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  • Thema von Blasius im Forum Hochfeste der allersel...



    An den meisten Marienfesten begegnen uns in den Episteln Texte aus dem Alten Testament, aus denen nicht so ohne weiteres zu ersehen ist, was sie eigentlich mit Maria zu tun haben sollen. In diesen Stellen schildert uns der heilige Verfasser, wie Gott in unergründlicher Weisheit seine Schöpfung erdacht und mit liebevollster Weisheit verwirklicht hat. Als Dichter lässt er darin die Weisheit Gottes als etwas anscheinend Selbstständiges, als eine Personifikation oder Person auftreten, die in unvordenklichen Zeiten dem Inneren Gottes entstiegen ist, seitdem vor ihm spielt und mit Wonne nun der von Gott durch sie geschaffenen Welt sich zuwendet, um den Geschöpfen die Gabe der Weisheit zu vermitteln.



    Als nun die zweite göttliche Person in der Fülle der Zeiten Mensch wurde, verkündete uns die Offenbarung Gottes den ins Fleisch eintretenden Gottessohn als das Wort oder den Gedanken seines ewigen Vaters. Daraus erhellte, dass Gott-Vater in seinem ewigen Schoß aus der Überfülle seiner Selbsterkenntnis seinen Sohn gezeugt hatte und noch immerfort zeugte. Damit stand dieser Sohn aber in unmittelbarer Verbindung mit der Weisheit Gottes, erschien gleichsam als die Person gewordene Weisheit Gottes selbst. Die gläubige Welt begrüßte daher Jesus Christus als die fleischgewordene Weisheit Gottes und wandte auf den Gottmenschen die alttestamentlichen Texte von der Weisheit Gottes an.



    Die göttliche Weisheit hat aber aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen. Neun Monate lang ruhte sie im Mutterschoß der heiligen Jungfrau. Darf man ihr deshalb nicht mit Recht den herrlichen Titel geben: Sedes sapientiae, Sitz der Weisheit? Wer könnte aber so lange und so innig mit der Weisheit selbst verbunden sein, ohne nicht auch von ihr erfüllt zu werden? Maria musste daher, wie voll der Gnaden, so auch voll der göttlichen Weisheit sein. Als die „weiseste Jungfrau“ begrüßt sie die Lauretanische Litanei.



    Wer aber ist ein Weiser? Weise sein ist etwas ganz anderes als klug oder gelehrt sein. Klug liegt nicht fern von Schlausein, ein Weiser aber ist meilenweit davon entfernt. Gelehrt ist, wer mehr weiß als die Menschen gewöhnlich. Aber die Wissenden unter uns sind noch lange nicht immer die Weisen, und selbst jemand ohne Schulbildung kann ein Weiser sein. Wir sprechen gerne dem Alter die Weisheit zu und wollen damit sagen: Nur wer einsichtsvolle Erfahrung gesammelt hat, nur wer nicht mehr wie die leichtfüßige Jugend an der Oberfläche haften bleibt und über die Tiefen des Lebens hinweghüpft, nur wer aus tiefer Einsicht und letzten Beweggründen urteilt und handelt, der ist der Weise unter uns, dessen Rates wir uns gerne bedienen.



    Maria ist nun der Sitz der Weisheit, die weise Jungfrau, darum voll der herrlichen Gottesgabe der Weisheit. Sie kann darum nicht anders, als alles zu erwägen, alles zu beurteilen aus dem Letzten und Tiefsten, darum aus dem Sichersten und Wahrsten. Das heißt aber: Maria sieht alles im Licht Gottes und aus des Menschen Berufung zu Gott hin. Darum kann niemand uns so gut Beraterin auf unserem Weg durch dieses Erdenleben zu Gott hinauf sein als Maria. Sie weiß, ob diese oder jene Einzelheit unseres Lebens, diese oder jene Phase unseres Lebensweges wirklich zum wahren Glück führt. „Mutter des Guten Rates“ hat sie deswegen so fein der fromme Sinn der Christen genannt. Wie viele Christen mögen es schon sein, die in den Unklarheiten oder Schwierigkeiten ihres Erdenlebens zur Mutter vom Guten Rat gepilgert sind und bei ihr, dem Sitz der Weisheit, Klarheit und Sicherheit erhalten haben!



    Kirchengebet



    Gott, Du gabst die Gebärerin Deines geliebten Sohnes uns zur Mutter und ihr herrliches Bild hast Du durch eine wunderbare Erscheinung berühmt zu machen Dich gewürdigt. Gewähre uns, wir bitten Dich, die Gnade, im steten Gedenken ihrer Ermahnungen nach Deinem Herzen zu leben und glücklich zum himmlischen Vaterland zu gelangen. Amen.



    Zur Geschichte des Festes: Die Uranfänge der Verehrung der lieben Gottesmutter unter dem Titel „Maria vom Guten Rat“ gehen auf eine Legende zurück. Danach soll das Bild Unserer Lieben Frau von Genazzano, unweit von Palestrina, auf wunderbare Weise von Albanien nach Italien versetzt worden sein. Zwei Christen, die das Bild vor dem Zugriff der Muselmanen retten wollten, nahmen es mit über das Adriatische Meer und ließen es in einer Augustinerkirche zurück. Dies soll im Jahr 1467 geschehen sein.



    Geschichtlich steht folgendes fest: Dieses Bild wurde 1682 vom Kapitel der vatikanischen Basilika gekrönt, und auch der Titel: U. L. Frau vom Guten Rat ist bereits im 17. Jahrhundert bekannt. Das Fest wurde in Genazzano schon seit 1727 gefeiert. Pius VI. gestattete dieses Marienfest im Jahr 1789 dem ganzen Augustinerorden und setzte den 26. April als Festtag an. Seitdem gewann dieses Fest immer mehr an Beliebtheit und wird heute in verschiedenen Diözesen gefeiert.

    Leo XIII., der aus der weiteren Umgebung von Genazzano stammt, gab diesem Marienfest eine besondere Bedeutung, indem er die Anrufung „Mutter vom Guten Rat“ in die Lauretanische Litanei aufnahm.



    (Prof. Dr. Carl Feckes, So feiert dich die Kirche, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1957)


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    https://www.marianisches.de/marienfeste/...-vom-guten-rat/

  • Vom Reich GottesDatumHeute 09:12
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von den Weissagungen der Schrift



    Herr, vor dir sind alle Zeiten,

    Die nach deinem Willen gehn,

    Und zum Heile alle leiten,

    Welche ihren Wink verstehn.



    1. Nie genug können wir die Vorsehung des Allerhöchsten bewundern, die über die Erhaltung der Erblehren, Verheißungen und des Opferdienstes wachte, die er den ersten Menschen gab, und die bis auf Noah, den Gerechten, sich vererbt hatten, der selbst nach der Sündflut dem Herrn ein feierliches Opfer bringt. (Genesis 8,20) Und siehe, bald bevölkert die Erde sich abermals, neue Völker erwachsen, und schon droht Finsternis des Götzentums die heilige Erblehre zu verdunkeln. Da erwählt der Allerhöchste ein eigenes Volk, sie zu bewahren, und schmückt es mit seiner Erkenntnis, mit Wundern, Weissagungen und einem göttlichen Gesetz.



    2. Alle diese Opfer, Wunder und Weissagungen zielten nach einem verheißenen Erlöser, wie nach ihrem Mittelpunkt. Adam erhielt die erste dunkle Weissagung von einem künftigen Retter. Abraham, der Stammvater dieses gesonderten Volkes, empfängt die Zusage, dass der Erlöser aus seinen Nachkommen sein werde, und dass in ihm alle Nationen gesegnet werden. Sein Enkel Jakob weissagt auf seinem Totenbett seinem Sohn Juda, dass dieser Erwartete der Nationen aus seinem Geschlecht abstamme, aber erst dann erscheinen werde, wenn das Zepter von Juda gewichen sein wird. Moses verkündete ihn als den neuen Gesetzgeber. David lobpreist ihn als seinen Sohn und seinen Herrn und als den ewigen hohen Priester. Spätere Propheten aber schildern ihn, als schrieben sie seine Geschichte.



    3. Du aber, o Herr aller Zeiten, hast die Aussprüche deiner Propheten besiegelt. Die Erfüllung der Weissagung deines Sehers Jesaja von einer siebzigjährigen Gefangenschaft seines Volkes, und ihre Befreiung durch den noch ungeborenen König Cyrus, erweckte ihm vollen Glauben über alles, was er von der jungfräulichen Geburt und den Leiden des Messias geweissagt hatte. Und wie auch hätte die erfüllte Weissagung Daniels von den vier Monarchien je einen Zweifel übrig gelassen, dass der Messias nach zweiundfünfzig Jahreswochen erscheinen wird, dass sein Volk ihn töten, und dass die Römer ihre Stadt und den Tempel zerstören würden? Alle diese Weissagungen vom Anfang bis zum Ende bilden einen lichtvollen Plan der Erlösung, der vollkommen durch deinen Eingeborenen, unseren Herrn, in Erfüllung ging. Psalm 93,4-5: "Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser, gewaltiger als die Brandung des Meeres ist der Herr in der Höhe. Deine Gesetze sind fest und verlässlich; Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit für alle Zeiten."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumHeute 08:40
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet des heiligen Athanasius am 26. April



    Vernimm, o allerheiligste Jungfrau Maria, unser Gebet und denke an uns. Lass uns teilnehmen an deinen Schätzen und an der Gnadenfülle, die du genießt. Der Erzengel begrüßt dich und nennt dich voll der Gnaden. Alle Völker preisen dich glückselig, die himmlischen Chöre lobsingen dir. Auch wir, die wir noch hier auf Erden leben, auch wir rufen dir zu: Gegrüßet seist du, Gnadenvolle, der Herr ist mit dir. Bitte für uns, o Mutter Gottes, unsere Gebieterin, unsere Königin. Amen.



