1. Willst du Gott wahrhaft lieben, und seine Liebe verdienen, so suche nicht in der Ferne, was er selbst in deine Nähe legte, denn seine Vorsehung, die unsere Heiligung will, vermittelt dir jeden Tag vielfältige Gelegenheiten, deine Liebe ihm zu bezeigen, deine Sünden abzubüßen und reiche Schätze für die Ewigkeit zu gewinnen. Jeden Tag sendet sie mit dem täglichen Brot uns zugleich unser tägliches Kreuz, jeden Tag ergibt sich entweder einen bitteren Verdruss zu ertragen, eine lästige Pflicht zu erfüllen, harte Worte, Abweisungen oder Demütigungen zu erdulden, und vieles zu tun, wobei wir uns überwinden, unseren Willen brechen, und manches leiden müssen, das wir nicht abwenden können.
2. Gottes Vorsehung ordnete das Leben so, dass wir aneinander üben, dass wir einander ein gegenseitiges Kreuz sind, dass wir einander oft wider Willen betrüben, damit wir dadurch zur Geduld, zur Sanftmut, zur Nächstenliebe, zur Selbstüberwindung, zur Abtötung unseres Willens, unserer Eigenliebe, unserer Eitelkeit, zum Tragen unseres Kreuzes und zur Nachahmung unseres göttlichen Vorbilds belehrt werden. Ja oft auch, ohne aus uns selbst herauszutreten, haben wir manches von uns selbst zu dulden. Bald peinigt uns ein körperliches Leiden, bald nagt ein geheimer Kummer an unserem Herzen, bald müssen wir unserem Geschmack entsagen, unser Urteil unterwerfen, kurz uns selbst Gewalt antun.
3. Was sind aber alle diese Dinge, wenn nicht Quellen großer Verdienste, Gelegenheiten zu großmütigen Opfern, wirksame Mittel, uns zu heiligen, ja zu einer großen Heiligkeit zu gelangen? Opfer eines lieblichen Wohlgeruchs sind sie, wenn wir sie mit geduldigem Herzen, und aus wahrer Gottesliebe ertragen. Es sind Talente, die uns hundertfältigen Gewinn bringen, wenn wir sie nach Gottes gütiger Absicht verwenden, der uns dadurch eben so viele kostbare Edelgesteine vermitteln will, unsere himmlische Krone zu schmücken. So nehmen wir sie denn mit großer Liebe und Danksagung aus seiner Vaterhand an, opfern wir sie ihm täglich auf, und wir werden mit unermesslichem Reichtum in das Haus unserer Ewigkeit eingehen. 2. Korinther 4,17: "Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit."
O Mutter der heiligen Liebe, unser Leben, unsere Zuflucht, unsere Hoffnung, du weißt es wohl, dass dein Sohn Jesus nicht zufrieden war, selbst unser Fürsprecher beim ewigen Vater zu werden, sondern dass er auch wollte, dass du dich bei ihm verwendest, um für uns die göttliche Barmherzigkeit zu erlangen. Mögen alle mich vergessen, wenn nur du, o Mutter Gottes, mich nicht vergisst. Sage Gott, dass ich dein Diener bin, sage ihm, dass du mich verteidigst, alsdann werde ich gewiss selig. O Maria, auf dich setze ich mein Vertrauen. In dieser Hoffnung lebe ich, in dieser Hoffnung will ich sterben. Ich will nicht müde werden, auszurufen: Jesus ist meine einzige Hoffnung, und nach Jesus setze ich all mein Vertrauen auf die allerseligste Jungfrau Maria. Amen.
Gebet des heiligen Petrus Damianus
O Maria, geliebte Fürsprecherin, weil du ein so liebevolles Herz hast, so kannst du unser Elend nicht ansehen, ohne von Mitleid bewegt zu werden. Weil du aber auch zu gleicher Zeit so mächtig bist bei Gott, um alle, die du verteidigst vom Untergang zu retten, so bitte ich dich, da ich alle Hoffnung auf dich setze, du wollest dich meiner annehmen. Sollte dich meine Bitte nicht zum Mitleid bewegen, so möge doch wenigstens deine große Macht dich bestimmen, mir beizustehen, da Gott dich deshalb so mächtig gemacht hat, damit, je mächtiger du bist, uns zu helfen, du auch um so barmherziger sein mögest, uns deine Hilfe zukommen zu lassen. Amen.
Zu Jesus Christus
Herr, wenn wir nicht fähig sind, solche heldenmütigen Opfer darzubringen, die wir an Deinen Heiligen bewundern, so wollen wir wenigstens mit Deinem Beistand treu die Pflichten unseres Standes erfüllen, damit wir der Krone würdig werden, die Du Deinen standhaften und treuen Dienern versprochen hast, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Petrus Damiani
Wir bitten Dich, o Herr, lass uns auf die Fürbitte des heiligen Petrus die guten Beispiele, die wir selbst in bösen Zeiten sehen, nachahmen, und stets nach Deinem heiligen Gesetz, nach dem wir einst werden gerichtet werden, leben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag hat Godefridus, Herzog von Lothringen, im Jahr 1092 beim ersten Kreuzzug am Fluss Pharpfar durch den Beistand der seligsten Jungfrau einen herrlichen Sieg über die Türken erhalten, denen im zweiten Kreuzzug die Städte Nicäen und Laodicäen abgenommen wurden. Zu verwundern war, dass bei dem großen Kriegsheer der Christen, das über dreihunderttausend Mann zählte, die Lebensmittel im Überfluss und nicht teuer waren.
Der heilige Abt Euthymius, so wie der größte Teil der Mönche Palästinas, hatten unter der Regierung Marcians und der heiligen Pulcheria die Beschlüsse des Konzils von Chalcedon angenommen, das die eutychianische Ketzerei verdammte. Allein die Anhänglichkeit an den Irrtum dauerte in mehreren Klöstern, die durch den gottlosen Theodosius verdorben worden waren, noch immer fort. Dieser elende Mönch, so herrschsüchtig, als unwissend, trotzte auf den Schutz der Kaiserin Eudoxia, der Witwe von Theodosius des Jüngeren, die damals in Palästina lebte. Er ging so weit, dass er sich sogar auf den bischöflichen Sitz von Jerusalem schwang, nachdem er den Patriarchen Juvenal von ihm verdrängt hatte. Er verfolgte die Katholiken auf das grausamste und färbte Jerusalem mit ihrem Blut. Von einer wütenden Rotte Soldaten begleitet, brachte er die Verwüstung über das ganze Land. Indes fanden sich doch viele Katholiken, die starkmütig genug waren, sich dem reißenden Strom zu widersetzen, unter anderen auch Severian, der Bischof von Scythopolis. Allein sein Eifer hatte keine andere Wirkung, als dass er sich dadurch die Märtyrerkrone verdiente. Die Soldaten bemächtigten sich seiner Person, schleppten ihn aus der Stadt und töteten ihn auf eine unmenschliche Weise im Jahr 452. Der heilige Severian wird am 21. Februar im römischen Martyrologium genannt.
Palästina, das vor allen anderen Ländern vorzugsweise, das Licht der wahren Religion zu empfangen auserwählt, durch die Geburt, die Arbeiten, die Erniedrigungen und die Leiden des Gottmenschen geheiligt, und besonders als die Wiege der christlichen Kirche und als das Vaterland einer zahllosen Menge Heiliger geehrt wurde; Palästina, sage ich, wurde in der Folge der Schauplatz der schrecklichsten Ärgernisse und kam schließlich unter das tyrannische Joch eines Volkes, das sich zu den gottlosesten und ungereimtesten Lehren bekennt. Das übrige Morgenland geriet in dasselbe Verderben. Nun sieht man da nicht mehr jene berühmten Kirchen, die von den Aposteln gegründet, mit dem Blut so vieler tausend Märtyrer begossen, einst von einem Ignatius, Polykarp, Basilius, Chrysostomus und dergleichen großen und heiligen Männern geleitet worden sind. Der Unglaube, mit allen ihn begleitenden Lastern, herrscht heutzutage in diesen Ländern, die einst dem Himmel so zahlreiche Bürger gaben. Eine so beweinenswerte Umwandlung sollte uns wohl Stoff zu den heilsamsten Betrachtungen geben und uns zum Mitleid bewegen gegen so viele Unglückliche, die in den Finsternissen des Todes versunken dahinleben. Erzittern wir bei dem Anblick der unergründlichen Urteile Gottes. Wer da glaubt festzustehen, der sehe zu, dass er nicht falle. Bewahre, was du hast, sagt der Heilige Geist zu jedem von uns, damit nicht ein anderer dir die Krone entreißt.
Der spätere Kardinal, Kirchenlehrer und Heilige Petrus Damiani war als Kind ein unglaublich armer Junge. Seine Jugend war so bitter, hart und schwer, wie sie zum Glück und dank guter Eltern nur ganz wenige Menschen durchmachen müssen. Diese Tatsache allein schon sichert dem Heiligen einen warmen Platz in allen mitfühlenden Herzen.
Als Jüngster kam Petrus im Jahr 1006 in einer kinderreichen Familie zur Welt. Als er nach der Geburt zu schreien begann, sprang der älteste Bruder, der anstatt des Herzens einen Stein in der Brust hatte, böse auf und schrie in rauer und ungehöriger Weise die arme Mutter an. Er schimpfte, was ihr denn einfalle, es wären doch schon genug Kinder im Haus und die armselige Erbschaft werde kleiner und kleiner, so dass er und seine Geschwister schließlich leer ausgingen, weil alles aufgeteilt werden müsse.
