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  • Vom Reich GottesDatumGestern 19:28
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von der Täuschung des Willens



    Wankend, ach, gleich schwachem Schilfe,

    Kann ich nichts durch mich allein;

    Doch, mein Gott, durch deine Hilfe

    Werd` ich stark zu allem sein:

    Denn bist, Herr, du mir zur Seite,

    Siege ich im schwersten Streite.



    1. Was soll dies Wort: "Gern möchte ich, allein ich kann nicht?" Meinst du etwa, dieser Ausspruch gereicht dir zur Entschuldigung? O wie wenig kennst du dein eigenes Herz! Du sagst: Gern möchte ich mich bessern, gern diese sündhafte Gewohnheit ablegen, gern mich überwinden, allein ich kann nicht. Das heißt, gern möchte ich dies alles tun, wenn es keinen Kampf kosten würde, wenn ich mir nicht Gewalt antun, mich nicht überwinden müsste. Ich kann nicht, heißt also mit anderen Worten gesagt: "Ich will nicht!" Führst du etwa diese Sprache auch bei deinen zeitlichen Angelegenheiten? Also nur wo es deinem ewigen Heil gilt, da möchtest du, und kannst nicht.



    2. Bedenkst du auch, was du sprichst, wenn du sagst: Ich kann nicht! Eine Gotteslästerung sprichst du aus, denn dadurch nennst du Gott einen tyrannischen Herrn, der unmögliche Dinge von dir fordert, und beschuldigst ihn als den Urheber deiner Sünden und Fehler. Willst du der Wahrheit die Ehre geben: musst du dann nicht sagen, dass er selbst dich drängt, dass seine Gnade dich zur Besserung ermahnt, und dass sie selbst den Ausruf dir abnötigt: "Gern möchte ich!" Du hingegen willst dich nicht entschließen, deinem Vergnügen zu entsagen, willst dich nicht überwinden, und darum sprichst du: "Ich kann nicht!" Ja würdest du dich nicht vor deinem eigenen Gewissen fürchten, du würdest ganz deutlich sprechen: "Ich will nicht!"



    3. Ach, mein Gott, du prüfst Herzen und Nieren. Vergib meine Trägheit, meine Bosheit, die mich bis jetzt davon abhielt, deinen innerlichen Einsprechungen zu folgen. Ernsthaft will ich dir angehören und die himmlische Seligkeit erlangen. Ich kann es, weil du, der du es mir befiehlst, mir auch die Gnade dazu verleihst. Mit dieser Gnade will ich im Vertrauen auf deine große Barmherzigkeit heute noch beginnen. Ach, allzu lange schon zögerte ich und missbrauchte deine göttliche Langmut. Durch deine Kraft will ich mich männlich überwinden, und die Siegeskrone verdienen, die du allen reichst, die rechtmäßig gestritten haben. Psalm 77,11: "Da sagte ich mir: Das ist mein Schmerz, dass die Rechte des Höchsten so anders handelt."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumGestern 19:23
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 16. März



    O Maria, Maria, Maria, wir grüßen, ehren und lieben dich und wünschen dir Glück zu allen Gnaden, die du im irdischen Leben empfangen hast. Ich möchte besonders heute mit meinem Gebet zu deinem mütterlichen Herzen dringen und es erweichen. O Maria, du bist ganz unbefleckt an Leib und Seele. Ich aber bin nichts als eine einzige Befleckung an Leib und Seele. Du bist voll Tugenden und himmlischer Gnaden. Ich aber bin voll Sünden und schlechter Neigungen. Du bist voll guter Werke und reich an Verdiensten. Ich aber bin voll von bösen Werken und gedrückt von schwerer Schuld. So bedecke denn durch deine Fleckenlosigkeit meine Befleckung. Vertilge durch deine Tugend meine Untugend. Lösche aus durch deine guten Werke meine bösen und durch deine reichen Verdienste bezahle meine schwere Schuld und Strafe. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Herr, lass mich lieber sterben, als etwas begehen, was der hohen Bestimmung eines Christen unwürdig ist. Ich stehe in Deinem Dienst, und keinem Menschen soll es gelingen, mir diese Ehre zu rauben. Nie will ich Deinen Dienst verlassen, um Menschendiener zu werden. Der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Gebet des heiligen Einsiedlers Abraham



    Herr, würdige Dich, erbarmungsvoll auf meine Schwachheit herabzusehen. Stehe mir bei mit Deiner Gnade, damit Dein heiliger Name verherrlicht werde. Verlasse, o Gott, uns Menschen nicht, deren Schöpfer Du bist.




