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#1

Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an?

in Diskussionsplattform Kirche 03.08.2013 22:50
von blasius (gelöscht)
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Liebe Mitleserinnen und Mitleser,


was ist alles möglich?


Unterwegs zu einer neuen orthodox-katholischen Ökumene


Auszug aus:



Christ in der Gegenwart, 2/2010 S. 25 f. und 3/2010 S. 33 f.



Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an? Entsprechende Meldungen lassen die einen hoffen, dass es auch im Westen wieder zu einem entschiedeneren Glaubenszeugnis kommt. Andere befürchten, dass der katholisch-orthodoxe Dialog traditionalistische Strömungen stärkt. Zunächst gilt es, die Vielfalt der orthodoxen und katholischen Kirche wahrzunehmen und die wichtigsten Differenzen und gemeinsamen Herausforderungen zu benennen. Ein zweiter Teil geht dann auf die Chancen des Dialogs ein.


Tradition ist: Reformen


Gerade von orthodoxer Seite wird immer wieder gefordert, sich am Modell des ersten Jahrtausends zu orientieren. Die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst wurde von orthodoxen Christen nicht zuletzt deshalb so einhellig begrüßt, weil vielen Theologen noch sein berühmtes Zitat in den Ohren klingt: "Rom muss vom Osten nicht mehr an Primatslehre verlangen, als im ersten Jahrtausend gelebt und gelehrt wurde." Auf den ersten Blick klingt dies einsichtig und plausibel. Die umstrittene Primatsfrage wird so jedoch nicht gelöst, weil es bis heute nicht gelungen ist, gemeinsam zu definieren, was im ersten Jahrtausend über den Primat gelehrt und wie er damals gelebt wurde. Historische Studien mögen vielleicht irgendwann eine gemeinsame Definition ermöglichen. Damit ist aber keineswegs gesagt, dass die Primatspraxis immer dieser Lehre entsprochen hat.

Schließlich ist zu bedenken, dass in der globalisierten Welt des dritten Jahrtausends im Vergleich zum ersten Jahrtausend eine veränderte Form der Primatspraxis erforderlich sein wird. Die Lösung liegt daher nicht in der Vergangenheit, sondern im gemeinsamen Blick auf die Zukunft. Genau dies dürfte die Intention von Papst Johannes Paul II. gewesen sein, als er in seiner Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" ("Dass sie eins seien") die Vertreter der anderen christlichen Kirchen aufforderte, gemeinsam mit ihm über eine Form der Primatsausübung nachzudenken, "die zwar keineswegs auf das Wesentliche ihrer Sendung verzichtet, sich aber einer neuen Situation öffnet".

Ähnliches gilt für das Verhältnis von Nation und Universalität. Es ist unumstritten, dass das Christentum keine abstrakte Lehre ist, sondern ein lebendiger Glaube in immer neuen historischen Zusammenhängen. Im ersten Jahrtausend waren es vor allem die römische, die griechische und die syrische Kultur, in die sich der christliche Glaube inkulturierte. An der Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend folgten fränkische, germanische, slawische Einflüsse. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert kamen durch die weltweite Mission neue Kulturen in den Einflussbereich des Christentums.

In Europa entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine enge Bindung zwischen Kirche und Nation. Auf orthodoxer Seite wurde der sogenannte Ethnophyletismus, eine zu enge Bindung der Kirche an die Nation, zwar verurteilt, dennoch entwickelten sich so enge Bande zwischen Kirche und Nationalkultur, dass bis heute jeder Russe als potenzieller Orthodoxer und jeder Pole als potenzieller Katholik betrachtet wird. Nationale Konflikte wurden konfessionell überhöht oder untermauert. Entsprechend ist bis heute das Verhältnis beispielsweise zwischen Serben und Kroaten belastet. Inzwischen bemühen sich eine ganze Reihe ökumenischer Projekte um ein "Healing of memories", also um ein Heilen der Erinnerungen. Dabei besteht jedoch die Gefahr, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Bevor die Erinnerungen geheilt werden können, müssen wir lernen, mit ihnen umzugehen. Das "Dealing with memories", der Umgang mit den Erinnerungen, muss dem Heilen vorangehen. Dies wäre auch für die Konflikte zwischen Orthodoxen und Unierten in der Ukraine und in Rumänien ein wichtiger Grundsatz.