Das waren harte Worte, und so sehr schnitten sie der Mutter ins Herz, dass sie für eine Weile einfach den Verstand verlor. Sie nahm Peter aus der Wiege, trug ihn aus dem Haus, legte ihn draußen auf eine Holzbank und sagte, sie wolle sich um den Jungen überhaupt nicht mehr kümmern.
Zum Glück handelte es sich damals bei Peters Mutter nur um eine vorübergehende Verwirrung. Bald kam sie wieder zu sich, holte den Jungen von draußen in die Wiege zurück und zog ihn als ihren Jüngsten mit Liebe groß. Leider starb die Frau allzu früh, und der Vater starb auch, und Peter war schon als kleines Kind Vollwaise.
Was geschah dann? Die Familie löste sich auf, die Geschwister zogen in die Welt, und nur der Älteste, der sich inzwischen verheiratet hatte, blieb im Haus und erhielt als lästige Erbschaft auch den jüngsten Bruder. Da hatte Peter nichts zu lachen, nie hörte er ein gutes Wort. Vorwürfe und Beschimpfungen gab es jeden Tag von früh bis spät und Schläge obendrein. Die Brotschnitten, die der Hungrige bekam, waren fast so dünn wie Papier. Nie bekam er ein neues Kleid, nie trug er Schuhe an den Füßen, und arbeiten musste er wie ein erwachsener Knecht.
In diese Zeit fällt ein Ereignis, das unbedingt erwähnt werden muss. Eines Tages nämlich fand Peter auf der Straße zufällig ein Goldstück. Peter freute sich königlich und überlegte hin und her, was er sich für das Geld kaufen sollte. Zunächst wollte er sich Brot kaufen, Brot und nochmals Brot, um sich wenigstens einmal satt zu essen. Schon hatte er die Türklinke zum Bäckerladen in der Hand, als ihm einfiel, dass man Gefundenes dem Verlierer zurückgeben müsse. Wie ein Schlag traf den Jungen diese Erkenntnis, aber gleich entschloss er sich, auf das heißbegehrte Brot zu verzichten und den Eigentümer des Geldes zu suchen. Zwei Tage lang fragte der ehrliche Junge überall die Leute, aber der Verlierer war nicht aufzutreiben. Nun durfte Peter das Geld behalten, aber Brot hat er sich dafür trotzdem nicht gekauft. Was hat er denn mit dem Geld gemacht? Das gute Kind hat damit für die verstorbenen Eltern einige heilige Messen bestellt. So ehrlich und so edel war der junge Peter Damiani.
Mittlerweile war einer von Peters übrigen Brüdern Priester geworden. Dieser nahm sich seines kleinen Bruders liebend an, sorgte gut für ihn und schickte ihn auf die höhere Schule. Und weil Peter sehr klug und wissbegierig war, lernte er leicht und schnell und ist später ins Kloster gegangen und Priester und Bischof und Kardinal geworden und ein gefeierter Kirchenlehrer und ein Heiliger, der im Kirchengebet als Salz der Erde und als Licht der Welt bezeichnet wird.
Wie das Beispiel des heiligen Petrus Damiani zeigt, kann auch aus dem ärmsten Kind etwas Gutes und Erfolgreiches werden, wenn sie sich durch ihr hartes Geschick nicht verbittern lassen und wenn sie trotz größter Armut ehrlich bleiben. Alle anderen Kinder aber, die ihre Eltern haben und denen es gut geht, sollten zu den Kindern, die das alles nicht haben, stets besonders liebevoll sein.
In stiller Waldeinsamkeit erblüht manche schöne Blume, die dem Auge der Menschen verborgen bleibt, aber der Tau des Himmels begießt sie und die goldenen Strahlen des Tagesgestirns begrüßen sie und ruhen darauf mit innigem Wohlgefallen. Eine solche stille Waldblume war der heilige Germanus, ein Sohn des adligen und hochangesehenen Bürgermeisters Othmar von Trier. Von den vier talentvollen Söhnen Othmars bekleidete sein gleichnamiger Sohn eine hohe Stelle am Hof des Königs Dagobert, Sigebert widmete sich mit Auszeichnung dem Kriegsdienst, Numerian trat in den Orden des heiligen Benedikt, wurde später Bischof von Trier und ein großer Heiliger, der jüngste Sohn, German, zeichnete sich schon als Junge durch Demut, Gehorsam und Frömmigkeit aus.
Seiner frommen Eltern durch den Tod beraubt, verteilte der siebzehnjährige German sein reiches Erbe unter die Armen und suchte unweit Remiremont den heiligen Eremiten Arnold auf, der zuvor Bischof von Metz und Minister des Königs Dagobert I. gewesen war. Dieser Einsiedler prüfte den jungen Mann, der sein Schüler zu werden begehrte, mit strengen Bußübungen und riet ihm, das Ordenskleid des heiligen Benedikt im Kloster Remiremont zu nehmen. German fügte sich bereitwillig dem Rat des heiligen Einsiedlers und nahm so sehr an allen Tugenden zu, dass er seinen Ordensbrüdern zum Muster diente.
Einst besuchte ihn sein Bruder Numerian, der die Freuden des Lebens noch in vollem Maße verkostete. German redete ihm so liebevoll und eindringlich zu, dass er sich sofort entschloss, die Welt und ihre Freuden zu verlassen, um mit seinem Bruder innerhalb der Klostermauern nach Vollkommenheit zu ringen.
Um der Ehre zu entgehen, die ihm wegen seiner Anspruchslosigkeit und Demut zuteilwurde, verließ German Remiremont und bat um Aufnahme im Kloster Luxeul, dessen frommer und gelehrter Abt Walbert die seltenen Tugenden Germans bald entdeckte und ihn nötigte, sich zum Priester weihen zu lassen.
Als das Kloster Granfel am Fuß des Juragebirges von dem elsässischen Herzogs Gondon neu hergestellt wurde, schickte Walbert aus seinem Kloster mehrere Mönche dorthin und stellte ihnen den geliebten German als Abt vor. Zugleich übertrug er seiner Leitung noch die beiden Klöster St. Ursitz im Kanton Bern und St. Paul zu Schönenwerth im Kanton Solothurn. Durch seine kluge Umsicht und liebevolle Fürsorge brachte German die ihm anvertrauten Klöster zu hoher Blüte. Die Klosterbrüder und das benachbarte Volk ehrten ihn wie einen Vater.
Wie allen treuen Dienern Gottes, sollten auch dem hochverdienten Abt German schwere Prüfungen nicht erspart werden. Der Nachfolger des frommen Herzogs Gondon, der rohe und schwelgerische Herzog Bonifatius, beraubte die Kirchen und Klöster, die Städte und das Land. Unter erlogenen und nichtigen Vorwänden ließ er durch sein Raubgesindel das Münstertal verwüsten und ausplündern. Um der drohenden Gefahr zu entgehen, eilte German mit seinem Prior, dem heiligen Randoald, zum Herzog, um ihn durch Bitten, Vorstellungen und Geschenke zu bewegen, von seinen Ungerechtigkeiten abzustehen. Schon unterwegs wurden er und sein Begleiter von den Soldaten schwer misshandelt. Kaum gelang es ihm, zum Herzog zu kommen. Diesem klagte er freimütig die unerschwinglichen Brandschatzungen und Rohheiten seiner Söldlinge und beschwor ihn, Kloster und Volk zu schonen.
Der hinterlistige Herzog heuchelte Reue über das Geschehene, versprach Schadenersatz und entließ die Mönche mit scheinbarem Wohlwollen, aber auf der Rückkehr fielen die Soldaten über die beiden her, misshandelten sie mit teuflischem Mutwillen und durchbohrten sie mit ihren Lanzen am 21. Februar 666. Ihre Leichname wurden in der Klosterkirche beigesetzt und durch viele Wunder verherrlicht. Als in der Reformation 1531 das Kloster verwüstet wurde, flüchteten die Mönche und brachten die Reliquien des heiligen Germanus nach Delsberg im Berner Jura, wo sie in der Pfarrkirche noch heute verehrt werden.
1. Wunderbar ist der menschliche Scharfsinn. Er unterwirft sich die ganze Natur, durchschifft auf geradem Weg das Meer, misst den Himmelsraum aus und wägt die Planeten ab. Und dennoch ist dieser große Scharfsinn - sich selbst überlassen, - ohne wahre Weisheit. - Denn worin besteht dies himmlische Licht? Allerdings darin, dass der Mensch die Dinge nach ihrem wahren Wert schätze, das Ewige höher denn das Vorübergehende, das Himmlische höher denn das Irdische achte, und diesem richtigen Urteil gemäß lebe. Wer dagegen nur für die Sinne lebt, und nur Vergängliches sucht: dem fehlt, besäße er auch alle Wissenschaften, das Licht der Weisheit. Und darum auch nennt die Schrift die Sünder: Blinde und Toren.
2. "Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit" (Psalm 111,10), ihre Vollendung aber ist die Liebe Gottes. Wer immer Gott fürchtet, ist weise, weil er sich fürchtet, etwas zu tun, das seinen Augen missfällt. Und diese heilige Furcht führt ihn zur Liebe. Darum ist, trotz aller natürlichen Wissenschaft, der Sünder unweise, denn er fürchtet Gott nicht, sondern er fürchtet sich vor Gott, gleichwie der böse Geist, der, ungeachtet er durch seine geistige Natur an Kenntnissen und Wissenschaften alle Sterblichen ohne Vergleich übertrifft, dennoch ohne einen Funken wahrer Weisheit ist, weil er in unendlicher Ferne von der wesentlichen Weisheit irrt, die Gott selbst ist.
