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Oktavsonntag - Weisser Sonntag.


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  • Vom Reich GottesDatumGestern 18:47
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Von der Gewohnheitssünde

    Schwer seufzt dies Herz in seinen Ketten,

    Und fleht um Hilfe, Herr, zu dir.

    O sende deine Gnade mir:

    Aus diesem Kerker mich zu retten.

    Auf dass ich, von mir selber frei,

    Dein Knecht, mein Gott, auf ewig sei.



    1. Niemand kommt plötzlich und auf einmal an den äußersten Rand des Verderbens. Zuerst sündigt der Mensch mit Angst, dann mit Sicherheit, endlich mit Lust, bis allmählich seine Sünden zu einer Kette sich gestalten, die seine unglückselige Seele fesselt, und in das Gefängnis der tyrannischen Gewohnheiten zieht, wo sein Geist erblindet, sein Herz erhärtet, sein Gewissen einschläft und seine Scham erlischt. In diesem Kerker sieht er sein Elend nicht, oder sieht er es auch, so liebt er es, und kann sich nicht entschließen, es zu verlassen. Kommt es ihm auch zuweilen in den Sinn, sich zu bekehren, so ist doch dieser Wille nur vorübergehend, und ohne Kraft und Wirkung.



    2. Hat einmal ein Laster freien Lauf gewonnen, dann erwächst es zu einem gewaltigen Strom, der alles niederreißt, was sich ihm widersetzt. Es herrscht tyrannisch über den Willen und wird zu einer zweiten Natur, zu einer eisernen Gewohnheit und Notwendigkeit. Vergeblich pocht die Gnade an einem solchen Herzen. Alle ihre Pfeiler prallen von diesem harten Panzer zurück. Eher würde man der Erde einen Baum, als einem Herzen ein Laster entreißen, das einmal daselbst festgewurzelt ist. Darum auch spricht die Schrift von Gewohnheitssündern: "Kann ein Kuschit seine Hautfarbe oder ein Leopard die Flecken seines Fells verändern? Dann könntet auch ihr, die ihr ans Böse gewöhnt seid, Gutes tun." (Jeremia 13,23)



    3. Indessen soll dennoch niemand verzweifeln. Wer seine Übel noch fühlt und nach Heilung seufzt, ist noch nicht gänzlich von Gott verlassen, denn sein Verlangen nach Heilung selbst ist eine Wirkung der göttlichen Gnade. Es wird allerdings Gewalt, und zwar große Gewalt erfordert, eine eherne Gewohnheit zu brechen. Und selten auch bekehrt sich auf die Dauer, wer in Sünden ergraut ist. Rufe daher, wenn du in diesem unglückseligen Stand schmachtest, Gott inbrünstig um seine Hilfe an, und tue Werke der Barmherzigkeit an den Armen, die das Herz deines Erlösers rühren, und er wird deine Nächstenliebe durch deine Bekehrung belohnen. Psalm 38,5: "Denn meine Sünden schlagen mir über dem Kopf zusammen, sie erdrücken mich wie eine schwere Last."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumGestern 18:39
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 12. April



    O meine Königin, stehe mir bei. Das ist alles, was ich begehre. Wenn du mich unter deinen Schutz nimmst, so habe ich nichts zu fürchten, dann fürchte ich den Teufel nicht, weil du mehr Macht hast, als die ganze Hölle. Dann fürchte ich auch meine Sünden nicht, weil du mir, wenn du nur ein Wort zu Gott sprichst, die Verzeihung aller meiner Sünden erlangen kannst. Wenn du mir zugewandt bist, so habe ich selbst den Zorn Gottes nicht zu fürchten, weil ein Gebet von dir ihn sogleich besänftigt. Mit einem Wort: ich hoffe alles, wenn du mir beistehst, weil du alles vermagst. Amen.



    Zu Gott




    Kräftige uns, o Herr, in Erfüllung Deiner heiligen Gebote, durch die unerschütterliche und lebendige Hoffnung, nach mutvoll bestandenen Kämpfen zum Besitz der ewigen Seligkeit zu gelangen, die Du Deinen Treuen bestimmt hast, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Zeno



    Erfülle, o Gott, alle Hirten Deiner Kirche mit dem Geist der Liebe, mit dem Du den heiligen Bischof Zeno erfüllt hast, und mache auf seine Fürbitte sie und uns heilig, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr Jesus Christus, alle meine Gedanken, Worte und Werke seien Dir geheiligt! Alles zu Deiner Ehre! Alles Dir zu Liebe! Und dafür begehre ich keinen anderen Lohn, als Dich selbst: Dich im Himmel einst ewig zu besitzen, dem ich hier einzig zu leben verlange, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag kann man sich an die evangelische Geschichte erinnern, da der zwölfjährige Jesus heimlich im Tempel zu Jerusalem geblieben ist, und die seligste Jungfrau mit dem heiligen Josef veranlasst hat, ihn zu suchen, und nach Jerusalem, obwohl sie schon eine Tagesreise entfernt waren, zurückzukehren. Man kann dabei erwägen, wie groß der Schmerz, die Angst und Besorgnis der göttlichen Mutter gewesen ist, als sie Jesus verloren hatte.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Julius, von Geburt ein Römer, wurde am 6. Februar 337 zum Papst erwählt. Die morgenländischen Bischöfe der arianischen Sekte, die man wegen des Eusebius von Nikomedien, eines ihrer eifrigsten Parteigänger, Eusebianer nannte, schickten ihm alsbald Gesandte, um den heiligen Athanasius über mehrere fälschlich ersonnene Verbrechen anzuklagen. Der heilige Patriarch von Alexandrien, dem diese Umtriebe zu Ohren kamen, sandte ebenfalls Abgeordnete nach Rom, um seine gerechte Sache zu verteidigen. Beide Teile hatten eine öffentliche Unterredung. Allein die Verteidiger der Eusebianer wurden zu Schanden gemacht und zu schmähvollem Stillschweigen genötigt. Indes beriefen sie sich auf ein Concilium, wo die Sache neuerdings untersucht werden sollte. Der Papst, um ihrem Wunsch zu willfahren, hielt eines zu Rom im Jahr 341. Der heilige Athanasius, Marcellus von Ancyra, Asklepas von Gaza, Paul von Constantinopel, Lucius von Hadrianopolis, der, gleich seinem Vorgänger Eutropius, unter erlogenem Vorwand, durch List und Gewalt der Arianer, seines heiligen Amtes entsetzt worden, wohnten demselben bei. Die Eusebianer aber kamen nicht dahin, obgleich sie dazu dringend eingeladen worden waren. Sie versammelten vielmehr ein sogenanntes Concilium zu Antiochien, wo sie den heiligen Athanasius seines Stuhles unwürdig erklärten, und an dessen Stelle einen gewissen Gregorius aus Kappadocien, der ihrer Partei zugetan war, einsetzten.



    Da sie aber die mit den Briefen des Papstes beauftragten Priester über die Zeit, die man ihnen zum Erscheinen bestimmt hatte, zurückgehalten, und dies weil sie nicht nach Rom sich verfügen wollten, suchten sie wenigstens ihre Weigerung des Gehorsams so gut als möglich zu beschönigen: sie schrieben also an den Statthalter Christi einen Brief, in dem sie sehr kahle Entschuldigungen vorbrachten, warum sie sich in Rom zum Concilium nicht hätten einfinden können. Sie entblödeten sich nicht, über Kürze der anberaumten Frist zu klagen, schützten auch den persischen Krieg vor, und bemerkten, dass Julius allein, nicht die anderen Bischöfe geschrieben, und dass er seinen Brief nur an einige gerichtet habe. Übrigens sprachen sie mit scheinbarer Ehrerbietung von der Kirche zu Rom, deren Vorrang sie eingestanden, und die sie die Schule der Apostel und den Sitz der Frömmigkeit nannten. Julius fühlte aber die ganze Nichtigkeit ihrer vorgeschützten Ursachen. Er untersuchte daher im römischen Concilium die Sache des heiligen Athanasius, der von allen Beschuldigungen, so die Eusebianer wider ihn erhoben, als unschuldig freigesprochen, und im Besitz des Stuhles von Alexandrien bestätigt wurde. Auch erkannte er die Rechtgläubigkeit des Marcellus von Ancyra an, der ein orthodoxes Glaubensbekenntnis eingereicht hatte. Dann entließ er die morgenländischen Bischöfe wieder nach Hause, versah sie mit Briefen voll der Kraft und apostolischer Würde, und setzte jeden in die Rechte seiner Kirchen ein, deren sie die Arianer beraubt hatten. Auf diese Weise übte er die Gerichtsbarkeit aus, die ihm der Vorrang seines Stuhles über die ganze katholische Kirche verlieh.



    Der heilige Papst schrieb auch an die Morgenländer, das heißt, an die Eusebianer, die, nachdem sie auf einen Kirchenrat gedrungen, dennoch sich dabei nicht einfinden wollten. Das Sendschreiben, das durch den Comes Gabianus in den Orient gelangte, ist eines der köstlichsten Denkmale des christlichen Altertums. Man findet darin einen männlichen Geist, eine gründliche Beurteilungskraft, eine unerschütterliche Festigkeit, die aber durch Sanftmut und Liebe gemildert wurde. In Beziehung auf die Sache des heiligen Athanasius und des Bischofs Marcellus drückt sich der Heilige also aus: „Liebe Brüder, die Urteile der Kirche werden nicht mehr nach dem Evangelium gesprochen, sondern entschieden durch Verbannung und Tod . . . Wären sie (Athanasius und Marcellus) schuldig gewesen, so hätte man uns schreiben sollen, auf dass der Ausspruch durch alle geschehen wäre, denn es waren Bischöfe und Kirchen, die litten. Auch waren es keine gemeine Kirchen, sondern solche, die die Apostel durch sich selbst regiert haben. Warum schreibt ihr nicht an uns, vorzüglich über das, was die Kirche von Alexandrien betrifft? Wusstet ihr denn etwa nicht, dass es Gebrauch sei, zuerst an uns zu schreiben, auf dass von hier aus möge bestimmt werden, was da recht sei? Ward ein Verdacht wider den Bischof dort gehegt, so hätte die Sache unserer Kirche müssen vorgelegt werden. Jetzt, da man uns nicht in Kenntnis gesetzt, und man alles nach Belieben getan hat, verlangt man von uns, wir sollen, ohne Sachkenntnis, alles, was da vorgegangen ist, genehmigen. Das sind nicht die Anordnungen des Paulus, das ist nicht die Überlieferung unserer Väter, es ist eine ganz neue Verfassungsart . . . Ich beschwöre euch, mit gutem Herzen anzunehmen, was ich für das öffentliche Wohl schreibe. Ich berufe mich ja nur auf das, was ich empfangen habe, vom gottseligen Apostel Petrus, und würde dessen nicht erwähnen, denn ich meine, dass es allen bekannt sein müsse, wenn das Geschehene mich nicht dazu zwänge.“



    Diese Stelle ist sehr wichtig, indem sie ein kräftiges Zeugnis gibt, von den, von allen Kirchen anerkannten, Rechten des apostolischen Stuhls zu Rom, vor den alle Sachen von gewisser Wichtigkeit gebracht werden müssen, „auf dass von hier aus möge bestimmt werden, was da recht sei“. Wie hätte Julius, dessen Brief, obgleich er große Gräuel rügt, doch im Geist der herzlichsten Liebe und der zartesten Bescheidenheit geschrieben ist, solche Ansprüche äußern wollen, äußern dürfen, wären nicht die Rechte der Nachfolger des heiligen Petrus zu Rom allgemein anerkannt worden? Er hatte keine äußere Macht, und jene Eusebianer, unter denen der Patriarch von Antiochien, dem ersten Sitz im Morgenland, wurden unterstützt von der mächtigen Hofgunst. Aber keine Stimme erhob sich im Morgenland, jene Behauptung des römischen Bischofs zu rügen. Sokrates und Sozomenus, wie schon oben bemerkt worden, erkannten die Gültigkeit seiner Ansprüche an. Sokrates bemerkt auch, dass Sabinus, ein Geschichtsschreiber, der der Partei des Macedonius anhing, in seine, nicht auf uns gelangte, Sammlung von Concilien den Brief der Eusebianer an Julius eingerückt habe, nicht aber des Julius Antwort. Würde er diese mit Stillschweigen übergangen sein, wenn er geglaubt hätte, ungegründete, vermessene Ansprüche des Bischofs zu Rom rügen zu können? Sabinus mag wohl gewusst haben, warum er diesen schönen Brief umschlich.



