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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die prächtige mit den anstoßenden Gebäulichkeiten ist ein bald tausendjähriger Zeuge von der glaubensinnigen und hochherzigen Liebe, mit der dort die heilige Emma – Hemma – eine gesegnete Pflanzstätte religiöser Bildung, christlicher Gesittung und heiliger Gottesverehrung gestiftet hat.

    In Kärnten 983 geboren, war sie die Tochter des mächtigen Grafen Engelbert von Peilenstein und der mit dem Kaiser Heinrich II. blutsverwandten edlen Gräfin Tuta. Schon unter der zärtlichen Pflege ihrer frommen Eltern entwickelten sich ihre herrlichen anlagen des Geistes und Herzens zu hoffnungsvoller Blüte für den Dienst Gottes. Ihre Erziehung wurde vollendet am Hofe des kaiserlichen Vetters, von dessen viel bewunderter Gemahlin, der hl. Kunigunde (siehe 3. März).

    Ein an Adel der Geburt und des Geistes ebenbürtiger Brautweber, der Landgraf Wilhelm von Friesach und Zeltschach erhielt ihre Hand, und beide Eheleute gaben dem Volk ein seltenes Beispiel häuslicher Tugend, öffentlicher Wohltätigkeit und religiösen Eifers. Jeden Tag hörten Beide die heilige Messe an, und jeden Sonntag empfingen Beide die heilige Kommunion. Zwei blühende Knaben vermehrten ihr eheliches Glück und vollendeten es durch die Liebenswürdigkeit ihres kindlichen Gehorsams und edlen Benehmens.

    Wilhelm besaß zu Friesach und Zeltschach ergiebige Gold- und Silber-Bergwerke, in denen zahlreiche Knappen sich großen Lohn verdienten und die Güte ihres Herrn oft in argem Mutwillen mißbrauchten. Wegen eines schändlichen Verbrechens und öffentlichen Ärgernisses war der Landgraf gezwungen, einen Knappen mit dem Tode zu bestrafen.

    Deswegen schworen ihm die übrigen Knappen blutige Rache und töteten ihm beide Söhne, als sie einst arglos die Goldgruben beschauten.

    Ein unbeschreiblicher Schmerz beugte die nun kinderlosen Eltern. Emma weinte Tag und Nacht an dem Grab, in welchem die Freude ihres Lebens und der Trost ihres alters moderte, zu Gott flehend um Gnade für ihre gemeuchelten Söhne und für ihr brechendes Mutterherz.

    Wilhelm indessen sammelte Soldaten, stürmte auf die verschanzten Knappen und rächte in furchtbarem Blutbad den Mord seiner Kinder. Allein alle diese Blutströme machten seine söhne nicht mehr lebendig, wohl aber verursachten sie ihm quälende Gewissensbisse, daß seine Rache nebst den wenigen Schuldigen auch viele Unschuldige getötet habe. Die Macht der Reue und der unerträgliche Anblick der tief betrübten Gattin trieb ihn fort; im Büßergewand machte er eine Wallfahrt nach Rom, um sein Vergehen zu sühnen und an den Gräbern der heiligen Märtyrer den Frieden der Seele zu suchen. Dort erlangte er Verzeihung von Gott und die Lossprechung vom Statthalter Christi; er trat erleichterten Herzens den Rückweg an, starb aber unterwegs, bevor er die irdische Heimat erreichte.

    Emma war nun Witwe, kinderlose Witwe, aus schweren Wunden blutete ihr Herz, mit tränenvollen Augen seufzte sie zum Himmel empor, flehend um die ewige Ruhe der teuren Toten und um Stärke in ihren eigenen Leiden, und erhöhte den Wert ihrer Inbrunst durch große Almosen, die sie den Armen in die Hand drückte.
    Ihr Gebet wurde gnadenvoll erhört, der liebe Gott gab ihr den schönen und trostreichen Gedanken ins Herz, eine neue, sie überlebende Familie zu gründen, und sie führte diesen Gedanken mit feurigem Eifer aus. Sie baute zu Ehren Mariens, der schmerzhaften Mutter, im waldreichen Tal von Gurk ein prächtiges Frauenkloster, stattete es reichlich aus zum Unterhalt für siebenzig Jungfrauen, und errichtete daneben eine sehr schöne Kirche und ein Chorherrenstift für zwanzig Priester, welche den feierlichen Gottesdienst und die Seelsorge zu pflegen hatten. Diesen kostbaren Bau leitete sie selbst und zahlte jeden Abend den Arbeitern den Taglohn mit eigener Hand aus.

    Nachdem das Werk vollendet war, verschenkte sie ihr fürstliches Vermögen an Bistümer und Klöster und bat in aller Demut um Aufnahme als einfache Nonne in das von ihr gestiftete Kloster. In rauhem Ordensgewand lebte sie nur noch drei Jahre als die letzte und eifrigste Schwester und entschlief dann selig im Herrn 1045. Viele Wunder geschahen an ihrem Grab. Die ausgebrochenen Türkenkriege verzögerten ihre Seligsprechung. Erst Papst Pius II. feierte dieselbe. (*) Ihre Stiftung wurde später zum Bischofsitz erhoben. –
    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 481 – S. 482

    (*) Ihre Heiligsprechung wurde am 5. Januar 1938 durch Papst Pius XI. vorgenommen.

    Heilige / katholischglauben.info/hilige-emma-von-gurk/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    In Deutschland gab es drei Klöster unter dem Namen Schönau. Das eine lag bei Heidelberg, gehörte den Zisterziensern an, und war im Jahr 1135 von Buggo, Bischof von Worm, gestiftet worden. Das zweite, welches gleichfalls den Zisterziensern angehörte, lag im Frankenland. Das dritte, von der Regel des heiligen Benedikt, lag hinter dem Rheingau in Hainrich, vier deutsche Meilen von Bingen, im ehemaligen Erzstift Trier, das von Hildelin gestiftet worden ist, der 1125 das Ordenskleid annahm, und als dessen erster Abt erwählt wurde. In einiger Entfernung von diesem Kloster erbaute Hildelin auch ein Frauenkloster, in welches dann die heilige Elisabeth, die von Kindheit an Gott mit aller Treue gedient hatte, schon in ihrem zwölften Lebensjahr sich zurückzog, die Gelübde ablegte, und in der Folge zu dessen Äbtissin erwählt wurde. Immer war sie kränklich, dessen ungeachtet stets in den göttlichen Willen ergeben, und harrte mit Freuden auf dem Weg der Trübsal aus, den sie ihr göttlicher Bräutigam, damit sie ihm ähnlicher würde, ihr Leben lang führte. Um aber desto vollkommener geläutert zu werden, musste sie, nebst den körperlichen Leiden, auch harte innere Prüfungen bestehen. Sonst hatte sie im Gebet und der Betrachtung göttlicher Dinge ihren Trost gefunden, und nun wurde ihr auch auf einige Zeit diese Stütze genommen; tiefe Schwermut lastete auf ihrer Seele; sie empfand Ekel und Widerwillen am Heiligsten; zweifelte an den wichtigsten Glaubenswahrheiten, empfand heftige Versuchungen des Fleisches, und war sogar am Ende von dem Gedanken befallen, sich selber den Tod anzutun. Allein auch unter den grauenvollsten Versuchungen ließ sie das Vertrauen auf Gott nicht sinken, und der Wächter Israels schlief nicht, wie sie selbst sagt, sondern errettete sie in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit aus allen Gefahren. Schon in ihrem dreiundzwanzigsten Jahr wurde sie mit der Gabe himmlischer Erleuchtungen begnadet, besonders an Sonn- und Festtagen, wenn sie den göttlichen Geheimnissen beiwohnte. Über diese Gesichte drückt sie sich in einem Brief an die heilige Hildegard unter anderem folgendermaßen aus: „Ich gestehe, dass ich neulich etwas betroffen war, als ich hörte, dass törichte und unwahre Gespräche von mir unter dem Volk gangbar seien. Gerne würde ich das Gerede der gemeinen Leute ertragen, wenn nur nicht auch jene, die im Ordenskleid daher gehen, mein Gemüt sehr empfindlich betrübten. Denn diese, ich weiß nicht von welchem Geist getrieben, verlachen Gottes Gnade in mir, und entblöden sich nicht, über das, was sie nicht wissen, abzusprechen. Ich vernehme, dass man einige, von mir geschrieben sein sollende, Briefe umherbiete, die vorlügen, ich habe vom jüngsten Gericht prophezeit: was ich aber zu wagen mir nie herausgenommen habe, da diese Ankunft der Kenntnis aller Sterblichen unbekannt bleibt. Indessen will ich dir die Veranlassung dieses Geredes aufdecken, auf dass du urteilen mögest, ob ich desfalls etwas Anmaßendes getan oder gesprochen habe. Wie du von anderen gehört hast, hat der Herr seine Barmherzigkeit an mir kundgetan, mehr als ich es verdient habe, oder je verdienen konnte; so zwar, dass er mir jeweilig himmlische Dinge zu offenbaren, mir die Gnade erwies. Häufig auch hat er mir durch seinen Engel zur Kenntnis gebracht, welches Ungemach hereinbrechen solle in diesen Tagen über sein Volk, wofern es nicht Buße wirke über seine Missetaten, und dass ich dieses öffentlich verkünde, hat er mir befohlen. Um aber jeglichem Stolz vorzubeugen, und damit ich nicht scheinen möge, als befördere ich die Neuerungen, war es mein möglichstes Bestreben, dieses alles zu verbergen.“ Nun erzählt sie, dass ihr der Befehl geworden, diese Gunstbezeigungen nicht länger in sich zu verschließen, und alle Verleumdungen und Verspottungen geduldig zu ertragen, nach dem Beispiel dessen, der, obgleich der Schöpfer des ganzen Weltalls, dennoch der Menschen Schmach erduldete. In einem Brief, den die heilige Hildegard an sie schrieb, suchte sie dieselbe durch verschiedene Trostgründe aufzumuntern: „Vernimm mein Wort, o Kummer fühlende Tochter! Die Sanftmütigen, Armen und Bedrängten sollen sich bewaffnen mit dem Schild des Glaubens; die einfältigen Sinnes sind, züchtigt der Herr, wohl wissend, dass ihr irdenes Gefäß nicht zerbricht. O Tochter, Gott wolle dich erküren zum Spiegel des Lebens!“



    Die heilige Elisabeth von Schönau starb den 18. Juni 1165, in ihrem sechsunddreißigsten Lebensjahr. Ihr Name steht an diesem Tag im römischen Martyrologium


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Agnes von Montepulciano umfaß das Jesuskind, das auf einer himmlischen Wolke sitzt; unter Ihm steht ein Lamm; auf dem Boden liegen ein Buch und ein Lilienzweig

    Im Jahre 1274, während in der Welt Streit und Zwietracht den Frieden der Menschheit störte, wurde zu Montepulciano ein gar frommes Kind geboren, das durch seinen engelreinen Lebenswandel ein Wohlgeruch Christi und ein hell leuchtendes Muster der Tugend werden sollte. Dieses Kind war Agnes, das Töchterlein reicher aber frommer Eltern. Kaum konnte Agnes reden, so lernte sie schon mit heiliger Freude von ihrer frommen Mutter das Vater unser und Ave Maria. Oft kniete sie sich in einem einsamen Winkel des Hauses nieder und betete, und wenn man sie fragte, was sie denn da mache, antwortete sie: „Ich lerne meine Aufgabe – das Gebet.“ Zur lieben Mutter Gottes hatte sie die zärtlichste Andacht; ein BildJesu oder der jungfräulichen Mutter erregte in ihrem Herzen die größte Freude. Erst sechs Jahre alt, entdeckte sie schon ihren Eltern, daß sie ernstlich entschlossen sei, immer im jungfräulichen Stande zu leben und deshalb in ein Kloster zu treten. Die Eltern hielten dies anfangs nur für ein kindliches Verlangen, allein je mehr Agnes an Jahren zunahm, desto größer wurde ihre Begierde, in ein Kloster zu gehen. Ihre Eltern, die reich aber auch gottesfürchtig waren, wollten dem Verlangen ihres frommen Kindes nicht widerstehen und führten es in ein Kloster des heiligen Dominikus.

    Im Kloster zeigte nun die noch junge Agnes den größten Eifer in Beobachtung aller Vorschriften, besonders zeichnete sie sich durch den pünktlichsten Gehorsam aus. Daher sagte einst eine erleuchtete Äbtissin, welche auf Befehl des Bischofs das Kloster visitierte: „Sie hoffe, daß die Schwester Agnes dem klösterlichen Stande ebenso große Ehre bringen werde als die heilige Märtyrerin Agnes einst durch ihre Leiden der ganzen Kirche Gottes.“ – Diese Worte trafen wirklich ein. Agnes war kaum 16 Jahre alt, als sie schon von den Klosterfrauen zu Proceno zu ihrer Oberin gewählt wurde. Es war dieses Kloster noch nicht lange gestiftet und die noch jungen Klosterfrauen dort selbst hatten von der gottseligen Agnes gehört und sie einstimmig zu ihrer Oberin erwählt. Papst Nikolaus IV. bestätigte die Wahl, welche bisher in einem solchen Alter nicht gebräuchlich war, und Agnes, die diese Würde nicht annehmen wollte, musste gehorchen.

    Kaum aber hatte sie ihr Amt angetreten, da suchte sie schon allen Schwestern durch ihr Streben nach Vollkommenheit voran zu leuchten. Ihr Leben war ein beständiges Fasten und Beten, und ihre Strenge gegen ihren Leib ward so groß, daß ihr der Beichtvater dieselbe verbieten musste. Die größte Marter war ihr, wenn sie am Gebet gehindert wurde. Einst verharrte sie an einem Sonntage von früh 5 Uhr bis auf den Abend unausgesetzt im Gebet. Als sie nun vernahm, daß sie darüber die hl. Kommunion zu empfangen vergessen habe, trauerte sie sehr. Da sendete ihr aber Gott einen Engel, welcher ihr das heilige Sakrament darreichte. Ihre Trauer verwandelte sich nun in die höchste Freude. Oft erschien ihr Jesus und teilte ihr geheime Offenbarungen mit, auch die gebenedeiteste Jungfrau sah sie öfters mit ihrem Kind auf dem Arm. Einst sh sie in einer Entzückung Maria mit dem Jesuskind, welches ein Kreuz an einer reichen Perlenschnur am Halse hängen hatte. Agnes löste das Kreuz mit Erlaubnis der Mutter Gottes vom Halse des Kindes und behielt es als Andenken bis zu ihrem Tode. Jesus und Maria teilten ihr auch die Gabe mit, das Innere der Herzen zu durchschauen, künftige Dinge vorher zu sagen und Kranke zu heilen. Aber alle diese großen Gnaden machten Agnes nur noch demütiger und spornten sie an, nur noch inniger sich mit Gott zu vereinigen.