    Gebet der heiligen Büßerin Maria



    Wende Dich zu mir, o mein Gott, ich habe gesündigt. Keine Wunde ist so groß, dass Du sie nicht heilen könntest. Ich bin unwürdig Deiner Barmherzigkeit, allein Dein heiligster Sohn hat sie mir verdient. Durch ihn werde ich erlangen, was ich nicht verdiene. Vater der Liebe, schone mich. Wasche mich rein von meinen Sünden durch das Blut Jesu Christi, dann wird an mir nichts Unreines mehr gefunden werden, das Dir noch missfallen könnte. Entreiße mich dem tiefen Abgrund meines Elends, damit ich immer Dein Lob singe.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Zu Gent in den Niederlanden wurde am heutigen Tag im Jahr 1625 durch den Bischof die Bruderschaft der Sieben Schmerzen Mariä errichtet, die von der Zeit an sehr zugenommen hat.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Am Heiligen Abend des Jahres 999 begab es sich, dass den Kölnern der Mund auf einmal stillstand und dass ihre angeborene Spottlust sang- und klanglos verstummte. Die Ursache des bemerkenswerten Vorgangs war der neue Erzbischof Heribert, der an diesem Tag seinen Einzug in Köln hielt, um im feierlichen Mitternachtsgottesdienst die bischöfliche Weihe zu empfangen.



    Als die Geistlichkeit und das Volk von Köln ein halbes Jahr vorher die Bischofswahl vollzogen hatten, kannten sie Heribert noch nicht. Sie wussten von ihm nur, dass er ein tüchtiger Mann sein sollte, und das war er auch. Zu Worms aus ritterlichem Geschlecht geboren, hatte er daheim und in einem Kloster bei Metz eine gediegene Ausbildung erhalten. Nach dem Empfang der heiligen Priesterweihe war er, damals keine Seltenheit, in den Staatsdienst übergetreten. Er war der Vertraute des Kaisers und Erzkanzler des Reiches geworden. Alles in allem war er also ein fähiger Mann. Den Umstand, dass er bei seiner Wahl zum Erzbischof von Köln erst dreißig Jahre zählte, empfand man als zeitgemäß, denn kurz zuvor hatte der sechsundzwanzigjährige Papst Gregor V. dem sechzehnjährigen Otto III. zu Rom die deutsche Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt. Das war damals wohl eine jugendbewegte Zeit.



    So standen also am Heiligen Abend des Jahres 999 die Kölner in hellen Scharen am Rhein, um der Landung und dem feierlichen Empfang des neuen Oberhirten beizuwohnen. Unter dem Geläute aller Glocken der Stadt nahte vom hohen Dom her mit fliegenden Fahnen die Prozession, die den Neugewählten abholen sollte. Gleich hinter dem Kreuz schritten die reichen Kaufherren und vornehmen Bürger. Ihnen schlossen sich, hoch zu Ross, die städtischen Rittergeschlechter an. Es folgte ein langer Zug von Ordensleuten. Messdiener, ohne die bekanntlich überhaupt kein kirchliches Fest möglich ist, waren in rauen Mengen vertreten. Die Reihe der Priester im weißen Chorrock schien kein Ende zu nehmen, und den Schluss des Zuges bildeten Bischöfe mit Stab und Mitra. Mit einem Wort gesagt, Köln erlebte wieder einmal einen seiner großen Tage, und die herrschende bittere Kälte konnte der Festtagsfreude kaum Abbruch tun.



    Doch da naht auf dem Rhein auch schon das Schiff mit dem neuen Oberhirten an Bord. Mit geschickter Hand werfen die Schiffer die Seile aus und befestigen das Fahrzeug an den Rammklötzen des Ufers. Schnell stellt ein hölzerner Landungssteg die Verbindung zwischen Schiff und Hafen her, und dann betritt inmitten der Erzbischöfe von Mainz und Trier der neue Oberhirte von Köln erstmals den Boden seiner Bischofsstadt, ohne allen Prunk, barfuß trotz der bitteren Kälte und in einem solch armseligen Gewand, dass man ihn eher für einen Bettler als für einen Kirchenfürsten halten konnte. Da stand den Kölnern tatsächlich der Mund vor Staunen still, und ihre Spottlust verstummte.



    Auf diese Weise eroberte sich Erzbischof Heribert gleich im ersten Augenblick das Herz der Kölner. Als es sich dann auch noch zeigte, dass des Erzbischofs Wohltätigkeit keine Grenzen kannte, wären die Kölner für ihn im Notfall durchs Feuer gegangen. Kein Bettler blieb an der Tür des Bischofshauses unbeschenkt. Heribert suchte, als einfacher Priester gekleidet, die Armen und Kranken auf und gab mit vollen Händen. Bei den reichen Leuten der Stadt ordnete er eine Entrümpelung der Speicher und Keller an und schickte den gefundenen Überfluss an Möbeln, Kleidern, Schuhen und Bettzeug in die Häuser der Bedürftigen. Zur Zeit einer Hungersnot richtete der Erzbischof Armenküchen ein. Neben den Kirchen, die Heribert erbaute, errichtete er auch Kranken-, Alters- und Waisenhäuser. Der Ruf von dem wohltätigen Sinn des kölnischen Oberhirten erfüllte bald die ganze Öffentlichkeit, und aus den verschiedensten Teilen der Christenheit strömten die Armen herbei nach Köln zu Bischof Heribert, als der wahre Vater der Notleidenden allen zu helfen suchte. Damals genoss Köln den hohen Ruf und Ruhm, dass in seinen Mauern die christliche Wohltätigkeit am besten geübt und gepflegt werde.



