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#26

RE: "Ohne Mission stirbt die Kirche“ - „Jesus ließ sich von Johannes taufen“

in Diskussionsplattform Kirche 12.09.2014 23:30
von blasius (gelöscht)
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was bedeutet eigentlich der Begriff "missionieren" heute?


An Seiner Sendung teilhaben

© Bauerdick/Adveniat

Mission

Unter „christlicher Mission“ versteht man die weltweite Verbreitung des Evangeliums Jesu Christi, dessen friedliche Annahme zum Glauben (Konversion) und zur Glaubensgemeinschaft (Kirche) führt. Schon seit biblischen Zeiten gehört es zur Sendung der Kirche, das Evangelium zu verkünden, zu “evangelisieren”.

Daher spricht die Kirche heute oft von einer doppelten Evangelisierung, einer ersten unter nichtchristlichen Völkern etwa in Asien und einer erneuten in zwar christianisierten, aber säkularisierten Gesellschaften wie in Europa. Heute umfasst die katholische Weltkirche ungefähr 1,2 Milliarden Mitglieder in fast allen Weltgegenden und Kulturen.
Das Christentum konnte deshalb zu einer Weltreligion werden und sich in allen Kulturen einwurzeln, weil seine universale Botschaft alle geographischen, ethnischen und sozialen Grenzen überwindet und die Geschichte Gottes mit allen Völkern eröffnet. Alle vier Evangelien enden mit einem neuen Anfang. Denn der auferstandene Jesus erteilt den Jüngern eine universale Sendung, gibt ihnen eine Mission, über alle zeitlichen und räumlichen Grenzen hinweg, „bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8). Diese Entgrenzung zeigt die universale Bedeutung Jesu Christi als der geschichtlichen Offenbarung der Liebe Gottes, die für „alle Völker“ (so Mt und Lk) gilt und die „ganze Welt“ (so Mk) betrifft.

Was bedeutet Mission?

© katholisch.de

Ausbreitung des Glaubens auf vielfältige Weise

Mission hat im Lauf von zwei Jahrtausenden je nach Ort und Zeit viele Weisen entfaltet, entweder durch Kommunikation im sozialen Umfeld, wie der Familie, dem Freundes- oder beruflichen Kreis, oder durch ausgebildete Missionare. Mission geschieht durch das Lebenszeugnis und den anziehenden Gottesdienst, durch Verkündigung oder in christlichen Gemeinschaften, durch caritatives Wirken oder in Begegnung mit der Kultur. Seine erste Ausbreitung erlangte der Glaube im Mittelmeerraum, dann wurden über einen Zeitraum von 1000 Jahren alle Völker Europas christianisiert. In der frühen Neuzeit zogen die Glaubensboten nach Asien und ins neu entdeckte Amerika, ab dem 19. Jahrhundert schließlich auf den afrikanischen Kontinent. Die Missionsgeschichte kennt glänzende Beispiele des selbstlosen Einsatzes für das Reich Gottes, aber auch Schattenseiten wie Zwang oder Verquickung mit dem Kolonialismus.

Mission heute

Im Zeitalter der Globalisierung hat das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) ein neues Missionsverständnis formuliert, zu dem die Religionsfreiheit (Dignitatis humanae) und ein positives Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen (Nostra Aetate) gehören. Die neue Sicht entfaltet das Missionsdekret Ad gentes, das die Mission der Kirche in der Sendung Christi (Inkarnation) und in der Sendung des Heiligen Geistes (Pfingsten) begründet. Beide entspringen der Liebe Gottes des Vaters. Alle Menschen und Völker sollen an der Liebe Gottes teilhaben.



Die Kirche ist daher wesentlich „missionarisch“, es geht um Inkulturation auf allen sechs Kontinenten. Auch Johannes Paul II. betonte in seiner Missionsenzyklika Redemptoris missio (1990) , dass die Kirche zu neuen Ufern aufbrechen müsse und nahm daher neue soziale Welten wie Armut, Großstädte und Migranten in den Blick. Missionarische Tätigkeit im integralen Sinn umfasst neben dem Lebenszeugnis und der Verkündigung den Einsatz im Bildungs- und Gesundheitswesen und in der Entwicklungszusammenarbeit.

„Die missionierende Weltkirche ist eine kommunikative Lerngemeinschaft, eine spirituelle Gebetsgemeinschaft und eine diakonische Solidargemeinschaft.“

Die deutschen Katholiken unterstützen die Weltkirche mit den kirchlichen Hilfswerken und den missionierenden Orden, aber auch durch die zahlreichen Gruppen und Initiativen, die sich für die Eine Welt einsetzen. Die deutschen Bischöfe haben mit dem Dokument Allen Völkern Sein Heil (2004) programmatisch dazu beigetragen. Sie sehen eine missionierende Weltkirche als kommunikative Lerngemeinschaft, als spirituelle Gebetsgemeinschaft und als diakonische Solidargemeinschaft.