    Jetzt aber wurde ihre Heiligkeit immer weltkundiger und die Bewohner von Montepulciano, wo sie als Mädchen schon so fromm gelebt, wünschten sehnlichst, Agnes wieder in ihrer Mitte zu haben und hörten nicht auf, sie zu bitten, wieder zu ihnen zurück zu kehren und auch ihren Geburtsort mit dem Segen zu beglücken, den sie bisher an anderen Orten gespendet. Agnes willigte endlich ein, doch nur mit der Bedingung, daß es ihre Vorgesetzten gestatten müßten und daß in ihrer Vaterstadt ein Haus, worin liederliche Weibspersonen sich aufhielten, in ein Kloster umgewandelt würde. Die Bewohner von Montepulciano sagten zu und auf ihre Bitten übernahm es Agnes selbst, dieses Haus von den bisherigen Lastern zu reinigen und in ein Haus Gottes und der Tugend umzuwandeln. Sie zog in das Haus, ließ es segnen und nahm dann fromme Jungfrauen zu sich, mit denen sie nun ein himmlisches Leben führte. Wo früher der Gestank der Laster Alles verpestete, da duftete jetzt der Wohlgeruch der Reinigkeit und aller schönen Tugenden.

    Doch die Leiden, nach welchen alle Heilige sich sehnen, um Christo ähnlich zu werden, und nach welcher daher auch Agnes verlangte, blieben nicht aus. Viele harte Krankheiten suchten sie heim und schmähliche Verleumdungen wurden über sie ausgestreut. Agnes duldete Alles mit der Geduld eines Engels und blieb immer heiter. Sie hatte nur einen Wunsch, ihre Sünden abzubüßen und zu sterben, um ewig bei Christo zu sein. Ihre Sehnsucht wurde gestillt; eine schmerzliche Krankheit warf sie auf das Sterbebett. Als ihre Schwestern trauernd ihr Lager umstanden, sprach sie zu ihnen: „Was klagt ihr denn, meine Lieben? Ihr solltet euch vielmehr freuen, daß ich jetzt eingehen werde in die Herrlichkeit meines himmlischen Bräutigams. Vertraut nur auf den Herrn, ihr werdet nicht verlassen sein. Liebet einander, meine Kinder, denn die Liebe ist ein Kennzeichen der Kinder Gottes.“ Nach diesen Worten verschied sie sanft am 20. April 1317. Ihr Tod war noch nicht in der Stadt bekannt, als schon die unmündigen Kinder auf den Straßen riefen: „Agnes, die Heilige, ist gestorben.“ Unter den Wundern, welche Gott durch sie schon bei ihren Lebzeiten wirkte, ist besonders merkwürdig die Bekehrung eines verstockten Sünders. Derselbe hatte 30 Jahre lang nicht mehr gebeichtet und allen Ausschweifungen sich ergeben. Agnes hatte von ihm gehört, und besorgt um sein Seelenheil, betete und weinte sie unaufhörlich um ihn. Schon wurde ihr im Geist der Ort gezeigt, wo dieser arme Sünder in der Hölle bestraft würde. Darum ließ sie nicht nach, den Verstockten zur Buße zu mahnen. Endlich sah sie sein Herz erweicht; er legte unter einem Strom von Tränen eine reumütige Beichte ab, begann nun ein frommes Leben und blieb darin beharrlich bis zum Tode. Als er starb, sah Agnes seine Seele durch einen Eingel in den Himmel tragen.

    aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 604-607


    Liebe Grüße




  • Danke lieber @Katholik28 für Deinen Hinweis / Beitrag, eine Ergänzung:

    Hl. Messe im tridentinischen Ritus


    https://youtu.be/enWiFcsBqIE


    Tagesevangelium
    19.04.2020

    Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 20,19-31


    Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
    Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus – Zwilling-, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
    Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

    Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

    http://corjesu.info/

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    Hl. Messe zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit,
    anschließend Mittagsgebet
    Kirche Santo Spirito in Sassia - Hl

    Vatican Media Live

    https://www.youtube.com/watch?v=hJE9gI3SHTQ

    https://www.vaticannews.va/de.html


    Liebe Grüße, Blasius




  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    So laßt die Kinder zu mir kommen

    Der Unschuld Rettung


    1 Der Unschuld Rettung
    1.1 Welche Gefahr für die unschuldige Marie bevorsteht
    1.2 Unschuld ist das köstlichste Gut
    1.3 Warum Marie sich in Gefahr befindet
    1.4 Ein Gewitter im März und Marie muss helfen
    1.5 Das Mädchen wird krank
    1.6 Wie Gott Marie zu sich kommen läßt
    Helles, feierliches Singen hörte man aus dem Schulhaus her durch den sonnigen, stillen Nachmittag klingen. Es waren Erstkommunikanten; sie übten das Lied ein: „Laßt die Kinder zu mir kommen.“

    „… Ach, bewahre ihre Seelen,
    Ihre Herzen fromm und rein!
    In der Stunde der Versuchung
    Decke sie mit deinem Schild,
    Daß sie nur die Tugend üben,
    Die allein im Himmel gilt!“

    sangen sie. Jedes Wörtchen drang herein in das ärmliche Stübchen, wo vor einem großen, starken Mann ein armes Weiblein händeringend stand.
    „O habt Erbarmen“, flehte es, „habt Erbarmen mit seiner unschuldigen Seele, schickt das Kind lieber wo anders hin!“

    Welche Gefahr für die unschuldige Marie bevorsteht

    „Nein, gerade behalten will ich`s für mich“, war die Antwort des Mannes. „Meine Wirtschaft braucht auch Leute, und die Marie paßt mir trefflich. Sie ist groß und geschickt für ihr Alter, und hübsch wird sie auch – ganz recht für ein Haus wie das meinige. Ich habe lange genug den Vormund umsonst machen müssen, jetzt, wo ich einen Nutzen von dem Mädchen haben kann, will ich auch mein Recht behaupten.“


    Das alte Weib fing an zu schluchzen.

    „Um Gottes und seiner Barmherzigkeit willen, lasset Euch erweichen!“ bat sie. „Ist Eure Stube nicht jeden Abend voll von Unteroffizieren? Mussten nicht schon mehr als ein halbes Dutzend Mädchen in den letzten Jahren mit Schande und Schmach von Eurer Wirtschaft fort, die brav und gut in dieselbe gekommen war? Soll es der unschuldigen Marie, dem besten Kind im ganzen Ort, auch so ergehen in ein paar Jahren? Fürchtet Ihr die Sünde und Verantwortung als Pfleger und Vormund denn gar nicht?“
    „Was Verantwortung und Sünde!“ brauste der Wirt zornig auf. „Jetzt ist`s genug mit Eurem dummen Geschwätz! Mein Haus ist ein ehrliches Haus; ich lebe auch darin und kenne meine Pflichten. Die Soldaten haben noch keine gefressen, und am Montag nach dem Weißen Sonntag kommt die Marie in mein Haus als Kellnermädchen, basta!“
    Damit schlug er die Türe zu und ging.

    Drüben im Schulhaus aber sangen die Erstkommunikanten:

    „… Halte sie auf rechtem Pfade,
    Führe sie zum wahren Heil!
    Laß ihr Herz in Unschuld schlagen,
    Bis es einst im Tode bricht.
    Sie sind dein, o Herr bewahre
    Sie vor deinem Angesicht!“

    In entsetzlichem Schmerz aber streckte in diesem Augenblick das Weib beide Arme zum Himmel auf und sagte: „O Herr Gott, laß sie lieber sterben als in dieses Haus kommen, in ihrer Mutter Namen bitt` ich drum!“

    Unschuld ist das köstlichste Gut

    Die Marie, um die es sich eben gehandelt hat, saß unterdessen drüben in der Schule und lauschte den Worten des Geistlichen, welcher die letzten Tage über in besonderen Stunden mit der Erstkommunikanten eigene Übungen zur Vorbereitung hielt. Das Lied war beendigt, und er hatte seinen Vortrag begonnen. Lautlos und andächtig horchten die Kinder ihm zu, die in wenigen Tagen das Glück haben sollten, zur ersten heiligen Kommunion zu gehen.

    „Unschuld ist das köstlichste Gut und die Quelle jeder Tugend und Freude“, sprach er herzlich und innig. „Bewahret die kindliche Unschuld, dann wird es euch an Liebe und Hoffnung und Heiterkeit niemals fehlen. Dem reinen Menschen lächelt das Glück immer, Gott ist mit ihm, und der Himmel ist sein Erbteil. – Die Reinheit ist das schönste und kostbarste Kleinod, welches den Menschen ziert. Diese Tugend hat Jesus Christus jeder andern vorgezogen, sie ist die Lilie im Garten der Kirche. Ihr kennt die Lilie mit ihren sechs schneeweißen Blättern im Kelch: so zeigt sich auf sechsfache Weise der reine, keusche Sinn des unschuldigen Kindes. Rein und keusch ist sein Auge: es erlaubt sich keinen gefährlichen und vorwitzigen Blick; rein und keusch ist sein Ohr: es wendet sich mit Abscheu von allen unziemenden und wüsten Reden; es flieht augenblicklich davor. Rein und keusch ist seine Zunge und sein Mund, welche durch die Kommunion geheiligt sind. Rein und keusch ist sein Gefühl und sind seine Hände; rein und sittsam ist sein Umgang; rein und keusch ist vor allem seine Seele, sein herz, indem es dasWort bewahrt: Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen. – O Kinder! Bleibt rein und brav und unschuldig und gelobt es, lieber zu sterben als an einer Unschamhaftigkeit teil zu nehmen.“ So ermahnte der Geistliche die Kinder. Und deren lautlos auf ihn gerichtetes Angesicht, ihre dunklen, tief ausdrucksvollen Augen bekundeten, daß der Same, den er ausgestreut, in gutes Erdreich gefallen war.

    Vor allem war es Marie, welche von seinen Worten bis ins Innerste durchdrungen war. Es war die lieblichste Gestalt in der freundlichen Kinderschar. Größer als die andern, körperlich blühend entwickelt, das weiße, zartrosig angehauchte Gesicht mit den tiefen blauen Augen von reichen, blonden Flechten umrahmt, glich sie fast einer Engelsgestalt, wie man sie zuweilen abgebildet sieht. Und doch war sie weitaus das bedauernswerteste von allen diesen Kindern.

    Warum Marie sich in Gefahr befindet
    Sie hatte weder Vater noch Mutter je in ihrem Leben gesehen. Eines Tages hatte man sie dem alten Weiblein, ihrer Pflegerin, übergeben; bei ihr war sie aufgewachsen, und deren unermüdlicher Sorgfalt war es zu verdanken, daß der leicht angelegte Sinn mit den zwei Hauptneigungen derartiger Kinder zu hochmütigem Eigensinn und zu sinnlicher Selbstsucht gänzlich unterdrückt worden, und Marie jetzt geistig und leiblich die vorzüglichste Schülerin war. Aber in wenigen Tagen sollte sie in des Kannenwirts Haus übersiedeln und der mütterlichen Pflegerin genommen werden. Was das für das Mädchen bedeutete, das wußte jeder, der das Städtchen kannte. Die „Kanne“ war eine Soldatenwirtschaft gewöhnlichsten Ranges, und der Wirt ein geistig und leiblich verkommener Mensch. Auf Anstiften seiner gleich gesinnten Frau, welche längst gesehen hatte, daß das blühende Mädchen, wenn es erst einige Jahre älter wäre, für die Soldaten und Unteroffiziere der Garnison eine Angel würde, welche die Wirtsstube mit Gästen und die Geldlade mit Silber füllen würde, hatte er den Gewaltstreich gemacht und erklärt, als Vormund das Mädchen zu sich nehmen zu wollen. An das Böse, welches das Kind sehen und hören musste, und an die Gefahr, die demselben drohte, dachte der gewinnsüchtige, rohe Wirt nicht; dafür hatte er das Gefühl längst verloren, ähnlich wie die meisten seiner Gäste.

    Die Religionsstunde war zu Ende; die Kinder sangen noch einen Vers des schönen Liedes zusammen, und wunderbar, fast wehmütig schön klang es herüber, wie sie für sich selber sangen:

    „… Daß kein Stachel, keine Reue
    Sie in letzter Stunde quält,
    Daß der Tod als Friedensbote
    Sie zu deinen Engeln zählt!
    Laß sie nicht verloren gehen,
    Gott und Vater! sie sind dein,
    Vater, laß uns eins auf Erden,
    Eins in deinem Himmel sein! …“

    Wenige Augenblicke später trat Marie in das Stübchen der Alten. Sie hatte keine Ahnung von dem furchtbaren Los, das sie getroffen hatte und das sie zu der rechtlosen Sklavin eines schlechten und unchristlichen Hauses bestimmte; und ihre Pflegerin hatte bei sich beschlossen, um keinen Preis dem Mädchen etwas von der Gefahr, die ihr drohte, zu sagen vor dem heiligen Kommuniontage. Sie sollte denselben in aller Freude ungestört begehen, am Tage darauf erste wollte sie ihr die schlimme Botschaft mitteilen. Unterdessen wollte sie aus aller Kraft beten, daß die Sache eine andere Wendung nehme.

