankten, da nicht jeder mit Symptomen auch getestet wird. Erkrankte ohne Symptome fallen meist gar nicht auf.

    Studie zu Corona

    Radikale Maßnahmen für viele Monate?
    Die strikten Maßnahmen gegen Corona müssen laut einer Studie noch monatelang aufrecht erhalten bleiben. | mehr

    Im Vergleich zu früheren Corona-Epidemien wie SARS oder MERS scheint die Sterblichkeitsrate des neuen Coronavirus aktuell niedriger zu liegen. Orientiert man sich an den bekannten infizierten Fällen, liegt sie weltweit bei etwa vier Prozent (Stand 18.03.). Aufgrund der vermutlich großen Dunkelziffer an Infizierten dürfte die tatsächliche Zahl allerdings deutlich kleiner sein. Der Virologe Drosten nimmt beispielsweise eine Letalität zwischen 0,3 und 0,7 an. Auch das wäre allerdings höher als bei üblichen Grippeerregern. Hier geht man von einer Letalität von etwa 0,1 Prozent aus.

    Das heißt aber nicht, dass man die Gefahr des neuen Coronavirus unterschätzen sollte. Es stimmt, dass die saisonale Grippe jedes Jahr mehr Menschen tötet, als bisher am Coronavirus gestorben sind. Aber es ist gefährlich, daraus zu schließen, dass SARS-CoV-2 harmloser sei. Gerade, weil bislang noch so wenig darüber bekannt ist. Vor allem muss berücksichtigt werden, dass das neue Coronavirus noch gar kein Jahr lang bekannt ist. Vergleicht man darum die durchschnittlichen, jährlichen Zahlen der Toten durch Grippe mit denjenigen, die im bisherigen Zeitraum an Covid-19 verstorben sind, macht man einen Fehler.

    Betrachtet man die sogenannte "excess mortality" in Europa, also die erhöhten Sterbefälle im Vergleich zur Gesamtmortalität über denselben Zeitraum, gibt es noch keinen auffälligen Anstieg. Jedoch ist weder die Epidemie noch die saisonale Grippewelle bereits vorbei. Wie die "excess mortality" dann aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum voraussagen.

    Und: Im Gegensatz zur saisonalen Grippe gibt es gegen das neue Coronavirus noch keine Grundimmunität. Darum kann sich SARS-CoV-2 schnell ausbreiten. Das wiederum kann dazu führen, dass es selbst dann viele Todesfälle gibt, wenn die Sterblichkeitsrate vergleichsweise klein ist.


    Wie man sich gegen eine Corona-Infektion schützt
    Auch wenn das Risiko für eine Ausbreitung gering ist, sollten bestimmte Schutzmaßnahmen beachtet werden. | mehr

    Verfolgen Virologen finanzielle Interessen?
    Lauscht man dem Video von Wodarg, so klingt es, als habe sich die Gemeinschaft der Virologen verbündet, um unter der Bevölkerung Angst und Schrecken vor dem neuen Coronavirus zu schüren. Er spricht davon, dass "Virologen etwas Interessantes gemacht haben und mit diesem Interessanten" hätten sie auch die chinesische Regierung "sehr, sehr stark beeindruckt". Was das Interessante genau war, darüber lässt er den Zuschauer im Unklaren.

    Das Ergebnis jedenfalls sei ein "riesen Bohei" gewesen. Damit meint Wodarg die Reaktion der Chinesen in Form von Gesichtserkennung und Fiebermessungen an den Flughäfen. Als Folge "musste" die internationale Politik Stellung beziehen, sagt Wodarg und betont das Wort "musste", so als hätte die gesamte internationale Politik unter unwidersetzbarem Zwang gestanden. Danach hätten die Virologen ein "Netz von Informationen, von Meinungen" gesponnen und die Politik darin verfangen. Als Folge hätten es nun Kritiker mit einer anderen Meinung sehr schwer.

    Doch warum sollten die Virologen so etwas tun? Aus finanziellen Interessen, ist Wodarg überzeugt: "Wissenschaftler wollen mitschwimmen, weil sie Geld brauchen für ihre Institute. Sie wollen wichtig werden."

    Virologe Drosten widerspricht vehement. "Wir verdienen keinen Cent", sagt er und erläutert anschließend, welche Gelder bei dem Testverfahren genau wohin fließen. Das Ganze sei Teil eines EU-Forschungsprojektes und im Rahmen dessen erhielten er und sein Institut Unterstützung für genau eine Personalstelle. Die packe die Pakete, die weltweit für RNA-Material verschickt würden. Der Empfänger auf der anderen Seite wiederum müsse eine Aufwandsentschädigung für die Transportkosten zahlen. Allerdings nicht an Drostens Institut, sondern an das EU-Projekt. "Egal wer mir hier irgendwas vorwerfen will - das ist alles vollkommen falsch. Das lege ich gerne auch alles offen, das kann jeder überprüfen, der es will", betont Drosten.