    Tief betrauert, starb Heribert fünfzigjährig am 16. März 1021. Seine Überreste ruhen bis auf den heutigen Tag in einem kostbaren Schrein, der auf der Außenseite sein Bildnis trägt inmitten zweier Frauengestalten, von denen die eine die Demut und die andere die Wohltätigkeit versinnbildet.



    https://www.heiligen-legende.de/heribert...-von-köln/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Der heilige Abraham wurde zu Chidane, in Mesopotamien, bei Edessa geboren. Seine Eltern, ebenso ausgezeichnet durch ihre Tugend, als durch ihre edle Abkunft, gaben ihm eine vortreffliche Erziehung, und trugen vor allem Sorge, ihm frühzeitig die Liebe zur Tugend zu vermitteln. Sie machten ihm, da er das Alter erreicht hatte, wo er in die Welt eintreten sollte, den Antrag, sich durch die Bande der Ehe mit einer Jungfrau von den seltensten Eigenschaften zu verbinden. Der junge Abraham hätte gerne in beständiger Enthaltsamkeit sein Leben zugebracht, wozu er auch sogar die Erlaubnis seiner Eltern schon begehrt hatte. Allein da er sie nicht erlangen konnte, trat er aus Gehorsam in einen Stand, zu dem er wenig Neigung hatte. Er erhielt aber bald seine Freiheit wieder.



    Nach der hochzeitlichen Feier und den bei solchen Gelegenheiten üblichen Gastmahlen erklärte er seiner Braut den gefassten Entschluss, in immerwährender Enthaltsamkeit zu leben. Dann ging er heimlich davon und verschloss sich in eine einsame Zelle, die ungefähr eine Stunde von der Stadt Edessa entfernt lag. Es ist nicht zu bezweifeln, dass er hierin auf besondere Eingebung des Himmels gehandelt habe, wenn er nicht wirklich die Beistimmung seiner Gattin erlangt hatte. Seine Eltern und Freunde waren über diese unvermutete Flucht ganz trostlos. Man stellte von allen Seiten die genauesten Nachforschungen an, und doch konnte man erst nach 17 Tagen seinen Aufenthaltsort entdecken. Man bot alles auf, um ihn seiner Braut wieder zuzuführen, allein er blieb unbeugsam, und beteuerte, dass er nie mehr in Gemeinschaft mit der Welt leben wolle. Kaum hatten sich jene entfernt, die ihn entdeckt hatten, als er die Tür seiner Zelle zumauern ließ, bis auf ein kleines Fenster, durch das er die nötigsten Lebensbedürfnisse erhielt.



    Abraham, nun einzig mit der Betrachtung der ewigen Wahrheiten beschäftigt, wandte alle Augenblicke an Gott zu loben, ihn anzubeten, und seine Barmherzigkeit herabzuflehen. Er hatte die Gabe der Tränen im vorzüglichsten Grad, und war vollkommen von allen Geschöpfen losgetrennt. Er besaß nichts als einen Mantel, ein härenes Bußkleid, und ein kleines Gefäß, dessen er sich zum Essen und Trinken bediente. Die strengste Bußübung war für ihn der süßeste Wonnegenuss, während der 50 Jahre, die er in der Einsamkeit zubrachte, ging er nie in etwas von derselben ab.



    12 Jahre hatte er diese Lebensweise geführt, als seine Eltern starben. Sie hinterließen ihm bedeutende Güter. Allein weil er allem Umgang mit der Welt gänzlich gesagt hatte, bat er einen tugendhaften Freund, sein Vermögen in Empfang zu nehmen, und es unter die Armen und Waisen auszuteilen. Indessen breitete sich der Ruf von seiner Heiligkeit immer mehr aus, und man strömte von allen Seiten herbei ihn zu sehen, und seine Reden anzuhören, die voll der Salbung, Weisheit und Gnade waren.



    Bei der Stadt Edessa lag ein kleiner, sehr volkreicher Marktflecken, dessen Einwohner noch dem Götzendienst ergeben waren. Noch keinem der Missionare, die man dahin geschickt hatte, war es gelungen, das Licht des Evangeliums in den dichten Finsternissen anzuzünden, und die einzige Frucht ihrer Arbeiten war, dass sie sich tausend Misshandlungen zuzogen. Der Bischof von Edessa, dem die Bekehrung dieses Marktfleckens immer sehr am Herzen lag, entschloss sich, einen neuen Versuch zu machen. Er warf daher seine Augen auf Abraham, der im hohen Ruf der Heiligkeit stand, weihte ihn, seiner Widersetzung ungeachtet, zum Priester, und erteilte ihm den Auftrag, dieser verirrten Herde den Glauben zu predigen. Während der Reise empfahl der Heilige sein Unternehmen dem Schutz des Himmels. „Herr,“ rief er oft aus, „würdige dich, erbarmungsvolle Blicke auf meine Schwäche zu werfen. Stehe mir bei mit deiner Gnade, damit dein heiliger Name verherrlicht werde! Verlasse, o mein Gott, die Völker nicht, deren Schöpfer du bist!“