    Zum Heiligen Geist



    O Heiliger Geist, ich bitte Dich durch Maria unablässig um Deine sieben Gaben: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Furcht des Herrn - und um die zwölf Früchte: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Heute wurde zu Rom in der Kirche der seligsten Jungfrau auf den Bergen ein wundertätiges Mutter-Gottes-Bild mit besonderer Andacht verehrt.


    new.php?thread=4072&forum=45&reply=1&replyid=28136

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Mehr als tausend Jahre blühte im Münstertal am Fuß des Schwarzwaldes zwei Meilen von Freiburg im Breisgau entfernt, ein großes Benediktinerkloster, von dem viele Gottbegeisterte Missionare ausgingen, um das zum Teil noch heidnische Volk der Alemannen für das Christentum zu gewinnen, und die Christen in der Wissenschaft des Heils, in der Gottesfurcht und allen Tugenden zu befestigen. Dieses Kloster wird nach seinem Gründer St. Trudpert genannt.



    Einem uralten Bericht zufolge entstammte Trudpert einem hochadeligen Geschlecht Irlands und soll ein Bruder des heiligen Rupert, des ersten Bischofs von Salzburg, und der heiligen Jungfrau Erintrud gewesen sein. Nachdem er eine Wallfahrt nach Rom unternommen und am Grab der Apostelfürsten gebetet hatte, reifte in ihm der Entschluss, seine teure Heimat und lieben Angehörigen zu verlassen, um im verborgenen Leben Gott und dem Heil seiner Seele zu leben. Ein himmlisches Gesicht wies ihn in eine stille Gegend unfern des Rheins. Vom Papst Bonifatius IV. gesegnet, durchwanderte er betend und predigend einen großen Teil Alemanniens und kam in ein wildes Tal am Fuß des Belchen. Bei dem Bächlein Neumage beschloss er eine Einsiedelei zu bauen und bat den Grafen Othpert um Erlaubnis, sich auf seinem Grundeigentum niederlassen zu dürfen. Hocherfreut, einen so heiligen Mann auf seinem Gebiet zu haben, entsprach der Graf sehr gerne der Bitte Trudperts und schenkte ihm die ganze raue Wildnis mit Berg und Wald und Gewässer, damit er seinen Entschluss ausführen könne, dort eine Zelle zu errichten. Auch gab er ihm sechs Knechte bei, die das unfruchtbare Gestrüpp entfernen und die Wohnung herrichten sollten (640).



    Das erste, was er ins Werk setzte, war die Erbauung einer Kapelle zu Ehren der heiligen Apostel Petrus und Paulus, die der Bischof von Konstanz einweihte. Trudpert strebte mit allem Eifer nach göttlichen Dingen, kasteite seinen Leib mit Fasten, Nachtwachen, Beten und Betrachten, verkündete in dem Land ringsumher die Lehre des Heils und gewann die Herzen des Volkes durch seine väterliche Liebe und sein heiliges Leben. Der böse Feind sah voll Neid und Hass das edle Werk Trudperts mehr und mehr zur Ehre Gottes und zur Rettung der Seelen gedeihen und flüsterte zweien der Knechte Othperts den schrecklichen Entschluss ein, den Heiligen zu ermorden.



    Ermattet von schwerer Arbeit hatte sich Trudpert in der Mittagshitze auf eine hölzerne Bank gelegt, um ein wenig zu schlummern. Da kam einer der bösen Brüder, spaltete ihm mit einem Beil das Haupt, dass es darin stecken blieb und entfloh mit dem Mitgesellen. Der Tag der Ermordung war der 26. April 643.



    Als der Graf Othpert von der Gräueltat hörte, wurde er tiefbetrübt. Ohne Verzug eilte er herbei, fand den Leichnam mit bleichem, blutbespritztem Antlitz voll himmlischen Friedens. Er begrub ihn in Gegenwart vielen Volkes in der Kapelle des heiligen Petrus. – Die beiden Mörder, vom bösen Geist ergriffen, irrten unstet durch Berg und Tal, bis sie von der Hand der Gerechtigkeit ergriffen wurden. Zu dem Landgrafen Babo von Elsass, , dem Bruder des Grafen Othpert geführt, entleibte sich der eine Mörder unterwegs, der andere wurde hingerichtet.



    Bald wurde das Grab Trudperts, den man als einen heiligen Märtyrer verehrte, das Ziel vieler frommen Wallfahrer und viele Wunder verherrlichten die Mordstätte. Neben ihr entstand das berühmte Kloster St. Trudpert, dessen segensreiche Wirksamkeit sich über einen großen Teil des südlichen Deutschlands erstreckte. Das kirchliche Andenken an den heiligen Einsiedler und Märtyrer Trudpert wird alljährlich an seinem Todestag, dem 26. April, gefeiert.




    https://www.heiligen-legende.de/trudpert...ünstertal/

  • Vom Reich GottesDatum24.04.2026 19:33
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Über die Wahrheit der Auferstehung Jesu



    Erstanden ist der Herr in Himmelsklarheit.

    Besiegelt ist auf ewig nun die Wahrheit.

    Die Welt erglänzt im Auferstehungsscheine.

    Ihn betet an die heilige Gemeine.



    1. "Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!" So schlage denn an deine Brust, gottesmörderische Synagoge. Erkenne deinen Messias, und bitte mit blutigen Tränen ihn um Verzeihung. Doch höre diese Mörder: Nicht erstanden ist er, die Jünger haben seinen Leichnam geraubt! Woher wisst ihr dies? Die Wächter am Grab haben es ausgesagt. Wie? Diese römischen Krieger schlugen diese wenigen furchtsamen Fischer nicht in die Flucht? Sie schliefen! Wie? Sie schliefen, und sahen dennoch alles, was geschah? Und Pilatus straft diese feigen Memmen nicht? Und ihr selbst lasst diese Räuber, die einen Leichnam stahlen, von dem die Ruhe und die Religion des Landes abhängt, frei umher gehen? O Blindheit, o Wahnsinn, o Verstockung!



    2. Oft hatte Jesus den Aposteln sein Leiden und seinen Tod geweissagt. Und immer hatte er seine Auferstehung am dritten Tag beigefügt. Sie hatten nun sein Leiden und seinen Tod gesehen. Mussten sie also nicht auch seine Auferstehung erwarten? Glaubte aber auch nur einer aus ihnen daran? Ging nicht ihr Unglaube bis aufs Äußerste, so dass sie die Versicherung der heiligen Frauen für fabelhaftes Weibergeschwätz hielten, und dass Thomas, selbst nach der Versicherung aller Apostel und Jünger, dennoch starrsinnig auf seinem Unglauben beharrte? Und nun kommen aberwitzige Schwätzer und schreien: Enthusiasmus! Verblendung! Ist aber nicht eine Verblendung so vieler Menschen, die vierzig Tage hindurch glauben, sie sprechen und essen mit einem Erstandenen, ein größeres Wunder, als selbst die Auferstehung eines Toten?



    3. Hätte Jesus seine Auferstehung nicht geweissagt, so hätte sein Tod seine Freunde immerhin schmerzlich betrübt, doch hätten sie ihn zugleich bemitleidet, dass er seinen Ruf durch eine so sonderbare Weissagung befleckte, die er nicht erfüllen konnte. Die Apostel, die der Spott der Nation geworden wären, wären still zu ihrem Fischerhandwerk zurückgekehrt. Und sein Name wäre allmählich in Vergessenheit versunken. Wer also kräftigte diese schwachen, furchtsamen Fischer, diese Auferstehung in der ganzen Welt zu verkündigen, die Wahrheit der Auferstehung mit ihrem Blut und Leben zu besiegeln, zahllose Bekenner von dieser Auferstehung zu überzeugen, und die Welt zu bekehren? Lukas 24,34: "Der Herr ist wirklich auferstanden!"


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum24.04.2026 19:29
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 25. April



    Sei gegrüßt, o Königin, dich hat der Herr mit Glanz und Herrlichkeit gekrönt, dich über alle Engel erhoben. Du herrschst jetzt als Mittlerin Himmels und der Erde. Dich lohnt der Herr für alle Beschwerden deines irdischen Lebens mit der reichsten Seligkeit. Als solche vermagst du viel, ja alles bei Gott. So hilf uns denn, hilf der ganzen Christenheit, hilf uns armen Adamskindern, dass wir die Klippen der Sünde meiden und einst mit dir teilnehmen dürfen an der ewigen Seligkeit. Amen.