3. Die wahre Weisheit hat nur ein Ziel, und dahin richtet sie alle Dinge als Mittel: nämlich, zu Gott, ihrem Urquell zu gelangen. Wir lächeln über Kinder, die Häuser bauen, die der leichteste Wind umwirft, oder in ihren Spielen über den Vorzug ringen, und streiten, wer von ihnen König sein soll. Sind aber die Spiele der Erwachsenen, die festere Häuser bauen, und um Ehre und Reichtum streiten, um vieles vernünftiger, weil sie den Spielplatz etwas später verlassen? Wahrlich, ein altes, verachtetes Mütterchen, das Gott liebt, seine Gebote hält, und die Ewigkeit im Auge hat, ist unendlich weiser, als die gelehrtesten Männer der Welt, die alles, außer das einzig Notwendige, wissen. Kohelet 13,13: "Fürchte Gott, und achte auf seine Gebote!"
Gebenedeite und unbefleckte Jungfrau und Königin, unsere Mutter Maria, Zuflucht und Trost aller Elenden, sieh mich mit meiner ganzen Familie hier vor deinem erhabenen Thron auf den Knien, siehe, ich erwähle dich heute zu meiner Gebieterin, zu meiner Mutter und Fürsprecherin bei Gott. Mit all den Meinen weihe ich mich immer deinem Dienst, und bitte dich, o Mutter meines Gottes, mich unter die Zahl deiner Diener aufzunehmen, uns allen deinen mächtigen Schutz angedeihen zu lassen, und uns im Leben und hauptsächlich in der Stunde unseres Todes beizustehen. Amen.
Zu Jesus Christus auf die Fürbitte des heiligen Eucherius
Herr Jesus Christus, der Du den heiligen Eucherius erweckt hast, Deine und Deiner Kirche Sachen und Anliegen mit unüberwindlicher Geduld zu verteidigen, verleihe uns durch seine Fürbitte, dass uns nichts von der Treue, die wir Dir schuldig sind, abhalten möge, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Man kann sich heute an die Vorzüge und Auszeichnungen der seligsten Jungfrau vor allen Geschöpfen erinnern. Der heilige Bonaventura führt in einem Büchlein, das er das Lob Mariä betitelt, alle Bilder an, unter denen die Vorzüge Mariä enthalten sind. Viele von ihnen kommen in der Lauretanischen Litanei vor.
Der heilige Eleutherius wurde im Jahr 456 zu Tournai in den Niederlanden von christlichen Eltern geboren, die der heilige Piatus vom Götzendienst zur Erkenntnis des wahren Gottes geführt hatte. Sein Vater hieß Serenus und Blanda seine Mutter. Als König Clodoväus die Römer bekriegte, mussten sie ihre Güter in Tournai verlassen und sich nach Blandine flüchten, wo sie zu Ehren des heiligen Apostels Petrus eine Kirche erbauten. Mit größter Sorgfalt erzogen sie ihren einzigen Sohn in allen Tugenden und ließen ihn, weil er seltene Geistesgaben zeigte, in allen Wissenschaften bilden, in denen er mit dem heiligen Medardus, der sein Jugendfreund war, unterrichtet wurde. Beide machten sowohl in den Heilswissenschaften und in der Frömmigkeit so glänzende Fortschritte, dass sie zu Priestern geweiht wurden und Eleutherius während der Regierung des Theodoricus, Bischof zu Tournai, mit größtem Segen das Predigtamt versah. Im Jahr 487 starb Theodoricus und die Geistlichkeit und das Volk wählten den frommen Eleutherius zu ihrem Oberhirten. Diese Würde begleitete er 44 Jahre lang mit unermüdlichem Eifer und apostolischer Treue. Rastlos kämpfte er wider die feindlichen Angriffe der Heiden und besonders der Arianer und wurde von denen nicht nur zum Gefängnis verurteilt und heftig verfolgt, sondern auch dreimal gegeißelt und wie ein Verbrecher aus Tournai verwiesen, wo er dann neun Jahre lang zu Blandine in der Verbannung lebte. Einer seiner heftigsten Verfolger war der heidnische Statthalter von Tournai, dessen Tochter zu dem Heiligen von unkeuscher Liebe entbrannt war und als sie ihn eines Tages zur Sünde anreizte, von einer schrecklichen Krankheit befallen wurde. Der heilige Oberhirt flehte in seiner Verbannung unter Gebet und vielen Tränen um die Bekehrung der Bürger von Tournai und besonders des Statthalters und seiner unglücklichen Tochter stets zu Gott und sein Flehen wurde endlich erhört. Die Verfolgung nahm ein Ende und Eleutherius kehrte auf seinen bischöflichen Stuhl zurück und brachte es in kurzer Zeit durch seine Predigten und Wundertaten dahin, dass er im Jahr 497 in einer Woche elftausend Menschen taufte, unter denen sich auch der Statthalter mit seiner Tochter befand, die durch die Händeauflegung des heiligen Oberhirten sogleich von ihrer Krankheit geheilt wurde.
Zweimal reiste Eleutherius nach Rom in Geschäften der Kirche und besonders wegen der Unterdrückung der Irrlehre des Arius und nach seiner zweiten Rückkehr hielt er im Jahr 527 zu Tournai eine Versammlung seiner Bischöfe, auf der das von ihm verfasste Glaubensbekenntnis als allgemein gültig angenommen und die Verdammung der arianischen Ketzerei neuerdings ausgesprochen wurde. Darüber gerieten die Arianer in eine solche Wut, dass sie den heiligen Bischof auf dem Weg zur Kirche überfielen und ihn so sehr misshandelten, dass er ganz verwundet und halbtot nach Hause getragen wurde. Fünf Wochen lang litt er mit christlicher Geduld die fürchterlichsten Schmerzen an seinem zerschlagenen Körper, betete stets um Verzeihung und die Bekehrung seiner Feinde und starb am 20. Februar 531 im 75. Jahr seines Alters und im 44. Seines bischöflichen Amtes.
Wir wollen hier Eusebius selbst hören, was er als Augenzeuge von diesen heiligen Martyrern erzählt:
„Eine große Anzahl Christen aus Ägypten, die in Palästina und in Tyrus wohnten, gaben den glänzendsten Beweis ihrer unerschütterlichen Anhänglichkeit an den Glauben. Man warf dieselben, nachdem sie grausam mit Ruten geschlagen wurden, grimmigen Leoparden, Bären, Ebern und Stieren vor. Ich selbst sah wie gegen sie diese Tiere losgelassen wurden, die es gewöhnt waren, sich von Menschenblut zu ernähren. Doch weit entfernt sie anzufallen, wie man von ihrer Natur erwartet hatte, blieben sie ganz ruhig. Sie schienen die heiligen Martyrer zu verehren. Was zugleich aber ganz offenbar die Kraft Jesu Christi beweist, ist, dass sie auf die Heiden losstürzten, die sich auf dem Platz befanden. Umsonst wurden sie von den Martyrern gereizt, schüchtern zogen sie sich zurück, ohne ihre Beute zu berühren. Manchmal jedoch stürzten sie wirklich mit Ungestüm auf sie los, aber eine geheime und göttliche Kraft hielt sie plötzlich zurück. Dieses geschah immer wieder, wodurch die Zuschauer ganz in Staunen versetzt wurden. Da die ersten Tiere nicht angriffen, ließ man zwei bis drei Mal andere los. Aber auch diese wollten nicht über die Christen herfallen. Indessen blieben die Martyrer stets unerschütterlich, obgleich nur wenige Greise unter ihnen waren. Besonders aber zeichnete sich bei ihnen ein junger Mann aus, der noch nicht sein zwanzigstes Jahr erreicht hatte. Mitten auf dem Kampfplatz sah man ihn die Augen zum Himmel richten mit kreuzweise erhobenen Armen. Er blieb unbeweglich, obwohl ein Bär und ein Leopard wutschnaubend ihn zu zerreißen herbeistürmten. Aber auch diese Tiere zogen sich, ohne ihn zu verletzen, wieder zurück. Auf andere ließ man einen wütenden Stier los, der plötzlich einige Heiden mit seinen Hörnern ergriff, in die Luft empor hob, und sie dann halbtot auf dem Kampfplatz niederwarf. Nur die Martyrer verschonte er. Vergebens stieß man ihn mit einem glühenden Eisen in die Seite. Er aber scharrte wütend den Boden, dass rechts und links der Sand aufstäubte, und weigerte sich vorwärts zu gehen, so als hielte ihn eine unsichtbare Kraft zurück. Man ließ noch andere Tiere los, aber auch ohne jeden Erfolg. Schließlich tötete man die Martyrer mit dem Schwert und warf ihre Leiber in das Meer. Mehrere andere wurden zum Feuertod, andere noch zu anderen Todesstrafen verurteilt. Alle diese heldenmütigen Kämpfer Jesu Christi erlitten unter Diokletian im Jahre 304 den Martertod.“
Die Kirche verehrt an eben diesem Tag auch andere Heilige, welche die Martyrerkrone im gleichen Jahr empfingen. Der ausgezeichnetste unter ihnen war Tyrannion, Bischof von Tyrus. Er war Zeuge des Kampfes der Heiligen, von denen eben die Rede war, und hatte sie selbst dazu gestärkt, standhaft für den Glauben zu streiten. Man brachte ihn von Tyrus nach Antiochien mit dem Priester Zenobius, wo er verschiedene Qualen erdulden musste und warf ihn zuletzt in das Meer. Was Zenobius betrifft, so starb dieser auf der Folter unter den Händen der Schergen, die ihm mit eisernen Hacken die Seiten aufrissen. Silvan, Bischof von Emesa in Phönizien, wurde in seiner bischöflichen Residenzstadt mit zwei anderen Glaubensbekennern von den wilden Tieren, denen man sie vorwarf, zerrissen. Peleus und Nilus, Priester aus Ägypten, wie auch einige andere Christen, starben durchs Feuer zu Cäsarea in Palästina. Silvian, Bischof von Gaza, wurde Anfangs zu den Bergwerken verurteilt, in der Folge aber mit 39 anderen Gläubigen enthauptet.