    Christian Drosten | Bildquelle: picture alliance/dpa

    NDR-Podcast zum Coronavirus
    In Folge 14 sprechen der Berliner Virologe Christian Drosten und NDR-Moderatorin Anja Martini unter anderem darüber, wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält. | ndr

    Test-Ergebnisse unpräzise?
    Wodarg behauptet, die Tests, mit denen derzeit überprüft werden soll, ob jemand das neuartige Coronavirus in sich trägt, seien nicht sorgfältig genug entwickelt worden. In diesem Punkt wird er in seinem Video erstaunlich konkret. Er beschreibt Wuhan als "das größte Sicherheitslabor für Viren in ganz China", wo sehr viele Spezialisten sich "den ganzen Tag nur um diese Dinge" kümmern würden. Die Mediziner hätten dann bei "wenigen Patienten" die RNA der Viren untersucht und eine "angeblich" neue Sorte gefunden.

    Daraufhin seien die Wissenschaftler in der Berliner Charité unter Leitung des Virologen Drosten aktiv geworden, um einen Test zu entwickeln, mit dem das neue Coronavirus beim Menschen nachgewiesen werden kann. Das Problem, laut Wodarg: Der Test sei zu schnell zugelassen und vorher nicht ausreichend geprüft worden, was er konkret misst. Die sich breit machende Panik und der Mangel an anderen, validierten Tests hätten dazu geführt, dass der Test von Drosten trotzdem überall genutzt werde. Im Ergebnis klingt es, als hätten wir nun einen Test, dessen Ergebnissen niemand vertrauen könne.


    ARD extra: Die Corona-Lage
    ARD extra, 18.03.2020 | video

    Drosten beschreibt im NDR-Podcast, wie sie in der Berliner Charité begonnen hatten, den Test zu entwickeln als es das neue Virus noch nicht im Land gab. Basis sei darum das nah verwandte SARS-Coronavirus gewesen, außerdem diverse Coronaviren, die bisland nur bei Fledermäusen vorkommen. Als die RNA-Sequenz von SARS-CoV-2, also dem neuen Coronavirus, bekannt wurde, hätten sie ihre Tests damit abgeglichen. Die zwei Tests, die am besten dazu gepasst hätten, wurden dann gemeinsam mit der Universität Hongkong, der Universität Rotterdam und der National Public Health Organization weiter geprüft.

    Drosten widerspricht darum der laut Wodarg fehlenden Validierung, sagt, es sei sogar eine "sehr große Validierungsstudie durchgeführt worden". Sie hätten den Test an viele Proben von Patienten angelegt, die nachweislich andere Coronaviren in sich getragen hätten. Das Ergebnis: Nicht ein einziges Mal habe der Test eine falsch positive Reaktion gezeigt.



    Faktenchecks zur Corona-Pandemie
    Immer wieder werden Bilder und Videos aus ihrem Kontext gerissen, um Verwirrung zu stiften

    Rein theoretisch, gesteht Drosten aber ein, würde der Test beim alten SARS-Virus und bei einigen Fledermauscoronaviren positiv ausschlagen. Diese Viren kommen bei Menschen aber nicht, beziehungsweise nicht mehr, vor. Darum könne man hinsichtlich der Testergebnisse auf SARS-CoV-2 sicher sagen: "Dieser Test reagiert gegen kein anderes Coronavirus des Menschen und gegen kein anderes Erkältungsvirus des Menschen."


    Weitere Einschätzungen und Expertenmeinungen zu den Aussagen von Wodarg finden Sie beim BR, MDR und SWR.

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/c...wodarg-101.html

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    Stand: 5. April 2020, 10.14 Uhr / Quelle: Johns-Hopkins-Universität

    .........................Infizierte Todesfälle Genesene

    Deutschland 100.123 1.584 28.700

    Italien 128.948 15.887 21.815

    Spanien 131.646 12.641 38.080

    China 82.641 3.335 77.300

    USA 337.620 9.647 17.582

    Weltweit 1.276.302 69.527 260.484

    https://www.merkur.de/welt/corona-deutsc...r-13600954.html

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    Stand in Österreich: 6.4.2020, 8.00 Uhr

    Bisher durchgeführte Testungen: 111.296

    Bestätigte Fälle: 12.008

    Todesfälle: 220

    https://orf.at/corona/stories/3157533/
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    In einem Netflix Film ist zu sehen wie es mit den Corona-Infektion begann.

    My Secret Terrius

    Staffel 1, Folge 10, bei 53 ste Minute

    https://www.netflix.com/de/title/81085163

    https://www.google.de/search?q=netflix+M...=aJYqhPCrTMT_fM

    Liebe Grüße, Blasius

  • "Kirche, wo bist du?"Datum06.04.2020 11:02
    Thema von Blasius im Forum Das Wesen der römis...



    06 April 2020, 09:00



    Gegenwart Christi kann nicht durch Online-Gottesdienste ersetzt werden

    "Ich schreibe diesen Text für eine Zeitung. Er wird nicht gedruckt. Man fürchtet den Unmut der Bischöfe. Ich schreibe ihn trotzdem, es muss gesagt werden." Gastbeitrag zur kirchlichen Situation in der #Corona-Pandemie. Von Birgit Kelle

    Bonn (kath.net/Blog "Volle Kelle") Eine Freundin meldete sich dieser Tage mit großen Sorgen: Ihr dementer Vater ging bisher mehrfach täglich zur Kirche, betete den Rosenkranz, der Glaube ist wichtiger Anker in seinem Tagesablauf, vor allem, da er auch noch seit kurzem Witwer ist. Jetzt hat die Kirche zu, er versteht nicht warum, weiß nicht wohin, ständig muss man ihn davon abhalten, zur Kirche aufzubrechen. Szenen aus einem Dorf in Bayern.

