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  • Lehre von der TraditionDatum02.10.2019 18:34
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema

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    Erzbischof Marcel Lefebvre: Das Beispiel des hl. Joseph in der Kirchenkrise
    Predigt von Erzbischof Marcel Lefebvre am 23. März 1980 in Genf

    Erzbischof Marcel Lefebvre hat 1980 bei der Einweihung des Oratoriums des hl. Joseph in Genf eine schöne Predigt auf den Nährvater Jesu gehalten.

    Er entwickelt folgenden Gedanken: Man könnte meinen, der hl. Joseph hätte keine Prüfungen erleiden dürfen. Er hätte von Gott bevorzugt behandelt werden müssen. Er war doch der Nährvater Jesu.

    Wenn nun Joseph, der von Gott auserwählt worden war, um Jesus zu behüten, sehr schwere Prüfungen durchzumachen hatte, wie dürfen dann wir, ja, wir uns beklagen, wenn Gott uns Prüfungen schickt? Aber Gott wollte im Gegenteil, dass er geprüft werde. Denn in der Prüfung, im Opfer, im Schmerz werden die Seelen gestählt, schließen sich die Seelen Gott an. Wenn die Seelen in der Prüfung die Nichtigkeit der Dinge dieser Welt erkennen, schließen sie sich umso mehr an das Unvergängliche, an das Ewige, an die geistigen Dinge an, mehr als an die zeitlichen und materiellen. Dieses Beispiel gibt uns der hl. Joseph, dieses Vorbild muss er für uns sein.


    Daran schließt der Erzbischof folgende Überlegung zur Kirchenkrise an:


    „Vertrauen Sie sich den Händen der Vorsehung an! Geliebte Brüder, Sie leiden sicherlich unter dieser Krise der Kirche. Vielleicht leiden auch Sie schweigend darunter. Sie machen vielleicht in Ihren Gesprächen irgendwelche Anspielungen darauf, auf Dinge, die Sie gehört oder an unseren Kultstätten gesehen haben.

    Sie haben sogar im Fernsehen sogenannte religiöse Zeremonien gesehen, die aber nichts Religiöses mehr an sich hatten, ihres sakramentalen Charakters, ihres Geheimnisses entkleidete, profanierte Zeremonien, um nicht zu sagen gotteslästerliche Zeremonien. Nun leidet Ihr Herz.

    Besonders Sie, die Sie die Zeit vor dem Konzil gekannt haben, in der alle Zeremonien schön und heilig waren. Wenn man auf Reisen war, konnte man am Sonntag in jede Kirche gehen. Man betrat eine Kirche und fand dort unseren Gottesdienst, unsere Religion, unsere heilige katholische Religion. Wir fanden sie überall wieder, und wir bewunderten diese Einheit in der Kirche, in der wir überallhin gehen konnten und in der wir uns zu Hause fühlten. Wir befanden uns in der Gemeinschaft mit Unserem Herrn Jesus Christus, mit dem großen Geheimnis unseres Lebens, unserer Existenz und unserer ewigen Bestimmung: dem Geheimnis Jesu Christi.

    Damals fand man die unbezweifelbare und wirkliche Gegenwart Unseres Herrn Jesus Christus in unseren Kirchen vor. Und wie steht es heute damit? Sie wissen es so gut wie ich, vielleicht besser als ich, Sie stehen mehr im Kontakt mit all diesen Ereignissen, mit allem, was sich mitten unter Ihnen abspielt.

    Dann könnten Sie manchmal versucht sein, sich an Gott zu wenden und zu sagen: „Mein Gott, Du verlässt uns also? Verlässt Du uns wirklich? Wo finden wir noch das Geheimnis? Dein Geheimnis? Das Geheimnis Jesu Christi? Das Geheimnis der heiligen Messe, das Geheimnis der Allerheiligsten Eucharistie? Das Geheimnis des heiligen Kreuzesopfers? Wo finden wir es wieder?“ Und sie hören an vielen Orten die Seufzer von Menschen, welche darüber untröstlich sind, dass sie überall Entsakralisierung, Profanierung, Gotteslästerung, Abfall vom Glauben wahrnehmen, dass sie überall wahrnehmen, wie Kirchen, Seminare und Klöster aufgegeben und zum Verkauf angeboten werden. Dieser Schmerz, den Sie in sich tragen, ist zweifellos jenem ähnlich, den der hl. Joseph empfand, als Jesus ihn in gewissem Sinne während jener fünf Tage verlassen hatte.

    Bitten wir also Jesus, bitten wir Maria und Joseph, uns in dieser Prüfung, die wir nun schon jahrelang erdulden, zu stärken. Wie viele Jahre noch werden wir an dieser Krise der Kirche, an dieser langsamen, aber unbezweifelbaren Zerstörung der Kirche, der Berufungen, des religiösen Lebens, des christlichen Lebens zu leiden haben? Gott allein weiß es. Vertrauen wir uns also dem lieben Gott an! Haben wir Vertrauen zu Gott! Wir tragen doch Jesus auf unseren Armen, in unserem Herzen und in unserer Seele durch die Gnade der Taufe, durch die Gnade des Sakramentes der Firmung, durch die Gnade der Allerheiligsten Eucharistie jedes Mal, wenn wir sie empfangen, durch die heilige Messe, an der wir teilnehmen, da sie das Opfer von Golgotha ist.“

    https://fsspx.de/de/news-events/news/erz...chenkrise-51198

    Liebe Grüße, Blasius

  • Was sind Engel?Datum02.10.2019 18:31
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Ave Regina Coelorum

    „Portiunkula” in Assisi, bereits 1045 als die Kapelle Unserer Lieben Frau von den Engeln erwähnt, ist uns vertraut als die Kirche, welche der hl. Franziskus auf Geheiß des Himmels 1207 wiederherstellt. Hier erhielt er auch in einer Vision den berühmten Ablass, der am 2. August – Fest Maria zu den Engeln – gewährt wird. Heute befindet sich diese Kapelle in der vom hl. Pius V errichteten herrlichen Basilika Santa Maria degli Angeli zu Assisi.

    Wie kann ein Mensch, in der Schöpfungsordnung doch „unter die Engel gestellt“ (Ps 8) über diese unermesslichen Myriaden von Engelchören, reine Geister von unvorstellbar Macht und Intelligenz, herrschen? Und dabei ist jeder Engel noch eine Art oder Welt für sich ist (vgl. Thomas Aquinas I.50.4)?

    Die Begründung ist bezwingend einfach: Wenn der Sohn König ist, dann ist die Mutter Königin. Schon Elisabeth nannte sie die „Mutter des Herrn“ (Lk 1:43) Die Väter wenden ohne Scheu den Psalm 44:10 auf Maria als Königin und Mitregentin des Messias-Königs an (Athanasius). So konnte der hl. Petrus Canisius diesen Kirchenvater zitieren und ausrufen: „Mater Regis Angelorum, Regisque caelorum et amica et sponsa“. Der Hl. Gregor von Nazianz (+390) nennt Maria „die Mutter des Königs des Universums“, „die jungfräuliche Mutter, die den König der ganzen Welt geboren hat“. Nach dem Kolosserbrief (1:16) ist ja Christus auch Schöpfer der Engel und ihr König; demzufolge ist Maria Königin auch der Engel.

    Der hl. Johannes von Damaskus (+749) fasst die Väterlehre prägnant zusammen, indem er ihr den Namen „Königin, Patronin, Herrscherin“ und selbst „Herrscherin aller Kreatur“ erteilt. Pius XII zitiert diesen Kirchenvater: „Der heilige Johannes von Damaskus schreibt somit zu Recht: ´Sie ist wahrhaftig die Herrscherin der ganzen Schöpfung geworden, in dem Augenblick wo sie Mutter des Schöpfers wurde´, und der Erzengel Gabriel selbst kann der erste Herold der Königswürde Mariens genannt werden… Wahrlich erreicht sie durch diese Vereinigung mit Christus, dem König, eine so erhabene Würde, dass sie den Rang aller geschaffenen Dinge überragt… Damit überragt die heilige Jungfrau ohne Zweifel an Würde die ganze Schöpfung. Sie besitzt bei ihrem Sohne den Vorrang vor allen. St. Sophronius singt: ‚Du endlich hast bei weitem alle Kreatur überragt. Was könnte es Erhabeneres geben, als eine solche Gnade, die Dir allein zuerteilt wurde nach dem Willen Gottes?‘. Und St. Germanus geht noch weiter in seinem Lob: ´Deine Würde stellt Dich an die Spitze aller Kreaturen, Deine Erhabenheit stellt Dich über die Engel´.

    Der Erzengel Gabriel war erkoren, diese Königin – „heiliger als die Cherubim und Seraphim, unvergleichlich glorreicher als der Rest der himmlischen Heerscharen“ (hl. Ephräm) - in tiefer Ehrfurcht und Unterwerfung zu grüßen. „Es wird durch diesen einzigartigen, feierlichen und nie vernommenen Gruß gezeigt, dass die Gottesmutter der Thron aller göttlichen Gnaden gewesen ist, dass sie mit allen Gnadengaben des Hl. Geistes ausgestattet, ja sogar dieser Gnadengaben nahezu unbegrenzte Tiefe gewesen ist, so dass sie niemals dem Fluche unterworfen war (Pius IX, Ineffabilis Deus).“

    https://fsspx.de/de/news-events/news/ave...-coelorum-51089

    Liebe grüße, Blasius

  • Gebet als persönliche GottesbeziehungDatum02.10.2019 18:17
    Thema von Blasius im Forum Ausdauer im Gebet



    Bei einer Vielzahl von Christen beschränkt sich das regelmäßige Gebetsleben in einer gewissen Einseitigkeit, nämlich darin, dass sie nur ihre persönlichen Wünsche an Gott wie an einen Automaten formulieren. Das Gebet reduziert sich aber nicht nur auf das Bittgebet, sondern hat die Gottesbeziehung in ihrer ganzen Fülle zum Ziel, vergleichbar mit der Beziehung zu einem guten Freund, den wir ja auch nicht nur anrufen oder treffen, wenn wir ein bestimmtes Anliegen an ihn haben. Jesus selbst hat uns vorgelebt, wie wir die Beziehung zu Gott pflegen sollen, indem wir ihn als Vater anrufen und darauf vertrauen können, dass er immer bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht immer spüren. Gott möchte letztlich mit jedem Menschen eine individuelle Beziehung aufbauen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich um ein umfassendes geistliches Leben zu bemühen, wobei dazu noch mehr gehört als nur das regelmäßige Abhalten von Gebetszeiten. So zählen ganz besonders der regelmäßige Empfang der Sakramente (Beichte und Eucharistie) dazu, ebenso wie das Streben um ein christliches Leben nach Gottes Geboten im Alltag, sei es in Familie oder Beruf. Wir sind zur Heiligkeit berufen und sollen uns deshalb stets bemühen im Stand der heiligmachenden Gnade zu bleiben.

    https://www.meine-gebete.info/gebetsleben/

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Fröhlichkeit im katholischen Kirchenjahr
    Im Vordergrund der Erlösung und des Gottesdienstes steht der Opfertod Christi für die Menschheit, die Gott den Vater beleidigt hat. Für sie gibt Christus, der Sohn Gottes, sein Leben dahin, damit die Menschen von Gott Verzeihung erlangen. Die heilige Messe ist das wunderbare Fortwirken dieses Kreuzesopfers Christi. Um diese Zentralwahrheiten des Glaubens rankt sich die Tausendfältigkeit der Feiern und Erinnerungen in der Liturgie desKirchenjahres. Wir dürfen das Wort „Fest“ freilich nicht vorwiegend in profanem Sinn auffassen. Der Mensch kann in seiner Gedankenwelt, im innern seiner Seele Feste feiern, Höhenstimmungen entzünden, ohne äußere Formen und Sinnenreize nötig zu haben. Aber der Mensch dringt nicht nur von innen heraus, in mystischer Schau vor und hinan zu seinem Gott und zur Erkenntnis der göttlichen Wahrheiten. Der Mensch ist auch an seine Sinne gebunden. Auch diese führen seinen Geist, seine Seele zum Urquell der höchsten Fröhlichkeit, zu Gott hin. Die katholische Fröhlichkeit kann und will sich nicht in abstrakten Gedanken und in mystischer Gottesschau allein erschöpfen. Die Kirche stellt daher das ganze Reich der Sinne und der körperlichen Fähigkeiten in den Dienst des Kirchenjahres. Die Pracht der Farben, das Reich der Töne, der Wohlgeruch der Kräuter, alle Möglichkeiten der Kunst von den herrlichsten Dogmenbildern auf den Altären bis zu den leicht beschwingten pausbackigen Rokokoengelein: Alles muss zusammen wirken zur Ehre Gottes, zur Erfassung der Glaubens-Wahrheiten, als Abglanz der Schönheit Gottes: Geist und Sinne.

    Schon die Gotteshäuser, die Kathedralen, Dome, Basiliken, Münster, Kirchen und Kapellen sind prachtvolle Bauten, steinerne Lobredner der Ehre und Schönheit Gottes. In diesen heiligen hallen und Räumen preist kein Priester der katholischen Kirche Gott, ohne angetan zu sein mit besonderen Gewändern, wie es sich eben beim Erscheinen vor dem höchsten Herrn Himmels und der Erde geziemt. Die Paramentenkunst von den Katakomben an bis zur Gegenwart hat hier Kostbarkeiten, farbenglühende und ideenreiche Stickereien geschaffen, so daß diese liturgischen Kleider allein schon als Zeugen des Geistes der Fröhlichkeit im Dienst Gottes auftreten.

    Die Kirche hat weiterhin die Farbe ganz in den Dienst ihrer Liturgie gestellt. Was könnte mehr zur Freude, zur fröhlichen Stimmung, zur Heiterkeit des Gemütes beitragen als die Farbe! Wie lieben die Menschen die sonne beim Aufgang und beim Niedergang; wie lieben sie blumige Wiesen, Landschaften im Frühlings-Zauber und im Gold des Herbstes; wie lieben sie farbenglänzende Gemälde. Die Fröhlichkeit ist in der katholischen Kirche sowohl im Erlösungs-Inhalt, wie in der äußeren Erscheinungsweise ei wesentliches Prinzip. Das ist der Grund, warum die Kirche bei ihrer Führung der Menschen der Farbe einen so reichen Anteil einräumt. In altchristlicher Zeit waren bereits weiße, gelbe, kastanienbraune, dunkelpurpurne, blaue und grünliche Paramente in Gebrauch. Heute gelten in der Kirche auf dem ganzen Erdenrund fünf liturgische Farben.

    An erster Stelle steht das Weiß. In unserem schwachen Vorstellungsvermögen von der Schönheit und Herrlichkeit Gottes können wir ihn uns nur als Fülle des Lichtes, als reinste Helligkeit ausdenken. Wenn daher die Kirche die höchsten Feste der Anbetung Gottes, das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die Feste des „Lichtes der Welt“ feiert, so ist die ganze Liturgie in Weiß getaucht. „Sein Antlitz war wie die Sonne, wenn sie leuchtet mit voller Kraft“ (Offenbarung 1, 16). Weiß ist auch die Farbe an den Festen der Muttergottes, der Engel, der Bekenner, der Frauen und Jungfrauen, am Kirchweihfest, an Allerheiligen und in der Hochzeitsmesse. Wer sich durchringen will zur Reinheit und Vollkommenheit Gottes, der muss helle Pfade wandeln.

    Die rote Farbe mit „ihrem warmen, kräftigen, froh belebenden Gefühlswerte“ (Schott) ist in der Liturgie vor allem die Farbe des Blutes und des Feuers. Seit dem blutigen Opfertod auf Golgatha und seit der Herabkunft des Pfingstgeistes in Feuerzungen versinnbildet uns das Rot die Blut vergießende Liebe des Erlösers, die Gottesliebe und die heilige Glut der Opferliebe überhaupt. Rot sind daher die Feste, die sich auf das Leiden und Blutvergießen des Heilandes beziehen: die Kreuzfeste, Pfingstfeste und die Feste der Märtyrer.

