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  • Vom Reich GottesDatumHeute 07:56
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Gericht nach dem Tod



    Wohin soll, Herr, ich fliehen

    Vor deinem Angesicht,

    Wenn ich von hier muss ziehen

    Und kommen zum Gericht.

    O richte meine Lebenszeit

    Mit Gnade und Barmherzigkeit.



    1. Hebräer 9,27: "Es ist dem Menschen bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt." Wie wird uns zu Mute sein, wenn es heißen wird: Fort von hier, vor den Richterstuhl des ewigen Richters! Allein, in unermesslicher Öde, fern von dieser Erde, vor mir der gerechte Richter, der alle meine Gedanken, Worte, Begierden, Absichten, Werke, Ärgernisse auf den Waagschalen des heiligen Kreuzes wiegt, zur Rechten der Engel, den Gott zum Beschützer und Zeugen meines Lebens mir gegeben hatte, zur Linken den schrecklichen Ankläger, der meine Verdammnis fordert. So schwebt meine arme, vom Körper gelöste Seele, die nun sich selbst nicht mehr vor sich verbergen kann, sondern in ihrer ganzen Hässlichkeit sich schauen muss, zitternd in namenloser Angst und Erwartung.



    2. Herr, allwissender, gerechter, unbestechlicher Richter: ach, was ist mein Leben anderes als ein gräuliches Gewebe von Sünden, Buße, Rückfällen, unbesonnenen Worten, unvollkommenen Werken und zahllosen Versäumnissen. Was werde ich Elender beginnen, der ich auf tausend Fragen dir nicht eine Antwort geben kann, denn hier sind die geheimsten Falten des Herzens entschleiert, es treten die verborgensten Missetaten in das hellste Licht, und alle Gnaden, alle innerlichen Ermahnungen, die vom Bösen mich zurückhielten und zu Werken der Gerechtigkeit mich drängten, zeugen wider mich. 1. Petrus 4,18: "Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder finden?"



    3. Nicht entkommen können wir dieser schrecklichen Stunde, aber zuvorkommen können wir dem Ausspruch unseres Richters: "Gingen wir mit uns selbst ins Gericht, dann würden wir nicht gerichtet." (1. Korinther 11,31) So richten wir uns denn selbst und bestrafen wir uns mit aller Strenge. Ersetzen wir unsere Ärgernisse durch ein frommes und heiliges Leben. Widerrufen wir unsere Verleumdungen. Erbauen wir andere durch Worte und Beispiele. Kaufen wir unsere Sünden durch Almosen los. Untersagen wir uns erlaubtes Vergnügen, das unerlaubte zu büßen. Weihen wir dem Gebet und milden Werken die Zeit, die wir bis heute vergeudeten, und Tag und Nacht schwebe die Stunde unserer Rechenschaft uns vor Augen. Psalm 143,2: "Herr, geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumHeute 07:52
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 16. April



    O Mutter meines Gottes, heiligste Jungfrau Maria, ich komme zu dir, der Königin Himmels und der Erde, gleichwie ein Bettler, der voll Unreinheit und Wunden sich seiner Königin zu Füßen wirft. Ich bitte dich, deine mitleidsvollen Augen von dem Thron deiner Herrlichkeit auf mich armen Sünder zu wenden. Deshalb hat Gott dich so reich gemacht, damit du den Sündern zu Hilfe kommst, ja, er hat dich zu einer Königin erhoben, damit du den Elenden hilfst. Blicke denn also auf mich und habe Mitleid mit mir. Blicke auf mich und lasse mich nicht eher von dir gehen, bis du mich aus einem Sünder in einen Heiligen verwandelt hast. Ich erkenne freilich, dass ich wegen meiner Undankbarkeit verdiente, aller Gnaden beraubt zu werden, die ich bis jetzt durch deine Vermittlung von Gott erlangt habe. Aber du bist eine Königin der Barmherzigkeit, und deshalb suchst du keine Verdienste, sondern du suchst Elende, um ihren Bedürfnissen abzuhelfen. Amen.



    Zu Gott




    Herr, allmächtiger Vater, der Du aus dem Nichts alles erschaffen hast, und was da ist, wieder in Nichts verwandeln kannst, ich weiß, was der heilige Johannes Chrysostomus sagt: Wie es schwer ist, dass ein Baum, der neben der Straße hingepflanzt ist, seine schönen Früchte bis zur Reife erhält, so ist es auch schwer, dass ein Mensch, der nach der Welt lebt, sein Leben bis an sein Ende unbefleckt bewahrt. Errette mich daher, o Gott, wenn es Dir gefällt, aus den Gefahren und Bedrängnissen dieser Welt, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott



    Ich, o mein Gott, habe allen Grund vor dem Tod zu zittern, denn ich bin ein Sünder. Doch im Vertrauen auf Deine unendliche Barmherzigkeit, die keinen reumütigen Sünder verstößt, sehe auch ich dem Tod getrost entgegen, der mich auf ewig mit Dir in Liebe vereinigen soll, darum bitte ich durch die unendlichen Verdienste des Todes Jesu Christi, unseres Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Benedikt Joseph Labre




    Gott, Du die Liebe, Du das Erbarmen, der Du uns im heiligen Benedikt Joseph Labre ein so vollkommenes Beispiel der Tugend gegeben hast, hilf uns, dass wir aus Liebe zu Dir gerne entbehren und leiden, wie er, gerne alle leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit üben, wie er, und auf Dich, auf Dich allein und felsenfest auf Dich vertrauen, wie er. Wir bitten Dich darum durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Heute Gedenken wir der Rückkehr der seligsten Mutter Gottes und des heiligen Joseph mit dem Kind Jesus von Jerusalem nach Nazareth, über die der heilige Evangelist Lukas berichtet mit den Worten: "Er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und war ihnen gehorsam."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    „Wie mögt Ihr nur ein so erbärmliches Leben führen? Ihr könntet es doch ebenso gut viel bequemer haben!“ sagte eines Tages ein Geistlicher zum „heiligen Bettler von Rom“, als dieser, in Lumpen gehüllt und zum Erbarmen bleich und ausgehungert und abgemattet vor ihm stand. Und als der Priester sich anbot, ihm zur Aufnahme in ein Hospiz oder Kloster, oder zu einem guten Plätzlein an irgendeiner Kirche oder Anstalt zu verhelfen, da lehnte der Heilige freundlich dankend, aber entschieden ab: „Gott will mich auf diesem Wege haben!“ sprach er mit mildem Ernst und ging betend von dannen.



    Diesen Wegen, auf denen Gottes Vorsehung unseren Heiligen durchs Leben und zum Himmel führte, wollen wir heute im Geiste nachzugehen versuchen. Es sind raue, außergewöhnliche Wege; die Hand Gottes jedoch ist deutlich sichtbar. „Gott ließ ihn geboren werden“, schrieb Benedikts letzter Beichtvater und erster Lebensbeschreiber (Marconi), „um den Unglauben, den Stolz und die Weichlichkeit seines Jahrhunderts zu beschämen und zu zertrümmern. Als Wundertäter hat er jene aus der Fassung gebracht, die das Wunder leugnen; als Armer hat er den Luxus gebrandmarkt; als Spiegel der Bußfertigkeit hat er die zahllosen Vergnügungssüchtigen seiner Zeit in Staunen versetzt. Wie ein strahlendhelles Licht hat er die Welt durchlaufen, um die Geister aufzuklären und die Herzen zu erwärmen; die Fußspur seiner Schritte ist zu einer Feuerbahn geworden, auf der man immerdar die Heldenhaftigkeit seiner Handlungen sehen kann.



    I. Auf der Suche



    Benedikt Joseph Labre wurde am 26. März 1748 in Amettes in Frankreich geboren als Ältestes unter fünfzehn Kindern in einer ebenso einfachen und wohlhabenden wie religiösen Kaufmannsfamilie. Vater und Mutter hatten je einen Bruder, der Pfarrer war. Benedikt war ein gut veranlagtes Kind, dessen Erziehung wenig Schwierigkeit machte. Er besaß ein lebhaftes, jedoch leicht lenkbares Temperament, klaren Verstand, treues Gedächtnis, leichte Auffassungsgabe, einen entschiedenen Abscheu vor der Sünde und eine starke Neigung zur Tugend. Schon bei dem Kind war eine auffallende Vorliebe für Bußstrengheiten und Übungen der Frömmigkeit unverkennbar.



    Als Benedikt zwölf Jahre alt war, nahm ihn einer seiner geistlichen Onkel, der Pfarrer von Erin war, zu sich. Es war der stille Wunsch und Plan der Familie, Benedikt studieren zu lassen und in ihm einen Gehilfen und Nachfolger des alternden geistlichen Onkels heranzuziehen. Benedikt benahm sich in Haus und Schule musterhaft. Während jedoch mit den Jahren seine Neigung zu den Übungen der Frömmigkeit, zu Gebet und strenger Abtötung in Speis und Trank und Schlaf, zum Schweigen und zur Einsamkeit, zu Werken der Selbstlosigkeit und Nächstenliebe immer stärker wurde, nahm im selben Maße sein Eifer und Fortschritt im Studium ab; das trug ihm manchen strengen Tadel und herben Vorwurf ein. Benedikt gab sich alle Mühe, doch er fühlte es immer deutlicher in seinem Inneren, Gott habe ihn nicht zum Studium und geistlichen Stand berufen. Heiße Seelenkämpfe waren durchzuringen, bis die Berufsfrage gelöst war.



    Eine erste Änderung trat durch den Tod des Oheims ein, der infolge einer ansteckenden Krankheit das Opfer seines Berufes geworden war. Achtzehnjährig kehrte Benedikt im Jahr 1766 ins väterliche Haus zurück. Über seinen weiteren Lebensweg war er sich soweit klar, dass Gott ihn zu einem Leben äußerster Bußstrenge berufen habe. Er wollte deshalb in den strengsten Klosterorden, bei den Trappisten, eintreten. Doch die Eltern gestatteten es nicht. Sie bewogen ihn vielmehr noch einmal zur Fortsetzung seiner Studien beim mütterlichen Oheim, dem Pfarrvikar zu Conteville. Benedikt fügte sich.



    Bald überzeugte sich jedoch der Oheim vom Klosterberuf seines Neffen und riet ihm zu einem Eintrittsversuch bei den Kartäusern. Freudig folgte Benedikt der Anregung und bat um Aufnahme in zwei Kartausen. Doch das eine Kloster konnte wegen großer Armut vorläufig keine Novizen aufnehmen; fürs andere besaß der Kandidat zu geringe Vorbildung. Traurig kehrte Benedikt in die Heimat zurück.



    Die Eltern übergaben nunmehr den berufslosen jungen Menschen, dessen scheinbar ungesunde Frömmigkeit ihnen Sorge zu bereiten begann, einem befreundeten Priester zu Ligny. Doch auch dieser überzeugte sich bald von Benedikts tiefer Frömmigkeit und Tugend und riet ihm, es noch einmal bei den Kartäusern zu Neuville bei Montreuil-sur-Mer zu versuchen.



    Benedikt wurde aufgenommen und war überglücklich. Doch nicht lange, da kamen furchtbare innere Leiden, Ängste und Nöte über seine Seele. Nirgends fand er Ruhe und Frieden. Es war klar, Gott wollte ihn hier nicht haben. Kurz entschlossen machte sich Benedikt trotz Schnee und Winterkälte zu Fuß auf den Weg und klopfte an der Klosterpforte der Trappistenabtei bei Mortagne in der Normandie. Doch dort nahm man die Kandidaten erst vom 24. Lebensjahr an auf.



    Jetzt brachten die bekümmerten Eltern die Sache vor den Diözesanbischof. Dieser lud Benedikt zu sich ein nach Boulogne. Er gewann einen so vorteilhaften Eindruck von der Tugend und Charakterfestigkeit des jungen Mannes, dass er ihm riet, es ein zweites Mal bei den Kartäusern zu Neuville zu versuchen.



    Willig fügte sich Benedikt. Als er von den Eltern und Geschwistern Abschied nahm, sprach er fest und bestimmt: „Hienieden werde ich Euch nicht mehr sehen; erst im Tale Josaphat werden wir uns wiedertreffen!“ Auf Empfehlung des Bischofs nahm man den schon von früher her vorteilhaft bekannten Novizen in Neuville bereitwillig auf. Doch alsbald kehrten bei ihm die entsetzlichen inneren Ängste und Versuchungen wieder. Er bot alles auf, ihrer Herr zu werden, doch vergebens. Nach zwei qualvollen Monaten musste ihm der Obere des Hauses eröffnen: „Mein Sohn! Die göttliche Vorsehung ruft Dich nicht in unseren Stand! Folge den Einsprechungen Gottes!“



    Noch vom Kloster aus schrieb Benedikt an seine Eltern einen wunderschönen, tiefgläubigen Trostbrief: wohl sei es anders gekommen, als sie alle es gedacht hätten. „Doch auch darüber freue ich mich, denn es ist die Hand des Allmächtigen, die mich führt.“ Dann teilte er ihnen seinen Plan mit, neuerdings bei den Trappisten um Aufnahme zu bitten.



    Alsbald klopfte er nochmals an der Pforte der normannischen Trappisten-Abtei. Da er noch nicht 24 Jahre alt war, blieb sie ihm trotz aller Bitten und Tränen verschlossen. Unverzüglich machte er sich auf den Weg und wanderte vier Wochen lang ohne alle Mittel, nur von Almosen lebend, gen Süden, bis er vor den Mauern des Trappistenklosters Septfonds stand. Im November 1769 erhielt er dort das heilige Kleid und den Klosternamen „Frater Urban“. Er fühlte sich glücklich und geborgen, und auch im Kloster hatte man ihn gern. Da plötzlich stellten sich die alten Seelenleiden wieder ein. Die Geistesqual, die innere Finsternis und Verlassenheit wuchs derart an, dass der arme Novize sich für verworfen hielt, nicht mehr die heiligen Sakramente zu empfangen wagte, vor Angst und Not fast verging und schließlich schwer krank wurde. Man brachte ihn aufs Krankenzimmer und dann ins äußere Klosterhospital, damit er bessere Pflege hätte. Als er sich körperlich wieder einigermaßen erholt hatte, musste ihm eröffnet werden, man sei dessen sicher, Gott wollte ihn nicht im Kloster haben. „Möge der Wille Gottes geschehen!“ sprach Benedikt ruhig und ergeben und verließ am 2. Juli 1770 die klösterliche Friedensstätte.



    II. Auf Gottes Wegen



    „Beten und Büßen!“ – das stand für Benedikt Joseph nach wie vor als seine gottgewollte Lebensaufgabe fest. Im Kloster wollte dies Gott offensichtlich von ihm nicht haben, also draußen in der weiten Welt. Und da gab es wahrlich Grund und Gelegenheit überreich dazu! „Zeig, Herr, Deine Wege mir, lehr wandeln mich auf Deinen Pfaden!“ (Psalm 24,4), so betete er mit dem Psalmisten und begann nunmehr sein zwölfjähriges Wander- und Wallfahrtsleben als Bettler und Pilger durch die verschiedensten Länder Europas. Alle berühmten Heiligtümer und Wallfahrtsorte von Italien, der Schweiz, von Österreich, Polen, Deutschland, Frankreich und Spanien besuchte er Jahr für Jahr der Reihe nach, blieb dort einige Tage oder Wochen lang, betete zu Füßen der Gnadenbilder und an den Gräbern der dort verehrten Heiligen. Am liebsten und längsten verweilte er im sogenannten „Heiligen Hause“ zu Loreto, wohin er elf Mal pilgerte, und in den verschiedenen Kirchen und Heiligtümern Roms, das er zum Ausgangspunkt seiner jährlichen Wallfahrten und schließlich zu seinem fast beständigem Aufenthaltsort machte. „In dieser großen und volkreichen Stadt“, meinte er einmal, „tut man Gutes ohne gesehen zu werden und wegen der großen Anzahl von Kirchen kann man von einer zur anderen gehen, ohne beobachtet zu werden. Man kann dort auch alle Tage zum vierzigstündigem Gebet gehen.“



    „Still in sich gekehrt, auf das, was um ihn vorging, kaum achtend, zog er seines Weges. Ein grobkörniger Rosenkranz hing um seinen Hals, wenn er ihn nicht gerade betend in Händen hielt. Auf der Brust hatte er ein hölzernes Kreuz mit kupfernem Kruzifixus, an der Seite einen hölzernen Essnapf, der mit Draht zusammengeflickt war.