    Es ist Palmsonntag, aber „Das Brot des Lebens“ wird in Deutschland nicht ausgegeben, hat widerstandslos die Jalousien dicht gemacht. Ich schreibe diesen Text für eine Zeitung. Er wird nicht gedruckt. Man fürchtet den Unmut der Bischöfe. Ich schreibe ihn trotzdem, es muss gesagt werden.

    Wir erleben in Deutschland gerade, dass alles geschlossen wurde, was angeblich nicht systemrelevant und aus staatlicher Sicht verzichtbar erscheint: Fitnesscenter, Freizeitparks, Einkaufsmeilen, Kinos – und Kirchen. Kirchen? Man mag mich korrigieren, aber ich habe den Aufschrei meiner Kirche nicht gehört, als die staatliche Anordnung kam, auf Gottesdienste zu verzichten. Wo ist der Protest, wo ist der Aufstand der Seelsorger, der Hirten, der Priester und Pfarrer, die danach drängen, ihren Schäfchen gerade jetzt beizustehen? Es ist nahezu verstörend, mit welch breitwilligem Einverständnis und Schweigen sich die deutschen Amtskirchen dem Willen des Staates widerstandslos gebeugt haben und damit auch der inhaltlichen Definition zustimmten: Ihr seid verzichtbar.

    Es ist eine Woche vor Ostern. Wird die Auferstehung dieses Jahr ausfallen? In guten Zeiten erinnert uns dieselbe Kirche immer gerne, dass der Mensch ja nicht vom Brot allein lebe. Ja ganz genau. Kirche wo bist du? Wo seid ihr alle, jetzt da Menschen in Not sind, in Enge, in Existenzängsten, in Sorge um Verwandte und Gesundheit, möchte man den Kirchenvertretern zurufen. Jetzt, da Alte in Quarantäne und auf Isolierstationen einsam sterben, statt im Kreis der Familie. Ein Bekannter, er ist Notarztwagenfahrer berichtet, es werden jetzt schon mehr Suizide gezählt. In den Nachrichten der Vater, der erst Frau und Kinder, dann sich selbst in den Tod stürzte. Auf Facebook der Bericht über den verstorbenen Vater, von dem im Krankenhaus kein Familienmitglied Abschied nehmen durfte, nicht einmal die Ehefrau, die 60 Jahre mit ihm verheiratet war. Wut. Verzweiflung. Wer fängt sie auf?

    Es schnürt einem die Kehle zu bei dem Gedanken, wie viele Menschen gerade jetzt Beistand brauchen, als Patienten und auch als Angehörige, die im Ausnahmezustand sind – und allein. Wer braucht nach der Krise noch eine Kirche, die einen im Stich gelassen hat, als es eng wurde? Jesus hat sich jedenfalls nicht erst eine Erlaubnis beim Kaiser geholt, um zu den Aussätzigen zu gehen. Ich erwarte keinen Priester, der sich in Lebensgefahr begibt. Aber hatten wir nicht all die Jahre die Klagen über leere Kirchen, über Kirchenaustritte und Schließung von Kirchen?

    Und da soll jetzt plötzlich kein Platz sein, um in halbleeren Bänken die Messe zu lesen? Ich verstehe es nicht.

    Es ließe sich regeln.

    Selbst wenn der Ansturm plötzlich groß ist. Ich weiß, das mag manchen fremd vorkommen, aber man kann auch fünf Messen hintereinander feiern, wenn man die Zahl der Gläubigen im Kirchenraum tatsächlich zur Vermeidung von Infektionen begrenzen müsste.

    Szenenwechsel: Vor Wochen mitten in den schlimmsten Meldungen der Corona-Krise, erreichen mich Bilder aus italienischen Dörfern, Videos, die durch das Netz weiter gereicht werden. Priester tragen in vollem Ornat die Monstranz durch die Straßen, segnen die Menschen, die an den geöffneten Fenstern stehen. Einer liest eine Messe auf einem Hochhausdach für die ganze Nachbarschaft. Wenn ihr nicht zu uns kommen könnt, dann kommen wir eben zu euch. Auch so kann es gehen. Ein anderer Priester fliegt mit einer Propellermaschine über die Dörfer, eine Marienstatue und Weihwasser im Gepäck, das er von oben als Segen über das Land gießt. Man mag das kitschig finden, oder eben rührend. Segen von Oben, wer braucht ihn dieser Tage nicht?

    In einer Woche ist Ostern. Macht die Tore auf. Wir feiern Auferstehung. Es gehört eine Menge Gottvertrauen dazu, ieine unmögliche Geschichte zu glauben, die davon erzählt, wie Angst überwunden, Hoffnung geschenkt und der Tod besiegt wird. Ich bin nicht bibelfest und auch kein Theologe. Aber eines weiß ich sicher: Jesus ist niemals ausgewichen, hat niemals die Tür zugemacht und ist immer dorthin und zu jenen gegangen, von denen alle sagten, das lass mal besser sein.