    Schmeichelnd umarmte das Mädchen die Alte.
    „Darf ich nicht noch ein wenig zur Kirche gehen?“ bat sie liebkosend. „Ich möchte jetzt so gerne noch beten und morgen ist die Generalbeichte.“
    „Ja, Kind, geh und bete nur recht für dich.“

    Ein Gewitter im März und Marie muss helfen
    Der Nachmittag des folgenden Tages war gekommen. Die Erstkommunikanten hatten gebeichtet, morgen früh, am Weißen Sonntag, sollten sie dem Heiland im Gewand ihrer Unschuld entgegen geführt werden.
    Es war ein eigentümlich warmer Märztag, dieser Samstag. Die Sonne schien heiß, die Luft war so drückend schwül, fast wie in einem Gewächshaus. Drüben aber türmten sich Wolken zusammen, als sollte es im März schon ein Gewitter geben.
    Marie war heim gekommen.
    „O welche Freude, o wie leicht ist mir`s, fast als sollt` ich fliegen!“ rief sie aus.
    Die Wolken waren herauf gezogen, der Tag verdunkelte sich. Ein greller Blitz fuhr herab, ein schwerer Donnerschlag folgte rasch. Es war wirklich ein Gewitter im März.
    Die Türe öffnete sich, die Kannenwirtin trat rasch herein, einen großen Regenschirm in der Hand.
    „Marie, schnell lauf hinaus zum Oeschbühl, der Wirt ist hinaus gegangen und hat keinen Schirm! Lauf doch recht, der Wirt ist so stark und dick, er ist gewiß in Schweiß gekommen, und wenn er sich von dem Regen erkältet, dann kann`s schlimm gehen!“
    Einen Blick auf die Ahne, und Marie hatte schon den Schirm im Arm samt dem eigenen. Kaum war sie draußen, so kam der Gewitterregen stromweise herab. Wie ein Reh sprang das Mädchen auf der Straße dahin, dem Oeschbühl zu.
    Ein furchtbarer Blitz- und Donnerschlag durchzitterte die Luft, zahllose andere Blitze folgten nach, es fielen sogar Schloßen: ein schweres Gewitter so kurz nach Frühlings-Anfang!
    Marie zitterte nicht. Mit leuchtenden Augen schaute sie zum Himmel, während sie mit eiligen Füßen dahin rannte. Es war wohl eine halbe Stunde nach dem Oeschbühl hinaus. Der Schweiß perlte ihr über Schläfen und Wangen herab.
    Endlich war sie zur Stelle, der Wirt hatte sie schon gesehen; er war die Zeit über in niedrigem Gesträuch gestanden, um sich so gut als möglich vor dem Gewitter zu decken.
    „Gottlob, daß du kommst, gute Marie!“ rief er ihr schon von weitem zu, und ein Freudenstrahl verklärte sein Gesicht.
    „Du bist wohl hergesprungen, aber heimwärts geht`s langsamer, ich kann nicht so schnell gehen“, sagte er.
    Und so gingen sie langsam dahin. Der schwerfällige Wirt ging so langsam, daß Marie in dieser Zeit zweimal hätte hin- und herlaufen können. Das Gewitter begann nachzulassen, der Regen aber goß heftig herunter und die Luft, welche noch vor einer Viertelstunde schwül und warm gewesen war, hatte sich sehr abgekühlt. Es ward geradezu empfindlich kalt. Marie schauderte bei dem schneidenden Wind und zog ihr Tuch fester um sich.
    In diesem Augenblick riß ein Windstoß dem Wirt die warme Mütze weg feldein und dem Bach zu. Marie sah es und rannte in hurtigen Sätzen dem Flüchtling nach – umsonst: schon hatte der Sturm die Kopfbedeckung des Wirtes in das Wasser geweht.
    Der Wirt mit seinem dünn behaarten, entblößten Haupt jammerte: „Nun muss ich am Ende noch krank werden, der Wind pfeift mir entsetzlich kalt in den Nacken.“
    Marie aber wußte Rat. Behende nahm sie das warme Tuch, das ihren Hals und Oberleib geschützt hatte, und bot es dem Wirt an: er solle es sich um den Kopf binden, es sehe ihn ja niemand, und vor dem Dorf könne er es ja wieder abnehmen.
    „Du bist ein gescheites und gutes Kind“, sagte der Wirt erfreut, nahm das Tuch und legte es sich über den Kopf.
    Die Abkühlung ward immer ärger, schon begann der fallende Regen sich in Schneeflocken zu verwandeln.
    Marie war bleich geworden und zitterte; es fror sie im Innersten. Vorher hatte sie sich erhitzt; jetzt musste sie Schritt für Schritt, ohne Schutz, neben dem langsamen Begleiter im schneidend kalten Wind hergehen. Ein über das andere Mal schauderte sie zusammen.

    Das Mädchen wird krank
    Endlich, endlich, nach fast dreiviertel Stunden waren sie am Dorf angelangt, und Marie säumte nicht, so schnell als möglich heim zu kommen.
    Bleich und zitternd trat sie bei der Ahne ein, so daß diese heftig erschrak. „Nur rasch zu Bett“, sagte sie, „damit du dich wieder erwärmst“; dann machte sie Tee und gab dem Kinde zu trinken.
    Am andern Morgen, dem des Weißen Sonntags, schimmerte die Sonne golden hell ins Zimmer. Marie war schon aufgestanden. Das unaussprechliche Glück, das sie heute erwartete, die erste heilige Kommunion, hatte sie früh heraus getrieben; den ganzen Morgen hatte sie gebetet, und nur den einen Gedanken: die erste heilige Kommunion.

    „Kind, wie siehst du so bleich aus!“ sagte die Ahne sorglich, indem sie Marie ankleidete und schmückte.
    „O es ist mir so leicht und freudig zu Mute, als ging`s in den Himmel“, sagte Marie, und ihre Arme schlangen sich um den Hals der Frau.

    Man ging zur Kirche. Es fiel allen Leuten auf, daß das blühende und sonst so gesund aussehende Mädchen heute so blaß war und fast blaue Lippen hatte. Als aber Marie an der Kommunionbank kniete und der Priester nahte, um ihr den Leib des Herrn zu reichen, da sah er, wie plötzlich ihr blasses Gesicht sich rötete und mit heller, freudiger Glut übergoß. So ging sie auch wieder zurück in ihren Stuhl.
    Aber des Nachmittags kam sie schon nicht mehr in die Kirche. Ein furchtbares Fieber hatte sie ergriffen. Der Arzt machte eine bedenkliche Miene. Am folgenden Tage erklärte er der Ahne, er halte die arme Marie für verloren.

    Wie Gott Marie zu sich kommen läßt


    Die Ahne wendete ihr vor Schmerz tränenlosen Augen zum Himmel. „Mein Gott, wenn du sie so retten willst vor den Gefahren des Wirtshauses“, murmelte sie, „dein Wille geschehe!“
    Marie hatte meistens im Fieber phantasiert. Plötzlich wachte sie auf, schaute die Ahne an und fragte:
    „Ahne, muss ich sterben?“
    „Warum, Kind?“
    „Weil ich`s glaube“, war die Antwort. Das Kind richtete sich auf im Bett. „Sieh, liebe Ahne“, sagte sie, „ich hätte jetzt gar keine Angst vor dem Sterben. Wenn der Herr Pfarrer zu mir käme und sagte: heute noch musst du sterben, o ich würde antworten: gerne, ganz gerne, wenn es der liebe Gott will. Es ging mir so leicht, so leicht, ich fürchte mich gar nicht. Der leibe Heiland steht ja drüben in der Ewigkeit, in seine Hände kommt man ja gleich, wenn man gestorben ist: den fürchte ich nicht, nein, o ich würde mich freuen, wenn ich ihn bald sehen dürfte, und er müsste mich in seinen Himmel führen. O wie will ich ihn dann lieben immerdar!“
    „Nun wohlan, Kind, so höre: du musst sterben.“
    „Ist`s wahr?“ sagte sie, und ein blühendes Rot überzog wieder das Angesicht, wie in jenem Augenblick, da sie die erste heilige Kommunion empfangen hatte, „ist`s wirklich wahr?“
    „O Kind, freilich ist`s wahr“ – das Schluchzen erstickte die weiteren Worte der alten Frau.
    Marie faltete die Hände, dann sagte sie rasch: „O, dann geht gleich zum Herrn Pfarrer, daß er mich recht versehe!“
    „Ja, Kind, das soll geschehen.“
    Maria empfing die heilige Ölung und die Wegzehrung mit derjenigen Ruhe und furchtlosen Andacht, welche nur die Unschuld im Angesicht des Todes hat. Der ganze Ausdruck ihres lieblichen Angesichts bezeugte, daß sie keine Angst hatte vor dem Sterben, ja daß sie sich darauf freute.
    Bald phantasierte sie wieder und betete im Fieber laut. Unausgesetzt strömten Gebet aus dem Mund der Sterbenden; sie wußte es nicht.

    Die Ahne wachte bei dem Kind, bis ihr endlich die Augen zufielen. Da erwachte sie plötzlich mitten in der Nacht an einem Gesang. Sie schaute auf das Bett Mariens. Diese lag da, die Augen hatte sie geschlossen, das Angesicht lächelte in süßem Frieden, und leise sang sie die zweite Strophe des Liedes der Erstkommunikanten:

    „Nimm sie all` an deine Brust
    Laß sie ruhn an deinem Herzen,
    Liebster Jesu, sie sind dein!
    Gib den Segen, sprich zu Himmel:
    Vater, Vater, sie sind mein!“

    Das Weinen der armen, verlassenen Ahne weckte Marie auf.

    „Ahne!“
    „Was, mein Kind?“
    „Sag, daß sie das Lied singen sollen, wenn man mich begräbt!“
    „Ja, Kind, das soll geschehen.“
    „Und der Herr Pfarrer soll davon predigen; ich will`s vom Himmel herab anhören, was er sagt.“
    Marie legte sich auf die Seite.
    Nach einiger Zeit erwachte die halb schlummernde Ahne wieder an einem Ausruf.
    Marie hatte sich halb aufgerichtet und blickte mit einem Angesicht, auf dem bereits der Widerschein des Glanzes der ewigen Seligkeit strahlte, aufwärts. Die Arme hatte sie ausgestreckt; ihr Angesicht war wieder von mattem Rot übergossen.

    „O Ahne, wie schön, wie schön!“ rief sie mit brechender Stimme.

    Ihre Arme fielen herab, das Haupt sank zurück und legte sich zur Seite – das Kind war tot.
    Zwei Tage darauf trug man sie zu Grabe. Die Sonne schien herrlich herab vom Himmel, die Lerchen jubelten, die Finken schlugen und die Veilchen dufteten, und in mehr als einem harten Herzen ist die Eisrinde geschmolzen, wie die sechs weiß gekleideten Schülerinnen den Sarg mit Mariens Leiche, den sie auf ihren Schultern getragen hatten, auf dem schmalen Brett nieder setzten, von wo er in das Grab gelassen wurde, und wie mehr denn hundert Kinderstimmen sangen:

    „Laßt die Kinder zu mir kommen,
    Ihrer ist das Himmelreich;
    Wer den Himmel will erwerben,
    Werde diesen Kleinen gleich!“

    aus: Konrad Kümmel, An Gottes Hand, Viertes Bändchen: Osterbilder, 1912, S. 215 – S. 224

    https://katholischglauben.info/lasst-die...-zu-mir-kommen/


    Liebe Grüße

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Man sieht den heiligen Papst Leo in der Kirche sitzend, vor ihm knien ein . Bischof sowie weitere Geistliche, rechts von ihm stehen zwei junge Männer, der eine hält den Kreuzstab, der andere die Papstkrone, links bis in den Hintergrund viel Volk

    Der heilige Papst Leo IX. ein deutscher Papst

    1 Der heilige Papst Leo IX. ein deutscher Papst
    1.1 Die Wahl des Papstes in Rom
    1.2 Sein Auftreten gegen Simonie
    1.3 Sein Kampf gegen die Normannen
    1.4 Sein Sterben
    1.5 Papst Leo war ein wahrhaft heiliger Papst

    Als nach dem Tode des Papstes Damasus II. wieder eine römische Gesandtschaft vor Kaiser Heinrich erschien und ihn um einen neuen Papst anging, kam er in einige Verlegenheit, da kein deutscher Bischof unter dem Eindruck des schnellen Todes der beiden letzten Päpste den Stuhl des hl. Petrus besteigen wollte. Endlich fiel die Wahl durch die Stimme des Kaisers, der römischen Gesandten und der Großen des Reiches auf Bruno, Bischof von Toul. Erst nach einer Bedenkzeit von drei Tagen ließ sich Bruno bestimmen, die Würde anzunehmen und nur unter der Bedingung, daß Klerus und Volk von Rom seine Wahl billigten. Bruno war der Sohn des frommen Grafen Hugo von Nordgan, Egisheim und Dagsburg im Elsaß. Er war einer der edelsten Päpste und gereicht wie der Kirche so dem deutschen Volk zu unvergänglichem Ruhm. Als Bischof von Toul arbeitete er unablässig und mit dem glücklichsten Erfolg, Klerus und Volk zu heben.

    Die Wahl des Papstes in Rom
    Seine äußerst schöne und gewinnende Gestalt war der Abglanz seiner Seele. Kindlich fromm und von fleckenloser Reinheit verband er mit unbeugsamer Willensstärke kluge Besonnenheit, mit brennendem, unermüdlichen Eifer unvergleichliche Milde und Demut. „Der gute Bruno“, wie er als Jüngling am Hofe des Kaisers Konrad hieß, blieb er als Bischof und Papst. Auf dem Wege nach Rom begleitete ihn unter andern der bereits bekannte Hildebrand, der ihm nahe legte, die päpstlichen Ehrenzeichen abzulegen.

    In Pilgerkleidern erschien nun Bruno in der Hauptstadt der Christenheit, Klerus und Volk zogen ihm in festlichen Kleidern, Hymnen singend, entgegen. Er aber betrat barfuß die Stadt, zog zur Peterskirche, wo er erklärte, nur dann den päpstlichen Stuhl besteigen zu wollen, wenn er nach kanonischem Herkommen von Klerus und Volk gewählt werde; werden sie ihn nicht wählen, so sei er gerne bereit, wieder in sein Vaterland zurück zu kehren. Als Klerus und Volk dieses hörten, erklärten sich alle einstimmig für die Wahl Brunos zum Papst, der den Namen Leo IX. annahm und sich am 12. Februar 1049 inthronisieren ließ. Von Anfang seiner Regierung an war Leo bemüht, die kirchlichen Missbräuche zu beseitigen, die Unabhängigkeit der Kirche, das dem Heiligen Stuhl gebührende Ansehen wieder herzustellen und einen würdigen Klerus heran zu bilden. Um dies zu erreichen, umgab er sich mit sittenreinen, frommen und geschäftskundigen Männern und hielt während seiner kurzen Regierung nicht weniger als 11 Synoden ab.

    Sein Auftreten gegen Simonie
    Sein energisches Auftreten wider die Simonie und die Unenthaltsamkeit des Klerus wurde durch auffallende Zeichen unterstützt. Als Bischof Kilian von Sutri sich durch einen Eid von der Anklage der Simonie reinigen wollte, wurde er plötzlich vom Schlag gerührt und starb wenige Tage darauf. Auf der Synode von Reims verlor der Erzbischof von Besançon plötzlich die Sprache, als er einen schuldigen Bischof verteidigen wollte. Er gestand am andern Tag seine Schuld.