    Zu Gott




    O Gott der Liebe und des Erbarmens, nimm die gemeinsame Bitte Deiner Kinder gnädig auf, und lass uns, befreit von den Banden der Sünde, Deiner Wohltaten für die Zeit und die Ewigkeit teilhaftig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Einweihung des unteren Teils der herrlichen heiligen Kapelle, die der heilige König Ludwig zu Paris erbauen, und im Jahr 1248 an diesem Tag zur Ehre der seligsten Jungfrau hat einweihen lassen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Markus war von Geburt ein Jude aus der Landschaft Cyrene in Afrika und wurde am Pfingstfest durch den Apostel Petrus bekehrt und getauft. Er diente seinem geistlichen Vater als Dolmetscher und begleitete ihn auch nach Rom. Darauf schrieb er auf die Bitte der Gläubigen sein Evangelium, aller Wahrscheinlichkeit nach um das Jahr 50 nach Christus. Während seines Aufenthaltes in Rom sendete Petrus mehrere seiner Jünger nach verschiedenen Gegenden aus, um den Glauben zu verkünden. Markus wurde nach Afrika geschickt und als Bischof von Alexandria, das nach Rom die berühmteste Stadt der Welt war, aufgestellt. Er landete um das Jahr 50 zu Cyrene in Pentapolis, bekehrte alsbald eine Menge Heiden und zerstörte die Götzentempel. Sein Evangelium, das er mit sich gebracht hatte, wurde in Lybien und den anderen Provinzen Ägyptens verbreitet. Nachdem der Heilige zehn Jahre auswärts gelehrt hatte, kam er endlich in die Hauptstadt seines Sprengels, wo das Christentum in kurzer Zeit erstaunliche Fortschritte machte. Das brachte die Heiden in die größte Wut und Markus war genötigt, ihren Äußerungen auszuweichen. Er begab sich nach Pentapolis, setzte aber zuvor den heiligen Anian zum Bischof von Alexandria ein. Zwei Jahre blieb er weg und besuchte während dieser Zeit die von ihm in Ägypten gegründeten Kirchen. Nach seiner Rückkehr wachte er mit verdoppeltem Eifer für das Wohl der herrlich aufblühenden Gemeinde, und die Neubekehrten befleißigten sich unter seiner Leitung eines vollkommen heiligen Lebenswandels. Nachdem er für einige Zeit sich nach Rom begeben hatte, ging er wieder nach Alexandria, wo ihn ein glorreicher Martertod erwartete und seine apostolische Laufbahn beschlossen werden sollte. Die Heiden, erstaunte Zeugen seiner Wunder, behandelten ihn als Zauberer und schworen ihm den Tod. Insbesondere waren es die Götzenpriester, die das Volk gegen ihn erbitterten und den Galiläer – so nannten sie Markus – als Opfer verlangten. Der Pöbel folgte dem Geschrei der Unsinnigen und ergriff den Heiligen, als er zum Osterfest eben die heiligen Geheimnisse feierte. Man band ihn mit Stricken und schleifte ihn einen ganzen Tag lang durch die Straßen, die von seinem Blut gefärbt wurden. Am Abend wurde er in einen Kerker geworfen, wo himmlische Gesichte ihn trösteten. Am folgenden Morgen stürmten die Heiden ins Gefängnis und zerrten ihn aufs Neue durch die Stadt, bis er unter ihren Misshandlungen den Geist aufgab am 25. April des Jahres 68. Seine Reliquien werden bekanntlich zu Venedig aufbewahrt, wo er auch als Hauptpatron verehrt wird. Die heiligen Väter haben ihm in Beziehung auf das erste Kapitel des Propheten Ezechiel als Sinnbild einen Löwen beigegeben.

    https://www.heiligen-legende.de/markus-evangelist/

  • Vom Reich GottesDatum24.04.2026 08:08
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Vom Opfer Jesu Christi



    Lass, Gotteslamm, bei deinem Kreuz mich weinen,

    Wo du die Welt versöhnest durch dein Blut.

    Mit deinem Opfer will ich mich vereinen,

    Und mit dir sterben, Herr, vor Liebesglut.



    1. Alle Opfer des Alten Bundes zielten dahin, Gott die tiefste Ehrfurcht zu bezeigen, für seine Wohltaten ihm zu danken, seine Barmherzigkeit anzuflehen, und seine beleidigte Gerechtigkeit zu versöhnen. Dies vermochten jedoch die Schlachtopfer und das Blut der Böcke und Kälber nimmermehr aus sich selbst, sondern sie waren Bilder und Vorzeichen eines großen künftigen Opfers, das die Gottheit vollkommen versöhnen, und dem menschlichen Geschlecht alle Schätze der göttlichen Gnade erschließen sollte. Dies war das große Opfer des Mittlers zwischen Gott und den Menschen, dessen blutige Aufopferung Jahrtausende hindurch geweissagt wurde, und die das Ziel aller gesetzlichen Opfer der Vorzeit war, und ihnen Kraft und Wirksamkeit verlieh.



    2. Dies Opfer des Gottmenschen Jesus Christus war allein der allerhöchsten Majestät Gottes würdig, weil es allein unendlichen Wert hatte. Er war "das Lamm, das von Anbeginn der Welt getötet wurde". (Offenbarung 13,8) Mit seinem Blut wurden wir alle besprengt, sein Tod wirkt in uns allen das Leben. Alle daher sind wir, die wir durch den Glauben mit ihm vereint sind, ein Opfer mit ihm. Wir alle müssen sein Opfer in uns fortsetzen, in ihm und mit ihm Gott uns zum Opfer bringen: und bis zum Tod gegen die Sünde streiten. Dadurch werden wir "ein lebendiges, heiliges, Gott gefälliges Opfer". (Römer 12,1)



    3. Gleichwie aber das Opfer unseres göttlichen Hauptes erst durch seinen Tod vollendet wurde, also wird auch unser Opfer erst im Tod vollendet. "Leben wir aber Gott in Jesus Christus" (Römer 6,11), so sterben wir auch Gott in ihm, da der Tod uns nicht von ihm trennt. Dieser Tod aber ist das höchste Opfer, das wir Gottes Unsterblichkeit bringen können, da es eins mit dem Opfertod Jesu Christi ist. Die christliche Seele also, die noch vor dem Tod erbebt, kennt den unendlichen Wert nicht, zu dem Jesus unseren Tod durch seinen Opfertod erhoben hat. "Niemand aus uns lebt sich selbst, und niemand stirbt sich selbst. Denn leben wir, so leben wir dem Herrn; und sterben wir, so sterben wir ebenso dem Herrn." (Römer 14,8)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum24.04.2026 08:03
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 24. April



    Stehe uns bei, mitleidige Königin, und blicke nicht auf die Menge unserer Sünden. Bedenke, bedenke immerdar, dass unser Schöpfer von dir seinen menschlichen Leib hat empfangen wollen, nicht um die Sünder zu verdammen, sondern um sie selig zu machen. Wärst du nur für dich allein Mutter deines Gottes geworden, dann könntest du antworten, es liege dir wenig daran, ob wir selig werden oder ewig verloren gehen. Aber nein, um unserer Sünden willen, um des Heils aller Menschen willen, hat Gott unser Fleisch angenommen. Was würde es uns wohl nützen, dass du so mächtig und zu so großer Herrlichkeit erhoben bist, wenn du nicht bewirkst, dass wir an deiner Seligkeit teilnehmen? Hilf uns also, o Maria, beschütze uns, denn du weißt ja, wie sehr deine Hilfe uns Not tut. Wir empfehlen uns dir an, mach, dass wir nicht verloren gehen, sondern dass wir dir dienen und deinen lieben Sohn Jesus Christus die ganze Ewigkeit hindurch lieben. Amen.



    Pater Ulrich von der heiligsten Dreifaltigkeit

    Gedenktage und Lebensskizzen hervorragender

    Mitglieder des Karmelitenordens




    Am 24. April 1724 entschlief zu Regensburg der lobwürdige Pater Ulrich von der heiligsten Dreifaltigkeit, der allzeit als großer Wohltäter der Menschheit zu betrachten ist. Pater Ulrich, sein weltlicher Name war Johann Peter Elberskirch, wurde zu Koblenz am 20. Mai 1662 geboren und zu Köln im Jahr 1683 am 18. Juni eingekleidet. Er widmete sich nach Beendigung seiner Gymnasialstudien dem Apothekerberuf, fühlte jedoch einen starken Zug zum religiösen Leben in sich und bat deshalb um Aufnahme in den Karmelitenorden. Sie wurde ihm aber verweigert, weil die Zahl der Novizen, die man unterbringen konnte, schon auf Jahre hinaus voll war. So nahm er denn seine Tätigkeit als Apotheker wieder auf und vollführte sie so gewissenhaft, dass sein Herr, der Willens war, sich in den Ruhestand zu begeben und seine wohlbestellte Apotheke seiner Tochter zu überlassen, dieser riet, keinen anderen zu heiraten als unseren Ulrich. Das Mädchen war damit einverstanden; man hatte bereits im Kreis der Verwandten die Verlobung gefeiert. Da kam eines Tages vom Pater Provinzial ein Brief mit der Meldung, nun sei Platz im Noviziat; falls Ulrich seinen Entschluss nicht inzwischen geändert habe, könne er eintreten. Ulrich freute sich über diese Nachricht. Der Ordensstand erschien Ulrich ja viel begehrenswerter als der eheliche. Darum löste er die Verlobung und begab sich unverweilt nach Köln, um das Noviziat zu beginnen. Nachdem er die Profess abgelegt hatte und zum Priester geweiht war, wurde er nach Wien und Prag versetzt. Einige Zeit war er Vikar der neuen Stiftung zu Heidelberg, im Jahr 1709 wurde er zum Prior zu Würzburg, drei Jahre später zum Prior von Koblenz gewählt. Seinen Lebensabend brachte er in Regensburg zu, wo er reich an Verdienst in die Ewigkeit hinüberging. Hier war es auch, wo er den sogenannten "Karmelitengeist" erfand, der im Kloster zu Regensburg noch heutigentags hergestellt wird und ein vortreffliches Heilmittel gegen verschiedene Leiden ist.