    Seine Kleidung war äußerst armselig, dutzendfach zerrissen, geflickt und zerfranst. Er war ein Bild zum Erbarmen, wenn man ihn in solchem Aufzug bei schlechtem Wetter, Schnee und Eis und Nebel, erstarrt vor Kälte oder auch in glühender Sommerhitze, mit seinen Lumpen notdürftig bedeckt, in zerlöcherten Schuhen daher ziehen sah. Auf dem Rücken hatte er einen Bettelsack, der seine ganze Habe, das Büchlein von der Nachfolge Christi, das Neue Testament und ein abgegriffenes Brevier, zuweilen vielleicht auch noch ein Stück Brot enthielt. Auf Vorrat nahm er nie etwas an und immer nur die schlechtesten Kleidungsstücke. Wurde ihm sonst etwas aufgenötigt, was er nicht streng und sofort brauchte, so verschenkte er es alsbald an einen anderen Armen. Als ihm einst jemand einen alten, mit Seide überzogenen Strohhut schenkte, zerriss er geflissentlich die Seidenhülle, so dass das Stroh herausschaute. Dann erst setzte er ihn auf und freute sich, wenn man sich darüber lustig machte. Auch eine mit kleinen Nägeln gespickte Bußgeißel trug er bei sich, mit der er sich manchmal blutig geißelte. Einen eigentlichen, sonst bei Büßern und frommen Personen so beliebten Bußgürtel besaß er nicht. Dafür trug er – wohl auf besonderen Antrieb der göttlichen Gnade – ein lebendiges Cilicium auf seinem unschuldigen Leib: Ungeziefer aller Art in Menge, das ihn unaufhörlich quälte und marterte. Benedikt Joseph ertrug diese Qual mit heldenhaftem Mut, ohne sich dagegen zu wehren, im Geist der Sühne und Buße.



    Wenig wählerisch war er auch bezüglich seiner nächtlichen Unterkunft. Wenn es nur immer möglich war, übernachtete er unter freiem Himmel auf dem bloßen Erdboden oder in einem Stall, auf dem Heuboden, in den Nischen, Gängen und Galerien öffentlicher Gebäude in Rom, mit Vorliebe im alten Gemäuer des Kolosseums, am liebsten aber in den Kirchen. Wirtshäusern und allgemeinen Herbergen ging er aus dem Weg; der dort herrschende Lärm und die vielfachen Gotteslästerungen daselbst waren ihm unerträglich. Auch auf dem Weg war er lieber allein, als in Gesellschaft. Er verließ deshalb die großen Verkehrsstraßen und schlug gern einsame, wenn auch beschwerliche Pfade ein. Kam er auf seinen Wanderschaften durch eine nichtkatholische (protestantische) Gegend, dann hatte er es sichtlich eilig; er marschierte dann in solchen Eilschritten, um bald aus diesem Gebiet wieder herauszukommen, als wenn ihm irgendein Feind gefahrdrohend auf den Fersen wäre.



    Auch seine Lebensbedürfnisse an Nahrung und Kost waren staunenswert gering. Einmal am Tag etwas Brot und Wasser, am Sonntag sogar zwei Mal solche Kost, wozu er dann noch ein paar Nüsse oder Erbsen fügte – das war alles. Sein Refektorium (Speisesaal), meinte er launig, sei die Straße und der Brunnen auf der Gasse. Dort fand er auch seine täglichen Extra-Leckerbissen: Orangenschalen, grüne Erbsenhülsen, Kohlblätter, weggeworfenes Grünzeug, verdorbenes Obst und faule Früchte. So barg seine Tasche auch nach seinem Tod als Mundvorrat für den Tag nur ein Stück Brot und einige Orangenschalen. Als er eines Tages Stunde um Stunde in einer Kirche Roms betete, rüttelte ihn eine fromme reiche Dame, nachdem sie ihn vergeblich angesprochen hatte, auf und lud ihn ein, mit ihr zum Mittagessen zu kommen. „Zum Mittagessen? Mittagessen?“ fragte der Heilige, langsam zu sich kommend. Dann schüttelte er ablehnend den Kopf und sprach: „Ich esse auf der Gasse!“



    Er machte überhaupt seinen Gastgebern wenig Mühe und Arbeit. Beim ersten Morgengrauen verließ er das Haus, wo er mehr betend und sich blutig geißelnd als schlafend genächtigt hatte und begab sich zur Kirche. Dort blieb er bis zum Abend in einer Ecke oder einem dämmerigen Winkel kniend und unbeweglich im Gebet versunken. Die Hände hatte er über der Brust gekreuzt, die Augen waren zum hochwürdigsten Gut oder gen Himmel oder zu einem Bild der Gottesmutter erhoben. Fliegen und Schnaken, die ihm Gesicht und Hände zerstachen, wehrte er ebensowenig ab, wie das Ungeziefer an seinem Leib. Dabei hatte er eine große Geschwulst an beiden Knien. Zuweilen leuchtete sein Antlitz vor innerer Glut oder er brach in feurige Seufzer nach Gott aus und fiel vor Übergewalt der inneren Bewegung in Liebesohnmacht und Verzückung. Auf jene, die ihn so in heiliger Beschauung und Entrückung beobachteten, machte er einen tiefen Eindruck.



    War er allzu sehr durchgefroren, dann konnte es zuweilen vorkommen, dass er gegen Mittag heimkam, um sich etwas zu wärmen, kehrte nachher jedoch alsbald in seinen stillen Gebetswinkel zurück und blieb dort solange, bis am Abend die Kirchentüren geschlossen wurden. Gern weilte er in nächster Nähe des Hochaltares und Tabernakels; als man aber eines Tages den verlumpten Bettler von dort wegjagte, zog er sich fortan bescheiden in den Hintergrund der Kirche zurück. Auch dort wurde er nicht überall geduldet, sondern zuweilen als Heuchler oder des Diebstahls verdächtig hinausgejagt. Einmal kam er sogar als Straßenräuber und Meuchelmörder in Verdacht. Er hatte nämlich einem Verunglückten auf der Straße die erste Hilfe geleistet. Hinzukommende Reiter hielten ihn für einen Verbrecher und führten ihn gefesselt ins nächste Dorfgefängnis ab. Bald löste sich das Missverständnis. Benedikt aber freute sich, „um der Gerechtigkeit willen“ etwas gelitten zu haben. Ebenso ein anderes Mal. Da gab ihm jemand ein kleines Geldstück als Almosen. Der Heilige schenkte es schnell an einen anderen Bettler weiter. Der Almosengeber meinte, Benedikt sei die Gabe zu klein; er habe sie deshalb verschmäht. In seinem Unwillen versetzte er ihm einen wuchtigen Stockhieb. Benedikt strahlte daraufhin in heiliger Freude.



    Er sprach nie viel, eigentlich nur, wenn er angeredet wurde oder wenn die Liebe und das Seelenheil des Nächsten es erforderte, und dann sehr kurz, sanft und bescheiden. Nicht sehr viele Worte haben sich von ihm erhalten, aber umso gehaltvollere, tiefere und lehrreichere. Hören wir einige davon.



    Einst fragte ihn ein Kranker, der ganz richtig herausgefunden hatte, dass die lebendige Gottesliebe die Quelle von Benedikts Geduld in Leiden sei, wie man am sichersten zu einer großen Liebe Gottes gelangen könne? „Dazu“, gab der Heilige zur Antwort, „muss man drei Herzen in einem vereinigt haben: das erste muss ganz Liebe und Zärtlichkeit für Gott sein, das zweite voll Güte und Eifer für den Nächsten, das dritte hart in Bußgesinnung und Hass gegen sich selber.“



    Eine fromme alte Dame klagte dem Heiligen einst ihr Leid und ihre Sorgen. Sie hatte einen etwas leichtsinnigen Neffen, dessen religiöses und sittliches Leben in Gefahr war. Ob er Rat wisse? Nach kurzer Überlegung sprach der Heilige: „Beten Sie jedes Mal das Credo (apost. Glaubensbekenntnis) für den jungen Menschen, so oft er von zu Hause fortgeht.“ Ein ebenso einfaches wie treffliches Mittel für Mütter und alle, denen um das Seelenheil ihrer heranwachsenden Söhne und Töchter und der ihrer Fürsorge Anvertrauten bange ist!



    Einst musste Benedikt einen Auftrag zum Kloster der Klarissinnen zu Monte Lupone überbringen. Die Äbtissin, die schon viel Erbauliches von dem „heiligen Bettler“ gehört hatte, ließ alle Nonnen im Sprechzimmer zusammenkommen, damit sie an seinem Wort und Beispiel sich erbauen könnten. Benedikt sprach nur wenig, aber tiefernst über die Zeitlage und beklagte, dass die Welt keine Buße mehr tun wolle, dass man in Luxus dahinlebe, selbst viele geistliche Personen, und dass die Weltanschauung des Unglaubens immer verhängnisvoller um sich greife. „All das“, schloss er mit wehmütigem Ernst, „all das schreit laut nach dem Zusammenbruch, und dieser lässt nicht mehr lange auf sich warten!“



    Während dieser Unterredung betrachtete eine der Nonnen aufmerksam diesen „König der Armen“ in seinen zerrissenen Schuhen und Kleidern. Mitleidig kam es leise über ihre Lippen: „Armer, unglücklicher Mann!“ „Unglücklich?“ wiederholte Benedikt vorwurfsvoll. „Unglücklich sind nur die, die in der Hölle sind, die Gott auf ewig verloren haben!“ Und als er dabei den Namen Gottes aussprach, neigte er ehrfurchtsvoll das Haupt. Die Nonnen aber waren tief ergriffen und empfahlen sich besonders seinen Gebeten.



    Bei einem zweiten Besuch im Sprechzimmer zu Monte Lupone erkundigte sich eine der Nonnen nach einem dem Kloster befreundeten Priester in Rom, wie es ihm gehe? „Er liebt Gott“, antwortete Benedikt schlicht und kurz. Gleich darauf fragte eine andere der Nonnen, die die Frage überhört hatte: „Was macht auch Don Mancini?“ „Er liebt Gott“, erwiderte ruhig der Heilige. „Ja, das weiß ich“, entgegnete die Schwester, „aber was tut er denn?“ „Er liebt Gott“, gab Benedikt mit sanftem Blick und Mund ein drittes Mal zur Antwort und dadurch den Nonnen und allen frommen Seelen eine wundersame, tiefe Lehre über das Erste und Wichtigste für alle Lagen des Lebens.



    Als der Heilige im Jahr 1782 seine elfte Pilgerfahrt nach Loreto gemacht hatte, fragte ihn beim Abschied ein Wallfahrtspriester, ob er übers Jahr wiederkäme? „Nein, mein Vater.“ „Aber warum nicht?“ „Ich muss heim in mein Vaterland.“ Aber dann führt Dich Dein Weg von Rom doch über Loreto?“ „Nein, ich muss heim in mein Vaterland.“ „Dann kommst du also nicht nach Loreto?“ „Mein Vater, ich muss heim in mein Vaterland!“, lautete hartnäckig ein drittes Mal Benedikts geheimnisvolle Antwort. Gott hatte ihn innerlich wissen lassen, dass es heimwärts gehe, aber nicht nach Frankreich, seiner irdischen Heimat, wohl aber in den Himmel, ins ewige Heimatland. Benedikt Joseph Labre war eben



    III. am Ziel.



    Mit seiner Gesundheit ging es sichtlich abwärts; das fühlte und wusste er selber. Ein hartnäckiger Husten quälte in besonders des Nachts und beraubte ihn des spärlichen Schlafes. Er magerte immer mehr ab; Totenblässe lag auf seinem Gesicht. Schwächen und Ohnmachtsanfälle stellten sich ein. Schließlich konnte er nur noch mit Hilfe eines Stockes seine Kirchengänge machen. Doch seiner klar erkannten Lebensaufgabe „beten und büßen“ blieb er unentwegt treu. Ja ein verstärkter Eifer in dieser Beziehung war unverkennbar. Als ihm jemand riet, sich doch zu mäßigen und Arzneimittel zu nehmen, sonst falle er noch einmal auf offener Straße tot um, gab er ruhig zur Antwort: „Was geht das mich an?“ Es war, als wollte er auf ein früheres Wort anspielen: „Gott will mich ja auf diesem Wege haben!“



    In tröstlichen Gesichten ließ Gott seinen treuen Diener sein nahes Ende und die Verherrlichung nach dem Tod schauen. Am Palmsonntag des Jahres 1783 begegnete ihm eine Bekannte. Erschrocken über sein Aussehen, sprach sie mitleidsvoll zu ihm: „Ihr seid doch recht krank, Benedikt! Wollt ihr fortgehen?“ „Wie Gott will! Wie Gott will!“ sprach der Heilige sichtlich erfreut. Dann ging er weiter und betete noch viel inniger sein Lieblingsgebetlein in diesen letzten Lebensjahren: „Rufe mich, Jesus! Rufe mich, damit ich Dich schauen kann!“



    Und Jesus rief ihn zu sich. Am Montag und Dienstag in der Karwoche machte Benedikt Joseph, wenn auch mit äußerster Anstrengung, seine gewohnten Kirchenbesuche. In der Frühe des Mittwochs begab er sich nach Santa Maria de Monti, einer Muttergottes-Wallfahrtskirche in der Nähe des Kolosseums. Dort wohnte er in tiefer Andacht dem heiligen Messopfer bei. Ein neuer Schwächeanfall veranlasste ihn, sich ins Freie zu begeben. Gute Leute umringten ihn, boten ihm ihre Dienste an und gaben gute Ratschläge. Benedikt hörte sie schweigend an. Da kam ein alter Bekannter, der Metzgermeister Zaccarelli des Weges und versuchte den Erschöpften zu überreden, mit ihm in seine nahe Wohnung zu kommen. Benedikt sagt nach einigem Zögern zu. Sterbend langte er dort an. Man holt den Priester. „Wünschst du etwas, Benedikt?“ fragte er, sich über den Sterbenden neigend. „Nichts, nichts!“ erwiderte dieser, ohne die Augen zu öffnen. „Ist es schon lange her, dass du kommuniziert hast?“ „Kurz her, kurz!“ war die Antwort und zugleich sein letztes Wort hier auf Erden. Von zwei Uhr nachmittags an konnte er nach außen hin keine Zeichen mehr geben. Auch der herbeigerufene Arzt vermochte nichts mehr zu helfen. Man erteilte dem Sterbenden deshalb die letzte Ölung und betete unablässig bei ihm. Ruhig wie immer, die Hände auf der Brust gekreuzt, lag der kaum Fünfunddreißigjährige da; sein Antlitz atmete tiefen Seelenfrieden. Im Sterbezimmer ging es aus und ein. Die Kunde vom nahen Hinscheiden des „Armen vom Vierzigstündigen Gebet“ verbreitete sich rasch in der Stadt. Heiliges Schweigen, das zeitweise durch die Sterbegebete unterbrochen wurde, umgab das Sterbelager. Eben holten die Uhren der Ewigen Stadt zum Schlag für die achte Abendstunde aus. Drin im Sterbezimmer betete zu der Sterbelitanei das „Heilige Maria, bitte für ihn!“, da streift seine reine Seele das Bettlergewand des Leibes ab, um drüben das strahlende Gloriengewand zu erhalten. „Zieh hin, christliche Seele!“ betete der Priester. Deine irdische Pilgerschaft ist zu Ende. Geh ein in die ewige Heimat, ins Vaterhaus der himmlischen Seligkeit! Im selben Augenblick erhoben alle Glocken Roms ihre eherne Stimme zum abendlichen Gebetsgruß. Es war zugleich das Festgeläut beim Eingang eines neuen Heiligen in den Himmel.



    Benedikt Joseph Labre wurde 1860 selig- und 1883 heiliggesprochen. Das vielverehrte und wunderumstrahlte Grab des Heiligen ist in der Kirche Santa Maria de Monti zu Rom.





    Der Landstreicher - der ein Heiliger war




    Benedikt Joseph Labre wollte ins Kloster. Von seinem 18. Lebensjahr an war dies sein glühendster Wunsch, aber es sollte sein Schicksal sein, immer wieder eine Enttäuschung zu erleben. Die Trappisten wollten ihn nicht haben. Er war ihnen zu schwächlich. Die Kartäuser von Longuenesse waren gewillt, einen Versuch mit ihm zu machen, aber er entsprach ihren Anforderungen nicht. Die Abgeschlossenheit, nach der er sich gesehnt hatte, bekam ihm nicht. Sie schien ihn zur Verzweiflung zu treiben, statt ihm inneren Frieden zu geben. Die Mönche konnten es bald nicht mehr mit ansehen. Sie meinten, er habe keinen Ordensberuf, und entließen ihn.