Im Hinblick auf das Verhältnis von Reform und Kontinuität in der Kirche scheint ein Dialog einfacher zu sein, da sich hier keine Seite zur Lehrmeisterin der anderen erheben kann. Beide Kirchen betonen ihre Kontinuität mit der Kirche der Apostel. In beiden Kirchen gibt es Beispiele für gelungene, aber auch misslungene Reformen. In beiden Kirchen gibt es traditionalistische Kreise, die jegliche Reform als Gefährdung der kirchlichen Identität betrachten und sich dem ökumenischen Dialog verschließen. Interessanterweise bezieht sich ihr Traditionalismus oft auf Katechismen und liturgische Bücher des 17. bis 19. Jahrhunderts, also auf recht junge "Traditionen" in der Kirchengeschichte. Die Traditionalisten erkennen nicht, dass ihre Riten und Aussageformen nicht die unveränderliche Tradition der Kirche, sondern das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses sind. Eine Tradition, die sich nicht verändert, erstarrt. Ein Glaube, der nicht auf den jeweiligen historischen Kontext Bezug nimmt, stirbt.

Viele orthodoxe Theologen des 20. Jahrhunderts sprechen deshalb von der "lebendigen Tradition" der Kirche, die aber nur bewahrt wird, wenn sie offen ist für Veränderungen. Beim Gespräch über die Tradition der Kirche denken wir viel zu oft rückwärtsgewandt. "Traditio" meint aber im ursprünglichen Sinn "Überlieferung", "Weitergabe". Sie ist also auf die Zukunft ausgerichtet, auf die Weitergabe des Glaubens. Joannis Zizioulas und andere zeitgenössische orthodoxe Theologen betonen daher den eschatologischen Aspekt der Kirche. Die Kirche bewahrt nicht nur die Tradition der Apostel, sie ist zugleich Vorgriff auf das Reich Gottes, das in ihr schon in dieser Welt wirksam wird. In dieser Perspektive steckt eine dynamische Kraft, die Reformen in der Kirche nicht als Gefährdungen ihrer Kontinuität, sondern als Schritte auf dem Weg in die Zukunft betrachten kann. Eben deshalb sind alle Problemfelder zugleich auch Chancen für ökumenische Lernprozesse. Wer im orthodox-katholischen Dialog Wege zur Einheit sucht, muss daher keine ganz neuen erfinden, sondern kann von den Erfahrungen der Vergangenheit profitieren, wenn er fragt: Wie hat sich die Kirche zwischen den jeweiligen Polen bewegt?


Statt vereinheitlichen: ergänzen


Bei der Einheit, die wir suchen, geht es nicht um eine strukturelle, sondern um eine gelebte, nicht um eine geistige, sondern um eine geistliche, nicht um eine wiederhergestellte, sondern um eine wiederentdeckte Einheit. Ersteres bedeutet nicht, dass die Kirche keine Strukturen brauchte und eine rein charismatische Gruppierung wäre. Orthodoxe und Katholiken sind sich über die Grundstrukturen der Kirche, beispielsweise ihre bischöfliche Verfasstheit, ja einig. Darüber hinaus brauchen wir jedoch keine einheitliche Organisationsstruktur, sondern einen lebendigen Austausch zwischen den Bischöfen, den Theologen und den Gläubigen in den Gemeinden. Deshalb brauchen wir persönliche Begegnungen, sei es durch Gemeindepartnerschaften, sei es durch Begegnungen zwischen Klostergemeinschaften, sei es durch gemeinsame Tagungen von Bischöfen.