    Diese Welt braucht Heilung, das ist sicher. Ich bin dankbar für alle Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern, die derzeit für andere da sind und ihren Dienst verrichten, um Schmerz zu stillen, Beistand zu leisten und dabei ständig latent auch ihre eigene Gesundheit mit riskieren. Der Körper braucht Hilfe, der Geist aber auch.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Das Brot des Lebens gibt es jedoch nicht Sonntagmorgen in der Bäckerei und an der Tankstelle. Macht die Kirchen auf, man hätte sie niemals schließen dürfen.

    http://kath.net/news/71240

    INFO:
    "Unverhältnismäßiger Eingriff in die Religionsausübung"
    Zur Eindämmung des Coronavirus hat der Berliner Senat am 23. März eine Verordnung in Kraft gesetzt, die Veranstaltungen und Zusammenkünfte weitgehend verbietet. Wer seine Wohnung verlässt, muss demnach einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten.

    Der Besuch von Kirchen, Moscheen und Synagogen ist zwar erlaubt,

    allerdings nur zur individuellen, stillen Einkehr.

    https://www.tagesschau.de/inland/corona-...berlin-101.html

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    Gebet zur Zeit der Trübsal Ablassgebet

    Vorb.: Jesus Christus, der König der Glorie, kommt in Frieden.
    Alle: Gott ist Mensch geworden.
    Vorb.: Das Wort ist Fleisch geworden.
    Alle: Christus ist geboren von Maria der Jungfrau.
    Vorb.: Christus ging mitten durch sie hindurch in Frieden.
    Alle: Christus ist gekreuzigt worden.
    Vorb.: Christus ist gestorben.
    Alle: Christus ist begraben worden.
    Vorb.: Christus ist auferstanden.
    Alle: Christus ist zum Himmel aufgefahren.
    Vorb.: Christus überwindet.
    Alle: Christus herrscht.
    Vorb.: Christus gebietet.
    Alle: Christus möge uns vor allem Übel bewahren.
    Vorb.: Jesus ist mit uns.

    Vater unser. Gegrüßet. Ehre sei.

    Vorb.: Ewiger Vater, durch das Blut Jesu Barmherzigkeit! Bezeichne uns mit dem Blute Jesu, des unbefleckten Lammes, wie du dein Volk Israel bezeichnet hast, um es von dem Tode zu befreien.
    Und du, o Maria, Mutter der Barmherzigkeit, bitte für uns, versöhne uns mit Gott, und erlange uns die Gnade, (1) welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle.: Wie es war rc.

    Vorb.: Ewiger Vater, durch das Blut Jesu Barmherzigkeit! Errette uns aus dem Schiffbruch der Welt, wie du Noah errettet hast aus der allgemeinen Sündflut. Und du, o Maria, Arche des Heiles, bitte für uns, versöhne uns mit Gott, und erlange uns die Gnade, welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle: Wie es war rc.

    Vorb.: Ewiger Vater, durch das Blut Jesu Barmherzigkeit! Befreie uns von den verdienten Züchtigungen, wie du Lot befreit hast aus dem Brande von Sodoma. Und du, o Maria, unsere Fürsprecherin, bitte für uns, versöhne uns mit Gott, und erlange uns die Gnade, welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle: Wie es war rc.

    Vorb.: Ewiger Vater, durch das Blut Jesu Barmherzigkeit! Tröste uns in den gegenwärtigen Nöten und Trübsalen, wie du Job, Anna und Tobias getröstet hast in ihrer Betrübnis. Und du, o Maria, Trösterin der Betrübten, bitte für uns, versöhne uns mit Gott, und erlange uns die Gnade, welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle: Wie es war rc.

    Vorb.: Ewiger Vater, durch das Blut Jesu Barmherzigkeit! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe: um deiner Barmherzigkeit willen gib uns Zeit zur Buße, damit wir in uns gehen und unsere Sünden, die Ursache aller Übel, bereuen und im heiligen Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe und in dem Frieden unseres Herrn Jesu Christi leben. Und du, o Maria, Zuflucht der Sünder, bitte für uns, versöhne uns mit Gott, und erlange uns die Gnade, welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle: Wie es war rc.

    Vorb.: O kostbares Blut Jesu, unserer Liebe, schreie zu deinem göttlichen Vater: Barmherzigkeit, Verzeihung, Gnade und Frieden für uns, für .….. (2) und für Alle!
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle:Wie es war rc.

    Vorb.: O Maria, unsere Mutter und unsere Hoffnung, bitte für uns, für … und für Alle, und erlange uns die Gnade, welche wir begehren.
    Ehre sei dem Vater rc.
    Alle: Wie es war rc.

    Vorb.: Ewiger Vater ich opfere dir das Blut Jesu Christi auf zur Genugtuung für meine Sünden, für die Anliegen der heiligen Kirche und für die Bekehrung der Sünder. O Maria, unbefleckte Jungfrau, Mutter Gottes, bitte Jesus für uns, für … und für Alle.
    Alle: Jesus und Maria, Barmherzigkeit!

    Vorb.: Heiliger Erzengel Michael, heiliger Joseph, heilige Apostel Petrus und Paulus, Beschützer aller Gläubigen der Kirche Gottes, und alle Engel und Heilige des Himmels! bittet für uns und erwirket Gnade und Barmherzigkeit für uns, für … und für Alle.
    Alle: Und so geschehe es!

    Ablass von 100 Tagen jedesmal. Ω. Dieses Gebet ist von dem selig gesprochenen Benedikt Labre angegeben und auf das kräftigste empfohlen worden.

    Gesang.