© Michael Sievernich SJ, Universität Mainz / Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt
Prof. Dr. Michael Sievernich SJ ist Vorsitzender des Internationalen Instituts für missionswissenschaftliche Forschungen e. V.. Mehr Informationen zum Verein finden Sie unter www.iimf.de.


http://weltkirche.katholisch.de/de/weltk...n_2/mission.php


zuletzt bearbeitet 12.09.2014 23:38 | nach oben springen

#27

RE: "Ohne Mission stirbt die Kirche“ - Das Evangelium inspiriere die Christen in ihrem Einsatz für die Armen

in Diskussionsplattform Kirche 12.09.2014 23:49
von blasius (gelöscht)
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Missionsgebetsmeinung - September 2014

September 2014

Das Evangelium inspiriere die Christen in ihrem Einsatz für die Armen

© P. Norbert Cuypers SVD

Gleich zu Beginn der Bergpredigt, wie wir sie beim Evangelisten Matthäus (Mt 5-7) lesen können, aber auch bei der so genannten „Feldpredigt“, die sich im Evangelium des Lukas findet (Lk 6,20-49), werden jene glücklich gepriesen, die zu den Armen dieser Welt zählen. In diesen beiden Evangelien werden paradoxerweise Menschen nicht wegen ihrer asketischen Tugenden oder ihres intensiven, frommen Gebetslebens gelobt, sondern einfach nur deshalb, weil sie arm sind oder hungern. Beide Evangelisten – und damit wohl schon die ersten Christen – sehen die Armen als jene an, die bei Gott einen privilegierten Platz einnehmen. Der Neutestamentler Hermann-Josef Vennetz bemerkt dazu: „Für die ersten Christen waren die Seligpreisungen vor allem Offenbarung des Erbarmens und der Gerechtigkeit Gottes. Erbarmen und Gerechtigkeit sind die Kennzeichen der Gottesherrschaft.“

Das Gebetsanliegen von Papst Franziskus in diesem Monat kann daran erinnern, dass wir auch heute, im 21. Jahrhundert, die Armen unter uns nicht vergessen und für sie da sein sollten. In seinem Schreiben „Evangelii Gaudium“ findet Franziskus dafür einige klare und deutliche Worte: „Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist berufen, Werkzeug Gottes für die Befreiung und die Förderung der Armen zu sein, so dass sie sich vollkommen in die Gesellschaft einfügen können; das setzt voraus, dass wir gefügig sind und aufmerksam, um den Schrei des Armen zu hören und ihm zu Hilfe zu kommen“ (Nr. 187).

Noch deutlicher wird der Papst, der sehr wohl und sehr gut mit der Armut vieler seiner Landsleute in Argentinien vertraut ist, wenn er unter der Nummer 207 schreibt: „Jede beliebige Gemeinschaft in der Kirche, die beansprucht, in ihrer Ruhe zu verharren, ohne sich kreativ darum zu kümmern und wirksam daran mitzuarbeiten, dass die Armen in Würde leben können und niemand ausgeschlossen wird, läuft die Gefahr der Auflösung, auch wenn sie über soziale Themen spricht und die Regierungen kritisiert. Sie wird schließlich leicht in einer mit religiösen Übungen, unfruchtbaren Versammlungen und leeren Reden heuchlerisch verborgenen spirituellen Weltlichkeit untergehen.“ – Ob uns das zu denken gibt?

„Hast du Freunde unter den Armen?“ fragte ein Bischof die zu weihenden Diakone seiner Diözese. Von der Beantwortung dieser Frage hängt vieles auch für unsere Gemeinden und Ordensgemeinschaften ab.


http://www.steyler.eu/de/ihr-engagement/...t-september.php

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#28

RE: "Ohne Mission stirbt die Kirche“ - "Nur eine missionarische Kirche ist lebendig"

in Diskussionsplattform Kirche 09.10.2014 18:05
von blasius (gelöscht)
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BRIEFE UND IMPULSE VON KARDINAL SCHÖNBORN


Inhalt:

Nur eine missionarische Kirche ist lebendig.



(25.10.2012) "Eine Bischofssynode ist ein besonderes Erlebnis,"
berichtet Kardinal Schönborn von der Bischofssynode aus Rom.

Ich habe mich ganz am Anfang der Synode zu Wort gemeldet und vorgeschlagen, dass die Bischöfe nicht nur darüber sprechen, was Evangelisierung heute heißt und was zu tun wäre, sondern auch über unsere eigenen Erfahrungen. Diese Bitte ist nicht sehr oft aufgegriffen worden, aber doch in einigen Fällen und auf beeindruckende Art. Da war zum Beispiel ein relativ junger Bischof aus Kambodscha. Er hat sehr persönlich davon erzählt, wie er seine Kirche erlebt, die ja im Völkermord der Roten Khmer fast vollständig vernichtet worden ist – durch unvorstellbare Grausamkeiten. Und dieser junge Bischof ist dabei, die Kirche wiederaufzubauen. Sein Zeugnis war sehr eindrucksvoll: Er erzählte von Dörfern, in denen zuerst ein Gläubiger ist, dann zwei, drei, und dann wächst eine Gemeinde, und es entsteht eine kleine christliche Gemeinschaft.