    Da indessen dieses Sendschreiben nicht den gewünschten Eindruck auf die Eusebianer machte, ersuchte Julius den abendländischen Kaiser Constans, er möge an seinen Bruder Constantius schreiben, auf dass man durch Zusammenberufung eines allgemeinen Conciliums den Spaltungen, so die Kirche zerrütteten, abhelfen könne. Die Eröffnung desselben geschah wirklich zu Sardica, in Illyrien, im Monat Mai 347. Der heilige Athanasius und Marcellus von Ancyra wurden darin als rechtgläubig und unschuldig anerkannt, auch entsetzte man etliche arianische Bischöfe ihres Amtes, und veranstaltete 21 Disciplinarsatzungen. Die erste verbot die Versetzung von einem Stuhl auf den andern. Dadurch wollte man dem Ehrgeiz den Weg abschneiden, und das Heiligtum vor den Unheilen verwahren, die das Beispiel des Eusebius von Nikomedien befürchten ließ. Der 3., 4. und 7. Kanon räumte dem, durch eine Provinzialsynode abgesetzten, Bischof das Recht ein, an den Bischof in Rom zu appellieren.



    Der heilige Julius starb am 12. April 352, nachdem er der Kirche fünfzehn Jahre, zwei Monate und sechs Tage vorgestanden war. Graf von Stolberg sagt sehr schön von ihm: „Julius hat das Schifflein der Kirche gesteuert in stürmender Zeit mit erleuchteter Weisheit und kräftiger Festigkeit, mit apostolischem Eifer und mit sanftem evangelischen Sinn. Sein Andenken wird der Kirche heilig sein, so lange sie besteht, das heißt, bis ans Ende der Tage.“ Sein Name steht in den ältesten Kalendern der römischen Kirche.

    https://www.heiligen-legende.de/julius-von-rom/

  • Vom Reich GottesDatum10.04.2026 21:56
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Über den Halb-Glauben



    Präge, Jesu, deine Worte

    Tief in meine Seele ein,

    Dass sie bis ins Leben dringen,

    Und die reichsten Früchte bringen,

    Die des Himmels würdig sein.



    1. Viele glauben an den Herrn Jesus, doch nur wenige glauben ihm. Erwäge aber, ob du zu dieser geringen Anzahl gehörst. Zwar sagst du, du glaubst an Jesus als an den wahren Sohn Gottes, und notwendig ist dieses Bekenntnis zur Seligkeit. Prüfe dich jedoch, ob du ihm auch glaubst. Glaubst du Jesus wirklich, wenn er spricht: "Wachet und betet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde." Würdest du dann so sorglos in den Tag leben, und so vielen Gefahren zur Sünde dich aussetzen? Glaubst du seiner Versicherung: "Gebt, und es wird euch gegeben werden." Würdest du dann so ängstlich fürchten, Not zu leiden, wenn du Bedürftigen kräftigen Beistand leisten sollst? Heißt dies Jesus glauben?



    2. Woher aber dieser Halbglaube? Aus unserer Sinnlichkeit! Es ist eben nicht schwer, an Jesus zu glauben. Auch tut es nicht weh, ihn am Kreuz leidend und sterbend zu betrachten. Aber ihm glauben, wenn er befiehlt, sich selbst zu verleugnen, sein eigenes Fleisch samt seinen bösen Gelüsten zu kreuzigen, wenn wir in den Himmel eingehen wollen: dies allerdings ist schwer, und tut der Natur weh. Warum glaubt der Gottlose und Unzüchtige nicht, was Jesus von der Unzucht und vom ewigen Feuer spricht? Weil sie auf ihre Laster verzichten müssten. Da sie aber dies nicht wollen, darum glauben sie lieber gar nicht an ihn. Siehe, wohin dieser sündhafte Halbglaube führt.



    3. Es genügt also nicht, dass du an Jesus glaubst, du musst auch Jesus glauben. "Denn die Schrift sagt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet." (Römer 4,3) Nicht dadurch wurde er gerechtfertigt, dass er an Gott glaubte, sondern dass er Gottes Worten glaubte. Viele Heiden glaubten, ja auch die bösen Geister glauben an ihn, ohne deshalb gerechtfertigt zu werden. Der Glaube an Christus ist allen Christen gemeinsam, sowohl Sündern als Gerechten. Dennoch ist die Hölle voll von solchen, die einst an Christus glaubten. Aber die ihm glaubten, richteten ihr Leben nach diesem Glauben aus, und freuen sich nun in der himmlischen Seligkeit. "Herr, lehre mich Güte, Zucht und Erkenntnis, denn ich habe deinen Geboten geglaubt." (Psalm 119,66)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum10.04.2026 21:52
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 11. April



    Mutter Jesu und zugleich meine Mutter Maria, die du niemanden verstößt, der mit betrübten Herzen zu dir kommt. Die du niemanden ungetröstet von dir lässt, siehe, ich betrübter Sünder komme mit herzlicher Andacht vor dein heiliges Bild und begehre dich würdig zu verehren und kräftig anzurufen. Erinnere dich aller Bitterkeiten deines Lebens und erbarme dich meines Elends. Sieh, auf deinen mütterlichen Schoß lege ich alle meine Anliegen und in dein mütterliches Herz schicke ich alle Seufzer und Gebete. Lass mich nicht ungetröstet von dir gehen. Bitte deinen göttlichen Sohn durch alles, was er mit dir im irdischen Leben erlitt, dass er mir Barmherzigkeit erzeige und mich von allem leiblichen und geistlichen Übel befreie. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Göttlicher Heiland, der Du uns durch Deine und Deiner Heiligen Lehren und Leben den einzig sicheren Weg zum Himmel gezeigt hast, ziehe unsere Herzen ab von allem Irdischen, und führe uns durch die evangelische Armut, die demütig vor Gott ihre Nichtigkeit fühlt und kennt, in das Land der Seligkeit, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag hat im Jahr 1235 Jakobus I., König in Aragonien, einen herrlichen Sieg über die Türken, die Valentia belagerten, durch Anrufung der seligsten Jungfrau erhalten. Er ließ deswegen im ganzen Königreich Gott und der seligsten Mutter Gottes Dank sagen, stiftete am Ort des Sieges eine vornehme Abtei, und übergab sie den Geistlichen des Ordens von der Erlösung der Gefangenen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Auf Bildern, die den heiligen Papst Leo den Großen darstellen, sieht man neben ihm einen grimmigen Drachen abgebildet. Was der Drache zu bedeuten hat, wird gleich erklärt.



    Aus Leos Jugendzeit sind uns keine Nachrichten bekannt. Soweit man seine Lebensschicksale kennt, wurde er im Jahr 400 zu oder bei Rom geboren. Nachdem er die heilige Priesterweihe empfangen hatte, schickte ihn, weil er ein kluger Mann war, der Papst hierhin und dorthin, zu den Fürsten und Völkern, um in seinem Auftrag Streitigkeiten zu schlichten. Als sich Leo einst auf einer solchen Reise im heutigen Frankreich aufhielt, erreichte ihn die Nachricht, dass der Papst gestorben war und er selbst zum Nachfolger erwählt wurde.



    Es herrschte stürmische See, als Leo das Steuerruder des Schiffleins Petri in die Hand nahm. Wie ein Orkan brauste damals die Völkerwanderung über Europa hin. Weit schlimmer und gefährlicher noch wirkte es sich aus, dass sogar im Schiff der Kirche Meutereien ausbrachen. Irrlehrer in langer Reihe traten auf, aber Papst Leo bot allen Irrgläubigen mutig die Stirn und rettete den wahren katholischen Glauben.



    Der oben erwähnte Drachen indessen, dem Sankt Leo widerstehen musste, war nicht ein sagenhaftes Ungetüm, sondern ein wirklicher Gegner aus Fleisch und Blut. Etzel hieß der Drache, dessen Leib das wilde Volk der Hunnen bildete. Aus Asiens endlosen Weiten kamen die Barbaren, trieben die Einwohner ganzer Länder zu Paaren vor sich her, überschwemmten mordend und brennend Europa, und wo immer die Kämpfer des Hunnenherzogs auftauchten, da wurde alles zerstampft.



    Im Jahr 452 fiel der hunnische Drache auch in Italien ein. Im Nu war der gesamte Norden des Landes erobert, geplündert, verbrannt und verwüstet. Dann rollte die zermalmende Walze weiter auf Rom zu, um dort den letzten Rest der Christenheit auszurotten. Alle verloren den Mut bis auf Papst Leo. Nicht einen Augenblick zitterte er. Wohl betete er sich vor den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus die Knie wund, dann aber zog er dem mächtigen Etzel mit nur wenigen Begleitern entgegen und hielt ihm in zündender Rede seine Verbrechen mit einem solchen Erfolg vor Augen, dass sich der wilde Räuber mit seinem Volk zurückzog. So hat ein einzelner mutiger Mann den gewaltigen Drachen besiegt, und deshalb ist auch auf den Bildern des Heiligen neben ihm ein Lindwurm abgebildet.



    Einem Mann aus Eichen müssen tausend stroherne weichen. Dem Mutigen gehört die Welt. Frisch gewagt, ist halb gewonnen, und wer sich vor den Funken nicht fürchtet, wird ein tüchtiger Schmied.



    Es ist kein bloßer Zufall, dass die Kirche am Fest des Heiligen das Bekenntnis des hl. Petrus und die Schlüsselübergabe des Herrn an ihn als Evangelium lesen lässt. Wenige haben so laut und feierlich vor aller Welt Zeugnis abgelegt für die wahre Gottheit und Menschheit Jesu Christi und wenige die hohe Bedeutung der Vorrangstellung des hl. Petrus und seiner Nachfolger auf dem päpstlichen Stuhl so selbst erfahren und so mannhaft verteidigt wie eben der hl. Leo.