    Als auf der Synode von Mainz sich der Bischof Sibico von Speyer durch den Genuss des Abendmahles von der wider ihn erhobenen Anklage reinigen wollte, wurde, als er den heiligen Leib genoß, seine Kinnlade gelähmt und blieb fortan bis zu seinem Tode gelähmt.

    Während Leo durch seine ununterbrochene Tätigkeit Zucht und Ordnung im Abendland herstellte, beschwor der Patriarch Michael Cärularius von Konstantinopel neue Schwierigkeiten herauf. Da in der abendländischen Kirche teilweise von der morgenländischen verschiedene Gebräuche von untergeordneter Bedeutung herrschten, wurden diese von Michael Cärularius gleichsam als Verbrechen hingestellt. Der Papst wies in einer Gegenschrift nach, wie unbegründet die erhobenen Vorwürfe seien. Es wurde jedoch damit nichts erzielt. Der Streit wurde von Seiten der Griechen nur noch bitterer geführt und vollendet endlich den schon längst drohenden Bruch mit der katholischen Kirche. Endgültig wurde dieser Bruch ausgeführt, als im Jahre 1054 von Michael Cärularius die päpstlichen Legaten in Konstantinopel, welche den verstockten Griechen zur Besinnung bringen wollten, schimpflich abgewiesen wurden. Diese traurige Kirchentrennung besteht bis auf den heutigen Tag fort zum Verderben des Orients.

    Kein Papst hat zur Hebung der kirchlichen Ordnung und zur Einigung der Fürsten so viele Reisen unternommen als Leo IX. Deshalb wird er der Wanderpapst genannt. Wie er in Oberitalien, Frankreich, Deutschland, wohin er drei Reisen unternommen, und Ungarn persönlich eingriff, so begab er sich auch nach Unteritalien. Daselbst hatten die Normannen weite Gebiete erobert und dehnten ihre Herrschaft wie ihre Raubzüge immer weiter aus.

    Sein Kampf gegen die Normannen
    Nichts war vor ihnen sicher, nichts ihnen heilig, sie beraubten den Bürger und Landmann wie die Kirchen und Klöster. Leo hatte diese Barbaren vergeblich um Schonung für die Bedrängten gebeten. Da entschloss er sich, an der Spitze einer Kriegerschar gegen sie zu ziehen, um Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Es kam bei Civitella 1053 zur Schlacht. Die Italiener rissen aus beim ersten Ansturm der Normannen wie Vögel, wenn der Sperber naht. Die Deutschen aber, 700 an der Zahl, hielten stand gegen die Übermacht und fielen nach schwerer Blutarbeit bis auf den letzten Mann.

    Leo selbst wurde in Civitella eingeschlossen. Er begab sich unter sie und eroberte die Herzen dieser wilden Krieger. Sie zeigten Reue, gelobten dem Papst Gehorsam und wurden von Leo mit den bereits eroberten Ländern, sowie mit allem, was sie in Zukunft den Sarazenen in Kalabrien und Sizilien noch entreißen sollten, belehnt. „So gab eine Niederlage“, sagt der protestantische Geschichtsschreiber Sismodi, „dem apostolischen Stuhl, was er durch einen Sieg niemals erreicht hätte und die anscheinende Schwäche eines frommen und aller weltlichen Politik fern stehenden Papstes, bewirkte eine Eroberung, welche die kühnsten Vorgänger Leos IX. nie zu versuchen gewagt haben würden.“

    Schmerzlich beweinte er seine getreuen tapferen Landsleute und brachte für ihre Seelenruhe unaufhörlich Gebete und Opfer dar. Bis zum März des Jahres 1054 weilte Leo in Benevent, kehrte dann, bereits den Todeskeim in sich tragend, nach Rom zurück.

    Sein Sterben
    Am 19. April ließ er sich auf seinem Lager in die Peterskirche bringen und begab sich dann, von zwei Dienern unterstützt, zum Altar des hl. Petrus. Dort verharrte er, auf dem Boden hingeworfen, eine Stunde lang im Gebet, ließ hierauf von einem Bischof die heilige Messe lesen, während welcher er vor den versammelten Bischöfen seine letzte Beichte ablegte. Nach Empfang der heiligen Kommunion und der heiligen Ölung legte er sich wie zum Schlafe nieder. Als nach einer halben Stunde einer der Bischöfe seine Hand berührte, war seine Seele bereits entflohen. Unmittelbar nach Leos Tod wurde sein Grab durch viele Wunder verherrlicht und das versammelte Volk brach erschüttert in die Worte aus: „Heiliger Leo, verschone uns! Heiliger Leo, vergib uns! Wir haben viel gesündigt, erbarme dich unser!“ Sein Leib wurde in der Peterskirche neben dem Altar des Papstes Gregor des Großen begraben.

    Papst Leo war ein wahrhaft heiliger Papst

    Leo war ein wahrhaft heiliger Papst. Makellos war sein Leben, einzig nur dem Dienst Gottes und der Kirche geweiht. Täglich las er die heilige Messe, täglich betete er die Psalmen und manche andere Gebete. Er schlief nur wenige Stunden und gewöhnlich nur auf einem über die Erde gebreiteten Teppich, einen Stein als Kissen unter dem Haupt. Unter seinen Kleidern trug er beständig ein Cilicium, ein härenes Bußhemd. Sein Haus war die Zufluchtsstätte für alle Armen und Hilfsbedürftigen. Als er einmal des Nachts betend und betrachtend durch seinen Palast wandelte, sah er plötzlich in einem Winkel einen Aussätzigen liegen, der ganz mit Geschwüren bedeckt und in schmutzige Lumpen gehüllt war. Der Unglückliche versuchte sich zu erheben, vermochte es aber nicht und konnte kaum einige Hilfe flehende Worte hervor bringen. Der Papst kniete gerührt neben dem Kranken nieder, sprach ihm mit sanften Worten Trost zu, und da alles im Palast bereist in tiefem Schlummer lag, nahm er ihn auf seine Schultern und trug ihn zu dem prächtigen Bett, das er aus Abtötung bisher selbst noch nicht benutzt hatte. Hier legte er den Aussätzigen nieder und entfernte sich, um sein Gebet zu vollenden. Bevor er sich zum Schlaf auf den Boden niederstreckte, wollte er dem Kranken noch einen Besuch abstatten, vermochte ihn aber nicht mehr zu finden. Auch der in der Nähe schlafende Diener konnte dem Papst auf Befragen keine Auskunft geben. Der Papst verbot hierauf dem Diener aufs strengste, vor seinem Tode jemandem etwas von diesem merkwürdigen Ereignis zu erzählen. – Kein Wunder, daß die Zeitgenossen von Liebe und Bewunderung für diese Johannes-Seele erfüllt, ihn gleich nach seinem Tode als Heiligen verehrten. (s. Rohrbacher, Bd. 14, eingehende Schilderung des Lebens und Wirkens dieses Heiligen) –

    aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, II. Band, 1907, S. 333 – S. 336

  • Thema von Blasius im Forum Literatur

    ERGÄNZUNG ZU:
    Exerzitienhäuser Deutschland - Exerzitien, Einkehrtage - Vorwort Pater Robert Schmitt von Meister Eckhart

    Vorwort von Pater Robert Schmitt

    „Das Beste und Herrlichste,

    wozu man in diesem Leben gelangen mag,

    ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt.“

    Meister Eckhart

    -




    Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch,
    der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

    Meister Eckhart (1260 - 1327), deutscher Mystiker und Provinzial der Dominikaner,
    starb vor dem Abschluss seines Häresieverfahrens


    Mit freundlichem Gruß an @Meister Eckhart

    und alle Leserinen und Leser

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Während im vierten Jahrhundert nach Christus die christliche Religion durch den Kaiser Konstantin die herrschende im römischen Reich wurde, war der Hass des Königs Sapor von Persien nur desto heftiger dagegen. Er war ein unmäßig stolzer Fürst, der sich selbst den Namen: König der Könige, Bruder der Sonne beilegte. Er konnte es nicht ertragen, daß seine Untertanen etwas Anderes glaubten, als er, und daß sie eine Religion hätten, welche sein Feind, der römische Kaiser, angenommen hatte. Er ordnete daher einige Male Verfolgungen gegen die Christen an. Insbesondere erließ der König einen Befehl, daß die christlichen Priester getötet, die Kirchen nieder gerissen, und Simeon (*), ihr Bischof vorgeführt werde. Solches geschah. Der hl. Simeon wurde mit eisernen Ketten gefesselt vor den König geführt. Allein Simeon zeigte nicht die geringste Furcht, und fiel nicht vor dem König nieder, wie es in Persien üblich war. Darüber geriet der König in Zorn und fragte, warum er ihm nicht die gebührende Ehre bezeuge, da er doch früher dieses getan habe. Simeon sprach: „Früher habe ich es nicht verweigert, weil ich nicht hergeführt wurde, um den wahren Gott zu verleugnen; aber jetzt wäre es nicht recht, dir Ehre zu erweisen, da ich doch gekommen bin für meine Religion zu kämpfen.“ – Hierauf befahl ihm der König die Sonne anzubeten; wenn er dieses tue, bekomme er viele Geschenke und werde hoch geehrt. Wenn er sich aber weigere, so werde nicht nur er, sondern alle Anhänger des Christentums vertilgt werden. Simeon antwortete: „Wie soll ich die Sonne anbeten, da ich dich nicht anbete, der du edlerer Natur bist als die sonne? Wir erkennen nur einen Herrn, Jesus den Gekreuzigten.“ Der König sprach: „Wenn du einen lebendigen Gott anbeten würdest, wärest du zu entschuldigen, aber das ist Unsinn, einen Menschen anbeten, der am Kreuzesgalgen starb. Bete die Sonne an, welcher Alles huldigt.“ – Simeon sprach: „Du kennst Jesus Christus nicht. Er ist Schöpfer der Menschen, Herr der Sonne, die bei seinem Tode aus Trauer sich verfinstert hat. (siehe den Beitrag: Die Sonnenfinsternis bei der Kreuzigung Jesu) Herrlich stand er aus dem Grabe auf, fuhr auf in den Himmel aus eigener Kraft. Die Ehre, welche du mir verheißest, begehre ich nicht, eine andere bessere Ehre wird mir Gott bereiten.“ – Der König befahl hierauf, man solle ihn vor der Hand in Ketten gefesselt halten, ob er sich vielleicht noch eines andern besinnen werde.

    Da nun Simeon ins Gefängnis abgeführt wurde, saß gerade Usthazanes vor dem Eingang des Palastes. Usthazanes war aber der Erziehe des Königs gewesen und in dessen Familie besonders hoch geachtet. Dieser stand nun auf und grüßte ehrerbietig den gefangenen Simeon. Allein Simeon machte ihm bittere Vorwürfe und wendete zuletzt das Gesicht von ihm ab; denn Usthazanes war auch ein Christ, hatte sich aber durch Gewalt zwingen lassen die Sonne anzubeten. Er wurde nun so betroffen, daß er anfing zu seufzen und zu weinen, sein glänzendes Ehrenkleid auszog und zum Zeichen der Trauer sich mit einem schwarzen bekleidete. Er jammerte laut und öffentlich: „Ich Unglückseliger, was habe ich von Gott zu erwarten, daß ich ihn verleugnet habe!“ – Da der König dieses erfuhr, rief er den Usthazanes zu sich und fragte, was ihm da für ein Unglück widerfahren sei, daß er so jammere. Dieser antwortete: „O König, es ist mir etwas geschehen, statt dessen ich gern in alles andere Unglück gefallen wäre, es wäre gewiß erträglicher. Jetzt aber trauere ich, daß ich am Leben bleibe, da ich schon lange sterben hätte sollen, daß ich die Sonne noch sehe, welche ich nicht in Wahrheit, sondern bloß dir zu Gefallen zu Schein angebetet habe.“ Sodann schwur er beim Schöpfer Himmels und der Erde, daß er nie mehr sich von seinem jetzigen Bekenntnis abbringen lassen werde.

    Der König war höchst erstaunt über diese Umwandlung des Usthazanes und wurde dadurch noch viel heftiger gegen die Christen erbittert, indem sie, wie er glaubte, solches durch Zauberei bewirkt hätten. Da er aber gegen seinen alten Lehrer Erbarmen fühlte, so versuchte er bald durch freundliches Zureden, bald durch zornige Äußerungen ihn von seinem Vorsatz abwendig zu machen. Er nannte die christliche Religion Vorurteil eine liederlichen Haufens; er richtete jedoch nichts damit aus, indem Usthazanes standhaft erklärte, er werde nimmermehr so töricht sein, daß er statt des Schöpfers aller Dinge etwas anbete, das von ihm erschaffen ist. Voll Zorn befahl daher der König, den Usthazanes mit dem Schwert zu enthaupten.

    Da er auf den Richtplatz geführt wurde, bat er die Gerichtsdiener ein wenig noch einzuhalten, er habe dem König noch eine Meldung zu machen. Er ließ nun dem König Folgendes sagen: „Welche Ergebenheit ich von Jugend an bis jetzt gegen deine Familie, o König, bewiesen habe, und mit welchem Eifer ich sowohl deinem Vater, als dir gedient habe, das weißt du selbst. Für alle diese treuen Dienste, die ich euch erwiesen habe, erbitte ich mir jetzt nur eine einzige Entgeltung, damit ich denen, die mich nicht kennen, nicht als ein Verräter gegen dein Reich oder als sonst ein Verbrecher gestraft zu werden scheine. Laß daher einen Herold öffentlich ausrufen, dem Usthazanes sei der Kopf abgeschlagen worden, nicht als habe er sich eine Schlechtigkeit zu Schulden kommen lassen, sondern weil er ein Christ ist und seinen Gott nicht verleugnen wollte.“

    Der König willigte in dieses Begehren und ließ öffentlich die Ursache der Hinrichtung bekannt machen. Er hoffte nämlich, Andere werden nur um so sicherer und geschwinder von der christlichen Religion abfallen, wenn sie erfahren, daß kein Christ Schonung zu erwarten haben, da selbst Usthazanes, ein Greis, Erzieher des Königs, und ihm lieb und wert, hingerichtet worden sei. Usthazanes hingegen wünschte aus einem andern Grund, daß ausdrücklich die Ursache seines Todes veröffentlich werde, er dachte nämlich, wie er vorher sich schrecken lassen und die Sonne angebetet und dadurch viele Christen auch zaghaft gemacht habe, so werde er jetzt eben so viele anregen, seine Seelenstärke und Standhaftigkeit nachzuahmen, wenn sie erfahren, daß er für die christliche Religion sein Leben aufgeopfert habe.