    Grün ist die dritte liturgische Farbe. Es ist die Farbe der Natur, des verheißungsvollen Frühlings mit seinem Knospen und Sprießen. Die Farbe der Hoffnung. Die streitende Kirche auf Erden ist auch die hoffende Kirche. „Für uns Christen drückt die grüne Kirchenfarbe eine bleibende religiös-sittliche Grundstimmung aus, wir sind der grünende Acker Christi, von dem die Früchte der Tugend und Heiligkeit erwartet werden“ (Schott).Daher ist Grün die Farbe an den gewöhnlichen Sonntagen des Jahres samt den darauf folgenden Wochentagen.

    Die Liturgie kennt dann noch die Farben violett und schwarz.

    Violett weckt als Übergangsfarbe die Sehnsucht nach den Farben des Lichtes und der Freude. Sie ist daher die kirchliche Farbe der Buße und wird sonach gebraucht in der Advents- und Fastenzeit, an den Vigilien, an den Quatember- und Bitttagen, in den Votivmessen für schwere Anliegen, für Kranke und Verstorbene, bei Buß- und Bittprozessionen.
    Schwarz ist der völlige Mangel des Lichtes. Es ist die Farbe der Finsternis, der Nacht, des Todes, der Sünde, des Grabes, des Unglückes, der Trauer. Daher sind am Karfreitag alle Kirchen in diese Farbe gehüllt. Bei Gottesdiensten für die Toten, an Allerseelen legt die Kirche im Mitgefühl der Trauer diese Farbe an.

    Im Mittelpunkt des Kirchenjahres steht Jesus Christus. Er ist die geistige und leibliche Sonne am ewigen Horizont der Menschheit. Alle Feste und Festzeiten sind wie Strahlengarben, die von ihm ausgehen. Christus ist die Gnade Gottes an die Menschheit. Im Kirchenjahr ist der ganze Inhalt seiner Erlösung zusammen gefaßt. Das Kirchenjahr ist der lebendige, vergangene und unter uns weilende Christus. Es ist die Wiederholung der Geschichte Christi und seiner Erlösungstat. Das Kirchenjahr ist der Kalender des Himmels. Für die christliche Seele ist es Bekenntnis, Wachstum, Wanderung durch die Geheimnisse und Lehren der katholischen Religion. Die Kirchenfeste sind Stationen der Gnade und der Heiligung. Dem ganzen Kirchenjahr aber mit seiner sinnig verästelten Liturgie liegt zutiefst zugrunde die Fröhlichkeit im Glauben an Christus. –

    aus: Hans Rost, Die Fröhlichkeit in der katholischen Kirche, 1946, S. 15- S. 17


    https://katholischglauben.info/die-froeh...im-kirchenjahr/

    Liebe Grüße, Blasius

  • Was sind Engel?Datum01.10.2019 22:39
    Thema von Blasius im Forum Die heiligen Engel...



    Als Engel werden gemeinhin unsichtbare Geistwesen bezeichnet, die nicht nur im Christentum, sondern auch in den anderen beiden monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Islam) vorkommen. Der Name „Engel“ (lat. „angelus“) leitet sich vom altgriechischen Wort „ἄγγελος“ („ángelos“) ab und lässt sich mit „Bote“ bzw. „Abgesandter“ übersetzen. Engel gelten traditionell als Boten Gottes, die Menschengestalt annehmen können und oft auch mit Flügeln dargestellt werden. Sie wurden der Überlieferung nach von Gott erschaffen und sind diesem untergeordnet. Nach Thomas von Aquin sind Engel immaterielle Wesen, die aus reiner Form bestehen und keine Materie besitzen. Die kirchliche Lehre nimmt eine Unterteilung der Engel in neun Chöre (Ordnungen) vor, die auf die Engellehre des Pseudo-Dionysius von Areopagita (lebte im 6. Jhrdt.) zurückgeht. Die neun Ordnungen umfassen von oben nach unten gegliedert Seraphim, Cherubim, Throne, Herrschaften, Mächte, Gewalten, Fürsten, Erzengel und Engel. Eine hervorgehobene Stellung nehmen die Erzengel ein, die als Boten Gottes den Menschen weitreichende göttliche Beschlüsse überbringen und für Gemeinschaften oder ganze Völker von Bedeutung sind. Die offizielle Lehre der Kirche kennt namentlich drei Erzengel, was nicht heißt, dass es noch von ihnen gibt: Erzengel Michael als Anführer der Heere des Herrn, Erzengel Gabriel als Botschafter Gottes und den Erzengel Raphael als Engel der Heilung.
    Neben den guten Engeln, kennt die christliche Tradition auch böse Engel, die sich gegen Gott aufgelehnt haben und deshalb in die Hölle hinunter gefahren sind und nun Dämonen sind. Als ihr oberster Anführer gilt Luzifer, der einst der mächtigste Engel und Lichtbringer gewesen sein soll. Er lehnte sich gegen Gott auf, wurde gestürzt und riss ein Drittel aller Engel mit sich. Auf diese Weise wurde Luzifer zu Satan bzw. dem Teufel.

    Schutzgebet zum hl. Michael

    Eines der bekanntesten Gebete ist jenes zum heiligen Erzengel Michael. Am 13. Oktober 1884 hatte Papst Leo XIII. (1810-1903) am Ende der Heiligen Messe im Vatikan eine Vision gehabt, in der er sah, wie Satan in der Kirche triumphieren würde. Daraufhin ging der Papst in sein Arbeitszimmer und verfasste dieses Gebet zum Hl. Erzengel Michael. Das Gebet wurde dann auch Teil der sogenannten leoninischen Gebete, die Papst Leo XIII. zur Verrichtung nach jeder stillen Messe vor den Stufen des Altars als Danksagung im Jahr 1886 einführte.


    Deutsch:

    Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe!
    Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz.
    Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich.
    Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
    stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
    die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben,
    durch die Kraft Gottes in die Hölle.
    Amen.

    Latein:

    Sancte Míchael Archángele, defénde nos in próelio;
    contra nequítiam et insídias diáboli esto praesídium.
    Imperet illi Deus, súpplices deprecámur, tuque,
    Prínceps milítiae caeléstis, Sátanam aliósque spíritus malígnos,
    qui ad perditiónem animárum pervagántur in mundo, divína virtúte,
    in inférnum detrúde.
    Amen.

    Heiliger Erzengel Michael
    Eine umfangreichere Fassung des „Sancte Míchael Archángele“ (siehe oben) legte Papst Leo XIII. (1810-1903) im Motu proprio vom 25. September 1888 nieder.

    Heiliger Erzengel Michael,
    Du ruhmreicher Prinz der himmlischen Heerscharen,
    verteidige uns in diesem schlimmen Krieg, den wir gegen Mächte und Gewalten,
    gegen die Beherrscher der Welt der Finsternis
    und gegen die bösen Geister in den Himmelshöhen führen müssen.
    Komme den Menschen zu Hilfe,
    die Gott nach seinem Bild und Gleichnis gemacht, unsterblich erschaffen,
    und aus der Tyrannei des Teufels um einen teuren Preis erkauft hat.

    Kämpfe – vereint mit dem Heer der seligen Engel – heute wieder so die Schlachten des Herrn,
    wie Du einst gegen Luzifer, den Anführer des teuflischen Stolzes
    und seine abtrünnigen Engel gekämpft hast!
    Denn sie siegten nicht! Ihre Stätte ward nicht mehr gefunden im Himmel.
    Hinab gestürzt wurde stattdessen der grausame Drache, die alte Schlange,
    die Teufel und Satan genannt wird und der die ganze Welt verführt.
    Er wurde vom Himmel hinabgeworfen auf die Erde, und mit ihm all seine Engel.

    Doch sieh! Der Urfeind hat sich wieder erhoben.
    Der Menschenmörder hat wieder Mut gefasst.
    Als Engel des Lichts verwandelt und getarnt schweift er mit einer Vielzahl böser Geister
    in Raubzügen auf der Erde umher,
    um hier den Namen Gottes und seines Gesalbten auszumerzen
    und sich der Seelen zu bemächtigen, die für die Krone ewigen Ruhms bestimmt waren,
    um sie umzubringen und dem ewigen Untergang zu weihen.
    Wie Abwasser gießt der feindselige Drache
    das Gift seiner Bosheit auf Menschen, deren Geist und Herzen er verführt verdorben hat:
    Den Geist der Lüge, der Ehrfurchtslosigkeit und Gotteslästerung;
    den todbringenden Hauch der Ausschweifung und aller Laster und Gemeinheit.

    Die überaus durchtriebenen Feinde erfüllen die Kirche,
    die Braut des unbefleckten Lammes,
    mit Galle und Bitterkeit und berauschen sie mit Wermut.
    Ihre frevlerischen Hände haben sie an die heiligsten Schätze gelegt.
    Selbst am heiligen Ort, wo der Sitz des heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit
    zur Erleuchtung der Völker errichtet ist,
    haben sie den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit aufgestellt,
    voller Heimtücke, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist,
    sie auch die Herde zerstreuen können.

    Erhebe Dich also, unbesiegbarer Prinz,
    und stehe dem Gottesvolk gegen den Ansturm der bösen Geister bei! Gib Du ihm den Sieg!
    Die heilige Kirche verehrt Dich als ihren Hüter und Beschützer.
    Du bist ihr Ruhm, weil Du sie gegen die bösen Mächte der Erde und Unterwelt verteidigst.
    Dir hat der Herr die Seelen der Menschen anvertraut,
    um sie in die himmlische Glückseligkeit zu geleiten.

    Bitte inständig den Gott des Friedens,
    Er möge den Satan unter unseren Füßen zermalmen,
    damit er die Menschen nicht länger gefangen halten und der Kirche schaden könne!
    Bringe Du unsere Bitten vor das Angesicht des Allerhöchsten,
    lass sie zur Aussöhnung mit der Gnade und dem Erbarmen des Herrn kommen,
    während Du den Drachen ergreifst,
    die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist,
    und ihn gefesselt in den Abgrund stürzt und bindest,
    damit er die Völker nicht mehr verführe.
    Amen.

    Papst Leo XIII. (1810-1903)

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Beginn und Ende der Sündflut


    Die Sündflut ein furchtbares Strafgericht
    (Gen. 6, 5 bis 9, 17) (1)


    „Da nun Gott sah, daß der Menschen Bosheit groß war, auf Erden und alles Denken ihres Herzens auf das Böse gerichtet immerdar, da reute es ihn, daß er den Menschen erschaffen hatte auf Erden, und voll Schmerz darüber sprach er: Ich will den Menschen, den ich geschaffen, von der Erde vertilgen, Mensch und Getier, vom Gewürm bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reuet mich, daß ich sie geschaffen.“ (2) – Selbst die unvernünftige Kreatur soll vertilgt werden, weil sie, für den Menschen erschaffen, gewissermaßen keinen Zweck mehr hat, wenn der Mensch vertilgt wird. Die Ausdrücke wollen natürlich nicht sagen, daß Gott wirklich Schmerz und Reue empfunden hätte, sondern es ist nur, menschlich genommen, der stärkste Ausdruck des Unwillens gebraucht. „Denn Gott ist kein Mensch, daß er bereue.“ (3)

    Mitten unter den Gottlosen lebte „Noe, ein gerechter und vollkommener Mann, der mit Gott wandelte“. Er fand Gnade vor Gott, und Gott sprach zu ihm: „Mache dir eine Arche (4) von gezimmertem Holz (5); mache Kammern (6) in derselben und verpiche sie mit Erdpech von innen und außen. Sie soll 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch sein. Ein Fenster mach an der Arche und in einer Elle vollende seine Höhe (von Oben). Die Türe aber setze an die Seite der Arche, und mache in ihr drei Stockwerke.“ (7)

    Daß ein Bau, der bestimmt war, viele lebende Wesen aufzunehmen, Licht und Luft, also Fenster nötig habe, verstand sich von selbst; aber wie dies Fenster, oder diese Fenster, anzubringen sein, musste Gott selbst angeben, weil er allein wußte, welchen gefahren der Bau Trotz zu bieten habe. Obwohl der Ausdruck für uns dunkel ist, so ist doch so viel klar, daß die Licht- und Luftöffnung der Größe und Bestimmung des Baues entsprechen musste, und daß sie ganz oben am Bau angebracht werden sollte, und zwar so, daß von dort aus Licht und Luft durch alle Räume gelangte. (8)
    „Denn siehe“, sprach Gott weiter zu Noe, „ich will eine Wasserflut über die Erde bringen, um zu töten alles Fleisch, in welchem Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. Aber mit dir will ich einen Bund schließen, und du sollst in die Arche gehen, du und deine Söhne, dein Weib und die Weiber deiner Söhne mit dir. Und aus allen Tieren, aus allem Fleische sollst du je zwei (9) in die Arche bringen, damit sie mit dir erhalten werden.“ Auch allerlei Speisen sollte Noe mit in die Arche nehmen, damit alle zu leben hätten. „Und Noe tat alles, wie ihm Gott befohlen.“ (10)

    In festem Glauben und mit großartiger Seelenstärke, unbeirrt durch die ungläubige Verstocktheit und den Spott seiner Zeitgenossen, predigte Noe unter Hinweis auf das bevorstehende Strafgericht Buße. Lange Jahre hindurch baute er vor den Augen seiner Zeitgenossen an der Arche. (11) Allein, wie Jesus selbst erklärt, „die Menschen achteten nicht auf seine Predigt, aßen und tranken, nahmen zur Ehe und gaben zur Ehe, bis zu dem Tage, da Noe in die Arche ging, und die Sündflut kam und sie alle dahin raffte“. Gottes Langmut war endlich erschöpft. Er sprach zu Noe: „Gehe in die Arche mit all den Deinigen. Denn noch sieben Tage, dann will ich regnen lassen auf die Erde vierzig tage und vierzig Nächte lang und will alle lebendigen Wesen, die ich gemacht habe, von dem Erdboden vertilgen.“ Noe ging mit den Seinigen und mit den Tieren in die Arche. (12)

    „Als aber sieben Tage vorüber waren, im 600. Lebensjahr Noes, am 17. Tage des zweiten Monats (13), brachen auf alle Brunnen der großen Tiefe, und die Schleusen des Himmels öffneten sich, und es kam ein Regen über die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang. An demselben (siebten) Tage war Noe mit den Seinigen in die Arche gegangen, und Gott hatte ihn von außen eingeschlossen. (14) Das Wasser aber wuchs an und hob die Arche in die Höhe von der Erde. Denn es schwoll mit Ungestüm an und erfüllte alles auf dem Erdboden; die Arche aber schwamm auf dem Wasser. Und das Wasser nahm überaus zu und bedeckte alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel. Fünfzehn Ellen war das Wasser höher als die Berge, die es bedeckte. (15) Da wurde vertilgt alles Fleisch, das sich auf Erden regte, die Vögel, die Tiere, das Vieh und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, und alle Menschen. Und alles, in dem Odem des Lebens war auf Erden, starb. So vertilgte Gott jegliches Wesen, das auf der Erde war, vom Menschen bis zum Vieh, das Kriechende sowohl als die Vögel des Himmels -; es wurde vertilgt von der Erde. Nur Noe blieb übrig, und die mit ihm in der Arche waren. Und das Wasser stand auf der Erde 150 Tage lang.“ (16)

    Gott aber gedachte des Noe und aller Tiere, die mit ihm in der Arche waren, und ließ einen Wind über die Erde wehen, und dass Wasser nahm ab. Und es schlossen sich die Brunnen der Tiefe und die Schleusen des Himmels, und der Regen hörte auf. Und das Wasser verlief sich von der Erde, hin und her wogend, und fing an abzunehmen nach 150 Tagen. Und im 7. Monat, am 27. Tage des Monats, kam die Arche auf den Bergen Armeniens zur Ruhe (zum Stillstand).