    „Aus der ganzen Welt“, so sagt er einmal, „wird einzig Petrus auserlesen und den Berufenen aus allen Völkern, allen Aposteln und sämtlichen Vätern der Kirche vorgesetzt. Wohl sind im Volk Gottes viele Priester und viele Hirten; aber darüber hinaus sollte Petrus in bevorzugter Weise die leiten, deren letzter Lenker Christus ist. Groß und wunderbar, Geliebte, ist der Anteil an Macht, den Gott voll Huld diesem Mann gegeben hat ..., Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, spricht Petrus. Und Jesus erwiderte ihm: Und ich sage dir, d.h. wie mein Vater dir meine Gottheit kundgetan hat, so tue ich dir deinen Vorzug kund; ich sage dir: Du bist Petrus, d.h. wohl bin ich der Eckstein, ich das Fundament, außer dem niemand ein anderes legen kann. Aber auch du bist ein Fels, weil durch meine Kraft gehärtet. Was ich aus eigener Machtfülle besitze, sollst du mit mir durch Teilnahme gemein haben. Und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen; d.h. auf dieser Felsenfestigkeit will ich meinen ewigen Tempel errichten, und auf diesem unerschütterlichen Glauben soll sich der Bau meiner Kirche bis in den Himmel erheben.“



    Diesem Stuhl nun „mehr zu dienen als vorzustehen“, dem Stuhl des hl. Petrus, „dessen Würde“, wie er demütig sagt, „auch in einem unwürdigen Erben nicht erlischt“, war Leos Begeisterung. Liebe zum hl. Petrus war es, reine Liebe zu ihm und der hl. Kirche, deren Einheit bedroht war, wenn er mit allem Ernst, ja fast mit Strenge dem ehrsüchtigen Bestreben des byzantinischen Patriarchen und der morgenländischen Kirche entgegentrat, die Unterordnung unter den römischen Stuhl zu lösen. Der traurige Abfall spätere Jahrhunderte hat ihm recht gegeben.



    Wie den Primat des hl. Petrus, so bewies und verteidigte der hl. Leo auch durch Wort und Tat die Felsenfestigkeit seines Glaubens bei auftauchenden Irrlehren und gerade und besonders im Bekenntnis Jesu Christi. Papst Leo I. regierte die Kirche von 440-461. Sein Fest wird an seinem Todestag, am 10. November gefeiert. Als erster der Päpste nach dem heiligen Petrus wurde Leo der Große in der Vorhalle der Petersbasilika beigesetzt, bis dann Sergius I. seinen Leib 688 in die Basilika selbst auf den ihm geweihten Altar übertrug.


    https://www.heiligen-legende.de/leo-der-große-papst/

  • Vom Reich GottesDatum09.04.2026 18:59
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von der Verleumdung



    So wie dein Herz, o Mensch, ist auch dein Wort;

    Genau wie du, ist´s gütig, wahr und rein;

    Auch ist es, - bist du arg, - dein Wiederschein;

    Und säst du es zu argen Taten aus,


    Bringt es dafür Verdammnis dir nach Haus.



    1. Schnell entschwebt ein Wort den Lippen, aber schrecklich sind oft seine Folgen. Leicht gleich einem Pfeil fliegt das Wort der Verleumdung dahin. Aber grausam, ja oft unheilbar, sind die Wunden dieses Pfeiles, er durchbohrt das Herz des Nächsten, und nicht weniger das Herz des Verleumders selbst. Die Zunge des Verleumders ist eine giftige Natter, ein zweischneidiges Messer, das die Glieder des geistigen Körpers Jesu Christi trennt, und sein heiligstes Herz selbst verwundet. Und dennoch halten viele dies schwere Laster kaum für eine Sünde, ja je witziger die Verleumdung, um so weniger hält der Verleumder sich für strafbar. Verwundet etwa dieser Pfeil weniger tödlich, weil er feiner gespitzt ist? Oder ist das Gift, das in einem süßen Trank gereicht wird, darum weniger Gift?



    2. Verdient der gewöhnliche Räuber strenge Strafe: welche Strafe verdient wohl derjenige, der einem Menschen Ehre und guten Namen, die kostbarsten aller Güter raubt. Denn wie viele edle Menschen wollen lieber gar nicht, als ehrlos leben. Niemand erlangt die Verzeihung seiner Sünden, wofern er das geraubte Gut nicht zurückstellt. Wie aber soll, wer dem Nächsten die Ehre raubte, sie ihm wieder zurückstellen? Hier bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst für einen Lügner zu erklären: wer aber kauft diese Sünde um solchen Preis zurück? Es ist also dieses Laster beinahe ohne Abhilfe, und dennoch wird kaum eins mit so großem Leichtsinn begangen.



    3. Täuschen wir uns nicht selbst. Unfehlbar ist der Ausspruch unseres Herrn: "Aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden." (Matthäus 12,37) Oft vielleicht haben wir, leider, durch Verleumdungen das Todesurteil gegen uns selbst ausgesprochen, und unserem Nächsten die Ehre geraubt. Machen wir also ohne Schonung gut, was wir noch gut machen können, und flehen wir aus tiefstem Herzensgrund zu dem Vater des Erbarmens, an unserer Statt zu ersetzen, was wir nicht mehr ersetzen können. Dulden wir auch, diese Sünden zu büßen, willig alle Verleumdungen, die über uns selbst ergehen können, und beten wir für unsere Verleumder. "Weder Verleumder noch Räuber werden das Reich Gottes erben." (1. Korinther 6)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-..._______________

  • Tages-Gebete Datum09.04.2026 18:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete


    Gebet am 10. April



    Liebenswürdigste und beste Mutter, siehe, wie viele Menschen deine Altäre umgeben, wie der eine dich um Heilung eines Übels, der andere um Beistand in seiner Not, dieser um eine glückliche Ernte, jener um den glücklichen Ausgang eines Streithandels bittet. Doch wir bitten dich um Gnaden, die deinem liebevollen Herzen weit wohlgefälliger sind. Erlange uns die Gnade, dass wir recht demütig werden, dass wir alle Anhänglichkeit an die Güter dieser Welt verlieren, dass wir Gott fürchten, dass wir selig sterben und dereinst in den Himmel kommen. Amen.



    Zu Jesus Christus




    Herr Jesus Christus, gib, dass wir, die wir uns nach Deinem Namen Christen nennen, es auch in unseren Werken sind, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag geschah die Stiftung der berühmten Prämonstratenser-Abtei zu Fleureffle bei Namur. Man hat an diesem Tag im Jahr 1165 den Bau der Abtei angefangen, aber erst im Jahr 1250 vollendet, wo die Kirche zu Ehren der seligsten Jungfrau eingeweiht worden ist. Man nennt dieses Kloster die Blume Mariä oder die heilige Maria von der Blume.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Auf den 10. April enthielt das Brevier der Predigermönche die nachfolgende Legende:



    Antonius Neyrot, von Rivoli in Piemont gebürtig und vom heiligen Antonius, der damals Abt des Klosters St. Markus in Florenz war, in den Orden der Predigerbrüder aufgenommen, sollte sich einige Jahre nach seinem Eintritt nach Neapel verfügen. Auf der Fahrt dahin wurde er mit allen übrigen, die sich auf dem Schiff befanden, von Seeräubern gefangen genommen und nach Afrika gebracht. Der Herr, an den er als Sklave verkauft wurde, behandelte ihn anfangs sehr hart, als er aber die Ruhe und Ergebenheit, mit der er sein hartes Schicksal trug, einige Zeit beobachtet hatte, gewann er ihn lieb und suchte ihn durch glänzende Versprechungen für den Islam zu gewinnen. Lange widerstand Antonius auch diesen Versuchungen. Schließlich aber durch die Leiden der Gefangenschaft und die Sehnsucht nach Freiheit und das ihm verheißene Glück bewogen, schwur er seinen Glauben ab, bekannte sich zur mohammedanischen Lehre, brach das Gelübde seines heiligen Ordens und trat in den Ehestand. Im Genuss der zeitlichen Güter, die ihm sein Abfall und seine Verehelichung verschafft hatten, versuchte er die Vorwürfe seines Gewissens zu betäuben.



    In dieser Zeit der Verblendung trug er kein anderes christliches Zeichen mehr an sich, als den heiligen Rosenkranz, den er vor den Augen der Mohammedaner zu verbergen wusste, und durch sein Beten er noch manchmal die heilige Jungfrau verehrte. „Wer, o gebenedeite Jungfrau,“ ruft der heilige Bernhard aus, „wer wird die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe deiner Barmherzigkeit ergründen! . . . Ihre Tiefe hat auch denen, die in der Finsternis und im Schatten des Todes saßen, noch Errettung verschafft!“ Sie, „die hervorkommt wie die aufsteigende Morgenröte,“ brachte den ersten Dämmerschein in die Nacht dieses Unglücklichen, und in diesem Schein erkannte er immer mehr die Größe seines Vergehens. Die Gerichte Gottes erschreckten ihn, und weil er vor der Gerechtigkeit zitterte, flüchtete er zur Barmherzigkeit. Er rief zu Maria und entrichtete täglich, um ihre Fürbitte zu erlangen, den Psalter, und bald wuchs in ihm die Gnade, dass er sich entschloss, seinen Fehler so viel als möglich wieder gut zu machen.



    Um diese Zeit kam unvermutet ein florentinisches Handelsschiff in Tunis an. Antonius erfuhr dadurch, als er sich nach dem Vaterland erkundigte, dass Antonius, sein ehemaliger Abt, der Erzbischof von Florenz geworden war, vor kurzem verstorben sei und mit Wunderzeichen leuchte. Diese Nachricht war im Herzen des Renegaten ein Blitzstrahl, der die letzten Überbleibsel des Irrtums niederwarf, und der Tod des heiligen Antonius, seines ehemaligen geistlichen Vaters, brachte dem verlorenen Sohn Antonius vollends das Leben der Gnade wieder. Nachdem er in die Hände eines Priesters den mohammedanischen Irrtum abgeschworen und nach einer reumütigen Beicht mit Gott und der Kirche ausgesöhnt war, trat er wieder mit seinem Ordenskleid angetan, das Kruzifix und den heiligen Rosenkranz in der Hand, unerschrocken vor das Angesicht des Königs von Tunis, klagte sich seines Abfalls an, erklärte die Lehre Mohammeds für Betrug und Irrtum und die christliche Religion für die allein wahre, von der ihn nun kein Versprechen und keine Drohung, keine Marter und kein Tod mehr abwendig machen könne. Der König ließ ihn in Fesseln und Bande legen und in den Kerker werfen. Unterdessen ließ er ihm die glänzendsten Versprechungen machen, um ihn wieder auf die vorigen Irrwege zu verleiten. Allein Antonius hatte bereits jene Waffenrüstung angezogen, die uns der heilige Paulus beschreibt, und war weder durch Schmeicheleien und glänzende Versprechungen, noch durch Drohungen und grausame Misshandlungen zu erschüttern. Nach fünf qualvollen Tagen wurde er schließlich zum Tode verurteilt und lebendig gesteinigt. Sein Herz war bis zum letzten Schlag voll Reue über sein Vergehen und voll Dank und Liebe zur Mutter der Barmherzigkeit, die ihren verirrten Diener noch Erkenntnis und Beharrlichkeit erwirkt hatte. Gott nahm seine Buße an und verherrlichte seinen Bekenner durch Wunder.



    So ein Wunder geschah schon gleich nach seinem Tod, denn als die Ungläubigen seinen Leichnam verbrennen wollten, zeigte sich das Feuer ganz kraft- und machtlos. Durch dieses Ereignis bewogen, suchten sich genuesische Kaufleute, die sich in Tunis aufhielten den Leichnam, der überdies einen unerklärlichen Wohlgeruch von sich gab, um eine große Summe Geldes zu verschaffen, und ließen ihn nach Genua bringen, von wo ihn später Herzog Amadäus III. nach Savoyen bringen ließ. Da sich durch die Fürbitte dieses heldenmütigen Büßers mehrere Wunder ereigneten und seine Verehrung unter dem Volk immer mehr zunahm, versetzte ihn Papst Clemens XIII. in die Zahl der Seligen und verordnete, dass im gesamten Dominikaner-Orden sein Gedächtnistag gefeiert werde.



