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#1

Naju/Julia Kim

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 23.09.2014 00:31
von Stefan (gelöscht)
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Liebe Forumsmitglieder, liebe Gäste,

Die Privatoffenbarungen von Naju an Julia Kim sind ja in Privatoffenbarungskreisen bekannt und haben unter Katholiken eine große Anhängerhaft. Mir ist vor einiger Zeit eine Naju-Botschaft aufgefallen, die ganz offensichtliche Irrlehren enthält:

Zitat
„Ich (die angebliche Muttergottes) wünsche, daß Du deine Schmerzen, die sogar zu zweimaligen Sterben reichen und durch die sogar Gottvater Trost findet, für ihn aufopferst. Mein innig geliebter Papst, erster Sohn der Kirche! Wir lassen aus lauterer, erhabener, reinster Liebe seit der Menschheitsgeschichte nie dagewesene Zeichen geschehen und geben die Liebesbotschaft mehrmals zu wiederholtem MaleMeine und meines Sohnes Liebesbotschaft muß schleunigst die kirchliche Anerkennung finden, denn der Untergang der Kirche hat durch bedrohliche Irrlehren…bereits das Ende der Klippe erreicht.“



Die entscheidenden Stellen sind fett markiert:

1.) Demnach sei die Muttergottes schon lange vor ihrer Empfängnis existent gewesen, demnach spätestens sei Adam! Das ist die erste Irrlehre

2.) Leider liegt mir der Text mit der ersten Lücke vor. Wenn sind in der Textlücke nichts findet, was Aufschluss über den Satzteil nach der Lücke gibt, dann würden Gottvater und Jesus Christus identisch sein. Aber das lässt sich hier nicht nachweisen.

3.) Weder in der Bibel, noch in der jüdischen und kirchlichen Tradition ist überliefert, dass die Gottesmutter zumindest von Adam bis Christi Kreuzestod Wunder gewirkt hätte. Die Liebesbotschaft, das Evangelium, wurde hingegen nicht von der Gottesmutter verkündet, sondern von Christus. Dass Maria das Evangelium seit Adam der Welt mehrmals verkündet hätte, ist auch nirgends überliefert. Aber das alles erübrigt sich ja siwieso, weil die Präexistenz Mariens eine Irrlehre ist. Maria existiert nach der kirchlichen Lehre, die ja die Lehre Gottes ist, erst seit ihrer Empfängnis. Der einzige Mensch, der vor seiner Empfängnis existierte, ist ebenfalls gemäß der Lehre Christus.

4.) Es ist dann die Rede von der Kirche, die kurz vor ihrem Untergang stünde. Und ihr Untergang durch "bedrohliche Irrlehren" könne offenbar nur durch die kirchliche Anerkennung der Privatoffenbarungen von Naju aufgehalten werden. Das ist auch ein ganz offenkundiger Unfug, weil die Kirche gemäß Jesu Worten in Mt. 16,18 so oder so nicht untergehen wird.

Die Botschaften von Naju stammen also ganz klar von der dunklen Seite, wobei da noch die sog. "Hostienwunder" zu klären wären.


liebe grüße und Gottes Segen
Stefan


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#2

RE: Naju/Julia Kim

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 23.09.2014 01:30
von Aquila • 5.554 Beiträge

Lieber Stefan


Eine vortreffliche Analyse !

Eingedenk der obigen Kriterien für eine falsche Erscheinung / Vision
folgende ang. "Botschaft" von "Gottvater" an "Julia Kim"
während einer "ang. "Entrückung" am Karfreitag 18.April 2014 :

-

"Gottvater"
Etwas will Ich dir zeigen. Möchtest es sehen?“

Julia: „Ja, zeige es mir bitte.“

Gottvater: „Ja, Ich zeige es dir. Siehe, hier.“

Mit der Beendigung der Worte Gottvaters wurde es hell vor mir.
Dort sah ich mit Schaudern den prächtigen Thron Gottes,
auf dem Der mich soeben begleitende Gottvater mit Lächeln thronte.
Ein langer leuchtender Bart zierte Sein Antlitz.
An Seiner rechten Seite winkte mir Jesus mit der rechte Hand
zu
mit einem strahlenden Lächeln
und ebenso begrüßte mich die Gottesmutter mit einem Lächeln.
Auch viele Engeln sowie alle Heiligen, mir bekannte und unbekannte, grüßten mit Jubel. Insbesondere der Heilige Andreas, Dae-Gun Kim (Erster koreanischer Priester),
Hl. Franziskus von Assisi nebst Pater Pio begrüßten mich freudig mit einem zustimmenden Kopfnicken. Besonders freudig begrüßten und empfingen mich dort
der Hl. Johannes Paulus ll. und Erzbischof Giovanni Bulaitis.
Pater dos Santos aus den Philippinen, der erste Augenzeuge des Hostienwunders
am 16. Mai 1991, nebst Pfarrer Philipp Su,
der ebenso Augenzeuge des Blutwunders in Naju/Korea wurde, lächelten mich an.
Gottvater befahl Engeln, mir die schönen Orte des Himmels zu zeigen.
An einem Ort sah ich, dass viele Bücher hochgestapelt lagen.
Daneben standen etliche Lebensbäume.
Inmitten dieser lag, auf einer wunderschönen Tablette aus Jade, ein großes Buch,
aus dem unbeschreiblich schönes, prächtiges Licht herausströmte.
Es war das Buch des Lebens. Daneben stapelten sich Bücher,
die zu den Büchern der Sünden zählten, die unzählig groß an Zahl waren.