    Das Wasser aber verlief sich und nahm ab bis zum 10. Monat; am 1. Tage des 10. Monats erschienen die Gipfel der Berge. (17) Vierzig Tage nachher öffnete Noe das Fenster der Arche und ließ einen Raben (18) fliegen. Dieser kam nicht wieder, bis (19) das Gewässer vertrocknet war auf der Erde. Nach ihm sandte Noe eine Taube aus, um zu sehen, ob das Gewässer weg wäre von der Oberfläche der Erde. Als aber diese nicht fand, worauf ihr Fuß ruhen konnte, kehrte sie zu ihm in die Arche zurück; denn das Wasser war noch auf der ganzen Erde (so weit der Horizont reichte). Und Noe streckte die Hand aus, ergriff sie und nahm sie in die Arche. Nach weiteren sieben tagen ließ er wieder eine Taube aus der Arche fliegen. Diese aber kam zu ihm zur Abendzeit zurück und trug einen Ölzweig (20) mit grünen Blättern in ihrem Schnabel. Da erkannte Noe, daß das Wasser von der Erde weg sei. Gleichwohl wartete er noch sieben Tage und sandte wieder eine Taube aus; diese kehrte nicht mehr zu ihm zurück. Endlich im 601. Jahr des Noe, am 1. Tage des 1. Monats, war das Land vom Wasser befreit; und Noe öffnete das Dach der Arche und sah, daß der Erdboden trocken geworden war; am 27. Tage des 2. Monats war die Erde völlig trocken. (21)

    Anmerkungen:

    (1) Im Hebräischen mabbul, große Flut; im Lateinischen diluvium, große Flut. Neuere ziehen die alte Schreibweise Sintflut (eigentlich sinfluot) = große Flut vor. Wir behalten den gebräuchlichen Ausdruck Sündflut bei, weil er zugleich den über übernatürlichen Zweck des Ereignisses andeutet. Überdies hat nach Wackernagel (Über den Ursprung und die Entwicklung der Sprache 56f) das Wort „Sündflut“ auch wissenschaftlich seine volle Berechtigung, und zwar „als ein Hauptbeispiel gelungenster Sprachneuerung, als eine treffende Umgestaltung des nicht mehr verständlichen alten Ausdrucks, ein Wort, das seine Anwendung ganz bestimmt nur in diesem einen geschichtlichen Bezug findet und so die Bedeutung eines Eigennamens hat, das inhaltvoll zugleich das Ereignis und dessen Ursache angibt, ein recht eigentlich pragmatisches Wort, wie Sintflut dies fürwahr nicht ist.“
    (2) V. 5 – 7.
    (3) 1. Kg. 15, 29; Nm. 23, 19.
    (4) Das lateinische arca bedeutet, wie das hebräische thebah, eigentlich Kiste oder Kasten; dies deutet darauf, daß es kein eigentliches Schiff war, vielmehr eher ein vierseitiges, wohl auf einem großen, starken Floß sich erhebendes Haus, einzig dazu bestimmt, die bezeichneten Geschöpfe aufzunehmen, sich mit ihnen über dem Wasser zu erhalten und dem Andrang der Wogen zu widerstehen.
    (5) Im Hebräischen „aus Gopher-Bäumen“, d. i. irgend eine Art von Nadelholz, wahrscheinlich Zypressen, die sehr hoch und gerade empor wachsen und deren Holz unverweslich und sehr hart, dabei dennoch leicht ist, daher sie sowohl für die Größe wie für die Bestimmung der Arche vorzüglich sich eigneten.
    (6) Im Hebräischen eigentlich Nester, d.i. kleine Behältnisse, um die Tiere genügend voneinander zu sondern.
    (7) V. 8 – 16.
    (8) Man braucht sich nur die „Fenster“ als eine oben um die ganze Arche herlaufende Öffnung zu denken; dann konnte mittelst zweckmäßig angebrachter Öffnungen Licht und Luft auch in die zwei unteren Stockwerke hinab fallen. (Vgl. Calmet ad Gen. 6, 16). Nicht mit Unrecht beruft man sich hierfür auf den hebräischen Text: „Licht (zóhar) sollst du der Arche machen und eine Elle von oben her es vollenden“, d.i. Was die Lichtöffnung betrifft, so sollst du damit eine Elle vom oberen Rand der Arche weg bleiben; damit ist nur gesagt, wie hoch oben Noe dem Licht den notwenigen Zutritt verschaffen sollte, da füglich die Ausdehnung der Lichtöffnung nach Maßgabe des in die Augen springenden Bedürfnisses dem Noe überlassen bleiben konnte. Manche Schriftausleger nehmen nach einem bekannten hebräischen Sprachgebrauch das Wort „Fenster“ kollektiv, d. h. von einer Mehrzahl von Fenstern. Das Fenster (hebräisch challón, eigentlich Loch, Öffnung), das Noe später (8, 6ff) öffnete, um den Raben usw. fliegen zu lassen, ist etwas anderes, nämlich ein Fenster, das man öffnen und schließen konnte, ohne Zweifel an der für die Menschen bestimmten Wohnung.
    (9) Also ein Paar von jeder Art. – Nachher aber wird dem Noe mit dem Befehl, in die Arche zu gehen, auch der Befehl gegeben, von allen reinen Tieren je sieben (schwerlich je sieben Paare, wie manche Ausleger wollen), also je drei Paare und ein einzelnes mit in die Arche zu nehmen (7, 2 3), damit die Arten der reinen Tiere, weil für den Menschen von größtem Nutzen, desto sicherer erhalten würden, und damit Noe nach der Flut von ihnen ein Dankopfer darbringen könne. Vgl. 8, 20)
    (10) 6, 17 – 22; 7, 2f.
    (11) Eine noch viel eindringlichere Predigt, die nun zur mündlichen hinzu kam – alles umsonst! (Vgl. 1. Petr. 3, 20; 2. Petr. 2, 5; Hebr. 11, 7; Mt. 24, 37)
    (12) 7, 1-9. Wie Noe die Tiere zusammen gebracht, ist eine müßige Frage, wenn man ein wunderbares Eingreifen Gottes annimmt, das nach der Heiligen Schrift auch wirklich stattfand. Soweit Noe die Tiere nicht zu sammeln vermochte, führte Gott, der sie erhalten wollte, sie auch herbei durch einen inneren Antrieb, wie er sie einst zu Adam geführt. (Vgl. die Ausdrücke in Gn. 2, 19; 6, 20; 7, 9 15 16; – S. Aug., De civ. Dei 1. 15, c. 27, n. 4)
    (13) Das alte Jahr begann, wie auch jetzt noch das bürgerliche Jahr der Juden, um die Zeit der Herbstnachtgleiche, also nach der Mitte des September.
    (14) Ein besonderes Zeichen der göttlichen Fürsorge, die an Sicherheitsmitteln das ersetzte, was Noe nicht oder doch nicht so gut und sicher bewerkstelligen konnte.
    (15) Wer maß diese Höhe? Man meint, Noe habe dies daraus abgenommen, daß die Arche, die gegen 15 Ellen im Wasser gehen mochte, sogleich beim beginn der Abnahme der Gewässer auf dem Ararat stehen blieb. Vgl. 8, 4 mit 7, 11 24. Es kann auch eine Schätzung oder durchschnittliche Angabe sein, die auf Beobachtungen nach der Flut beruht, etwa nach der Höhe der Bäume, die auf den Bergen stehen mochten.
    (16) 7, 10 – 24.
    (17) Welche Freude musste Noe empfinden, da seit dem Beginn der Sündflut am 17. Tag des 2. Monats bereits 8 Monate weniger 17 Tage verflossen waren (wahrscheinlich Mondmonate zu 29 ½ oder rund 30 Tage, also 219 oder 223 Tage).
    (18) Wohl ein „Meer-Rabe“, der teils flog, teils schwamm. Er fand an den auf dem Wasser schwimmenden toten Körpern Nahrung, daher kehrte er nicht zurück.
    (19) Bis usw. sagt nicht, daß er nachher zurück gekommen sei; hier ist aus dem Zusammenhang das Gegenteil offenbar.
    (20) Der Ölbaum, einer der geschätztesten Bäume, wächst gerne auf Bergen. Daß er auch am Ararat und in der Umgegend vorkommt, bezeugt um das Jahr 20 v. Chr. Der Geograph Strabo und in neuerer Zeit Parrot (bei Ritter a.a.O., X 920). Der Ölzweig musste dem Noe als Zeichen der göttlichen Huld und Gnade erscheinen und blieb fortan Sinnbild des Friedens und der Freude.
    (21) 8, 3-14. –

    aus: Schuster/Holzammer, Handbuch der Biblischen Geschichte, Bd. I, Altes Testament, 1910, S. 209 – S. 211; S. 215 -S. 227

  • Ablässe beim Beten des RosenkranzesDatum01.10.2019 21:53
    Thema von Blasius im Forum Ausdauer im Gebet



    Die Ablässe beim Beten des Rosenkranzes der allerseligsten Jungfrau Maria

    Wie der Rosenkranz aus den vorzüglichsten und kräftigsten Gebeten besteht, so hat er sich namentlich als siegreiche Waffe gegen die Feinde der Christenheit bewährt; so im sechzehnten Jahrhundert, als ungeheuere türkische Heeresmassen fast ganz Europa mit dem Joch des Aberglaubens und der Barbarei bedrohten. Damals hatte der hl. Papst Pius V. nicht nur die christlichen Fürsten zum Schutz aufgerufen, sondern auch das gemeinsame Rosenkranz-Gebet aufs dringendste empfohlen. Und die angerufene Himmelskönigin kam zu Hilfe: in der Schlacht bei den echinadischen Inseln (Lepanto) erfocht die christliche Flotte 1571 einen glänzenden Sieg und zerstreute die geschlagenen Feinde. In gleicher Weise wurden im achtzehnten Jahrhundert die herrlichen Siege bei Temesvar in Ungarn und bei der Insel Korcyra über die türkischen Truppen erfochten, und zwar an Festtagen der seligsten Jungfrau und nach andächtiger Abbetung des Rosenkranzes.

    Der hl. Papst Pius V. ließ, ungeachtet seiner vielen Geschäfte, keinen Tag vorüber gehen, ohne den Rosenkranz zu beten; auch seine Hausgenossen mussten ihn täglich beten. Der hl. Karl Borromäus betete ihn gleichfalls täglich und forderte von den Zöglingen seines Priesterseminars, daß sie täglich eine Teil desselben beteten; in seiner Domkirche errichtete er die Rosenkranz-Bruderschaft, in deren Versammlungen er häufig selbst den Rosenkranz vorbetete; er schien von der Andacht des Rosenkranzes die Bekehrung und Heiligung der Gläubigen seiner Diözese zu erwarten. Der heilige Johannes Berchmans wollte mit dem Rosenkranz in der Hand sterben. Der hl. Franz Xaver heilte die Kranken durch Berührung mit dem Rosenkranz. Der hl. Franz von Sales und der hl. Alfons von Liguori hatten sich durch ein Gelübde verpflichtet, alle Tage den Rosenkranz zu beten.

    Der eigentliche, vollständige Rosenkranz, Rosarium oder Rosenkranz, Psalter, marianischer Psalter besteht also aus 150 Gegrüßet seist du, Maria nach der Zahl der Psalmen; dieselben sind eingeteilt in 15 Dekaden oder Gesetze von je 10 Gegrüßet seist du, Maria mit einem Vaterunser am Anfang eines jeden Gesetzes, die man unter frommen, der Fähigkeit eines jeden angepaßten Betrachtungen über die allbekannten Hauptgeheimnisse des Lebens, des Todes und der Verherrlichung unseres liebevollen Erlösers Jesu Christi und seiner heiligsten Mutter Maria betet. Diese Vaterunser und gegrüßet seist du, Maria betrachtet die Kirche als ebenso viele Rosen, welche fünfzehn Kränze für die Königin des Himmels bilden; daher der Name Rosenkranz.

    Es ist löblich, aber nicht notwendig weder zur Vollständigkeit des Gebetes, noch zur Gewinnung der Ablässe, am Anfang des Rosenkranzes vor den Gesetzen das Ich glaube an Gott, das Ehre sei, das Vaterunser und drei Gegrüßet seist du, Maria um Befestigung in den drei göttlichen Tugenden zu beten, wie es in Deutschland Sitte ist. Das gleiche ist zu sagen von dem „Ehre sei dem Vater“ oder „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“, wenn der Rosenkranz für die Abgestorbenen gebetet wird, wie überhaupt von jedem anderen Gebet, das dem Rosenkranz beigefügt wird. (Acta SS. Rosarii I, p. 47, n. 116)
    Die folgenden Ablässe gelten – dies sei zur Vermeidung von Missverständnissen ausdrücklich bemerkt – für alle Gläubigen, nicht bloß für die Mitglieder der Rosenkranz-Bruderschaft; … Die hier folgenden Ablässe wurden gleich anfangs für alle Gläubigen bewilligt, um ihnen das Rosenkranz-Gebet um so teurer zu machen. Racc. 349.

    1. 5 Jahre und 5 Quadragenen jedesmal, wenn man den dritten Teil des Rosenkranzes betet. Sixtus IV., Bulle „Ea quae ex fidelium“, 12. Mai 1479. – Zur Gewinnung dieses Ablasses ist der Gebrauch eines geweihten Rosenkranzes nicht notwendig. – 2. 100 Tage für jedes Vaterunser und für jedes gegrüßet seist du, Maria – wenn man den Rosenkranz von 15 oder wenigstens jenen von fünf Gesetzen betet. (1) – 3. Vollkommener Ablass einmal im Jahr an einem beliebigen Tag für jene, welche ein ganzes Jahr hindurch täglich den ganzen Rosenkranz, fünfzehn Gesetze, oder wenigstens 5 Gesetze davon gebetet haben. Bedingung: Beichte, Kommunion und Gebet nach Meinung des Papstes. Benedikt XIII., Reskr. Der hl. Ablasskongr., 13. April 1726. (2)

    Für das gemeinsame Rosenkranz-Gebet hat Papst Pius IX. durch Dekret der Ablasskongregation vom 12. Mai 1851, Resc. Auth. n. 373, mit Bestätigung aller früher gewährten Ablässe, allen Gläubigen, welche fünf Gesetze des Rosenkranzes gemeinschaftlich mit anderen zu Hause oder in der Kirche oder in öffentlichen oder Privatkapellen beten, folgende Ablässe bewilligt: 1. 10Jahre und 10 Quadragenen einmal im Tage, und – 2. vollkommenen Ablass am letzten Sonntag jeden Monats, wenn sie in der angegebenen Weise wenigstens dreimal in jeder Woche fünf Gesetze gebetet haben. Bedingung: Beichte, Kommunion, Kirchenbesuch und dabei Gebet nach der Meinung des Papstes. –
    Auch zur Gewinnung dieser letzteren Ablässe ist es nicht nötig, sich eines geweihten Rosenkranzes zu bedienen. (3)

    „Um dagegen die von Papst Benedikt XIII. bewilligten Ablässe zu gewinnen, ist erstens erforderlich, daß die Rosenkränze von einem Religiosen des Dominikaner-Ordens oder von einem andern rechtmäßig bevollmächtigten Priester geweiht seien.“ Racc. 350.

    „Es ist zweitens erfordert, daß man beim Rosenkranz-Gebet den Rosenkranz in der Hand halte und sich desselben dem Gebrauch gemäß bediene. Nur wenn zwei oder mehrere Personen zusammen den Rosenkranz beten, ist es nach Bewilligung Papst Pius` IX. (Dekret der hl. Ablasskongr. v. 22. Jan. 1858 -Decr. Auth. n. 384) genügend, wenn eine derselben den Rosenkranz hält, um das Beten zu regeln, die anderen aber nach Beseitigung jeglicher Beschäftigung, welche die innere Sammlung hindert, sich zum Gebet mit der Person vereinigen, welche den Rosenkranz in der Hand hält.“ Racc. 350.
    Durch diese letztere Bewilligung wird demnach nichts geändert an der zuerst erwähnten Bestimmung, daß man, wenn man für sich allein betet, seinen geweihten Rosenkranz in der Hand haben und gebrauchen muss.
    Demgemäss können also beim gemeinsamen Rosenkranz-Gebet z. B. in der Kirche alle Mitbetenden, ohne einen Rosenkranz zu haben, die Ablässe gewinnen, wenn nur eine Person, z.B. der vorbetende Priester, seinen geweihten Rosenkranz zur Regelung des Gebetes gebraucht.

    „Man muss drittens (die jetzt folgende Bedingung gilt, wie bereits bemerkt, für alle durch das Rosenkranz-Gebet zu gewinnenden Ablässe.) beim Rosenkranz-Gebet (betrachtend) nachdenken über die Geheimnisse der Geburt, des Leidens und Sterbens, der Auferstehung usw. unseres Herrn Jesus Christus, gemäß dem Dekret der hl. Ablasskongregation vom 13. August 1726, approbiert von Benedikt XIII. Jedoch erklärte dieser Papst in seiner Konstitution „Pretiosus“ vom 26. Mai 1727 (4), daß es für unwissende (ungelehrige) Personen, welche zur Betrachtung der Geheimnisse unfähig sind, zur Gewinnung der Ablässe genüge, wenn sie den Rosenkranz andächtig sprechen: aber es sei sein ausdrücklicher Wille, daß solche Personen sich allmählich daran gewöhnen sollten, dem Zweck des Rosenkranzes gemäß auch die hochheiligen Geheimnisse unserer Erlösung zu betrachten.“ Racc. 350f.