    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum09.04.2026 09:28
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Mittel gegen das Laster der Unzucht



    Gib Kraft, mein Gott mir, dass ich mich bezwinge,

    Und in so schwerem Kampf nicht unterliege.

    Denn deine Stärke nur hilft mir zum Siege;

    Denn ich durch eigne Schwäche nie erringe.



    1. Es gibt Laster, die man mit kühnem Mut angreifen muss, und andere, die nur durch eine schnelle Flucht sich überwinden lassen. Zu diesen letzteren gehört die Unzucht, die gefährlichste Feindin unserer Seele. Wer dieser schmeichelnden Sirene sich nähert, ist schon zur Hälfte besiegt, und wer sie anhört, wird bald mit ihr verhandeln, denn sie steht im Einverständnis mit unserem eigenen Herzen und mit allen unseren Leidenschaften. Inbrünstiges Gebet, ernste Wachsamkeit und Flucht sind wirksame Mittel, diesem Ungeheuer zu entkommen und den Sieg uns zu sichern.



    2. "Der Tod", spricht der Prophet, "ist durch unsere Fenster gestiegen." (Jeremia 9,20) Willst du daher nicht ein Raub des Todes werden, so schließe diese Fenster und entziehe deinen Augen den Anblick gefährlicher Gegenstände. Oft genügt ein vorwitziger Blick, das ganze Herz in Brand zu setzen. Meide also, wenn dein Heil dir lieb ist, nicht nur jeden gefährlichen Umgang, sondern entferne auch alle unzüchtigen Bücher, Gespräche und Ähnliches. Üppiger Putz und Halbnacktheiten sind ein wahres Netz des Teufels, worin unzählige Seelen gefangen werden.



    3. Gott verknüpfte eine natürliche Scham mit diesem Laster, und die Gegenwart eines ehrbaren Menschen würde selbst die heftigste Leidenschaft in Schranken halten. Nun sieht dich aber nicht das Auge eines Menschen, sondern derjenige, der das Auge des Menschen erschaffen hat, und dessen Blick furchtbarer ist, als alle Augen der Welt. Genügt aber die Gegenwart der göttlichen Majestät nicht, dich abzuschrecken, so erwäge die namenlose Schande, wenn am Gerichtstag diese Werke der Finsternis vor den Augen aller Menschen ans Licht treten, und alle sie schauen werden. Und genügt auch dies noch nicht, so bedenke die ewige Feuerstrafe, die diesem Laster bestimmt ist, und die alles Irrgerede ungläubiger Lüstlinge nicht auslöschen wird. "Wer unter euch wird in dem verzehrenden Feuer wohnen können? wer aus euch wird in den ewigen Gluten bleiben wollen?" (Jesaja 33,14b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum09.04.2026 09:01
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 9. April



    Mutter der Barmherzigkeit,

    Zuflucht aller Sünder,

    Helferin der Christenheit,

    Schau auf deine Kinder!

    Bitte, dass uns Gott beschütze

    Und im Guten unterstütze,

    Bitt für uns, Maria!



    Zu Gott



    Wir bitten Dich, o Herr, bewahre uns vor dem Geist des Hochmutes. Lass uns unser Nichts fühlen. Bekehre uns zu Dir, und je größer unsere Sünden sind, desto mehr erzeige uns Barmherzigkeit, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Am heutigen Tag fand statt die Stiftung des Klosters der Zisterzienser, die einige Meilen von Dijon in Burgund im Jahr 1098 durch den heiligen Abt Robertus geschehen ist. Der ganze Orden der Zisterzienser und fast alle Klöster dieses Ordens sind unter dem Titel der seligsten Jungfrau gestiftet. Was für ein Vertrauen wir zur seligsten Jungfrau schöpfen können, zeigen genügend die Lebensläufe der Heiligen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Namensdeutung: Der tapfere Berater (althochdeutsch)
    Namenstage: Konrad, Conrad, Conny, Corrado, Cord, Kunz

    Lebensdaten: geboren um 1075, gestorben am 9. April 1147 in Mariapfarr im Lungau, Österreich

    Lebensgeschichte: Der Grafensohn Konrad von Abenberg stammte aus der Familie der Hochstiftsvögte von Bamberg und wurde als jüngstes Kind für den geistlichen Stand bestimmt. Am Hof des Kaisers Heinrich IV. erzogen, wurde er dort Hofkaplan und schloss sich dem Aufstand des Kaisersohnes Heinrich V. gegen seinen Vater an. 1106 wurde er auf dem Reichstag zu Mainz zum Erzbischof von Salzburg gewählt, dessen geistliches Territorium große Teile Österreichs, Bayerns, Südtirols, Ungarns, Tschechiens, Sloweniens und der Slowakei umfasste. Mit Hilfe seiner Brüder vertrieb er den bisherigen Amtsinhaber, den noch Heinrich IV. eingesetzt hatte.

    1110 begleitete er Kaiser Heinrich V. auf dessen Romzug, wobei es wegen des Investiturstreits zwischen Kaiser und Papst, bei dem es um das Recht ging, Bischöfe einzusetzen, zum Zerwürfnis kam, weil sich Konrad auf die Seite des Papstes stellte. Zurück in Salzburg, zwangen ihn Unruhen und Feindseligkeiten von Seiten der kaiserlichen Beamten ins Exil, das er der Überlieferung nach zum Teil sogar in einer Berghöhle verbrachte.

    Als er nach neun Jahren nach Salzburg zurückkehren konnte, nahm er energisch die Neuorganisierung des Erzbistums in Angriff und gründete oder reformierte zahlreiche Klöster, erneuerte das religiöse Leben durch die Ansässigmachung der Augustiner-Chorherren und die Förderung der Benediktiner. Er baute den abgebrannten Salzburger Dom wieder auf und befestigte die Stadt und das Umland. Seinen politischen Einfluss machte er unter anderem bei der Unterstützung der Königswahl Lothars von Supplingen und der Abwehr der staufischen Ansprüche oder bei der Anerkennung Innozenz’ II. während des Papstschismas geltend.

    Auf dem Heimweg von einer Reise nach Kärnten erkrankte er und starb in einem kleinen Dorf im Lungau.

    Verehrung: Konrad gilt nach Rupert als zweiter Gründer der Kirche von Salzburg und wurde in der Gruft der Erzbischöfe im Salzburger Dom bestattet.

    Darstellung: im Bischofsornat mit Kirchenmodell

    Bild: Barockes Gemälde im Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno, Bad Reichenhall

    https://www2.bistum-augsburg.de/heilige-...lzburg_id754548

  • Vom Reich GottesDatum07.04.2026 22:21
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes





    Über die Sünde der Unzucht



    Auf dem Erdkreis brennt ein schädlich Feuer,

    Das die edlen Tugenden verzehrt;

    Rette, Herr, von diesem Ungeheuer

    Meine Seele, die zu dir sich kehrt.



    1. Die Unzucht ist ein Feuer, das keine kleinen Wunden brennt. Ja was noch furchtbarer ist, je weniger sie gefühlt werden, um so unheilbarer sind sie. Wie bei dem Biss der Schlange, der kaum fühlbar ist, dringt dieses Gift augenblicklich durch den ganzen Körper bis in das Herz, und tötet das Leben der Seele. Indessen wird dies Laster menschliche Schwäche, Sünde aus Gebrechlichkeit genannt, und dennoch ist keines schrecklicher in seinen Folgen, denn es ist fürwahr der Quell der größten Verbrechen. Abfall vom Glauben, Ärgernisse in Städten, Zwietracht in Familien, niederträchtige Verleumdungen, Mordtaten, Verzweiflung, Selbstmorde sind die gewöhnlichen Folgen dieser sogenannten Schwachheitssünde.



    2. Aber unendlich verschieden von den Ansichten der Menschen sind Gottes Gerichte. Warum vertilgte die Sündflut das menschliche Geschlecht? Weil die Welt in Unzucht versunken war. Genesis 6,12: "Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben; denn alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben." Eben darum fiel auch das Feuer vom Himmel über diese unzüchtigen Städte, ihre schändlichen Unreinheiten bis auf die letzte Spur zu vertilgen. Über 24.000 Israeliten ließ Gott wegen dieses Lasters durch das Schwert niedermachen. Und wie schwer musste David die Sünde des Ehebruchs büßen. Wie viele tausend Seelen auch fallen, ungeachtet Gottes unendlicher Barmherzigkeit, wegen dieses Lasters der ewigen Verdammnis anheim.



    3. Die gewöhnlichste und furchtbarste Strafe dieses Lasters ist die Verblendung. Die Unzucht raubt dem Unzüchtigen das Licht der Gnade und des Glaubens. Ihm ist dieses Laster keine Sünde mehr, es ist Schwäche, Notwendigkeit. Buße ist Torheit in seinen Augen. Das Feuer der Hölle ist ihm lästig. Erst bezweifelt, dann leugnet er es. Ein Gott, der diese kurze Lust ewig bestraft, ist ihm ein ungerechter Gott, und da er ihn nicht ändern kann, leugnet er sein Dasein. Dies ist die gewöhnliche Sprache aller Unzüchtigen von den höchsten Ständen an bis zu den niedrigsten. Hüten wir uns vor diesem schrecklichen Laster. Wären wir aber unglückseligerweise darin gefangen, so rufen wir Tag und Nacht zum Herrn, uns daraus zu erretten. "Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht. Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben." (1. Korinther 6,9-10)

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  • Tages-Gebete Datum07.04.2026 22:11
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 8. April



    O Himmelskönigin, die du über alle Chöre der Engel Gott am nächsten bist, ich armseliger Sünder begrüße dich aus diesem Jammertal und bitte dich, du wollest deine mitleidsvollen Augen zu mir wenden, denn wo du hinblickst, da verbreitest du Gnaden. Siehe, heilige Jungfrau Maria, in wie vielen Gefahren ich mich jetzt befinde, und wie große Gefahren, meine Seele, den Himmel, meinen Gott zu verlieren, mir, solange ich auf Erden lebe, noch bevorstehen. Aber auf dich, meine Königin, habe ich alle meine Hoffnung gesetzt. Ich liebe dich, und seufze nach dem glücklichen Augenblick, da ich dich im Himmel sehen und loben werde. Amen.



    Zu Gott




    Himmlischer Vater, Du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. So sende, wir bitten dich, Arbeiter in Deine Ernte. Lass sie voll Zuversicht Dein Wort verkünden, auf dass Deine Botschaft dahineile und in Herrlichkeit sei, und alle Völker Dich, den einen wahren Gott erkennen, wie auch Deinen von Dir gesandten Sohn, Jesus Christus, unseren Herr, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Am heutigen Tag wurde im Jahr 1504 zu Bourges in Frankreich die erste Kirche der dem Dienst der Mutter Gottes ganz ergebenen Annonciaden eingeweiht.



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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    „Frage ich mich: Was ist die Genossenschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau?“ sagte einmal Kardinal Sterkx, der Erzbischof von Mecheln, so lautet meine Antwort: „Es ist ein apostolischer Hauch, der vom Herzen Jesu ausging und das Herz einer Frau beseelte, die es verstanden hat, zu glauben und zu lieben.“ Die demütige Ordensfrau, deren Leben diese fruchtbringende Verschmelzung des Glaubens und der Liebe verwirklicht hat, ist die heilige Julie Billiart.