    Als Simeon im Kerker die Nachricht von seinem Tode erfuhr, dankte er Gott dafür und betete inbrünstig zu Jesus, daß er den Todeskelch am Tage, wo Jesus selbst gestorben ist, trinken dürfe. Und wirklich beschloss der König, den Simeon in der Karwoche auch mit dem Schwert hinrichten zu lassen. Er hatte ihn vorher noch einmal vorführen lassen, aber Simeon hatte wieder mit großer Freimütigkeit den christlichen Glauben verteidigt und sich geweigert die Sonne anzubeten. An demselben Tag ließ der König noch hundert andere Christen hinrichten, und erst zuletzt den Simeon, damit er den Tod aller Übrigen mit Augen sehen müsste. Als sie insgesamt auf den Richtplatz geführt wurden, fragte der Oberpriester noch einmal, ob sie beim Leben bleiben und mit dem König die Sonne anbeten wollten. Allein kein Einziger wollte unter dieser Bedingung sein Leben erhalten. Während nun Einem nach dem Andern der Kopf mit dem Beil abgehauen wurde, hielt ihnen Simeon fortwährend aufmunternde Zusprüche; auf diese Weise sterben heiße wahrhaft sterben. Denn diese müssten, wenn ihnen auch kein Mensch etwas tue, doch bald sterben, indem Niemand dem Tod entgehen könne; nach dem Tod aber, da die Ewigkeit angehe, werde nicht Allen das nämliche Los zu Teil, sondern Alle werden genau untersucht und müssen strenge Rechenschaft über ihr früheres Leben ablegen; die einen werden für ihre guten Werke ewigen Loh empfangen, die andern für ihre Vergehen ewige Strafe. Für Gott aber sterben wollen,sei unter den guten Werken das vorzüglichste und die glückseligste Sache. Diesem Zureden hörten die Blutzeugen aufmerksam zu und gaben sich mit Freuden in den Tod. Zuletzt von Allen wurde dann auch Simeon enthauptet. –
    aus: Alban Stolz, Legende oder der christliche Sternhimmel, Bd. 2 April bis Juni, 1872, S. 76 – S. 79

    (*) Simeon oder Simon bar Sabbae, hl., persischer Märtyrer, Bischof und Katholikos von Seleukia-Ktesiphon. Nach der erhaltenen Passio weigerte er sich in der großen Verfolgung Schapurs II., von den Christen eine doppelte Steuer einzutreiben, wurde verhaftet, vor den König gebracht und auf die standhafte Weigerung hin, die Sonne anzubeten, zusammen mit andern eingekerkerten Bischöfen, Priestern und Laien, die ebenso fest blieben, zum Tode verurteilt und hingerichtet (zwischen 339 und 344) Fest 21. April (röm. Martyrol.) –

    aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IX, 1937, Sp. 574


    Liebe Grüße an: @Simeon

    und alle Leserinnen und Leser

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    Nur das gerechte Gesetz verpflichtet im Gewissen

    1 Nur das gerechte Gesetz verpflichtet im Gewissen
    1.1 Charakter der Verpflichtung
    1.2 Aber nur das gerechte Gesetz verpflichtet im Gewissen.
    1.3 Zu Unmöglichem kann niemand verpflichten
    1.4 Dem unsittlichen Gesetz passiven Widerstand leisten
    1.5 Keine Pflicht des Gehorsams bei Überschreitung der Kompetenz des Gesetzgebers
    1.6 Es gibt kein Recht auf Revolution
    1.7 Das Volk kann sich durch Einschränkung der staatlichen Machtbefugnisse schützen

    Charakter der Verpflichtung
    Auch der Staat hat seinen letzten Grund im göttlichen Willen, geht doch der Staat, wie Leo XIII. in der berühmten Enzyklika (Libertas v. 20.6.1888) über die menschliche Willensfreiheit darlegt, von Gott aus nach seinen Bestandteilen, nach seiner Form, seiner Ursache und seinem Nutzen für den einzelnen: als nach Form und „Materie“, hierunter oder unter den Bestandteilen sind vor allem die Fmailieb zu verstehen; die nächste Ursache, die zur Bildung der staatlichen Gemeinschaft führt, ist in der sozialen und politischen Veranlagung der Menschen, die physisch, kulturell und sittlich ohne Staat verkümmern müssten, zu suchen: die Wohltaten, die der einzelne dem Staat verdankt, sind soeben angedeutet worden. Der göttliche Wille durchwaltet daher, wie die ganze Welt der irdischen Güter, auch Staat und Gesellschaft, die sozialen Güter und die sich so ergebenden Beziehungen sind von Gott gewollt, keineswegs steht das höchste Gut, einer der folgenschweren Irrtümer Luthers, beziehungslos und weltfremd Staat und Gesellschaft gegenüber, so daß der Könige Regiment ein „äußerlich Ding“ ist und ihre Gesetze „das Gewissen nicht binden“ , vielmehr umfaßt dieselbe lex aeterna alle jene natürlichen Beziehungen, auch die der von Gott gewollten Unter- und Überordnung. „Durch mich“, lehrt die heilige Schrift im schroffsten Gegensatz zu Luthers Aufstellungen, „durch mich regieren Könige und verordnen Gesetzgeber, was recht ist, durch mich herrschen Fürsten, und Gewalthaber entscheiden nach Gerechtigkeit“ (Spr. 8, 15f). Somit kommt der Autorität im Staat die auf Gott zurück gehende sittliche Macht zu, durch gerechtes, mit den erforderlichen Eigenschaften ausgestattetes Gesetz im Gewissen zu verpflichten. „Jedermann sei untertan der obrigkeitlichen Gewalt, denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre, die bestehenden aber sind von Gott angeordnet; wer also der Obrigkeit widersteht, widersetzt sich der Anordnung Gottes; Gottes Dienerin ist sie dir zum Guten, daher ist es Notwendigkeit (Pflicht), untertan zus ein, nicht nur des Zornes (der Strafe), sondern auch des Gewissens wegen; gebt denn jedem, was ihm gebührt, Abgabe, wem Abgabe, Zoll, wem Zoll, Furcht, wem Furcht, und Ehre, wem Ehre gebührt“ (Röm. 13, 1ff: Tit. 3, 1); ähnlich der heilige Petrus (1. Petr. 2, 13ff). Jesus selbst hat den Grundsatz verkündet: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist“ (Matth. 22, 21). Eine christliche Lehre von außerordentlicher sozialen Bedeutung, der von modernen atheistischen Theorien nur kraftlose Ideen gegenüber gestellt werden.


    Unaufhörlich wiederholt die christliche Tradition die Mahnungen zu gehorsam und gewissenhafter Leistung des Geschuldeten; da es hier, wie stets, wenn die Schrift eine Wahrheit mit voller Bestimmtheit zum Ausdruck bringt, keinerlei Meinungsverschiedenheit in der christlichen Literatur gibt, so erübrigt es sich, einzelne Zeugnisse anzuführen, erwähnt sei nur, daß zugleich immer wieder bezeugt wird, wie gewissenhaft die Christen der ersten christlichen Jahrhunderte trotz schwierigster Umstände ihre Pflicht gegen den Staat erfüllten. (Ep. Ad Diogn. 5. Augustinus, Enarr. In Ps. 124, 7)

    Aber nur das gerechte Gesetz verpflichtet im Gewissen.

    „Erinnere sie“, schreibt der heilige Paulus an Titus (3, 1), „den Fürsten und Gewalthabern untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein“; verletzt das menschliche Gesetz oder Gebot die Vorschriften des ewigen Gesetzes, alsdann hört die Pflicht des Gehorsams auf und Ungehorsam gegen die Menschen wird Pflicht. (Leo XIII., Enc. Sapientiae christ. v. 10.1.11890; Diuturnum illud v. 29.6.1881) Verletzt das staatliche Gesetz nur menschliche Rechte, so ist es also ungerecht im engeren Sinne, auch dann besteht an sich keine Pflicht, zu gehorchen; und auch dann gilt, was der heilige Thomas vom ungerechten Gesetz sagt: lex iniusta non obligat, leges iniustae magis sunt violentiae qual leges, ein ungerechtes Gesetz verpflichtet nicht, ungerechte Gesetze sind mehr Gewalttaten als Gesetze (S. th. 1,2, q. 96, a. 4.). Den entgegen gesetzten Standpunkt kann nur vertreten, wer das Naturrecht leugnet, folgerichtig muss man dann auch die natürlichen Rechte des Menschen, seine unverlierbare Befugnis, die Pflichten gegen Gott zu erfüllen, leugnen, und folgerichtig gelangt man dann schließlich zur Preisgabe des Rechtes der Persönlichkeit,d ie rücksichtslos an den allmächtigen Staat ausgeliefert wird. Im einzelnen sind folgende Grundsätze nach christlicher Auffassung maßgebend.

    Zu Unmöglichem kann niemand verpflichten
    1. Ein physisch oder moralisch unmögliches Gesetz verpflichtet als wider Vernunft und Gemeinwohl verstoßende Anordnung nicht, ad impossibile nemo tenetur, zu Unmöglichem kann niemand verpflichten. Ist aber das Objekt der gesetzlichen Leistung teilbar (materia divisibilis) wie etwa bei einer Restitution, so hat die Teilleistung zu erfolgen; doch besteht die Pflicht der Teilleistung nur, wenn sich diese wirklich als Erfüllung, wenngleich nur teilweise Erfüllung des Gesetzes darstellt, partizipiert die Teilleistung nicht erkennbar am Wesen der Gebotserfüllung oder, was dasselbe besagt, trägt sie zur Erreichung des Gebotszweckes nur in unerheblichem Maße bei, so besteht keinerlei Pflicht; ist es also unmöglich, der Sonntagspflicht zu genügen und nur möglich, den Gang zur Kirche zu machen und einen kleinen Bruchteil der heiligen Messe mitzufeiern, so zessiert (= wegfällt) die betreffende Verpflichtung gänzlich.

    Dem unsittlichen Gesetz passiven Widerstand leisten
    2. Gegenüber dem sittlich verwerflichen Gesetz gilt Apg. 5, 29: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Augustinus, Ep. 105, 2, 7. Leo XIII., Enc. Sapientiae christ. v. 10.1.1890) Dem Befehl gegenüber, das unsittliche Gesetz zu erfüllen, ist passiver Widerstand zu leisten, man hat, wie die Märtyrer getan, sich beharrlich zu weigern, das Gesetz zu erfüllen, mag auch dem ungerechten Befehl die ungerechte Gewaltanwendung folgen; aktiver Widerstand wäre nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen statthaft, doch kann das hiermit angedeutete natürliche Recht den einzelnen nicht etwas durch Gesetz völlig entzogen, sondern nur im Interesse des Gemeinwohles entsprechend eingeschränkt werden; übrigens rechnen manche diesen aktiven Widerstand innerhalb der verfassungsmäßig bestimmten Grenzen zum passiven Widerstand und beschränken den begriff des „aktiven“ Widerstandes auf den widerrechtlich geleisteten Widerstand. Nichts gemein hat die dargelegte christliche Denkweise mit der Auffassung von Wiclif und Hus, als sei dem sündhaften Oberen der Gehorsam zu verweigern. (Denz. n. 595. 656.) Stets hat die Kirche und die katholische Moral an dem Apg. 5, 29 und 4, 19 ausgesprochenen Grundsatz treu festgehalten…

    Keine Pflicht des Gehorsams bei Überschreitung der Kompetenz des Gesetzgebers
    3. Ungerecht im engeren Sinne ist ein Gesetz, wenn es durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl nicht gefordert wird und somit die persönliche Freiheit ungebührlich beschränkt, ferner wenn der Gesetzgeber seine Kompetenz überschritten oder die Lasten unbillig verteilt hat. An sich besteht in diesen Fällen für die Untertanen keine Pflicht, das Gesetz zu beobachten, ein solches Gesetz verpflichtet nicht im gewissen, außer etwa wegen des zu vermeidenden Ärgernisses oder zu befürchtenden Verwirrung (S. th. 1, 2, q. 96, a. 4; vgl. Matth. 5, 40f). Näherhin ist zu sagen: in gewissen Fällen darf man das ungerechte Gesetz erfüllen, in anderen darf man es nicht erfüllen und wieder in anderen muss man es erfüllen. Man darf das ungerechte Gesetz erfüllen, wenn es sich lediglich darum handelt, daß man auf das eigene Recht Verzicht leistet, wenn demgemäß irgend welche Pflichten nicht verletzt werden; man muss es erfüllen, wenn sonst höhere Interessen gefährdet würden, also die Gefahr des Ärgernisses oder die Gefahr des Aufruhrs gegeben wäre; man darf es nicht erfüllen, wenn durch die Erfüllung etwa die Gefahr schweren Ärgernisses herbei geführt würde. Auch angesichts eines ungerechten Gesetzes ist außer dem passiven aktiver Widerstand zulässig, wenn nur die gesetzlichen Schranken beachtet werden, gemeint sind die Mittel der Appellation und Remonstration, die Benützung des Rechtes der Vereinigung, die Benützung der Presse; daß in unruhigen Zeiten beispielsweise das Versammlungsrecht mit Rücksicht auf das Gemeinwohl von der Regierung eingeschränkt werden darf, ist nicht zu bezweifeln, jedoch ist die Regierung nicht befugt, jenes Recht weiter einzuschränken, als eben durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl geboten wird, noch weniger kann die Regierung die aufgezählten Mittel des aktiven Widerstandes einfachhin beseitigen. Ginge jedoch der Widerstand oder die Agitation über die von der Verfassung gezogenen, vernünftig bestimmten grenzen hinaus, so wäre solches Verhalten als sündhaft anzusehen.

    Es gibt kein Recht auf Revolution
    Ein Recht der Revolution, der verfassungswidrigen gewaltsamen Erhebung gegen die rechtmäßige Obrigkeit, gibt es nach christlicher Auffassung nicht. Die Revolution im angedeuteten Sinn erscheint vielmehr als eigenmächtiger Eingriff in göttlich sanktionierte Rechte (Röm. 13, 2) (Denz. n. 1763.)