Das römische Martyrologium nennt an diesem Tag den heiligen Tyrannion mit jenen, welche zu Tyrus im Jahre 304 gemartert wurden. Die anderen Martyrer haben besondere Tage, nämlich der heilige Zenobius, Priester und Arzt aus Sidon, am 29. Januar, der heilige Silvan von Emesa, dem das griechische Menologium mehrere Gefährten beigesellt, am 6. Februar, und der heilige Silvian von Gaza am 4. Mai.
In allen Jahrhunderten hat man Menschen gesehen, die der Welt entsagten, um allein für Jesus Christus zu leben. Solche Beispiele zeigt Gott der Welt, um die Macht seiner Gnade zu erweisen und den Glauben an eine so hohe Vollkommenheit bei den schwachen Menschen zu erhalten. Am Ende der Zeiten wird die Kirche stets solche Muster der Gottseligkeit aus allen Bereichen und Altersstufen aufzuweisen haben. Diese werden die Lauheit so mancher, die sich Christen nennen, aber ihren Sitten nach Heiden sind, beschämen. Die Standhaftigkeit der Heiligen und Martyrer auf der Folter und angesichts der wilden Tiere und mitten in den Flammen war begründet in der Liebe zu ihrem göttlichen Heiland und seiner lieben Mutter Maria, die in ihren Herzen so siegreich triumphierte. Diese Liebe bewog manche von ihnen, Ehren, Reichtümer, Vergnügungen und alle, was ihnen teuer war, zu entsagen, um den mühevollen Weg der Buße zu gehen. Jeder von uns rühmt sich zwar, Jesus Christus zu lieben, aber wie sehr täuschen wir uns! Die Liebe offenbart sich durch Werke. Was tun wir aber für unseren Heiland? Gern gehen wir allem aus dem Weg, was unserem Geist und unserem weichen Herzen als Einschränkung und Zwang erscheint. Sobald die Religion Opfer verlangt, werfen wir feige die Waffen weg. Erkennen wir lieber die Gefahr unserer Haltung und erbitten wir die Hilfe der Gnade durch die Verdienste unseres Erlösers. Bitten wir den Herrn, dass er uns eine göttliche Liebe schenken und sein Reich in unseren Herzen begründen möge, damit wir nur ihm allein leben.
Einen ergreifenden Einblick in die Leidensgeschichte der persischen Christen gewährt der alte Marterbericht vom heiligen Sadoth und seinen 128 Gefährten. König Sapor II., der von 310 bis 380 regierte, wollte das Perserreich in seiner alten Größe wiederherstellen. Kein Mittel erschien ihm geeigneter als die Anhebung des Sonnendienstes und der Krieg gegen die Grenznachbarn die Römer. Eine blutige Christenverfolgung war die unmittelbare Folge davon. Sie richtete sich besonders gegen Geistliche, Mönche und Nonnen. Am 13. April 344 wurde der greise Bischof von Seleucia und Ktesiphon, Simon Bar Sabbae, mit mehr als 100 Gefährten glorreich vollendet. Schon ein Jahr darauf kam die Reihe an seinen Nachfolger. Der alte Marterbericht erzählt hierüber folgendes:
Sadoth, der an Stelle Simons in den Städten Seleucia und Ktesiphon Bischof geworden war, sah eines Tages ein wunderbares Gesicht. Voll Staunen berief er seine Priester und Diakone, die sich verborgen hielten, und sprach: „Ich sah heute in nächtlichem Gesicht eine prächtige Leiter, die von der Erde bis zum Himmel aufgerichtet war. An ihrer Spitze stand der selige Simon in großer Herrlichkeit. Ich aber stand unten auf der Erde. Er rief mir in großer Freude zu: `Steige herauf, Sadoth, steige herauf zu mir und fürchte dich nicht! Ich stieg gestern herauf, du steigst heute herauf.´ Das bedeutet, dass er im vergangenen Jahr getötet wurde und ich in diesem getötet werde.“ Sadoth ermutigte sie mit den Worten des Apostels und sprach: „Seid stark im Herrn und in der Festigkeit seiner Kraft. Ziehet an die Rüstung Gottes. Denn durch diese Dinge erscheint ihr den Menschen als Leuchtende und durch das Wort des Lebens seid ihr behütet. Lasst uns also nicht fürchten und zittern vor dem uns bevorstehenden Tode. Wer stirbt, kämpft als Held, und wer lebt, erscheine tapfer. Denn für Christus und unsere Wahrheit werden wir getötet. Solange das Schwert gezückt ist, kommt, lasst uns eifrig sein. Solange das Schwert glänzt, kommt, lasst uns Geschäfte machen. Bis die Sonne aufgeht in der Nacht, lasst uns wandern zu den Wohnungen des Reiches. Namen und Ruhm in Ewigkeit gewinnen wir, und den kommenden Geschlechtern lassen wir große Ruhmestaten zurück.“ Außerdem sprach er: „Betet, dass die Bedeutung des Gesichtes sich rasch erfülle. Wie ersehnt ist die Ankunft des Todes für den, der geistig lebt; wie furchtbar aber und schrecklich ist seine Kunde für den, der fleischlich wandelt. Die Eifrigen folgen ihm, um das Leben zu erlangen, die Lässigen sehen ihn und verbergen sich. Die Gottliebenden gehen zu Gott; die die Welt lieben, bleiben in der Welt. Der eine geht in die Freuden, der andere in die Peinen.“
Im zweiten Jahr unserer Verfolgung war der König in Seleucia. Da wurde der herrliche Sadoth ergriffen, dessen Name „Freund des Königs“ bedeutet. Er liebte nämlich den himmlischen König wahrhaft aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft. Er war lauter und rein, wahrhaftig und heilig, und seinem Vorgänger, dem heldenmütigen seligen Simon gleich.
Mit ihm wurden aus den Städten, wie aus den Dörfern und Ortschaften der Umgebung 128 Priester, Diakone, Mönche und Nonnen ergriffen. Alle wurden in Ketten geworfen und in einem harten, bitteren Gefängnis fünf Monate lang eingeschlossen. Man befragte sie drei Mal und brachte sie in böse Folter und harte Schrauben, damit sie die Sonne anbeteten, indem man ihnen im Auftrag des Königs sagte: „Wenn ihr meine Befehle tut, sollt ihr nicht sterben.“ Der selige Sadoth antwortete aus dem Munde aller: „So antwortet dem, der euch gesendet: Wir stehen in einer Kraft, einer Wahrheit, einem Willen, und in einem Glauben verkünden wir einen Gott, und ihm dienen wir mit ganzer Seele. Aber die Sonne, die er geschaffen und gemacht hat, beten wir nicht an. Das Feuer, das er uns zum Dienst gab, verehren wir nicht. Deinem bösen Befehl gehorchen wir nicht mit Übertretung unseres guten Befehls, und wegen deiner Drohungen werden wir unserem Gesetz nicht untreu. Du hast das Schwert, wir den Nacken. Du hast den Tod, wir das Leben. Verzögere unsere Hinrichtung nicht einen Tag. Warte nicht eine Stunde, unser Blut zu vergießen. Denn deine Langmut verdirbt, die sich ihr fügen.“ Als das alles dem König gemeldet wurde, sandte er ihnen folgende harte Antwort: „Wenn ihr meinen Befehlen nicht gehorcht, so kommt sofort die böse Stunde eures Verderbens über euch!“
Die Heiligen antworten einstimmig: „Wir gehen unserem Gott nicht zugrunde, noch sterben wir seinem Christus. Er wird uns zu neuem Leben erwecken und im Himmelreich erneuern. Bringt nunmehr euren Tod, wie er auch immer sei. Denn wir sind bereit, tapfer für unseren Gott zu sterben. Wir beten nicht die Sonne an, noch gehorchen wir eurem Befehl, der die Seelen der Kinder Gottes tötet!“
Danach wurden sie zur Hinrichtung hergerichtet und zum Tod bereitet, weil das Urteil des Schwertes über alle gleichmäßig ergangen war. Die Henker mit den Beamten des Königs führten sie in Ketten aus der Stadt zum Tode. Die Seligen aber psallierten mit einmütiger und froher Stimme: „Richte, o Gott, unser Gericht und fordere unsere Rache von dem erbarmungslosen Volk und erlöse uns von den Blutvergießern und Betrügern“ und so fort (Psalm 42).
Und als sie an den Richtplatz kamen, sprachen sie: „Gepriesen sei Gott, der uns diese Krone gab, auf die wir schauten, und der uns dieses Erbe, das wir begehrten, nicht vorenthielt! Gepriesen sei sein Christus, der uns nicht in dieser Welt ließ, sondern uns rief und vor sich stellte in der Versöhnung unseres Blutes!“ Und das Lob erstarb nicht in ihrem Mund, bis der letzte von allen getötet war.
Die Herrlichen wurden am 20. Februar getötet. Den seligen Sadoth brachte man in seinen Ketten nach Bet Lapat in Bet Huzaje. Dort wurde er enthauptet und in Christus, seinem Vertrauten, gekrönt.