Wir brauchen keine geistige Einheit, weil Orthodoxe und Katholiken seit Jahrhunderten in unterschiedlichen geistigen Welten leben. Es haben sich unterschiedliche Denkformen, verschiedene philosophische Konzepte sowie eine eigene Geisteskultur entwickelt. Es bedarf keiner Vereinheitlichung dieser geistigen Welten. Das Ökumenismusdekret des Zweiten Vatikanischen Konzils spricht davon, dass "im Orient und im Abendland verschiedene Methoden und Arten des Vorgehens zur Erkenntnis und zum Bekenntnis der göttlichen Dinge angewendet worden" sind, und stellt fest, "dass von der einen und von der anderen Seite bestimmte Aspekte des offenbarten Mysteriums manchmal besser verstanden und deutlicher ins Licht gestellt wurden, und zwar so, dass man bei jenen verschiedenartigen theologischen Formeln oft mehr von einer gegenseitigen Ergänzung als von einer Gegensätzlichkeit sprechen muss". Diese gegenseitige Ergänzung der Traditionen ginge verloren, wenn wir nach einer Vereinheitlichung unserer geistigen Welten streben würden. Die Vielfalt in der geistigen Welt muss jedoch durch eine geistliche Einheit getragen werden. Das Zweite Vatikanische Konzil hat im Ökumenismusdekret den geistlichen


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Ökumenismus als die "Seele der ganzen ökumenischen Bewegung" bezeichnet.

Auf die Bewunderung westlicher Christen für östliche Liturgie und Spiritualität wurde bereits im ersten Teil hingewiesen. Wenn wir die geistliche Einheit fördern wollen, darf dies jedoch kein einseitiger Prozess bleiben. Wir müssen uns daher stärker darum bemühen, den orthodoxen Gläubigen auch die geistlichen Schätze des Abendlandes nahezubringen. Die Schriften der westlichen Mystiker sollten verstärkt in östliche Sprachen übersetzt werden. Orthodoxen Gesprächspartnern würde dann eher deutlich, dass die abendländische Kirche im Mittelalter keineswegs in einem scholastischen Lehrgebäude erstarrt war, sondern auch über ein lebendiges spirituelles Leben verfügte. Im orthodoxen Bereich gibt es heute durchaus Ansätze, das westliche Erbe zu vermitteln, etwa durch die Vertonung der Chrysostomus-Liturgie mit gregorianischen Melodien durch Erzbischof Jonafan (Jeleckich) oder das Weihnachtsoratorium und die Matthäus-Passion von Erzbischof Hilarion (Alfejev). Das sind ermutigende Beispiele, die sich jedoch noch zu einer breiteren Bewegung entwickeln müssen, damit es wirklich zu einem "Austausch der Gaben" kommt.

Der Hinweis, dass die Einheit nicht wiederhergestellt, sondern wiederentdeckt werden muss, soll daran erinnern, dass die Einheit zwischen den Kirchen nie vollständig zerbrochen ist. Die Spaltung ging nicht bis an die Wurzeln. Daher müssen wir die Einheit nicht wiederherstellen, sondern die gemeinsamen Wurzeln wiederentdecken. Dann können sich neue Triebe entwickeln. Außerdem wird die Einheit letztlich nicht aufgrund menschlicher Bemühungen wiederhergestellt, sondern ist immer eine Gabe Gottes, die wir wiederentdecken müssen. Bischöfe und Theologen haben dabei eine besondere Verantwortung, insofern sie diesen Prozess des Wiederentdeckens der Gemeinsamkeiten fördern können.

Wenn wir die Vielfalt der Formen gelebten Glaubens wahrnehmen und schätzen lernen, die Problemfelder erkennen und die darin liegenden Chancen für Lernprozesse nutzen, kann unsere Suche nach Einheit mit Gottes Hilfe gelingen.



http://www.con-spiration.de/texte/2010/oeldemann.html


Auszug Ende.

Kann die Einheit wiederentdeckt werden, ja?