    Damit aber war Benedikts Entschluss in keiner Weise erschüttert. Er wandte sich an die Kartäuserabtei in Montreuil. Obwohl viele Mönche den Kopf schüttelten, nahm man ihn auf.



    Wieder war das Ergebnis das gleiche. Er strengte sich mächtig an, aber das Mönchsleben bekam ihm nicht. Die Regel gebot, sich ruhig in der Zelle zu verhalten, aber er konnte nicht still sein. Nach sechs Wochen ersuchte man ihn wieder fortzugehen. Er ging aber nicht nach Hause, sondern wieder zu einer Trappistenabtei.



    Nun nahm ihn Sept Fons auf. Die Probe dauerte acht Monate. Benedikt hatte eine direkte Leidenschaft, alles herzuschenken, und selbst im Trappistenkloster konnte er nicht genug loswerden. Er sehnte sich danach, noch ärmer und noch hungriger zu sein. Diese Bemühungen, der Ärmste der Armen zu sein, verwandelten ihn bald wieder wie in Montreuil zu einem reinen Skelett. Er wurde krank und konnte sich zwei Monate lang überhaupt nicht aufrechthalten. Sobald er kräftig genug war, um sich auf den Weg machen zu können, gab man ihm den Abschied. Mit einem „Gottes Wille geschehe“ auf den Lippen verließ er wiederum das Kloster.



    Aber in diesen Monaten hatte er angefangen, seinen wahren Beruf zu entdecken. Wenn ihn auch die Sehnsucht nach einem Leben im Kloster nie ganz verließ, sah er doch ein, dass es für ihn wenig Hoffnung gab, diesen Beruf in der üblichen Weise auszufüllen. Er konnte nicht Mönch wie die anderen sein, er musste einer nach seiner eigenen Art und Weise werden. Und er konnte nicht in einem Kloster leben, die Welt musste sein Kloster werden. Er wollte der Einsamste der Einsamen, der Ausgestoßenste der Ausgestoßenen, das erbarmungswürdigste Geschöpf Gottes werden. Ein Landstreicher wollte er sein, der Arme Gottes, ein Pilger für den Rest seines Lebens. Damals war er 25 Jahre alt.



    So machte er sich auf den Weg nach Rom. Ein langes Kleid bedeckte ihn, das mit einem Strick um die Hüfte gebunden war. Auf der Brust trug er ein Kreuz und eine lange Kette von Rosenkranzperlen um den Hals. Seine Füße waren nur zum Teil von den zerrissenen Schuhen bedeckt. Man hätte glauben können, sie seien eigens dazu da, Wasser und Steine hineinzulassen. Die Unbilden der Witterung fürchtete Benedikt nicht. Über der Schulter trug er einen alten Sack mit seiner Habe, darunter eine Bibel und ein Gebetbuch. Er aß was man ihm gab. Gab man ihm nichts, so suchte er sich am Weg etwas. An den nächsten Tag dachte er nicht. Und hatte er je etwas mehr, als er gerade brauchte, so gab er es einem anderen Landstreicher.



    Im Jahr 1770 schrieb er den letzten Brief an seine Angehörigen. In den folgenden 6 oder 7 Jahren seiner Pilgerreisen über Berge, durch Wälder, durch Städte und Dörfer schlief er im Freien oder wo immer er ein primitives Obdach finden konnte. An Almosen nahm er nur, was er gerade brauchte. An Kleidern trug er, was man ihm gab, bzw. was man ihm aufnötigte. Während seiner ersten Reise machte er in Loreto und Assisi halt. In Rom kam er mit wunden Füßen und krank an, so dass er drei Tage im französischen Hospital bleiben musste. Hierauf blieb er 8 oder 9 Monate in der Stadt und besuchte die heiligen Stätten. Mit niemand war er bekannt, und niemand wusste, wo er schlief. In den nächsten Jahren wanderte er zu allen berühmten Wallfahrtsstätten Europas. Ende 1776 ließ er sich endgültig in Rom nieder, von wo aus er nur noch ganz bestimmte Wallfahrten machte, meist nach Loreto, das er jedes Jahr besuchte.



    Nie besaß er mehr als 10 Pfennige auf einmal. Bot man ihm mehr an, so lehnte er es ab. In Loreto hauste er in einer Scheune vor der Stadt. Als man ihm ein Zimmer näher beim Heiligtum anbot, lehnte er es ab, weil ein Bett darin war. In Rom war sein Heim jahrelang ein Loch in den Ruinen des Kolosseums. Von diesem Quartier aus machte er seine täglichen Gänge zu den Kirchen der Stadt. Ausgenommen wenn er krank war, bettelte er selten. Er begnügte sich mit dem, was ihm Vorübergehende von sich aus gaben. Einst bot ihm ein Mann eine Münze. Benedikt nahm sie dankend an. Als er aber sah, dass es mehr war, als er brauchte, gab er sie jemand anders. Der Geber sah dies als eine Beleidigung an, da er der Meinung war, Benedikt hätte mehr erwartet, nahm seinen Stock und schlug ihn. Benedikt ertrug die Prügel, ohne ein Wort zu sagen.



    Es scheint, dass er monatelang kein Wort sprach. Als sich ein Kloster für ihn interessierte, in dem man ihn hochachtete, ließ sich Benedikt nie mehr dort sehen. Seine ganze Habe bestand aus ein paar Andachtsbüchern und einem hölzernen Napf. Dieser war in Stücke gegangen, und er band ihn mit einem Stück Draht zusammen. Sein Beichtvater schilderte sein erstes Zusammentreffen mit ihm so: „Es war im Juni 1782; ich hatte gerade die hl. Messe in der Kirche St. Ignatius gelesen, da bemerkte ich einen Mann in meiner Nähe, dessen Äußeres auf den ersten Blick entschieden abstoßend war. Seine Beine waren nur teilweise bedeckt, sein Gewand mit einem alten Strick um die Hüfte gebunden. Das Haar war ungekämmt. Dem äußeren Anschein nach schien er der elendste Bettler zu sein, den ich je gesehen hatte.“



    Als der Priester seine Danksagung vollendet hatte, trat Benedikt zu ihm und bat ihn, seine Generalbeichte entgegenzunehmen. Der Priester staunte nicht nur über die Sorgfalt, mit der diese Beichte abgelegt wurde, sondern auch darüber, wie gut sein Beichtkind in komplizierten Fragen der Theologie Bescheid wusste. Er unterbrach die Beichte und fragte ihn, ob er Theologie studiert habe. „Ich, Hochwürden?“ sagte Benedikt. „Nein, ich studiere nie. Ich bin nur ein armer, unwissender Bettler.“



    Da merkte der Beichtvater, dass er es hier mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun hatte. Er beschloss, den Mann in Zukunft sorgfältig im Auge zu behalten. Je mehr er ihn kennenlernte, desto mehr wunderte er sich über die Heiligkeit unter den Lumpen.



    Er sah ihn zum letzten Mal am Freitag vor der Karwoche 1783, als Benedikt zur Beichte kam. Das nächste, was der Priester genau eine Woche später von ihm hörte, war, dass er gestorben sei. Er war nicht überrascht, denn seit einigen Monaten schon hatte er sich gefragt, wie der Mann überhaupt noch leben konnte. Zu allen Entbehrungen und Kasteiungen hatte sein Körper sich in der letzten Zeit noch mit Ausschlägen und Wunden bedeckt. Der Priester hatte ihn ermahnt, doch wenigstens diesen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, aber Benedikt hatte sie wenig beachtet.



    So kam der Mittwoch der Karwoche. Unter den Kirchen, die Benedikt besucht hatte, hatte ihn keine häufiger gesehen als S. Maria dei Monti beim Kolosseum. Hier wohnte er jeden Morgen der hl. Messe bei. Im ganzen Viertel war er gut bekannt. Auch an diesem Tag hatte er den Gottesdienst besucht. Beim Verlassen der Kirche – es war bereits 1 Uhr mittags – stürzte er auf den Stufen zusammen. Die Umstehenden sprangen auf ihn zu. Er bat um ein Glas Wasser, konnte sich aber nicht mehr erheben. Ein Metzger aus der Gegend, der ihm schon oft Wohltaten erwiesen hatte, erbot sich, ihn in sein Haus bringen zu lassen, und Benedikt nahm es an. Dort legte man ihn in ein Bett, damit er sich erhole. Bald aber wurde allen klar, dass er am Sterben lag. Man sandte nach einem Priester, der ihm die hl. Sterbesakramente spendete. Aber Benedikt war zu schwach, um noch die hl. Kommunion empfangen zu können. Man begann die Gebete für den Sterbenden. Bei den Worten „Heilige Maria, bitt für ihn“ starb er ohne einen Seufzer, 35 Jahre alt. Es war der 16. April 1783.



    Darauf ereigneten sich einige merkwürdige Dinge. Sein Beichtvater und Lebensbeschreiber erzählt: „Kaum hatte dieser arme Nachfolger Christi seinen letzten Atemzug getan, als auf einmal die Kinder aus der Nachbarschaft die Straße mit ihrem Lärm erfüllten und einstimmig riefen: „Der Heilige ist tot, der Heilige ist tot!“ Bald stimmte ganz Rom in diesen Ruf ein, und überall wiederholte man die Worte: „Ein Heiliger ist tot“. Viele, die ob ihrer Heiligkeit und ihrer Wunder berühmt waren, haben ihre irdischen Tage in dieser Stadt beendet. Aber der Tod von keinem rief eine so schnelle und heftige Erregung hervor wie der Tod dieses Bettlers.



    Benedikt war kaum tot, als zwei Kirchen sich um die Gunst stritten, seinen Leichnam zu besitzen. Man entschied, dass er nach S. Maria dei Monti verbracht werden sollte, der Kirche, die er am häufigsten besucht hatte. Der Andrang des Volkes war so groß, dass man eine verstärkte Polizeiwache aufstellen musste. Eine Abordnung Soldaten begleiteten den Zug zur Kirche. Mehr Ehre hätte kaum einem königlichen Leichnam widerfahren können. Von dem Augenblick an, wo er in der Kirche aufgebahrt lag, war diese gedrängt voll von trauerndem Volk. Während der Gottesdienste an den Kartagen blieb die Leiche aufgebahrt dort liegen. Immer mehr Volk drängte zur Kirche, so dass der Kardinalvikar erlaubte, dass der Tote vier Tage unbeerdigt blieb. Leute jeden Standes trafen sich einmütig zu Füßen des Bettlers Benedikt. Am Ostersonntagnachmittag setzte man ihn in der Kirche neben dem Hauptaltar bei.



    Aber die Verehrung hörte damit nicht auf. Immer neue Scharen strömten zur Kirche, und man brauchte Soldaten, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Auch das vorübergehende Schließen der Kirche half nichts. Sobald sie wieder geöffnet wurde, strömte die Volksmenge wieder herein. Dies ging 2 Monate lang so fort. Noch nie vorher hatte man so etwas erlebt, auch in Rom nicht. Wenn je jemand durch die Zustimmung des Volkes zum Heiligen erklärt wurde, dann Benedikt Joseph Labre, der Bettler. In einem Jahr war sein Name in ganz Europa bekannt. Lebensbeschreibungen erschienen, Legenden verbreiteten sich, und von überallher wurden wahre und falsche Wunder gemeldet.



    In dieser Zeit lebten die Eltern Benedikts in ihrem Haus in der Nähe von Boulogne. Da sie mehr als 12 Jahre nichts mehr von ihrem Sohn gehört hatten, nahmen sie an, dass er gestorben sei. Jetzt erfuhren sie plötzlich, dass der Heilige, von dem alle Welt sprach, ihr Sohn war!




    https://www.heiligen-legende.de/benedikt-joseph-labre/

  • Vom Reich GottesDatumGestern 03:54
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von Gottes Barmherzigkeit

    gegenüber den Sündern



    Nein, Herr, du willst den Tod des Sünders nicht;

    Barmherzig kommst selbst du ihm entgegen,

    Und sendest ihm der Gnade helles Licht,

    Sich zu bekehren von der Bosheit Wegen.




    1. Gott liebt seine Geschöpfe. Er liebt selbst die Sünder. Er liebt sie zwar nicht als Sünder, sondern als Elende, denn seine unendliche Liebe drängt ihn, die Milch seiner Erbarmungen in alle Herzen zu ergießen, die ihrer bedürfen. Darum ermahnt er den Menschen, der durch die Sünde von ihm sich entfernt hat, durch den lauten Ruf seines Gewissens. Er beunruhigt ihn durch die Vorstellung der Gefahr, in der er schwebt, und drängt ihn zur Rückkehr. Flieht aber der Sünder, gleich dem Propheten Jona, vor dem Angesicht Gottes, so verfolgt er ihn sogar in seiner Flucht. Was würde man von einem Richter sagen, der dem Verbrecher nacheilte, und ihn drängte, Gnade anzunehmen?



    2. Mit wunderbarer Langmut geht Gott dem Sünder oft selbst an die Orte nach, wo er ihn am wenigsten erwartet. Er vergällt ihm seine Lust durch Bitterkeiten und schreckt ihn zuweilen durch Androhungen eines jähen Todes und der ewigen Verdammnis. Bleibt aber der Sünder bei allen Einladungen, Ermahnungen und Drohungen ungerührt, so wartet Gott wie ein milder Vater oft geduldig, bis der Wahnsinn seiner Leidenschaft sich gelegt hat, und er zu ruhigem Nachdenken gelangt. So liebevoll ist er, dass er zu der sündigen Seele spricht: "Kehre zurück, ich schaue dich nicht mehr zornig an, denn ich bin gütig, ich trage nicht ewig nach." (Jeremia 3,12) Kann die liebevolle Geduld Gottes je weiter gehen?



    3. Um so wunderbarer ist diese Langmut, als er, der beleidigte Gott, alle Mittel in Händen hat, sich zu rächen. Nicht wenige gänzlich verstorbene Sünder wurden auch, nachdem er alle seine Erbarmungen vergeblich an ihnen erschöpft hatte, plötzlich aus dem Leben gerufen. Wie tief innig sollen wir von Gottes großer Barmherzigkeit uns gegenüber durchdrungen sein. Denn konnte nicht auch uns widerfahren, was ihnen widerfuhr? Und hätten wir es weniger verdient? Und siehe, noch leben wir. Wie, mein Gott, habe ich diese Gnade verdient? Ewig will ich dein Erbarmen preisen, und durch verdoppelte Treue die Beleidigungen ersetzen, die ich deiner göttlichen Liebe angetan habe. Psalm 103,2-4: "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumGestern 03:49
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 15. April



    Allerseligste Jungfrau, die du das größte und erhabenste unter allen Geschöpfen bist, ich grüße dich, ich Unglückseliger, der ich mich gegen Gott empört habe, der ich Strafen und nicht Gnaden verdient habe, den Gott nach seiner Gerechtigkeit und nicht mit Barmherzigkeit hätte behandeln sollen. Ich rede so, meine Gebieterin, nicht weil ich Misstrauen in deine Barmherzigkeit setze, sondern weil ich weiß, dass du um so barmherziger bist, je höher Gott dich erhoben hat, und dass du dich nur deshalb deiner Reichtümer freust, um uns Elenden einen Teil davon zukommen zu lassen. Ja, ich weiß, dass, je ärmer diejenigen sind, die zu dir ihre Zuflucht nehmen, du nur um so sorgfältiger darauf bedacht bist, ihnen beizustehen und sie zu retten. Amen.



    Zu Gott



    Unendlich weiser Gott, Du kennst allein, was gut ist. Lass uns darum nicht nach den verkehrten Lüsten unseres Herzens dahinleben, sondern führe uns mit mächtiger Hand auf den rechten Weg, damit wir zu Dir, unserem höchsten Ziel, gelangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Maria und Joseph finden Jesus im Tempel zu Jerusalem mitten unter den Lehrern. Man hielt ein besonderes Fest hierfür am 4. Mai.

    Den am heutigen Tag im Jahr 1450 von den Franzosen über die Engländer erhaltenen Sieg schreiben sie der Fürbitte der seligsten Jungfrau zu.