    Als der Marktflecken vor seinen Blicken lag, sah er Rauch von den Götzenopfern aufsteigen. Da vergoss er viele Tränen über des Volkes Blindheit, und verdoppelte seine glühenden Gebete. Kaum war er angelangt, so fing er an, die Lehre Jesu zu predigen, aber niemand wollte ihn hören. Er ließ sich hierdurch noch nicht abschrecken. Die Heiden mochten ihn noch so sehr misshandeln, und aus ihrer Mitte wegtreiben, er kam jedes Mal mit demselben Eifer zurück. Drei Jahre vergingen auf diese Weise. Die Geduld und Sanftmut Abrahams rührten endlich diese Götzendiener. Sie wurden über ein Betragen nachdenkend, das ihnen unbegreiflich schien, und zweifelten nicht, dass der Heilige auf göttlichen Antrieb handle. Sie entsagten nach und nach alle ihrem Aberglauben, und begehrten die Gnade der Taufe. Der Heilige verwandte noch ein ganzes Jahr, um sie im Glauben zu bekräftigen, versah sie dann mit eifrigen Religionsdienern, und kehrte wieder in seine Zelle zurück.



    Er hatte einen Bruder in der Welt, der kurze Zeit nach seiner Rückkehr starb. Er hinterließ eine noch sehr junge Tochter namens Maria. Der Heilige, der sie zum gottseligen Leben heranbilden wollte, nahm sie in eine Zelle neben der seinigen, um ihr leichter den Unterricht erteilen zu können. Maria machte bald große Fortschritte auf dem Weg der Vollkommenheit, und wurde ein vollendetes Muster der Tugend und Buße. Allein der höllische Feind, der seit längerer Zeit schon auf ihren Untergang sann, fand Mittel, ihr ihre Unschuld zu rauben. Das Werkzeug, dessen er sich bediente, war ein verdorbener Einsiedler, der oft an ihre Zelle kam, unter dem Vorwand sich bei Abraham Rat zu holen. Dieser schändliche Verführer, der in unlauterem Feuer brannte, legte ihrer Keuschheit Fallstricke, und erlangte ihre Einwilligung zur Befriedigung seiner bösen Lust.



    Kaum aber hatte Maria das Laster begangen, als sie ganz von dem Schrecken desselben ergriffen wurde. Allein statt zu Gott um Verzeihung zu bitten, überließ sie sich den übermäßigsten Schmerzen, und fiel zuletzt in Verzweiflung. Sie zog sich dann in eine von dem Aufenthalt ihres Oheims entlegene Stadt zurück, und ergab sich den schändlichsten Ausschweifungen. Abraham, der nicht wusste, was aus seiner Nichte geworden war, beweinte ihr Unglück mit bitteren Tränen und flehte zu Gott in beständigem Gebet um ihre Bekehrung. Erst zwei Jahre nach ihrer Entfernung erfuhr er ihren Aufenthaltsort. Die Hoffnung, dieses verirrte Schaf wiederzufinden, flößte ihm den Entschluss ein, ihr nachzueilen. Er verließ seine Zelle, legte ein anderes Kleid an, und begab sich in das Haus, in dem seine Nichte wohnen sollte. Er begehrte mit ihr allein zu speisen, und, als sie sich allein befanden, zog er plötzlich die Kopfbedeckung ab, die sein Gesicht unkenntlich gemacht hatte, und redete sie mit einer von Seufzern unterbrochenen Stimme also an: „Maria, meine Tochter, Maria, kennst du mich? Was ist das englische Gewand deiner Jungfrauschaft geworden? Was sind jene Tränen geworden, die du in Gottes Gegenwart vergossen hast? Was sind jene Nachtwachen, jene strengen Bußübungen geworden, welche ehehin deine Wonne waren? Wie bist du, meine geliebte Tochter, in den Abgrund des Lasters gesunken? Warum hast du mir nicht deinen Fall gestanden? Ich hätte dir geholfen, wieder zur Gnade Gottes zurückzukehren.“