Einheitliche Grüße, blasius


zuletzt bearbeitet 03.08.2013 22:56 | nach oben springen

#2

RE: Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an?

in Diskussionsplattform Kirche 03.08.2013 23:00
von blasius (gelöscht)
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Beachtenswert:

Auszug, Zitat:

Die orthodoxe Kirche gilt gemeinhin als die "Kirche der Tradition". Viele Orthodoxe vertreten stolz die These, dass allein in ihrer Kirche die Tradition der Alten Kirche unverändert bewahrt worden sei.



http://www.con-spiration.de/texte/2010/oeldemann.html


Traditions reiche Grüße, blasius

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#3

RE: Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an?

in Diskussionsplattform Kirche 03.08.2013 23:43
von blasius (gelöscht)
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PÄPSTLICHER RAT ZUR FÖRDERUNG DER EINHEIT DER CHRISTEN

BERICHT VON MSGR. JOHAN BONNY


Die Situation der altorientalischen Kirchen



Während des ganzen Jahres 2006 haben wir auf den Fernsehschirmen und in der Presse immer wieder Bilder aus dem Teil der Welt gesehen, in dem die altorientalischen Kirchen (bzw. orientalisch-orthodoxen Kirchen, wie sie jetzt meist bezeichnet werden) leben. Selten gab es Tage, an denen aus den verschiedenen Ländern des Nahen Ostens nicht Unruhen oder Konflikte gemeldet wurden. In der Tat, eines nach dem anderen sind Länder wie Irak, Iran, Libanon, Syrien, das Heilige Land, Äthiopien, Eritrea und Ägypten von mehr oder weniger schweren Gewalttaten erschüttert worden. Die Namen verschiedener Städte der altchristlichen Tradition, wie Kirkuk und Mossul, tauchen wieder auf unseren Landkarten auf; Grund dafür ist leider der Konflikt im Irak. Die Welt blickt auf diese gequälten Länder weiter in der Hoffnung, daß sie möglichst bald wieder eine Zukunft in Frieden und Sicherheit erreichen mögen.

Der Ökumenismus der Solidarität


Wer schenkt denn der Anwesenheit und dem Schicksal der christlichen Gemeinschaften dieser Region wirklich Aufmerksamkeit? Bei den großen Debatten über die tatsächlichen politischen, sozialen, kulturellen und religiösen Verhältnisse in diesem Teil der Welt sind es nur allzu oft die christlichen Gemeinschaften, die als erste vergessen werden, so als würden sie bereits lediglich eine belanglose Größe, ein Relikt aus einer fernen Vergangenheit darstellen. Zahlreiche Christen im Nahen Osten haben das Gefühl, in ihren Ländern gleichsam zu »Ausländern mit Aufenthaltsgenehmigung« geworden zu sein. Eine solche Situation wäre weniger schwer zu ertragen, wenn diese Länder nicht zu den ersten gehört hätten, die das Evangelium angenommen und von Christus Zeugnis abgelegt haben.

Ein Dorf, eine Bergregion oder ein Tal zu verlassen, wo ihre Vorfahren für den christlichen Glauben ihr Blut vergossen haben, ist doppelt schmerzlich. Die unaufhörliche Abwanderung einzelner Christen und christlicher Familien aus dem Nahen Osten wird darüber hinaus zu einer realen Bedrohung für die Zukunft des Christentums in dieser Region.

Die Christen im Nahen Osten haben manchmal den Eindruck, daß ihre Brüder und Schwestern, vor allem im Westen, sich kaum der Komplexität der Herausforderungen bewußt sind, mit denen sie sich konfrontiert sehen. Es handelt sich wirklich um schwerwiegende Herausforderungen: Als christliche Gemeinde innerhalb einer Gesellschaft zu leben, die in ihrer großen Mehrheit muslimisch ist; solidarisch zu bleiben mit ihren jeweiligen Mitbürgern, ohne daß es zu einer Unstimmigkeit zwischen ihnen kommt; ein friedliches Verhalten zu fördern in einer Umgebung, wo Vorfälle der Gewalt an der Tagesordnung sind; eine Gemeinde mit vielfältigen kulturellen Horizonten aufzubauen, ohne sich von der arabischen Kultur zu trennen, die zahlreichen Christen gemeinsam ist. Zusätzlich zu alldem behindern manchmal Interventionen von außen, die oft kaum Bescheid wissen über die Geschichte und Eigenart der Region, die Kontinuität bestimmter, in den lokalen Traditionen verwurzelter Modelle des Zusammenlebens.