Zweites Beispiel: Der Erzbischof von Quebec in Kanada hat ein sehr berührendes Zeugnis darüber gegeben, wie er selber zum Glauben gekommen ist; wie er durch das Zeugnis seiner Eltern evangelisiert worden ist, und was das für ihn heute als Bischof in der sehr säkularisierten, schwierigen Situation der Diözese Quebec bedeutet.

small christian communities


Im Blick auf unseren diözesanen Weg ist mir aufgefallen, wie sehr wir weltkirchlich in doch ähnlichen Situationen leben. So unterschiedlich es im Äußeren ist, so gibt es doch gemeinsame Grundzüge:

Das Erste und Wichtigste sind die "small christian communities": Ich konnte gar nicht zählen, wie viele Bischöfe über die Bedeutung von kleinen christlichen Gemeinschaften oder Gemeinden gesprochen haben. Es zeigt sich, dass diese Gemeinden die Basis der Evangelisierung sind:

Von dort geht Mission aus. Oder sie geht eben nicht.

Und ohne Mission – so muss man nüchtern sagen – stirbt die Kirche.

Wir stehen in der Erzdiözese Wien ganz in der Linie dessen, was sich weltweit in der katholischen Kirche tut. Bei uns werden in den nächsten Jahren die Zahlen der Pfarren zurückgehen, es wird größere Pfarren geben, aber - so hoffe ich - eine noch größere Zahl an kleinen christlichen Gemeinden. Darin werden Getaufte ihre Verantwortung als Christen, die voll im Leben stehen, wahrnehmen. Sie werden die Gemeinden – natürlich unter der Leitung des Pfarrers und des Pfarrgemeinderates – selber führen.

Ein Zweites nehme ich von der Synode mit: Es zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Priester untereinander Gemeinschaft haben, dass die priesterliche Gemeinschaft gestärkt wird – gerade in einer säkularisierten Gesellschaft, in der der Priester keine selbstverständliche Beheimatung mehr hat. Wichtig ist auch das Miteinander aller Getauften, die oft als Minderheiten leben. Es soll keine verschreckte, sondern eine mutige und selbstbewusste Minderheit sein, die den Schatz des Evangeliums in die Gesellschaft tragen darf.

Ein Drittes: Die Mitarbeit der Laien war während der gesamten Synode, auch im deutschsprachigen Kreis, ein wichtiges Thema, und es ist das in allen Teilen der Welt: Wir wissen und sehen, dass ohne die evangelisierende, glaubensvermittelnde Tätigkeit der Laien in ihrem Umfeld, in Familie, Beruf und Freundeskreis, eine Neuevangelisierung gar nicht denkbar ist.

Auch ein Defizit der Synode ist anzumerken: Ich hätte mir gewünscht, dass es noch ausdrücklicher um die Evangelisierung im engeren Sinn geht. Natürlich, vieles worüber wir gesprochen haben, ist Evangelisierung – im weiteren Sinn: Wenn in der Familie der Glaube weitergegeben wird, in katholischen Schulen, in der Kultur, im Sozialbereich – zweifellos ist der caritative Dienst am Nächsten ein ganz wichtiges Element der Verkündigung. Trotzdem ist mir die explizite Evangelisierung zu kurz gekommen: Wie wir - so wie der Apostel Paulus - denen das Evangelium bringen, die den Glauben nicht kennen, nicht mehr kennen oder nie wirklich kennen gelernt haben.

Eine Bilanz der Synode

Wenn ich versuche Bilanz zu ziehen, bewegen mich zwei Empfindungen: Weltweit nimmt die Bedrängnis der Christen zu, in vielen Ländern gibt es eine ausdrückliche Christenverfolgung, sind Christen diskriminiert. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite konnte man einen Eindruck davon bekommen, wie die Kirche – auch die Bischöfe, aber vor allem die Laien - in ganz bewundernswertem Mut, Engagement und Freude aus der Kraft des Evangeliums lebt.

Von einem berührendem Erlebnis möchte ich noch erzählen: Es gab einige Zeugnisse von Laien – leider nicht viele, aber sehr kraftvolle. Das vielleicht berührendste gab der jüngste Synodenteilnehmer, ein 25jähriger, der in Rom in der Jugendarbeit engagiert ist. Er sprach mit einer solchen Selbstverständlichkeit und Kraft von seiner Hoffnung! Und er erhielt den größten Applaus in der Synodenaula. Er hat unter anderem gesagt: "Bitte sagen Sie nicht, die Jugend ist die Zukunft der Kirche. Denn die Jugend ist die Gegenwart der Kirche!" Das möchte ich auch uns in Österreich sagen.

Aus:

http://www.minifundus.net/pages/inst




Eingefügt von blasius

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