    Da der Heilige seine Nichte mit Scham bedeckt, und von Schrecken ergriffen sah, ermahnte er sie zärtlich, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen. „Verzweifle nicht,“ sagte er zu ihr, „ich nehme deine Sünden auf mich: glaube mir nur, und kehre in deine Einsamkeit zurück. Mein geliebter Ephrem ist wegen deiner trostlos, und betet unaufhörlich für dich. Es ist nichts Befremdendes, dass man im Kampf zur Erde geworfen wird, es ist aber schandvoll, sich nicht mehr zu erheben. Verscheuche das Misstrauen, alle Menschen können fallen, dies ist eine Folge ihrer natürlichen Schwäche. Denke einzig daran, den Beistand der Gnade Gottes zu erbitten. Gott will den Tod des Sünders nicht, sondern dass er sich bekehre und lebe.“ Maria, gerührt durch diese Worte, fasste wieder Mut, und versprach in allem ihrem Oheim gehorsam zu sein. Der Heilige führte sie mit sich in seine Einöde zurück, und verschloss sie in die Zelle, die sie vorher bewohnt hatte. Da brachte sie die 15 letzten Jahre ihres Lebens in der Übung aller Tugenden zu. Tag und Nacht beweinte sie den Verlust ihrer Unschuld, und züchtigte ihren Leib durch strenge Abtötungen. Gott nahm ihre Buße mit Wohlgefallen auf, und verlieh ihr sogar, drei Jahre nach ihrer Bekehrung, die Gabe der Wunder. Endlich starb sie des Todes der Gerechten. Der heilige Ephrem, der sie vor ihrer Beerdigung noch sah, sagt, ihr Angesicht habe in Herrlichkeit zu strahlen geschienen, und eine Schar der himmlischen Geister habe ohne Zweifel ihre Seele in die glücklich seligen Wohnungen hinübergetragen.



    Der heilige Abraham überlebte seine Nichte noch 5 Jahre. Da sich die Nachricht von seiner letzten Krankheit verbreitet hatte, strömte man von allen Seiten herbei, um seinen Segen zu empfangen. Nach seinem Tod suchten die Christen die Überbleibsel von seinen Kleidern, bei deren Berührung mehrere ihre Gesundheit erhielten, sich zu verschaffen. Dies sind die Ausdrücke des heiligen Ephrem, der Augenzeuge dessen war, was er erzählte. Der Name der heiligen Maria steht in den griechischen Kalendern, jener des heiligen Abraham aber steht nicht nur in den griechischen, sondern auch in den lateinischen und koptischen Kalendern.



    Der heilige Abraham wusste seine Einöde zu einem Paradies umzuschaffen, weil er Gott in ihr fand, dessen Gegenwart die ganze Glückseligkeit des Himmels ist. Im Genuss der Gegenwart Gottes und der Engel, konnte er sehr wohl des Umgangs der Menschen entbehren. Und wie hätte es ihm an Beschäftigung fehlen sollen? Die Tage und Nächte genügten ihm kaum zur Betrachtung himmlischer Dinge. Während sein Körper mühevolle Arbeiteten verrichtete, war Geist und Herz gänzlich in Gott versenkt. Der Schlaf selbst trennte ihn nicht von seinem Einziggeliebten, weil seine Seele beständig mit ihm vereinigt war. Ein schönes Beispiel für die Christen, die genötigt sind in den Zerstreuungen der Welt zu leben. Sie werden dem heiligen Abraham nachahmen, wenn sie die heilige Gewohnheit sich eigen machen, innerlich stets vor Gott zu wandeln, und dessen Wille zum einzigen Gegenstand ihrer Handlungen, Gedanken und Wünsche zu machen. Durch diese heilige Stimmung werden sie einigermaßen den Engeln ähnlich werden, die vor dem Thron Gottes stehen, für die leben und lieben ein und dasselbe ist. „Die Engel“, sagt der heilige Gregor der Große, „tragen ihr Paradies stets in sich, wohin sie Gott auch senden mag, weil sie nie aufhören mit ihm vereinigt zu sein, und durch ihr stetes Verbleiben im Schoß seiner Unendlichkeit, ihr Amt im Heiligtum seiner Gottheit ausüben.“ Dies ist die Glückseligkeit des Christen, wenn er es versteht, sich mitten in seinem eigenen Herzen eine eigene Einsamkeit zu bilden, die ihn beständig in heiliger Unterhaltung mit Gott leben lässt.

    https://www.heiligen-legende.de/abraham-von-syrien/

  • Vom Reich GottesDatumGestern 08:04
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von der Einsamkeit



    O wundersüße Einsamkeit,

    Wo, fern vom Weltgewimmel

    Sich ungestört dem Himmel

    Das Herz in reiner Liebe weiht.

    Für alle Seelenwunden

    Wird Balsam hier gefunden.



    1. Du lebst hier nur kurze Zeit, und welchen Gewinn bringt es dir, wenn du den größten Teil dieser kostbaren Zeit auf irdische Dinge verwendest, ja wenn du sogar für andere lebst, wofern du nicht auch dir selbst lebst? Was findest du in der Welt anderes, als Zerstreuungen, die dich nicht zu dir selbst kommen lassen? Notwendig also ist es dir, dass du wenigstens zuweilen von der Welt dich absonderst, dein Gemüt ordnest und der künftigen Dinge gedenkst. Denn dies ist die Weisheit der Kinder des Lichtes: fortzuziehen aus den Finsternissen Ägyptens.