In dieser Lage ist der Ökumenismus, im besonderen der Ökumenismus der Solidarität und des Teilens, sehr wichtig. Zahlreiche Initiativen werden vor allem vom Rat der Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens [CEMO, MECC] unternommen, um die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und christlichen Gemeinschaften in den verschiedenen Bereichen des Familienlebens und des sozialen Lebens zu fördern. Bedeutende Anstrengungen werden dank der finanziellen Solidarität zahlreicher Organisationen für gegenseitige christliche Hilfe gemacht, um im Nahen Osten die ökumenischen Initiativen im Bereich der Schulen und der Gesundheitsversorgung sowie bei der Hilfe für Flüchtlinge, Obdachlose und Arbeitslose zu unterstützen.

Was die katholische Kirche betrifft, so gibt Papst Benedikt XVI. immer wieder seiner tiefen Besorgnis wegen des Nahen Ostens Ausdruck und appelliert an den guten Willen aller betroffenen Obrigkeiten und Institutionen. In seiner Ansprache an die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkredidierten Diplomatischen Corps sagte der Papst am 9. Januar 2006: »Meine Gedanken wenden sich spontan dem Land zu, wo Jesus Christus, der Friedensfürst, geboren ist, der für alle Menschen Worte des Friedens und der Vergebung gehabt hat; sie gehen in den Libanon, dessen Bevölkerung auch mit Hilfe der internationalen Solidarität seine historische Berufung zur aufrichtigen und fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften verschiedenen Glaubens wiederfinden muß; sie richten sich auf den ganzen Nahen Osten, besonders auf den Irak, Wiege großer Kulturen, der in diesen Jahren tagtäglich von blutigen Terrorakten überschattet wird.« Diese Worte wiederholte und vertiefte Benedikt XVI. dann in seiner Botschaft vom 25. Dezember 2006 an die Katholiken im Nahen Osten sowie in seiner Ansprache am 8. Januar 2007 an die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Korps. Seine Worte sind von allen christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten aufmerksam gehört und gewürdigt worden.

Dialog mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen

Die Gemischte Internationale Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen hat ihre dritte Versammlung vom 26. bis 30. Januar 2006 abgehalten. Die Versammlung fand auf Einladung des obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Seiner Heiligkeit Karekin II., in Armenien, am Sitz des Katholikats von Edschmiadzin, statt. Am Sonntag, den 29. Januar, wohnten die Mitglieder der Gemischten Kommission einer Feier der Göttlichen Liturgie bei, der der Katholikos Karekin vorstand. Die Delegationen hatten anläßlich der Versammlung auch Gelegenheit zur Verehrung der Reliquien des hl. Gregor des Erleuchters, des Gründers der armenischen Kirche; die Reliquien waren am 10. November 2000 von Papst Johannes Paul II. im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der vatikanischen Basilika an den Katholikos Karekin II. übergeben worden.

Die Versammlung der Kommission fand unter dem Vorsitz von Kardinal Walter Kasper und Metropolit Anba Bishoy von der koptisch-orthodoxen Kirche statt. Die beiden katholischen und orthodoxen Delegationen umfassen je 14 Mitglieder. Die orthodoxe Delegation setzt sich aus den Vertretern von sieben Ortskirchen zusammen, die zusammen die »Familie« der orientalisch- orthodoxen (oder altorientalischen) Kirchen bilden: die koptisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-orthodoxe Kirche, die armenisch-apostolische Kirche (mit den beiden Katholikaten von Edschmiadzin und Kilikien), die orthodoxe Kirche von Äthiopien, die orthodoxe Kirche von Eritrea und die syrisch-orthodoxe Kirche von Malankar. Die katholische Delegation umfaßt Vertreter der lateinischen Tradition und verschiedener Traditionen katholischer Ostkirchen (unter anderem der koptisch-katholischen, der syrisch-katholischen, der armenisch-katholischen, der maronitischen, der syrisch-malabarischen und der äthiopischen Kirche).