1. Die Demut ist die Grundfeste aller Tugenden. Die Selbstkenntnis aber ist die Grundfeste aller Demut. Notwendiger als die Kenntnis aller Geheimnisse der Natur ist uns daher die Kenntnis unser selbst. Denn so lange wir uns selbst, unsere innerlichen Regungen, Neigungen und Triebe nicht erkennen, täuschen wir uns selbst beständig, halten uns für stark, da wir doch eitel Schwäche sind, bereden uns, dass wir wollen, was wir in der Tat nicht wollen. Und umgekehrt, verblenden uns selbst über unsere Leidenschaften, und über die geheimen Schlingen, die sie uns legen, sind ohne Unterlass mit uns selbst im Widerspruch, und erkennen weder unser Elend, noch unsere Abhängigkeit von Gott in allen Dingen.
2. Eine große Gnade ist daher diese Selbstkenntnis, denn sie ist der erste Schritt zur christlichen Weisheit, und wird nur dem andächtigen Gebet verliehen. Gott allein, der unser Herz erschaffen hat, durchschaut alle Gedanken, Regungen, Begierden, Widersprüche, alle Selbsttäuschungen und Schlangenwindungen des Herzens vollkommen: und auch nur er kann uns die wahre Erkenntnis des Herzens verleihen. Der Eitle, der Unzüchtige, der Ungerechte sind so fern von der Selbstkenntnis, dass sie den verweslichen Leib weit höher achten, als die unsterbliche Seele. Alles für den Leib tun, die unsterbliche Seele aber mit größter Gleichgültigkeit der ewigen Verdammnis preisgeben.
3. Kein Sünder kann in diesen Spiegel der Selbstkenntnis blicken, ohne vor sich selbst zu erschaudern, und vor den Folgen seiner Missetaten zu zittern. Hier auch kennt der Gerechte genau, was er aus sich, was er durch die Gnade ist, und wie vieles ihm noch zu seiner Vollkommenheit fehlt. Wer sich wohl erkennt, der ist auf seiner Hut vor sich selbst. Er flieht vor der Gefahr. Ja auch die ganze Welt vermag es nicht, ihn zur Hoffart zu verleiten, wie groß immer die Gaben sein mögen, mit welchen Gott ihn geschmückt hat. Darum beten wir innig zum Herrn um diese Gnade, und üben wir uns täglich, uns selbst besser zu erkennen, denn nimmer sonst werden wir zur wahren Vollkommenheit gelangen. 1. Timotheus 4,15-16: "Dafür sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit allen deine Fortschritte offenbar werden. Achte auf dich selbst und auf die Lehre; halte daran fest! Wenn du das tust, rettest du dich und alle, die auf dich hören."
Meine liebe Mutter Maria, siehe, ich will dich nicht allein weinen lassen, nein, auch ich will mit dir weinen. Ich bitte dich heute um die Gnade, dass ich immer mit zärtlicher Andacht an das Leiden Jesu und an deine Schmerzen denke, damit ich alle meine noch übrigen Tage dazu verwende, deine Schmerzen, o meine liebe Mutter, und die Leiden meines Erlösers zu beweinen. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Konrad
Herr, erhöre unsere demütigen Bitten, damit uns, die wir auf unsere Gerechtigkeit nicht vertrauen, durch die Fürbitte Deines heiligen Bekenners Konrad geholfen werde, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag wurde im Jahr 1219 das Bildnis der seligsten Jungfrau, das der heilige Lukas gemalt haben soll, von der Kirche der Klosterfrauen der heiligen Maria jenseits der Tiber zu Rom in die Kirche des heiligen Sixtus mit den Klosterfrauen diesseits der Tiber übertragen. Nun wird es in der Kirche des heiligen Dominikus in großer Verehrung gehalten. Es soll dies das Bild sein, das der heilige Papst Gregor bei Gelegenheit der zu Rom wütenden Pest hat in der Stadt herumtragen lassen.
Der heilige Auxibius wurde in der 2. Hälfte des ersten christlichen Jahrhunderts in Rom aus einer ansehnlichen und reichen Familie geboren und von seinen heidnischen Eltern im Götzendienst erzogen. Er hatte eine äußerst sanfte Gemütsart und machte in den Wissenschaften glänzende Fortschritte, wodurch er sich ganz von seinem einzigen Bruder Themistagora unterschied, der ein aufbrausender, den Lastern der Wollust und Unmäßigkeit ergebener junger Mann war. Auxibius überzeugte sich entweder durch seine Vernunft, oder durch das heilige und tugendvolle Leben der Christen von der Schändlichkeit des Heidentums und erwartete mit Sehnsucht eine Gelegenheit, den Unterricht in der christlichen Religion zu bekommen. Seine hohe Gelehrsamkeit und vortreffliche Bildung vereint mit Tugenden, denen selbst die Heiden ihre Achtung nicht versagen konnten, bahnten ihm den Weg zu den höchsten Staatsämtern. Seine Eltern hatten Anstalten getroffen, ihn mit einer römischen Jungfrau aus einem der ältesten Geschlechter zu vermählen. Aber Auxibius, dessen Streben auf ganz andere Güter, als auf Reichtum und Ansehen vor den Menschen, gerichtet war, weigerte sich ernstlich, eine Heidin zur Gemahlin zu nehmen und um den Drohungen eines aufgebrachten Vaters und den Bitten einer zärtlichen Mutter zu entgehen, verließ er Rom und schiffte sich nach Rhodos ein, von wo er sich auf die Insel Cypern begab und auf einem Landgut sich durch die Handarbeit ernährte.
Damals predigten Barnabas und Markus den Juden und Heiden das Evangelium Jesu und bekehrten die Völker zur Erkenntnis des wahren Gottes. Aber die Einwohner von Cypern, die noch ganz in den Götzendienst und Unglauben versenkt waren, empörten sich wider die Heiligen und ermordeten den Barnabas und Markus rettete sich durch die Flucht. Drei Tage lang verbarg er sich vor der Wut der Heiden in einer Höhle und fand schließlich Schutz auf dem Landgut, wo sich der fromme Auxibius befand, der in größter Armut ein heiliges Leben führte, aber noch keine Gelegenheit gefunden hatte, die heilige Taufe zu erhalten. Mit inniger Liebe empfing er den Apostel Jesu und äußerte ihm gegenüber sein sehnliches Verlangen, unter die Zahl der Kinder Gottes aufgenommen zu werden. Markus unterrichtete ihn in den Wahrheiten der christlichen Lehre und nachdem er ihn getauft hatte, fand er ihn so erfüllt mit der Gnade des heiligen Geistes, dass er ihn zum Bischof von Solus weihte. „Mein Sohn“, sprach der Apostel beim Abschied zu seinem Jünger, „erinnere dich stets an die Lehren und Ermahnungen, die ich dir zu deinem und dem Heil deiner Mitmenschen gegeben habe. Wirke unermüdet mit der Gnade des heiligen Geistes, die du durch die Handauflegung empfangen hast, und führe die Herde, die Gott dir anvertraut hat, aus ihrer Verblendung zum Licht des Evangeliums. Wenn du nach Solus kommst, erbittere durch zu großen Eifer nicht die dortigen Einwohner, sondern behandele sie wie Kinder, deren Zutrauen zuerst durch zuvorkommende Liebe und Wohltaten muss gewonnen werden. Niemand darf dich zu Anfang als einen Glaubenslehrer erkennen, denn die Menschen hängen zu sehr am Aberglauben und an Vorurteilen. Suche zuerst ihre Freundschaft und dann wirst du Eingang in ihre Herzen finden. Beobachte bei deinen Belehrungen und Predigten den Gang der Natur und schreite vom Leichteren zum Schwereren. Milch ernährt die Kinder und bereitet ihren Körper zur nahrhafteren Speise vor.“ So sprach Markus und nachdem er seinem Jünger den Kuss des Friedens gegeben hatte, ging er mit Timon und Rhodon nach Alexandria und Auxibius trat die Reise nach Solus an.
Vor dem Tor der Stadt Solus stand ein Götzentempel, dem Jupiter geweiht, neben dem ein heidnischer Priester wohnte, der zur bestimmten Zeit dem Götzen opfern musste. Als der den heiligen Auxibius an seinem Haus vorbeigehen sah, rief er ihn zu sich, erquickte ihn mit Speise und Trank und erkundigte sich, woher er komme und welche Geschäfte er in der Stadt zu besorgen habe. Der Heilige antwortete ihm, dass er ein Römer und deswegen hierhergekommen sei, um einige Zeit lang die angenehme Lage dieser Gegend zu genießen. Der Priester bot ihm Wohnung und Tisch als seinem Gastfreund an und wurde bald zum christlichen Glauben bekehrt. Durch seine Empfehlung fand Auxibius bald Zutritt in mehreren Häusern in der Stadt und nach einem Jahr hatte er schon viele Jünger und Schülerinnen, die im Geheimen der christlichen Religion anhingen. Als das der heilige Apostel Paulus hörte, sandte er an den Heraclydes, Erzbischof von Cypern, einen Brief, worin er ihm befahl, den eifrigen und frommen Auxibius in der Stadt Solus feierlich als Bischof einzuführen. Heraclydes fand den Bischof im Haus des bekehrten Götzenpriesters und er begab sich mit ihm in die Stadt, bestimmte einen Ort zu einem christlichen Gotteshaus, stellte ihn der Christengemeinde als ihren Oberhirten vor und befahl ihm, dass er künftig das Evangelium öffentlich verkünden sollte. Unterstützt durch reichliche Gaben von den Neubekehrten, erbaute der heilige Auxibius eine herrliche Kirche und predigte das Wort Gottes mit einem solchen Eifer, dass er bald eine große Menge Heiden zur Erkenntnis des wahren Gottes brachte. Noch größer wurde die Anzahl der Gläubigen, als der Heilige die Wahrheit seiner Lehre mit Wundern bekräftigte. Aus allen Gegenden brachte man zu ihm die Besessenen, Kranken und Bedrängten, die er im Namen von Jesus heilte und die sich alle taufen ließen.