    Am heutigen Tag hat Papst Paul V. im Jahr 1608 vollkommenen Ablass denen verliehen, die in der Rosenkranz-Bruderschaft sind und am ersten Sonntag eines jeden Monats der Prozession beiwohnen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Die neuere Zeit und, mit Freude und Genugtuung dürfen wir es sagen, unsere heilige Kirche hat der Welt einen Helden geschenkt, einen Helden der Nächstenliebe und Selbstaufopferung, bei dessen Tod eine noch nie dagewesene Bewegung der Verehrung sich aller Herzen bemächtigte. Nicht allein die religiöse katholische Welt hat dem Apostel der Aussätzigen auf Molokai den Herzenstribut dankbarer Huldigung und Ehrung dargebracht, schier noch größer war die Begeisterung und Bewunderung für den Heldenmut treuer Pflichterfüllung, die sich bei der Nachricht vom Tod Pater Deveusters unter den Andersgläubigen Bahn brach. Die Engländer kamen allen zuvor. In London wurde Pater Damians Bild mit den Verwüstungen des Aussatzes im Gesicht öffentlich ausgestellt. Es war hässlich anzuschauen; aber unter dem abstoßenden Äußeren entdeckten die Beschauer bald die Züge des edlen Priesters, der auf seiner einsamen Insel im Stillen Ozean unbekannt bleiben wollte, dessen Name aber doch in aller Munde war. Scharenweise drängte man sich heran, zu Tausenden wurde seine Fotografie gekauft. „In Birmingham“, so erzählt ein Augenzeuge, „wichen die ersten, die Pater Damians Bild in einem Schaufenster erblickten, zurück vor der entsetzlichen Hässlichkeit. Aber dies unwillkürliche Sträuben währte nur einen Augenblick. Als man den Helden der christlichen Liebe erkannte, umdrängte das Volk in solcher Zahl das Schaufenster, dass die Polizei wiederholt zur Aufrechterhaltung des Verkehrs einschreiten musste.“ Der Prinz von Wales, der spätere König Eduard VII. trat an die Spitze einer Vereinigung von Männern aus allen Konfessionen, die dem toten Freund der Aussätzigen ein Denkmal setzen wollten, wie denn auch tatsächlich zu Löwen und auf Molokai sein Andenken auf diese Weise verewigt wurde.



    Was hat es nun mit diesem Mann, der eine so weitgreifende Bewunderung bei allen Nationen wachrief, für eine Bewandtnis?



    Pater Damian, ein ernster, mitleidiger, tätiger Mann, ein liebenswürdiger Charakter von großer Stärke des Geistes, wurde durch Gottes weise Vorsehung von Jugend auf mit den erforderlichen Gaben des Körpers und Geistes ausgestattet, um den ihm einst zugewiesenen Beruf ganz erfüllen zu können. Joseph Deveusters Heimat ist Tremeloo in Belgien, nördlich von Löwen, wo er am 3. Januar 1840 geboren wurde. Seine Eltern, dem ländlichen Mittelstand angehörend, waren eifrige katholische Christen, die ihren Kindern eine gediegene Frömmigkeit und Liebe zu Gott einflößten. In dem „kleinen Schäfer“ begann frühzeitig eine große Hingabe für den Dienst Gottes, Liebe zum Gebet, Mitleid mit den Armen und Verständnis für eigene Überwindung, Entsagung und körperliche Abtötung Wurzel zu fassen. Mehrmals wurde er durch Gottes besonderen Schutz aus drohender Lebensgefahr errettet. Im achtzehnten Jahr hatte Joseph das Glück, einer Mission der Redemptoristen beizuwohnen, die entscheidend auf seine Standeswahl einwirkte. Von jener Hochherzigkeit beseelt, die nur den göttlichen Willen bestimmt zu erkennen braucht, um ihn ohne Verzug zu vollziehen, brachte er auch alsbald den Gnadenruf Gottes zum geistlichen Leben zur Ausführung. Sein älterer Bruder gehörte der neuen, 1817 approbierten Genossenschaft der heiligsten Herzen Jesu und Mariä, auch Picpus-Kongregation genannt, an. Als Joseph, zusammen mit seinem Vater, dem Bruder in Löwen einen Besuch machte, hielt er um Aufnahme in die Gesellschaft an, erhielt sie und blieb auch sofort im Kloster, um den Seinen den Schmerz des Abschieds zu ersparen. Für die Entschiedenheit des jungen, gottbegeisterten Mannes ist dies bezeichnend. Diese Energie und Entschiedenheit, verbunden freilich mit besten Geistesanlagen, vermochten viel im Leben unseres Jüngers der Liebe. Sie führten ihn zum priesterlichen und zum apostolischen Beruf. Josephs Bruder, Pater Pamphil, lehrte den Novizen, anfangs nur zur Zerstreuung und Unterhaltung in der Freiheit lateinische Worte und Sätze. Der Fortschritt des strebsamen Schülers war aber ein so staunenswerter, dass die Oberen den „Frater Damian“, der 1860 die feierlichen Ordensgelübde ablegen durfte, unter die Kandidaten des Priestertums einreihen konnten.



    Ernst, Entschiedenheit und rastlose Tätigkeit fördern rasch die Entwicklung des jungen Ordensmannes weiter. Zum Gebet und zur Anbetung des Allerheiligsten verwendete er mit Vorliebe die Nachtstunden, was ihm bei seiner kräftigen Natur ohne Besorgnis erlaubt werden konnte. Eifer und Entschlossenheit führten den opferfreudigen Kleriker auch unverhofft rasch auf das Missionsfeld. Die Picpus-Kongregation hatte neben Abhaltung der Sühne-Anbetung und Mitwirkung an der Erneuerung des religiösen Geistes in der Heimat auch die auswärtigen Missionen als Arbeitsfeld erhalten. Die Sandwichinseln im Stillen Ozean, nordöstlich von Australien gelegen, waren ihr vom Heiligen Stuhl zugewiesen. Im Jahr 1863 sollte Frater Damians Bruder, Pamphilius, dorthin übersiedeln. Doch dieser erkrankte kurze Zeit vor der Abreise an Typhus. Da wandte sich Damian, kurz entschlossen, unmittelbar an den Generaloberen in Paris mit der Bitte, an seines Bruders Stelle treten zu dürfen, „damit das (bereits bezahlte) Fahrgeld nicht vergeudet sei“. Wirklich kam zur Verwunderung der Lokaloberen der Befehl, das Frater Damian abreise, obgleich er erst die niederen Weihen empfangen hatte. Nach fünfmonatiger Reise landete der begeisterte Missionar, am Fest des heiligen Joseph 1864, in Honolulu, der Hauptstadt des Inselreiches. Zu Pfingsten bereits erhielt Damian Deveuster vom apostolischen Vikar Maigret die Priesterweihe und sogleich den drei Tagereisen umfassenden Bezirk Puna als ersten Missionsposten. Hier hieß es, neu aufbauen. Noch nicht einmal eine Kapelle war vorhanden. Die wenigen Katholiken waren weit auf den Dörfern zerstreut, überdies von der Irrlehre des Calvinismus bedrängt. Schon bei der ersten Runde gab der Herr des Weinberges dem neuen Arbeiter neunundzwanzig Seelen zur Wiedergeburt im Wasser der heiligen Taufe. Glücklich und zufrieden, inmitten von Mühen und Sorgen, umgeben, geliebt von den armen Einheimischen, arbeitete Pater Damian rastlos an ihrem Seelenheil. Als der eifervolle Hirte aber sah, dass einer seiner Mitbrüder in Kohala noch schwerer zu arbeiten hatte und dabei weniger kräftig war, bat er seinen Bischof, dorthin versetzt zu werden. In den vier Jahren der Missionstätigkeit in diesem Bezirk baute der damals ruhende Diener des Herrn vier neue Kirchen und erneuerte eine alte, wobei er selbst das Amt des Zimmermanns und Baumeisters übernahm.



    Doch so aufopferungsvoll und segensreich auch Pater Damians Tätigkeit in der Mission war, Gott, der Herr, hatte für ihn noch ein anderes, ganz außergewöhnliches Arbeitsfeld bereit, indem er nicht nur Gut und Kraft, Zeit und Freiheit, sondern buchstäblich Blut und Leben einsetzte und hinopferte. Das war seine Tätigkeit, sein Opferleben unter den Aussätzigen.



    Das entsetzliche Übel des Aussatzes war vor mehr als fünfzig Jahren, wahrscheinlich von Asien her, auf den Sandwichinseln eingeschleppt worden. Die geselligen, gastfreundlichen Eingeborenen, die keine Furcht vor Ansteckung kannten, beobachteten auch keine Schutzmaßregeln. So konnte die unheilvolle Krankheit festen Fuß fassen und auf allen Inseln sich ausbreiten. Erst im Jahr 1865 griff die Regierung mit Schutzgesetzen ein. Alle Aussätzigen sollten von der übrigen Bevölkerung abgesondert und auf die nördliche Insel Molokai zusammengebracht werden. Da fristeten nun die Unglücklichen ein trauriges Dasein. Im Norden schied sie das Meer, im Süden eine gewaltige Felswand von der übrigen menschlichen Gesellschaft. Sie waren sich ganz selbst überlassen. Wohl sorgte die Regierung für ihren Unterhalt, aber das, was auch das Schwerste erträglich macht, die mitleidsvolle Liebe, fehlte. Die Lage der Armen war eine tieftraurige. Die entsetzliche Krankheit ließ den Leib der Befallenen, Glied um Glied, der Fäulnis anheimfallen. Für das Diesseits war ihnen jede Hoffnung auf Glück entschwunden. Ihre Leiden trieben sie vielfach zur Verzweiflung, und so ergaben sie sich allen Lastern. Hierdurch entschwand ihnen aber auch die Hoffnung auf ein besseres Jenseits, das einzige, was sie mit ihrem schlimmen Schicksal aussöhnen konnte.



    Nun vergaßen freilich die katholischen Missionare ihre unglücklichen Brüder auf Molokai nicht. Sie kamen zeitweilig hinüber, um ihnen die Erfüllung der notwendigsten religiösen Pflichten zu ermöglichen. Zur Gründung einer eigenen Seelsorgestation war aber ihre Zahl zu beschränkt. Im Jahr 1872 gelang es wenigstens, unter Beihilfe der Vereinigung zur Verbreitung des Glaubens in Rom, ein Kirchlein zu erbauen. Und schon hatte die göttliche Vorsehung auch den Geistlichen hierfür bereit. Bei einer Versammlung von Missionaren zur Einweihung einer Kapelle auf der Insel Maui, im Jahr 1873, klagte Bischof Maigret, dass er noch immer wegen Priestermangel den Verbannten auf Molokai keinen Seelsorger geben könne. Pater Damian hörte den Wunsch seines Oberhirten, und sofort entschlossen und zum größten Opfer bereit, sprach er: „Hochwürdigster Herr! Hier sind die neu angekommenen Missionare. Gestatten Sie einem von ihnen meine Pfarrei zu übernehmen, und erlauben Sie mir, nach Molokai zu gehen, um für die armen Aussätzigen, deren geistiges und leibliches Elend mir unzählige Male zu Herzen ging, nach Kräften zu arbeiten. Gern will ich lebendig mich begraben mit den unglücklichen Opfern der Seuche, von denen mir manche persönlich bekannt sind.“ Das hochherzige Anerbieten wurde angenommen. Eben lag ein Schiff bereit, um fünfzig Aussätzige hinüberzuführen. Ihnen schloss sich Pater Damian an, ohne auch nur von seinen Freunden Abschied zu nehmen. So ist es echte Apostelart.



    Als der neue Aussätzigenseelsorger nach Molokai kam, belief sich die Zahl der unglücklichen Ausgestoßenen auf über achthundert. Die Hälfte davon waren Katholiken. Mit unbeschreiblichem Mitleid schickte er sich an, ihr sittliches und körperliches Elend zu mildern. In der Tat war Deveuster auch seiner körperlichen Beschaffenheit nach äußerst geeignet für seinen schweren, selbst gewählten Beruf. Er stand im Alter von dreiunddreißig Jahren. Kräftig gebaut, die Farbe blühender Gesundheit im Antlitz, Jugendkraft im Auftreten, versprach er Ausdauer und Leben inmitten von wandelnden Leichen. Arme und Herz öffnete nun der katholische Priester nicht nur seinen Glaubensgenossen, nein, allen ohne Unterschied. Alle sollten seine hilfreiche Hand, seine maßlose Hingebung erfahren. Der Retter war da. Wer beschreibt den Eindruck, den sein Erscheinen auf die unglücklichen Bewohner der Toteninsel machte! Die zerknickten Herzen erbebten vor Freude, das gebeugte Haupt richtete sich empor, die müden Augen leuchteten auf in Hoffnung. Kann auch der Gottesmann den Tod nicht bannen, er wird es verstehen, seine Bitterkeit zu mildern. Des Priesters Wort und Segensvermittlung wird denen, die für die Erde nichts mehr zu hoffen haben, wenigstens die gewisse Aussicht auf ein seliges, ewiges Leben erschließen.



    Es war ein ununterbrochenes Opferleben, ein wunderbares Liebeswerk, das der heldenmütige Apostel auf seinem damals wohl einzigen Posten vollführte. Nur etwa achtzig Aussätzige waren in einem Hospital untergebracht, die übrigen hatten sich aus Zweigen und Blättern elende Hütten gebaut. Hier musste Pater Deveuster stundenlang bei den Kranken und Sterbenden, denen meist jede Pflege und ärztliche Behandlung fehlte, verweilen. Starben doch jede Woche zehn bis zwölf Aussätzige. Der Atem der Kranken ist ein Pesthauch, der die Luft vergiftet und sich in die Kleider einfrisst. Die aufbrechenden Geschwüre, das faulende Fleisch, das nach und nach besonders an Händen und Füßen abfällt, verbreitet einen ganz unerträglichen, abscheulichen Geruch. Den natürlichen Ekel zu überwinden, sich an eine solche Atmosphäre zu gewöhnen, kostet eine übermenschliche Überwindung. Wenn der selbstlose Priester Sterbenden oder Beichtenden das schwarze Blut auffing, das bei Husten- und Erstickungsanfällen dem unförmlichen Leib entquoll, wenn er die vielen Würmer ihre schauerliche Zerstörungsarbeit unaufhörlich vollbringen sah, da war er oft genötigt, wieder an die frische Luft zu treten, und das stürmisch pochende Herz und den sinkenden Mut wieder mit Gewalt aufzuraffen. Mit den Aussätzigen wurde er selber zum Aussätzigen. Darum hatten seine gründlichen religiösen Belehrungen, die er täglich nach der heiligen Messe für alle gab, die Worte der Güte und Barmherzigkeit, die am Krankenlager das Ohr verstockter Sünder trafen, so günstigen Erfolg, dass die Unglücklichen zu christlicher Gesittung zurückkehrten, ihre schlechten Gewohnheiten aufgaben und ihr hartes Geschick mit Geduld und frommer Ergebung zu tragen lernten. Auch Heiden und Irrgläubige, Kalvinisten und Mormonen achteten ihn als gemeinsamen Vater. Im ersten Jahr schon konnte er über hundert Personen die Taufe spenden und viele in der Taufunschuld der ewigen Vergeltung zuführen. Tausende der armen Ausgestoßenen der Menschheit verdanken ihm allein Zufriedenheit im Leben und Seligkeit im Tod. Es gab solche, die gar nicht mehr geheilt zu werden verlangten, wenn sie dann Molokai verlassen müssten.



    Der unermüdliche Bote der christlichen Liebe tat aber auch alles, um neben den geistlichen Bedürfnissen seiner armen Herde auch ihre vielseitige leibliche Not möglichst zu lindern. Er, der nie an sich und seine Bequemlichkeit dachte, der in den ersten Monaten ohne Obdach war und im Freien unter einem Pandanenbaum nächtigte, - zur Herstellung einer Hütte hätte ihm nicht nur die Zeit, sondern auch das Material gefehlt – ruhte nicht, bis die Regierung das Nötigste sandte, um gesunde, feste Wohnungen zu errichten, sorgte zuallererst unter größten Anstrengungen für gutes Trinkwasser, verbesserte das Vorhandene und baute ein neues Spital und ein Waisenhaus, ruhte nicht, bis ein Arzt sich niederließ, Krankenschwestern und brauchbare Wärter angestellt, eine Apotheke errichtet wurde. Wie vielen Toten hat er eigenhändig den Sarg gezimmert und das Grab geschaufelt! Dass ihn der Bau von Kirchen unablässig beschäftigte, braucht gar nicht eigens hervorgehoben zu werden. Dass er dabei aber seine Kenntnisse in mancherlei Handwerk persönlich betätigen musste, zeigt nur von der Vielseitigkeit dieses einzigartigen Mannes. Der Gottesdienst wurde mit größter Feierlichkeit abgehalten. Sängerchöre und Musikerkapellen fehlten dabei nicht und waren aus den Aussätzigen selbst zusammengestellt. Nicht nur die Fronleichnamsprozession, selbst die so häufigen Leichenbegängnisse wurden zu erhebenden Schauspielen. So gewann das Leben der armen Insulaner auf der gemiedenen Todesinsel eine zuversichtliche, menschenwürdige, ja frohe Stimmung. Was der Mann der Liebe und der entschlossenen Tat auf Molokai geschaffen, wird für immer gerühmt werden in der Geschichte der Menschheit und ist ewig eingeschrieben im Buch der Lebendigen. Die unbestreitbar unglücklichsten aller vernünftigen Wesen glücklich zu machen, ist eine Heldentat, die nur mit Gottes Gnade einem vollendeten Mann des Glaubens und der Liebe gelingen konnte.