    Die Betrachtung der bekannten Geheimnisse unserer Erlösung in der üblichen Reihenfolge ist demnach jetzt in wesentlicher Teil des Rosenkranz-Gebetes; und man würde die Ablässe nicht gewinnen, wenn man nur über andere ewige Wahrheiten, z. B. über die letzten Dinge des Menschen, bei diesem Gebet nachdenken würde. Dies ist durch die neue Rosenkranz-Bulle Leos XIII. in n. XIII wiederum bestimmt erklärt. (Decr. Auth. 92; Act. S. Sed. XXXI, 261Ebenso würde es nicht genügen, wenn man während des ganzen Rosenkranzes nur über eines oder zwei dieser Geheimnisse betrachten wollte.

    Um sich die Betrachtung der Rosenkranz-Geheimnisse zu erleichtern, hat man den Gebrauch eingeführt, entweder vor dem Vaterunser oder nach den Worten: und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus dieselben mit wenigen Worten einzuschalten. Beides ist zweckmäßig und zulässig; es ist aber zur Gewinnung der Ablässe keineswegs nötig, die Geheimnisse zu nennen oder einzuschalten: es reicht hin, wenn die Beherzigung der Geheimnisse in Gedanken geschieht. (5)
    Es hat sich die löbliche Gewohnheit gebildet, daß man, wenn man täglich nur den einfachen Rosenkranz von fünf Gesetzen betet, die freudenreichen Geheimnisse am Montag und Donnerstag, die schmerzenreichen Geheimnisse am Dienstag und Freitag, die glorreichen Geheimnisse am Sonntag, Mittwoch und Samstag nehme. (6) Dieser Gebrauch soll nach der erwähnten Bulle Leos XIII. „Ubi primum“ n. XIII. für die Rosenkranz-Bruderschaften beibehalten werden.

    Um die Ablässe zu gewinnen, ist es nicht mehr wie früher (7) nötig, die 15 oder 5 Gesetze in einem Zug zu beten; man kann vielmehr die Gesetze voneinander beliebig trennen innerhalb des gleichen Tages. Pius X., Reskript der hl. Ablasskongregation vom 8. Juli 1908. (8)

    siehe auch die kleine Korone von der unbefleckten Empfängnis

    sowie

    die Korone oder das Rosenkränzlein zum unbefleckten Herzen Mariä

    Anmerkungen:

    (1) Diesen Ablass gewinnt man nicht, wenn man bei Abbetung einzelner Vaterunser usw. außerhalb des Rosenkranz-Gebetes den Rosenkranz in der Hand hält, d. h. wenn man nicht vorhätte, den ganzen Rosenkranz von wenigstens fünf Gesetzen zu beten. Decr. Auth. n. 291 ad 8.)
    (2) Siehe Rescr. auth. n. 51. – Zur Zeit Benedikts XIII. fürchtete man, daß die Gläubigen, durch den Reiz der Neuheit getrieben, anderen Andachtsübungen, namentlich dem Birgitten-Rosenkranz sich zuwenden und so im Eifer für das eigentliche Rosenkranz-Gebet erkalten möchten. Um dies zu verhüten, verlieh der genannte Papst auf den Vorschlag der hl. Ablasskongregation zu den früher zumeist den Mitgliedern der Rosenkranz-Bruderschaft bewilligten Ablässen allen Christgläubigen, welche den marianischen Rosenkranz beten, 100 Tage für jedes Vaterunser und für jedes Gegrüßet seist du, Maria und vollkommenen Ablass einmal im Jahr; eben diese Ablässe waren nämlich früher von Leo X. und Klemens XI. für das Beten der Birgittenkorone gewährt worden. (Acta SS. Rosarii II, 797 sqq.) – Trotzdem geht es nicht an, die obigen Ablässe einfachhin Birgitenn-Ablässe oder die sogen. Birgitten-Ablässe zu nennen, wie manche tun. Die maßgebende Raccolta hält stets die für das Rosenkranz-Gebet verliehenen Ablässe streng geschieden von den Ablässen der Birgitten-Rosenkränze und nennt sie auch nicht Brigitten-Ablässe.
    (3) Kraft einer Entscheidung Leos XIII. bei Gelegenheit der Approbation des neuen Ablass-Verzeichnisses der Rosenkranz-Bruderschaft sind die zwei ersten folgenden Bedingungen (Gebrauch eines geweihten Rosenkranzes usw. Raccolta 350) nur auf die von Benedikt XIII. gewährten Ablässe zu beziehen; die dritte (Betrachtung der Geheimnisse) gilt für alle. Cf. Act. S. Sed. XXXII, 239)
    (4) Die Erklärung Benedikts XIII. ist in der neuen Rosenkranzbulle Leos XIII. „Ubi primum“ nicht namhaft gemacht, scheint jedoch nicht widerrufen zu sein.
    (5) Decr. auth. 273 ad 4 – Act. S. Sed. p. Soc. SS. Rosar. I. n. 135.
    (6) Decr. auth. 273 ad 5.
    (7) Decr. auth. 385 ad 2.
    (8) Analecta Ord. Praedic. 1908, 634. –
    aus: Franz Beringer, Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch, Erster Band, 1915, S. 468 – S, 473

  • Gebet zu Maria am 2. OktoberDatum01.10.2019 21:50
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    Heilige Mutter Maria, in wie viele Sünden wäre ich schon gefallen, in welches Elend geraten, wenn deine schützende Hand mich nicht bewahrt hätte. Fahre fort, deine schützende Hand mir zu reichen und alles, was mir zeitlich oder ewig schaden könnte, fern - weit fern zu halten, damit ich so genötigt werde, stets deine Hilfe zu preisen. Amen.



    Zu Gott


    O Gott, der du deine heiligen Engel zu unserem Schutz sendest, lass uns allezeit die Macht ihres Schutzes erfahren, und einst die Freude ihrer Gesellschaft ewig genießen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau


    An diesem Tag hat Papst Gregor XIII. im Jahr 1578 einen Teilablass jenen verliehen, die fünf Psalmen, deren Anfangsbuchstaben Maria ergeben, beten würden.

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    2. Oktober - Der heilige Schutzengel

    Im Sommer des Jahres 1951 machte die Familie Ferrand, Vater, Mutter, ein Kleinkind und eine sechsjährige Tochter mit dem französischen Vornamen Nicole, eine Reise mit dem D-Zug. Die Eltern waren müde und schliefen ein wenig ein. Da ging Nicole unbemerkt aus dem Abteil und schlenderte durch den Gang. Da sie zum ersten Mal mit der Eisenbahn fuhr, kannte sie sich noch nicht aus. Gerade in dem Augenblick brauste der Zug in einen Tunnel hinein, und es wurde im Nu stockfinster. Nicole schrie vor Schreck laut auf, tastete sich einige Schritte vor, fasste eine Klinke, öffnete eine Tür und stürzte hinab in die Dunkelheit des Tunnels auf die Schienen. Schrecklich!

    Gleich darauf merkten die Eltern, dass Nicole verschwunden war. Man kann sich vorstellen, welche Angst sie ausstanden. Weil zum Glück die nächste Haltestelle nicht weit war, stiegen sie aus und meldeten dem Bahnhofsvorsteher, man hätte ihnen im Zug ihr Kind geraubt. Der Beamte befragte sie, überlegte und schickte zunächst einmal zwei Bahnangestellte an den Tunnel, damit sie nachschauten, ob das Mädchen vielleicht aus dem Zug gefallen war. Und richtig, als sie am Ziel waren, tauchte Nicole im Eingang des Tunnels auf. Sie war ein wenig verschrammt, sonst aber heil und gesund.

    „Es ist und bleibt uns unerklärlich“, haben später die Eisenbahner gesagt, „wie das Kind den Sturz überstehen konnte. Wir können auch nicht begreifen, dass Nicole im Tunnel nicht unter die Räder kam, denn während der Stunde, die sie brauchte, um den achthundert Meter weiten Weg ins Freie zurückzulegen, kamen sieben Züge durch. Und als wir sie im Tunneleingang sahen, war sie so verstört, dass sie kehrtmachte und fast in einen Schnellzug hineingerannt wäre, der gerade heranbrauste. Wir konnten sie erst zwanzig Meter vor der Lokomotive erreichen und zur Seite reißen.“

    Das erklärten die Eisenbahner, und nicht weniger interessant ist das, was Nicole selbst sagte, als sie erzählte:

    „Ich machte eine Tür auf, und dann fiel ich. Es war sehr dunkel. Als ich aufwachte hatte ich Angst und weinte. Dann dachte ich, jetzt muss ich gehen, sonst sehe ich Papa und Mama nie wieder. Die Züge waren furchtbar laut, es war sehr kalt und nass. Der Rauch war so dunkel, dass ich immer wieder fiel, aber ich fand den Weg, weil ich mit den Fingern die Wand berührte. Als es hell wurde, hatte ich noch mehr Angst, weil ich nicht wusste, wo ich war und zwei Männer gelaufen kamen. Sie wollten mich fangen, und ich kehrte schnell um, aber sie bekamen mich doch.“

    So erzählte Nicole selbst. Was kann man nun dazu sagen? Was sich die Eisenbahner nicht erklären konnten, können wir uns sehr leicht klarmachen, denn es ist offensichtlich, dass der heilige Schutzengel das Mädchen Nicole gerettet hat. Allen Menschen hat Gott in seiner Güte solche Schutzengel gegeben. Sie sollen uns an Leib und Seele beschützen, wie es die Heilige Schrift sagt: „Seinen Engeln hat Gott befohlen dir zu dienen, sie sollen wachen über dich auf allen deinen Wegen. Auf ihren Händen sollen sie dich tragen, dass niemals dein Fuß an einen Stein stößt.“

    Es ist ein großes Glück, dass unser Vater im Himmel ausdrücklich den Kindern einen Schutzengel gegeben hat. Kinder sind oft noch unerfahren und unvorsichtig, dass keines von ihnen groß würde, wenn es keine Schutzengel gäbe, die sie vor Autos und Eisenbahn, vor Pferden und Hunden, vor Flüssen und Unwetter, vor Blitz und Stürmen treu behüten, ihnen helfen und sie aus der Not erretten würden. Nie kann man daher dem heiligen Schutzengel genug danken für seine Hilfe auf allen Wegen und Stegen Tag und Nacht.

    Der Schutzengel behütet aber nicht nur unseren Leib, sondern bewahrt auch unsere Seele vor dem Unglück der Sünde. Das alles tut unser Freund, der Schutzengel, zu dem wir beten: „Engel Gottes, mein Beschützer, Gott hat dich gesandt, mich zu begleiten. Erleuchte, beschütze und führe mich. Amen.“

    Maria und die heiligen Schutzengel

    Am 2. Oktober begeht die katholische Kirche mit ihren Gläubigen das Fest der heiligen Schutzengel und gedenkt hierbei dankbar der vielfachen Gnaden und des vielfältigen Schirms, dessen sich jeder, insbesondere die Kinder, von Seite dieser Geister zu erfreuen haben, die Gott zu unserem Schutz erschaffen hat.

    Fragen wir hier, wie verhielten sich die Schutzengel gegenüber der seligsten Jungfrau, so gibt uns die vielbegnadete Klosterjungfrau Maria von Agreda genügende Antwort. Von oben erleuchtet, berichtet sie hierüber Folgendes:

    Der heiligen Jungfrau waren tausend Schutzengel zugeordnet. Unter ihnen taten sich mehrere in Liebe und Ehrerbietung Maria gegenüber hervor und erschienen ihr leiblich. Dies geschah in der Gestalt wunderlieblicher, schöner Knaben. Ihr Körper hatte etwas Überirdisches, Reines und glich einem leuchtenden Kristall. Ein seelenvoller, lieblicher Ernst lag über ihrer Erscheinung ausgegossen. Ein langes, bis auf den Boden herabwallendes Gewandt deckte ihre Glieder. Es schimmerte wie lauteres Gold und war wie von lichtem Sonnenschein umflossen. Auf dem Haupt trugen diese Knaben allerhand zierliche, von den lebhaftesten, schönsten Blumen geflochtene Kronen, die wunderbare Düfte ausströmten. In den Händen führten sie wohl Palmzweige. Auf der Brust trugen sie ein Symbol, den Ordenszeichen vergleichbar, die von den Rittern militärischer Orden getragen werden. In geheimnisvollen Chiffren standen auf diesen Zeichen mit verborgener Schrift die Worte: Maria, du Mutter Gottes. Maria selbst verstand diese Inschrift nicht. Von diesen Schriftzügen ging ein leuchtender Glanz aus. Die Engel zeigten Maria die Erhabenheit Gottes samt seinen Eigenschaften, sowie die Gnaden, die er ihr erwiesen, indem er sie erschaffen, auserwählt und mit so vielen Schätzen des Himmels ausgestattet hatte. Sie entflammten dadurch Maria zur Liebe Gottes. Im weiteren Verlauf der Zeit verdolmetschten sie ihr auch die verborgene Schrift, die sie in den Zeichen auf ihrer Brust führten.

    Die siebzig Seraphim, die der Himmelskönigin beistanden, waren aus der Zahl derjenigen erwählt, die in der Andacht und Bewunderung des ewigen Wortes den höheren Eifer bezeigt hatten, denn sie hatten eine stärkere Sehnsucht, dass dieses Geheimnis durch eine reine Jungfrau bald in Erfüllung gehe. Wenn diese Seraphim sich sichtbar zeigten, geschah es in der Gestalt, in der es auch Jesaja geschaut hatte, nämlich mit sechs Flügeln. Mit zweien von ihnen bedeckten sie das Haupt und gaben durch diese Verdemütigung zu verstehen, wie sie noch nicht erleuchtet genug waren, das heilige Mysterium zu begreifen, das sie bedienen sollten. Allein sie glaubten es und priesen deshalb den heiligen, aber unbegreiflichen Ratschluss. Mit zwei anderen Flügeln bedeckten sie die Füße, die der untere Teil sind, der die Erde berührt. Hierin sollte die Königin und Frau des Himmels selbst und die menschliche und irdische Beschaffenheit ihrer Natur angedeutet werden. Aus Ehrerbietung verhüllten sie die Füße und wollten dadurch zu erkennen geben, wie sie Maria für eine allerhöchste, wegen ihrer unbegreiflichen Würde der göttlichen Majestät allernächste, über allen erschaffenen Verstand hinausreichende Kreatur hielten und ehrten. Die Bedeckung der Füße bezeichnete zugleich das Bekenntnis, dass die Seraphim, wie hoch erhaben sie auch sonst sind, mit Maria sich nicht vergleichen dürften. Mit den beiden Flügeln vor der Brust flogen sie, oder breiteten sie aus. Dies bedeutete zweierlei: Einmal die unablässige Bewegung, den beständigen Flug der Liebe Gottes und seines Lobes; und die tiefste Ehrerbietung, die sie ihm darbrachten. Sodann öffneten sie Maria das Innerste ihrer Herzen, worin wie in einem allerreinsten Spiegel die Strahlen der Gottheit aufgefangen waren und ihr entgegenleuchteten. Solange Maria noch auf der Erde lebte, konnte sich ihr die Gottheit nicht so beständig offenbaren. Darum verordnete die heilige Dreifaltigkeit, dass ihrer Tochter und Genossin die Seraphim als die unmittelbarsten und der Gottheit nächsten Geschöpfe als Beistände nahe wären, damit sie gleichsam in einem lebendigen Abbild das dargestellt erblicke, was sie nicht jederzeit im Urbild zu sehen vermochte.