Der Ruf von den Wundertaten und der Heiligkeit des Bischofs Auxibius verbreitete sich bis nach Rom und sein Bruder Themistagoras machte sich mit seiner frommen Gemahlin Timo sogleich auf den Weg, um ihn zu besuchen. Schon nach einigen Tagen wurde er durch das heilige Leben und durch die gottseligen Gespräche des Oberhirten so sehr gerührt, dass er die heilige Taufe empfing und mit einem brennenden Eifer die Pflichten des Christentums erfüllte. Mit Einwilligung seiner Gemahlin, die den heiligen Schleier als Diakonissin nahm, wurde er Diakon und weihte sich ganz dem Dienst Gottes. Fünfzig Jahre lang verwaltete der heilige Auxibius segensreich sein heiliges Amt und starb, verehrt von allen Menschen und von Gott mit Wundern verherrlicht, im hohen Greisenalter.
Bonifatius wurde in Brüssel um das Jahr 1188 geboren und 1205 nach Paris geschickt, um dort seine Studien zu vollenden. Hier bewahrte er, mitten unter den vielen schlechten Beispielen einer ausgelassenen Jugend, seine Unschuld durch seine Liebe zur Tugend, durch seine Frömmigkeit und seinen Eifer für die Wissenschaften, die ihm keine Zeit ließen, dem Müßiggang sich hinzugeben, gefährlichen Umgang zu pflegen und Anteil an den Zerstreuungen zu nehmen, in die seine Gefährten ihn verwickeln wollten und in denen er Gelegenheit zur Sünde zu finden glaubte. Die Zeit, die ihm der Besuch seiner verschiedenen Lehrstunden übrigließ, brachte er teils zu Hause mit Studieren, teils in der Kirche mit Beten, teils bei frommen Männern zu, die er über die Wissenschaft des Heils befragte. Er hielt sich 30 Jahre an der Universität zu Paris auf, wo er in den sieben letzten Jahren die Theologie mit großem Beifall lehrte. Dass er Rektor der Universität gewesen war, bezeugt uns Thomas von Cantimpré, der zu seiner Zeit lebte. (Thomas Cantipratanus, ein gelehrter Niederländer, geboren 1186 oder nach anderen Quellen 1201, in der Gegend von Brüssel, war anfangs regulierter Chorherr zu Cantimpré bei Cambrai, dann Dominikaner zu Köln unter Albertus Magnus, hierauf Subprior im Jakobinerkonvent zu Paris und schließlich Rektor in Löwen.) Dieser Schriftsteller meint aber, er sei es erst nach Niederlegung seiner Bischofswürde geworden. Henschenius hingegen glaubt, er sei es während seines 30jährigen Aufenthaltes zu Paris gewesen, also, bevor er zum Bischof von Lausanne erwählt wurde. Deswegen verbesserte er auch den gedruckten Text von Thomas, jedoch ohne seine Verbesserung aus irgendeinem Manuskript zu rechtfertigen.
Als er zum Priester geweiht worden war, betrat er die Stufen des Altars mit einer engelhaften Reinheit, die er von seiner Taufe an unverletzt erhalten hatte und um die er nicht wenig besorgt war, indem er seinen Leib durch Fasten und härene Bußkleider abhärtete und alle seine Sinne abtötete, so dass man ihn bei dem geringsten Gegenstand, der seine Schamhaftigkeit beleidigen konnte, betroffen sah. Wegen einiger Streitigkeiten, die zwischen den Professoren und den Schülern der Universität entstanden waren und in die er, obgleich unschuldig, verwickelt wurde, wie auch wegen der Nachlässigkeit, mit der man seine Vorlesungen besuchte, legte er sein Lehramt zu Paris nieder, verließ 1237 Stadt und Reich, und lehrte nun zu Köln, wo noch keine Universität war (Sie wurde dort erst im Jahr 1388 gestiftet.). Zwei Jahre später wurde er gegen seinen Willen zum Bischof von Lausanne erwählt. Die ganze Zeit seiner Bischöflichen Würde hatte er nichts als Trübsal und Verfolgung zu erdulden, weil er sich kühn gegen das Laster erhob und durchaus keine Gemeinschaft mit Gottlosen und Unbußfertigen haben wollte. Auch waren die Offiziere des Kaisers Friedrich II. gegen ihn sehr eingenommen und versuchten ihn auf alle mögliche Weise zu kränken. Als dieser Fürst erfuhr, dass auf dem ersten zu Lyon im Jahr 1245 vom Papst Innozenz IV. gehaltenen allgemeinen Konzil, Bonifatius sich laut für seine Exkommunikation erklärt habe, schickte er einige hundert Soldaten nach Lausanne, ihn zu verhaften und zu töten. Der Heilige wurde gefangen genommen, entkam aber den Händen der Soldaten auf eine ganz unverhoffte Weise und durch bloße Fügung der göttlichen Allmacht. Jedoch musste er noch manche Verfolgung erleiden von solchen, denen er ihre Laster und Schandtaten vorwarf. Diese zettelten gegen ihn eine Verschwörung an und warteten die Zeit ab, wo er die Messe lesen würde, um ihn zu meucheln. Ein Franziskaner erfuhr es und schrie in allen Straßen von Lausanne um Hilfe für den heiligen Bischof. Die ganze Stadt geriet in Bestürzung, man eilte dem Bischof zu Hilfe und befreite ihn aus der ihn bedrohenden Gefahr.
Da Bonifatius sah, dass alle seine Mühen vergeblich waren und die Schlechten sich immer mehr und mehr gegen ihn erzürnten, ging er 1247 nach Rom, um bei Papst Innozenz IV. um die Niederlegung seiner bischöflichen Würde anzuhalten. Seine Bitte wurde ihm mehrmals abgeschlagen. Schließlich erhielt er mit vieler Mühe die Erlaubnis hierzu, nachdem er ein volles Jahr in Rom zugebracht hatte. Der Papst ließ ihm neben dem Charakter eines Bischofs alle Rechte und alle Gewalt, die mit der bischöflichen Würde verbunden waren, und bot ihm zwei andere Bistümer nacheinander an. Allein Bonifatius entschuldigte sich, er könne sie nicht annehmen und kehrte wieder nach Paris zurück. Hier wurde er mit allen Ehren empfangen, die man seinen Verdiensten und seiner Würde schuldig zu sein glaubte. Man meint, dass er damals auch Rektor der Universität geworden sei. Einige Zeit darauf (1249) kehrte er in seine Heimat zurück, um dort seine verbleibenden Lebenstage in Ruhe und in Bußübungen zuzubringen. Er zog sich in ein Nonnenkloster zurück, das nahe bei Brüssel lag und den Namen Cambre zur heiligen Maria (Camera B. Mariae) führte, wo er die Nonnen durch seine Frömmigkeit und seinen Unterricht erbaute. Nach anderen Quellen soll er in ein Zisterzienserkloster eingetreten sein, jedoch hat diese Meinung wenig Glaubwürdigkeit. Sicher ist jedenfalls, dass er seinen Lebenslauf in dieser Einsamkeit heilig vollendet hat. Er starb am 19. Februar 1266. Man beerdigte ihn im Chor der Kirche von Cambre und errichtete ihm dort ein marmornes Grabmahl mit einem marmornen Brustbild. Daselbst flehte ihn das Volk um seine Fürbitte bei Gott in verschiedenen Krankheiten an. Einige Jahre darauf feierte man jährlich mit großem Gepränge den Gedächtnistag seines Todes. Diese Andacht bestand bis 1603, in dem Jahr der Erzbischof von Mecheln eine Verordnung herausgab, in der seine öffentliche Verehrung nicht zwar als Heiliger, sondern als Seliger erlaubt wurde. Ebenso wurde er in der Schweiz verehrt, wie dies aus dem Schreiben des Bischofs Johann Dorotheus, in dem er dem Papst Paul V. über den Zustand der Kirche zu Lausanne benachrichtigt, hervorgeht, denn in diesem Schreiben nennt er den Bonifatius heilig und bezeugt, dass sein Fest in der ganzen Diözese gefeiert wird. Die Abtei von Cambre wurde neben der Kirche von den Aufrührern in Flandern und Holland 1581 abgebrannt und das Grabmal des seligen Bonifatius zerstört. Als die Nonnen, die sich während dieser Verfolgungen nach Brüssel geflüchtet hatten, 18 bis 19 Jahre darauf ihre Kirche und ihr Kloster wieder aufbauen wollten, fanden sie alles in so schlechtem Zustand, dass sie die Reliquien des seligen Bonifatius im Jahr 1600 auf den Altar der Kapelle zur heiligen Barbara durch die beiden Äbte von Camberonne und Hautmont versetzen ließen. Diese feierliche Übertragung geschah am 25. Juni.
Konrad wurde zu Piacenza in Italien geboren. Seine frommen Eltern erzogen ihn mit aller Sorgfalt in aller Gottesfurcht und drangen in ihn, nachdem er zum Mann herangereift war, sich mit einer tugendhaften Jungfrau zu vermählen. Seine Wahl fiel auf Euphrosyne, eine Zierde der christlichen Töchter ihrer Vaterstadt; Unschuld und Sittsamkeit waren der vorzüglichste Schmuck und Brautschatz, den sie in den Ehestand mitbrachte.