    2. Darum auch spricht der Herr von der getreuen Seele. Hosea 2,16: "Ich will sie in die Wüste hinausführen und zu ihrem Herzen sprechen." Denn nicht möglich ist es, dass im Gewirr der Welt und unter dem Getöse der Leidenschaften eine Seele die zarte Stimme der Gnade vernimmt. Die Ansprache Gottes aber ist das Licht des Heiligen Geistes, das ihr Innerstes erleuchtet, und ihr zeigt, wie gering und vergänglich alles ist, was die Welt geben und nehmen kann, wenn es gegen die künftigen Güter verglichen wird, die in der Hand des Herrn liegen. Dort erhebt er das Herz über sich selbst, löst es von der Begierlichkeit, zieht es zur Liebe himmlischer Dinge an, sättigt es durch lieblichen Trost, und erteilt ihm sogar das Licht der Klugheit, fruchtbringend nach außen zu wirken.



    3. Ist es dir nicht möglich, in die wirkliche Einsamkeit dich zu entfernen, so errichte eine Einöde in deinem Herzen, wohin niemand eindringen kann, als Gott und du. Die Ruhe einer solchen Seele ist unerschütterlich gleich dem Gipfel eines hohen Berges, wo beständige Heiterkeit herrscht. Wie sehr es auch in den niedrigen Regionen donnert und stürmt. Aber selig, wem es vergönnt ist, die heilige Einsamkeit selbst zu bewohnen, denn sie ist die Mutter himmlischer Gedanken, die Hüterin des reinen Gewissens, die Quelle der Zerknirschung und heiliger Tränen, die Leiter zum Himmel. "Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen." (Psalm 85,9)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete DatumGestern 07:58
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 15. März



    Jungfrau wahrhaft Benedeite,

    Selbst im Fleische ganz Geweihte,

    Nie berührt von einer Schuld:

    Ohne Sünd` bist du empfangen,

    Bist dem großen Fall entgangen

    Durch des höchsten Vorzugs Huld.



    Zum heiligen Longinus



    Heiliger Longinus, bitte für mich, auf dass ich eben jenen Weg des Heils, den du dir durch die Lanze zum Herzen Jesu geöffnet hast, durch Tränen und Seufzen immerwährend betrete, so lange ich lebe, damit ich dann auch sterbend meinen Geist in das göttliche Herz aushauchen möge. Amen.



    Zu Gott



    Himmlischer Vater, lass doch, wir bitten demütig, denjenigen, die Dich noch nicht durch den Glauben erkennen, das Reich der Gnade und Wahrheit zukommen, in dem wir das unverdiente Glück haben, zu sein, damit wir einst miteinander, vereinigt im Reich der Glorie, Dich mit dem Sohn und dem Heiligen Geist immer und ewig lieben und loben mögen. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Zu Chartres in Frankreich wurde heute ein feierlicher Bittgang zur Danksagung der im Jahr 1568 von der Belagerung der Ketzer befreiten Stadt gehalten. Diese Befreiung schrieben die Einwohner mehr dem Schutz der seligsten Jungfrau als der Tapferkeit ihrer Vorfahren zu. Über allen Stadttoren steht ein Muttergottesbild, und man sieht noch an dem Tor der Druiden, vor dem die Ketzer das Lager hatten, das ganz unbeschädigte Muttergottesbild, obschon die Kanonen und Musketen-Kugeln häufig darauf abgeschossen worden sind, und rings herum einige Finger breit davon die Malzeichen hinterlassen haben.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Als ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk wurde am Stephansfest des Jahres 1751 dem Ackersmann Hofbauer und seiner Gattin Maria zu Taßnitz in Mähren als neuntes von zwölf Kindern ein Junge in die Wiege gelegt, das am gleichen Tag in der heiligen Taufe den Namen Hans erhielt. Mit sechs Jahren verlor Hans den Vater durch den Tod, und die herzensgute Mutter hatte ihre liebe Not, um für die zwölf Kinder den Lebensunterhalt zu verdienen. Hans wäre gerne Priester geworden, aber die Not im Elternhaus verhinderte es, dass sich der schöne Jungentraum bald erfüllte.



    Hans kam zu einem Bäcker in die Lehre. Immer noch wünschte er sich von ganzem Herzen, dass er einmal Priester werde, und innig betete er jeden Tag um diese Gnade. Wo aber ein Junge mit solch einem Sinn, wie es damals der Hans Hofbauer tat, beharrlich und treu um das Priestertum bittet, da hilft der liebe Gott gern nach und macht das scheinbar Unmögliche möglich. Aus dem Bäckerlehrling ist auch schließlich noch ein Priester geworden, ein heiliger Priester, dessen Wirken von Segen überfloss.