    Zu Jesus Christus



    Göttlicher Stifter unserer heiligen Kirche, schütze und erhöhe auf Erden Deine zu unserem Heil gestiftete Mutter, die heilige katholische Kirche. Erleuchte die ihr Entfremdeten, damit sie, ihren Irrtum erkennend, zur Wahrheit zurückkehren. Leite aber auch uns, gekräftigt gegen die bösen Lockungen einer sündhaften Welt, sicher zum Ziel der ewigen Vereinigung mit Dir, unserem Heiland. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    In der Lebensbeschreibung der heiligen Jungfrau Bona, deren Andenken die Kirche heute verehrt, wird erzählt, dass ihr die seligste Jungfrau, da sie am Grab des heiligen Jakob ihr Gebet verrichtete, mit dem Jesuskind in herrlicher Gestalt erschienen ist.

    Die Andacht und das Vertrauen des heiligen Fidelis von Sigmaringen zur seligsten Jungfrau lässt sich aus seinen letzten Worten deutlich schließen: "Jesus, Maria! Erbarme dich meiner, o Gott!"


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Nehmen wir einmal an, du seiest im Jahr 1600 geboren worden, und wenn wir dann weiter annehmen, du seiest zwölfjährig am Franziskustag, am 4. Oktober 1612 also, zufällig in die Stadt Freiburg im Breisgau gekommen, so hättest du etwas Schönes erlebt.



    Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Männer und Frauen, Alte und Kinder, alles strömt in Festtagskleidern durch die Straßen einem bestimmten Ziel zu, und es ist das Ziel nicht das herrlich hochragende Münster Unserer Lieben Frau, sondern die schlichte Kapuzinerkirche, die erst vor kurzem erbaut wurde. Vom Menschenstrom getragen, siehst auch du dich plötzlich dieser Kirche gegenüber, und wie du den ersten besten fragst, was denn eigentlich los sei, stehen gleich zehn Freiburger um dich herum und geben dir mit der weltberühmten Freiburger Freundlichkeit Auskunft. „Hab die Ehr!“ sagen sie. So liebenswürdig und höflich sind nur die Freiburger, und dann erzählen sie dir die folgende Geschichte.



    Heute feiere der Doktor Markus Roy Primiz, und anschließend werde er in die braune Kapuzinerkutte gesteckt. Aus dem Hohenzollerschen stamme Markus. Zu Sigmaringen sei er vor fünfunddreißig Jahren als Kind des aus Flandern eingewanderten Adlerwirtes und Bürgermeisters Roy geboren worden. Hier in Freiburg habe er an der Hochschule jahrelang studiert, in der Hauptsache die Rechtswissenschaft und nebenbei auch die Gottesgelehrtheit. Weil er ein erstklassiges Köpfchen besäße, stets auch fleißig und fromm gewesen sei, habe er es mit jungen Jahren schon zu etwas gebracht und sei Beisitzer am Obersten Landgerichtshof zu Ensisheim drüben im Elsass geworden, aber nicht lange danach habe er die einträgliche Stelle aufgegeben, weil ihn die Ungerechtigkeit, mit der die Richter vielfach vorgingen, angeekelt habe. Da sei er Priester geworden. Heute feiere er Primiz und trete zugleich in den Kapuzinerorden ein.



    Das erzählen dir an dem genannten 4. Oktober 1612 die freundlichen Leute in Freiburg und verabschieden sich von dir mit einem letzten: „Hab die Ehr!“



    Da betrittst auch du die Kirche und siehst den Neupriester am Altar, einen hochgeschossenen, mächtigen, prächtigen Mann, wie er mit großer Andacht sein erstes heiliges Opfer darbringt. Zum Schluss der Messe empfängst du mit den anderen Anwesenden den Primizsegen, von dem die Leute mit Recht sagen, dass er ein paar Schuhsohlen wert sei. Anschließend erlebst du noch die feierliche Einkleidung bei den Kapuzinern und hörst, dass der Doktor Markus Roy fortan schlichtweg Pater Fidelis heißt. Fidelis bedeutet bekanntlich „der Treue“.



    Treu ist in der Tat der Pater Fidelis gewesen, in Wahrheit ein Mann, der seinem Namen Ehre machte. Treu verwaltete er das heilige Priesteramt, mahnte, tadelte, lobte, hörte Beichte, besuchte ohne jede Furcht vor Ansteckung die Cholerakranken, nahm sich als ehemaliger Rechtsanwalt mit Vorliebe der ungerecht bedrückten Witwen und Waisen an, vermittelte ungezählte Almosen von den Reichen zu den Armen und war dazu ein vorzüglicher Prediger, der kein Blatt vor den Mund nahm. Als einst nach einer kräftigen Predigt ein reicher Bürger zu Fidelis sagte: „Pater, wenn ihr Kapuziner, die ihr doch nur von Almosen lebt, fettere Suppen essen wollt, so dürft ihr nicht so scharf auf der Kanzel sprechen“, entgegnete der Gerügte: „Was kümmern mich eure fetten Suppen. Wisst, nicht der Suppen wegen predige ich, sondern ich sage, was mir das Gewissen zu reden vorschreibt.“ So war Pater Fidelis, ein Mann mit Rückgrat, treu seiner Pflicht, und diese herrliche Treue bewährte er bis in den Martertod.



    Pater Fidelis erhielt nämlich den Auftrag, in einem Teil der Schweiz, dessen Bewohner fast ausnahmslos zu den Kalvinisten übergetreten waren, den katholischen Glauben von neuem zu predigen. Es war eine gefährliche Sache, Pater Fidelis sah klar voraus, dass ihm der Auftrag das Leben kosten werde. Als Mann der Treue zögerte er allerdings nicht einen Augenblick. Mutig wagte er sich unter die feindlich gesinnten Irrgläubigen, und da wurde er wenige Monate später, am 24. April 1622, am vierten Sonntag nach Ostern, während der Predigt auf der Kanzel beschossen und kurz darauf von den Kalvinisten in sinnloser Wut mit Spießen, Keulen, Prügeln, Morgensternen und Schwertern erschlagen. So besiegelte Pater Fidelis die Treue mit dem eigenen Blut im Martertod, und auf diese Weise ist er der erste Martyrer des damals noch jungen Kapuzinerordens geworden.

  • Vom Reich GottesDatum23.04.2026 05:31
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Bei den Füßen des Kreuzes



    Deiner Liebe will ich leben,

    Ewig bin ich, Jesus, dein,

    Der für mich du dich gegeben

    In so bittrer Todespein.




    1. O Abgrund der göttlichen Ratschlüsse, welche erschaffene Fassungskraft wird je in deine Tiefen eindringen: Am Kreuz sehe ich den Sohn des lebendigen Gottes durch sein blutiges Opfer der unendlichen Majestät Gottes eine Huldigung darbringen, die allein die Schuld aller Geschöpfe aufwägt. Mit dieser göttlichen Huldigung aber vereinigen die seraphischen Geister und alle Auserwählten ihre Anbetungen, weil sie nur durch dies Opfer der ewigen Majestät wohlgefällig werden. Mein Herz erschrickt bei dem Anblick der unendlichen Gerechtigkeit, die ein solches Opfer für die Sünde fordert, und den unendlich geliebten Sohn des ewigen Vaters zermalmt, weil er im Gewand der Sünder unser Bürge geworden ist. Beim Anblick des gekreuzigten Gottmenschen wird die ewige Strafe mir begreiflich, die der Beleidigung der unendlichen Majestät Gottes bereitet ist.



    2. Wer muss nicht vor den Schrecknissen der ewigen Gerechtigkeit und der Verdammnis erbeben, die wir durch zahllose Sünden verdienen. Doch sieh, es ruft uns die Liebe Jesu durch alle seine Wunden, Vertrauen zu fassen, da er am heiligen Kreuz die Schuldschrift des ewigen Todes zerreißt, und mit der Freiheit der Kinder Gottes alle beschenkt, die an ihn glauben, und in den Quellen seiner Erlösung schöpfen wollen. O mein Erlöser, wie vieles sagt mir dein heiliges Kreuz. Dieses göttliche Buch predigt mir Furcht und Liebe, es ist meine Wissenschaft, mein Licht und mein Trost. Es führt in Zweifeln mich zu Entschlüssen, und zwar oft gegen mich selbst, da ich es nicht vermag, seiner unüberwindlichen Beredsamkeit zu widerstehen.



    3. Prägen wir das Bildnis unseres geliebten Gekreuzigten tief ins Herz. Bei seinem Anblick werden alle Entwürfe unseres Hochmuts, alle Gier nach vergänglichen Gütern verschwinden. Denn wer könnte bei dem Anblick eines armen, verachteten, gekreuzigten Gottmenschen, der aus Liebe zu uns stirbt, noch solchen Dingen nachstreben. Ein beständiger Vorwurf für uns wäre sein Leiden und sein Tod, der uns beschämen und uns zur Verdammnis gereichen würde. O mein gekreuzigter Heiland, dein heiligstes Leiden sei meine Betrachtung im Leben, mein Trost im Tod, meine Liebe in der Ewigkeit. Psalm 73,26b: "Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum23.04.2026 05:28
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 23. April



    Wir bitten dich, o allerheiligste Königin Maria, um der Gnade willen, durch die dich Gott so hoch erhoben hat, und durch die er dir mit seinem Beistand alle Dinge möglich macht, bewirke bitte, dass die Fülle der Gnaden, die du verdient hast, uns dereinst deiner Herrlichkeit teilhaftig mache. Lass es dir angelegen sein, o allbarmherzigste Königin, uns das große Gut zu erlangen, um dessentwillen Gott in deinem keuschen Schoß Mensch werden wollte. Säume nicht, unser Gebet zu erhören. Wenn du deinen Sohn nur bittest, so erhört er dich augenblicklich. Es genügt, dass du unsere Seligkeit willst, und dann können wir nicht verloren gehen. Was könnte wohl deine Barmherzigkeit vermindern? Ach, wenn du nicht Mitleid mit uns hast, da du die Mutter der Barmherzigkeit bist, was wird aus uns werden, wenn dein Sohn dereinst als Richter erscheint. Amen.