    Sie erblickte das Licht der Welt am 12. Juli 1751 in Cuvilly in der Picardie. Ihre Eltern waren einfache, echt religiöse Landleute, die nebenbei einen Kramladen unterhielten. Gleich allen auserwählten Seelen vernahm Julie frühzeitig die Stimme der Gnade. Sie entsprach diesem göttlichen Ruf durch einen großen Gebetseifer. Oft suchte sie die Einsamkeit auf, um diesem Herzensdrang ungestört folgen zu können. Schon als Kind von sieben Jahren konnte sie den Katechismus ganz auswendig und verstand ihn auch. Gern versammelte sie ihre Altersgenossen um sich und redete mit ihnen vom lieben Gott. „Seelchen, Seelchen will ich haben“, sagte sie, „ich will sie lehren den lieben Gott erkennen, ihn lieben und ihm dienen.“ Ihren Schulgefährten erklärte sie in klaren und überzeugenden Worten den Katechismus und fügte kurze, feurige Ansprachen über die Liebe Gottes und der Hässlichkeit der Sünde hinzu. Ihrem Zuhörerkreis schlossen sich auch oft erwachsene Personen an; auch sie schöpften aus den Worten des gottbegeisterten Kindes kräftige und heilsame Ermahnungen. Der Pfarrer von Cuvilly beobachtete sorgfältig die jugendliche Katechetin. Er ahnte die hohen Absichten Gottes bezüglich dieser auserlesenen Seele und leitete sie zu den Übungen der Vollkommenheit an.



    Wegen ihres seltenen Verständnisses göttlicher Dinge und ihrer engelgleichen Reinheit wurde Julie schon mit neun Jahren zum Tisch des Herrn zugelassen und zwölf Jahre später gestattete man ihr die tägliche heilige Kommunion. So bildete der eucharistische Heiland den Mittelpunkt ihres Lebens und die sorgsame Vorbereitung der Kinder auf den schönsten Tag ihres Lebens war ein Werk des Eifers, das der nachmaligen Stifterin der Schwestern Unserer Lieben Frau besonders am Herzen lag.



    Mit rührendem, freudigem Eifer gab sie sich allen Arbeiten hin, die im Haus oder auf dem Feld von ihr verlangt wurden. Dabei vernachlässigte sie die Übungen der Frömmigkeit nicht. Sie begann den Tag mit einer Stunde Betrachtung und dem Anhören der heiligen Messe. Tagsüber fand sie stets einige Minuten, um ihrem Heiland im heiligen Sakrament einen Besuch abzustatten. Auch ihre Unterweisungen im Katechismus setzte sie fort und besuchte, so oft sie konnte, die Armen und Kranken im Dorf. Den Sonntag brachte sie bei den Karmeliterinnen im nahen Compiègne zu, von denen sie sich auf dem Weg der Abtötung und des Opfers in die Geheimnisse des inneren Lebens einweihen ließ.



    Die Lieblingsandachten des heranwachsenden Kindes waren die Verehrung des göttlichen Herzens und der Unbefleckten Jungfrau. Ihnen blieb die Selige ihr ganzes Leben hindurch treu und verpflichtete sich sogar im Jahr 1794 durch ein Gelübde, zur Ausbreitung der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu und der Unbefleckten Empfängnis nach Kräften wirken zu wollen.



    Mit dem fünfzehnten Lebensjahr regte sich in ihr der Wunsch, die vollständige Hingabe an Gott durch das Gelübde der Jungfräulichkeit zu besiegeln. So weihte sie sich mit Zustimmung ihres Beichtvaters unwiderruflich demjenigen, der die Reinheit selber und der Bräutigam der Jungfrauen ist. Zum Glanz der Jungfräulichkeit und zum Verdienst des apostolischen Eifers wollte der Herr noch die Dornenkrone des Martyriums fügen, damit ihre edle und liebeentflammte Seele durch das Feuer des Leidens vollends geläutert würde.



    Der erste Schicksalsschlag, der sie traf, waren Unglücksfälle aller Art, durch die ihre Familie in vollständige Armut geriet. Dann wurde sie selbst von unsäglichen körperlichen Leiden befallen. Herrlich bewährte und erprobte Julie in dieser schweren Prüfungszeit von dreißig vollen Jahren die ganze Kraft ihres Charakters, die ganze Fülle ihrer Elternliebe und die ganze Glut ihrer Gottesliebe. Mit bitterem Schmerz sah sie ihre Eltern darben, und ihre kindliche Liebe steigerte sich nun bis zum Heldenmut. Zur Zeit der Ernte ging sie als einfache Tagelöhnerin mit hinaus aufs Feld und unterzog sich den beschwerlichsten Arbeiten. War die Erntezeit vorüber, so suchte sie anderswo Beschäftigung. Trotz der Anstrengungen fuhr sie fort, die Kranken zu besuchen, bei ihnen zu wachen und die Kinder im Katechismus zu unterrichten. Aus den Gebetsübungen schöpfte sie die Kraft zu diesem Leben der Hingebung und Selbstverleugnung.



    Gott hatte Julie in ihren Angehörigen geprüft, nun wollte er auch sie selbst ans Kreuz heften. Im Jahr 1774 saß sie an der Seite ihres Vaters, als ein Schuss fiel, der aus Rache ihrem Vater galt, ihn aber nicht traf. Julie erschrak tödlich und diese heftige Gemütsbewegung war für sie der Ursprung von unerklärlichen Krankheiten. An beiden Beinen wurde sie gelähmt, schreckliche Krämpfe brachten ihr Leben in Gefahr. Doch jeden Morgen durch das Brot des Lebens gestärkt, gelangte sie zu einer außerordentlichen Gebetsweise. Täglich verbrachte sie vier bis fünf Stunden ganz in Gott versunken und unbeweglich. Ihr Antlitz strahlte dann von innerer Seligkeit. Trotz ihrer Leiden widmete sie sich ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Auslegung des Katechismus. Um ihr Bett geschart, lauschten die Dorfkinder ihren Unterweisungen. Der Jansenismus herrschte noch immer im Norden Frankreichs und fuhr fort, in den Seelen jene falsche Furcht zu erzeugen, die sie von Gott entfernt und die Liebe in ihnen erstickt. Julie bestrebte sich, diesem trostlosen Übermaß von Strenge durch die unvergleichliche Fülle ihrer Liebe entgegen zu arbeiten. „O, wie gut ist der Liebe Gott!“ Dies war der begeisterte Gebetsseufzer, der unaufhörlich auf ihren Lippen schwebte, und jetzt nach einem vollen Jahrhundert klingt er noch nach bei ihren geistlichen Töchtern. Gleichzeitig eiferte sie für den öfteren Empfang der heiligen Kommunion. Einer Dame, die von einiger Menschenfurcht befangen war, weil sie allein zum Tisch des Herrn gehen musste, schrieb sie: „Stählen Sie sich wider die Menschenfurcht! Was können uns einige elende menschliche Augen schaden? Wie gleichgültig ist das im Licht des Glaubens gesehen! O, wenn die Menschen wüssten, wer der ist, der sich mit so großer Liebe hingibt, wenn sie die Gnade Gottes erkennten, sie würden uns um unser Glück beneiden!“



    Der Anteil an den Arbeiten der Glaubensboten verschaffte der Dulderin den Ruhm, auch deren Verfolgungen in der Revolutionszeit zu teilen. Die Umsturzmänner ergrimmten über den Eifer der wackeren Christin, die überdies dem verfolgten, rechtmäßigen Seelenhirten eine Zufluchtsstätte zu verschaffen gewusst hatte. Auf dem öffentlichen Platz des Dorfes wurde sogar ein Scheiterhaufen errichtet, auf dem sie verbrannt werden sollte; doch gute Freunde vereitelten den Plan und brachten sie auf einem Karren unter einen Haufen Stroh nach Compiègne. Fünfmal musste sie ihre Wohnung wechseln, um sich den Nachstellungen ihrer Verfolger zu entziehen und die Sicherheit derjenigen nicht zu gefährden, die ihr ein Obdach boten.



    Die Lage Juliens in Compiégne wurde mit der Zeit immer misslicher. Die Entbehrungen, die ihre große Armut ihr auferlegte, die beständige Sorge um ihre Sicherheit, die täglich höher steigende Not der Kirche erschütterten ihre Gesundheit noch mehr und verursachten eine Zusammenziehung der Gesichtsmuskeln, so dass sie nur mit der größten Mühe einen artikulierten Laut hervorzubringen vermochte. Ja, es gab Zeiten, wo sie sich überhaupt nur durch Zeichen verständlich machen konnte. Gleichzeitig sah sie sich jeder geistlichen Hilfe beraubt: keine Beichte, keine Kommunion mehr.



    Gott entzog ihr auch noch die inneren Tröstungen und überließ sie der Bitterkeit einer tiefen Verlassenheit. Sie musste das Martyrium des Herzens, das Gott gewöhnlich seinen Heiligen auferlegt, durchkosten. Gleich der geheimnisvollen Blume, die man „Königin der Nacht“ nennt, öffnete sie im Dunkel der Nacht, in Trübsal und Verlassenheit den Kelch ihrer Seele weit, um zu jener mystischen Schönheit zu erblühen, zu der Gott sich in besonderer Liebe huldreich neigt. Julie umfasste das Kreuz und trug es zwei volle Jahre. Immer wieder rief sie sich die Worte zu, die sie ihren Töchtern später zu wiederholen pflegte: „Ach, wie gut ist doch der liebe Gott in seinen Prüfungen! Leben wir für ihn, sterben wir für ihn! Wenn wir vom Kreuz leben, werden wir aus Liebe sterben!“



    Gott ließ es an Lohn nicht fehlen, indem er ihr in einem Gesicht seine Absichten offenbarte. Am Fuß eines Kalvarienberges wurde ihr eine Schar Klosterfrauen in einer ihr unbekannten Tracht gezeigt. Zugleich wurde ihr gesagt, dass diese Jungfrauen dereinst ihre geistlichen Töchter sein würden und dass der neuen Genossenschaft, die die Rettung der Jugend zum Zweck haben werde, das Kreuz der Verfolgung zuteilwerden würde.