Konrad lebte glücklich und gottesfürchtig, doch hafteten ihm manche Schlacken der Unvollkommenheit an, die ihm gefährlich werden konnten. Noch hing sein Herz gar sehr an irdischem Besitz, und besonders war er dem Vergnügen der Jagd leidenschaftlich ergeben. Von diesen Dingen wollte ihn der Herr reinigen.
Eines Tages ging Konrad wieder auf die Jagd, konnte aber kein Wild finden; um es aufzutreiben, zündete er das Gesträuch an. Aber plötzlich erhob sich ein starker Wind und von seiner Gewalt wurde das Feuer so heftig angefacht, dass auch der nahegelegene Wald davon ergriffen wurde und gänzlich niederbrannte. Mit Mühe hatte der erschreckte Jäger sich unbemerkt in die Stadt schleichen und so der Strafe entgehen können. Die Obrigkeit forschte nach dem Täter und der Verdacht fiel auf einen alten Mann, der in der Nähe des brennenden Waldes bemerkt worden war. Er wurde in das Gefängnis geworfen und auf die Folter gespannt. Von den Schmerzen der Folter überwältigt, gab sich der Unglückliche wirklich als Täter an und wurde zum Tode verurteilt. Jetzt regte sich in Konrad die Stimme Gottes und trieb ihn an, den Unschuldigen um jeden Preis zu retten; und Konrad ging mutig hin und zeigte sich selbst als den Urheber des Schadens an und erklärte sich bereit, ihn zu ersetzen. Es kostete ihn fast sein ganzes Vermögen.
Der Sieg der Gnade Gottes über Konrads Herz war vollständig. Es ergriff ihn ein tiefer Ernst. Er erkannte die Eitelkeit aller irdischen Dinge und beschloss, auch sein noch übriges Vermögen den Armen zu geben und sich ganz dem Dienst des Herrn zu weihen. Als er diesen Gedanken Euphrosyne mitteilte, willigte sie mit Freuden ein und ließ sich in ein Kloster der Klarissinnen aufnehmen.
Konrad ging nach Rom und trat in den III. Orden des heiligen Franziskus ein. Von Rom zog er nach Sizilien, wo er sich dem Krankendienst weihte. Später begab er sich mit einem frommen Einsiedler auf einen Berg, um sich ganz dem beschaulichen Leben zu widmen und sich auf einen seligen Tod vorzubereiten. Der Ruf der Heiligkeit dieser Männer verbreitete sich weitum, so dass selbst der Bischof von Syrakus sich aufmachte und sie besuchte und sich mit eigenen Augen von dem überzeugte, was er gehört hatte. Sie aßen nur trockenes Brot und Feldfrüchte und schliefen auf bloßer Erde. Weil aber die Armen Konrad auch in der Einsamkeit aufsuchten und ansprachen, so suchte er durch Handarbeit etwas zu verdienen, um ihnen etwas geben zu können; überdies sammelte er alle Wochen in der nahen Stadt für sie Almosen. Konrad war ausgezeichnet durch die Gabe der Wunder und Weissagung. Einen guten Freund heilte er augenblicklich durch sein Gebet. Ebenso machte er ein gebrechliches Kind, das ihm begegnete, auf der Stelle durch das Zeichen des heiligen Kreuzes gesund. Drei Tage vor seinem Tod begab er sich zu seinem Beichtvater in die Stadt und empfing von ihm die heiligen Sakramente. Er bat ihn dann, nach drei Tagen in seine Klause zu kommen. Der Priester erschien wirklich zu dieser Zeit. Konrad kam ihm entgegen, verkündete ihm seinen nahen Tod, warf sich dann, vom Fieber ergriffen, vor dem Kruzifix nieder, betete für alle seine Wohltäter und gab kniend seinen Geist auf am 19. Februar 1351 im 61. Jahr seines Alters.
1. Wo immer du sein magst, bist du in Gottes heiliger Gegenwart. Und so ganz einzig gedenkt er deiner, als ob er keines anderen Geschöpfes weder im Himmel noch auf Erden zu gedenken hätte. Ja innig nahe ist er dir, "denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." (Apostelgeschichte 17,28) Zu jeder Zeit, bei Tag und bei Nacht, sind die Augen des Herrn auf dich gerichtet, und nichts, was immer du tun magst, ist vor ihm verborgen. Dies Bewusstsein drängte den heiligen Dulder Ijob zu dem Ausruf: "Sieht Gott denn meine Wege nicht, zählt er nicht alle meine Schritte?" (Ijob 31,4)
2. Präge diese Wahrheit tief in dein Herz, denn sie wird vor vielen Sünden und Fehlern dich bewahren. Wie auch, mein Gott, sollte ich es wagen, in deiner Gegenwart selbst, in der Gegenwart meines Schöpfers und Vaters, in der Gegenwart des Richters meiner Ewigkeit Böses zu tun? Bist du von dieser Wahrheit durchdrungen, dann wird es dir leicht werden, jede Anfechtung des Versuchers, jeden Widerwillen der Natur zu überwinden und in kurzer Zeit eine hohe Vollkommenheit zu erreichen. Denn die Kraft dieses göttlichen Lichtes wird dein Herz beständig zu ihm erheben, und deine Aufmerksamkeit schärfen, alle deine Werke zu seiner Ehre, und daher mit großer Freude und Liebe zu wirken.
3. Diese heilige Aufmerksamkeit auch wird dich zu der innigsten Ansprache mit deinem Schöpfer belehren. Das Leben in der Gegenwart ihres Gottes war die höchste Freude heiliger und gerechter Menschen. In zartester Liebe opferten sie ihm alle ihre Werke, alle ihre Leiden und Trübsale auf, erweckten ohne Unterlass Akte dieser göttlichen Liebe. Und der Gedanke, dass Gott sie beständig sieht, wurde für sie ein Quell des seligsten Vertrauens, und eiferte sie auch beständig an, alle ihre Gedanken, Begierden und Werke also zu ordnen, dass sie der göttlichen Gegenwart würdig seien. Daher auch nennt der Apostel solche Gerechte "nicht mehr Gäste und Fremde, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes". "Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht." (Psalm 16,8)
Unbefleckte und hochgebenedeite Jungfrau Maria, weil du die Ausspenderin der göttlichen Gnaden bist, so bist du auch die Hoffnung aller, so bist du auch meine Hoffnung. Ich danke dir, meine Königin, dass du selbst dich mir zu erkennen gegeben hast, dass du mich die Mittel hast erkennen lassen, die ich anwenden muss, um die Gnade Gottes zu erlangen und dereinst selig zu werden. Steh mir bei durch deine Fürbitte jetzt und in der Todesstunde. Amen.
Zu Gott
Lass uns, o unendlicher Gott, zu unserer heilsamen Beschämung die sträfliche Feigheit in Deinem Dienst erkennen, deren wir uns so oft schuldig machen. Möge das Beispiel unserer Väter im Glauben uns endlich belehren, wozu uns der Ehrenname eines Christen verpflichtet, damit wir auch Deiner Verheißungen teilhaftig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Leo und Paregorius
Allmächtiger Gott, halte auf die Fürbitte deiner heiligen Märtyrer Leo und Paregorius unseren Mut in den Bedrängnissen aufrecht, die wir so oft in Deinem heiligen Dienst zu bestehen haben. Lass uns durch das Beispiel Deiner treuen Diener gekräftigt erfahren, dass für die, die Dich lieben, alles nicht nur möglich, sondern sogar leicht ist. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
In diesen Tagen wurde zu Acren bei Ath in Niederlanden seit fast 600 Jahren ein wegen vieler Wunder berühmtes Muttergottesbild mit großem Zulauf des Volkes verehrt. Die schnelle Herstellung eines sehr verletzten Auges im Jahr 1629, aus dem 18 Jahre lang, da die gesund gemachte Person der Danksagung wegen dorthin kam, zum Zeichen der ehemals erhaltenen Gnade, das unschädliche Blut geflossen ist, hat die Andacht ungemein vermehrt. Der damalige Erzbischof von Cambray hat die Begebenheit untersucht und bestätigt.
Der heilige Simeon, dessen wir heute gedenken, war ein Cousin des lieben Heilandes, und überdies war er der Bruder der heiligen Apostel Jakobus des Jüngeren und Simon Thaddäus.
Simeon soll nach der Legende sieben oder acht Jahre älter gewesen sein als Jesus. Er gehörte zu den zweiundsiebzig Jüngern, die der Heiland auswählte und aussandte, und als der Apostel Jakobus der Ältere und nach ihm der Apostel Jakobus der Jüngere, die zwei ersten Bischöfe von Jerusalem, den Martertod erlitten hatten, wurde Simeon mit fast achtzig Jahren ihr Nachfolger.
In die Zeit seiner bischöflichen Regierung fällt unter anderem auch die grauenvolle Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christi Geburt, ein Strafgericht Gottes, das allen Menschen aller Zeiten eine eindringliche Mahnung bleiben wird, Gott nicht herauszufordern, weil er seiner nicht spotten lässt.
Auf der Höhe des Ölberges hatte der Heiland einst vor dem feierlichen Einzug in Jerusalem am Palmsonntag über die Stadt bittere Tränen geweint, weil sie den Tag der Heimsuchung nicht erkannte. Er hatte mit dem Untergang gedroht, und die Leute hatten ihn verlacht. Siebenunddreißig Jahre später stand an der gleichen Stelle auf dem Ölberg der römische Feldherr Titus, und als man ihm die Einnahme der verwüsteten Stadt meldete, weinte auch er wie ehedem der Heiland und sagte, nicht er habe gesiegt, sondern eine höhere Macht habe hier gerichtet. In Jerusalem lachte damals keiner mehr.