    Vorb.: Lasset uns beten für diejenigen aus uns, welche sich vielleicht in schwerer Sünde befinden, damit sie durch wahre Buße und Bekehrung die heiligmachende Gnade wieder erlangen: Vater unser …
    Vorb.: Lasset uns beten für denjenigen, den zuerst der Tod aus unserer Mitte abberufen wird, damit der Herr ihm eine selige Sterbestunde verleihe: Vater unser …
    Vorb.: Lasset uns beten für die armen Seelen im Fegefeuer, insbesondere für unsere verstorbenen Angehörigen, Wohltäter und Freunde: Vater unser …

    Zum Segen am Schluss

    Vorb.: Himmlischer Vater, blicke gnädig herab auf deine arme hier versammelte Gemeinde. In gegenwärtiger Stunde wird in vielen tausend katholischen Kirchen, wo unsere Brüder zum Gebet vereinigt sind, der Segen mit dem hochwürdigsten Gute gegeben. Ach! Wir haben das hochheilige Sakrament nicht mehr; wir haben keinen Priester mehr, der uns den Segen erteile! Darum bitten wir dich, o Vater, durch die Verdienste und das kostbare Blut Jesu Christi, du selbst wollest uns jetzt segnen von deinem hohen Himmelsthrone herab.

    Alle: Vater, segne deine Kinder!

    Ablassgebet.

    Vorb.: „Ewiger Vater, wir opfern dir auf das kostbare Blut Jesu, welches er mit so großer Liebe und so großen Schmerzen aus der Wunde seiner rechten Hand für uns vergossen hat, und bitten deine göttliche Majestät durch die Verdienste und die Kräfte desselben, uns deinen heiligen Segen zu erteilen, damit wir dadurch gegen unsere Feinde beschützt und gnädig von allen Übeln befreit werden mögen, indem wir sprechen:

    Alle: Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes komme über uns und bleibe bei uns allezeit. Amen.

    Vorb.: Lasset uns der allerheiligsten Dreifaltigkeit für alle empfangenen Wohltaten Dank sagen:

    Vater unser. Gegrüßet. Ehre sei rc.

    Ablass von 100 Tagen jedesmal für vorstehendes Gebet und das als Danksagung beigefügte Vater unser rc.; † III. Ω.

    (1) z. B. die Gnade, daß die Gemeinde bald wieder einen Priester erhalte, die Gnade eines seligen Todes rc.

    (2) Hier werden diejenigen genannt, für welche man noch besonders beten will, z. B. „für die heilige Kirche“ oder: „für unsern heiligen Vater, unsern Bischof 2rc.“ Man kann mit diesen Gebetsmeinungen abwechseln, oder auch mehre zusammen nehmen. –
    aus: Gebetbuch für Gemeinden ohne Seelsorger, 1876, S. 102 – S. 106

    https://katholischglauben.info/gebet-zur...al-ablassgebet/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Fastenzeit - BegrifferklärungDatum05.04.2020 09:16
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Fastenzeit - Begrifferklärung



    Zum Palmsonntag

    Annecy, 12. April 1615 (OEA IX,65-72; DASal 9,234-239)

    Es bleibt mir noch eine Einteilung im Gebet zu erklären, sowohl im Geistesgebet wie im mündlichen. Wir wenden uns in zweifacher Weise an Gott, um ihn zu bitten. Beide hat Unser Herr empfohlen und unsere heilige Mutter Kirche geboten. Wir bitten nämlich Gott das eine Mal unmittelbar, ein andermal mittelbar, so wenn wir die Antiphonen Unserer lieben Frau beten, das Salve Regina und andere. Wenn wir unmittelbar beten, üben wir das kindliche Vertrauen, das sich auf Glaube, Hoffnung und Liebe stützt. Wenn wir mittelbar und durch die Vermittlung eines anderen bitten, üben wir die heilige Demut, die aus unserer Selbsterkenntnis hervorgeht. Wenn wir uns unmittelbar an Gott wenden, berufen wir uns auf seine Güte und seine Barmherzigkeit, auf die wir unser ganzes Vertrauen setzen; wenn wir aber mittelbar beten, Unsere liebe Frau, die Heiligen und die seligen Geister um ihren Beistand bitten, tun wir das, um von der göttlichen Majestät besser aufgenommen zu werden, und dann berufen wir uns auf seine Erhabenheit und Allmacht und auf die Ehrfurcht, die wir ihm schulden.

    Ich möchte der letzten Predigt noch ein Wort hinzufügen über die äußere Ehrfurcht, die wir beim Gebet haben müssen. Unsere Mutter Kirche bestimmt genau, welche Haltung wir nach ihrem Wunsch beim Rezitieren des Offiziums einnehmen sollen: einmal stehen, einmal sitzen, dann knien; einmal das Haupt bedeckt, einmal unbedeckt. Alle diese Verhaltensweisen sind aber nichts anderes als Gebete. Alle Zeremonien der Kirche sind erfüllt von tiefem Sinn; die frommen, demütigen und einfältigen Seelen empfangen sehr viel Trost bei ihrem Anblick. Sagt mir doch, was nach eurer Meinung die Zweige bedeuten, die wir heute in Händen halten? Doch nichts anderes, als daß wir Gott bitten, er möge uns siegen lassen durch das Verdienst und den Sieg, den Unser Herr am Baum des Kreuzes errungen hat.