    Die Gräfin Beaudouis von Cuvilly, seit vielen Jahren Juliens besondere Gönnerin, berief sie im Jahr 1794 nach Amiens. Die Vorsehung machte sie in dieser Stadt mit Fräulein Franziska Blin de Bourdon bekannt, und Julie sah in ihr sofort die ihr in Compiégne prophetisch gezeigte Mitarbeiterin an dem Stiftungswerk. Beide erstrebten das gleiche Ziel: Die Förderung der Ehre Gottes und das Heil der Jugend, und so verknüpfte sie bald ein inniges Freundschaftsband. Sie führten zusammen ein Leben des Gebetes und der werktätigen Nächstenliebe. Julie nahm ihre Wohnung im Blinschen Haus. Unter dem Namen „Schwester vom heiligen Joseph“ wurde Fräulein Blin die hauptsächlichste Stütze der Mutter Julie in den zahlreichen und schweren Prüfungen, die das Entstehen der Genossenschaft begleiteten. Nach dem Tod der Stifterin wurde sie ihre Nachfolgerin im Generalat. Bald erschien die Stunde, in der Gott seine treue Dienerin endgültig ihrer großen Aufgabe zuführen wollte. Im August 1803 unternahm Julie, auf Geheiß des Pater Varin, des Oberen der Väter des Glaubens, und mit Gutheißung des Herrn Villaret, Bischofs von Amiens, die Gründung der Genossenschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau, die dazu bestimmt ist, der Jugend das Glück einer echt christlichen Erziehung zu verschaffen. Im folgenden Jahr gab Pater Varin der jungen Kongregation eine Regel und nahm am Fest der heiligen Theresia die Gelübde der Schwestern entgegen. Dieser erste Anfang war ganz klein und unscheinbar. Die auserkorene Schar bestand nur aus wenigen jungen Mädchen, denen zwar ein aufrichtiges Streben und ein gesundes Urteil innewohnte, die jedoch gänzlich aller Vorbereitung und Ausbildung ermangelten. Mutter Julie ließ sich nicht abschrecken. „Seien wir gute Nichts“, sagte sie „dann wird der liebe Gott sein Werk mit uns aufbauen.“



    Während Mutter Blin sich damit befasste, den ersten Schwestern einige Wissensbegriffe beizubringen, bemühte sich die Stifterin, sie mit ihrem apostolischen Hauch zu beleben und sie auf die Höhenpfade der Vollkommenheit zu führen. „Meine lieben Töchter“, sagte sie, „es gibt fast keine Priester mehr. Euer Eifer muss sich entflammen, um recht bald an der Belehrung so vieler Kinder zu arbeiten, die in der verderblichsten Unwissenheit verkommen. Und wer sind wir, dass wir uns der Seelsorge widmen dürfen? Arme, nichtige Weiblein, die zum Glaubenslehramt berufen sind. Wir müssen uns darum einer mehr als gewöhnlichen Tugend befleißen. Alltägliche Seelen sind zu nichts gut und weichliche Charaktere eignen sich nicht für unsere Genossenschaft.“ Sie verlangte die genaueste Beobachtung der Satzungen und eine gänzliche Losschälung und Entäußerung. „Ihr müsst lebendige Regeln sein; ihr seid die Angeln, um die das innere Leben unserer Gesellschaft sich dreht.“ In der Schule einer solchen Lehrmeisterin lernten die jugendlichen Seelen die rechte Art der Frömmigkeit, jene Frömmigkeit, die sich von Vertrauen und Liebe nährt, und wurden bereit gemacht, jede Prüfung mit Freudigkeit und unüberwindlichem Gleichmut anzunehmen.



    Bald schon hatte Mutter Julie eine Schule, eine Erziehungsanstalt und eine abendliche Christenlehre eingerichtet. Die Unzulänglichkeit ihrer Mithelferinnen verdoppelte ihr Vertrauen auf Gott. „Es ist dein Werk“, sagte sie, und auf seine Hilfe rechnete sie. Die Schule füllte sich in überraschend kurzer Zeit. Im April des Jahres 1804 wurde in Amiens eine große Mission eröffnet. Pater Varin beauftragte die Schwestern Unserer Lieben Frau mit dem Unterricht der Frauen aus dem Volk und mit der Vorbereitung auf den Empfang der heiligen Sakramente. Mutter Julie verwandte einen Teil der Nacht dazu, ihren Töchtern die nötige Anleitung für diese neue Sendung zu geben und übte tagsüber den Dienst eines Missionars aus.



    Sie entfaltete alle Tatkraft, deren ihre starke Seele fähig war, aber die Gliederlähmung hemmte sie, dem hohen Schwung ihrer Wünsche zu folgen. Es war ein Wunder erforderlich zu ihrer Heilung, die dem apostolischen Drang ihres Herzens freie Bahn gewähren sollte. Und der liebe Gott sorgte dafür. Am 1. Juni 1804 wurde sie während einer neuntägigen Andacht zum göttlichen Herzen vollkommen geheilt. Die himmlische Einwirkung war augenscheinlich und unverkennbar, so überraschend schnell und völlig war die Heilung. Die Stifterin war fortan nur noch mehr von dem Verlangen erfüllt, in neuen Arbeiten für die größere Ehre Gottes die ihr wiedergeschenkte Gesundheit zu verwerten.



    Die beiden Gründerinnen hatten zuerst beabsichtigt, ihr aufopferndes Wirken auf den Unterricht armer Kinder zu beschränken. Allein die Unwissenheit in Dingen der Religion war bei allen Schichten der Bevölkerung eine geradezu entsetzliche. Der Grundgedanke der Genossenschaft musste daher erweitert werden und es galt, zur Befriedigung des dringenden Bedürfnisses der Seelen, Schulen für alle Stände zu eröffnen.



    Die Genossenschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau verbreitete sich schnell. Allerorten strömten die Kinder in Scharen zu den Schulen der Schwestern zur großen Genugtuung der Geistlichkeit wie der Eltern. Aber Julie Billiarts Gründung sollte sich wie alle im Schoß der Kirche entstandenen Werke erst im Sturm verankern und in dem Maß an Ausdehnung gewinnen, als der Feind alles Guten ihren Untergang herbeizuführen suchte.



    Der erste Anprall galt der Generaloberin selbst. Wenig einsichtsvolle Personen suchten alles im Benehmen der Dienerin Gottes zu tadeln. An Unbilden blieb ihr nichts erspart. Selbst Verleumdungen trug man wider sie beim Bischof vor und es gelang, diesen zu täuschen. Das Unwetter tobte, doch Mutter Julie blieb ruhig, entschuldigte alles und setzte auf Gott ihr ganzes Vertrauen. „Mein Gott, wie gut bist du!“ rief sie aus. „Stärke meine Schwachheit! Nur um dies eine bitte ich, mein guter Jesus, hefte mich an dein heiliges Kreuz und halte mich daran fest; denn ich bin die Armseligkeit selbst.“



    Die Prüfung hielt an, und jede Stunde brachte neue Verwicklungen. Die heiligmäßige Frau konnte dem allem nur ihre erhabene und heldenmütige Geduld entgegenstellen. Sie bewährte sich jetzt großmütig und stärker im Hoffen wider die Hoffnung als früher im Handeln und Leiden. Schließlich siegte, wenigstens scheinbar, die Verleumdung. Mutter Julie wurde mit ihrer Kongregation aus einer Diözese verwiesen, die ihrer guten Werke voll war. Die fromme Karawane begab sich mitten im Winter, am 15. Januar 1809, nach Belgien, am Körper große Kälte leidend, aber die Seele voll Liebesglut, Mut und Frieden. So war sie nun verbannt, doch die Liebe, die ihr Herz erfüllte, versüßte die Beschwerden. „Das ganze Erdenrund gehört dem Herrn“, so tröstete sie ihre Töchter, „wir werden überall den lieben Gott finden, um ihn zu preisen, und Seelen, um sie zu retten.“



    Unter dem wohlwollenden Schutz des Oberhirten gründete die würdige Oberin zu Namur das Mutterhaus der Genossenschaft. Aller hemmenden Fesseln entledigt, vervielfältigte sie ihr Wirken hier in einer wunderbaren Weise. Sie hätte gewünscht, die ganze Welt mit ihrer Fürsorge umspannen zu können. In Belgien mehrten sich ihre Gründungen. Die Heilige schloss niemanden von ihrer Sorge aus, doch bevorzugte sie die Armen und Waisen. Gründungen, bei denen der Armen nicht gedacht wurde, lehnte sie ab. „Ich möchte viel lieber dieses Haus schließen und die Schlüssel an die Tür hängen“, sagte sie, „als eine einzige Anstalt ohne meine lieben armen Kinder behalten.“



    Neben dem Wirken nach außen blieb es ihre besondere Sorge, ihre Töchter durch und durch zu heiligen, um sie zum Wirken für fremdes Seelenheil zu befähigen. Nur eine hochherzige Selbstentsagung, nur das beständige Opfer hatte Geltung in ihren Augen. Eine ihrer Grundsätze war: „Mein muss dem lieben Gott frei ins volle Zeug hineinschneiden lassen und ihm sagen: Hier, mein Gott, schneide, nimm weg, schone meiner nicht! Wenn eine Seele ihm derart die Zügel in die Hand gibt, dann veredelt und vergöttlicht der liebe Gott sie gleichsam.“



    Mutter Juliens letzte Lebensjahre wurden mit glänzenden Erfolgen gekrönt und sie sah ihre Schöpfung sich mit wundersamer Fruchtbarkeit vermehren. Im Jahr 1812 rief der Bischof von Amiens, über den wahren Wert der Stifterin aufgeklärt, sie in seine Diözese zurück und legte weitgehende Vollmachten in ihre Hand. Jedoch sind in der Diözese Amiens keine Häuser der Genossenschaft erhalten geblieben.



    Nach zwölfjährigen Sorgen und Mühen nahte auch für Mutter Julie der Augenblick der endgültigen Belohnung. Sie hatte gleichsam ein Vorgefühl vom baldigen Heimgang zum Vater, so sehr verdoppelte sie ihre Tatkraft und ihre Bemühungen zum Besten der Kongregation. Doch ihre Sendung war vollbracht. Während der drei letzten Monate ihres irdischen Daseins legte Gott das Kreuz des Leidens wieder auf ihre Schultern. Ihre Schmerzen waren oft fast unerträglich, aber ihre Vereinigung mit Gott blieb augenfällig. Täglich empfing sie die heilige Kommunion, das Brot der Starken. Die langen Tage des Siechtums verbrachte sie in beinahe ununterbrochenem Schweigen und innerer Sammlung. Es blieb ihr nichts mehr hinzuopfern, als der Herr sie zu sich rief. Die innere Freude über ihre baldige Auflösung brach sich in den Worten Bahn: „O Gott, wie zufrieden ist doch die Seele, wenn sie den elenden Leib verlassen darf!“ So begann der erste Tag der großen Leidenswoche 1816. Mitternacht war vorüber. Julie lag da im tiefen Gebet. Was mag wohl in diesen Augenblicken in ihrem Herzen vorgegangen sein? Sah sie die Zukunft ihrer Stiftung vor ihrem geistigen Auge enthüllt? Zeigte ihr Gott das Gute, das sie bis jetzt gewirkt und in der Folge der Zeiten noch leisten werde? In einem herzlichen Magnifikat jubelte ihre Seele auf und mit diesem Magnifikat sagte sie auch der Welt Lebewohl.



    Ihre Seligsprechung erfolgte durch Pius X. am 13. Mai 1906.



    „Mutter Julie war eine wunderbare Frau, die das liebeglühende Gemüt der hl. Theresia mit dem tatendurstigen Herzen des hl. Franz Xaver vereinte“, so lautete das Urteil des Bischofs Delebecque. Ihr Leben war ganz übernatürlich. In Gott allein wurzelte ihr Denken und Sein. Seine größere Ehre war die einzige Triebfeder ihrer Wünsche, und aus ihren Worten wie aus ihren Werken strahlte das himmlische Feuer, das ihr Inneres verzehrte.



    Mutter Juliens Töchter aus dem Mutterhaus zu Namur wirken erfolgreich noch heute in Belgien, England und Amerika und seit 1924 in Japan. Im Laufe der Zeit zweigte sich, durch notwendige Zeitumstände gezwungen, die holländischen Schwestern Unserer Lieben Frau von Namur ab und gründeten ihr Mutterhaus in Amersfoort.



    Der deutsche Zweig der Schwestern Unserer Lieben Frau wurde auf Wunsch und unter Mitwirkung des hochseligen Bischofs Johann Georg von Münster im Jahr 1850 durch zwei im Sinn des seligen Overberg wirkende Lehrerinnen in Coesfeld ins Leben gerufen. Sie empfingen die heilige Regel und erste Anleitung für das Ordensleben durch Vermittlung des damaligen Generalvikars von Münster, des späteren Kardinal-Erzbischofs von Köln, Paulus Melchers, von den Schwestern Unserer Lieben Frau von Namur-Amersfoort. So wurde denn dem deutschen jungen Stamm ein Edelreis aus Mutter Juliens Wurzel aufgepfropft. Hauptzweck auch der deutschen Genossenschaft der Schwestern unserer Lieben Frau im Sinn der Stifterin ist, den Kindern aller Stände eine gründliche standesgemäße, christliche Erziehung zu geben.