    Das Volk kann sich durch Einschränkung der staatlichen Machtbefugnisse schützen

    Thomas von Aquin erinnert an die Mahnung des Apostels Petrus, auch harten Herren sich zu fügen (1. Petr. 2, 18), und er läßt gegen den zum Tyrannen gewordenen Herrscher nur autoritatives Vorgehen zu (auctoritate publica procedendum). Besitzt das Volk das Recht, den Herrscher zu wählen, alsdann kann sich das Volk nach der Lehre des heiligen Thomas im Notfall selbst schützen, nämlich durch Einschränkung der Machtbefugnisse des Herrschers oder sogar, im äußersten Fall, durch Absetzung des Regenten, denn hier gilt: Treue um Treue; hält der Herrscher sich nicht an den Vertrag, so ist auch das Volk seiner Verpflichtung enthoben. Hat ein Oberherr das Recht, den Herrscher zu bestimmen, alsdann hat man sich an diesen Oberherrn zu wenden.

    Darüber hinaus hat das Volk keinerlei Recht, es bleibt ihm nur übrig, zum Gebet die Zuflucht zu nehmen (De reg. Princ. 1, 6) Ähnlich sieht schon Theodoret von Cyrus das Mittel der Abhilfe in Gebet und Sinnesänderung, und nicht anders urteilt die christliche Tradition im übrigen. Derselben Überzeugung gibt Leo XIII. klaren Ausdruck; er betont, daß die Kirche die Völker zum Gehorsam gegen die Herrscher erziehe (vgl. Augustinus, De moribus eccl. 1, 30), er zeigt, wie die Christen in den Zeiten der Verfolgung durch die römischen Kaiser nie daran gedacht, Aufruhr zu stiften, ja auch nur Widerstand zu leisten, abgesehen von der Weigerung, die unsittlichen Erlasse der Kaiser zu erfüllen, und er stellt fest, die Menschen haben nur einen Grund, nicht zu gehorchen, wenn nämlich von ihnen gefordert wird, was dem natürlichen oder göttlichen Gesetz offenkundig zuwider ist. (Enc. Diuturnum illud v. 29.6.1881) –

    aus: Otto Schilling, Lehrbuch der Moraltheologie, I. Band: Allgemeine Moraltheologie, 1927, S. 129 – S. 133

  • Thema von Blasius im Forum Vorträge


    BILD:
    https://docplayer.org/64069941-Exerzitie...uers-leben.html

    Vorwort von Pater Robert Schmitt

    „Das Beste und Herrlichste,

    wozu man in diesem Leben gelangen mag,

    ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt.“

    Meister Eckhart


    Was ein gut ausgewählter Kuraufenthalt für die Gesundheit des Leibes,
    das bedeuten gut gemachte Exerzitien für die Gesundheit der Seele.
    Was ist es denn, was der Mensch sucht, wenn er einen Kurort aufsucht?

    Da ist einmal die Ruhe nach der Unruhe und Beanspruchung des Alltagslebens,
    da ist weiter die gute Luft (Höhenluftkurorte),
    da ist das Gehen in freier Natur, vielleicht auch eine eigens
    vorgeschriebene Diät oder der Gebrauch von Bädern,
    die den Körper reinigen und kräftigen sollen.
    All das hat seine Entsprechungen in den Exerzitien:

    Hier gibt es Ruhe für die Seele, hier gibt es Höhenluft zu atmen,
    hier gibt es allerlei heilsame geistliche Übungen und auch Diät und
    Bäder fehlen nicht, die der Seele Kraft und volle Gesundheit geben sollen.

    Höhenluft atmen
    Äußere Stille und innere Ruhe sind Voraussetzung, um zu
    sich selber zu kommen und sich Gott widmen zu können.
    Dass es nicht nur uns heutigen Menschen so geht,
    beweist ein Brief des hl. Hieronymus (gest. 420 n. Chr.),
    den er einem seiner geistigen Kinder geschrieben hat.

    Dort rät er:

    „Wähle dir einen geeigneten und vom Lärm der
    Familie entfernten Ort aus, in den du dich wie in einen Hafen zurückziehen kannst.
    Dort pflege eifrig die Lesung der Heiligen Schrift; dort
    bete häufig; dort denke eindringlich über die künftigen Dinge nach.
    Das alles tue mit solcher Hingebung, dass diese innere Ruhe alle
    Beschäftigung der übrigen Zeit ausgleicht. Wir sagen dir das nicht,
    um dich den Deinen zu entziehen, im Gegenteil, wir tun es, damit
    du dort lernst und erwägst, wie du dich den Deinen widmen sollst.“

    (Hier. Ep. 148,24)

    Wie in einen Hafen zurückziehen
    4
    Das sind Fragen, die sich vor allem junge Leute stellen.
    Exerzitien und Einkehrtage sollen Orientierung geben
    und ein Kompass fürs Leben sein.

    Bei Lebensfragen und Lebensentscheidungen sollten
    nicht nur äußere Umstände betrachtet werden.
    Dass es Höheres und mehr gibt als das irdische Dasein, darf man
    nicht übersehen. Auch in diesem Sinne muss man dieses
    Wort Christi deuten: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
    sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.“
    (Mt4,4) Was das irdische Dasein weit übertrifft sind:

    Gott, Glaube, Kirche, usw. Das sind Realitäten, an denen wir
    unser Leben immer wieder ausrichten müssen wie an
    einem Kompass. „Es ist eine durch die Erfahrung bestätigte
    Tatsache, dass den Exerzitien des hl. Ignatius eine große Kraft innewohnt
    zur Überwindung all der Schwierigkeiten, durch die diemenschliche
    Gesellschaft heute überall bedrängt wird.“

    (Pius XI.
    Apost. Konstit. Summorum Pontificum)


    AUSZUG AUS:

    https://fsspx.de/sites/sspx/files/kompass_2017.pdf

  • DIE HÄRESIE DER HÄRESIEN




    Franziskus sagt es wieder: Die Vielfalt der Religionen „ist ein menschlicher Reichtum“
    (Rom) Im Zuge der Vereidigung der neuen Schweizer Gardisten empfing Papst Franziskus die Gardeangehörigen samt ihren Familien. Dabei wiederholte er einen Irrtum, den er angeblich korrigiert haben soll.

    Der 6. Mai 1527 ist der Heldentag der Päpstlichen Schweizer Garde. An diesem Tag fielen 147 Gardisten bei der Verteidigung des Papstes im Kampf gegen die Deutschen Landsknechte und andere Söldner, die Rom angriffen und plünderten. Die Vereidigung der traditionsreichen Truppe ist ein farbenprächtiges Schauspiel, das weltweites Interesse findet. In die Garde können nur Schweizer Bürger katholischen Glaubens eintreten, die in der Schweiz bereits ihren Wehrdienst geleistet haben. Die Gardisten sind keine Armee der Kirche oder des Vatikans, sondern eine Leibwache. Ihr Auftrag ist es, den Papst mit ihrem Leben zu verteidigen.

    Rund um den Vereidigungstag empfängt der Papst traditionell die Gardisten und ihre Familien in Audienz. 2019 geschah dies am vergangenen Samstag, den 4. Mai. In seiner Rede an die Schweizer pries der Papst erneut die „Häresie der Häresien“, indem er die „Vielfalt der Religionen“ als „menschlichen Reichtum“ bezeichnete.

    Franziskus sagte:

    „Ihr habt aber auch die Gelegenheit, gesunde Freundschaften aufzubauen und Euch im Respekt für die Besonderheiten und die Ideen anderer zu üben, indem Ihr lernt, im anderen einen Bruder und einen Gefährten zu erkennen, mit dem ihr in Ruhe ein Stück des Weges teilen könnt. Das wir Euch helfen, in der Gesellschaft mit der richtigen Haltung zu leben, indem ihr die kulturelle, religiöse und soziale Vielfalt als menschlichen Reichtum und nicht als Bedrohung erkennt. Das ist besonders wichtig in einer Welt, die große Volks- und Menschenbewegungen erlebt wie noch nie, die auf der Suche nach Sicherheit und einem würdigen Leben sind.“

    Schleifspuren des religiösen Relativismus
    Es ist nicht das erste Mal, daß Franziskus die „religiöse Vielfalt“ lobt. Den Auftakt machten am 1. Oktober 2013 ein sich seither vielfach wiederholender Angriff gegen „Proselytenmacherei“, womit in Wirklichkeit der Missionsauftrag der Kirche untergraben wird. Seinem atheistischen Freund Eugenio Scalfari versicherte er, ihn „nicht bekehren“ zu wollen.
    Im Vatikan herrscht unter Franziskus ein Wettlauf darum, wer den Missionsauftrag mehr einschränkt. Kardinal Kurt Koch erklärte im Mai 2016, die Kirche habe „die Mission, die Menschen aller nicht-christlichen Religionen außer dem Judentum zu bekehren“. Keine Judenmission? Davon sagte Jesus nichts, im Gegenteil, da er selbst alle Apostel aus dem Kreis der Juden erwählte. Kurz darauf ruderte Vatikansprecher Lombardi (im Auftrag von Papst Franziskus?) auch bei der Muslimmission zurück. Keine Judenmission? Keine Muslimmission?
    Ein besonders eklatantes Beispiel war das synkretistische „Video vom Papst“ im Januar 2016, wo Christen, Juden, Muslime und Buddhisten auf eine Stufe gestellt und als „Kinder Gottes“ angesprochen wurden. Jesus Christus war neben Menorah, muslimischer Gebetskette und Buddha nur mehr einer unter verschiedenen Wegen „zu Gott“ und „zur Liebe“.
    Wenige Monate später bezeichnete Franziskus am 24. April 2016, beim Earth Day der Fokolarbewegung, daß es „nicht wichtig“ sei, zu welcher Religion ein Mensch gehöre.
    In Abu Dhabi unterzeichnete er am 4. Februar 2019 mit dem Großimam al-Azhar ein Dokument über die „menschliche Brüderlichkeit“, das religiösen Relativismus atmet und deshalb die Freimaurer vor Begeisterung öffentlich jubeln ließ. Franziskus ließ das von ihm unterzeichnete Dokument allen katholischen Universitäten und Bildungseinrichtungen zukommen, damit sie es im Sinne einer Richtlinienvorgabe studieren.
    Am vergangenen Wochenende besuchte Franziskus Bulgarien und Nordmazedonien, wo er in Variationen sagte, die Schönheit dieser Länder sei der „religiösen Vielfalt“ geschuldet.
    Ein solches Verhalten erstaunt aus dem Mund des Papstes, der berufen ist, bis an die Enden der Erde die Frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkünden.

    Die umstrittenste Stelle des Dokuments von Abu Dhabi lautet:

    „Der Pluralismus und die Verschiedenheit der Religion, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache entsprechen dem weisen, göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat.“

    Der österreichische Philosoph Josef Seifert sprach am 8. März von der „Häresie der Häresien“, denn:

    Die Häresie der Häresien
    „Wie kann Gott Religionen wollen, die die Gottheit Christi und seine Auferstehung leugnen?“

    Mit der Erklärung von Abu Dhabi werde, so der Philosoph, nicht nur das Christentum als wahre Religion verworfen, sondern bedeute „das Ende des Christentums“. Mit der Erklärung habe Franziskus den Relativismus auf die Spitze getrieben.

    Bischof Athanasius Schneider, einer der mutigsten Bischöfe unserer Zeit, sagte in einer Klarstellung zum Dokument:

    „Die Vielfalt der Religionen ist nicht gottgewollt. Die christliche Religion ist die einzig gültige Religion und der einzige von Gott gewollte Glaube“.

    Bischof Schneider sprach Franziskus beim Ad-limina-Besuch der kasachischen Bischöfe am 1. März direkt auf die skandalöse Passage im Abu-Dhabi-Dokument an. So direkt konfrontiert, räumte Franziskus ein, daß der Satz „in einem direkten Vergleich“ mißverständlich sein könnte. Da Schneider die Antwort des Papstes publik machte, schrieben einige Medien, der Papst habe sich „korrigiert“. Inzwischen steht fest, daß Franziskus es gar nicht ernst meinte, denn er wiederholte dieselbe Aussage, zuletzt mehrfach in den vergangenen Tagen. Zuerst in Rom, dann in Bulgarien und Nordmazedonien.

    Die kontinuierlichen, seit Jahren andauernden Wiederholungen bestätigen, daß es sich nicht um „eine Eintagsfliege“ handelt, sondern um einen konstitutiven Teil im Denken von Papst Franziskus. Dieses Denken wurde in der Neuzeit von den Freimaurern entwickelt und faktisch nur von ihnen vertreten. Eine beklemmende Tatsache, denn was will uns das sagen? Wird die dahinterstehende Grundtendenz zu Ende gedacht, scheint man unweigerlich auf die Idee einer Eine-Welt-Religion oder Welteinheitsreligion zu stoßen. Was also will Papst Franziskus damit bezwecken?

    Franziskus sprach am 4. Mai zu den Schweizern von „einer Welt, die große Volks- und Menschenbewegungen erlebt wie noch nie“. Kritiker werfen dem Kirchenoberhaupt aber vor, kein neutraler Sachwalter der „heutigen Herausforderungen“ zu sein, sondern selbst einer der maßgeblichsten Förderer und Propagandisten der „großen Volks- und Menschenbewegungen wie noch nie“ zu sein. Alles spricht dafür, daß Papst Franziskus weltweit auch der einflußreichste Förderer und Verfechter des religiösen Relativismus ist. Da ihm nicht unterstellt werden kann, die Religionen auslöschen zu wollen, bleibt als plausible Annahme kaum mehr als die schockierende Vorstellung einer Welteinheitsreligion, deren Sprecher Franziskus oder ein Nachfolger sein könnte. Diese Annahme deckt sich mit den politischen Globalisierungsbestrebungen.

    Prof. Seifert forderte Franziskus bereits Anfang März auf, die Erklärung von Abu Dhabi umgehend zu widerrufen, weil sie „die Summe aller Häresien enthält“:

    Quelle: katholisches.info Bild: Vatican.va (Screenshot)

    http://corjesu.info/wordpress/?p=9075

    WEITERE INFO:
    http://www.kath.net/news/70548


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Auslegung des hl. Evan...




    Ostersonntagsmesse 2020 im überlieferten röm. kath. Ritus

    http://corjesu.info/wordpress/wp-content...pped-header.jpg
    VIDEO Priesterseminar Herz Jesu, FSSPX

    Predigt von H.H. Pater Franz Schmidberger, FSSPX Quelle: PIUSFILM, FSSPX

    Tagesevangelium 15.04.2020

    Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 20,11-18

    http://corjesu.info/wordpress/?p=12683
    Hier zum Nachhören

    In jener Zeit stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
    Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
    Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

    Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

    http://corjesu.info/wordpress/?p=12687

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    Fort, ihr Sorgen aus dem Herzen,
    Die ihr meine Ruhe stört!
    Fort mit allem, was die Schmerzen
    Nur noch nähret und vermehrt!
    Höre, was der Weise spricht:
    Denke nach und sorge nicht!