    Beim Gottesdienst müssen wir darauf achten, die Haltung einzunehmen, die in unseren Meßbüchern angegeben ist. Welche Ehrfurcht aber müssen wir in unseren persönlichen Gebeten wahren? Wir stehen genau so vor Gott wie bei den gemeinsamen Gebeten, wenn wir auch bei den gemeinsamen wegen der Erbauung des Nächsten besonders sorgfältig darauf bedacht sein müssen. Die äußere Ehrfurcht trägt viel zur inneren bei. Wir haben verschiedene Beispiele dafür, daß wir uns auch beim persönlichen Gebet in großer äußerer Ehrfurcht halten müssen. Hört den hl. Paulus (Eph 3,14): Ich beuge mein Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, sagt er für uns alle. Und seht ihr nicht, daß unser Erlöser selbst sich zu Boden warf, als er zu seinem Vater betete (Mt 26,39; Mk 14,35)?

    Noch dieses Beispiel: Ihr wißt sicher, daß der große hl. Paulus der Einsiedler viele Jahrzehnte in der Wüste lebte. Als ihn der hl. Antonius aufsuchte, traf er ihn im Gebet. Er sprach mit ihm und entfernte sich wieder. Als er ihn aber das nächste Mal besuchen kam, fand er ihn in derselben Haltung wie beim ersten Mal: das Haupt erhoben, die Augen zum Himmel gerichtet, die Hände gefaltet, auf beiden Knien liegend. Nachdem der hl. Antonius schon lange gewartet hatte, begann er sich zu wundern, daß er ihn nicht seufzen hörte, wie er es gewöhnlich getan hatte. Er blickte auf, und als er ihm ins Gesicht schaute, erkannte er, daß er tot war. Es sah so aus, als ob sein Leib, der im Leben so viel gebetet hatte, auch nach seinem Tod noch betete. Mit einem Wort, der ganze Mensch muß beten. David sagt, daß sein ganzes Gesicht betete (Ps 27,8), daß seine Augen so aufmerksam auf Gott gerichtet waren, so daß sein Augenlicht ganz geschwächt war (Ps 69,4) und sein Mund geöffnet wie der Schnabel eines Vögelchens, wenn es merkt, daß seine Mutter kommt, es zu atzen. In jedem Fall aber ist jene Haltung die beste, die uns die größte Aufmerksamkeit ermöglicht. Ja selbst das Liegen ist gut und scheint selbst zu beten. Seht ihr nicht den heiligen Mann Ijob auf seinem Misthaufen liegend ein so vorzügliches Gebet verrichten, daß es von Gott gehört zu werden verdiente (Ijob 42,9f)? Nun, das sei nur nebenbei gesagt.

    Sprechen wir nun vom Geistesgebet; und wenn es euch recht ist, will ich euch durch einen Vergleich mit dem Tempel Salomos zeigen, daß es in der Seele vier Schichten gibt. In diesem Tempel gab es erstens einen Vorhof, der für die Heiden bestimmt war, damit sich niemand von der Anbetung entschuldigen konnte. Deshalb war dieser Tempel der göttlichen Majestät wohlgefälliger, da es kein Volk gab, das ihm nicht an diesem Ort seine Huldigung erweisen konnte. Die zweite Abteilung war für die Juden bestimmt, Männer und Frauen, wenn man auch später eine Trennung einführte, um Anstößiges zu verhindern, das entstehen konnte, wenn sie beisammen waren. Weiter aufsteigend gab es dann die Abteilung für die Priester und schließlich die höchste Abteilung, bestimmt für die Kerubim und ihren Herrn. Hier stand die Bundeslade und hier offenbarte Gott seinen Willen; sie wurde das Allerheiligste genannt.

    In unserer Seele gibt es die erste Schicht; das ist eine bestimmte Erkenntnis, die wir durch die Sinne gewinnen. So erkennen wir durch unsere Augen, ob ein Gegenstand grün, rot oder gelb ist. Dann aber gibt es eine Stufe oder Schicht, die schon etwas höher ist, nämlich eine Erkenntnis, die wir durch die Überlegung gewinnen. Wenn z. B. ein Mensch an einem Ort mißhandelt wurde, wird er durch Überlegung herauszufinden versuchen, wie er vermeiden kann, an diesen Ort zurückzukehren. Die dritte Schicht ist die Erkenntnis, die wir durch den Glauben haben. Die vierte, das Allerheiligste, ist die feine Spitze unserer Seele, die wir Geist nennen. Da diese feine Spitze stets auf Gott gerichtet ist, dürfen wir uns nicht verwirren lassen.

    Die Schiffe auf dem Meer haben alle einen Kompaß, dessen Nadel, vom Magnet angezogen, stets auf den Polarstern zeigt. Selbst wenn das Schiff nach Süden fährt, zeigt die Kompaßnadel dennoch unablässig nach dem Nordpol. So scheint es auch manchmal, als ob sich die Seele ganz nach der Sünde wende, so sehr ist sie von Zerstreuungen beunruhigt; die feine Spitze der Seele aber schaut unablässig auf Gott, der ihr Pol ist. Selbst die fortgeschrittensten Menschen haben manchmal so große Versuchungen, selbst gegen den Glauben, daß es ihnen scheint, die ganze Seele stimme zu, so verwirrt ist sie. Sie haben nur noch diese feine Spitze, die widersteht; und dieser Teil unserer Seele ist es, der das Geistesgebet vollzieht, denn obwohl alle anderen Fähigkeiten und Kräfte der Seele von Zerstreuungen erfaßt sind, betet der Geist in seiner feinen Spitze.