-

Zu dieser ang. "Botschaft"
- die das Kriterium des Lächerlichen erfüllen dürfte -
gibt es noch Einiges zu sagen....

doch dies demnächst....
zu einer weniger vorgerückten Stunde....



Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 23.09.2014 01:30 | nach oben springen

#3

RE: Naju/Julia Kim

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 23.09.2014 02:39
von Stefan (gelöscht)
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Lieber Aquila,

das hört sich ja auch so an, als hätte der ganze Himmel auf Julia Kim gerade gewartet, nur um ihr zuzujubeln etc. Vergleichen wir diese Szene einmal mit den Szenen, in denen sich der hl. Apostel Johannes im Himmel vorgefunden hat. Offenbar hat Julia im Himmel weit größeres Ansehen als der Lieblingsjünger Christi. Was für ein Unfug?!

Nach der Johannesoffenbarung gibt es nur einen Lebensbaum im Himmel und nicht etliche!

Entweder ist Julia Kim eine Hochstaplerin und bzgl. der angeblichen Hostienwunder eine Illusionistin, oder da wirkt(e) bei ihr ganz direkt die dunkle Seite.


Wie Katholiken einen solchen Unsinn glauben können, ist und bleibt mir ein Rätsel!

Kann es denn wirklich sein, dass ich innerhalb von nur 5 Jahren - seit meiner Bekehrung 2009 - mehr über den katholischen Glauben weiß, als diese, die schon Jahrzehnte "katholisch" sind? Wenn das so sein sollte, dann ist das äußerst traurig! Aber wie soll das auch anders sein können, wenn man den Glauben nicht aus der Kirche schöpft, sondern aus allen möglichen und unmöglichen Preivatoffenbarungen?! Statt sich intensiv mit der Bibel zu beschäftigen, um den Katholizismus tiefer zu verstehen, beschäftigen sie sich mit den "Privatoffenbarungen" der falschen Propheten.

Ist ja doch auffälig, dass gerade seit dem Zeitpunkt, seit es das Internet gibt, urplötzlich immer neue "Privatoffenbarungen" wie Pilze aus dem Boden geschossen kommen. Das gibt zu denken.


Liebe Grüße und Gottes Segen
Stefan


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#4

RE: Naju/Julia Kim

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 23.09.2014 22:16
von Aquila • 5.554 Beiträge

Lieber Stefan

Nun wie angekündigt noch einige Anmerkungen zu der
sog. "Botschaft".

Du hast Einiges bereits trefflich angedeutet.

Diese "Beschreibung" des "Himmels" ist in der Tat ein
einziger Unsinn.
Theologisch ohnehin nicht haltbar.
Nur die wichtigsten Klarstellungen:

Wir lesen folgende Lächerlichkeit.....

-
Ein langer leuchtender Bart zierte Sein Antlitz.
An Seiner rechten Seite winkte mir Jesus mit der rechte Hand
zu

-

Der ang. "Gottvater" mit einem "leuchtenden Bart" (?!)
Und dann "an seiner rechten Seite" der "winkende Jesus" (?!)
inklusive ein "Winke winke Heiligen-Empfangskommitee" ....


Die allerheiligste Dreifaltigkeit, GOTT ist in Seinem Wesen
GEIST.

Daher kann bei IHM auch nicht von
"äusseren Gestalten" Seiner allerheiligsten Dreifaltigkeit geredet werden
sondern vielmehr eben
von Personen.
Vielleicht könnte man es auch - etwas vereinfacht - so etwas verständlicher ausdrücken.
Jede Göttliche Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit hat
"eine andere Funktion"
bei jeweils gleicher Wesenheit / Natur / Substanz.

Gott-Vater hat keine menschliche Gestalt angenommen.....
der "leuchtende Bart" ist schlicht lächerlich !