    Zu Jesus Christus



    O Jesus, der Du uns durch Dein heiliges Leiden ein Lehrer und ein Vorbild der wahren Geduld geworden bist, schenke uns, dass wir durch seine Betrachtung alle unsere Leiden mit standhafter Geduld tragen, der Du lebst und regierst Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    In dem berühmten Zisterzienser-Kloster zu Los bei Lille in Flandern wurde im Jahr 1581 das in dieser Kirche befindliche Mutter-Gottes-Bild, die heilige Maria von der Gnade genannt, durch ein neues Wunder berühmt, da ein vom Schlag mehrmals schon getroffener Einwohner von Lille, namens Jakob Buscon, durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau von neuen Anfällen befreit worden ist.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Georg war noch ein Kind, als sein Vater um des Glaubens willen hingerichtet wurde. Dass er der Sohn eines Martyrers war, galt ihm zeitlebens als eine Ehre ohnegleichen, und um nichts in der Welt hätte er es über sich gebracht, das Andenken des Heldenvaters dadurch zu schänden, dass er sich wie ein lauer Christ ohne Kraft und Saft aufführte.



    Wegen seines hohen Mutes zog es den jungen Mann zu den Soldaten, und Soldat war er dann mit Leib und Seele. In einer Schlacht wurde Kaiser Diokletian auf den prachtvollen Krieger aufmerksam, der so männlich zu Pferde saß und so trefflich zu fechten musste. Deshalb zog ihn der oberste Kriegsherr an seinen Hof und überschüttete ihn mit Ehren und Auszeichnungen. Zwanzigjährig war Georg bereits Oberst. Eine glänzende Laufbahn tat sich vor ihm auf. Bald würde er wohl General werden und schließlich Feldherr, und am Ende würde er vielleicht, wie es damals Brauch war, von den Soldaten, die ihn vergötterten, zum Kaiser ausgerufen werden.



    Doch das wäre ein vergänglicher irdischer Ruhm gewesen. Georg sollte sich einen noch weit herrlicheren Ruhm erwerben, denn wie sein Vater, so wurde auch er ein Martyrer.



    Weise und gerecht hatte Kaiser Diokletian zwei Jahrzehnte lang segensvoll über das Römische Reich geherrscht. Nicht zu seinem Schaden hatte er die Christen in Ruhe gelassen. Am Ende seiner Regierung jedoch, nach unerhörten Siegen über viele Völker, gelüstete es ihn, auch noch die christliche Kirche zu vernichten und den Glauben an Christus mit Stumpf und Stiel auszurotten. Es war die größte Dummheit, die er begehen konnte, denn das Christentum ist für ewige Zeiten unausrottbar. Diokletian war leider so dumm.



    Eines Morgens hingen an den Stadttoren, an den Amtsgebäuden und an den Kasernen große Plakate, auf denen verkündet wurde, dass die Christen aller Rechte und Würden enthoben seien, die Gotteshäuser müssten niedergerissen und die heiligen Bücher verbrannt werden, die Priester und Bischöfe seien zu verhaften, und alle Gläubigen hätten den Götzen Weihrauch zu streuen. Dem, der sich weigere, ständen Kerker, Folter und Tod bevor.



    Auch Georg las die kaiserliche Verordnung, und während er las, loderte hell in seinem Herzen der Zorn auf. Spornstreichs begab er sich zum Kaiser und hielt ihm mit feurigen Worten das Unrecht vor, das er gegen die Christen begehe. Er selbst sei auch ein Christ und bereit wie sein Vater, für den wahren Glauben zu sterben.



    Was der kühne Christusjünger begehrte, wurde ihm sogleich gewährt. Der aufs höchste erzürnte Kaiser ließ den ehemaligen Liebling noch am gleichen Tag foltern und enthaupten, und dadurch erhielt auch Sankt Georg wie sein Vater die herrlichste Ehre, die es für einen Christen geben kann.



    Welch ein Held war doch der heilige Georg!






    Die Legende vom heiligen Georg



    In einem See sehr groß und tief

    Ein böser Drach sich sehen ließ.



    Dem ganzen Land er Schrecken bringt,

    Viel Menschen und viel Vieh verschlingt,



    Und mit des Rachens bösem Duft

    Vergiftet er ringsum die Luft.



    Dass er nicht dringe zu der Stadt,

    Beschloss man in gemeinem Rat,



    Zwei Schaf` zu geben alle Tag`,

    Um abzuwenden diese Plag.



    Und da die Schaf` schier all` dahin,

    Erdachten sie noch andern Sinn,



    Zu geben einen Menschen dar,

    Der durch das Los gewählet war.



    Das Los ging um so lang und viel,

    Wie es auf`s Königs Tochter fiel.



    Der König sprach zu den Burgern gleich:

    „Nehmt hin mein halbes Königreich!



    Ich gebe auch an Gut und Gold,

    Von Silber und Gold so viel ihr wollt.



    Auf dass mein` Tochter, die einzig` Erb,

    Noch lebe, nicht so bös verderb.“



    Das Volk ein groß Geschrei beginnt:

    „Einem andern ist auch lieb sein Kind!



    Hältst du mit deiner Tochter nicht

    Den Schluss, den du selbst aufgericht,



    So brennen wir dich zu der Stund –

    Samt deinem Palast auf den Grund.“



    Da nun der Kön`g Ernst ersah,

    Ganz leidig er zu ihnen sprach:



    „So gebet mir doch nur acht Tag,

    Dass ich der Tochter Leid beklag.“



    Danach sprach er zur Tochter sein:

    „Ach Tochter, liebste Tochter mein!

    So muss ich dich jetzt sterben seh`n,

    Und all` mein` Tag` in Trauer stehn.“



    Da nun die Zeit verschwunden war,

    Lauft bald das Volk zum Palast dar,



    Und drohet ihm mit Schwert und Feuer,

    Sie schrie`n hinauf ganz ungeheuer:



    „Willst du um deiner Tochter Leben

    Dein ganzes Volk dem Drachen geben?“



    Da es nicht anders möchte sein,

    Gab er zuletzt den Willen drein.



    Er kleidet sie in königlich` Wat,

    Mit Weinen und Klagen er sie umfaht.



    Er sprach: „Ach weh mir armen Mann!

    Was soll ich jetzt und fangen an?



    Die Hochzeit dein war ich bedacht

    Zu halten bald mit herrlicher Pracht,



    Mit Trommeln und mit Saitenspiel,

    Zu haben Lust und Freude viel.



    Nun soll ich selbst dein junges Leben

    Dem grausen Drachen übergeben.



    Ach Gott, dass ich vor dir wär tot,

    Dass ich nicht säh dein Blut so rot.“



    Er nahm ihr weinend manchen Kuss.

    Sein Töchterlein fiel ihm zu Fuss:



    „Lebt wohl, lebt wohl, Herr Vater mein!

    Gern sterb` ich, um des Volkes Pein.“



    Der König schied mit Ach und Weh,

    Man führt sein Kind zum Drachensee.



    Als sie da saß in Trauern schwer,

    Da ritt der Ritter Georg daher.



    „O Jungfrau zart! Gib mir Bescheid,

    Warum stehst du in solchem Leid?“



    Die Jungfrau sprach: „Flieh bald von hier!

    Dass du nicht sterben musst mit mir.“



    Er sprach: „O Jungfrau! Fürcht` dich nicht,

    Vielmehr mit Kurzem mich bericht:

    Was ist`s, dass ihr allein da weint,

    Ein großes Volk herum erscheint?“



    Die Jungfrau sprach: „Ich merk` ohn` Scherz,

    Ihr habt ein mannlich`s Ritter-Herz,



    Was wollt ihr hier verderben,

    Und mit mir schändlich sterben!“



    Dann sagt sie ihm, wie hart und schwer,

    Wie alle Sach ergangen wär.



    Da sprach der edle Ritter gut:

    „Getröstet seid, habt freien Mut!



    Ich will durch Hülf von Gottes Sohn

    Euch ritterlichen Beistand tun.“



    Er bleibet fest, sie warnt ihn sehr,

    Da kam der gräuliche Drach daher.



    „Flieht, Ritter! Schont das junge Leben,

    Ihr müsst sonst euern Leib drum geben.“



    Der Ritter sitzt geschwind zu Ross,

    Und eilet zu dem Drachen groß.



    Das heil`ge Kreuz macht` er für sich

    Gar christentlich und ritterlich,



    Dann rannt er an mit seinem Spieß,

    Den er tief in den Drachen stieß,



    Dass gähling er zur Erde sank,

    Und saget Gott dem Herren Dank.



    Da sprach er zu der Jungfrau zart:

    „Der Drache lässt von seiner Art.



    Drum fürcht euch gar nicht dieses Falls,

    Legt euern Gürtel ihm um den Hals.“



    Als sie dies tät, ging er zur Stund,

    Mit ihr, wie ein gezähmter Hund.



    Er führt ihn so zur Stadt hinein,

    Da flohen vor ihm groß und klein.



    Der Ritter winket ihnen, sprach:

    „Bleibt hier, und fürcht`t kein Ungemach!



    Ich bin darum zu euch gesendt,

    Dass ihr den wahren Gott erkennt.

    Wenn ihr euch dann wollt taufen lahn,

    Und Christi Glauben nehmen an,



    So schlag ich diesen Drachen tot,

    Helf euch damit aus aller Not.“



    Alsbald kam da durch Gottes Kraft

    Zur Tauf die ganze Heidenschaft.