    Die zwölf Engel, die Johannes als die auf den zwölf Thronen genannten bezeichnet, erschienen Maria körperlich und waren den vorigen gleich. Nur hatten sie viele Kronen und Palmzweige für die Diener Mariens vorrätig und trugen solche in den Händen. Sie bedienten die begnadete Jungfrau und gaben ihr hauptsächlich die unaussprechliche Güte des Herrn den Menschen gegenüber zu erkennen, regten sie auch an, Gott zu loben und ihn zu bitten, seine Barmherzigkeit an den Menschen zu vollziehen. Maria wiederum bediente sich dieser Engel, um mit Einsprachen und Beistand denen zu Hilfe zu kommen, die die Himmelskönigin anrufen, oder denen sie ihren Schutz zuwenden will, wie es später mit den Aposteln häufig der Fall war.

    Noch waren 18 besondere Engel zu Mariens Dienst verordnet, die besonders eine liebende Teilnahme für die Trübsale und Leiden des menschgewordenen Wortes an den Tag legten. Diese stellten sich der allerseligsten Jungfrau in einer bewunderungswürdigen Schönheit dar. Sie waren mit allerhand Zeichen des Leidens und anderen Geheimnissen der Erlösung geschmückt, namentlich trugen sie Kreuze von außerordentlicher Schönheit und Glanz auf Brust und Armen. Auch dieser Engel bediente sich Maria zu Botschaftern. Alle Formen, unter und mit denen die Engel sich zeigen, sind nur Sinnbilder der Vollkommenheiten und Eigenschaften dieser himmlischen Abgeordneten, die nur schwach das ausdrücken, was ich dahinter erblicke. Denn sie sind unsichtbare Strahlen der Gottheit, überaus behänd in ihren Bewegungen, mächtig in ihrer Kraft, vollkommen in ihrem Verstand, unveränderlich in ihrem Willen. Was sie einmal lernen, vergessen und verlieren sie nicht wieder. Sie sind bereits voll Gnade und Herrlichkeit ohne Gefahr, sie zu verlieren. Unkörperlich und unsichtbar nehmen sie, wenn Gott einem von uns Menschen die Gnade ihrer wahrnehmbaren Gegenwart angedeihen lassen will, einen Luftkörper an. Alle die tausend Engel, die dem Dienst Mariens gewidmet wurden, waren unter den höchsten ihrer Ordnung auserwählt. Diese Erhabenheit besteht vornehmlich in der Gnade und der Herrlichkeit. Noch heute erfreuen sie sich des Anblicks und der Gesellschaft der Mutter Gottes. Einige sind erkoren, ihre Botschafter zu sein.

    Hier endet, was Maria von Agreda über die Schutzengel und Maria sagt.

    So viel auch die heiligen Schutzengel für uns tun können, und wirklich tun, Maria vermag mehr als sie, weil sie als Mutter Gottes eine höhere Macht besitzt, die Engel aber sind nur Diener des Herrn. Auch liebt Maria uns als Mutter, während die Engel nur unsere Diener, oder sozusagen unsere Brüder sind. Darum lasst uns die Schutzengel ehren und lieben. Höher aber wollen wir noch Maria, die Gottesmutter verehren und lieben, jetzt und allezeit, und auf sie unser unerschütterliches Vertrauen setzen.


    Stoßgebet zum heiligen Schutzengel


    Engel Gottes, mein Beschützer, dir bin ich durch die Güte des Himmlischen Vaters anvertraut, erleuchte, beschirme, leite und regiere mich. Amen.



    Ein Gebet für Große und Kleine


    So oft ich atme aus und ein,

    will grüßen ich den Engel mein,

    und auch die Engel all der andern,

    die mit mir durchs Leben wandern.



    Zum heiligen Schutzengel

    Du mein Schutzgeist, Gottes Engel,

    weiche nicht von mir,

    leite mich durchs Tal der Mängel

    bis hinauf zu dir!



    Lass mich stets auf dieser Erde

    deiner Führung würdig sein,

    dass ich immer besser werde,

    und mein Herz stets bleibe rein!

    Sei zum Kampf an meiner Seite,

    wenn mir die Versuchung winkt;

    steh mir bei im letzten Streite,

    wenn mein müdes Leben sinkt!

    Sei in dieser Welt voll Mängel

    stets mein Freund, mein Führer hier!

    Du mein Schutzgeist, Gottes Engel,

    weiche nicht von mir!



    Sterbegebet zum heiligen Schutzengel


    Heiliger Engel, mein Bruder und Freund, du hast mich mein ganzes Leben hindurch an Leib und Seele beschützt. Du warst immer bei mir, hast die Höhen und Tiefen meines Lebens gesehen. Dass ich nicht aus Gottes Hand gefallen bin, verdanke ich besonders deinem himmlischen Beistand.

    Nun nähert sich mein irdisches Leben seinem Ende. An der Schwelle zur Ewigkeit rufe ich dich mit glühendem Herzen an, mir jetzt den größten Liebesdienst zu erweisen: mir im Tod beizustehen, meine Seele vor Gottes Angesicht zu geleiten und dort mein Fürsprecher zu sein.

    Welches Glück wird uns beide erfüllen, wenn wir gemeinsam den allmächtigen Gott preisen dürfen in alle Ewigkeit. Amen.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Gebete am 1. OktoberDatum30.09.2019 20:19
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    O heiligste Jungfrau und Königin des Himmels, Maria, ich, der ich einst ein Sklave des bösen Feindes gewesen bin, weihe mich jetzt für immer deinem Dienst, und bringe mich dir dar, um dich zu verehren und dir zu dienen die ganze Zeit meines Lebens. Nimm mich also zu deinem Diener an und weise mich nicht zurück. O meine Mutter, auf dich habe ich all meine Hoffnung gesetzt. Beschütze mich also, meine Gebieterin, stehe mir bei in den Angriffen der Hölle und lass nicht zu, dass ich von neuem Sünden begehe und deinen göttlichen Sohn Jesus beleidige. Nein, nie geschehe es, dass ich meine Seele, den Himmel und Gott neuerdings verliere. Dies ist die Gnade, o Maria, die ich wünsche, die ich verlange, die du mir erbitten musst. So hoffe ich es. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Theresia von Lisieux



    Großer Gott, du rufst Menschen in deine Nähe, die nichts von sich selbst erwarten, sondern alles von dir erhoffen. Führe uns den Weg der Demut und der Gotteskindschaft, den du der heiligen Theresia gezeigt hast. Vollende auf ihre Fürsprache auch unser Leben in deiner Herrlichkeit und lass uns dein Antlitz schauen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    (Aus: „Das wahre Gesicht der Heiligen, Wilhelm Schamoni, Kösel-Verlag München und Kempten 1948)

    Theresia vom Kinde Jesu, die kleine Theresia genannt zum Unterschied von Theresia der Großen, der Ordensreformatorin, unbeschuhte Karmelitin wie diese, am 2.1.1873 in Alencon geboren als jüngstes von neun Kindern, entstammte einer wohlhabenden, ganz aus dem Glauben lebenden Bürgerfamilie mit Namen Martin. Theresia war noch nicht fünf Jahre alt, als sie ihre geliebte Mutter verlor. Sie wurde sehr still und in sich gekehrt. Ihre Freude war es, ihren Schwestern zuzuhören, wenn sie ihr von Gott und dem Heiland erzählten. Sie versprach Gott, ihm niemals etwas abzuschlagen, um was er sie zu bitten scheine. Als sie einmal von der Lehrerin in der Schule gefragt wurde, womit sie sich an den freien Tagen zu Hause beschäftige, antwortete sie schüchtern: „Ehrwürdige Schwester, ich verstecke mich oft an einem kleinen, leeren Platz meines Zimmers, der durch die Vorhänge meines Bettes leicht abzuschließen ist, und dort denke ich nach . . . „ „Woran denkst du denn“, fragte lachend die Nonne. „Ich denke an den lieben Gott, an die Vergänglichkeit des Lebens, an die Ewigkeit; ich denke eben.“ Je tiefer das Kind den Wert Gottes erfasste, desto mehr wurde es auch von der Liebe Gottes ergriffen, und wie es immer klarer die Liebe Gottes begriff, die selig machen will und sucht, was sich an diese Welt verloren hat, um so mehr zog es Theresia, aus dieser Welt herauszugehen und durch Verleugnung ihrer selbst, durch Gebet und beständige Opfer ein Werkzeug in der Hand des Erlösergottes zu werden für die Rettung von Menschenseelen. Darum war es ihre Sehnsucht, ihren beiden Schwestern in den Karmel nachzufolgen, „den Priestern und Missionaren zu helfen und Jesus Christus unzählige Seelen zu gewinnen“ (Brevier). Im Karmel von Lisieux, der dem Ideal der großen Ordensreformatorin wirklich nicht entsprach, fand sie an den Geschöpfen keinen Trost und keine Hilfe. Um so mehr gab sie sich, wie ein Kind seinem Vater, Gott anheim. Um so vertrauender, liebender, hingebender suchte sie ihn unter der Hülle des Alltäglichen des täglichen Lebens. Man kann die höchste Vollkommenheit erreichen in der Tugend der Liebe, ohne außerordentliche Abtötungen, ohne auffallenden Gnadengaben, ohne große Werke zu verrichten, das war ihre Entdeckung. Heiligkeit bedeutet ihr nichts anderes als Heiligung des täglichen Lebens durch die Liebe. Diese Heiligkeit kann man überall üben: auf der Straße, am Arbeitsplatz, im Büro, im Geschäft, in der Familie, im Kloster. Dadurch, dass Theresia als Novizenmeisterin ein paar Novizinnen diesen evangelischen Weg des Kindseins vor Gott gelehrt hat, und durch ihre Lebensgeschichte, die „Geschichte einer Seele“, welche in Dutzende von Sprachen übersetzt ist, wurde diese mit 24 Jahren an Tuberkulose gestorbene Karmelitin die gefeierte Verkünderin einer allen Menschen zugänglichen Heiligkeit. Am Ende ihres Lebens hatte sie das Bewusstsein, diese Sendung zu haben: „Lieben, geliebt werden und wieder auf die Erde kommen, um die Liebe lieben zu lehren“, und das durch ihren „kleinen Weg“ des Kindseins vor Gott. „Die Vollkommenheit dünkt mir leicht: ich sehe, dass es genügt, unsere eigene Nichtigkeit zu erkennen und sich wie ein Kind in die Arme des lieben Gottes zu werfen.“ „Ich mache es wie die kleinen Kinder, die nicht lesen können: ich spreche mit dem lieben Gott ganz einfach, wie es mir mein Herz eingibt, und Er versteht mich immer.“ „Glänzende Taten vermag ich nicht zu verrichten. Ich kann nicht das Evangelium predigen oder mein Blut vergießen . . ., doch was tut`s? Meine Brüder arbeiten für mich, und ich kleines Kind knie am Thron des himmlischen Königs; ich liebe für die mit, die kämpfen.“ „Wenn alle zur Vollkommenheit berufenen Seelen, um zum Himmel einzugehen, solche Bußwerke wie die Heiligen verrichten müssten, so hätte der Herr es uns gesagt, und wir hätten sie dann hochherzig auf uns genommen. Aber er hat uns versichert, dass es dort oben viele Wohnungen gibt. Wenn es Wohnungen für die großen Seelen gibt, die Väter der Wüste und die Märtyrer der Bußübungen, so muss es auch Wohnungen für die kleinen Kinder geben. Und dort ist unser Platz.“ „Ich bin überglücklich, dass ich von dieser Welt fortgehe zum Himmel; aber wenn ich an das Wort des Herrn denke: Ich komme bald und bringe meinen Lohn mit, um jedem nach seinen Werken zu vergelten, dann sage ich mir, dass Er bei mir sehr verlegen sein wird; denn ich habe keine Werke . . . Ach, Er wird mir vergelten nach Seinen eigenen Werken!“ „O Jesus, ich flehe Dich an, senke Deinen göttlichen Blick herab auf eine große Zahl kleiner Seelen. Ich flehe Dich an, erwähle Dir in dieser Schar opfermütiger Seelen, die Deiner Liebe wert sind.“ Kurz vor ihrem Tod am 30.9.1897 sprach sie die prophetischen Worte: „Ich werde im Himmel nicht untätig bleiben. Wie glücklich wäre ich dort, wenn ich denen, die ich liebe, keine Freuden mehr auf Erden bereiten könnte. Mein Wunsch ist es, auch dann noch weiter für die Kirche und für die Seelen zu arbeiten. Der liebe Gott wird alles tun, was ich will; denn hienieden tat ich nie nach meinem Willen. Ja, ich werde Rosen regnen lassen über die Menschen.“



    Theresia von Lisieux wurde von Papst Pius XI. am 29.4.1923 selig- und am 17.5.1925 ebenfalls von ihm heiliggesprochen. Die heilige kleine Theresia ist Patronin der Weltmission und Papst Johannes Paul II. erhob sie zur Kirchenlehrerin.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Lehre von der TraditionDatum27.09.2019 22:53
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Maria Mittlerin aller Gnaden

    Die Mittlerschaft aller Gnaden der allerseligsten Jungfrau Maria ist eine Wahrheit unseres Glaubens (des allgemeinen ordentlichen Lehramts), die uns lehrt, dass alle Gnaden der Bekehrung und Heiligung, die uns unser Herr durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz verdient hat, Maria anvertraut wurden, damit Sie dieselben an die Menschen guten Willens verteilen kann, „wann Sie will, an wen Sie will, wie Sie will, soviel Sie will“ (hl. Bernhard).

    Dieses Geheimnis ist nicht nur eines ihrer schönsten Privilegien und Herrlichkeiten, sondern eine Realität, die unsere Beziehung zu Maria als geistliche Mutter betrifft; ganz besonders ihre herausragende Rolle im göttlichen Werk unserer Bekehrung und Heiligung. Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort legt deutlich dar, dass die wahre und vollkommene Andacht zu Maria auf dieser Wahrheit beruht. Er unterstreicht die Bedeutung Mariens, „unserer Mutter und Herrin“, für unser persönliches Leben, für unsere Umkehr und Heiligung. Wenn Gott „uns alles durch Maria“ (hl. Bernhard) und nur durch Maria geben wollte, wird Gott weder ohne sie zu uns kommen, noch werden wir ohne sie zu Gott zurückkehren können. Wenn wir wirklich Christen sein und nach dem Willen Gottes leben wollen, muss unser ganzes Leben von Maria durchdrungen und geleitet sein. Gott wird uns seine Gnade in dem Maße erweisen, in dem sie in uns gegenwärtig ist und wir alles in Abhängigkeit von ihr tun wollen — durch sie, mit ihr, in ihr und für sie.

    Da Gott uns nicht zwingt, sondern unsere freie Einwilligung zu seinem Heilswirken in uns verlangt, kann Maria ihre Sendung als Mittlerin durch und mit uns nur dann ausüben, wenn wir dies entschieden wollen, wenn wir sie durch einen Willensakt und ein klares „Ja“ annehmen. Die Mittlerin wird ihr ganzes liebendes Wirken in dem Maße in uns entfalten, wie wir uns durch einen Akt der Hingabe, eine Weihe unserer selbst, ihr schenken.
    Wenn wir nun etwas näher betrachten, was wir in unserem Weiheakt der Muttergottes schenken, müssen wir bedenken, dass es in unserem geistlichen Leben zwei große

    Wirklichkeiten gibt: unsere Beziehung zu Gott und unsere Beziehung zum Nächsten. Deshalb geben wir uns Maria zuallererst hin, damit sie ganz unsere Mutter und Herrin und wir ihr Kind und Sklave werden. Dies ist der wichtigste und grundlegende Akt der Ganzhingabe, der im Tiefsten bereits unsere totale Hingabe an Maria enthält, der aber konkret auf unsere eigene Heiligung, unsere persönliche Rückkehr zu Gott durch Maria hin konzentriert ist. Im zweiten Schritt geben wir uns Maria hin, damit sie unser irdisches Leben in die Hand nimmt, uns bei der Erfüllung unserer Aufgaben führt. Sie soll nun die Hauptursache (natürlich immer Gott untergeordnet) all unseres Handelns und unserer Beziehung zu anderen sein, und wir möchten uns als „Werkzeug in ihren makellosen Händen“ wissen.

    Wir bitten sie, alle unsere Fähigkeiten in Besitz zu nehmen, um durch sie in den Seelen die Wunder der Bekehrung und Heiligung vollbringen zu können. Dadurch wird es ihr möglich, „das Haupt der Schlange zu zertreten“, „alle Häresien auf der ganzen Erde zu überwinden“ und so immer mehr „die Herrschaft des heiligen Herzens Jesu“ zu begründen.