Diese Kommission hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2003 auf die Untersuchung von Fragen konzentriert, welche die Ekklesiologie, besonders die Gemeinschaftsstrukturen, und die Ausübung des apostolischen Amtes in der Kirche betreffen. Auf dem Programm der Versammlung von Edschmiadzin standen drei Studien- und Dialogthemen: an erster Stelle die Bischöfe in der apostolischen Sukzession; sodann die Beziehung zwischen dem Primat und der Synodalität/Kollegialität in der Ausübung des apostolischen Amtes; und schließlich die Bedeutung und das Funktionieren der Synoden auf der lokalen und universalen Ebene der Kirche. Was diese drei Themen betrifft, so teilen die katholische Kirche und die orientalisch-orthodoxen Kirchen weithin dieselbe Lehre und dieselbe Praxis. Trotz ihrer Unterschiede haben sie nämlich einen Großteil des ekklesiologischen Erbes aus den Anfangszeiten der Kirche und den Jahrhunderten vor dem Bruch der Gemeinschaft zwischen ihnen noch gemeinsam. Der Dialog hat ermöglicht, diese übereinstimmenden Elemente und ihre Bedeutung für die Wiederherstellung der Gemeinschaft besser zu definieren.

Gleichwohl verlangen gewisse Unterschiede im Bereich der Lehre und der ekklesiologischen Praxis, wie sie im Laufe der Jahrhunderte der Trennung zutage getreten sind, noch weitere Klärungen. Diese Fragen hängen mit bestimmten Unterschieden zusammen, die nicht nur zwischen der katholischen Tradition und den orthodoxen Traditionen bestehen, sondern ebenso zwischen bestimmten orientalischen Traditionen untereinander. Die Familie der orientalischorthodoxen Kirchen hat nämlich verschiedene historische Traditionen geerbt, die noch darauf warten, miteinander versöhnt zu werden. Die Gesamtheit dieser Arbeit steht auf dem Programm der nächsten Versammlungen der Kommission für den Dialog.

Die Kirchen der syrischen Tradition

Die Einheit der Christen muß überall wiederhergestellt werden, wo Risse im Gefüge der ungeteilten Kirche vorhanden sind. Was nun den christlichen Osten betrifft, so hat es diesen Riß nicht nur zwischen den Kirchen verschiedener apostolischer Traditionen gegeben, sondern ebenso innerhalb dieser Kirchen. Das beredteste Beispiel lieferte das Patriarchat von Antiochia, aus dem verschiedene Kirchen griechischer und syrischer, katholischer und orthodoxer Traditionen hervorgegangen sind, Kirchen, die trotz ihrer tiefen Verwandtschaft noch immer getrennt sind. Wie kann man das beheben? Unter anderem durch Begegnungen und Austausch, wo man sich in besonderer Weise dem Studium einer Tradition in ihrer Gesamtheit widmet.

Im Jahr 2006 wurden verschiedene ökumenische Tagungen in der Absicht veranstaltet, Experten und Vertreter der syrischen Tradition zusammenzubringen. Einige dieser Tagungen waren dem Leben und Werk des hl. Ephräm des Syrers gewidmet – anläßlich der 1700. Wiederkehr des Geburtstages des Dichters (306–2006). Vom 11. bis 14. Mai 2006 hat zum Beispiel das »Orientalische Studien- und Forschungszentrum für das syrische Erbe« (Libanon) in Zusammenarbeit mit dem Rat der Kirchen in Aleppo (Syrien) eine internationale Tagung über das Thema »Der hl. Ephräm der Syrer, ein Dichter für unsere Zeit« veranstaltet. Vom 8. bis 16. September 2006 hat das »Ökumenische Forschungszentrum Saint Ephrém« [SEERI] in Kottayam (Kerala, Indien) ein internationales ökumenisches Kolloquium über die syrische Tradition abgehalten, das gleichfalls dem Leben und Werk des hl. Ephräm gewidmet war. Die Stiftung »Pro Oriente« (Wien), die sich seit vielen Jahren der ökumenischen Erforschung der syrischen Tradition widmet, hat beschlossen, diesem Engagement durch die Planung einer neuen Reihe von Kolloquien auf akademischer Ebene über die syrische Tradition, den sogenannten »Colloquia Syriaca«, neuen Auftrieb zu geben.