    Weit war allerdings Hans Hofbauers Weg bis zu den Stufen des Altars. Aus dem Bäckerlehrling wurde zunächst ein Klosterdiener, aus dem Klosterdiener ein Einsiedler mit dem neuen Namen Klemens, aus dem Einsiedler wieder ein Bäckergeselle in Wien, der nebenbei des Nachts Latein lernte, bis er schließlich mit einem Freund zu Fuß nach Rom wanderte. Dort trat er in einen gerade gegründeten Redemptoristenorden ein, vollendete die Studien und erhielt mit vierunddreißig Jahren als Lohn seiner unentwegten Treue die heilige Priesterweihe. Endlich durfte er Jesus Christus unter dem Schleier der Gestalten von Brot und Wein in Händen tragen.



    Vierunddreißig Jahre war also Pater Hofbauer alt, als er die Priesterweihe empfing, und vierunddreißig Jahre Priestertum waren ihm bis zu seinem Tod noch beschieden. Mehr als die Hälfte der Zeit wirkte der Heilige in Warschau, der Hauptstadt von Polen. Es war ein harter Beginn in Armut und bitterer Not. Obwohl der Heilige selbst Not litt, gründete er ein Waisenhaus und bettelte für sich und für die Waisenkinder. Als ihn einmal auf einem Bittgang einer, den er um eine milde Gabe bat, ins Gesicht spuckte, wischte sich Pater Hofbauer ruhig das Gesicht ab und sagte: „Das war für mich, und nun geben Sie mir bitte auch eine Kleinigkeit für meine Waisenkinder!“



    Da war der Spötter besiegt, gab alles Geld her, das er bei sich trug, und kam obendrein am andern Tag, um eine Lebensbeichte abzulegen. So handeln die Heiligen, und deswegen ist auch ihr Wirken reich gesegnet.



    Vor allem war es Pater Hofbauer ein Anliegen, den Gottesdienst würdig zu feiern, und wenn er predigte, gingen seine Worte den Zuhörern tief zu Herzen. Bald predigte er alle Tage. Immer größer wurde der Zulauf der Gläubigen. Im Beichtstuhl, den er wegen des Andranges kaum noch verlassen konnte, erntete der seeleneifrige Priester hundertfältige Frucht. Das verlotterte Warschau erhielt durch Pater Hofbauer wieder ein christliches Gesicht.



    Auf die gleiche Art und mit dem gleichen Erfolg wirkte der Heilige später als Caritasapostel, Prediger und Beichtvater in Wien, der Hauptstadt von Österreich. Er hatte eine eigene Art, die Seelen an sich zu ziehen und für Christus zu gewinnen. Rastlos wirkte er, denn er meinte, solange man lebe, müsse man auch arbeiten und Gutes tun.



    Als Pater Hofbauer acht Tage vor dem Tod zum letzten Mal im Beichtstuhl saß, sah ein Mann, der in der Nähe war, wie sich auf einmal die Kirchentür öffnete. Weißgekleidete Gestalten mit Blumenketten in den Händen traten im langen Zug herein und zogen winkend am Beichtstuhl des Heiligen vorüber, der sich mit einem seligen Lächeln auf dem Gesicht hinausbeugte und sagte: „Ja, ich komme, ich komme.“



    Weil der heilige Klemens Maria Hofbauer lebenslang trotz aller Hindernisse mit unverbrüchlicher Treue den Weg ging, den der liebe Gott ihm vorgezeichnet hatte, deshalb ist aus dem armen Bäckerlehrling ein berühmter Heiliger geworden.



    Großstadtapostel, Helfer und Begleiter,

    Lehrer und Mahner, Menschenfreund und Streiter,

    nimm, Pater Klemens, unser Lob entgegen,

    mach es zum Segen.



    Als sich der Mensch zum Herrn der Welt erklärte

    und die Vernunft ins Gegenteil verkehrte,

    standest du auf, den Schöpfer zu verkünden,

    in dem wir gründen.



    Als sich die Herrscher an der Kirche stießen

    und nur den eignen Maßstab gelten ließen,

    lehrtest du aufrecht, ohne Scheu vor ihnen,

    beten und dienen.



    Du hast der Kirche neue Kraft gegeben.

    Du halfst den Menschen, Gottes Reich zu leben.

    Tausende dankten dir mit Wort und Taten.

    Sie wurden Saaten.



    Großstadtapostel, Helfer und Begleiter,

    Lehrer und Mahner, Menschenfreund und Streiter,

    lenk, Pater Klemens, heute unsre Schritte,

    führ uns zur Mitte.




    https://www.heiligen-legende.de/klemens-maria-hofbauer/

  • Vom Reich GottesDatum14.03.2026 08:21
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Nutzen der Versuchungen



    Gib, Herr, den Glauben mir zur Wehre,

    Der dich in treuer Liebe sucht,

    Dann siege ich zu deiner Ehre,

    Und treibe Satan in die Flucht.



