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#1

Die "Himmlische Hierarchie" der hl. Engel

in Die heiligen Engel 21.06.2013 23:28
von Aquila • 5.708 Beiträge

Nachfolgend Auszüge aus
"Himmlische Hierarchie" (De caelesti hierarchia)
des Dionysius Aeropagita....(Psedonym; geschrieben ca. im 5. Jdh.)
sie zeigen uns,
dass die hl. Engelschöre keinesfalls bloss wie "niedliche Beflügelte" sind....
sondern
von der Majestät, Kraft und Herrlichkeit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gottes erfüllte,
Ihn anbetende und lobpreisende und Ihm dienende erschaffene Geistwesen....


Im ersten Teil zunächst über die höchsten drei
hl. Engelschöre....
die "Triade"
der hl. Seraphime,
hl. Cherubime und
hl. Throne
:
Im §1. Erklärung der Namen:

-

Die Seraphim, Cherubim und Throne und die erste von ihnen gebildete Hierarchie.

§ 1.
"1) Die Namen der Engelchöre bezeichnen die Eigentümlichkeit derselben.
2) „Seraphim“ bedeutet die „Entflammer“ oder „Erglüher“,
Cherubim“ besagt „Fülle der Erkenntnis“ oder „Ergießung der Weisheit“.
3) Mit Recht wird der Dienst der obersten Hierarchie von den höchsten Engeln versehen, welche zunächst die Strahlen der Gottheit aufnehmen.
4) Die „Throne“ sind der gleichen beiden Namen teilhaftig.
5) Die Benennung „Seraphim“ deutet auf das Bewegliche, Glühende dieser Engelnaturen, welche nach Art des Feuers die tief erstehenden Wesen ebenfalls erglühen machen, reinigen und jegliches Dunkel verscheuchen. Der Name „Cherubim“ bezeichnet die Fülle der Erkenntnis Gottes, die höchste Aufnahmsfähigkeit hiefür und das Vermögen, von diesem Lichte mitzuteilen. Der Name „Throne“ gibt zu verstehen, daß die also genannten Engel über alles Niedrige erhöht und dem Höchsten unentwegt zugesellt
sind, daß sie der Einkehr Gottes gewürdigt und „Gottesträger“ (θεόφοροι) sind, die für die göttlichen Einsprechungen die ehrfurchtsvollste Empfänglichkeit zeigen."

Indem wir die geschilderte Stufenfolge der heiligen Hierarchien gelten lassen, behaupten wir, daß jegliche Benennung der himmlischen Geister eine Offenbarung über die gottähnliche Eigentümlichkeit eines jeden enthält.
Der heilige Name der Seraphim bedeutet nach den Kennern des Hebräischen
entweder „Entflammer“ oder „Erglüher“;
der Name „Cherubim“ dagegen „Fülle der Erkenntnis“ oder „Ergießung der Weisheit“.
Mit Recht wird nun der heilige (liturgische) Dienst in der ersten himmlischen Hierarchie von den allerhöchsten Wesen versehen; denn diese hat eine höhere Rangstufe als alle übrigen und die unmittelbar gewirkten Gottesoffenbarungen und Einweihungen (in das Göttliche) werden ursprünglicher auf sie übergeleitet, weil sie (Gott) am nächsten steht.
„Erglüher“ und „Ergießung der Weisheit“ werden nun auch die Throne genannt,
ein Name, der ihre gottähnliche Beschaffenheit offenbart.

Denn der Name der
Seraphim lehrt und offenbart ihre immerwährende und unaufhörliche Beweglichkeit um das Göttliche,
ihre Glut, ihre Schärfe, das Übereifrige ihrer beständigen, unablässigen, nie wankenden Immerbewegung, ihre Eigenschaft, die tieferstehenden Ordnungen, sofern sie dieselben zu einer ähnlichen Glut entfachen und entzünden, emporführend wirksam sich anzugleichen, ihre Kraft, in brennenden und alles verzehrenden Flammen zu reinigen, ihren Charakter, der kein Verhüllen und kein Erlöschen zuläßt, der immer sich gleichmäßig verhält, lichtartig und lichtspendend, Verscheucher und Vernichter jeder lichtlosen Verdunkelung ist.

Der Name der
Cherubim offenbart ihre Gabe des Erkennens und Gottschauens, ihre Fähigkeit, die
höchste Lichtmitteilung aufzunehmen und die urgöttliche Schönheit in ihrer direkt und unmittelbar wirkenden Macht zu schauen, ihr Geschaffensein für die weisemachende Mitteilung und ihren Drang, durch Ergießung der von Gott geschenkten Weisheit neidlos mit den Wesen zweiter Ordnung in Gemeinschaft zu treten.