Diese Tagungen und Kolloquien nehmen in der ökumenischen Bewegung insgesamt einen wichtigen Platz ein. Ohne sich an die Stelle des offiziellen Dialogs zu setzen, ermöglichen sie den Kirchen derselben Tradition, ihre gemeinsamen Wurzeln zu vertiefen und ihre verwandtschaftliche Nähe zu stärken. Sie helfen außerdem, bestimmte, manchmal recht einseitige Auslegungen zu überwinden, die diese Kirchen von ihrer Geschichte und ihrem Erbe vorgenommen haben. Schließlich tragen diese Tagungen und Kolloquien dazu bei, daß sich die ganze Kirche manche christliche Traditionen zunutze macht, die allzu leicht in Vergessenheit geraten, wie es gerade bei der syrischen Tradition der Fall ist.

Der für die »Gebetswoche für die Einheit der Christen« 2007 gewählte Bibeltext ist dem Evangelium des hl. Markus entnommen (7,31–37). Der Abschnitt beginnt mit der Beschreibung eines Weges durch die Länder des Nahen Ostens: »Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis« (Mk 7,31). Dieser geographische Hinweis klingt zu Beginn der Gebetswoche wie eine Aufforderung, uns unseren Brüdern und Schwestern in Christus, die verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften angehören und das Land bewohnen, wo die Heilsgeschichte ihren Anfang genommen hat, nahe zu fühlen.

http://www.vatican.va/roman_curia/pontif...oriente_ge.html



Einheitliche Grüße, blasius

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#4

RE: Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an?

in Diskussionsplattform Kirche 03.08.2013 23:48
von blasius (gelöscht)
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Markus 7,31-37


Kapitel 6
Kapitel 8

Von Reinheit und Unreinheit


1 Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf.1
2 Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.
3 Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt.2
4 Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.3
5 Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?
6 Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
7 Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
8 Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.
9 Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung.4
10 Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden.
11 Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe.
12 Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun.
13 So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.
14 Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:
15 Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
16 []5
17 Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes.
18 Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann?
19 Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein.
20 Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
21 Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,6
22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft.
23 All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.
Die Erhörung der Bitte einer heidnischen Frau
24 Jesus brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.7
25 Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.
26 Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.8
27 Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
28 Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.
29 Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.
30 Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.
Die Heilung eines Taubstummen
31 Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
32 Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.
33 Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;9
34 danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!
35 Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.
36 Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt.
37 Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.


Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

dieTauben hören und die Stummen sprechen.


In diesem Sinne, liebe Grüße, blasius

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#5

RE: Nähern sich katholische und orthodoxe Kirche an?

in Diskussionsplattform Kirche 03.08.2013 23:58
von blasius (gelöscht)
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Der Hilferuf eines Armen zu Gott

1 [Ein Gebet Davids.]

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! Denn ich bin arm und gebeugt.

2 Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben! Hilf deinem Knecht, der dir vertraut!

3 Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! Den ganzen Tag rufe ich zu dir.1

4 Herr, erfreue deinen Knecht; denn ich erhebe meine Seele zu dir.

5 Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.

6 Herr, vernimm mein Beten, achte auf mein lautes Flehen!

7 Am Tag meiner Not rufe ich zu dir; denn du wirst mich erhören.

8 Herr, unter den Göttern ist keiner wie du und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast.2

9 Alle Völker kommen und beten dich an, sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre.

10 Denn du bist groß und tust Wunder; du allein bist Gott.

11 Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir. Richte mein Herz darauf hin, allein deinen Namen zu fürchten!

12 Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen, will deinen Namen ehren immer und ewig.

13 Du hast mich den Tiefen des Totenreichs entrissen. Denn groß ist über mir deine Huld.

14 Gott, freche Menschen haben sich gegen mich erhoben, die Rotte der Gewalttäter trachtet mir nach dem Leben; doch dich haben sie nicht vor Augen.

15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, du bist langmütig, reich an Huld und Treue.

16 Wende dich mir zu und sei mir gnädig, gib deinem Knecht wieder Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!

17 Tu ein Zeichen und schenke mir Glück!

Alle, die mich hassen,

sollen es sehen und sich schämen,

weil du, Herr, mich gerettet und getröstet hast.



Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

Einheitliche Grüße und gute Nacht, blasus

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