    23 SEPTEMBER, 2019
    QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND

    https://fsspx.de/de/news-events/news/mar...er-gnaden-50832

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    GANZHINGABE AN JESUS DURCH MARIA

    Einführung
    Die Kirche schaut mit Liebe und besonderer Hoffnung auf Maria und vertraut sich ihr an, und so wollen auch wir uns in allen Ereignissen unseres Lebens ihr anvertrauen, die wie eine Mutter ihren Kindern besonders nahe ist. Dieses Geschenk hat uns Jesus am Kreuz gemacht, sozusagen als ein Testament. Aber wir müssen wie der junge Apostel Johannes auf diesen Ruf antworten und sie zu uns nehmen, in unsere innerste Vertrautheit, in unser tiefstes „Ich“, in unsere Person, als Mensch und als Christ. Johannes hat sie als Mutter zu sich genommen. Auf diese Weise möchte der Lieblingsjünger Jesu sozusagen in den Strahlkreis dieser mütterlichen Liebe kommen und in ihre Schule gehen.

    Wir sprechen hier von „Weihe“. Es gibt eigentlich nur die Weihe an Gott: „…ich heilige (weihe) mich für sie, damit auch sie in Wahrheit geheiligt (geweiht) sind“ (vgl. Joh 17, 17). Durch die „Weihe“, die Jesus vollzogen hat, empfangen wir die Taufe und alle anderen Sakramente. Das ist unsere eigentliche Weihe an Gott. Aber wir erleben jeden Tag auch unsere Untreue und Unfähigkeit, unser Taufversprechen zu leben, durch das wir Söhne und Töchter des Vaters im Himmel sind. Wenn wir „vollkommen“ sein wollen, wie es das Evangelium verlangt, wenn wir uns entscheiden wollen, die Heiligkeit mitten in unserer Welt zu leben, dann ist Maria der „kürzeste, leichteste, vollkommenste und sicherste Weg“, sagt uns der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort. Wenn wir uns ihr überlassen, wird sie uns ihren ganz einfachen Glauben vermitteln, ihre mutige Hoffnung und ihre glühende Liebe. Sie wird uns helfen, dass wir unsere hohen Ideale in Zukunft nicht abschwächen, sondern als reife Erwachsene unsere Berufung erfüllen. Es ist wie mit dem Matrosen, der von der Höhe seines Mastes aus schreit: „Land! Land! Ich sehe inmitten der stürmischen Fluten einen schmalen Durchgang!“ Dieser „schmale Weg“ ist die Muttergottes, so würde der heilige Ludwig Maria sagen, oder auch Maximilian Kolbe, Lucia von Fatima, Johannes Paul II. und viele andere.

    Die Vorbereitung auf die als Tauferneuerung gestaltete Marienweihe erstreckt sich über einen Weg von fünf Wochen, wobei alle Bereiche unseres Seins berührt werden, so dass wir sie in Demut Gott anvertrauen durch Maria. Das Thema eines jeden Tages ist eigentlich eine ganze Etappe, die vielleicht auch mehrere Tage dauern kann. Wir können uns auch für jedes Thema eine ganze Woche Zeit nehmen und jeweils den Text vertiefen, der uns am meisten berührt hat und vielleicht eine Zeit vor dem Allerheiligsten verbringen, um uns den Strahlen der Liebe Gottes zu überlassen.

    Wir können die Weihevorbereitung alleine oder auch gemeinsam mit anderen machen. Den eigentlichen Weiheakt wollen wir, nachdem wir gebeichtet haben, in einer Abendmesse vollziehen. Der Weiheakt wird dann gemeinsam gebetet und einzeln auf dem Altar unterschrieben.

    „Glücklich, ja unendlich glücklich ist die Seele auf Erden, der der Heilige Geist das Geheimnis Mariens enthüllt und erkennen lässt.“ Mit Maria wollen wir uns von ganzem Herzen nach dem „Pfingsten der Liebe“ in unserer Welt sehnen.

    Gerade die Jugendlichen hat der heilige Johannes Paul II. aufgerufen, zu Beginn des dritten Jahrtausends die Botschaft des Evangeliums mit dem Zeugnis ihres Lebens zu verkündigen: „Die Kirche braucht eure Energien, eure Begeisterung, eure jugendlichen Ideale, um dafür zu sorgen, dass das Evangelium das gesellschaftliche Gefüge durchdringt und eine Zivilisation wahrer Gerechtigkeit und Liebe ohne Unterschied hervorruft. Heute mehr denn je, in einer oft dunklen und mutlosen Welt ohne höhere Ideale, ist nicht die Zeit, sich des Evangeliums zu schämen (vgl. Röm 1, 16). Es ist vielmehr die Zeit, das Evangelium von den Dächern zu verkünden (vgl. Mt 10, 27) … Haltet das Kreuz Christi in den Händen. Aus eurem Mund mögen Worte des Lebens kommen. Tragt die heilbringende Gnade des auferstandenen Herrn im Herzen. Steh auf! Christus ist es, der zu euch spricht. Hört auf ihn!“

    (Nationales Jugendtreffen in der Schweiz, Bern, Juni 2004)


    Worte des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfor
    t
    „Diese Andacht leitet uns an, alle Handlungen mit, in, durch und für Maria zu verrichten. Es genügt nicht, die Ganzhingabe einmal zu vollziehen. Es genügt auch nicht, sie jeden Monat oder jede Woche zu wiederholen. Das wäre nur eine vorübergehende Hingabe, die nicht zu der Vollkommenheit zu führen vermag, die Maria anbietet… Die eigentliche Aufgabe besteht darin, sich innerlich ganz und gar von Maria abhängig und durch sie von Jesus abhängig zu machen. So habe ich nur wenige Christen gefunden, die das innere Wesen der Ganzhingabe erfasst und noch weniger, die darin ausgeharrt haben.

    Die wesentliche Übung dieser Andacht besteht darin, alles mit Maria zu tun, das heißt: Maria ist vollendetes Vorbild bei all unserem Tun.

    Bevor wir deshalb irgendetwas unternehmen, müssen wir unserem Egoismus und unseren persönlichen Absichten entsagen. Wir müssen anerkennen, dass wir vor Gott ein Nichts sind und von Natur aus unfähig, irgendetwas für unser Heil zu tun. Wir müssen uns deshalb an Maria wenden, uns mit ihr und ihren Absichten vereinen, auch wenn wir sie nicht kennen. Durch Maria müssen wir uns letztlich die Absichten Jesu Christi zu eigen machen. Das heißt, wir müssen uns den Händen Mariens überlassen wie ein Werkzeug. Dann wird sie in uns, mit uns und durch uns wirken, wie es ihr gut dünkt zur größeren Ehre ihres Sohnes und durch den Sohn zur Ehre des Vaters. So soll unser inneres Leben und jedes geistliche Wirken ganz von ihr abhängig werden.

    Wir müssen alles in Maria tun. Wir müssen uns allmählich die innere Sammlung angewöhnen, um uns eine Vorstellung, ein geistiges Bild von Maria zu machen. Maria wird für uns zum Tempel, wo wir ohne Furcht vor Zurückweisung zu Gott beten; zum Turm Davids, der uns Schutz bietet vor unseren Feinden; zur brennenden Lampe, die uns von innen her erleuchtet und in uns das Feuer der göttlichen Liebe entzündet; zur Monstranz, die uns das Antlitz Gottes offenbart. Maria wird unser Ein und Alles bei Gott und unsere Zuflucht in allen Angelegenheiten. Wenn wir beten, dann nur in ihr; wenn wir Jesus in der heiligen Kommunion empfangen, dann nur in Verbindung mit Maria, damit wir ihn lieben können; ob wir tätig sind oder ausruhen, immer in Maria. Ständig aber müssen wir unseren Egoismus bekämpfen. Wir sollen uns niemals allein an den Herrn wenden. Wir müssen mit Maria zu ihm beten, die bei ihm Fürsprache für uns einlegt und sich für uns verwendet.

    Wir müssen alles für Maria tun. Wer ihr ganz angehört, verpflichtet sich, nur für sie, zu ihrem Vorteil zu wirken. Er sucht ihre Ehre als nächstes Ziel, die Ehre Gottes aber als letztes Ziel. Bei allem, was er tut, muss er seiner Eigenliebe entsagen und ihre verborgenen Regungen zurückweisen. Er muss immer wieder von ganzem Herzen sagen: ‚Für dich, meine geliebte Herrin, gehe ich da- oder dorthin, dir zuliebe tue ich dieses oder jenes, dir zuliebe nehme ich dieses Leid oder Unrecht auf mich.‘“
    („Geheimnis Marias“, Nr. 43-49)

    Kurzbiografie des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort
    Ludwig Maria Grignion von Montfort wurde am 31. Jänner 1673 in Montfort-sur-Meu in der Bretagne geboren. Er stammte aus einer Advokatenfamilie mit 18 Kindern.

    Ab 1692 lebte er in Paris, wo er als mittelloser Student in die Gemeinschaft des Seminars von Saint-Sulpice aufgenommen wurde. Am 5. Juni 1700 wurde er zum Priester geweiht. Danach wirkte er als Krankenseelsorger in Poitiers und gründete dort zusammen mit der seligen Marie-Luise Trichet eine Kongregation für Frauen, die „Töchter der Weisheit“ zur Pflege der Kranken. In Paris schloss er sich einer geistlichen Gemeinschaft an, aus der die von ihm gegründete Priesterkongregation der „Missionare der Gesellschaft Marias“ (SMM), die „Montfortaner”, hervorging. In den ersten Jahren seines priesterlichen Wirkens erlebte er zahlreiche Misserfolge; er konnte nirgendwo auf Dauer bleiben. Er beschloss, sich an den Papst zu wenden, und begab sich nach Rom, wo ihm Clemens XI. den Titel „Apostolischer Missionar” verlieh.

    Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort predigte bis zu seinem Tod bei annähernd 200 Volksmissionen im Nordwesten Frankreichs. Seine tiefe Frömmigkeit, ein einfacher, ganz auf die Vorsehung Gottes bauender Lebensstil und der Mut, mit dem er in schwierigen Situationen reagierte, beeindruckten die Menschen. Er führte Tausende durch Maria zu einer tiefen Hinwendung zu Christus.

    Nach 16 jähriger priesterlicher Tätigkeit starb Ludwig Maria Grignion von Montfort am 28. April 1716 in St-Laurent-sur-Sévre im Alter von nur 43 Jahren. Er wurde 1888 selig- und 1947 heiliggesprochen.

    Sein Gedenktag ist der 28. April.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Der heilige Josef von Cupertino hat in der Jugend von seiner Mutter oft und gründlich und mit Recht Schläge bekommen. Aber bitte, kann denn einer heilig werden, der von den Eltern Schläge bekommen hat? Ja, das kann er. Warum aber hat Josef von Cupertino eigentlich so oft und gründlich und mit Recht Schläge bekommen?



    Das war möglich oder sogar bitter notwendig, weil der Josef Desa, so hieß er mit Hausnamen, aus dem italienischen Städtchen Cupertino bei Neapel ein überaus wilder und eigensinniger Junge war, ein störrischer, unbändiger und unbeugsamer Trotzkopf, der sich lieber den Schädel einrannte und sich eher blau und braun und grün und gelb schlagen ließ, als dass er nachgegeben hätte. Der Mutter war der Junge, wie man sich denken kann, ein Rätsel und eine Not.



    Die Sache wurde erst anders, als Josef Desa zu einem Schuster in die Lehre kam, der einen lockeren Leibriemen hatte und der ihm alle Tage die Hose spannte. Da wurde aus dem Wildling langsam ein stiller Junge, der sich, von den Menschen unverstanden, mit jedem Tag inniger an den lieben Gott schmiegte, bis er eines Tages den Schusterschemel mit einer Zelle im heimatlichen Kapuzinerkloster vertauschte, um als schlichter Laienbruder dem zu dienen, bei dem allein er Verständnis fand für seine innere und äußere Not.



    Acht Wochen später war Josef Desa aus dem Kloster bereits wieder entlassen. Der Grund, warum man ihm den Stuhl vor die Tür setzte, ist darin zu suchen, dass der Novize alle Arbeiten, die man ihm übertrug, ausgesprochen schlecht verrichtete. Das geschah weniger aus Ungeschicktheit oder gar aus bösem Willen, sondern deswegen, weil er mit hingebender Lust immer nur betete und über dem Beten die Arbeit vergaß.



    Es war ein harter Schlag für den Siebzehnjährigen, dass er die Füße wieder unter den Tisch der Mutter stellen musste, denn im Kloster hatte er sich glücklich gefühlt, und als er das Ordenskleid auszog, kam es ihm vor, als zöge man ihm die Haut vom Leib. So weh tat es ihm.



    Fünf Jahre lang wanderte dann Josef Desa mit dem ihm angeborenen Eigensinn, der mittlerweile allerdings ein heiliger Eigensinn geworden war, von einem Kloster zum anderen und bat vergeblich um Aufnahme, bis er schließlich bei den Minoriten als dienender Bruder Unterschlupf fand. Da endlich war sein Verlangen nach dem Haus des Herrn erfüllt, das ihn, wie wir in der heutigen Messe beten, verzehrte, und voll und ganz verstand und empfand er das andere Wort im Eingangslied: „Wie lieb und traut ist deine Wohnung mir, o Herr der Heerscharen!“



    Vor dem Evangelium heißt es weiter: „Gottes Auge sah ihn gütig an, er richtete ihn auf aus seiner Niedrigkeit und hob ihm das Haupt empor.“ Diese Worte deuten auf das hin, was weiter mit Josef Desa geschah, denn er blieb nicht Laienbruder, sondern wurde Priester. Schwer tat sich trotz allem Fleiß der alte Student im Lernen, aber ganz fest hat er sich ins Lernen verbissen, bis er schließlich im Jahr 1628 die Priesterweihe empfing, und dann ist er mit seinem starken Willen, der einzig mehr nach Heiligkeit strebte, ein heiliger Priester geworden, dessen Lust es war, beim lieben Heiland im Tabernakel zu verweilen, und wenn, besonders bei der Darbringung des heiligen Messopfers, die Glut der Gottesliebe ihn erfüllte, so konnte es geschehen, dass sein Körper alle Erdenschwere verlor und, von der Seele hochgehoben, über dem Boden schwebte. Der protestantische Herzog Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg, der einst auf einer Italienreise den Heiligen in diesem Zustand sah, kehrte daraufhin zur Mutterkirche zurück. Auch sah Josef von Cupertino die Zukunft voraus. Über dreißig Jahre lang lebte der Heilige so dahin, bis er am 18. September 1663 im Herrn entschlief und in das Haus voll Glorie einging.



    Der heilige Josef von Cupertino ist dadurch heilig geworden, dass er seinen angeborenen Fehler, den Eigensinn, zu einem heiligen Eigensinn umgestaltete. Das war sehr klug und richtig getan, denn niemand kann seine angeborenen Anlagen ablegen, jeder aber kann sie heiligen und dadurch selbst ein Heiliger werden.



    In einer alten Vita heißt es über den heiligen Josef von Cupertino: „Nachdem Josef im Jahre 1628 Priester geworden war, las er seine erste heilige Messe mit einem Glauben, mit einer Liebe und Ehrfurcht, die sich nicht ausdrücken lassen. Er nahm sich vor, nach der höchsten Vollkommenheit zu trachten, in einer gänzlichen Entäußerung vom Irdischen zu leben, alle evangelischen Tugenden auszuüben, besonders aber sich ganz zu verleugnen und eine sehr strenge Buße zu tun. Er versagte sich alles, was man den Geistlichen seines Ordens erlaubte; von Kleidungsstücken trug er bloß den Habit; er sonderte sich von dem Umgang mit Menschen ganz ab, und führte in der kleinsten und dunkelsten Zelle des Klosters ein stilles, einsames Leben; er genoss weder Fleisch, noch Milchspeisen, noch Wein; er nährte sich nur von Kräutern, von dürrem Obst, oder vom Gemüse, das mit etwas Bitterem bestreut war; er hielt, nach dem Beispiel seines heiligen Ordensstifters Franziskus, mehrere Male des Jahres eine lange, sehr strenge Fasten. Manche Woche nahm er nur am Donnerstag und am Sonntag eine Nahrung; er schlief auf einem harten, unbequemen Bett und sehr wenig; er geißelte sich und trug auf seinem Leib ein Bußhemd, das er mit einer eisernen Kette band; kurz, der Diener Gottes hielt seinen Körper so hart, dass man ihn mit Recht einen Martyrer der Buße nannte.