Der Name der höchsten und erhabenen
Throne bezeichnet, daß sie jeder erdhaften Niedrigkeit ungetrübt enthoben sind, daß sie überweltlich nach oben streben und von jedem untersten Gliede unerschütterlich weggerückt sind, daß sie um das wahrhaft Höchste mit ganzer Vollkraft ohne Wanken und sicherstehend gestellt sind, daß sie der Einkehr Gottes in aller Freiheit von sinnlichen, materiellen Störungen genießen, daß sie Gottesträger und für den Empfang der göttlichen Erleuchtungen ehrfurchtsvoll erschlossen sind.
.

-

Siehe bitte auch

Der hl. Kirchenlehrer Thomas v. Aquin: Aus "Summa theologiae" ; Engellehre

und

blog-e2963-Monat-September-Den-hl-Engeln-gewidmet.html
-


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:30 | nach oben springen

#2

RE: Die "Himmlische Hierarchie" der hl. Engel

in Die heiligen Engel 25.06.2013 22:37
von Aquila • 5.708 Beiträge

Fahren wir fort mit den Betrachtungen des
Dionysius Aeropagita
über die hl. Engels-Chöre der
Seraphim, Cherubim und Throne und die erste von ihnen gebildete Hierarchie.

Im §2. nun die Erklärung ihrer besonderen Wesen:

-

" § 2.
1) Nach Erklärung der Namen ist das besondere Wesen der obersten Hierarchie (Triade) zu erklären, denn daß Reinigung, Erleuchtung und Vollendung, sowohl im aktiven wie im passiven Sinne, jeder Hierarchie eigen ist, wurde schon früher gezeigt.
2) Jene höchsten Geister, welche unmittelbar um Gott stehen, bilden eine eigene Hierarchie.
3) Rein sind sie zu nennen, nicht bloß weil sie keiner Verunreinigung ausgesetzt sind, sondern weil sie die höchste Heiligkeit besitzen und unwandelbar die Höhe ihrer Vollkommenheit behaupten.
4) Beschauend sind sie, nicht in dem Sinne, als ob sie sinnlich wahrnehmbare Bilder nötig hätten, sondern insofern als sie in immateriellem Lichte die Trinität schauen und mit Jesus in nächster Gemeinschaft stehen. Sie prägen das Nachbild Gottes am treuesten in sich aus und stehen der Einwirkung von Christi Tugenden am nächsten.
5) Vollendet werden sie genannt, weil sie nicht eine diskursive Erkenntnis besitzen, sondern von
der Gottheit in der höchsten Form unmittelbar erleuchtet und vollendet werden."

Dieses also ist nach unserer Auffassung die Erläuterung ihrer Namen. Es ist nun zu zeigen, was wir als das (besondere) Wesen ihrer Hierarchie betrachten.
Denn daß das Ziel jeder Hierarchie unwandelbar auf die Nachbildung Gottes und Ähnlichkeit mit ihm gerichtet ist und daß die Funktion jeder Hierarchie in das heilige Empfangen und Mitteilen ungetrübter Reinheit, göttlichen Lichtes und vollendender Erkenntnis zerfalle, das glaube ich genügend schon besprochen zu haben. Jetzt aber wünsche ich in einer der höchsten Geister würdigen Weise zu sagen, wie ihre Hierarchie durch die heilige Schrift geoffenbart wird. Für die ersten Wesen, welche gleich nach der Urgottheit, der sie ihr Sein verdanken, ihre Stellung haben und sozusagen in der Vorhalle 
derselben ihren Platz einnehmen und so jeglicher sichtbaren und unsichtbaren geschöpflichen Macht übergeordnet sind, muß man eine eigene und in jeder Beziehung gleichgeartete Hierarchie annehmen.

Für rein muß man diese Geister erachten, nicht nur insofern, als ob sie von unheiligen Flecken und Makeln befreit und materiell-sinnlichen Phantasievorstellungen unzugänglich wären, sondern in dem Sinne, daß sie ungetrübt über jede Schwächung und über alles minder Heilige hinaus entrückt sind; daß sie gemäß ihrer höchsten Heiligkeit vor allen gottähnlichsten Mächten einen höheren Rang besitzen und entsprechend ihrer unveränderlichen Gottesliebe den ihnen eigenen, von ständiger und gleichmäßiger Bewegung (der Liebesglut) erfüllten Stand unerschütterlich behaupten; (in dem Sinne, sage ich,) daß sie das Sinken zum Geringeren in irgend welcher Richtung ganz und gar nicht kennen, sondern die ungetrübteste Festigkeit ihrer entsprechenden, gottähnlichen Eigenart ohne Wanken und Wechseln immerdar bewahren.