    Vom ersten deutschen Mutterhaus zu Coesfeld in Westfalen breitete sich die Wirksamkeit der Schwestern unter Leitung der ersten Generaloberin Mutter Maria Anna Scheffer-Boichorst (1855-1872) in Westfalen, Rheinland und Oldenburg aus, bis der Kulturkampf ihrer Arbeit in fast vierzig Häusern im Vaterland 1877 ein Ende machte. Für den größten Teil der Schwestern fand die Genossenschaft unter Leitung der zweiten Generaloberin Mutter Maria Chrysostoma Heck in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Ohio und Kentucky ein neues, noch bedeutenderes Arbeitsfeld. Als im Jahr 1887 die Rückkehr der Ordensgenossenschaften nach Deutschland gestattet wurde, entstand ein neues deutsches Mutterhaus in Mühlhausen 1888, und es eröffneten sich, den Zeitverhältnissen entsprechend, den Schwestern Unserer Lieben Frau viele neue Bahnen der Wirksamkeit. Im Juni 1925 konnte die Genossenschaft auf eine 75jährige gesegnete Wirksamkeit zurückblicken. Sie umfasst 160 Niederlassungen in fünf Ordensprovinzen: Deutschland mit Brasilien und Italien, Holland, Cleveland, Covington und Toledo, die letzten drei in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.



    Im Jahr 1900 wurde die heilige Regel der Schwestern Unserer Lieben Frau von Mülhausen, Bezirk Düsseldorf, durch Papst Leo XIII. endgültig approbiert.



    Tägliche Hinopferung des eigenen Selbst im Dienst der Mitmenschen, vollkommene Hingabe an Gott mit häufigem innerem Gebetsverkehr lässt uns zu einem wahrhaft übernatürlichen Leben, zum „Wandel im Himmel“ gelangen. „Wenn wir keine Beterinnen sind, dann wird unsere Genossenschaft keinen Bestand haben. Innerliche Seelen tun uns not!“ Das war die ständige Mahnung Julie Billiarts, die am 22. Juni 1969 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde.



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    https://www.heiligen-legende.de/julie-billiard/

  • Vom Reich GottesDatum06.04.2026 22:41
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Über das Gift des Stolzes



    O gib mich, Herr, der Hoffart nicht zum Raube.

    Und lass mein Flehn Erhörung bei dir finden:

    Dass nicht von ihrem finstern Höllenstaube

    Des Geistes Augen, der dich sucht, erblinden.



    1. Höre den Ausspruch des Heiligen Geistes über das fluchwürdige Laster des Stolzes, und lerne es aus ganzem Herzen verabscheuen. "Der Stolz ist der Anfang aller Sünde, und wer damit behaftet ist, der wird mit Fluch erfüllt werden, und sie wird ihn zuletzt stürzen." (Jesus Sirach 10) Durch ihn begann die Sünde im Himmel, sie erfüllte den stolzen Cherub mit Fluch, und stürzte ihn in die ewige Verdammnis. Und was ist auch jede Sünde anderes als Stolz, der gegen Gottes heiliges Gebot sich empört? Nimm den Stolz aus der Welt, und es schwinden die meisten Laster mit ihm. Denn aus ihm gehen Herrschsucht, Vermessenheit, Heuchelei, Starrsinn, Rachsucht, Ungerechtigkeit, Unbarmherzigkeit und noch viele andere Laster gleich ebenso vielen Missgeburten hervor.



    2. So abscheulich ist dieses Laster, dass der Stolze, der Hochmütige es vor sich selbst verbirgt. Zeigt aber dies nicht allein schon, dass etwas sehr Niedriges und Schändliches darin verborgen liegt, das den Menschen herabwürdigt? Indessen nagt dieser giftige Wurm sogar an dem Herzen nicht weniger, sonst gottesfürchtiger Menschen. Und so subtil ist dieses Gift, dass es ihre innerlichen Augen verblendet, so dass sie es nicht einmal in sich erkennen. Und hier greife in dein eigenes Gewissen, und findest du dieses Laster in dir, so ertöte es vor dem Kreuz deines demütigen Herrn.



    3. Kein Laster ist auch so sehr gegen die Natur des Menschen. Denn was ist dieser Leib der Sünde, wenn nicht ein Raub und eine baldige Speise der Würmer? Blicken wir aber in unser Inneres: was anders sehen wir dann als Blindheit, Elend und Sünden, bei deren Anblick wir fürwahr in den Abgrund unseres Nichts versinken sollten. Und dennoch strebt dieses Laster mit aller Macht sich zu erheben. Darum auch widersteht Gott dem Stolzen, ja ihn zu demütigen und zu beschämen, überlässt seine Gerechtigkeit ihn den abscheulichsten Begierden seines Herzens und den schändlichsten Ausschweifungen. Demütigen wir uns vor Gott und den Menschen, wenn wir seine Gnade erlangen und bewahren wollen. Jakobus 4,10: "Demütigt euch vor dem Herrn; dann wird er euch erhöhen."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum06.04.2026 22:35
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet des frommen Blosius am 7. April




    Gegrüßet seist du, Hoffnung der Verzweifelnden, Hilfe der Verlassenen. O Maria, um dich zu ehren, gewährt dein Sohn dir die Gnade, dass du sogleich erhältst, um was du bittest, und was du nur willst, sogleich geschieht. Dir sind die Schätze des Himmelreiches übergeben. Mache, o meine Gebieterin, dass ich in den Stürmen dieses Lebens immer auf dich blicke. Deiner Barmherzigkeit empfehle ich meinen Leib und meine Seele. Führe und beschütze mich, mein größter Schatz, in jeder Stunde, in jedem Augenblick. Amen.



    Zu Maria




    Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin, verschmähe nicht unser Gebet, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    In Iserborn in Flandern kam am heutigen Tag ein totes Kind auf die Welt, das aber durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau zum Leben gekommen, getauft, und, nachdem es erwachsen geworden war, mit dem Namen seines Vaters, Stephanus du Pont, genannt worden ist. Er lebte als ein heiliger Priester, und starb als Pfarrer zu Ligne in Flandern. Er wird noch bis heute in diesem Land verehrt.


    https://www.heiligen-legende.de/aphraates-von-syrien/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Aphraates stammte aus einer berühmten Familie in Persien. Seine Eltern, die Heiden waren, erzogen auch ihren Sohn im heidnischen Aberglauben. Er hatte aber das Glück, frühzeitig die wahre Religion kennen zu lernen. Tief gekränkt durch den Gedanken, dass das Evangelium in seinem Land so wenig bekannt war, verzichtete er auf alle Vorteile, auf die er in der Welt hoffen konnte, und zog nach Edessa in Mesopotamien, wo das Christentum sehr blühend war. Nachdem er sich in der besten Art, Gott zu dienen, hatte unterweisen lassen, schloss er sich außerhalb der Stadtmauern in eine kleine Zelle ein, um sich ganz den Übungen der Buße und der Beschauung zu ergeben.



    Einige Zeit danach ging er nach Syrien und nahm seine Wohnung in einer Zelle, nicht weit von einem in der Nähe von Antiochia gelegenen Klosters. Er wurde da von sehr vielen Leuten besucht, die in Gewissensangelegenheiten sich bei ihm Rat einholten. Er verteidigte immer kräftig die Tugend wider das Laster und bekämpfte bei jeder Gelegenheit die arianische Ketzerei, die in Antiochia viele Anhänger zählte. Die Strenge seines Lebens verschaffte seinen Reden großes Ansehen. Seine gewöhnliche Nahrung bestand in einem Stück Brot, das er nach Sonnenuntergang aß. Und erst in seinem hohen Alter konnte man ihn dazu bewegen, noch einige Kräuter hinzuzufügen. Sein Bett war eine auf die Erde hin gebreitete Matte, und sein Kleid ein raues Tuch, das er dann erst ablegte, wenn er sich nicht mehr damit bedecken konnte. Aus seinem Verhalten gegenüber Anthemius, später Konsul und Statthalter im Orient, lässt sich schließen, wie weit er es mit dieser Entsagung gebracht hatte. Nach seiner Rückkehr von der Gesandtschaft nach Persien, drängte Anthemius ihn, ein Oberkleid, das er ihm mitgebracht hatte, anzulegen. „Es ist“, sagte er ihm, „ein Erzeugnis deines Landes“; worauf Aphraates erwiderte: „Glaubst du wohl, es sei vernünftig, dass man einen alten Diener, dessen Treue erprobt ist, verabschiede, um einen neuen zu nehmen, und zwar bloß deshalb, weil der Letztere ein Landsmann wäre?“ – „Nein“, erwiderte Anthemius. „Je nun!“ fuhr der Heilige fort, „so nimm denn wieder das Kleid; ich habe eins, das mir seit sechzehn Jahren dient, und ich will nicht zwei zugleich haben.“



    Bis dahin hatte der Heilige in seiner einsamen Zelle gelebt. Er verließ aber diese beim Anblick der Verwüstungen, die der Arianismus unter dem Schutz des Kaisers Valens in der Herde Jesu Christi anrichtete. Er eilte den Katholiken in Antiochia zu Hilfe, um sie zu trösten und die Drangsale der Verfolgung, so viel er konnte, zu lindern. Er gesellte sich zu den Priestern Flavian und Diodor, die, in Abwesenheit des heiligen Bischofs Meletius, der in der Verbannung lebte, die Kirche zu Antiochia regierten. Seine Heiligkeit und Wundergabe gewährten ihm mächtigen Einfluss und legten seinen Reden und Handlungen großes Gewicht bei.



    Der Palast des Kaisers stand an den Ufern des Orontes und war nur durch einen breiten Weg, der auf das Land führte, davon getrennt. Als eines Tages Valens von der Höhe der Galerie auf die Vorbeigehenden hinabschaute, sah er einen ärmlich gekleideten Greis, der raschen Fußes daherschritt. Als er fragte, wer dieser Alte sei, antwortete man ihm, es sei Aphraates, jener Einsiedler, für den das Volk so große Verehrung habe. „Aphraates“, rief er ihm zu, „wohin so schnell?“ – „Ich gehe, für die Wohlfahrt deiner Regierung zu beten“, erwiderte der Heilige; denn die Katholiken, die keine Kirche mehr in Antiochien hatten, hielten ihre Versammlungen auf dem Feld, wo die Soldaten in den Waffen geübt wurden. „Warum“, fragte ihn der Kaiser, „verlässt du, ein Mönch, deine Zelle und führst ein so herumschweifendes Leben?“ – „Ich bin in der Einöde geblieben“, entgegnete Aphraates, „solange die Schafe des göttlichen Hirten den Frieden hatten; jetzt aber, da sie den größten Gefahren ausgesetzt sind, wie könnte ich ruhig in meiner Zelle sein? Wenn eine Tochter in dem Haus ihres Vaters Feuer erblickt, was würde sie tun? Sollte sie zusehen auf ihrem Stuhl, bis die Flammen ihr selbst sich nahen, um sie zu verzehren? Wäre es nicht vielmehr Pflicht für sie, überall hinzueilen und Wasser zum Löschen herbeizuschaffen? Eben dieses tue auch ich, ich laufe daher, um das Feuer zu löschen, das du an das Haus meines Vaters gelegt hast.“



    Der Kaiser antwortete nichts, aber einer seiner Entmannten misshandelte den Heiligen und bedrohte ihn mit dem Tod. Übrigens rächte Gott bald seinen Diener. Als der Entmannte nach den Bädern des Königs sah, wurde er verrückt, ließ sich in den heißen Zuber fallen und starb aus Mangel an Hilfeleistung. Der Fürst wurde durch diesen Vorfall so betroffen, dass er sich nicht traute, den Heiligen ins Elend zu werfen, obgleich die Arianer auf alle nur mögliche Weise ihm zusprachen. Auch wurde er sehr gerührt durch die wunderbaren Heilungen, die Aphraates bewirkte, indem er die Kranken mit Öl oder Wasser besprengte, das er mit dem Kreuz bezeichnet hatte.