    Laß den Unglückssturm nur toben;
    Alles hat sein Maß und Ziel.
    Bald wirst du die Vorsicht loben;
    Fasse dich indessen still!
    Denk`, dies hat der Herr getan:
    Füge dich und bet` ihn an!

    Laß den lieben Gott nur walten:
    Oh, wer sorgt so väterlich? –
    Der mich schuf, kann mich erhalten;
    Denke so und tröste dich!
    Denke was uns Gott verspricht:
    Freue dich und sorge nicht!

    Höre auf, dein Herz zu plagen;
    Gott sieht deinen Leiden zu.
    Trage gern, was du musst tragen,
    Gott hilft dir, was fürchtest du?
    Höre, was dir Gott verspricht:
    Ich will helfen; sorge nicht!

    Leide gern und denk` im Leiden,
    Daß dein Gott die Liebe sei;
    Auch im Kreuz dien` ich mit Freuden;
    Leid`- und lebe sorgenfrei.
    Sage Gott, was dir gebricht,
    Er ist Vater, sorge nicht!

    Sorge nicht, wie Heiden sorgen,
    als wenn keine Vorsicht wär`;
    Denke, Gott ist nichts verborgen,
    Alles kommt von oben her,
    Gott schickt Finsternis und Licht,
    Gott regieret; sorge nicht!

    Nie soll dich ein Zufall kränken;
    Gott ist es, der alles tut;
    Gott kann alles anders lenken,
    Er ist mächtig, weise, gut.
    Gott ist Herr; hör`, was er spricht;
    Gott kann alles; sorge nicht!

    Laß die Tugend unterliegen,
    Endlich siegt die Wahrheit doch:
    Laß sogar das Laster siegen;
    Denk`, der alte Gott lebt noch.
    Gott geht selbst in das Gericht;
    Warte nur und sorge nicht!

    Laß` die Welt zugrunde gehen;
    Halt` dich an der Wahrheit fest:
    Ewig muss der Mensch bestehen,
    Der vom Herrn sich führen läßt.
    Gott sei deine Zuversicht;
    Glaub` an ihn, und sorge nicht!

    Fürcht` dich nicht vor Welt und Hölle,
    Gott steht den Gerechten bei;
    Weiche nicht von deiner Stelle,
    Bleibe stets der Wahrheit treu!
    Tu` vor Gottes Angesicht
    Deine Pflicht, und sorge nicht!

    Sollte dich der Herr auch töten,
    Hoffe doch, hoff` immerfort,
    Sieh` auf ihn in allen Nöten,
    Glaub` und traue seinem Wort!
    Auch wenn alles sinkt und bricht,
    Hoffe fest, und sorge nicht!

    Sei nur ruhig; laß geschehen,
    Was dein Gott so haben will;
    Bald wirst du das Ende sehen;
    Leid` indessen sanft und still!
    Blicke nur im Glaubenslicht
    Weiter hin, und sorge nicht!

    Herr, dir laß` ich alles über;
    Mache nur, was dir gefällt;
    Was du willst, das ist mir lieber,
    Dir sei alles heimgestellt.
    Mir ist nur um meine Pflicht;
    Anders sorgt der Weise nicht.

    Nihil obstat.

    J. Desfossez, libr. Censor.

    Imprimatur:
    Friburgi Helv., die 18 aprilis 1940.
    L. Waeber, vic. Gen.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Ausdauer im Gebet




    Litaneien von der hochheiligen Dreifaltigkeit

    Erste Litanei

    Herr, erbarme Dich unser.
    Christe, erbarme Dich unser.
    Herr, erbarme Dich unser.
    Christe, höre uns.
    Christe , erhöre uns.

    Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser
    Gott Sohn, Erlöser der Welt,
    Gott heiliger Geist,

    Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser.
    O ungeborner Vater,
    O eingeborner Sohn,
    O heiliger Geist, der Du von dem Vater und dem Sohne ausgehest,

    Heiligste Dreifaltigkeit, die Du Alles erschaffen hast und regierest,
    Du unermessene Macht des Vaters,
    Du unbegreifliche Weisheit des Sohnes,
    Du unendliche Güte des heiligen Geistes,
    Du einige Gottheit in drei Personen,
    Du Herr der Heerscharen,
    Du heiliger, starker, unsterblicher Gott,
    Du ewiger König aller Zeiten,
    Du allgegenwärtiger und ewiger Gott,
    Du wunderbarlicher Gott aller Dinge,

    Sei uns gnädig, erhöre uns, allerheiligste Dreieinigkeit.
    Sei uns gnädig, erlöse uns, allerheiligste Dreieinigkeit.

    Von allem Übel, erlöse uns.
    Von aller Sünde,
    Von deinem Zorne,
    Vom jähen und unversehenen Tode,
    Von den Nachstellungen des Teufels,
    Von allem bösen Willen,
    Von dem Geiste der Unkeuschheit ,
    Vom Blitz und Ungewitter,
    Von dem ewigen Tode,
    Durch deine starke Allmacht,
    Durch deine unendliche Weisheit,
    Durch deine süße Gütigkeit,
    Durch deine vielfältige Barmherzigkeit ,
    Durch deine unergründliche Herrlichkeit,

    Sei uns gnädig, verschone uns, allerheiligste Dreieinigkeit.
    Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns.
    Daß wir deinen heiligen Namen preisen und ehren mögen, wir bitten Dich, erhöre uns.
    Daß wir Dir in Gerechtigkeit dienen mögen,
    Daß wir deine heiligen Gebote erfüllen mögen,
    Daß wir Dich aus ganzem Herzen und den Nächsten wie uns selbst lieben mögen,
    Daß wir der Anschauung deiner Herrlichkeit teilhaftig werden mögen,

    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr.
    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt , erbarme Dich unser, o Herr.

    Gebet der Kirche.

    Allmächtiger, ewiger Gott, der Du deinen Dienern verliehen hast, in der Erkenntnis des wahren Glaubens die Ehre und die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen und in der Macht der Majestät in Ewigkeit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir durch Beständigkeit desselben Glaubens wider alle Widerwärtigkeiten jederzeit beschützet werden; durch Christum unsern Herrn. Amen.

    aus: Vollständiges Betrachtungs- und Gebetbuch von dem heiligen Alphonsus Maria von Liguori, 1856, S. 539 – S. 541

    Zweite Litanei zur heiligsten Dreifaltigkeit.

    Herr, erbarme Dich unser!
    Christus, erbarme Dich unser!
    Herr, erbarme Dich unser!
    Christus, höre uns!
    Christus, erhöre uns!

    Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!
    Gott Sohn, Erlöser der Welt,
    Gott heiliger Geist,
    Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,
    Gott, einfach in der Natur,
    Gott, dreifach in den Personen,
    Gott Vater, Sohn und heiliger Geist,
    Gott Vater, allmächtiger Schöpfer und Erhalter aller Dinge,
    Gott Sohn, Du liebevollster Erlöser der sündigen Welt,
    Gott heiliger Geist, Du Leben und Trost der Gläubigen,
    Heiliger, starker, unsterblicher Gott,
    Unerforschliche Dreieinigkeit,
    Du allein anbetungswürdige Gottheit,

    Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!
    Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

    Vor allen Übel, bewahre uns, o Herr!
    Vor aller Sünde,
    Vor Stolz und Hochmut,
    Vor aller Unmäßigkeit und Anhänglichkeit an die zeitlichen Güter,
    Vor allem Unglauben und Aberglauben,
    Vor aller Trägheit des Geistes,
    Vor aller Unlauterkeit des Herzens,
    Durch Deine ewige Allmacht,
    Durch Deine unendliche Weisheit,
    Durch den Reichtum Deiner Liebe,
    Durch Deine unermeßliche Geduld und Langmut,
    Durch Deine unerschöpfliche Barmherzigkeit,
    Am Tage des Gerichtes,

    Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

    Daß Du den Glauben an dies hochheilige Geheimnis in uns beleben wollest,
    Daß Du uns vor allem eiteln Grübeln über dasselbe verwahren wollest,
    Daß Du unsere Hoffnung, Dich in der Ewigkeit zu schauen, befestigen wollest,
    Daß Du unsere Liebe zu Dir entzünden wollest,
    Daß Du uns in der Andacht zu diesem hochheiligen Geheimnis bekräftigen wollest,
    Daß Du uns im Gehorsam gegen Deinen heiligen Willen erhalten wollest,
    Daß Du uns immer tiefer in die Erkenntnis Deines Namens einführen wollest,
    Daß Du uns zu einem Dir wohlgefälligen Opfer zubereiten wollest,
    Daß Du uns endlich in Deine himmlische Seligkeit aufnehmen wollest,
    Heiligste Dreieinigkeit,

    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!
    O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr!

    Heiligste Dreieinigkeit, erhöre uns!
    Vater unser etc.:

    Lasset uns lobpreisen den Vater, den Sohn und den heiligen Geist!
    Lasset uns loben und erheben in Ewigkeit die heiligste Dreieinigkeit!

    Herr, erhöre unser Gebet!
    Und laß unser Rufen zu Dir kommen!

    Laßt uns beten!

    Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns, Deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, daß wir im Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit erkennen, und in Deiner allmächtigen Majestät die Einheit Deines Wesens anbeten können, wir bitten Dich, verleihe gnädig, daß wir in der Kraft dieses Glaubens in allen Widerwärtigkeiten der Tugend treu verbleiben und durch Nichts in der Welt von Dir geschieden werden mögen, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit
    zu Ewigkeit! Amen.

    aus: M. W. Sattler, Litaneien-Kranz, vollständige Sammlung der in der katholischen Kirche gebräuchlichen Litaneien, 1866, S. 62 – S. 64

    https://katholischglauben.info/litanei-z...dreifaltigkeit/

    Liebe Grüße, Blasius



  • Papst beim Urbi et orbi: „Ansteckung“ der christlichen Hoffnung

    Hoffnung statt Angst, Solidarität statt Egoismus: Dazu hat der Papst beim traditionellen Segen Urbi et orbi mit Blick auf die Corona-Krise aufgerufen. Franziskus erneuerte seinen Appell zu einem weltweiten Waffenstillstand und schlug angesichts der Pandemie die Aufhebung von internationalen Sanktionen und einen Schuldenerlass für arme Länder vor. Inmitten der Virus-Krise sprach Franziskus von einer „Ansteckung“ der christlichen Hoffnung.
    Anne Preckel – Vatikanstadt

    Kein Meer von Pilgern und Blumen auf dem Petersplatz gab es am diesjährigen Ostersonntag mit Papst Franziskus. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Ostermesse in den Petersdom verlegt worden und fand ohne Besucher statt. Seine Osterbotschaft verkündete Franziskus vor dem Petrusgrab, wo er danach auch den traditionellen Segen Urbi et orbi erteilte.

    „Gleichgültigkeit, Egoismus, Spaltung und Vergessen sind wahrlich nicht die Worte, die wir in dieser Zeit hören wollen“, sagte der Papst in seiner Botschaft. „Wir wollen sie aus allen Zeiten verbannen! Sie scheinen besonders dann die Oberhand zu bekommen, wenn Angst und Tod in uns dominieren, das heißt wenn wir den Herrn in unseren Herzen und in unserem Leben nicht siegen lassen.“


    Folgen der Corona-Pandemie

    Die Corona-Pandemie stelle die Menschheit auf eine harte Probe, so der Papst. Die ganze Welt leide darunter und müsse gemeinsam dagegen vorgehen. Franziskus erinnerte an die Folgen der Virus-Krise für die Ärmsten und Menschen ohne Schutz, wie Obdachlose und Flüchtlinge:

    „Diese Zeit erlaubt keine Gleichgültigkeit“, formulierte der Papst: „Lassen wir nicht zu, dass es ihnen an den lebensnotwendigen Dingen fehlt, die jetzt aufgrund der vielen Schließungen nur schwer zu finden sind, ebenso wie auch Medikamente und eine angemessene Gesundheitsversorgung.“

    Damit alle Staaten der Welt ihre Bürger in der Krise angemessen schützen können, müssten gegebenenfalls auch internationale Sanktionen aufgehoben und den ärmsten Ländern „teilweise oder sogar ganz“ Schulden erlassen werden, so Papst Franziskus.

    Solidarität statt Spaltungen

    „Diese Zeit erlaubt keinen Egoismus“, richtete er dann einen Appell speziell auch an Europa. Rivalitäten der Vergangenheit seien nach dem Zweiten Weltkrieg durch konkrete Solidarität überwunden worden, erinnerte Franziskus, dahinter dürfe man jetzt nicht zurückgehen:

    „Die Europäische Union steht heute vor einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt. Lasst uns nicht die Gelegenheit versäumen, einen weiteren Beweis der Solidarität zu erbringen, auch wenn wir dazu neue Wege einschlagen müssen. Als Alternative bleibt sonst nur ein Egoismus der Einzelinteressen und die Versuchung, in die Vergangenheit zurückzukehren, und das Risiko in Kauf zu nehmen, dass das friedliche Zusammenleben und die Entwicklung künftiger Generationen auf eine harte Probe gestellt werden.“

    Video von 2016

    https://youtu.be/ql1isLQcJD4

    In einer Minute: Der Urbi et Orbi 2020

    https://youtu.be/ngBlSg1B6V4

    Weltweiter Waffenstillstand
    Angesichts von Kriegen und Spannungen in der Welt rief der Papst zu einem unverzüglichen weltweiten Waffenstillstand auf. Franziskus hatte sich bereits Ende März einem entsprechenden Appell von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres angeschlossen. „Diese Zeit erlaubt keine Spaltungen“, erneuerte Franziskus seinen Friedensappell an diesem Ostersonntag angesichts der Corona-Krise.

    „Der lange und blutige Krieg in Syrien, der Konflikt im Jemen und die Spannungen im Irak sowie im Libanon müssen endlich ein Ende haben. Israelis und Palästinenser müssen endlich wieder den Dialog aufnehmen, um eine stabile und dauerhafte Lösung zu finden, die beiden ein Leben in Frieden ermöglicht“, so der Papst. Auch für die Ost-Ukraine und verschiedene Länder Afrikas, die unter Terroranschlägen leiden, bat er um Frieden. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela forderte Franziskus „konkrete und sofortige Lösungen“, um internationale Hilfen für die notleidende Bevölkerung zu ermöglichen.