Als beschauend muß man sie anerkennen, nicht als ob sie Beschauer von sinnlich wahrnehmbaren und geistig zu deutenden Symbolen wären und durch die bunte Fülle der auf heilige Bilder gestützten Betrachtung zum Göttlichen erhoben würden, sondern insofern, als sie mit einem Lichte erfüllt sind, das jegliche immaterielle Erkenntnis übertrifft, und mit der Beschauung jener Urschönheit, welche Schönes schafft, überwesentlich ist und in dreifachem Strahle leuchtet, soweit als möglich ersättigt werden. Man muß ferner annehmen, daß sie auf dieselbe Weise der Gemeinschaft mit Jesus gewürdigt sind, nicht vermittels heilig gestalteter Bilder, welche in äußeren Formen die Verähnlichung mit der Wirksamkeit Gottes ausprägen, sondern auf Grund des wahrhaften Nahetretens zu ihm, welches sich in der (unmittelbaren) ersten Anteilnahme an der Erkenntnis des Lichtes seiner Gottestaten vollzieht.
Desgleichen ist zu glauben, daß ihnen das Nachahmen Gottes in der sublimsten Weise verliehen ist und daß sie, soweit es immer geschehen kann, in unmittelbarer Kraftwirkung an seinen in Gotteswerken und Menschenliebe betätigten Tugenden teilhaben.

Vollendet müssen wir desgleichen diese Engel erachten, nicht etwa, weil sie mit einer diskursiven, aus einer heiligen Mannigfaltigkeit (von Symbolen) gewonnenen Erkenntnis erleuchtet würden, sondern weil sie mit der ersten und vorzüglichsten Gnade der Vergottung erfüllt werden, sowie es der höchsten den Engeln möglichen Erkenntnis des göttlichen Waltens entspricht.
Denn nicht durch andere heilige Wesen sondern unmittelbar von der Urgottheit werden sie hierarchisch vollendet, weil sie durch die ihnen eigene, alles übertreffende Kraft und Rangstellung unmittelbar zu ihr sich aufschwingen.
Und demnach sind sie in der vollkommenen Heiligkeit und im höchsten Grade der Unerschütterlichkeit fest begründet, sie werden zur immateriellen und geistigen Schönheit, soweit es möglich ist, zum Zwecke beschaulicher Erkenntnis erhoben und, als der erste um Gott gebildete Kreis, in die ihrer Einsicht zugänglichen Pläne der Gottestaten unmittelbar von der
Urquelle aller Weihevollendung
eingeweiht und auf die erhabenste Weise hierarchisch vollendet.

-


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:31 | nach oben springen

#3

RE: Die "Himmlische Hierarchie" der hl. Engel

in Die heiligen Engel 30.06.2013 00:21
von Aquila • 5.708 Beiträge

Fahren wir weiter fort mit den Betrachtungen des
Dionysius Aeropagita
über die hl. Engels-Chöre:


-
§ 1.
Die Herrschaften, Gewalten und Mächte und die mittlere von ihnen gebildete Hierarchie.

-

Wir müssen nunmehr zur mittleren Ordnung der himmlischen Geister übergehen, indem wir nach Möglichkeit jene
Herrschaften
und die wahrhaft machtvollen Betrachtungsbilder (θεάματα) der göttlichen
Gewalten und Mächte
mit überweltlichen Augen schauen.

Denn jeglicher Name der uns überragenden Wesen offenbart die Gott nachgebildeten Eigentümlichkeiten ihrer gottähnlichen Natur.
Der redende Name der
heiligen Herrschaften
offenbart meines Erachtens einen gewissen unbezwingbaren und von jedem Sinken zum Irdischen freien Aufschwung nach oben, ein Herrschertum, welches gar nicht irgend einer Entartung ins Tyrannische in irgend einer Weise überhaupt zuneigt und in edler Freiheit kein Nachlassen kennt, ein Herrschertum, welches, jeder erniedrigenden Knechtung entrückt, jedem Erschlaffen unzugänglich und, über jegliche Unähnlichkeit (Selbstentfremdung) erhaben, unaufhörlich nach dem wahren Herrschertum und der Urquelle alles Herrschertums hinanstrebt und nach der herrschgewaltigen Ähnlichkeit mit demselben soweit als möglich sich selbst und gütig auch das unter ihm Stehende umbildet, ein Herrschertum, welches keinem der eitlen Scheindinge, sondern dem wahrhaft Seienden gänzlich zugewendet ist und immerdar, soweit es ihm verstattet ist, an der Ähnlichkeit mit Gott als dem Urquell des Herrschertums teilnimmt.