    So streng aber der Heilige seinen Leib durch Bußwerke behandelte, die beinahe über die menschlichen Kräfte gingen, und die man nur einer besonderen Einsprechung des Herrn zuschreiben kann, der dadurch die übertriebene Zärtlichkeit, mit der manche ihrem Körper schmeicheln, beschämen wollte; ebenso köstlich nährte er seinen Geist durch das Gebet und die Betrachtung, wobei er durch Gottes Gnade in erstaunliche und unerhörte Entzückungen geriet, die so häufig waren, dass man ihn über dreißig Jahre nicht mit den übrigen Brüdern in den Chor, zu Prozessionen und in das Speisezimmer gehen ließ, weil sie dabei eine Störung verursachten. Er war siebzigmal entzückt, ohne die Entzückung bei der heiligen Messe dazu zu rechnen, die deswegen gewöhnlich über zwei Stunden dauerte.



    Diese Entzückungen und die Heiligkeit seines Lebens brachten ihn in einen solchen Ruf, dass die Leute um die Wette liefen, ihn zu sehen und sich seinem Gebet zu empfehlen, von welchem viele durch die Erlangung besonderer Gnaden die Wirkung erfuhren. Aber eben dieser Zusammenlauf von Menschen war der Grund, warum der Vikar eines Bischofs den Heiligen bei der Inquisition als einen gefährlichen Menschen angab, der Neuigkeiten einführen und unruhige Auftritte unter dem Volk veranlassen könnte. Er ward daher im Jahre 1638 nach Neapel berufen, um Rechenschaft von sich abzulegen; von da ward er nach Rom geschickt, wo man sein Betragen untersuchte und selbes untadelhaft fand. Doch schickte man ihn nicht mehr in sein voriges Kloster, sondern in jenes zu Assisi. Daselbst ward er aus Gottes Zulassung von heftigen, sowohl äußeren als inneren Versuchungen bestürmt, durch welche seine Tugend stets mehr gereinigt wurde, denn der Obere dieses Klosters nahm ihn mit einer verdrießlichen Miene an, und behandelte ihn einige Zeit hindurch sehr hart; er gab ihm fortwährend bittere Verweise und beschuldigte ihn des Stolzes und der Gleisnerei. Der Heilige litt alles mit ungemeiner Geduld, Demut und Ergebung; dies aber kränkte ihn, dass er auf einmal alles himmlischen Trostes beraubt ward. Seinen Geist umwölkten dicke Finsternisse; sein Herz ward dürr und trocken; er fand keinen Geschmack am Psalmensingen; er hatte keine Freude mehr, wann er zum Altar ging und betete; der Himmel schien für ihn von Erz geworden zu sein; denn es viel nicht ein Tropfen von dem Tau desselben auf ihn herab. Er wurde zu eben der Zeit mit heftigen unreinen Versuchungen geplagt, wann er wachte, und mit den abscheulichsten Bildern, wann er schlief.



    So brachte der Heilige seine Tage in Betrübnis und Tränen zu, er unterließ aber dabei nichts von seinen gewöhnlichen Übungen und Strengheiten. Dieser Kampf dauerte zwei Jahre. Nachher gefiel es dem Herrn, ihm die vorige Geistesruhe zu schenken und sein Herz mit häufigen Gnaden und Tröstungen zu erfüllen; er wurde auch, wie vormals, öfter, zum Erstaunen aller, auf eine außerordentliche Art entzückt. Wann er nur den Namen Gottes, Jesus oder Mariä nennen hörte, ward er wie entzückt. „Mein Gott“, rief er oft aus, „erfülle und besitze mein Herz ganz ... Jesus, Jesus, zieh mich an dich! Ich kann auf der Erde nicht mehr bleiben.“ Auch andere erweckte er oft zur Liebe Gottes. „Liebet Gott, sprach er zu ihnen; der in dem göttliche Liebe herrscht, ist reich, obgleich er es nicht bemerkt.“ Ängstlichen Personen, die sich an ihn wendeten, sagte er: „Ich will keine Skrupel und keine Melancholie; meint es aufrichtig, und fürchtet nichts.“



    Es versammelte sich zu Assisi das Volk haufenweise um den Heiligen; jeder wollte die wunderbaren Dinge sehen, die der Herr an ihm wirkte. Papst Innocenz X. befahl daher dem Inquisitor der Stadt Perugia, man soll, um keinen Auflauf unter dem Volk zu veranlassen, den Josef in der Stille aus dem Kloster der Minoriten zu Assisi in das Kapuzinerkloster zu Pietrarossa bringen, das an einem ganz einsamen Ort im Gebirge lag. Dies geschah am 22. Juli 1653. Von da wurde er nach drei Monaten in ein anderes Kapuzinerkloster zu Fossombrone gebracht, und der demütige Diener Gottes gehorchte den Befehlen der Obern wie ein sanftes Lamm. Während seines dasigen, beiläufig dreijährigen Aufenthaltes führte er, den Augen der Menschen entrückt, und der Welt gleichsam abgestorben, ein sehr zurückgezogenes und seiner Gewohnheit nach bußfertiges Leben; er las täglich auf einem in diesem Kloster für ihn eigens errichteten Altar Messe, und ging im Gebet und in der Beschauung himmlischer Dinge unaufhörlich mit Gott um. Auch da ward er zum Erstaunen der Ordensmänner, die ihn sahen, öfter entzückt.



    Es gefiel endlich dem Papst Alexander VII., der Innocenz X, auf dem apostolischen Stuhl nachfolgte, den heiligen Ordensmann dem Minoritenorden zurück zu stellen. Er wurde daher auf seinen Befehl im Juli 1657 aus dem Konvent der Kapuziner zu Fossombrone in das Konvent der Minoriten zu Osmo gebracht. So vollkommen der Heilige in allen Stücken in den Willen Gottes ergeben war, so war es doch für ihn eine große Freude und ein Trost, seine noch übrigen Lebenstage unter seinen Mitbrüdern zubringen zu können. Er hatte da nebst seiner Wohnung eine Kapelle für sich, wo er Messe las, und war, dem Befehl des Papstes zufolge, von dem Umgang mit Menschen ganz abgesondert; er ging, so lange er noch lebte, mit niemanden um, als mit dem Bischof und dessen Vikar, und mit den Geistlichen desselben Klosters. Er ging nie aus seinem Zimmer, außer um allenfalls einen kranken Mitbruder und einmal die Klosterkirche zu besuchen; und dies geschah zur Nachtzeit und bei verschlossenen Türen. Er lebte aber in seiner Einsamkeit so zufrieden, dass er zu sagen pflegte: „Ich wohne in einer Stadt; es kommt mir aber vor, als wenn ich in einem Wald oder vielmehr in einem Paradies wohnte“; und er konnte mit Wahrheit sagen, dass er im Paradies wohne; er war ja fast stets in Gott entzückt; und einige seiner Entzückungen dauerten sechs bis sieben Stunden. Als das Ende seiner Pilgerschaft, das ihm der Herr besonders offenbarte, heranrückte, ward sein Herz von der Liebe zu Gott und von heiligen Wünschen, aufgelöst und mit dem höchsten Gut im Himmel auf ewig vereinigt zu werden, stets mehr entflammt. Es überfiel ihn ein hitziges Fieber, das beiläufig einen Monat anhielt; dazu kam eine große Magenschwäche. So entkräftet er aber durch seine Bußwerke und seine Krankheit war, so verrichtete er doch das heilige Messopfer mit der größten Wonne seines Herzens fast bis an sein Ende. Und da seine Kräfte ganz erschöpft waren, und das Übel immer ärger wurde, merkte er, dass seine letzte Stunde nahe komme. Er empfing nun die heiligen Sakramente mit außerordentlicher Andacht, wiederholte oft mit einem von Liebe brennenden Herzen: „Ich wünsche, dass meine Seele von den Banden des Leibes befreit werde, um mit Jesu Christo vereinigt zu werden. Gott sei Dank und Lob! Gottes Wille geschehe! Gekreuzigter Jesus, nimm mein Herz und entzünde in selbem das Feuer deiner Liebe.“ Er entschlief am 18. September 1663 sanft in dem Herrn. Gleichwie Gott dem Heiligen während seines Lebens die Gnade verliehen hat, dass er entzückt wurde, künftige Dinge voraus sagte, die verborgenen Geheimnisse des Herzens erkannte, und erstaunliche Dinge tat; so gefiel es ihm auch, die Heiligkeit desselben durch Wunder nach seinem Tod zu verherrlichen. Er ward daher im Jahre 1753 in die Zahl der Seligen gesetzt, im Jahre 1767 aber feierlich heilig gesprochen.“

  • Eucharistie für alle Datum13.09.2019 21:44
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema
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    14. September

    Das Fest Kreuzerhöhung

    Goldene Fäden hat die Legende um das heutige Fest Kreuzerhöhung gewoben.



    Dreihundert Jahre nach der Auffindung des wahren Kreuzes Christi durch die heilige Kaiserin Helena, eroberte der Perserkönig Chosroe die Stadt Jerusalem und raubte aus der Grabeskirche das dort aufbewahrte und hochverehrte Kreuz des Herrn, das er in der Hoffnung auf ein hohes Lösegeld nach Persien in Sicherheit bringen ließ. Als dann die Kunde von dem Raub des größten Kleinods, das die Christenheit besitzt, in der Hauptstadt des Oströmischen Reiches Konstantinopel bekannt wurde, erhoben sich die Gläubigen Mann für Mann, schlugen den persischen Eindringling blutig aufs Haupt, verfolgten ihn bis weit ins eigene Land und holten das Kreuz des Herrn zurück.



    Ein Jubel ohne Ende erfüllte die gesamte christliche Welt. Nach einem einzigartigen Triumphzug des heiligen Kreuzes durch Städte und Dörfer gelangte der siegreiche Kaiser Heraklius mit dem Heer eines Tages am frühen Abend vor Konstantinopel an. Priester und Bürger gingen mit Palmzweigen und brennenden Kerzen den Heimkehrern entgegen. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Alle Häuser schmückten sich im Nu mit kostbaren Teppichen, und breite Blumenketten schlangen sich durch die Straßen. Lichter glühten auf, jauchzend stieg Lied um Lied zum nächtlichen Himmel empor, und alles Volk sank in die Knie, sobald das heilige Kreuz, von Bischöfen geleitet, unter goldgewirktem Traghimmel herannahte. Alle Ehren, die Menschen ersinnen können, wurden damals dem Zeichen der Erlösung zuteil, und das war recht getan.



    Im Jahr 629 folgte dem großartigen Kreuzfest noch ein zweites, das nicht minder schön zu nennen ist. Im feierlichen Zug führte nämlich Kaiser Heraklius das heilige Kreuz an den Ort der Erlösung zurück, nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin wiederholte sich der Triumph des Kreuzes vom vorhergehenden Jahr, bis man endlich am 14. September vor der Heiligen Stadt anlangte. Eine gewaltige Prozession bildete sich, und in ihrer Mitte trug Kaiser Heraklius selbst, in Pracht und Prunk gekleidet, die größte Kostbarkeit der Christenheit. Doch plötzlich stockte der Fuß des kaiserlichen Trägers, nicht einen Schritt konnte er mehr tun, wie festgebannt stand er auf der gleichen Stelle, und es nahte sich ihm der Bischof von Jerusalem und sprach:



    „Bedenke, Kaiser, ob du wohl demjenigen ähnlich bist, der als erster auf diesem Weg das Kreuz trug. Dein Gewand strahlt von Gold, Perlen und Edelsteinen, Christus aber schritt im blutgetränkten Linnenkleid einher. Auf deinem Haupt glänzt die kaiserliche Krone, und um Christi Stirn schlang sich der schmerzvolle Dornenkranz. Deine Füße stecken in kostbaren Schuhen, und Christus ging barfuß über harten Steinen.“



    So sprach der Bischof zu dem Kaiser, der daraufhin allen fürstlichen Schmuck ablegte, und sogleich konnte er auch den Weg fortsetzen und vollenden bis zu der Grabeskirche, und als er dort das heilige Kreuz niederlegte und Bischöfe es hoch auf den Altar hoben, brach wieder ein Jubel ohne Ende aus, der noch lauter wurde, als sich auch Wunder ereigneten; Blinde sahen, Taube hörten, Aussätzige wurden rein, und Kranke erhoben sich gesund von den Tragbahren.



    Das war das zweite große Ehrenfest des heiligen Kreuzes, dem am Ende der Welt ein drittes folgen wird, das noch unbeschreiblich herrlicher sein wird als die beiden ersten. Wenn nämlich in jenen Tagen der Trübsal die Sterne vom Himmel fallen wie ein Funkenregen vom Amboss, wenn das Meer Wellen bis in die Wolken wirft, wenn sich die Gräber öffnen und alle Menschen zur letzten Befehlsausgabe antreten müssen, wenn die Engel mit durchdringendem Posaunenschall zum Gericht der Ewigkeit rufen, wenn alle wehklagend verschmachten vor banger Erwartung der Dinge, dann wird das Zeichen des Menschensohnes, das hochheilige Kreuz, am Himmel erscheinen, und der Menschensohn wird kommen mit großer Macht und Herrlichkeit, und vor ihm und seinem Zeichen werden sich alle Rücken neigen und alle Knie beugen. Knirschend tun es die Verworfenen, hell und leuchtend die Gesegneten. Das wird das letzte Kreuzerhöhungsfest der Weltgeschichte sein, so gewaltig und herrlich, dass sein Ruhm die Ewigkeit erfüllt.

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher


    Nikolaus, von Tolentino genannt, weil er in dortigem Augustiner-Kloster den größten Teil seines Lebens zugebracht hat und eines glorreichen Todes gestorben ist, wurde im Jahre 1246 zu St. Angelo im Kirchenstaat geboren. Seine Eltern waren nicht reich an zeitlichem Besitz, aber sehr an reich an religiösen Tugenden. Ihre Ehe blieb zu ihrer schmerzlichen Betrübnis lange Jahre unfruchtbar, weshalb Beide gelobten, eine Wallfahrt zu den Reliquien des hl. Nikolaus in Bari zu machen und das Kind, das Gott ihnen schenken würde, Ihm gänzlich zu weihen. Am Gnadenort selbst schon erschien ihnen im Traum der hl. Nikolaus mit der freudigen Ankündigung, daß sie einen Sohn erhalten würden, welcher einst unter den Heiligen im Himmel leuchten werde.

    Diese Ankündigung erfüllte sich, die dankbaren Eltern gaben ihrem Sohn in der heiligen Taufe den Namen Nikolaus und unterließen nie, ihn zu ermahnen, daß er mit treuem Fleiß seinem heiligen Namens- und Schutzpatron nachfolge. Diese Worte der frommen Eltern fanden ein gutes Erdreich im Herzen ihres Kindes, das schon von der Wiege an eine besondere Neigung zum Gebet und eine englische Andacht bei demselben zeigte. Vom siebenten Jahr an fastete er nach dem Vorbild des heiligen Namenspatrons in jeder Woche drei Tage bei Wasser und Brot, und fügte später noch einen vierten Fasttag hinzu zur Ehre Ehre der Mutter Gottes, damit sie ihm doch helfe, die Keuschheit unversehrt zu bewahren. Rührend war seine Ehrfurcht vor den Armen, die er häufig ins väterliche Haus führte, um ihr Fürbitter zu sein und ihnen die Speisen auszuteilen, die er durch das Fasten sich abgespart hatte. Den Spielen und dem lärmenden Treiben der Kinder war er gänzlich abhold, nur an ernsten Dingen, am Lesen geistlicher Bücher und am Gottesdienst fand er sein Vergnügen.