    Zwölf Jahre lang war der in Arbeit und Mühen sich aufreibende Jünger der Liebe augenscheinlich durch höhere Hilfe vor Ansteckung bewahrt geblieben. Doch gefiel es Gott, das bewunderungswürdige Opferleben durch den Opfertod zu krönen. Täglich musste Pater Deveuster gewärtig sein, die Spuren des furchtbaren Übels an seinem Leib zu entdecken. Erst im Jahr 1884 vermutete er sein Vorhandensein, das Schwinden des Gefühls an den Füßen brachte ihm ein Jahr darauf gelegentlich eines heißen Fußbades die Gewissheit. Das trübte ihm nicht die Ruhe der Seele. „Ich habe keinen Zweifel mehr über die wahre Natur meiner Krankheit“, so meldete er selbst seinem Oberen, „doch ich bin ruhig, ergeben und glücklich inmitten meines Volkes. Gott der Herr weiß am besten, was zu meiner Heiligung dient. Ich sage darum täglich mit bereitwilligen Herzen: „Herr, dein Wille geschehe!“ In gewohnter Weise arbeitete er weiter. Nachdem er in den letzten Jahren für die entferntere Station einen Gehilfen in der Seelsorgearbeit erhalten hatte, war es jetzt sogar wieder zeitweilig nötig, an den Sonntagen zweimal Messe zu lesen, viermal zu predigen und zweimal Segensandacht zu halten. Doch der Kräfteverfall und die Entstellung des Äußeren schritt unaufhaltsam fort. Ein überaus großer Trost war es für den Todgeweihten, dass seine Finger und die innere Fläche der Hände, an welchen Stellen bekanntlich der Priester bei der Weihe mit heiligem Öl gesalbt wird, vom Aussatz nicht ergriffen wurden. Das setzte ihn in den Stand, beinahe bis zuletzt das heilige Opfer zu feiern. Dieser Umstand ist umso auffallender, als bei den meisten Aussätzigen gerade die Finger und Hände zuerst zerfressen werden. Am 30. März 1889 musste der Nimmermüde sich aufs Ruhe-, aufs Sterbebett legen. Strahlend vor Glück und Freude bereitete er sich auf den Hingang vor. Zwei seiner Mitbrüder konnten ihn öfters mit dem Brot der Starken rüsten. Am 15. April vollendete der gute Hirte sein Opferleben. Beinahe sechzehn Jahre hatte er inmitten der Schrecken des Aussatzes in treuer Hirtenliebe ausgeharrt.



    Wo ist die Quelle eines so heroischen Opfermutes? Der heilige Aussätzigenapostel, der würdige Kongreganist der heiligsten Herzen Jesu und Mariä sagt es uns selbst: „Ohne das heiligste Sakrament wäre eine Stelle wie die meinige unerträglich. Aber da ich den Herrn in meiner Nähe habe, bin ich immer heiter und arbeite mit Freude an der Erziehung und Unterstützung der armen Kranken.“



    Damian Deveuster wurde am 4. Juni 1995 durch Papst Johannes Paul II. selig- und durch Papst Benedikt XVI. am 11. Oktober 2009 heiliggesprochen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum14.04.2026 17:23
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Von Rückfällen in die Sünde



    Es schütze, Herr, mich deine starke Hand;

    Sie breche meines Herzens Widerstand:

    Dass ich nicht frevelnd häufe Schuld auf Schuld,

    Und sich in Zorn verwandle deine Huld.




    1. Lebe sorgsam vor Gott, und hüte dich vor Rückfällen in die alten Sünden. Denn je öfter eine Sünde verziehen wurde, um so unverzeihlicher wird sie. Je mehr sie an Anzahl zunimmt, um so mehr auch nimmt sie an Bosheit zu, und wird gleich einer alten Wunde unheilbar. Sünden, die einmal zur Gewohnheit wurden, wandeln sich bald in Notwendigkeit, weil der Wille immer schwächer, der Geist immer blinder, die Leidenschaften immer unbändiger, die Heilmittel dagegen immer unwirksamer werden. Und so gerät der Mensch, der mit so großer Erkenntnis und so schnödem Undank von Gott sich abwendet, abermals in die Schlinge des unsichtbaren Feindes, der ihn nun um so fester hält.



    2. Dürfen wir uns wundern, dass so viele durch ihre beständigen Rückfälle ein Raub der Verdammnis wurden? Durch dies beständige Fortsündigen treibt der Mensch seinen Spott mit dem Allerhöchsten, er verachtet seine Geduld, trotzt seiner Gerechtigkeit, sündigt vermessen auf Gottes Barmherzigkeit, tritt das Blut der Erlösung mit Füßen, und reizt Gottes Langmut zum Zorn. Auf die sündige Lust folgt dann die Bitterkeit, auf die Vermessenheit die Verzweiflung, auf die Barmherzigkeit die Rache, wie die Schrift bezeugt, die spricht in Jesus Sirach 5,4-7: "Sag nicht: Ich habe gesündigt, doch was ist mir geschehen? Denn der Herr hat viel Geduld. Verlass dich nicht auf die Vergebung, füge nicht Sünde an Sünde, indem du sagst: Seine Barmherzigkeit ist groß, er wird mir viele Sünden verzeihen. Denn Erbarmen ist bei ihm, aber auch Zorn, auf den Frevlern ruht sein Grimm. Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschiebe es nicht Tag um Tag. Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft."



    3. O ewige Güte, nicht würdig bin ich, nach so vielfältigem Undank und Meineid, die Augen zu dir zu erheben, denn nicht Schwäche und Gebrechlichkeit, sondern Bosheit, Verachtung, Unbußfertigkeit muss ich meine Sünden nennen, die nicht zu entschuldigen sind, und keine Verzeihung verdienen. Dennoch, mein Gott, verzweifle ich nicht an deiner Barmherzigkeit, der du kein reuiges und zerknirschtes Herz verwirfst. Und da du mir befiehlst Buße zu tun, so will ich heute noch beginnen, sie aufrichtig und ernsthaft zu wirken, will im Sakrament der Gnade mich reinigen, und von nun an dir getreu und unablässig dienen. "Gott will nicht, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren." (2. Petrus 3,9b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum14.04.2026 17:18
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 14. April



    Erbarme Dich meiner, mein Heiland, und vergib mir. Erbarme dich meiner, meine Mutter Maria, und bitte für mich, oder sage mir wenigstens, an wen ich mich wenden soll, wer mitleidsvoller ist als ihr, und auf wen ich mehr Vertrauen setzen kann als auf euch. Nein, im Himmel und auf Erden werde ich niemanden finden, der mehr Mitleid als ihr mit dem Elenden hätte, und der mir mächtiger beistehen könnte. Du, o Jesus, bist mein Vater; du, o Maria, bist meine Mutter. Ihr liebt die Elendsten, und sucht sie auf, um sie selig zu machen. Ich habe die Hölle verdient, ich bin der Elendste von allen. Ihr braucht mich nicht zu suchen, nein, ich verlange nicht einmal, dass ihr mich sucht, ich selbst komme euch entgegen und hoffe fest, dass ihr mich nicht verlassen werdet. Amen.



    Die Gesinnungen, die die heilige Lidwina in ihrem Leben beseelten, sind in diesen Reimen schön ausgesprochen:



    Ist Gott für mich, so kann kein Leiden,

    Kein Tod, kein Grab mich von ihm scheiden.

    Ist Gott für mich, so muss mir Pein

    Und Tod und Grab zum Segen sein!



    Sei niemals mutlos, Seele! Schwinge

    Dich auf zu deinem Gott - und bringe

    Mit jedem Gott bekannten Schmerz

    Voll Glauben an sein Vaterherz.



    Zu Jesus Christus auf die Fürbitte der heiligen Lidwina




    Verleihe uns, o Herr Jesus Christus, dass wir durch das Beispiel und die Fürbitte der heiligen Lidwina, bei allen unseren Leiden durch das Andenken an Dein heiliges Leiden uns stärken, und nie vergessen, dass der Weg des Kreuzes der Weg zur ewigen Herrlichkeit ist, der Du lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Märtyrer



    Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, verleihe, dass wir, die wir die Feierlichkeit Deiner heiligen Märtyrer Tiburtius, Valerian und Maximus begehen, auf ihre Fürbitte auch ihre Tugenden nachahmen können, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Die früh angefangene und allzeit fortgesetzte Andacht der heiligen Lidwina zur seligsten Jungfrau hat sie in ihrem langen Elend aufgemuntert, und ihr beim Tod den unaussprechlichen Trost gebracht, nach dem so herrlichen himmlischen Besuch von der Welt abzutreten.


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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Nach menschlichem Ermessen dürften wenig Christen gefunden werden, die mit solcher Liebe, mit solcher Geduld und Beharrlichkeit, mit solchem Vertrauen ein solches Leiden so lange ertragen haben, als die gottselige Lidwina. Schon der Name, den sie in der heiligen Taufe empfing, deutet, wie ihr Lebensbeschreiber, der ehrwürdige Thomas von Kempis, bemerkt, auf ihre Bestimmung hin; denn Lidwina heißt so viel als: die vor Leid Weinende. Die auserwählte Braut Christi wurde zu Schiedam in Holland den 18. März 1380 geboren. Ihr Vater, Peter, war von Adel, aber aus göttlicher Fügung so arm geworden, dass er zur Zeit des Herzogs Wilhelm in der Stadt den Nachtwächterdienst versehen musste, um sich und seine Familie zu erhalten. Die Mutter hieß Petronilla und galt als eine sehr gottesfürchtige, ihrem Hauswesen treu vorstehende Frau. Sie gebar ihrem Mann acht Kinder, von denen Lidwina das fünfte war.



    Frühzeitig gab die Kleine schon eine besondere Andacht zu der Mutter der Reinigkeit zu erkennen, indem sie nie unterließ, wenn sie ihren Brüdern das Essen in die Schule brachte, vor dem Marienbild in der Kirche, an welcher sie der Weg vorüberführte, den englischen Gruß zu beten. Als sie eine junge Frau wurde, sah man an ihr die herrlichsten Vorzüge der Seele mit vollendeter Schönheit des Körpers vereinigt, und daher wurden ihr bald die lockendsten Heiratsanträge gemacht. Doch Lidwina hatte sich schon ihrem Heiland verlobt und erklärte mit Festigkeit, dass sie nie einen sterblichen Menschen ehelichen, ja, wenn man sie weiter mit Anträgen beunruhige, Gott bitten werde, sie so zu entstellen, dass jedem die Lust vergehe, sie auch nur anzublicken. Täglich betete sie zu Gott, dass er alle fleischliche Liebe ihr aus dem Herzen nehme, damit sie ihn allein mit reinem Herzen lieben könne. Und Gott erhörte ihre Bitte, und zwar nach seiner wunderbaren Weisheit, indem er bei ihr schwere körperliche Leiden zuließ, den Worten Jesu gemäß: „Einen jeden, der Frucht bringt, wird mein Vater reinigen, auf dass er noch mehr Frucht bringe.“



    Um Lichtmessen des Jahres 1395 ging Lidwina, damals fünfzehn Jahre alt, mit ihren Freundinnen auf das Eis, wie denn in Holland das Schlittschuhlaufen allgemeine Volksbelustigung ist. Da kam eines der Mädchen im schnellen Lauf an ihr vorbei und versuchte sich an ihr festzuhalten. Durch den Anprall aber verlor Lidwina das Gleichgewicht und fiel so unglücklich auf einen Haufen Eisstücke, dass sie sich eine Rippe brach. Das war der Anfang ihres namenlosen Leidens. Es bildete sich innerlich ein Geschwür, das allen Heilmitteln trotzte und immer mehr um sich fraß, die Kranke dem Tode nahe bringend. Schließlich platzte es nach einer heftigen Bewegung, die die Leidende machte, und entleerte sich durch den Mund. Von da an folgte eine ununterbrochene Kette von Krankheiten für die ganze Lebenszeit. Drei Jahre lang wurde Lidwina zur Osterkommunion in die Kirche getragen; sonst kroch oder schob sie sich mühsam an einem Stock fort, da sie weder gehen noch stehen konnte. Im vierten Jahr nahm das Übel dermaßen zu, so dass die Kranke sich überhaupt nicht mehr rühren konnte, und man musste, wenn man sie von der Stelle bringen sollte, ihre Schultern mit einer Binde umwickeln, damit sich der Körper nicht auseinander renkte. Nur dem Kopf und einem Arm blieb etwas Beweglichkeit und so lag Lidwina, eine halbe Leiche, bis an den Tod auf dem Rücken. Ein Arzt aus Delft, Meister Andreas genannt, der sie gleich in den ersten Jahren der Krankheit sah, erklärte ihren Eltern, dass sie auf keine Weise mehr gesund werden würde. Doch sollten sie dies für kein Unglück halten, denn Gott würde so viele und große Dinge an Lidwina wirken, dass er für eine solche Tochter gerne so viel Geld geben wollte, als ihr Kopf schwer sei.



    Immer weiter griff die Krankheit um sich und keine Arznei schlug mehr an. An einzelnen Stellen des Körpers erstarb das Fleisch und ging in Fäulnis über, die wiederum Würmer erzeugte, doch keinen üblen Geruch verbreitete. Dazu gesellte sich ein Brand im Leib, den die Ärzte Antoniusfeuer zu nennen pflegen, und der all ihre Glieder jämmerlich zerfraß. Das Licht ihres Auges verschwand, ihr Kopf wurde von unaufhörlichem Stechen, als würde er mit Nadeln und Messern gestochen, ihr Mund von folternden Zahnschmerzen, ihr Hals mit fast unerträglicher Bräune gepeinigt. Geblütsfülle drang ihr oft aus Nase, Mund und Ohren. Nebenbei hatte sie beständiges Erbrechen, anhaltendes Seitenstechen und ein tägliches Fieber. Auch die Elemente verstärkten ihre Schmerzen. In dem strengen Winter von 1408, wo die Fische im Wasser gefroren, litt die Kranke so unter dem Frost, dass ihre Glieder schwarz und die Tränen ihrer Augen zu Eis wurden. So qualvoll war oft ihr Leiden, dass die natürlichen Tränen versiegten und blutige hervorquollen. Zu dem heftigen Fieber, das sie bald mit Glut verbrannte, bald wieder mit Eiseskälte schüttelte, kam zuletzt eine allgemeine Wassersucht. Als die Pest in Schiedam ausbrach, wurde auch Lidwina damit befallen und kurz vor ihrem Tod überdies noch von der schmerzhaften Steinkrankheit heimgesucht. An der Stirn hatte sich in Folge der Krankheit ein Bruch gebildet, der bis auf die Mitte der Nase reichte, ebenso war die untere Lippe und das Kinn gespalten, so dass sie deshalb kaum reden konnte. Anfangs nahm sie täglich einige Apfelstückchen mit einem Bissen Brot und einem Schluck Bier oder einem Löffel süßer Milch zu sich, später trank sie bloß Wasser aus der Mosel und in den letzten Jahren nahm sie weder Speise noch Trank zu sich. Von Schlaf war ohnehin keine Rede. Der vielen Wunden wegen, die ihren Leib bedeckten, konnte sie kein Federbett ertragen. Jahrelang lag sie auf Stroh und schließlich mit bloßem Rücken sogar auf einem harten Brett, das aus dem Boden eines Fasses genommen war. Niemand konnte sie, die lebendige Ausstellung aller Krankheiten, ohne das innigste Mitleid ansehen, und sie durfte mit Recht ausrufen: „Ihr alle, die ihr vorübergeht, schaut her und sagt, ob ein Schmerz dem meinen gleicht!“



    Die ersten vier Jahre wollte sich Lidwina nicht recht in ihre Lage fügen; sie klagte oft über ihre Schmerzen und suchte bei den Menschen Hilfe und Erleichterung oder stieß, bitterlich weinend, jeden Trost zurück. Endlich schickte ihr Gott einen frommen Priester, namens Johannes Pot, der sie belehrte, wie sie sich verhalten solle. Er riet ihr vor allem, ihre Gedanken ganz auf das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi zu wenden, ein Geheimnis desselben nach dem andern andächtig zu betrachten und dabei zu erwägen, was der Heiland ihr zu Liebe gelitten habe. Dann solle sie bedenken, was die Heiligen Gott zu Liebe ausgestanden hätten, und schließlich sich fleißig erinnern an den großen und ewigen Lohn, den der Herr für das irdische Leiden verheißt. Um aber von Gott die Gnade der Geduld zu erlangen, solle sie öfters die heilige Kommunion empfangen und in ihren Schmerzen der sogenannten Stoß- oder Schussgebete sich bedienen. Lidwina folgte ihrem ehrwürdigen Beichtvater aufs Pünktlichste und spürte bald eine gänzliche Umänderung ihres Gemütes. Die Begierde, wieder gesund zu werden, die Mutlosigkeit, das Verlangen nach menschlicher Hilfe waren auf einmal verschwunden. Man hörte kein Wort der Ungeduld mehr von ihr, man sah kein Zeichen der Unzufriedenheit. Sie ergab sich vollkommen dem göttlichen Willen und lobte den Herrn in den größten Schmerzen, ja verlangte gar noch mehr zu leiden.