    Da zog der Ritter aus sein Schwert,

    Und schlug den Drachen zu der Erd.



    Der König bot dem heil`gen Mann

    Viel Silber und Gold zu Ehren an.



    Das schlug der Ritter alles aus,

    Man soll`s den Armen teilen aus.



    Als er nun bald wollt ziehen ab,

    Die Lehr er noch dem König gab:



    „Die Kirche Gottes des Herren dein,

    Lass dir allzeit befohlen sein.“



    Der König baute auch mit Fleiß,

    Gott und Maria zu Lob und Preis,



    Eine Kirche schön und herrlich groß,

    Aus der ein kleiner Brunn herfloss.



    ***
    https://www.heiligen-legende.de/georg-von-nikomedia/

  • Vom Reich GottesDatum21.04.2026 23:42
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes






    Von der Demut unseres Herrn



    Herr, in meines Herzens Wehmut

    Seh` ich dich, die Majestät,

    Wie sie in der tiefsten Demut

    Auf des Lebens Pfaden geht.

    Mächtig winkt dein Beispiel mir.

    O zieh, Jesu, mich nach dir.




    1. Ermüden wir nicht, auf den Spuren unseres demütigen Heilands zu gehen. Sieh, die Demut ist die niedrige Himmelspforte. Werden wir nicht gleich den Kindlein, so können wir nicht eingehen in das Himmelreich. Diese heilige Tugend ist die Grundfeste und Hüterin aller wahren Tugenden, und wer ohne sie bauen will, der zerstört. Jesus liebt sie als den vorzüglichsten Schmuck seiner Krone. Ja er selbst brachte sie vom Himmel, die vor seiner Ankunft den Heiden nicht einmal dem Namen nach bekannt war, weswegen auch alle ihre Tugenden falsch waren, weil durch Hoffart und Eitelruhm vergiftet. Betrachte seine demütige Geburt in einem armen Stall, seine Verborgenheit zu Nazareth, sein öffentliches Leben und seinen Tod am Kreuz, und sieh, wie sein ganzes heiligstes Leben ein beständiger Akt dieser Demut war.



    2. Doch, o mein Erlöser, nicht nur dein ganzes menschliches Leben hast du den Hochmut der Welt zu Boden getreten, sondern du hast auch deine Demut uns als ein Vermächtnis vor deinem Opfertod hinterlassen, und gabst uns, unser Herr und Meister, ein Beispiel, worüber alle Zeiten sprachlos erstaunen, als du zu den Füßen deiner Jünger gekniet und gleich einem Knecht sie gewaschen hast. O präge dieses wunderbare Beispiel dir tief in dein Herz! Sieh, gekommen ist Jesus, die Hoffart Satans zu zerstören. Und weil die Demut das einzige Schwert ist, diesem Laster das Haupt abzuschlagen, schärfte er es durch Lehren, Taten und Beispiele, damit wir es nach ihm gebrauchen.



    3. Ja, o wunderbarer Jesus, auch dies genügte dir noch nicht. Bis zum schmählichsten Tod am Kreuz erniedrigtest du deine Majestät, dies Schwert uns führen zu lernen, weil die Demut in uns selbst ihren bittersten Widersacher findet, der nicht ohne große Gewalt kann überwunden werden, nämlich unsere unglückselige Gier nach eigener Ehre und Verherrlichung. Sind wir nach solchen Beispielen unseres Herrn noch so stolz und hochfahrend, und streben nach den ersten Sitzen: was wäre erst geschehen, wenn das Licht seiner göttlichen Beispiele uns nicht zur Demut antreiben würde. Matthäus 11,29: "Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum21.04.2026 23:38
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 22. April



    Geliebte Fürsprecherin der Sünder, ich bitte dich, unterlasse nicht bei dem furchtbaren Übergang in die Ewigkeit, meiner betrübten und von Versuchungen bestürmten Seele beizustehen. Und weil mir dann vielleicht die Stimme fehlen wird, um deinen und deines Jesus Namen anzurufen, die ihr doch all meine Hoffnung seid, so rufe ich dich und deinen Sohn schon jetzt an, damit ihr mir in diesem letzten Augenblick beistehen möget, und spreche deshalb: Jesus und Maria, euch empfehle ich meine Seele an. Amen.



    Zu Gott



    Gib uns, o Herr, den lebendigen Glauben der Märtyrer, auf dass wir von der Nichtigkeit irdischer Sachen überzeugt, das Gegenwärtige allzeit geringschätzen und allein das Zukünftige mit Verlangen erwarten, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Zu Mailand entstand am heutigen Tag die Stiftung der Kirche und der Versammlung der Regular-Kanoniker der heiligen Maria von der Passion im Jahr 1485.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Opportuna wurde zu Seez in der Normandie geboren und erzogen, und hing schon in ihrer Kindheit am Gebet und am Kirchenbesuch. Als sie einst vom Priester die Worte des Evangeliums lesen hörte: „Gehe hin, verkaufe alles was du hast, gib es den Armen und folge mir nach,“ beschloss sie bei sich selbst, dieser Ermahnung Christi nachzukommen und ihm zu Liebe allen zeitlichen Gütern und Freuden zu entsagen. Sobald sie nach Hause kam, warf sie sich vor ihren Eltern auf die Knie und sprach: „Ich beschwöre euch im Namen des Heilandes, dessen Worte ich so eben in der Kirche gehört habe, sagt mir nichts mehr von einem irdischen Bräutigam, denn ich habe mir den Sohn der jungfräulichen Mutter erwählt, und diesem allein will ich mich vermählen.“ Nun kamen viele und begehrten die Jungfrau zur Ehe, angezogen von ihrem Adel, ihrem Reichtum und ihrer einmaligen Schönheit. Aber Opportuna beschied sie mit kurzen Worten: „Ich hab den gefunden, den meine Seele lieb hat; ich will ihn halten und niemals verlassen.“ Um von weiteren Anträgen frei zu sein, begab sie sich mit Erlaubnis ihrer Eltern in das Kloster der Benediktinerinnen zu Montreuil, drei Stunden von Seez. Ihr Bruder Chrodegand, Bischof von Seez, gab ihr das Ordenskleid.



    Die Worte des Herrn: „Lernt von mir, weil ich sanftmütig und von Herzen demütig bin,“ waren fortan die Richtschnur ihres Tuns und Lassens. Dabei führte sie die strengsten Bußübungen aus. Nie aß sie Fleisch oder trank Wein; an den Mittwochen und Freitagen nahm sie gar keine Nahrung zu sich, und nur am Sonntag genoss sie etwas Gerstenbrot und ein Stücklein Fisch. Als man sie fragte, warum sie so streng faste, gab sie zur Antwort: „Adam und Eva haben uns durch ihre Gier das Paradies verschlossen; wir müssen jetzt danach trachten, durch Abtötung und Fasten uns das Paradies wieder zu eröffnen.“ Der gebenedeiten Jungfrau war sie von frühester Kindheit an mit ganzem Herzen zugetan. In allen Anliegen nahm sie zu ihr Zuflucht und bat sie um ihre Fürsprache bei dem göttlichen Sohn.



    Ihrer seltenen Tugenden wegen wurde Opportuna nach dem Tod der Äbtissin von der Genossenschaft zur Nachfolgerin erwählt, und der Erfolg lehrte, dass sie alle Fähigkeiten zur Verwaltung dieser Stelle besaß. In der Überzeugung, dass eine Oberin ihren Schwestern mit gutem Beispiel vorleuchten müsse, verdoppelte sie bei allen Übungen ihren Eifer. Oft brachte sie die ganze Nacht im Gebet zu. Bei aller Strenge gegen sich selbst, war sie ihren Untergebenen die liebevollste und zärtlichste Mutter. Sie sorgte Tag und Nacht, wie sie alles herbeischaffen könne, was sie zu ihrem leiblichen Unterhalt nötig hatten. Und noch mehr war sie bedacht für das Heil ihrer Seelen. Zu dem Ende gab sie ihnen die lehrreichsten Unterweisungen und munterte sie zu rastlosem Eifer im Dienst Gottes auf. Dabei begegnete sie allen mit wunderbarer Sanftmut. Nie sah man sie zornig, nie hörte man aus ihrem Mund ein böses Wort. Ihre Liebe erstreckte sich auch auf die Armen und Leidenden, und diesen zu helfen, war eine ihrer größten Freuden. Manche Nacht brachte sie am Bett eines Kranken zu.



    Der Herr bot seiner treuen Dienerin auch den Kelch des Leidens. Ihr Bruder, der Bischof Chrodegand, hatte nach der damals üblichen Sitte eine Pilgerfahrt nach Rom und Jerusalem gemacht, um die heiligen Gräber zu besuchen. Bei seiner Abreise übertrug er die Verwaltung seines Sprengels seinem Vetter Chrodebert, der aber das in ihn gesetzte Vertrauen schändlich missbrauchte. Er streute das Gerücht aus, der Bischof sei unterwegs gestorben, und eignete sich so die Würde des angeblich Toten an. Nach Verlauf von sieben Jahren kam Chrodegand zurück. Sein treuloser Vetter aber, der den Bischofsstab nicht mehr lassen wollte, sendete ihm Meuchelmörder entgegen, die ihn in Nonant ermordeten. Tief betrübte Opportuna die Nachricht von dem traurigen Ende ihres Bruders; doch der Herr tröstete sie mit der Offenbarung, dass Chrodegand als ein Martyrer der Gerechtigkeit in den Himmel eingegangen sei. Sie holte den Leichnam und ließ ihn in ihrem Kloster bestatten. Die französische Kirche hat Chrodegand unter die Zahl der Heiligen gesetzt.