Der Name der
heiligen Mächte
bezeichnet nach meiner Meinung eine gewisse männliche und unerschütterliche Mannhaftigkeit in Hinsicht auf alle ihre gottähnlichen Tätigkeiten, welche bei der Aufnahme der ihr verliehenen urgöttlichen Erleuchtungen durchaus keine kraftlose Schwäche zeigt, sondern mächtig zur Gottähnlichkeit aufstrebt, eine Mannhaftigkeit, welche durch keine Unmännlichkeit von ihrer Seite die gottähnliche Bewegung aufgibt, sondern vielmehr unentwegt auf die überwesentliche und machtbildende Macht hinblickt und deren machtspiegelndes Abbild wird, welche zu ihr als der Urquelle der Macht mächtig hingekehrt ist und zu den Wesen der tiefern Ordnung machtspendend und gottähnlich heraustritt.

Der Name der
heiligen Gewalten,
welche mit den göttlichen Herrschaften und Mächten auf gleicher Stufe stehen, besagt, wie ich glaube, die wohlgeordnete und unverwirrbare Harmonie bei Aufnahme des Göttlichen und das Festbestimmte der überweltlichen und geistigen Gewaltstellung, welche die aus der Gewalt fließenden Kräfte nicht mit tyrannischer Willkür zu den minderen Zwecken mißbraucht, sondern unbesiegbar zum Göttlichen in schöner Ordnung empordringt und die tieferstehenden Wesen gütig aufwärts leitet, welche der gewaltschaffenden Urquelle der Gewalt soweit als möglich sich verähnlicht und sie kräftigst nach den wohlgeordneten Stufen der aus der Gewalt fließenden Macht den Engeln einstrahlt.

Im Besitze dieser gottähnlichen Eigentümlichkeiten wird die mittlere Ordnung der himmlischen Geister nach der erwähnten Weise von den urgöttlichen Erleuchtungen, welche ihr an zweiter Stelle durch die erste hierarchische Ordnung eingestrahlt und durch deren Vermittlung als Offenbarungen des zweiten Grades zugeführt werden, gereinigt, erleuchtet und vollendet.
-


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:32 | nach oben springen

#4

RE: Die "Himmlische Hierarchie" der hl. Engel

in Die heiligen Engel 16.07.2013 00:04
von Aquila • 5.708 Beiträge

Dionysius Aeropagita
über die letzte Triade der hl. Engels-Chöre:
-


§ 1.
Die Fürstentümer, Erzengel und Engel und die letzte von ihnen gebildete Hierarchie.


§ 1.
"1) Die letzte Triade wird aus den
Fürstentümern, Erzengeln und Engeln gebildet
und es ist wieder eine Erklärung der ihnen beigelegten Namen zu geben.
2) Der Name der Fürstentümer besagt den Fürstencharakter dieser Engel, ihre Hinwendung zum Urquell alles Fürstentums und die Emporführung anderer zu demselben, ferner die Verähnlichung mit dem Urprinzip alles Fürstentums und dessen Wiederspiegelung in der schönen Ordnung der fürstlichen Gewalten."
Es ist für die heilige Betrachtung noch die Ordnung übrig, welche die Hierarchien der Engel abschließt und von den gottähnlichen Fürstentümern, Erzengeln und Engeln gebildet wird. Zuerst nun glaube ich nach meinen besten Kräften die Aufschlüsse, welche in ihren heiligen Namen enthalten sind, erläutern zu müssen.

Denn der Name der Fürstentümer (ἀρχαί) bezeichnet den gottähnlichen Fürsten- und Führercharakter der himmlischen Fürstentümer in Verbindung mit der heiligen und den Fürstengewalten bestgeziemenden Ordnungsstufe, ferner ihre gänzliche Hinwendung zum überfürstlichen Fürstentum und ihre fürstliche Leitung anderer;
endlich ihre möglichst treue Nachbildung nach eben jenem Prinzip, das Fürstenherrschaft schafft, und die Offenbarung des überwesentlichen Urgrundes aller Stufenordnung vermittels der Musterordnung der fürstlichen Gewalten.

§ 2.
"1) Der gleichen Ordnung wie die Fürstentümer gehören die
Erzengel (ἀράγγελοι) an.
Gemäß der Gliederung jeder Hierarchie in erste, mittlere und letzte Stufen
bilden die Erzengel durch ihre Mittelstellung die Verbindung der äußeren Glieder.
Mit den Fürstentümern haben sie gemeinsam
die Hinwendung zum Urquell der Herrschaft und die Einigung der Engel vermittels einer wohlgeordneten Leitung.
Mit den Engeln haben sie Teil an der Stellung von Dolmetschern,
sofern sie die die göttlichen Erleuchtungen durch die ersten Engel empfangen,
den Engeln mitteilen und durch diese uns offenbaren.