    So arm sie selber war, gab sie doch von dem Wenigen, was sie hatte, den Armen und teilte mit ihnen das Almosen, das ihr fromme Leute reichten. Freigebig war die gottselige Jungfrau auch mit geistlichen Almosen. Trotz der Unzahl von Krankheiten, die ihren Leib zermarterten, hatte sie Sinne, Vernunft, Gedächtnis und alle Geisteskräfte wohl beisammen und konnte allen, die sie besuchten, Trost, Rat und Belehrung erteilen. Den Ordensleuten empfahl sie freudigen, pünktlichen Gehorsam und warnte vor dem Müßiggang, welcher der Pflegevater alles Bösen sei. Witwen und Waisen ermunterte sie zum Vertrauen auf Gottes Güte und zur Geduld im Ertragen ihrer Entbehrungen. Wollte jemand sie selbst wegen ihrer Armut bedauern, so antwortete sie: „Wer mit dem, was er hat, zufrieden ist, der hat Überfluss.“ Besonderes Mitleid hatte sie mit den Sündern und den Seelen im Reinigungsort und sie pflegte zu ihren Vertrauten zu sagen, sie wollte gern noch doppelt so viel erdulden, wenn sie damit einen Sünder bekehren oder eine Seele aus dem Fegfeuer erlösen könnte.



    Neben ihren Krankheiten hatte Lidwina auch andere Trübsale zu leiden. Der Tod entriss ihr ihre Mutter, von der sie bisher, so viel es die Umstände erlaubten, sorgsam gepflegt worden war, und sie fiel der Barmherzigkeit der Anverwandten anheim. Diese gingen nicht immer am Liebreichsten mit ihr um. Besonders hart wurde sie von der Gattin ihres Bruders, einer eigensinnigen, zänkischen und rohen Frau, behandelt. Sie aber setzte den Misshandlungen nur Sanftmut und Geduld entgegen und antwortete auf die Frage, warum sie zu allem schweige: „Die Gebrechlichkeiten und Unvollkommenheiten überlästiger Menschen muss man mit ruhigem Gemüt ertragen, damit sie durch das Beispiel fremder Geduld gebessert werden. Die mir Böses tun, geben mir Gelegenheit, meine Verdienste zu vermehren und machen mich zu ihrer Schuldnerin.“ Es fehlte auch nicht an Leuten, die sie für eine Heuchlerin und Betrügerin hielten und mit Verleumdungen und Schmähungen überschütteten. Zur Zeit, als Herzog Philipp von Burgund die stolzen holländischen Städte mit Krieg überzog (1428), kam eine Abteilung seiner Truppen auch nach Schiedam, und einigen Offizieren und Feldärzten, die von Lidwinas wunderbarem Leiden gehört hatten, fiel es ein, sie in ihrer Hütte aufzusuchen. Anstatt aber von dem kläglichen Zustand der Kranken gerührt zu werden, trieben sie allen möglichen Mutwillen mit ihr, rissen ihr die Decke vom Leib, forderten sie höhnisch zum Tanz auf und gingen in ihrer Ruchlosigkeit sogar soweit, sie mit Stöcken zu schlagen und ihren ohnehin zerfleischten Leib an drei Stellen zu verwunden. Das Blut strömte herab und man musste es mit einem Waschbecken aus dem Bett schöpfen. Die kleine Petronilla, das kleine Cousinchen der Kranken, die seit dem Tod der Mutter ihre Wärterin war, schleuderten die Unmenschen, als sie sich gegen sie wehren wollte, so heftig gegen einen Betschemel, dass sie ihr Leben lang hinkte. Das alles litt Lidwina mit engelgleicher Geduld. Ihre Rache aber hatte ein Stärkerer auf sich genommen, denn alle, die an diesem Verbrechen teilgenommen hatten, starben noch in demselben Jahr eines gewaltsamen Todes.



    Aber noch hatte Lidwina die höchste Stufe der Trübsal nicht erreicht. Es musste auch Petronilla, das treue Cousinchen, sterben und sie damit das letzte Wesen verlieren, das sich ihrer mit Liebe angenommen hatte. Tiefe Betrübnis nahm darüber ihr Herz ein, und weil sie sich dieser zu sehr hingab, entzog ihr der Herr den inneren Trost, so dass sie mit dem Erlöser rufen konnte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ In dieser peinvollen Lage suchte sie Hilfe im Empfang der heiligen Kommunion. Der Genuss der himmlischen Speise war es immer, der das ersterbende Leben des Geistes in ihr wieder mächtig anfachte und in der letzten Zeit sogar die Stelle jeder irdischen Nahrung vertrat. Ein halbes Jahr nach Petronillas Tod, am Tag der Heimsuchung Mariens, neigte sich der Herr endlich wieder zu seiner Braut und flößte ihr solch süßen Trost ein, dass sie zehn Tage wie abgestorben für alles Zeitliche dalag, mit verklärtem Gesicht, voll seliger Freude. Es war jetzt die Zeit gekommen, wo Gott ihr Leiden, ihre Geduld und Liebe belohnte. Er erquickte sie mit himmlischen Gesichten: Engel erschienen ihr, nannten sie Schwester und verkündeten ihr die Krone der Herrlichkeit. Ja der Heiland selbst besuchte sie mit der allerseligsten Jungfrau und anderen Heiligen, und ihr sonst dunkles Kämmerlein erschien oft von überirdischem Licht erhellt und mit himmlischem Duft erfüllt. Eines Tages zeigte ihr der Herr einen schönen Blumenkranz, der aber noch nicht ganz fertig geflochten war, mit den Worten: „Meine Tochter, dieser Kranz muss bald vollendet werden.“ Lidwina verstand wohl, dass sie noch eine Zeitlang werde leiden müssen, aber nur bis ans Ende auszuharren habe, um den Kranz zu gewinnen. Schon früher, von der Zeit an, da sie nach den Ermahnungen ihres Beichtvaters das Kreuz willig auf sich genommen und es fortan ohne Murren getragen hatte, waren ihr viele übernatürliche Gaben verliehen worden, besonders die Gabe hohen beschaulichen Gebetes, die Gabe, das Verborgene der Herzen zu erkennen, die Gabe der Weissagung.



    Zur gänzlichen Reinigung sandte der Herr seiner Dienerin im letzten Jahr ihres Lebens noch eine neue Krankheit, deren Schmerzen die aller anderen Übel überstieg, an denen sie zu leiden hatte. Es bildeten sich nämlich Steine in ihrem Körper, und an diesem bitteren Kelch musste sie trinken von Lichtmessen bis Ostern. Endlich wurde der frommen Dulderin der Tag geoffenbart, der sie mit ihrem himmlischen Bräutigam für alle Ewigkeit vereinigen sollte. Sie rüstete sich durch den Empfang der heiligen Sakramente, nahm von allen, die sich bei ihr befanden, rührenden Abschied und bat dann, allein gelassen zu werden. Darauf versenkte sie sich in tiefes Gebet, nach dessen Beendigung sie ein heftiges Erbrechen befiel, das nach kurzer Agonie ihrem Leben ein Ende machte. Lidwina starb am 14. April 1433, dreiundfünfzig Jahre alt, nach achtunddreißigjährigem Martyrium auf dem Krankenbett. Man fand nach dem Tod ihre Lenden von einem Bußstrick umgürtet, als hätte sie an den Schmerzen ihrer Krankheiten noch nicht genug gehabt. Und nun zeigte der Herr, wie er seine Heiligen verherrlicht. Nicht tot schien die Hingeschiedene, man konnte eher sagen, sie sei neugeboren. Ihr Gesicht glänzte, wie von einem innerlichen Licht, und ihr ganzer Körper war so weich, heil und rein, als wäre er nie von einer Krankheit berührt worden. Von den Geschwüren und Wunden, die ihn bei Lebzeiten verunstaltet hatten, war keine Spur mehr zu sehen. Der Ruf dieser übernatürlichen Erscheinung zog Tausende von Menschen aus ganz Holland herbei. Durch Berührung ihrer Leiche und ihres Bußgürtels erhielten viele Kranke ihre Gesundheit wieder. Thomas von Kempen führt mehrere dieser Wunder an, von denen er Augenzeuge gewesen ist.



    Man errichtete ihr ein Grabmal von Marmor in der Pfarrkirche von Schiedam, die seit dem Jahr 1434 nach ihrem Namen genannt wird. Das Haus ihres Vaters wurde in ein Kloster der grauen Schwestern vom dritten Orden des heiligen Franziskus verwandelt. Die Calvinisten haben später die Kapelle zerstört und das Kloster in ein Waisenhaus umgeschaffen. Die Gebeine der Seligen wurden gerettet und nach Brüssel gerettet, wo sie in dem Kollegiatstift der heiligen Gudula ehrenvoll aufbewahrt werden.



    Die heilige Lidwina leidet 38 Jahre lang viele große und recht schmerzliche Krankheiten. 38 Jahre ist schnell gesagt, aber in Wahrheit eine lange Zeit. Aber was ist diese lange Zeit gegen die Ewigkeit? Die 38 schmerzvollen Jahre haben bei der heiligen Lidwina ein Ende genommen. Wird auch die pein- und schmerzvolle Ewigkeit der Verdammten ein Ende nehmen? Ach niemals, niemals wird sie ein Ende nehmen, sonst wäre sie ja keine Ewigkeit.



    Nun frage dich: Wenn du sicher wärest, dass du gleich nach der ersten Todsünde mit einer 38jährigen Krankheit, ja nur mit einem 38stündigen Zahn- oder Kopfschmerz von Gott bestraft werden solltest, würdest du diese Sünde dann begehen? Sicher nicht. Und warum sündigst du denn doch so oft und so keck, obwohl du weißt, dass nicht nur ein 38jähriger, sondern ein ewiger Schmerz in der Hölle auf dich wartet? Welche Dummheit ist es also, dich durch eine Sünde der Gefahr auszusetzen, in die ewige Hölle gestürzt zu werden. Willst du vernünftig handeln, so entschließe dich im Ernst, die Qualen der Hölle recht zu betrachten und die Sünde zu meiden.



    Die heilige Lidwina hält sich in beständiger Geduld durch Betrachtung des bitteren Leidens Jesu Christi, durch Erinnerung dessen, was die Heiligen gelitten, durch Vorstellung der höllischen Peinen und durch das Andenken an die ewigen Freuden des Himmels. Dieses sind die kräftigsten Mittel gegen alle Ungeduld in deinem Leiden, wie es auch immer beschaffen ist. Denke bei dir oder rede dir selbst zu: „Mein Jesus hat weit mehr mir zu Liebe gelitten. Die heiligen Martyrer und die heiligen Bekenner haben ungleich mehr ausgestanden des Himmels wegen. Was ich leide, ist ja nichts gegen das, was die Verdammten in der Hölle leiden und was ich schon so oft wegen meiner Sünden zu leiden verdient habe. Mein Leiden, so schwer es auch immer ist, so lange es auch immer dauert, ist doch kurz und gering im Vergleich mit dem unermesslichen und ewigen Lohn, den mir Gott im Himmel verspricht.“



    Mit diesen Gedanken hat die heilige Lidwina, wie andere Heilige, sich in ihrem Leiden zur Geduld ermuntert. Folge darin nach. Vor allem berücksichtige die Liebe und das Beispiel des Herrn. „Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns“, schreibt der heilige Paulus, „mit Geduld in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt. Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.“ (Hebr 12,1-3) Und der Heilige Bernhard schreibt: „Wirst du zur Ungeduld gereizt, so denke, was dein Heiland für dich gelitten hat.“



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  • Vom Reich GottesDatum12.04.2026 22:04
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Über die Ehrsucht



    Herr, der du kamst, die Demut uns zu lehren,

    Gib mir, dass ich gelehrig von dir lerne,

    Und allen Schwulst des Herzens weit entferne;

    Denn Demut nur kann unser Herz bekehren.



    1. Die Ehrsucht ist eine Folter, die den Ehrsüchtigen ohne Unterlass antreibt, über alle Gebühr sich zu erheben. Kein Rang, keine Ehrenstelle genügt ihm. Immer strebt er höher, und spricht gleich jenem stolzen Seraph: "Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, über den Sternen Gottes. Ich steige weit über die Wolken hinauf, um dem Höchsten zu gleichen." Jesaja 14,13-14) Nie sieht er, was unter ihm, mit Schmerz sieht er nur, was über ihm steht. Also sah auch Luzifer die zahllosen Engel nicht, die unter ihm waren. Er sah nur Gott, der höher war als er. Seine Ehrsucht aber verblendete ihn so sehr, dass er ausrief: "Gleich will ich sein dem Allerhöchsten!" Dürfen wir uns noch wundern, dass Gott die Ehrsucht und den Ehrsüchtigen hasst?



    2. Der Ehrsüchtige nimmt keine Rücksicht auf die Mittel, sich emporzubringen, wie ungerecht immer sie sein mögen, sind sie vortrefflich, wenn sie nur seine Absichten fördern. Jeder Weg emporzukommen, ist ihm gerade recht. Er hat nur das Ziel im Auge, was dahin führt, sei es auch schlecht und niederträchtig, ist ihm gleich. Seine Ehrsucht ist sein Abgott. Ihm opfert er Recht, Gewissen, Heil und Menschlichkeit auf. Weder hört er Vernunft, noch Freundschaft, noch die Stimme der Natur, noch der Dankbarkeit an, er hört nur eine Stimme: den Schrei seiner Leidenschaft. Wie viele stiegen auf dem entseelten Körper, sogar eines ermordeten Vaters, wie auf einer Stufe, zum Thron empor.



    3. Verdammt aber schon die Vernunft dies Ungeheuer, so spricht der Glaube den Fluch darüber aus. "Was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Gräuel." (Lukas 16,15b) Von diesem fluchwürdigen Laster uns zu heilen, ließ der Allerhöchste selbst sich herab, seine ewige Glorie gleichsam abzulegen, und kam, nicht sich dienen zu lassen, sondern zu dienen, und am Kreuz zu sterben. Was wird je diese schreckliche Krankheit heilen, wenn eine solche Arznei sie nicht heilt. Er auch zeigt uns den Weg zur wahren Größe und sprach: "Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein." (Markus 9,35b) "Warum überhebt sich der Mensch aus Staub und Asche, dessen Leib schon zu Lebzeiten verwest?" (Jesus Sirach 10,9)

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  • Tages-Gebete Datum12.04.2026 21:56
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 13. April



    O meine liebe Mutter, ich werde, wenn ich durch deine Vermittlung selig werde, wie ich dies hoffe, gewiss nicht undankbar sein. Ich werde alsdann die ganze Ewigkeit hindurch durch Liebeserweise zu dir deine große Liebe erwidern, und meinen früheren Undank wieder gut machen. Die ganze Ewigkeit hindurch werde ich im Himmel, wo du herrschst und fortwährend herrschen wirst, deine Erbarmungen verkündigen. Ich werde in alle Ewigkeit die liebevollen Hände küssen, die mich so oft von der Hölle befreit haben, die ich um meiner Sünden willen verdient hätte. O Maria, meine Befreierin, meine Hoffnung, meine Königin, meine Fürsprecherin, meine Mutter, ich liebe dich, ich liebe dich, ich will dich die ganze Ewigkeit hindurch lieben. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Märtyrer



    Wir bitten Dich, o Herr, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Märtyrer Karpus, Papylus und Agathonice die Gnade, dass wir, nach dem Beispiel der ersten Christen, die Sünde fliehen, die Tugend üben und alle bösen Lehren und Beispiele von Herzen verabscheuen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott



    O Gott, Vater des Lichtes, erleuchte unseren Verstand, dass wir die Wahrheit in ihrem vollen Licht erkennen, und auf dem Weg, den sie uns lehrt, bis zum Tod getreu gehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Von der seligen Ida von Löwen aus dem Zisterzienser-Orden, die im Jahr 1300 am heutigen Tag verschieden ist, berichtet ihre Lebensbeschreibung bei den Bollandisten, dass sie verschiedener Erscheinungen der seligste Jungfrau gewürdigt war, und durch sie mit überaus herrlichen Gnaden, die dort ausführlich erzählt werden, von Jesus Christus sei beschenkt worden.