    Hegte Opportuna schon immer das Verlangen, aufgelöst und bei Christus zu sein, so wurde diese Sehnsucht durch den Tod ihres Bruders nur noch mehr erweckt. Der Herr neigte sich der Bitte seiner frommen Dienerin und suchte sie bald darauf mit einer schweren Krankheit heim, die ihr den nahen Tod ankündigte. In den zwölf letzten Tagen wurde sie mit himmlischen Erscheinungen erfreut, wie sie diese auch schon in ihrem früheren Leben öfter gehabt hatte. Sie sah die heilige Jungfrau in Begleitung der Martyrinnen Cäcilia und Lucia vom Himmel niederschweben, und ihr Gemach wurde von überirdischem Glanz erfüllt. Aber auch der Versucher blieb nicht von ihrem Sterbebett weg. Ihm, der in schrecklicher Gestalt zu ihren Füßen stand, rief sie zu: „Du wirst die Braut Jesu Christi nicht überwinden, wie du Eva überwunden hast!“ Um das Ende des zwölften Tages sprach sie in Gegenwart der um ihr Lager versammelten Schwestern plötzlich mit lauter Stimme: „Seht, da kommt meine liebste Mutter Maria, mich abzuholen! Ich empfehle euch ihrer Fürbitte.“ Dann streckte sie ihre beiden Arme in die Höhe, als wollte sie die Erscheinung umfangen. So ging sie ein in die Freude des Herrn am 22. April des Jahres 770.

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  • Vom Reich GottesDatum20.04.2026 22:11
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Unsere Fehler sollen uns nicht

    von der heiligen Kommunion zurückhalten.



    Brot, vom Himmel uns gegeben,

    Du verleihest Kraft zum Streit,

    Und bereitest unser Leben

    Für den Tag der Ewigkeit.



    1. Wer oftmals zum Tisch des göttlichen Sakramentes hinzutritt, und dadurch nicht besser, sondern sündhafter wird, der wird dem Gericht nicht entfliehen. Nicht sündhafter jedoch bist du geworden, weil du mächtig zum Bösen dich geneigt fühlst. Denn die Kommunion nimmt dem Gemüt nicht alle bösen Neigungen, damit es auf der Hut bleibt, und seine Abhängigkeit von der Gnade erkennt. Verhindert sie aber die Empfindung des Bösen nicht, so verhindert sie dagegen die Einwilligung. Dies selbst aber ist eine große Frucht des Sakraments. Möchtest du eine Todsünde begehen? Wie also sagst du denn, deine Kommunionen gereichen dir nicht zum Guten? Könntest du je des Bösen dich enthalten, wenn die Kraft dieses göttlichen Sakramentes dich nicht stärkte?



    2. Es ist ein großer Unterschied: das Böse empfinden, - und in dasselbe einwilligen. Du kannst böse sein, ob du auch stark zum Guten dich angezogen fühlst. Und du kannst heilig sein, ob du auch noch so gewaltige Neigungen zum Bösen empfindest, wenn anders du nicht in sie einwilligst. Gerade in diesem Widerstand gegen das Böse zeigt sich der Glaube und die Liebe. Nimmer also sollen schwere Versuchungen vom göttlichen Gastmahl dich entfernen, vielmehr sollst du eben darum an ihm oftmals teilnehmen, Kraft und Stärke darin zu schöpfen. Wer dem Feuer sich nicht nähern will, weil ihn friert, nicht essen will, weil ihn hungert, keine Arznei nehmen will, weil er krank ist: gäbe der nicht ein Zeichen, dass er den Tod sucht?



    3. Auch wird zu einer fruchtbaren Kommunion keine fühlbare Andacht erfordert, da sie nicht immer von unserem Willen abhängt, und Gott sie oft sogar den größten Heiligen nicht verleiht, damit sie nicht etwa über ihre Verdienste sich erheben. Die wahre Andacht besteht nicht im Zartgefühl, sondern in einem schnellen und ständigen Willen, alles zu tun, was Gott verlangt, und nichts von dem zu tun, was er verbietet. Hierzu bedarf es allerdings großer Gnade. Wo aber willst du Gnade schöpfen, wenn nicht in dem Quell aller Gnaden? Lukas 14,21+23: "Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei, . . . und nötige sie zu kommen, damit mein Haus voll wird."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum20.04.2026 22:02
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete


    Gebet am 21. April



    Heiliger Anselm, erbitte mir von Gott die Gnade, dass ich in all meinem Handeln und Streben nur die Ehre Gottes suche und aushalte in der Erfüllung meiner Pflichten bis an das selige Ende. Amen.





    Gebet des heiligen Anselm




    Dreieiniger, Einer, allmächtiger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, sei Du mit mir, und stoße nicht vom Schoß Deiner Liebe zurück den Elenden, den gebrechlichen Sünder, den Unwürdigen. Du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern seine Rettung.

    Sieh meine Sünden und Unreinheiten und all das Schändliche in meinen Gedanken nicht an; ach, welche fürchterliche Trennung von Deinem Willen verursachen sie! O gieße Dein Erbarmen über mich aus! Lass nicht zu, dass meine Feinde in der Hölle, wo Dir kein Lobgesang ertönt, über meinen Untergang jubeln, sondern nimm die Last meiner Missetaten, die mich zu Boden drückt, erbarmend von mir, und tilge meine Befleckung von allen Arten der Sünde.

    Sei meine Kraft in jeder Trübsal, in jedem Anliegen, in jeder Versuchung, in jeder Schwäche und in jeder Gefahr. Du hast mich, ohne meine Verdienste, nur aus Erbarmen, an Deinen Sakramenten teilnehmen lassen. Mache mich nun auch bis zur Stunde, in der ich zu Dir hinüberwandern werde, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe standhaft, und führe mich zu den ewigen Freuden.

    Gib mir Fleiß, Dich zu suchen; Weisheit, Dich zu finden; Geist, Dich zu erkennen; gib mir ein Auge, das Dich sieht, ein Leben, das Dir gefällt; gib mir ein vollkommenes Ende; gib mir eine ewige Belohnung! Amen.



    Zu Gott



    Gott, Schöpfer und Lenker des Zeitlichen und Ewigen, verleihe Deiner Kirche und ihren Dienern, solange sie in der Zeitlichkeit wirken müssen, alle erforderliche Unterstützung, damit sie, desto ungehinderter den ewigen Gütern nachstrebend, Deine Ehre und das Heil der Seelen kraftvoll befördern, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Die Andacht des heiligen Anselm zu Maria ersieht man aus seinen Schriften.

    Zu Valenciennes wurde ein von Mailand im Jahr 1480 dahin überbrachtes Mutter-Gottes-Bild sogleich durch ein Wunder berühmt, da am heutigen Tag einer Frau, namens Maria le Brun, die Füße zum Gehen augenblicklich hergestellt worden sind.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Viele Kinder müssen tagtäglich längere Strecken mit der Bahn oder mit dem Bus in die Schule Fahren. Das ist in doppelter Hinsicht nicht gut. Erstens kostet es Geld und zweitens verlieren die jungen Leute dadurch Zeit und sind auch manchen Gefahren für Leib und Seele ausgesetzt.



    Etwas Ähnliches und vielleicht noch Schlimmeres gab es bereits im Mittelalter. Da hat mancher Junge schon nach einigen Jahren Schule Schule sein lassen und ist in die Welt gezogen.



    Ich reise übers grüne Land,

    Der Winter ist vergangen.

    Hab um den Hals ein gülden Band,

    Daran die Laute hangen.



    Fahrende Scholaren nannte man die Gesellen. Zu zweien oder dreien zogen sie durch Stadt und Dorf, sangen und spielten vor den Häusern und bettelten die Leute an. Jahraus und jahrein trieben sie es so, lernten nichts und verkamen und verdarben nicht selten auf der Landstraße in Not und Schande.



    Auch der heilige Anselm gehörte in der Jugend dieser losen Gesellschaft an, und dass er nicht ebenso wie andere an Leib und Seele zugrunde ging, verdankt er wohl dem Segen seiner braven Mutter, dem sie ihm vom Sterbebett aus erteilte.



    Ohne Zweifel stand über den jungen Jahren des großen Mannes ein Unstern. Die Mutter war eine fromme Frau, aber der Vater galt als Holdrio, als ein leichtsinniger Lebemann. Solange die Mutter lebte, war Anselm ein anständiger Junge, aber kaum hatte sie die Augen geschlossen, da trat der Sohn in die Fußstapfen des unguten Vaters, und nur zu bald trieb er es fast noch toller als dieser. Es kam zu Krach und Bruch, und Anselm verließ die Heimat an der Südseite der Alpen und schlug sich als fahrender Scholar durchs Leben.



    Weh dem, der keine Heimat hat! Manches Leid hat in diesen Jahren den jungen Anselm getroffen, aber es war sein Glück, dass ihn das Andenken an die verstorbene Mutter aufrecht hielt und ihn davor bewahrte, ein schlechter Mensch zu werden. Eine gute Mutter ist für ihre Kinder in der Tat ein Segen noch übers Grab hinaus.



    Eines Abends kehrte der fahrende Scholar in der Abtei Bec in der Normandie ein mit der Bitte, über Nacht bleiben zu dürfen. Natürlich wurde es ihm gestattet. Da stellte es sich heraus, dass der Prior des Klosters ein Landsmann war. Gern nahm Anselm daher die Einladung an, mehrere Tage zu verweilen, und aus den Tagen wurden Wochen und Monate und Jahre, und es zeigte sich, dass das wilde Ross, das Anselm hieß, in dem Prior einen Bändiger gefunden hatte.