    Man bemerkte immer an dem heiligen Einsiedler eine ungeheure Besorgnis, alles zu vermeiden, was die Keuschheit im Geringsten hätte verletzen können. Er redete niemals mit Frauen, oder wenn er dazu genötigt war, hielt er sich allezeit in einiger Entfernung von ihnen, und sagte bloß, was notwendig war. Als durch den Tod des Kaisers Valens die Ruhe der Kirche Gottes hergestellt worden war, kehrte Aphraates wieder in seine Zelle zurück, wo er selig im Herrn entschlief. „Ich bin überzeugt“, sagt Theodoret, „dass er mehr Gewalt bei Gott nach seinem Tod hat, als er auf Erden hatte; und dieses ist die Ursache, warum ich seinen Schutz anflehe.“ Die ganze Kirche folgte dem Beispiel Theodorets.

    https://www.heiligen-legende.de/aphraates-von-syrien/

  • Tages-Gebete Datum05.04.2026 19:13
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 6. April



    Heilige Mutter Gottes, meine liebe Mutter Maria. Du hast so großen Anteil an meiner Seligkeit genommen, dass du sogar den geliebtesten Gegenstand deines Herzens, deinen geliebten Jesus zum Opfer am Kreuz hast darbringen wollen. Wenn du also so sehr mein Heil wünschst, so geziemt es sich auch, dass ich nach Gott alle meine Hoffnung auf dich setze. Siehe, hochgebenedeite Jungfrau Maria, auf dich setze ich all mein Vertrauen. Um der Verdienste willen, die du heute durch das große Opfer deines Sohnes, das du Gott darbrachtest, erworben hast, bitte ich dich, erbarme dich meiner armen Seele, für die dies unschuldige Lamm, dein Jesus, am Kreuz hat sterben wollen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Wilhelm



    Wir bitten Dich, o Gott, verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Wilhelm, dass wir uns weder durch die bösen Beispiele, noch durch das Gespött und die Verfolgungen von der Treue in Deinem Dienst abwendig machen lassen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Schenke uns, o Herr, dass wir uns allezeit vor dem Eigensinn, besonders in Religionssachen, in Acht nehmen, und uns stets Deiner Worte erinnern: Wenn ihr nicht werdet wie die Kleinen, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen, der Du lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott



    Allmächtiger Gott, bewahre uns vor jener Eitelkeit, die, um das Lob eines toleranten Sinnes zu haben, die geheiligten Rechte der Wahrheit und Tugend ihren Feinden und Lästerern preis gibt, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Dem Eifer des heiligen Papstes Cölestin ist größtenteils zuzuschreiben, dass die Lästerungen des Nestorius gegen die seligste Jungfrau als Mutter Gottes sowohl in dem Konzil zu Rom als in dem allgemeinen zu Ephesus feierlich verdammt, und die seligste Jungfrau als eine wahre Mutter Gottes von der ganzen katholischen Kirche mit neuer Andacht erkannt und gepriesen worden ist.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Kinder können grausam sein. Wie herzlos verfolgen sie oft ihre Mitschüler, die mit einem körperlichen Gebrechen behaftet sind, mit ihrem Spott und machen sich keine Gedanken darüber, welche Seelenqualen sie diesen Armen dadurch bereiten. Auch der kleine Grafensohn Notker, den seine Eltern um die Mitte des 9. Jahrhunderts in die Klosterschule von St. Gallen brachten, mag bitter genug unter dieser Spottlust der Jugend gelitten haben. Er stieß mit der Zunge an, und es lässt sich denken, wie sein stammelndes Sprechen alle die andern übermütigen Adelssöhne, die den Benediktinern zur Erziehung anvertraut waren, zum Lachen reizen musste. Im Nu hatte Notker den Spitznamen „der Stammler“ – ein Name, der ihm zeitlebens blieb und mit dem er in die Geschichte einging.



    Sicherlich trug seine Behinderung im Sprechen und die Furcht vor dem Ausgelachtwerden viel dazu bei, dass der Knabe sich mehr und mehr in sich selbst zurückzog und für sich allein blieb. Er „floh der Brüder wilden Reihen“ und suchte mit dem frühreifen Ernst, den solche „Gezeichnete“ nicht selten haben, an den Lesetischen der großen Klosterbibliothek Zerstreuung und Befriedigung, während seine Kameraden sich in frohem Spiel tummelten. Bei solch ungewöhnlichem Lerneifer war es nur ganz natürlich, dass der glänzend begabte Junge bald der beste Schüler von St. Gallen wurde und die Mönche, aus deren Schule schon so viele berühmte Kirchen- und Staatsmänner hervorgegangen waren, mit Stolz auf Notker sahen, der den Ruhm der St. Gallener Klosterschule noch um ein bedeutendes zu mehren versprach. Wie begrüßten sie es, als Notker den Wunsch äußerte, unter die Söhne des hl. Benedikt aufgenommen zu werden! Bei ihm waren außergewöhnliche wissenschaftliche Begabung und tiefe, lautere Frömmigkeit in schönster Harmonie. So wurde Notker nicht bloß zum größten Gelehrten des Klosters in den Zeiten der Karolinger, sondern auch zu einem vorbildlich gewissenhaften, heiligen Mönch. So sehr er in der stillen Welt der alten Folianten lebte, er ging darin nicht auf. Er wurde nicht zum einseitigen, lebensfremden Gelehrten. Er liebte es, in den freien Erholungsstunden sich still aus dem Kreise der sich fröhlich unterhaltenden Mönche zu schleichen und die Rolle des Krankenbruders zu übernehmen. Er ging durch die Krankenstuben, bettete die Leidenden um, reichte ihnen Arznei und erfüllte ihre Wünsche, tröstete sie und gab ihnen beim Abschied ein kräftiges Schriftwort für die schlaflose Nacht. Durch strenge Bußwerke und harte Kasteiungen suchte Notker seine Seele mehr und mehr zu läutern und Gott wohlgefällig zu machen. Er wusste: Wie der Bauer den Acker mit dem Pflug aufreißt, um im Herbst von ihm Früchte zu ernten, so muss auch der Mensch seinen Leib mit der Pflugschar durchziehen, muss ihn streng halten, muss ihm schmale Kost, Schläge und Wunden zumuten, wenn nicht üppiges Unkraut aufwachsen und die Seele ersticken soll. Wie ernst Notker seinen Beruf als Mönch und Priester auffasste, zeigt sein Gedicht:



    Du bist zum Priester des Herrn geweiht;

    Was kümmern dich Tand und Eitelkeit,

    Dass du, der Welt zugewandt,

    Unreines rührest mit reiner Hand?



    Nicht darfst du wenden hell und klar

    Nach schandbaren Dingen der Augen Paar;

    Zu des Himmels Höhen schlage sie auf

    Und betrachte der Sterne ewigen Lauf.



    Dir heißt es Sünde, in Liebeslust

    Zu küssen und kosen Brust an Brust;

    Kein lüsternes Wort entfliehe dem Mund,

    Dem Gottes Ruhm und Ehre kund.



    Gar vieles befiehlt der Herr dein Gott;

    Dein Ohr, es achte auf sein Gebot.

    Die Nüster trinke des Himmels Luft,

    Bis Gott im Himmel dich zu sich ruft.



    Dieses Gedicht zeigt uns den Gelehrten und Heiligen von einer neuen Seite: Notker war auch ein hochbegabter Dichter. Die Dichtkunst St. Gallens hat in ihm einen ihrer bedeutendsten Schöpfer erhalten. Seine Gedichte sind voll zarten, innigen Lebens und lassen die Tiefe seines Gemüts, sein Erfülltsein von inniger Gottesminne spüren. Der „Stammler“ hat in seinen Gedichten, die er vielfach selber vertonte, wortgewaltig zu seinen Zeitgenossen gesprochen und nicht wenige im Innersten gepackt und zu Gott zurückgeführt. Die meisten seiner Lieder hat der Sturm der Zeit verweht. Eines aber erbaut auch heute noch durch seinen tiefen Ernst jedes fromme Gemüt, das: „Media vita – mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben.“ Wenn dieses Lied auch ohne geschichtlichen Nachweis Notker zugeschrieben wird, so entspricht es doch ganz und gar seiner ernsten Lebensauffassung, seinem ständigen Gerüstetsein auf den Boten Gottes.



    Unsterbliche Verdienste erwarb sich Notker um das Kirchenlied und den Choralgesang im ganzen Abendland. Die Ausbreitung des gregorianischen Gesangs in den deutschen Klöstern und Domkirchen ist fast ausschließlich das Verdienst des "Stammlers" von St. Gallen, dessen Mund nicht müde wurde, immer neue Harmonien zum Lob Gottes anzustimmen. Jahrhundertelang wurden seine frommen Lieder und Sequenzen beim Gottesdienst gesungen. Viele Lehrer des Choralgesangs erhielten von Notker Unterweisung und nahmen seine heilige Begeisterung mit hinaus in ihre Schule.



    An dem großen Weltgeschehen nahm der Dichter- und Sängermönch, der ernste, verschlossene Gelehrte wenig Anteil. Und doch brachte Kaiser Karl der Dicke gerade ihm besonderes Vertrauen entgegen und holte sich wiederholt bei Notker Rat in Regierungsfragen.



    Die letzten Jahre seines Greisenalters verbrachte der Diener Gottes fast ganz in religiösen Übungen und in der Vorbereitung auf den Heimgang in die Ewigkeit. Der plötzliche Tod eines Neffen, der in blühendem Jugendalter aus der Mitte der Klosterbrüder gerissen wurde, wurde ihm zur ernsten Mahnung. Stunden- ja ganze tagelang kam er nun nicht mehr aus der Klosterkirche. Mit dem Gebet für den toten Neffen verband er das Gebet um einen seligen Heimgang für sich selbst. Der Gedanke an den Tod, der ihm zeitlebens vertraut war, hatte für ihn nichts Erschreckendes. Wer so wie er immer zum Sterben bereit ist und die Unschuld des Herzens in treuem Kampf sich bewahrt hat, kann jederzeit ohne Furcht vor Gottes Richterstuhl treten. So ging Notker sanft und still wie er gelebt hatte, umringt von seinen weinenden Klosterbrüdern, am 6. April 912 in die Ewigkeit hinüber. Notkers Reliquien werden im Münster von St. Gallen aufbewahrt und verehrt. Seine Lebensgeschichte verfasste um 1230 ein Mönch Ekkehard zur Unterstützung der ab 1215 von Abt Ulrich angestrebten Seligsprechung. Notker wurde 1513 seliggesprochen, die Verehrung wurde 1624 bestätigt.


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