    Nun, im Geistesgebet gibt es vier Teile; der erste ist die Betrachtung, der zweite die Beschauung, der dritte sind die Herzenserhebungen, der vierte die einfache Gegenwart Gottes. Der erste Teil geschieht durch die Betrachtung in der Weise: wir wählen ein Geheimnis, z. B. Unseren Herrn am Kreuz; wenn wir ihn uns vorgestellt haben, erwägen wir seine Tugenden: seine Liebe gegen seinen Vater, die ihn den Tod erdulden läßt, den Tod am Kreuz (Phil 2,8), viel mehr um ihm zu gefallen, als um ihm nicht zu mißfallen; seine große Sanftmut, Demut und Geduld, mit der er so große Schmähungen erduldete; schließlich seine große Liebe gegen jene, die ihn töteten, indem er inmitten der größten Schmerzen für sie betete (Lk 23,34). Wenn wir das alles erwogen haben, wird unser Gemüt bewegt zum glühenden Verlangen, ihn in seinen Tugenden nachzuahmen. Dann gehen wir dazu über, den ewigen Vater zu bitten, daß er uns seinem Sohn gleichförmig mache(Röm 8,29).

    Die Betrachtung geschieht so, wie es die Bienen machen, wenn sie den Honig sammeln. Sie sammeln den Honig, der vom Himmel auf die Blüten fällt, nehmen ein wenig vom Saft der Blüten selbst und tragen ihn in den Bienenkorb. So verkosten auch wir die Tugenden Unseres Herrn eine nach der anderen, um dadurch zur Nachahmung angeregt zu werden. (Dann schauen wir sie alle zusammen mit einem Blick in der Beschauung.) Gott betrachtete bei der Schöpfung (vgl. Tr. 6,5). Seht, wie er, nachdem er den Himmel geschaffen hat, sagt, daß er gut war. Ebenso tat er, nachdem er die Erde geschaffen, die Tiere und schließlich den Menschen. Er fand alles gut, indem er eines nach dem anderen betrachtete; als er aber alles zusammen sah, was er geschaffen, sagt er, daß alles sehr gut war (Gen 1,10-25.31).

    Nachdem die Braut im Hohelied (5,9-16) ihren Vielgeliebten gepriesen hat wegen der Schönheit seiner Augen, seiner Lippen, kurz nacheinander aller seiner Glieder, schließt sie folgendermaßen: Wie schön ist mein Vielgeliebter, wie liebe ich ihn; er ist mein Allerliebster! Das ist die Beschauung. Denn wenn wir Geheimnis um Geheimnis erwägen, wie gut Gott ist, kommen wir dahin, wie es mit den Stricken unserer Schiffe geht: wenn man sehr kräftig rudert, erhitzen sich die Stricke derart, daß sie Feuer fangen, wenn man sie nicht anfeuchtet. Unsere Seele dagegen, die sich den zu lieben erwärmt, den sie als so liebenswert erkannt hat, schaut fortwährend auf ihn, weil sie sich immer mehr daran erfreut, ihn so schön und so gut zu sehen.

    Der Bräutigam im Hohelied (5,1 nach Sept. und Vätern) sagt: Komm, meine Vielgeliebte, denn ich habe meine Myrrhe gesammelt, ich habe mein Brot gegessen und meine Honigscheibe, ich habe meinen Wein mit meiner Milch getrunken. Kommt, meine Vielgeliebten, eßt und berauscht euch, meine Teuersten. Diese Worte stellen uns die Geheimnisse vor Augen, die in den nächsten Wochen gefeiert werden. Ich habe meine Myrrhe gesammelt und mein Brot gegessen; das geschieht im Tod und in der Passion des Erlösers. Ich habe meine Honigscheibe gegessen; das geschieht, wenn er seine Seele wieder mit dem Leib vereinigt. Zum Schluß fügt der Bräutigam hinzu: meinen Wein mit meiner Milch. Der Wein versinnbildet die Freude seiner Auferstehung, die Milch seinen freundlichen Umgang. Er hat sie beide zugleich getrunken, denn er bleibt vierzig Tage nach seiner Auferstehung auf der Erde (Apg 1,3), sucht seine Jünger auf, läßt sie seine Wundmale berühren und ißt mit ihnen. Wenn er aber sagt: Eßt, meine Vielgeliebten, will er damit sagen: betrachtet. Ihr wißt doch, damit man das Fleisch schlucken kann, muß man es zuerst kauen und zerkleinern und oftmals im Mund von einer Seite auf die andere schieben. So müssen wir es auch mit den Geheimnissen Unseres Herrn machen: man muß sie zergliedern und mehrmals in unserem Verstand hin- und herbewegen, bevor wir unseren Willen erwärmen und zur Beschauung kommen. Der Bräutigam schließt dann: Berauscht euch, meine Teuersten. Was will das heißen? Ihr wißt wohl, daß man den Wein nicht zu kauen gewohnt ist; man schluckt ihn nur. Das versinnbildet uns die Beschauung, bei der man nicht kaut, sondern nur schluckt. Du hast genug betrachtet, wie gut ich bin, scheint der göttliche Bräutigam zu seiner Vielgeliebten zu sagen: schau mich an, und du wirst dich daran ergötzen zu sehen, daß ich es bin.