    Wieder saß Anselm auf der Schulbank und holte mit eisernem Fleiß die Versäumnisse nach. Dann wurde er Mönch, dann Prior, dann Abt und schließlich Erzbischof von Canterbury in England, hochberühmt durch seine gewissenhafte Treue in der Führung des verantwortungsvollen Amtes, hochberühmt auch durch seinen Mannesmut vor Königsthronen zur Wahrung kirchlicher Rechte und hochgerühmt endlich wegen seiner gelehrten Schriften, derentwegen ihn die Kirche später zum Kirchenlehrer erhob und durch die er, wie das Evangelium sagt, zum Salz der Erde und zum Licht der Welt wurde. Am Lebenslauf des heiligen Anselm erkennt man deutlich die Wahrheit des Sprichwortes: „Muttersegen gilt auf allen Wegen.“



    Der heilige Anselm starb am 21. April 1109.



    Aus: „Tiere unterm Regenbogen“, von Aloysius Roche, Berlin 1954:



    St. Anselm, der Barmherzige



    Ein berühmtes Buch aus der englischen Geschichte sagt von diesem Heiligen, dass er besonders wegen seiner Barmherzigkeit geliebt wurde. Man werde wohl immer von ihm erzählen, dass er einst sogar einen kleinen, gejagten Hasen gerettet habe! Natürlich erzählt dieses Buch auch noch sehr viel anderes, was Anselm außerdem war und tat; aber es gibt ein Sprichwort, das sagt: ein Strohhalm zeigt die Richtung, in der die Strömung fließt. Und wirklich wissen wir, dass der Leitfaden zum Charakter eines Menschen nicht so sehr in seinen großen Taten gesucht werden muss, als vielmehr in seiner gewöhnlichen Alltagsart und in hundert kleinen Dingen.



    Anselm bewies, dass er ein besonders gutes Herz hatte, wie er auch einen sehr guten Kopf besaß – wenn man beides von einem Menschen weiß, hat man schon etwas Positives!



    Einer seiner Hauptgrundsätze war folgender: „Zucker hat noch keine gute Soße verdorben, aber Essig und Salz schon oft!“ Ein anderer: „Gott wird dem Barmherzigen wiederum Barmherzigkeit erzeigen und Mitleid dem, der selbst Mitleid hat.“



    Er war ein Mensch, der an die Notwendigkeit der Freiheit glaubte, wie jeder weiß, der sein Leben kennt. Zurzeit, als er Erzbischof von Canterbury war, kämpfte er einen ausdauernden Kampf gegen die Bedrückung, die der König ausübte. Obwohl er vor über 800 Jahren lebte, hatte er manche ganz modernen Ansichten, zum Beispiel verwarf er aufs heftigste den Sklavenhandel. Diejenigen, denen diese Sklaverei um ihres eigenen Vorteils willen überaus praktisch und bequem vorkam, nahmen Anstoß an seiner Ansicht, er aber prangerte sie tüchtig an. Damals meinten wohl die meisten Leute, die Sklaverei habe, wenngleich sie an sich wohl ein Unglück sei, doch auch manche gute Seite – aber er fand es empörend, dass irgendeinem Menschen die Freiheit mit Gewalt genommen werden könnte, einfach auf Grund eines eingewurzelten Missbrauchs.



    Er glaubte auch an die Notwendigkeit der Freiheit für die Jugend, besonders für die Studierenden. Zu seiner Zeit begann man erneut, die Gelehrsamkeit und Bildung sehr hoch zu schätzen, und man erwartete von denen, die sie zu ihrem Lebensberuf machten, dass sie sehr hart arbeiteten. Zu hart, meinte St. Anselm. Einem seiner Freunde, der selber Lehrer war, schrieb er öfters in dieser Art: „Nie wird dir ein Baum so recht kräftig wachsen, wenn du ihn einsperrst und dicht einschnürst. Die Zweige müssen ja Raum zur Ausdehnung haben und sich ausbreiten. Wie könnt ihr meinen, dass eure Schüler es zu etwas bringen sollen, wenn ihr sie mit allen möglichen Beschränkungen förmlich zurückbindet? ,Nur Arbeit und kein Spiel macht aus dem Jungen einen Dummkopf’ ist auch ein Sprichwort.“



    Es bekümmerte ihn auch, wenn er ein Tier ohne Grund gefangen sah. Er wurde zornig, als er eines Tages einen Jungen fand, der einen Vogel als Spielzeug benutzte. Eine Schnur war an des Vogels Füßchen befestigt, als wäre er ein kleiner Papierdrache. Im Augenblick schnitt Anselm den Faden durch, „woraufhin“, erzählt der Mönch von Canterbury, der sein Leben beschrieben hat, „der Vogel flog, der Junge heulte, der Heilige lachte!“



    Als er eines Tages zu seinem Landhaus ritt, lief ein gejagter Hase unter seinem Pferd her und hielt sich ganz schlau immer im gleichen Tempo, in der Hoffnung, so vor den Hunden geschützt zu sein. Und er irrte sich nicht; obwohl die Hunde einen Mordsspektakel machten, bellten und schnappten, riskierten sie doch nicht, den Pferdehufen zu nah’ zu kommen. Einige von Anselms wohlehrwürdigen Begleitern fanden die Sache recht komisch, aber er konnte keinen Scherz darin sehen, er hielt Qual und Tod für schwere Dinge, auch wenn es sich „nur“ um einen Hasen handelte. Und so wies er die Herren zurecht und erlaubte nicht, dass jemand das geängstigte Tier noch weiter hetzte, verbot auch den Hunden mit lauter Stimme, ihm etwas anzutun. Er ließ die Jäger zurück und lenkte sein Pferd sorgsam den Weg entlang, bis er dichtes Gebüsch erreichte. Dort hielt er an und ermunterte den Hasen, sich in Sicherheit zu bringen. Der ließ sich das nicht zweimal sagen und – mit einem großen Satz verschwand er in den Büschen.



    Natürlich gab es Leute, die über so etwas ihre klugen Köpfe schüttelten. Aber kein Geringerer als der heilige Franz von Sales hat diese Haltung verteidigt. Er erlebte einmal, dass in einem Obstgarten ein Rehbock gejagt wurde, wo er sich zufällig aufhielt. Sein Biograph berichtet, dass er „ernstlich bat, man möchte doch diese Hatz aufgeben – genauso nachdrücklich, als hätte er für einen Verbrecher Fürbitte tun wollen“. Und als sich Menschen fanden, die ihm vorwarfen, er sei zu weich, ja sentimental, da erzählte der Heilige, wie dereinst Anselm das Leben des armen Hasen gerettet hatte.

    https://www.heiligen-legende.de/anselm-von-canterbury/

  • Vom Reich GottesDatum19.04.2026 18:37
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Von der Vorbereitung zur heiligen Kommunion



    O Gastmahl, das der Seelen Hunger stillt.

    O Quell, worin das wahre Leben quillt.

    Du sättigest das feurigste Verlangen.

    Glückselig, die in Liebe dich empfangen.
    [/b]


    1. Bereite dich mit großer Sorgfalt und Andacht zur Vereinigung mit deinem göttlichen Heiland im Sakrament seiner Liebe vor, und erwäge zumal deine innerliche Armut, dein Elend, und wie unwürdig du so großer Ehre bist. Lass jedoch nicht von übermäßiger Furcht dich abhalten, sondern tritt mit Vertrauen und Liebe hinzu. Denn wie sollte, wer vor Angst zittert, dies Brot des Lebens mit Liebe empfangen können? Es ist aber Jesus in diesem Sakrament: nicht Furcht, sondern Liebe zu erwecken. Er nahm Brotsgestalt an, nicht nur damit du sie schauen, sondern auch essen kannst. So tritt denn mit andächtigem Verlangen hinzu, und der Herr wird durch seine Güte ersetzen, woran es dir gebricht.



    2. Es irrt, wer eine vollkommene Heiligkeit als notwendige Vorbereitung zu diesem Sakrament fordert. Wer würde es je wagen dürfen, sich diesem göttlichen Tisch zu nähern, wenn er vorher vollkommen heilig sein müsste? Ja welches Heil würde dieses göttliche Sakrament ihm verleihen, da er schon alle Heiligkeit besitzt? Und wäre auch je heilig, wer da glaubte, er habe eine vollkommene Heiligkeit erlangt? Wäre eine solche Meinung von sich selbst nicht der größte und vermessenste Hochmut? Nimmer also soll man als notwendige Vorbereitung verlangen, was eigentlich die Frucht, Wirkung und Absicht dieses göttlichen Sakramentes ist, nämlich fleckenlose Reinheit und Vollkommenheit.



    3. Nicht nur die Speise, auch die Arznei unserer Seelen ist Jesus in diesem wunderbaren Sakrament. Er selbst beruft alle Kranken, Blinden, Lahmen und Presshaften zu seinem göttlichen Gastmahl. Nimmer also soll deine Krankheit dich abhalten, vielmehr soll sie dich aneifern, zu diesem himmlischen Tisch zu gehen. Besonders unser Elend bewog ihn, diesen Quell des Lebens und des Heils für uns einzusetzen. Und er selbst hat Verlangen, mit unseren Seelen sich zu vereinigen, sie zu heilen und seine Gnade und übernatürliches Leben uns mitzuteilen. Ist also anders dein Gewissen rein von Sünden, und hast du den Vorsatz, nach seinem heiligsten Willen zu leben, so tritt mit großem Vertrauen und Liebe hinzu, und empfange das Unterpfand deiner himmlischen Seligkeit. "Kostet und seht, wie gütig der Herr ist." (Psalm 34,9)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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