Der zur Sühne der Sünden der Welt
Mensch gewordene eingeborene Sohn Gottes Jesus Christus
kann nicht "rechts daneben winken",
denn Er und der Vater sind
in der Einheit des Heiligen Geistes
e i n s
.

Alleine durch mit und in Jesus Christus
ist denn die
Anschauung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gottes möglich....
Gott so zu schauen, wie Er ist.....
Seine Ewige Dreieine Macht und Herrlichkeit ......


Der hl. Alphons Maria v. Ligouri über die Anschauung Gottes:

-

Und so ist die Seele im Himmel ganz mit Gott vereinigt,
sie liebt Ihn aus allen Kräften mit einer vollkommenen und vollendeten Liebe,
mit einer Liebe, die zwar endlich ist,
weil kein Geschöpf einer unendlichen Liebe fähig ist, die aber dessen ungeachtet sie so vollkommen sättigt und beseligt, daß ihr nichts zu wünschen übrig bleibt.
Gott dagegen teilt sich der Seele mit,
Er erfüllt sie mit seiner Liebe und mit seiner Herrlichkeit,
insoweit sie es nach Maß ihrer Verdienste fähig ist.

Er vereinigt sich mit ihr
nicht bloß
durch einzelne Gnadengaben, Erleuchtungen und Liebesbezeigungen,
wie er sich hier auf Erden mit den Seelen vereinigt,

sondern in seiner Wesenheit.
Gleichwie das Eisen im Feuer glühend und leuchtend wird und sich in Feuer zu verwandeln scheint,
so wird die Seele von Gott durchdrungen und mit Gott erfüllt
.
Und obwohl sie ihr eigentümliches Sein nicht verliert, so versinkt sie doch dergestalt in dem grundlosen Meere der göttlichen Wesenheit, das sie sich gleichsam vernichtet fühlt,
wie wenn sie es nicht mehr wäre.
Dies ist das selige Los, das der Apostel seinen Jüngern wünschte:
"Daß ihr erfüllt werden mögt mit aller Fülle Gottes" (Eph 3,19).

-

Welch ein Unterschied zu der obigen "Beschreibung".


Schliesslich noch dies:

Die Gemeinschaft der Heiligen ist kein
gleichgeschalteter "Begrüssungs- und Kopfnickverein".
Die Schönheit der Krone der Glückseligkeit
setzt sich aus den auf Erden erworbenen Verdiensten zusammen.....
d.h. denn auch eine Stufung !

Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter ist
in ihrer alleinigen Schönheit gleichsam ein"eigener Himmel".

Ein jeder Zugehöriger zur Gemeinschaft der Heiligen ist denn im Himmel
gleichsam eine "eigene Sonne"....
je nach den erworbenen Verdiensten bekleidet mit dem Lichte Gottes,
bekleidet mit der Herrlichkeit Gottes ....
so denn Anteil habend am Göttlichen Dreieinen Ewigen Leben.
Ein jeder erfreut sich denn an der Schönheit des Anderen......





Freundliche Grüsse und Gottes Segen.

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#5

RE: Naju/Julia Kim

in Kirchlich NICHT anerkannte "Erscheinungen" / "Botschaften" / "Wunder". 24.09.2014 16:42
von Stefan (gelöscht)
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Lieber Aquila,

vielen Dank für diese sehr guten Darlegungen!

Der "gleichgeschaltete "Begrüssungs- und Kopfnickverein", von dem Du sprichst, begegnet uns auch in den von der Kirche abgelehnten Erscheinungen in Marpingen von 1999. Und dieser "Begrüssungs- und Kopfnickverein" war "so ganz gut drauf". So in etwa formulierte das eine der Seherinnen.

Bezüglich der "Gestalt" Gottes kenne ich bereits die Argumentationen der Befürworter irriger Erscheinungen. Sie sagen, auch in der Bibel hätten Propheten die Gestalt Gottes gesehen. Sie verweiosen da auf bestimmte Bibelstellen, aber die fallen mir jetzt spontan nicht ein. Aber für jeden Bibelkundigen ist klar, dass das nicht die rein göttliche Gestalt Gottes ist, die sie gesehen haben. Ich kann das jetzt nicht ausdrücken. Sicherlich bist Du dazu in der Lage. Vielleicht kann man das so ausdrücken: Gott zeigte sich den Propheten in der für sie "ertragbaren" Weise, denn Gott, so wie ER in und an sich tatsächlich ist, kann kein Mensch sehen, da er dann sterben würde.

Doch wenn man diese biblischen Berichte mit der von Julia Kim vergleicht, gibt es zwischen deutliche Unterschiede. Den biblischen Propheten "zeigte" sich Gott in der für den Menschen "ertragbaren" Form nüchtern und nicht albern - ausnahmslos!


Liebe Grüße
Stefan


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