    Der hl. Franziskus verbrachte eine Nacht damit zu wiederholen: Du bist „mein Alles“. Er sprach diese Worte in der Beschauung, als wollte er sagen: Ich habe dich Stück für Stück betrachtet, mein Herr, und habe gefunden, daß du überaus liebenswert bist; nun schaue ich dich an und sehe, daß du „mein Alles“ bist. Der hl. Bruno begnügte sich mit den Worten: „O Güte!“ Der hl. Augustinus: „O alte und neue Schönheit!“ Du bist alt, weil du ewig bist, aber du bist neu, weil du eine neue Wonne in mein Herz gebracht hast. Das waren einige Worte über die Beschauung.

    Kommen wir zum dritten Teil des Geistesgebetes, der in den Herzenserhebungen besteht. Davon kann sich niemand entschuldigen, weil sie im Kommen und Gehen bei den Beschäftigungen geschehen können. Ihr sagt mir, daß ihr nicht die Zeit habt, um zwei oder drei Stunden zu beten. Wer spricht denn davon? Empfehlt euch am Morgen Gott, beteuert, daß ihr ihn nicht beleidigen wollt, dann geht an euer Tagewerk mit dem Entschluß, gleichwohl häufig euren Geist zu Gott zu erheben, selbst in Gesellschaft. Wer kann euch daran hindern, auf dem Grund eures Herzen mit ihm zu sprechen? Es ist ja nicht nötig, daß ihr geistigerweise oder mündlich mit ihm sprecht. Sagt kurze aber feurige Worte. Jenes, das der hl. Franziskus wiederholt sagte, ist ausgezeichnet, denn es war ein Wort der Beschauung, weil es andauerte wie ein Fluß, der beständig fließt. Es ist wahr, es wäre nicht gut, wenn man zu Gott sagte: Du bist mein Alles, dabei aber etwas anderes wollte als ihn, denn die Worte müssen mit der Gesinnung des Herzens übereinstimmen. Aber zu Gott sagen: Ich liebe dich, obwohl wir kein starkes Gefühl der Liebe haben, das dürfen wir nicht unterlassen, weil wir es doch wollen und ein großes Verlangen haben, ihn zu lieben.

    Ein gutes Mittel, uns in diesen Herzenserhebungen zu üben, besteht darin, das Vaterunser nacheinander herzunehmen, indem man für jeden Tag einen Satz wählt. Ihr habt z. B. heute genommen: Vater unser, der du im Himmel bist. Sagt also beim ersten Mal: Mein Vater im Himmel; eine Viertelstunde später könnt ihr sagen: Wenn du mein Vater bist, wann werde ich ganz deine Tochter sein? So könnt ihr von einer Viertelstunde zur anderen euer Gebet fortsetzen. Die heiligen Väter, die in der Wüste lebten, in Wahrheit die Ordensleute der Frühzeit, waren so sorgsam bedacht, diese Gebete und Herzenserhebungen zu machen, daß der hl. Hieronymus davon berichtet: Wenn man sie besuchte, hörte man den einen sagen: Mein Gott, du bist alles, was ich ersehne; einen anderen: Wann werde ich ganz dein sein, mein Gott? Wieder einer wiederholte: Gott, eile mir zu helfen (Ps 70,1). Man vernahm schließlich eine überaus angenehme Harmonie ihrer verschiedenen Stimmen. Ihr werdet mir aber sagen: Wenn man diese Worte mündlich ausspricht, warum nennen Sie das ein Geistesgebet? Weil es auch geistigerweise verrichtet wird und weil es vor allem aus dem Herzen kommt.

    Der Bräutigam sagt im Hohelied (4,9 nach Sept.), daß seine Vielgeliebte ihm das Herz entzückte durch eines ihrer Augen und durch eines ihrer Haare, das auf ihren Hals herabfällt. Diese Worte sind ein Köcher voll überaus lieblicher Anregungen. Hier ist eine recht liebenswerte: Wenn ein Mann und eine Frau in ihrem Hauswesen Aufgaben haben, die sie zwingen, sich zu trennen, und sie begegnen sich zufällig, dann schauen sie einander im Vorbeigehen kurz an, aber nur mit einem Auge, weil sie einander von der Seite begegnen und man es nicht gut mit zwei Augen tun kann. So will dieser Bräutigam sagen: Obwohl meine Vielgeliebte sehr beschäftigt ist, unterläßt sie es doch nicht, mich mit einem Auge anzuschauen und mir durch diesen Blick zu versichern, daß sie ganz die Meine ist. Sie hat mein Herz entzückt durch eines ihrer Haare, das auf ihren Hals herabfällt, d. h. durch einen Gedanken, der aus ihrem Herzen kommt.

    Wir wollen jetzt nicht mehr vom vierten Teil des Geistesgebetes sprechen. Wie glücklich werden wir sein, wenn wir je in den Himmel kommen! Denn dort werden wir betrachten, indem wir alle Werke Gottes im einzelnen betrachten und erwägen; und wir werden finden, daß alle gut sind. Wir werden die Beschauung haben und alle zusammen sehr gut finden. Und wir werden ewig unser Herz zu ihm erheben. Dort wünsche ich euch alle zu sehen. So sei es.

    http://www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki.../ZumPalmsonntag

    SIEHE AUCH:
    DIE FASTENZEIT (14)

    Liebe Grüße, Blasius

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