    Die Eltern, eingedenk ihres Gelübdes, ihr Kind Gott zu weihen, strengten sich an, dem Knaben eine tüchtige wissenschaftliche Ausbildung zu geben. Nikolaus machte so glänzende Fortschritte, daß man ihm schon, bevor er die höheren Schulen vollendet hatte, eine Chorherrn-Stelle in Tolentino verlieh, damit keine Nahrungs-Sorgen den Gang seiner Studien hindern möchten. Er nahm diese Pfründe mit Dank an; aber das wachsende Verlangen, in verborgener Stille Gott allein zu dienen, ließ ihn erkennen, daß die Vorsehung ihn für einen andern Platz bestimmte habe. Dieser göttliche Wille wurde ihm ganz klar, als er eines Tagens einen Augustiner-Mönch predigen hörte über den Spruch des Apostels: „Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist.“ (1. Joh. 2,15) Nach dieser Predigt eilte er in das Augustiner-Kloster zu Tolentino, bat kniefällig um Aufnahme und – erhielt sie.

    Nikolaus war ein Jüngling von neunzehn Jahren, als er das Ordenskleid anzog; aber bald übertraf er die Ältesten an Abtötung und in jeglicher Tugend. Er gelangte zu einer wunderbaren Sammlung und Beharrlichkeit im Gebet, das er meistens auf den Knien vor Jesus im heiligsten Altarsakrament verrichtete. Dabei war er ganz Demut und Dienstfertigkeit; auf jeden Wink gehorchte er, und Alle im Kloster wußten es, daß sie ihm eine Freude machten, wenn sie ihn die niedrigsten und verdrießlichsten Arbeiten tun hießen.

    Im Jahre 1279 wurde er zum Priester geweiht und mit dem Predigtamt beauftragt. Die Glut seiner Andacht bei Darbringung des heiligen Meßopfers war so außerordentlich, daß sehr viel Volk herbei strömte, um ihn am Altar zu sehen und mit seinem Gebet sich zu vereinigen. Dann hielt er fast täglich eine oder mehrere Predigten, durch welche die Sünder zur Reue gerührt, die Schwachen gestärkt, die Frommen zu noch größerer Liebe angeeifert wurden. Die Zahl der Glücklichen, welche sein inbrünstiges Gebet und seine salbungsvolle Beredsamkeit während dreißig Jahren für Christus und den Himmel gewonnen hat, ist sehr groß und nur Gott bekannt. Nebenbei benützte er jede freie Minute und wendete alle Mittel an, um den lieben Verstorbenen, für die er lebenslänglich ein teilnehmendes Mitleiden hatte, Gebete und gute Werke zuzuwenden.

    Wegen seiner Fortschritte im geistlichen Leben und wegen des Segens seiner Tätigkeit zürnte ihm der Teufel so grimmig, daß er ihm tausend Hindernisse in den Weg legte, ja sogar Mißhandlungen anwendete, um ihn zu ermüden. Aber alles vergebens. Zum Lohne für seine Treue wurde er oft durch Erscheinungen der heiligsten Mutter Maria und des göttlichen Erlösers selbst getröstet und gestärkt.

    Durch beständige Abtötung der Sinne und durch anstrengende Arbeiten ganz abgemagert, litt er in den letzten Jahren noch schmerzhafte Krankheiten: aber die Freude am Leiden für Jesus hielt ihn aufrecht, so daß er sogar während der Krankheit seine gewohnten Bußwerke nicht mildern wollte; nur der ausdrückliche Befehl des Obern konnte ihn bestimmen, den Anordnungen des Arztes gemäß Fleischbrühe zu genießen.

    Sechs Monate vor seinem Ende offenbarte ihm Gott den Tag seines Todes. Mit freudigster Sehnsucht wartete er auf diese Stunde. Und als sie endlich nahte, bat er die Mitbrüder herzlich um Verzeihung der ihnen zugefügten Beleidigungen und gegebenen Ärgernisse und empfing die hl. Sterbesakramente mit unbeschreiblicher Demut und Andacht. Plötzlich verklärte sich sein Angesicht; und als ihn die Brüder um die Ursache fragten, antwortete er: „O Süßigkeit, ich sehe meinen Jesus, begleitet von der teuren Mutter Maria und unserem heiligen Vater Augustin, sie kommen, mich abzuholen: auf Dich, o Herr, habe ich gehofft, und ich werde ewig nicht zu Schanden werden, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ Bei diesen Worten schlossen sich seine Augen für diese Erde, am heutigen Tag 1308. Papst Eugen IV. hat ihn 1446 heilig gesprochen. –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 671-672

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Das Sakrament der Eucharistie

    § 1. Der Begriff der Eucharistie
    1. Begriffsbestimmung

    Die Eucharistie ist jenes Sakrament, in welchem Christus unter den Gestalten von Brot und Wein mit seinem Leib und Blut wahrhaft gegenwärtig ist, um sich unblutiger Weise dem himmlischen Vater zu opfern und den Gläubigen als Seelenspeise zu schenken.

    2. Vorbilder

    Vorbilder der Eucharistie sind der Lebensbaum im Paradies, das Opfer Abrahams und Melchisedechs, das Manna in der Wüste, die Schaubrote im Tempel, die verschiedenen Opfer des Alten Bundes, besonders das Osterlamm.

    3. Erhabenheit

    Die Erhabenheit der Eucharistie über alle anderen Sakramente begründet der hl. Thomas: a) aus dem Inhalt der Eucharistie: Dieser ist nicht wie in den anderen Sakramenten eine von Christus mitgeteilte gnadenwirkende Kraft, sondern Christus, die Quelle der Gnade, selbst; b) aus der Hinordnung der übrigen Sakramente auf die Eucharistie als ihr Endziel; c) aus dem Ritus der übrigen Sakramente, der zumeist im Empfang der Eucharistie seinen Abschluss findet. S. th. III 65, 3.

    Die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie

    § 2 Die häretischen Gegensätze

    1. Altertum

    Im christlichen Altertum leugneten die Doketen und die gnostisch-manchäischen Sekten, ausgehend von der Annahme, daß Christus einen bloßen Scheinleib hatte, die reale Gegenwart des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie. Vgl. Ignatius, Smyrn. 7, 1.

    2. Mittelalter

    Auf Grund einer Bemerkung Hinkmars von Reims (De praedest. 31), die man ohne hinreichenden Grund auf Johannes Scotus Eriugena († um 870) bezog, wird dieser häufig als Leugner der realen Gegenwart Christi genannt. Aus seinen Schriften läßt sich indes die Bestreitung der realen Gegenwart nicht nachweisen, wenn auch feststeht, daß er den symbolischen Charakter der Eucharistie nachdrücklich betonte.
    „Das Buch des Johannes Scotus“ über die Eucharistie, auf das sich Berengar von Tours zur Begründung seines Irrtums nerief und das die Synode von Vercelli (1050) verurteilte, ist verschiedenen Andeutungen zufolge identisch mit der Schrift des Mönches Ratramnus von Corbie († nach 868) De corpore et sangunine Domini. Ratramnus leugnete die reale Gegenwart zwar nicht, hob aber im gegensatz zu Paschasius Radbertus († um 860), der die volle Identität des sakramentalen Leibes mit dem historischen Leib Christi behauptete, stark den Unterschied der Erscheinungsform hervor und wandte auf die Eucharistie die ausdrücke similitudo, imago, pignus an. Gegen den übertriebenen Realismus des Paschasius Radbertus sprachen sich auch Rabanus Maurus in einem verlorenen Brief an Abt Eigil von Prüm und der Mönch Gottschalk in den fälschlich dem Rabanus Maurus zugeschriebenen Dicta cuiusdam sapientis de corpore et sanguine Domini adversus Ratbertum aus.+

    Berengar von Tours († 1088) leugnete die Wesensverwandlung von Brot und Wein und die reale Gegenwart Christi und sah in der Eucharistie nur ein Symbol (figura, similitudo) des im Himmel verklärten Leibes und Blutes Christi. Die Worte Christi: „Das ist mein Leib“, sind nach ihm in übertragenem Sinn zu verstehen, ähnlich wie: „Christus ist der Eckstein.“ Die Lehre Berengars wurde von vielen Theologen, z. B. Durandus von Troarn, Lanfrank, Guitmund von Aversa, Bernold von St. Blasien, bekämpft und auf zahlreichen Synoden verurteilt, zuerst auf einer römischen Synode unter Papst Leo IX. im Jahre 1050, zuletzt auf der römischen Fastensynode des Jahres 1079 unter Papst Gregor VII. Auf der letzteren leistete Berengar Widerruf und nahm ein Glaubensbekenntnis an, in dem die Wesensverwandlung und die reale Gegenwart Christi klar ausgesprochen sind. D 355.

    Im 12. und 13. Jahrhundert verwarfen verschiedene spiritualistische Sekten aus Abneigung gegen die sichtbare Organisation der Kirche und unter dem Nachwirken gnostisch-manichäischer Anschauungen die priesterliche Konsekrationsgewalt und die Realpräsenz (Petrobrusianer, Henricianer, Katharer, Albigenser). Zur Abwehr dieser Irrtümer legte das 4. Laterankonzil (1215) die Lehre von der Wesensverwandlung, von der realen Gegenwart und von der ausschließlichen Konsekrationsgewalt des gültig geweihten Priesters amtlich vor. D 430. Vgl. D 367, 402.

    Im 14. Jahrhundert bekämpfte John Wiclif († 1384) die Lehre von der Wesensverwandlung und lehrte, daß die Substanzen des Brotes und des Weines nach der Konsekration fortbestehen (Remanenztheorie). Die Gegenwart Christi in der Eucharistie schwächte er zu einer dynamischen Gegenwart ab. Der Gläubige empfange den Leib und das Blut Christi nur in geistlicher Weise. Die Anbetung der Eucharistie sei Götzendienst. Die Messe sei nicht von Christus eingesetzt worden. – Seine Lehre wurde auf einer Synode zu London (1382) und auf dem Konzil von Konstanz (1418) verworfen. D 581ff.

    3. Neuzeit

    Die Reformatoren verwarfen gemeinsam die Wesensverwandlung und den Opfercharakter der Eucharistie, waren aber in der Frage nach der realen Gegenwart verschiedener Ansicht.

    a) Luther hielt unter dem Eindruck der Einsetzungsworte an der realen Gegenwart fest, beschränkte sie jedoch auf die Abendmahlsfeier (in usu). Im Gegensatz zur katholischen Transsubstantiations-Lehre nahm er eine Koexistenz des wahren Leibes und Blutes Christi mit der Brot- und Weinsubstanz an (Konsubstantiation): verum corpus et sanguis Domini nostri Jesu Christi in et sub pane et vino per verbum Christi nobis christianis ad manducandum et bibendum institutum et mandatum (Cat. Maior V 8). Die Möglichkeit der realen Gegenwart des Leibes und Blutes Christi erklärte er mit Hilfe der unhaltbaren Ubiquitätslehre, wonach die menschliche Natur Christi kraft der hypostatischen Union an den Eigentümlichkeiten der Gottheit und somit auch an der Allgegenwart Gottes realen Anteil hat. Vgl. Conf. Aug. und Apol. Conf. Art. 10; Art. Smalcald. III 6; Formula Concordiae I 8, 11-12; II 7.

    b) Zwingli (ähnlich Karlstadt, Butzer und Oekolampadius) leugnete die reale Gegenwart und erklärte Brot und Wein als bloße Symbole des Leibes und Blutes Christi. Das Abendmahl ist nach ihm nur eine Erinnerung an unsere Erlösung durch Christi Tod und ein Bekenntnis der Gemeinde.

    c) Calvin, dem sich schließlich auch Melanchthon näherte (Kryptokalvinisten), schlug einen Mittelweg ein, indem er die substantielle Gegenwart des Leibes und Blutes Christi verwarf, aber eine Gegenwart der Kraft nach (secundum virtutem) lehrte (dynamische Gegenwart). Durch den Genuss des Brotes und Weines werde den Gläubigen, d. h. nach Calvin den Prädestinierten, eine von dem im Himmel weilenden verklärten Leib Christi ausgehende Kraft verliehen, welche die Seele nährt.

    Gegen die Irrlehren der Reformatoren richten sich die dogmatischen Entscheidungen der 13., 21. und 22. Sitzung des Konzils von Trient.

    Der liberale Protestantismus der Gegenwart bestreitet, daß Christus die Absicht hatte, die Eucharistie einzusetzen, und erklärt das letzte Abendmahl Jesu als bloßes Abschiedsmahl. Das Abendmahl der Urkirche habe sich aus den Versammlungen der Jünger Jesu entwickelt. Paulus habe aus dem schlichten Abschiedsmahl eine Stiftung für die Zukunft gemacht („Tut dies zu meinem Andenken!“) und habe mit der Wiederholung des Abendmahles das Gedächtnis des Todes des Herrn verknüpft (1. Kor. 11, 26). – Papst Pius X. verurteilte den modernistischen Satz: „Nicht alles, was Paulus von der Einsetzung der Eucharistie erzählt, ist geschichtlich zu nehmen.“ D 2045. –

    aus: Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, 1954, S. 428 – S. 430

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Grundregeln der Ehre, die wir Maria erweisen sollen



    Die Grundregel der Ehre, die wir Maria und den Heiligen erweisen, ist, dass wir sie vollkommen auf Gott und auf unser ewiges Heil beziehen sollen. Denn sollte sich diese Ehre nicht auf Gott beziehen, wäre sie ein rein menschlicher Akt und nicht ein Akt des Glaubens.

    So ist unsere ganze Verehrung der Heiligen Jungfrau unnütz und abergläubisch, wenn sie uns nicht zu Gott führt um ihn ewig zu besitzen und uns seines himmlischen Erbes zu erfreuen.



    Wir beten einen einzigen allmächtigen Gott, Schöpfer und Spender aller Dinge an, auf dessen Namen wir durch die heilige Taufe geweiht wurden.

    Wir erweisen der Heiligen Jungfrau und den Heiligen nicht eine Ehre in Knechtschaft und Unterwürfigkeit, weil wir nur Gott allein in der Anordnung des Glaubens unterworfen sind. "Aber", sagt der heilige Ambrosius, "wir ehren sie mit einer Ehre der Liebe und der brüderlichen Gemeinschaft" ?

    Und durch sie wirkt der Allerhöchste seine Wunder, teilt uns seine Gnaden mit, überflutet uns mit seiner Herrlichkeit und wir erkennen die heilige und glorreiche Zugehörigkeit, durch die sie in Ewigkeit diesem Höchsten Sein unterworfen sind, dem allein wir unsere ganze Verehrung darbringen wie dem einzigen Prinzip all unserer Güter und dem alleinigen Ziel all unserer Wünsche.

    Lasst uns also nicht zu jenen gehören, die meinen, die Herrlichkeit Gottes und Jesu Christi zu schmälern, wenn sie der Heiligen Jungfrau Maria und den Heiligen, hohe Gefühle entgegenbringen.



    Jacques-Bénigne Bossuet
    "Die Verehrung der Heiligen Jungfrau"

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Zum Tag des Heiligen Josefs

    Der heilige Josef verdient meine besondere Liebe und Verehrung, weil er so viele und große Vorzüge von Gott erfahren hat: – Er wurde von Gott als Gemahl der Mutter seines Sohnes eigens bestimmt und berufen. Ein Engel brachte ihm die Weisung, – Er war der treue Beschützer und Nährer Jesu; ein Engel forderte ihn zur Flucht nach Ägypten und zur Rückkehr ins Heilige Land auf. – Der Gottessohn war ihm untertan: Jesus gehorchte ihm wie ein Kind dem Vater, wie ein Lehrling dem Meister. – Josef war von Gott so hoch begnadet. Denken wir an seinen so festen, unbeirrbaren Glauben, an seine so tiefe Demut, an seine so heldenhafte Hingabe an Gottes Vorsehung. Josef hatte immer das wundervolle Tugendbeispiel Jesu und Mariä vor Augen. Mit ihnen stand er stetig in innigster Lebensgemeinschaft. All diese Herrlichkeiten, die für den ganzen Himmel ein seliges Frohlocken bedeuteten, durfte der hl. Josef stetiger Zeuge und Bewunderer sein. – Josef ist der einzige von allen Sterblichen, der in den Armen Jesu, des Urhebers von allem Leben, und in Gegenwart Mariens in die Ewigkeit hinüberschlummerte. Was uns Menschen so hart und schwer erscheint, war ihm so leicht und angenehm gemacht. Für all das werde ich dem hl. Josef an diesem Tag danken helfen.

    Quelle: Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. – St. Gabriel-Verlag, Wien

    01.05.2019 Benno Hofschulte

    Aus:
    https://www.mariens-hilfe.org/zum-tag-des-heiligen-josefs/

    Liebe Grüße, Blasius

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