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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heutige Feier ist einem Namensvetter des gestrigen Tagesheiligen geweiht. Es ist der heilige Papst Martin I., der die Kirche Gottes in den Jahren 649 bis 655 leitete, ein Martyrer und ein Schmerzensmann, der nach den Worten der Heiligen Schrift teilnehmen durfte an den Leiden Christi.



    In jener Zeit, da der heilige Papst Martin lebte, gab es zwar keine blutigen Christenverfolgungen mehr, aber Irrlehrer waren am Werk, welche die wahre Lehre vom Gottessohn verfälschten, indem sie entweder seine Gottheit oder seine Menschheit leugneten, obwohl er doch Gott und Mensch zugleich ist, wie es im Credo der Heiligen Messe ganz klar ausgedrückt ist.



    Da war es weiter nichts als die Pflicht des obersten Hirten in Rom, die Irrlehre zu verurteilen und die hartnäckigen Ketzer zu bannen. Das tat Martin, aber da mischte sich der Kaiser, der damals weit weg von Rom in Konstantinopel wohnte, in den Streit, der ihn doch gar nichts anging, und hielt es mit den Irrlehrern. Alles Weitere kann man sich denken, und wieder einmal musste ein hochgemuter Christusheld in der Nachfolge des göttlichen Meisters den glorreichen Weg des Kreuzes beschreiten.



    Von Konstantinopel kam ein Geheimbefehl des Kaisers, man solle den Papst während der Heiligen Messe am Altar erdolchen. Man wollte also kurzen Prozess machen, aber Gott vereitelte den verbrecherischen Anschlag dadurch, dass der Meuchelmörder gerade in dem Augenblick, als er sich auf den Papst stürzen wollte, erblindete und wie tot zu Boden fiel. Daraufhin ließ man Martin für einige Zeit in Ruhe.



    Eines Tages kam jedoch ein neuer kaiserlicher Befehl. Papst Martin sei zu verhaften und nach Konstantinopel zu überführen, aber nicht eilig, sondern auf einem langsamen Schub, und unterwegs sollte der päpstliche Häftling auf dem Schiff in jeder erdenklichen Weise gequält werden, man solle ihn hungern und dürsten lassen und schlagen und einsperren, damit seine Körper- und Willenskraft gebrochen, seine Geduld erschöpft und sein Gemüt zur Nachgiebigkeit gebracht werde.



    Achtzehn Monate dauerte die weit in die Länge gezogene Seereise Martins von Rom nach Konstantinopel. Dort war man bei seiner Ankunft enttäuscht, dass er noch lebte. Man warf den Entkräfteten ins Gefängnis, wo der Glaubensheld, mit Ketten gefesselt, frierend und hungernd drei harte Wintermonate verbrachte. Immer hoffte man, der oberste Wächter des Glaubens werde mürbe werden, aber er wurde nicht mürbe, und je mehr der Körper verfiel, desto stärker entwickelte sich der Mut des Bekenners. Schließlich wurde ein Schauprozess aufgezogen. Die Anklage lautete auf Hochverrat gegen den Staat und das Urteil selbstredend auf Tod. Bevor das Lügenurteil vollstreckt wurde, tat man dem Papst Martin eine letzte hohe Ehre an, indem man ihm auf öffentlichem Platz vor allem Volk die Zeichen der hohenpriesterlichen Würde vom Leib riss, wie man auch den Heiland auf Golgatha seiner Kleider beraubte.



    Doch da hatten sich die Gewaltmenschen zu viel herausgenommen, das Volk, dem langsam die Augen aufgingen, begann zu murren, und der Kaiser wagte es nicht, die Hinrichtung zu vollstrecken, sondern ließ den Glaubenshelden in eine entlegene Verbrecherkolonie verbringen, wo Papst Martin ein halbes Jahr später starb und für immer mit einer Krone geschmückt wurde, im Vergleich zu der die Krone seines kaiserlichen Gegners eitel Staub war.


    https://www.heiligen-legende.de/martin-i-papst/

  • Vom Reich GottesDatum11.04.2026 18:47
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Von der Gewohnheitssünde

    Schwer seufzt dies Herz in seinen Ketten,

    Und fleht um Hilfe, Herr, zu dir.

    O sende deine Gnade mir:

    Aus diesem Kerker mich zu retten.

    Auf dass ich, von mir selber frei,

    Dein Knecht, mein Gott, auf ewig sei.



    1. Niemand kommt plötzlich und auf einmal an den äußersten Rand des Verderbens. Zuerst sündigt der Mensch mit Angst, dann mit Sicherheit, endlich mit Lust, bis allmählich seine Sünden zu einer Kette sich gestalten, die seine unglückselige Seele fesselt, und in das Gefängnis der tyrannischen Gewohnheiten zieht, wo sein Geist erblindet, sein Herz erhärtet, sein Gewissen einschläft und seine Scham erlischt. In diesem Kerker sieht er sein Elend nicht, oder sieht er es auch, so liebt er es, und kann sich nicht entschließen, es zu verlassen. Kommt es ihm auch zuweilen in den Sinn, sich zu bekehren, so ist doch dieser Wille nur vorübergehend, und ohne Kraft und Wirkung.



    2. Hat einmal ein Laster freien Lauf gewonnen, dann erwächst es zu einem gewaltigen Strom, der alles niederreißt, was sich ihm widersetzt. Es herrscht tyrannisch über den Willen und wird zu einer zweiten Natur, zu einer eisernen Gewohnheit und Notwendigkeit. Vergeblich pocht die Gnade an einem solchen Herzen. Alle ihre Pfeiler prallen von diesem harten Panzer zurück. Eher würde man der Erde einen Baum, als einem Herzen ein Laster entreißen, das einmal daselbst festgewurzelt ist. Darum auch spricht die Schrift von Gewohnheitssündern: "Kann ein Kuschit seine Hautfarbe oder ein Leopard die Flecken seines Fells verändern? Dann könntet auch ihr, die ihr ans Böse gewöhnt seid, Gutes tun." (Jeremia 13,23)



    3. Indessen soll dennoch niemand verzweifeln. Wer seine Übel noch fühlt und nach Heilung seufzt, ist noch nicht gänzlich von Gott verlassen, denn sein Verlangen nach Heilung selbst ist eine Wirkung der göttlichen Gnade. Es wird allerdings Gewalt, und zwar große Gewalt erfordert, eine eherne Gewohnheit zu brechen. Und selten auch bekehrt sich auf die Dauer, wer in Sünden ergraut ist. Rufe daher, wenn du in diesem unglückseligen Stand schmachtest, Gott inbrünstig um seine Hilfe an, und tue Werke der Barmherzigkeit an den Armen, die das Herz deines Erlösers rühren, und er wird deine Nächstenliebe durch deine Bekehrung belohnen. Psalm 38,5: "Denn meine Sünden schlagen mir über dem Kopf zusammen, sie erdrücken mich wie eine schwere Last."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum11.04.2026 18:39
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 12. April



    O meine Königin, stehe mir bei. Das ist alles, was ich begehre. Wenn du mich unter deinen Schutz nimmst, so habe ich nichts zu fürchten, dann fürchte ich den Teufel nicht, weil du mehr Macht hast, als die ganze Hölle. Dann fürchte ich auch meine Sünden nicht, weil du mir, wenn du nur ein Wort zu Gott sprichst, die Verzeihung aller meiner Sünden erlangen kannst. Wenn du mir zugewandt bist, so habe ich selbst den Zorn Gottes nicht zu fürchten, weil ein Gebet von dir ihn sogleich besänftigt. Mit einem Wort: ich hoffe alles, wenn du mir beistehst, weil du alles vermagst. Amen.



    Zu Gott




    Kräftige uns, o Herr, in Erfüllung Deiner heiligen Gebote, durch die unerschütterliche und lebendige Hoffnung, nach mutvoll bestandenen Kämpfen zum Besitz der ewigen Seligkeit zu gelangen, die Du Deinen Treuen bestimmt hast, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Zeno



    Erfülle, o Gott, alle Hirten Deiner Kirche mit dem Geist der Liebe, mit dem Du den heiligen Bischof Zeno erfüllt hast, und mache auf seine Fürbitte sie und uns heilig, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr Jesus Christus, alle meine Gedanken, Worte und Werke seien Dir geheiligt! Alles zu Deiner Ehre! Alles Dir zu Liebe! Und dafür begehre ich keinen anderen Lohn, als Dich selbst: Dich im Himmel einst ewig zu besitzen, dem ich hier einzig zu leben verlange, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag kann man sich an die evangelische Geschichte erinnern, da der zwölfjährige Jesus heimlich im Tempel zu Jerusalem geblieben ist, und die seligste Jungfrau mit dem heiligen Josef veranlasst hat, ihn zu suchen, und nach Jerusalem, obwohl sie schon eine Tagesreise entfernt waren, zurückzukehren. Man kann dabei erwägen, wie groß der Schmerz, die Angst und Besorgnis der göttlichen Mutter gewesen ist, als sie Jesus verloren hatte.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Julius, von Geburt ein Römer, wurde am 6. Februar 337 zum Papst erwählt. Die morgenländischen Bischöfe der arianischen Sekte, die man wegen des Eusebius von Nikomedien, eines ihrer eifrigsten Parteigänger, Eusebianer nannte, schickten ihm alsbald Gesandte, um den heiligen Athanasius über mehrere fälschlich ersonnene Verbrechen anzuklagen. Der heilige Patriarch von Alexandrien, dem diese Umtriebe zu Ohren kamen, sandte ebenfalls Abgeordnete nach Rom, um seine gerechte Sache zu verteidigen. Beide Teile hatten eine öffentliche Unterredung. Allein die Verteidiger der Eusebianer wurden zu Schanden gemacht und zu schmähvollem Stillschweigen genötigt. Indes beriefen sie sich auf ein Concilium, wo die Sache neuerdings untersucht werden sollte. Der Papst, um ihrem Wunsch zu willfahren, hielt eines zu Rom im Jahr 341. Der heilige Athanasius, Marcellus von Ancyra, Asklepas von Gaza, Paul von Constantinopel, Lucius von Hadrianopolis, der, gleich seinem Vorgänger Eutropius, unter erlogenem Vorwand, durch List und Gewalt der Arianer, seines heiligen Amtes entsetzt worden, wohnten demselben bei. Die Eusebianer aber kamen nicht dahin, obgleich sie dazu dringend eingeladen worden waren. Sie versammelten vielmehr ein sogenanntes Concilium zu Antiochien, wo sie den heiligen Athanasius seines Stuhles unwürdig erklärten, und an dessen Stelle einen gewissen Gregorius aus Kappadocien, der ihrer Partei zugetan war, einsetzten.



    Da sie aber die mit den Briefen des Papstes beauftragten Priester über die Zeit, die man ihnen zum Erscheinen bestimmt hatte, zurückgehalten, und dies weil sie nicht nach Rom sich verfügen wollten, suchten sie wenigstens ihre Weigerung des Gehorsams so gut als möglich zu beschönigen: sie schrieben also an den Statthalter Christi einen Brief, in dem sie sehr kahle Entschuldigungen vorbrachten, warum sie sich in Rom zum Concilium nicht hätten einfinden können. Sie entblödeten sich nicht, über Kürze der anberaumten Frist zu klagen, schützten auch den persischen Krieg vor, und bemerkten, dass Julius allein, nicht die anderen Bischöfe geschrieben, und dass er seinen Brief nur an einige gerichtet habe. Übrigens sprachen sie mit scheinbarer Ehrerbietung von der Kirche zu Rom, deren Vorrang sie eingestanden, und die sie die Schule der Apostel und den Sitz der Frömmigkeit nannten. Julius fühlte aber die ganze Nichtigkeit ihrer vorgeschützten Ursachen. Er untersuchte daher im römischen Concilium die Sache des heiligen Athanasius, der von allen Beschuldigungen, so die Eusebianer wider ihn erhoben, als unschuldig freigesprochen, und im Besitz des Stuhles von Alexandrien bestätigt wurde. Auch erkannte er die Rechtgläubigkeit des Marcellus von Ancyra an, der ein orthodoxes Glaubensbekenntnis eingereicht hatte. Dann entließ er die morgenländischen Bischöfe wieder nach Hause, versah sie mit Briefen voll der Kraft und apostolischer Würde, und setzte jeden in die Rechte seiner Kirchen ein, deren sie die Arianer beraubt hatten. Auf diese Weise übte er die Gerichtsbarkeit aus, die ihm der Vorrang seines Stuhles über die ganze katholische Kirche verlieh.



    Der heilige Papst schrieb auch an die Morgenländer, das heißt, an die Eusebianer, die, nachdem sie auf einen Kirchenrat gedrungen, dennoch sich dabei nicht einfinden wollten. Das Sendschreiben, das durch den Comes Gabianus in den Orient gelangte, ist eines der köstlichsten Denkmale des christlichen Altertums. Man findet darin einen männlichen Geist, eine gründliche Beurteilungskraft, eine unerschütterliche Festigkeit, die aber durch Sanftmut und Liebe gemildert wurde. In Beziehung auf die Sache des heiligen Athanasius und des Bischofs Marcellus drückt sich der Heilige also aus: „Liebe Brüder, die Urteile der Kirche werden nicht mehr nach dem Evangelium gesprochen, sondern entschieden durch Verbannung und Tod . . . Wären sie (Athanasius und Marcellus) schuldig gewesen, so hätte man uns schreiben sollen, auf dass der Ausspruch durch alle geschehen wäre, denn es waren Bischöfe und Kirchen, die litten. Auch waren es keine gemeine Kirchen, sondern solche, die die Apostel durch sich selbst regiert haben. Warum schreibt ihr nicht an uns, vorzüglich über das, was die Kirche von Alexandrien betrifft? Wusstet ihr denn etwa nicht, dass es Gebrauch sei, zuerst an uns zu schreiben, auf dass von hier aus möge bestimmt werden, was da recht sei? Ward ein Verdacht wider den Bischof dort gehegt, so hätte die Sache unserer Kirche müssen vorgelegt werden. Jetzt, da man uns nicht in Kenntnis gesetzt, und man alles nach Belieben getan hat, verlangt man von uns, wir sollen, ohne Sachkenntnis, alles, was da vorgegangen ist, genehmigen. Das sind nicht die Anordnungen des Paulus, das ist nicht die Überlieferung unserer Väter, es ist eine ganz neue Verfassungsart . . . Ich beschwöre euch, mit gutem Herzen anzunehmen, was ich für das öffentliche Wohl schreibe. Ich berufe mich ja nur auf das, was ich empfangen habe, vom gottseligen Apostel Petrus, und würde dessen nicht erwähnen, denn ich meine, dass es allen bekannt sein müsse, wenn das Geschehene mich nicht dazu zwänge.“



    Diese Stelle ist sehr wichtig, indem sie ein kräftiges Zeugnis gibt, von den, von allen Kirchen anerkannten, Rechten des apostolischen Stuhls zu Rom, vor den alle Sachen von gewisser Wichtigkeit gebracht werden müssen, „auf dass von hier aus möge bestimmt werden, was da recht sei“. Wie hätte Julius, dessen Brief, obgleich er große Gräuel rügt, doch im Geist der herzlichsten Liebe und der zartesten Bescheidenheit geschrieben ist, solche Ansprüche äußern wollen, äußern dürfen, wären nicht die Rechte der Nachfolger des heiligen Petrus zu Rom allgemein anerkannt worden? Er hatte keine äußere Macht, und jene Eusebianer, unter denen der Patriarch von Antiochien, dem ersten Sitz im Morgenland, wurden unterstützt von der mächtigen Hofgunst. Aber keine Stimme erhob sich im Morgenland, jene Behauptung des römischen Bischofs zu rügen. Sokrates und Sozomenus, wie schon oben bemerkt worden, erkannten die Gültigkeit seiner Ansprüche an. Sokrates bemerkt auch, dass Sabinus, ein Geschichtsschreiber, der der Partei des Macedonius anhing, in seine, nicht auf uns gelangte, Sammlung von Concilien den Brief der Eusebianer an Julius eingerückt habe, nicht aber des Julius Antwort. Würde er diese mit Stillschweigen übergangen sein, wenn er geglaubt hätte, ungegründete, vermessene Ansprüche des Bischofs zu Rom rügen zu können? Sabinus mag wohl gewusst haben, warum er diesen schönen Brief umschlich.