2) Die
Engel schließen die himmlischen Ordnungen ab.
Sie werden mit größerem Rechte als die andern „Engel“ genannt, weil sie der irdischen Welt am nächsten stehen.
Es ist nämlich zu glauben, daß die oberste, Gott am nächsten stehende Triade auf die zweite hierarchisch einwirke, daß dann die zweite hinwieder Führerin der dritten sei, weil sie mehr als die erste, weniger aber als die dritte in die Erscheinung tritt, daß endlich die dritte Triade das Vorsteheramt über die Hierarchien unter den Menschen inne hat, damit so einerseits der stufenweise Aufstieg zu Gott und die Vereinigung mit ihm, andrerseits der auf der Güte Gottes beruhende harmonische Abstieg seiner Mitteilungen sich vollziehe.


Denn die Engel
schließen, wie wir schon gesagt haben,
die sämtlichen Ordnungen der himmlischen Geister ergänzend ab
,
weil sie unter den himmlischen Wesen das Eigentümliche der Engelnatur im untersten Grade besitzen.
Und sie werden von uns mit um so größerem Rechte gegenüber den höheren Geistern
„Engel“ genannt, weil ihre Hierarchie auch mehr im Gebiet des mehr Sichtbaren ist
und der irdischen Welt näher steht.

Denn man muß annehmen,
daß die höchste Ordnung,
wie gesagt, weil sie dem Verborgenen in erster Rangstufe zunächst steht,
auf verborgene Art die zweite Ordnung hierarchisch leite,
diese zweite aber,
welche von den heiligen Herrschaften, Mächten und Gewalten gebildet wird,
der Hierarchie der Fürstentümer, Erzengel und Engel vorstehe,
mehr in die Sichtbarkeit tretend als die erste Hierarchie,
verborgener aber als die nach ihr folgende Hierarchie.
Endlich (muß man dafür halten),
daß die offenbarende Ordnung der
Fürstentümer, Erzengel und Engel
durch ihre gegenseitige Einwirkung den Hierarchien unter den Menschen vorstehe,

damit nach einer abgestuften Ordnung die Emporführung und Hinwendung zu Gott,
Gemeinschaft und Vereinigung mit ihm und desgleichen die Ausstrahlung aus Gott,
welche allen Hierarchien in Güte zuerteilt wird
und gemeinschaftlich mit Wahrung der heiligsten Ordnungsschönheit zufließt,
bestehen bleibe.

-


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:32 | nach oben springen

#5

RE: Die "Himmlische Hierarchie" der hl. Engel

in Die heiligen Engel 21.07.2013 01:28
von Aquila • 5.708 Beiträge

Die
- erschaffenen ! -
hl. Engel
sind wie in diesem Thema gesehen keine "niedlichen Figürchen.
Diejenigen, die uns in der Heiligen Schrift begegnen, sind voller Hoheit und Größe und Geheimnis....
himmlische Heerscharen, Boten sowie Helfer der Menschen.

Die Erscheinung eines hl. Engels im Alten Testament im Buch Daniel 10; 5-12:
-

"Ich hob meine Augen auf und sah, und siehe,
da stand ein Mann, der hatte leinene Kleider an und einen goldenen Gürtel um seine Lenden.
Sein Leib war wie ein Türkis, sein Antlitz sah aus wie ein Blitz,
seine Augen wie feurige Fackeln,
seine Arme und Füße wie helles, glattes Kupfer,
und seine Rede war wie ein großes Brausen.

Aber ich, Daniel, sah dies Gesicht allein, und die Männer,
die bei mir waren, sahen's nicht;
doch fiel ein großer Schrecken auf sie, so daß sie flohen und sich verkrochen.
Ich blieb allein und
sah dies große Gesicht.
Es blieb aber keine Kraft in mir;
jede Farbe wich aus meinem Antlitz, und ich hatte keine Kraft mehr.
Und ich hörte seine Rede; und während ich sie hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde.
Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir auf die Knie und auf die Hände,
und er sprach zu mir:
Daniel, du von Gott Geliebter,
merk auf die Worte, die ich mit dir rede, und richte dich auf; denn ich bin jetzt zu dir gesandt.

Und als er dies mit mir redete, richtete ich mich zitternd auf.
Und er sprach zu mir:
Fürchte dich nicht, Daniel."

-


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:32 | nach oben springen



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