    Schutz für Flüchtlinge und Vertriebene

    Auch lenkte der Papst den Blick auf humanitäre Krisen und Notstände sowie die zahlreichen Vertriebenen in der Welt, die in der Corona-Krise weniger Aufmerksamkeit finden: „Diese Zeit erlaubt kein Vergessen“, schärfte er ein und erinnerte an Notleidende in Asien und Afrika, darunter in Cabo Delgado im Norden Mosambiks, sowie an die zahlreichen Flüchtlinge, „unter denen sich zahlreiche Kinder befinden und die unter unerträglichen Bedingungen leben, insbesondere in Libyen und an der griechisch-türkischen Grenze“. Auch die Insel Lesbos erwähnte der Papst an dieser Stelle.

    „In meinen Gedanken bin ich heute vor allem bei denjenigen, die unmittelbar vom Coronavirus betroffen sind: bei den Kranken, Verstorbenen und Familien, die um ihre Angehörigen trauern, von denen sie sich bisweilen nicht einmal verabschieden können.“

    Im Zuge der Pandemie habe sich das Leben von Millionen Menschen schlagartig verändert, ging der Papst auf die Folgen der Krise im Alltag ein. Allen Betroffenen bekundete Franziskus seine Nähe: Kranken, Verstorbenen und deren Familien, Alten und Alleinstehenden, aber auch Menschen in prekären Lebenslagen wie Häftlingen und Arbeitslosen. Die Politik müsse sich aktiv für das Gemeinwohl aller Bürger einsetzen und ihnen, zu gegebenem Zeitpunkt, die Rückkehr in den gewohnten Alltag garantieren.

    Dank und Nähe für alle Betroffenen

    Ärzte, Krankenpfleger und Pfleger, die sich heute „nicht selten bis zum Opfer der eigenen Gesundheit“ für ihre Mitmenschen einsetzen, leisteten in der Corona-Krise einen kostbaren Dienst, betonte der Papst. Für sie erbat Franziskus „Kraft und Hoffnung“. Ebenso dankte er Ordnungskräften und dem Militär, „die in vielen Ländern dazu beigetragen haben, die Schwierigkeiten und Leiden der Bevölkerung zu lindern.“

    In vielen Ländern sei es derzeit nicht möglich, die Sakramente wie etwa die Kommunion und Beichte zu empfangen, ging Franziskus auf die massiven Einschränkungen im kirchlichen Leben ein. Christen ermutigte er vor diesem Hintergrund dazu, im Gebet Trost zu suchen und sich dabei der kirchlichen Gemeinschaft verbunden zu fühlen.

    Dem Corona-Virus setzte der Papst in seiner Osterbotschaft die „Ansteckung der christlichen Hoffnung“ entgegen: die gute Nachricht von Christi Auferstehung, die sich „von Herz zu Herz“ verbreitete, könne auch in dieser Krise Hoffnung spenden, betonte der Papst. Und er bat darum, dass alle Menschen diese Gnade erfahren: „Er, der den Tod bereits besiegt hat und uns den Weg zum ewigen Heil eröffnet hat, vertreibe die Schatten unserer armen Menschheit und führe uns hin zu dem herrlichen Tag, der keinen Abend kennt.“


    Traditioneller Segen Urbi et Orbi
    Den traditionellen Segen Urbi et orbi, „der Stadt und dem Erdkreis“, erteilte der Papst am Ostersonntag nicht, wie sonst üblich, von der Mittelloggia des Petersbasilika aus, sondern im Petersdom selbst. Nach seiner Osterbotschaft verlas der mit einer weißgoldenen Stola bekleidete Papst die lateinische Segensformel vor der sogenannten Confessio, dem Petrusgrab. Verbunden damit ist ein vollkommener Ablass.

    Wegen der Pandemie hatte Franziskus den Segen Urbi et orbi außerplanmäßig bereits am 27. März gespendet. Die Bilder vom Papst, der allein bei strömenden Regen vor dem Petersdom stand, gingen um die ganze Welt.

    ERGÄNZT: Segen Urbi et orbi außerplanmäßig bereits am 27. März

    https://youtu.be/mnzTIGpYxdA


    (vatican news – pr)


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Leiden, Tod und Auf...



    Wahre Liebe ist eine Größe, die sich immer
    und vorbehaltlos verschenken kann ohne abzunehmen.

    Sie ist lebendige Gabe.
    Sie erwartet nicht einmal Gegenliebe.
    Sie liebt.
    Und indem sie liebt, vermehrt sie sich.
    Es gibt keinen größeren Reichtum als die Liebe. Sie steht über allem.
    Als sie am Kreuz aufgerichtet wurde, wurde die Liebe zum höchsten, zum leuchtendsten Zeichen, das Gott sichtbar für die ganze Schöpfung zum herrlichsten Bild seiner Liebe erkor.
    Erhebt eure Augen zu diesem Zeichen. Wie kein anderes ragt es von der Erde in den Himmel und verbindet beide in ihrem Mittelpunkt, in ihrem Herzen.
    Diese Herz, es breitet seine Arme weit hin über die gesamte Schöpfung und schließt alles Lebendige zusammen im allumfassenden Pulsschlag göttlicher Liebe.
    Werdet nicht müde, Tag für Tag meiner Liebe entgegen zu streben.
    Breitet auch ihr eure Arme und weitet euer Herz und folgt mir nach in froher Hingabe und in gläubigem Vertrauen.

    Quelle: Durch seine Wunden seid ihr Geheilt!
    Gebete und Betrachtungen zur Verehrung der heiligen Wunden Jesu – Verlagsdruckerei Josef Kral, 93326 Abensberg
    Benno Hofschulte


    Liebe Grüße, Blasius

  • Liebe, dann tue, was du willst“Datum12.04.2020 20:49
    Thema von Blasius im Forum Leiden, Tod und Auf...



    Durch Christus eröffnet sich der Weg zur Freiheit. Die Christliche Berufung zündet ein Licht an, das die wahre Bedeutung des Lebens erkennen lässt und jene große Liebe weckt, die bei Christus die freiwillige Hingabe des Lebens zur Rettung (aller) Menschen bewirkt und die bei allen, die Ihm nachfolgen, die gleiche Bereitschaft hervorruft. Diese Liebe lässt auch bewusst mit ganzen Herzen und allen Kräften die Gebote Gottes und alle Weisungen, die wir von Ihm empfangen haben, ergreifen.

    „Darum liebe ich Deine Gebote mehr als Rotgold und Weißgold“ (Ps. 119, 127), heißt es schon im Psalm. Das widerspricht nicht dem Wort des hl. Augustinus:

    „Liebe, dann tue, was du willst“, sondern bestätigt es. Das geöffnete Herz Christi ist die größte Offenbarung:
    Es zeigt uns, bis zu welchem Maße Gott uns liebt und zu welcher Liebe Gott ein menschliches Herz befähigt. Aus diesem Herzen strömen Blut und Wasser, Leben und Gnade hervor. Es ist die Quelle, die uns neu macht und uns, verbunden mit einer bleibenden Fruchtbarkeit, den wahren Frieden vermittelt.

    Dr. Klaus König, Bischof der Diözese Feldkirch, Österreich

    Quelle: Fatima Ruft – Heft Nr. 128 – Dezember 1993. Auf ein Wort.

    Benno Hofschulte

    (aller) in Klammer gesetzt- Blasius
    und die bei allen, die Ihm nachfolgen,

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete



    Mater Dolorosa, von Luis de Morales,um 1570

    Dem mittelalterlichen Gebet „Stabat mater“, lange stiefmütterlich behandelt,
    wuchs gerade im 19. Jahrhundert eine große Popularität zu, als mit der
    „Industriellen Revolution“ eine neue Unsicherheit in Arbeits- und Familienleben Einzug hielt –
    ähnlich wie dies heutzutage durch die „Digitale Revolution“ geschieht.

    Die Maschine entwertete traditionelle menschliche Arbeit und stürzte viele Familienernährer ins Elend.
    Neue Ideen der Aufklärung, die im Gefolge der Französischen Revolution bis in die letzten Winkel Europas sich ausbreiteten, setzten das christliche Familienideal unter Druck. Um in dieser aus den Fugen geratenden Welt noch Halt zu finden, antworteten viele Gläubige darauf mit einer noch stärkeren Hinwendung zu Gott. Das Leid an der hoffnungslosen Welt konnten sie nur noch ertragen als Teilhabende am himmlischen Leid.

    Die Gottesmutter Maria leidet die in ihrer mütterlichen Fürsorge unermesslich an dem Verlust ihres Sohnes – und bewahrt doch Haltung. Dies gelingt ihr, weil sie sich in der Ewigkeit des Jenseits aufgehoben fühlt und gewiss ist, dass auch sie dereinst dort aufgenommen wird.

    Die beruhigende und Hoffnung weckende Kraft des Gebetes lässt den Leidenden Unvorstellbares aushalten.
    So paradox es klingt: Erst indem wir uns dem Leid in seiner ganzen Intensität stellen, können wir uns davon lossagen. Lasset uns beten, voller Hingabe, wie die leidende Gottesmutter Maria!

    Bei dem Kreuz’ mit nassen Wangen,
    Wo ihr lieber Sohn gehangen,
    Stand die Mutter in der Pein;
    Und in dem beklemmten Herzen
    Drangen Trau’r und Todesschmerzen,
    Gleich dem Dolche, grausam ein.

    O wie kläglich, wie betrübet
    Stand des Sohn’s, den sie geliebet,
    Auserwählte Mutter da!
    Trau’r und Schmerz hat sie befallen,
    Da sie in so großen Qualen
    Ihren liebsten Jesus sah.

    Wer soll bei so harten Peinen
    Nicht mit dieser Mutter weinen?
    Wer nicht fühlen ihre Noth?
    Wer erwäget ohne Schauer
    Der verwais’ten Mutter Trauer
    Über ihres Sohnes Tod?

    Jesus sah sie hart gebunden
    Und zerfleischt mit tausend Wunden
    Für des Volkes Missethat;
    Sah den Sohn verschmäht, verlassen.
    Alles Trost’s beraubt erblassen,
    Den sie so geliebet hat.

    Gib, o Mutter, Quell’ der Liebe!
    Daß ich mich mit dir betrübe;
    Mit dir leiden sey mein Lohn.
    Gib, daß ich vor Liebe brenne,
    Daß mein Herz sich einzig sehne
    Nur nach Jesus, deinem Sohn’.

    Drücke deines Sohnes Wunden,
    Wie du selbst sie hast empfunden,
    Tief in meinem Herzen ein.
    Jesus war für mich in Banden,
    Hat den Kreuztod ausgestanden:
    Theile mit mir Seine Pein.

    Laß mich mit dir wahrhaft klagen
    Und mit Jesus Mitleid tragen,
    Bis mein Geist vom Leibe scheid’t.
    Mich zu dir zum Kreuze stellen,
    Und im Jammer zugesellen,
    Ist nun einzig meine Freud’.

    Jungfrau, Zierde der Jungfrauen,
    Du mein Trost und mein Vertrauen!
    Sieh, ich bringe dir mein Herz.
    Dieses sollen nun zerschneiden
    Deines Sohnes Tod und Leiden,
    Deine Qualen und dein Schmerz.

    Nichts soll mich von Jesus scheiden;
    Bei dem Kreuz’, im Tod’ und Leiden
    Bleib’ ich Ihm aus Liebe treu.
    Daß Er nicht zur Höllenflamme
    Mit den Sündern mich verdamme,
    Steh’ mir, milde Jungfrau! bei.

    Laß, o Mutter! Gnad’ mich finden,
    Und Verzeihung meiner Sünden
    Durch des Sohnes Kreuz und Tod.
    Wann die Seel’ vom Leib’ wird scheiden,
    Ruf” mich zu den Himmelsfreuden,
    Führe mich zu meinem Gott!

    Übersetzung des Gebetes aus dem
    Lateinischen von Joseph Stark,
    Priester an St. Salvator, Augsburg 184

    10.04.2020 Benno Hofschulte

    Liebe Grüße, Blasius




  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,



    Ein schwerer Gang


    Die österliche Zeit wird ersehnt von vielen, aber auch gefürchtet von einigen. Warum? Weil ein schwerer Gang bevorsteht, weil man niederknien muss auf dem harten Holz des Beichtstuhls, weil man seine Sünden bekennen soll vor dem Priester, weil man sein böses Tun bereuen und das Versprechen geben muss, ein ordentlicher Mensch und Christ zu sein. Ist das so schlimm?

    Hast du nicht vielleicht schon einen schweren Gang gemacht vor Gericht? Du warst unschuldig und doch hattest du Angst. Ist das ein angenehmer Gang, den du zuweilen machen musst zum Steuereinnehmer, der auch allerhand neugierige Fragen stellt und Antworten wissen will über die Geheimnisse deines Vermögens und Einkommens?

    Ist es nicht so ganz anders, wenn du gehst deine Ostern zu halten? Keine Polizei, kein Gendarm. Kein Beamter holt dich. Nein, aus freier Überzeugung sollst du gehen. Und du sollst nicht bloß deine Last dort lassen im Beichtstuhl. Es werden nicht bloß deine Sünden ewig ausgelöscht und vergessen, wenn du beichtest. Nein, du wirst dort noch etwas holen und mit heimbringen, das Glück und den Frieden deiner Seele.

    Kehre wieder heim! Laut und feierlich laden die Osterglocken
    zum Empfang der heiligen Ostersakramente ein.


    Es ist eine große Verantwortung, das Ostergebot zu missachten. Jahre ohne die Gnade zuzubringen und für die Ewigkeit zu verlieren.

    Gottes Langmut ist begrenzt durch seine Heiligkeit und Gerechtigkeit.
    Mit der Gnade Gottes lässt sich nicht spielen, sie ist durch Jesu blutigen Opfertod erworben, wenn du sie jetzt von dir weisest, bist du nicht sicher, ob du später noch Zeit und Gelegenheit dazu hast. Kehre wieder heim in dieser Osterzeit, zum Vaterhaus der Kirche, zur Liebe Jesu – und wäre es nach langen Jahren.

    „Deinem geistlichen Führer öffne das Innere mit vollem Vertrauen, wie der Sohn dem Vater, und wie der Kranke dem Arzte sein Übel verrät.“ (Hl. Franz von Sales)

    Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle S.J. – Hrsg. Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ – DVCK e.V. – Frankfurt am Main

    12.04.2020 Benno Hofschulte

    Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt .joh.1.9

    Ein gesegnetes und frohes Osterfest wünscht- Blasius

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