    Da indessen dieses Sendschreiben nicht den gewünschten Eindruck auf die Eusebianer machte, ersuchte Julius den abendländischen Kaiser Constans, er möge an seinen Bruder Constantius schreiben, auf dass man durch Zusammenberufung eines allgemeinen Conciliums den Spaltungen, so die Kirche zerrütteten, abhelfen könne. Die Eröffnung desselben geschah wirklich zu Sardica, in Illyrien, im Monat Mai 347. Der heilige Athanasius und Marcellus von Ancyra wurden darin als rechtgläubig und unschuldig anerkannt, auch entsetzte man etliche arianische Bischöfe ihres Amtes, und veranstaltete 21 Disciplinarsatzungen. Die erste verbot die Versetzung von einem Stuhl auf den andern. Dadurch wollte man dem Ehrgeiz den Weg abschneiden, und das Heiligtum vor den Unheilen verwahren, die das Beispiel des Eusebius von Nikomedien befürchten ließ. Der 3., 4. und 7. Kanon räumte dem, durch eine Provinzialsynode abgesetzten, Bischof das Recht ein, an den Bischof in Rom zu appellieren.



    Der heilige Julius starb am 12. April 352, nachdem er der Kirche fünfzehn Jahre, zwei Monate und sechs Tage vorgestanden war. Graf von Stolberg sagt sehr schön von ihm: „Julius hat das Schifflein der Kirche gesteuert in stürmender Zeit mit erleuchteter Weisheit und kräftiger Festigkeit, mit apostolischem Eifer und mit sanftem evangelischen Sinn. Sein Andenken wird der Kirche heilig sein, so lange sie besteht, das heißt, bis ans Ende der Tage.“ Sein Name steht in den ältesten Kalendern der römischen Kirche.

    https://www.heiligen-legende.de/julius-von-rom/

  • Vom Reich GottesDatum10.04.2026 21:56
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Über den Halb-Glauben



    Präge, Jesu, deine Worte

    Tief in meine Seele ein,

    Dass sie bis ins Leben dringen,

    Und die reichsten Früchte bringen,

    Die des Himmels würdig sein.



    1. Viele glauben an den Herrn Jesus, doch nur wenige glauben ihm. Erwäge aber, ob du zu dieser geringen Anzahl gehörst. Zwar sagst du, du glaubst an Jesus als an den wahren Sohn Gottes, und notwendig ist dieses Bekenntnis zur Seligkeit. Prüfe dich jedoch, ob du ihm auch glaubst. Glaubst du Jesus wirklich, wenn er spricht: "Wachet und betet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde." Würdest du dann so sorglos in den Tag leben, und so vielen Gefahren zur Sünde dich aussetzen? Glaubst du seiner Versicherung: "Gebt, und es wird euch gegeben werden." Würdest du dann so ängstlich fürchten, Not zu leiden, wenn du Bedürftigen kräftigen Beistand leisten sollst? Heißt dies Jesus glauben?



    2. Woher aber dieser Halbglaube? Aus unserer Sinnlichkeit! Es ist eben nicht schwer, an Jesus zu glauben. Auch tut es nicht weh, ihn am Kreuz leidend und sterbend zu betrachten. Aber ihm glauben, wenn er befiehlt, sich selbst zu verleugnen, sein eigenes Fleisch samt seinen bösen Gelüsten zu kreuzigen, wenn wir in den Himmel eingehen wollen: dies allerdings ist schwer, und tut der Natur weh. Warum glaubt der Gottlose und Unzüchtige nicht, was Jesus von der Unzucht und vom ewigen Feuer spricht? Weil sie auf ihre Laster verzichten müssten. Da sie aber dies nicht wollen, darum glauben sie lieber gar nicht an ihn. Siehe, wohin dieser sündhafte Halbglaube führt.



    3. Es genügt also nicht, dass du an Jesus glaubst, du musst auch Jesus glauben. "Denn die Schrift sagt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet." (Römer 4,3) Nicht dadurch wurde er gerechtfertigt, dass er an Gott glaubte, sondern dass er Gottes Worten glaubte. Viele Heiden glaubten, ja auch die bösen Geister glauben an ihn, ohne deshalb gerechtfertigt zu werden. Der Glaube an Christus ist allen Christen gemeinsam, sowohl Sündern als Gerechten. Dennoch ist die Hölle voll von solchen, die einst an Christus glaubten. Aber die ihm glaubten, richteten ihr Leben nach diesem Glauben aus, und freuen sich nun in der himmlischen Seligkeit. "Herr, lehre mich Güte, Zucht und Erkenntnis, denn ich habe deinen Geboten geglaubt." (Psalm 119,66)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum10.04.2026 21:52
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 11. April



    Mutter Jesu und zugleich meine Mutter Maria, die du niemanden verstößt, der mit betrübten Herzen zu dir kommt. Die du niemanden ungetröstet von dir lässt, siehe, ich betrübter Sünder komme mit herzlicher Andacht vor dein heiliges Bild und begehre dich würdig zu verehren und kräftig anzurufen. Erinnere dich aller Bitterkeiten deines Lebens und erbarme dich meines Elends. Sieh, auf deinen mütterlichen Schoß lege ich alle meine Anliegen und in dein mütterliches Herz schicke ich alle Seufzer und Gebete. Lass mich nicht ungetröstet von dir gehen. Bitte deinen göttlichen Sohn durch alles, was er mit dir im irdischen Leben erlitt, dass er mir Barmherzigkeit erzeige und mich von allem leiblichen und geistlichen Übel befreie. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Göttlicher Heiland, der Du uns durch Deine und Deiner Heiligen Lehren und Leben den einzig sicheren Weg zum Himmel gezeigt hast, ziehe unsere Herzen ab von allem Irdischen, und führe uns durch die evangelische Armut, die demütig vor Gott ihre Nichtigkeit fühlt und kennt, in das Land der Seligkeit, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag hat im Jahr 1235 Jakobus I., König in Aragonien, einen herrlichen Sieg über die Türken, die Valentia belagerten, durch Anrufung der seligsten Jungfrau erhalten. Er ließ deswegen im ganzen Königreich Gott und der seligsten Mutter Gottes Dank sagen, stiftete am Ort des Sieges eine vornehme Abtei, und übergab sie den Geistlichen des Ordens von der Erlösung der Gefangenen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Auf Bildern, die den heiligen Papst Leo den Großen darstellen, sieht man neben ihm einen grimmigen Drachen abgebildet. Was der Drache zu bedeuten hat, wird gleich erklärt.



    Aus Leos Jugendzeit sind uns keine Nachrichten bekannt. Soweit man seine Lebensschicksale kennt, wurde er im Jahr 400 zu oder bei Rom geboren. Nachdem er die heilige Priesterweihe empfangen hatte, schickte ihn, weil er ein kluger Mann war, der Papst hierhin und dorthin, zu den Fürsten und Völkern, um in seinem Auftrag Streitigkeiten zu schlichten. Als sich Leo einst auf einer solchen Reise im heutigen Frankreich aufhielt, erreichte ihn die Nachricht, dass der Papst gestorben war und er selbst zum Nachfolger erwählt wurde.



    Es herrschte stürmische See, als Leo das Steuerruder des Schiffleins Petri in die Hand nahm. Wie ein Orkan brauste damals die Völkerwanderung über Europa hin. Weit schlimmer und gefährlicher noch wirkte es sich aus, dass sogar im Schiff der Kirche Meutereien ausbrachen. Irrlehrer in langer Reihe traten auf, aber Papst Leo bot allen Irrgläubigen mutig die Stirn und rettete den wahren katholischen Glauben.



    Der oben erwähnte Drachen indessen, dem Sankt Leo widerstehen musste, war nicht ein sagenhaftes Ungetüm, sondern ein wirklicher Gegner aus Fleisch und Blut. Etzel hieß der Drache, dessen Leib das wilde Volk der Hunnen bildete. Aus Asiens endlosen Weiten kamen die Barbaren, trieben die Einwohner ganzer Länder zu Paaren vor sich her, überschwemmten mordend und brennend Europa, und wo immer die Kämpfer des Hunnenherzogs auftauchten, da wurde alles zerstampft.



    Im Jahr 452 fiel der hunnische Drache auch in Italien ein. Im Nu war der gesamte Norden des Landes erobert, geplündert, verbrannt und verwüstet. Dann rollte die zermalmende Walze weiter auf Rom zu, um dort den letzten Rest der Christenheit auszurotten. Alle verloren den Mut bis auf Papst Leo. Nicht einen Augenblick zitterte er. Wohl betete er sich vor den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus die Knie wund, dann aber zog er dem mächtigen Etzel mit nur wenigen Begleitern entgegen und hielt ihm in zündender Rede seine Verbrechen mit einem solchen Erfolg vor Augen, dass sich der wilde Räuber mit seinem Volk zurückzog. So hat ein einzelner mutiger Mann den gewaltigen Drachen besiegt, und deshalb ist auch auf den Bildern des Heiligen neben ihm ein Lindwurm abgebildet.



    Einem Mann aus Eichen müssen tausend stroherne weichen. Dem Mutigen gehört die Welt. Frisch gewagt, ist halb gewonnen, und wer sich vor den Funken nicht fürchtet, wird ein tüchtiger Schmied.



    Es ist kein bloßer Zufall, dass die Kirche am Fest des Heiligen das Bekenntnis des hl. Petrus und die Schlüsselübergabe des Herrn an ihn als Evangelium lesen lässt. Wenige haben so laut und feierlich vor aller Welt Zeugnis abgelegt für die wahre Gottheit und Menschheit Jesu Christi und wenige die hohe Bedeutung der Vorrangstellung des hl. Petrus und seiner Nachfolger auf dem päpstlichen Stuhl so selbst erfahren und so mannhaft verteidigt wie eben der hl. Leo.



    „Aus der ganzen Welt“, so sagt er einmal, „wird einzig Petrus auserlesen und den Berufenen aus allen Völkern, allen Aposteln und sämtlichen Vätern der Kirche vorgesetzt. Wohl sind im Volk Gottes viele Priester und viele Hirten; aber darüber hinaus sollte Petrus in bevorzugter Weise die leiten, deren letzter Lenker Christus ist. Groß und wunderbar, Geliebte, ist der Anteil an Macht, den Gott voll Huld diesem Mann gegeben hat ..., Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, spricht Petrus. Und Jesus erwiderte ihm: Und ich sage dir, d.h. wie mein Vater dir meine Gottheit kundgetan hat, so tue ich dir deinen Vorzug kund; ich sage dir: Du bist Petrus, d.h. wohl bin ich der Eckstein, ich das Fundament, außer dem niemand ein anderes legen kann. Aber auch du bist ein Fels, weil durch meine Kraft gehärtet. Was ich aus eigener Machtfülle besitze, sollst du mit mir durch Teilnahme gemein haben. Und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen; d.h. auf dieser Felsenfestigkeit will ich meinen ewigen Tempel errichten, und auf diesem unerschütterlichen Glauben soll sich der Bau meiner Kirche bis in den Himmel erheben.“



    Diesem Stuhl nun „mehr zu dienen als vorzustehen“, dem Stuhl des hl. Petrus, „dessen Würde“, wie er demütig sagt, „auch in einem unwürdigen Erben nicht erlischt“, war Leos Begeisterung. Liebe zum hl. Petrus war es, reine Liebe zu ihm und der hl. Kirche, deren Einheit bedroht war, wenn er mit allem Ernst, ja fast mit Strenge dem ehrsüchtigen Bestreben des byzantinischen Patriarchen und der morgenländischen Kirche entgegentrat, die Unterordnung unter den römischen Stuhl zu lösen. Der traurige Abfall spätere Jahrhunderte hat ihm recht gegeben.



    Wie den Primat des hl. Petrus, so bewies und verteidigte der hl. Leo auch durch Wort und Tat die Felsenfestigkeit seines Glaubens bei auftauchenden Irrlehren und gerade und besonders im Bekenntnis Jesu Christi. Papst Leo I. regierte die Kirche von 440-461. Sein Fest wird an seinem Todestag, am 10. November gefeiert. Als erster der Päpste nach dem heiligen Petrus wurde Leo der Große in der Vorhalle der Petersbasilika beigesetzt, bis dann Sergius I. seinen Leib 688 in die Basilika selbst auf den ihm geweihten Altar übertrug.


    https://www.heiligen-legende.de/leo-der-große-papst/

  • Vom Reich GottesDatum09.04.2026 18:59
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von der Verleumdung



    So wie dein Herz, o Mensch, ist auch dein Wort;

    Genau wie du, ist´s gütig, wahr und rein;

    Auch ist es, - bist du arg, - dein Wiederschein;

    Und säst du es zu argen Taten aus,


    Bringt es dafür Verdammnis dir nach Haus.



    1. Schnell entschwebt ein Wort den Lippen, aber schrecklich sind oft seine Folgen. Leicht gleich einem Pfeil fliegt das Wort der Verleumdung dahin. Aber grausam, ja oft unheilbar, sind die Wunden dieses Pfeiles, er durchbohrt das Herz des Nächsten, und nicht weniger das Herz des Verleumders selbst. Die Zunge des Verleumders ist eine giftige Natter, ein zweischneidiges Messer, das die Glieder des geistigen Körpers Jesu Christi trennt, und sein heiligstes Herz selbst verwundet. Und dennoch halten viele dies schwere Laster kaum für eine Sünde, ja je witziger die Verleumdung, um so weniger hält der Verleumder sich für strafbar. Verwundet etwa dieser Pfeil weniger tödlich, weil er feiner gespitzt ist? Oder ist das Gift, das in einem süßen Trank gereicht wird, darum weniger Gift?



    2. Verdient der gewöhnliche Räuber strenge Strafe: welche Strafe verdient wohl derjenige, der einem Menschen Ehre und guten Namen, die kostbarsten aller Güter raubt. Denn wie viele edle Menschen wollen lieber gar nicht, als ehrlos leben. Niemand erlangt die Verzeihung seiner Sünden, wofern er das geraubte Gut nicht zurückstellt. Wie aber soll, wer dem Nächsten die Ehre raubte, sie ihm wieder zurückstellen? Hier bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst für einen Lügner zu erklären: wer aber kauft diese Sünde um solchen Preis zurück? Es ist also dieses Laster beinahe ohne Abhilfe, und dennoch wird kaum eins mit so großem Leichtsinn begangen.



    3. Täuschen wir uns nicht selbst. Unfehlbar ist der Ausspruch unseres Herrn: "Aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden." (Matthäus 12,37) Oft vielleicht haben wir, leider, durch Verleumdungen das Todesurteil gegen uns selbst ausgesprochen, und unserem Nächsten die Ehre geraubt. Machen wir also ohne Schonung gut, was wir noch gut machen können, und flehen wir aus tiefstem Herzensgrund zu dem Vater des Erbarmens, an unserer Statt zu ersetzen, was wir nicht mehr ersetzen können. Dulden wir auch, diese Sünden zu büßen, willig alle Verleumdungen, die über uns selbst ergehen können, und beten wir für unsere Verleumder. "Weder Verleumder noch Räuber werden das Reich Gottes erben." (1. Korinther 6)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-..._______________

  • Tages-Gebete Datum09.04.2026 18:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete


    Gebet am 10. April



    Liebenswürdigste und beste Mutter, siehe, wie viele Menschen deine Altäre umgeben, wie der eine dich um Heilung eines Übels, der andere um Beistand in seiner Not, dieser um eine glückliche Ernte, jener um den glücklichen Ausgang eines Streithandels bittet. Doch wir bitten dich um Gnaden, die deinem liebevollen Herzen weit wohlgefälliger sind. Erlange uns die Gnade, dass wir recht demütig werden, dass wir alle Anhänglichkeit an die Güter dieser Welt verlieren, dass wir Gott fürchten, dass wir selig sterben und dereinst in den Himmel kommen. Amen.



    Zu Jesus Christus




    Herr Jesus Christus, gib, dass wir, die wir uns nach Deinem Namen Christen nennen, es auch in unseren Werken sind, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag geschah die Stiftung der berühmten Prämonstratenser-Abtei zu Fleureffle bei Namur. Man hat an diesem Tag im Jahr 1165 den Bau der Abtei angefangen, aber erst im Jahr 1250 vollendet, wo die Kirche zu Ehren der seligsten Jungfrau eingeweiht worden ist. Man nennt dieses Kloster die Blume Mariä oder die heilige Maria von der Blume.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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