Für dreißig Silberlinge, den gewöhnlichen Preis für einen Sklaven, hatten die Juden von dem Verräter den Heiland gekauft. Siebenunddreißig Jahre später wurden Tausende von gefangenen Juden als Sklaven verschachert, dreißig für einen Silberling.
Jerusalem hatte das unschuldige Blut des Erlösers im frevlen Übermut auf sich und seine Kinder herabgerufen. Siebenunddreißig Jahre später floss in den Straßen der Stadt unschuldiges Blut in Strömen.
Christus, das Brot des Lebens, hatten die Juden abgelehnt. Siebenunddreißig Jahre später starben in der Stadt Zehntausende den Hungertod.
Christus, den Eckstein, hatte man verworfen. Siebenunddreißig Jahre später blieb in der Stadt kein Stein mehr auf dem anderen.
Jerusalem hatte den Messias außerhalb der Stadt auf Golgatha gekreuzigt. Siebenunddreißig Jahre später erhoben sich vor den Ringmauern Hunderte von Kreuzen, an denen täglich Hunderte von Juden gekreuzigt wurden.
Wahrlich, Gott lässt seiner nicht spotten, und es ist gut, dass man sich diese Tatsachen merkt und sie alle Tage vor Augen hat.
Alles das geschah zu jener Zeit, da der heilige Simeon Bischof von Jerusalem war. Allerdings hatte er mit der Christengemeinde, der Mahnung des Heilandes eingedenk, die Stadt vor der Zerstörung verlassen und war nach Pella im Ostjordanland geflohen. Dort wartete er das göttliche Strafgericht ab, und als es sich verzogen hatte, kehrte er nach Jerusalem zurück, wo auch er später das Martyrium durch den Kreuzestod erlitt. Mit ihm starb der letzte von denjenigen, die den Herrn mit eigenen Augen sahen.
Insgesamt fünfundvierzig Jahre hatte Simeon die Kirche zu Jerusalem regiert, während dieser Zeit unzählige Arbeiten und Leiden überstanden, und das seltene Alter von einhundertzwanzig Jahren erreicht, als er ein freudiges und edles Opfer der Verfolgung wurde, die unter dem römischen Kaiser Trajan in Judäa und ganz Syrien wütete. Die Römer suchten alle Abkömmlinge aus dem Geschlecht Davids auszurotten, weil die Juden einen König und Erlöser aus diesem Haus erwarteten. Der heilige Simeon wurde als ein Sprössling aus Davids Geschlecht bei dem Statthalter Artikus angegeben, und zugleich auch als Christ und als Bischof der Christen angeklagt. Artikus zog den ehrwürdigen Greis vor seinen Richterstuhl und ließ mehrere Tage nacheinander die schmerzlichsten Martern an ihm vollziehen, um ihn zur Abschwörung des Christentums zu bewegen. Allein dieser erduldete die grausamsten Peinen mit einer solchen Standhaftigkeit, dass selbst der hartherzige Richter in Erstaunen und Verwunderung geriet. Endlich wurde der heilige Greis, gleich seinem Herrn und Meister Jesus Christus, gekreuzigt im Jahr einhundertsieben.
Diejenigen, die aus Hass den heiligen Simeon bei dem Statthalter Artikus angeklagt hatten, wurden überführt, dass sie ebenfalls aus Davids Geschlecht abstammen, und deswegen auch getötet. So empfingen sie die verdiente Vergeltung für ihren boshaften Verrat.
Bis zum Tod des heiligen Simeon hatte sich die Kirche zu Jerusalem in jungfräulicher Reinheit, wie sich Eusebius ausdrückt, erhalten, indem bis dahin alles Unkraut falscher Lehre entweder in seinem Keim schon erstickt, oder doch an seinem Aufwachsen gehindert wurde. Jeder Irrlehrer musste verstummen, weil ihm Christen entgegenstanden, die selbst hörten und sahen, was Jesus gelehrt und getan hatte. Nachdem nun aber die heiligen Apostel und die unmittelbaren Schüler des Herrn durch verschiedene Todesarten der Kirche Jesu Christi entrissen waren, erhoben die Irrlehrer ihr Haupt empor. Und von dieser Zeit an musste die Kirche durch alle Jahrhunderte gegen sie sehr schwere Kämpfe bestehen, und mit der größten Sorgfalt beständig auf der Hut sein, dass nicht die reine Lehre des Heils durch falsche Lehre verdunkelt werde. Nur durch den Beistand, den Jesus seiner Kirche verheißen und von Zeit zu Zeit so reichlich und sichtbar bewiesen hatte, war es möglich, die heilige Lehre unverfälscht zu erhalten. Dafür sei hochgelobt und laut gepriesen unser himmlischer Lehrmeister Jesus Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Dem heiligen Simeon folgte in der bischöflichen Amtsführung zu Jerusalem Justus, ein gläubiger Jude. Zu dieser Zeit bekehrten sich sehr viele Juden zum Glauben an Jesus Christus, wie der Geschichtsschreiber Eusebius versichert.
1. Es gibt nur ein Übel in der Welt, aus dem alle anderen hervorgehen, und dieses Übel ist die Sünde. Fasse dieses schreckliche Übel wohl ins Auge, damit du es aus deiner ganzen Kraft hassen und verabscheuen lernst, das Gott selbst ewig hasst und verabscheut. Denn die Sünde ist eine Empörung des Geschöpfes gegen seinen allerhöchsten Herrn. Durch sie tritt der Sünder Gott frech gegenüber, reißt von seiner Oberherrschaft sich los, und tritt alle Gesetze Gottes, alle Anordnungen seiner unendlichen Weisheit mit Füßen, sich selbst sein eigener Gott zu sein.
2. Die unendliche Größe der Sünde liegt in der Schmach und Verachtung, die der unendlichen Majestät dadurch widerfährt. Verachtete der Sünder Gott, seinen ewigen Wohltäter und Vater, einem anderen, eben so unendlichen und liebreichen Gott anzuhangen, der ihm einen glorreicheren Himmel, größere Belohnungen und selbst ein glänzenderes Los auf dieser Welt verhieße, so fände er noch einige Entschuldigungen. So aber verachtet er die ewige Majestät eines schnöden Geldgewinnes, eines Schattens vergänglicher Ehre, eines verächtlichen Geschöpfes wegen, bietet dazu alle Kräfte auf, die Gott zu seiner Verherrlichung ihm gegeben hat, widersetzt sich, diese Dinge zu erlangen, seinem ausdrücklichen Willen, stößt seine Gesetze um, und achtet weder seiner Wohltaten, noch seiner Drohungen, noch seiner Strafen, noch seiner Belohnungen.
3. Daher auch ist diese Beleidigung so unendlich groß, dass alle Verdienste der Engel und Menschen es in Ewigkeit nicht vermöchten, auch nur eine einzige Sünde aufzuwiegen, so dass selbst eine göttliche Person zwischen Gott und den Menschen als Mittler treten musste, diese unendliche Schmach zu ersetzen, und den Menschen von dem ewigen Untergang zu erretten, den er dadurch verschuldet hatte. Alles auch, was dieser göttliche Mittler tat, alle Quellen des Heils, die er einsetzte, alle seine Lehren und Anordnungen zielen dahin, die Sünde zu tilgen. Wer kann demnach über die ewige Strafe erstaunen, mit der Gott dies Ungeheuer bestraft? Psalm 51,3+4: "Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!"
Wie überaus mild und barmherzig bist du meine liebste Mutter Maria, stets bereit die Betrübten zu trösten, die Kranken zu heilen, allen Unglücklichen zu helfen. Sieh auch ich bin einer, der im Tal der Tränen pilgert und täglich deines Schutzes bedarf. O meine Herrin, dir schenke ich mich ganz, dir weihe ich heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich ganz und gar. Bewahre mich, o Mutter, als dein Eigentum, jetzt und immer. Amen.
Zu Jesus Christus auf die Fürbitte der Sieben Stifter des Servitenordens
Wir bitten Dich, Herr Jesus Christus, lass uns auf die Fürbitte Deiner sieben Diener, an die Schmerzen, die Deine heiligste Mutter bei Deinem Leiden und Sterben ausgestanden hat, so oft und nützlich denken, dass wir dafür ewig getröstet zu werden verdienen, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater, in Einigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Zu Gott
Liebevollster Vater, wir wollen nie vergessen, dass besonders in dem Geheimnis der Menschwerdung Deines Sohnes, die Größe Deiner Allmacht, Weisheit und Barmherzigkeit hervorstrahlt. Dieses große, zu unserer Erlösung vollbrachte Werk soll immer der Gegenstand unserer Betrachtung sein, damit wir dadurch stets zu innigen Gefühlen der Liebe und Dankbarkeit angeregt werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Der heilige Alexius Falconerius, dessen Fest heute begangen wird, war als einer von den 7 Stiftern von der seligsten Jungfrau berufen, den Serviten-Orden zur Beförderung der Ehre der Mutter Gottes im Jahr 1232 zu errichten. Er hat noch am letzten Tag seines Lebens, der ein Samstag war, sie mit 100 Ave Maria zu begrüßen nicht unterlassen, und ist bei seinem Ende im 110 Lebensjahr mit der Gegenwart Jesu Christi und der Engel erfreut worden.