    1. Versuchungen sind in der Hand der Vorsehung eines der besten Mittel, die Auserwählten zu prüfen, zu reinigen und zu großen Verdiensten zu erheben. Darum ließ unser göttlicher Erlöser selbst es zu, dass Satan ihn versuchte, um durch glorreichen Sieg über seine Arglist und Bosheit seinen himmlischen Vater zu verherrlichen, und uns selbst ein Beispiel zu geben, wie wir seine giftigen Einflüsterungen überwinden sollen. Denn zertrat er auch dieser alten Schlange das Haupt dadurch, das er die furchtbare Macht Satans brach, so ließ er es dennoch zu, dass er unseren Fersen nachstellte und uns zur Sünde versuchte, um seinen treuen Streitern dadurch Gelegenheit zum Sieg über ihn zu geben.



    2. Niemals würden wir ohne die Versuchung zur wahren Kenntnis unser selbst gelangen. Denn nicht wenige halten sich für stark und wahrhaft fromm, aber die Versuchung zeigt ihnen, was sie sind, und führt sie dadurch zur Demut, ohne die niemand Gott gefallen kann. Diese Demut in uns zu erhalten, lässt seine Weisheit oft die schändlichsten Versuchungen sogar bei seinen heiligsten Dienern zu, wie wir offenbar an dem großen Apostel, dem heiligen Paulus, sehen, den Satans Engel zu fleischlichen Sünden versuchte und demütigte, damit er über die Größe seiner Offenbarungen nicht eitel würde. Manche auch, die in Gefahr schweben, in Lauigkeit zu versinken, werden durch Stürme schwerer Versuchungen aufgeschreckt, rufen den göttlichen Beistand an, und verdienen durch männlichen Sieg reichlichere Gnaden.



    3. Gar sehr wird Gott dadurch geehrt, wenn wir bei heftigen und drängenden Versuchungen zu sündhafter Lust, und zu den gegenwärtigen, sichtbaren Gütern, dem unsichtbaren Gott zu Liebe großmütig widerstehen, und nirgend können wir unseren Glauben an seine Allwissenheit und unsere Ehrfurcht gegen seine heiligen Gebote ihm deutlicher zeigen. Dieser Gedanke ermutige dich, tapfer im Kampf zu stehen. Kräftige also dein Herz, wenn Versuchungen über dich kommen, bezeige Gott deine Liebe und rufe ihn um seinen Beistand an, und der Versucher wird beschämt von dir fliehen. Jakobus 1,12: "Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum14.03.2026 08:17
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 14. März




    O Gott, der Du das Leben deiner Dienerin Mathilde mit Trost und Trübsal ausgestattet, sie aber zuletzt mit der Krone der Seligkeit geschmückt hast, verleihe uns auf ihre Fürbitte die Gnade, dass wir Dir freudig danken für alle guten und frohen Tage, in den Tagen der Trübsal aber nicht verzagen, sondern Dir treu bleiben in Geduld und Liebe und lernen, freudig und dankbar uns unter Deiner Hand zu beugen, auch wenn Du uns - sei es zur Strafe oder zur Prüfung - züchtigst. Amen.



    Zu Gott



    Halte uns aufrecht, o Gott, in den Leiden, die Deine Vorsicht über uns kommen lässt, und gib uns die Gnade, dass wir, in unseren Trübsalen auf unseren Erlöser und seine treuen Diener unentwegt hinblickend, mit ihnen dulden, um auch dereinst ewig mit ihnen uns zu freuen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.




    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Mathilde




    Schenke, o Gott, auf die Fürbitte der heiligen Mathilde allen Eltern jene Weisheit in Erziehung der ihnen anvertrauten Kinder, durch die sie stets weder zu nachsichtig noch zu streng mit der himmlischen Liebe ihre Kleinen heranbilden, mit der Du als Vater für uns alle sorgst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Zu Rom wurden heute drei feierliche Bittgänge mit den Bildnissen des Heilands und der Mutter Gottes gehalten. Sie wurden von Papst Leo X. im Jahr 1518 angeordnet, um die christlichen Fürsten gegen die fürchterliche Macht der Türken zu vereinigen. Selim der Sultan hatte gedroht, das Christentum auszurotten. Er wurde aber überwunden und von einer Krebskrankheit aufgezehrt.

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Das Leben der großen heiligen Frau und Königin Mathilde lässt sich passend in die drei Worte Palmsonntag, Karfreitag und Ostern zusammenfassen.



    Es war da also einmal vor vielen hundert Jahren ein Edelfräulein aus dem Geschlecht des Sachsenherzogs Widukind mit Namen Mathilde. Zu Herford in Westfalen wurde das Mädchen von Klosterfrauen in den Wissenschaften und zu allen fraulichen Tugenden erzogen, und als sich mit den Jahren bei Mathilde zu der Schönheit der Seele auch eine hohe körperliche Anmut gesellte, geschah es, dass sich der Ruf von ihr weitum im Land verbreitete. Da erschien der junge Herzog Heinrich von Sachsen und begehrte Mathilde zur Frau, und bald feierten die beiden Hochzeit.



    Einige Jahre später wurde Herzog Heinrich von Sachsen von den Fürsten des Landes zum deutschen König gewählt, und damals wurde dann auch aus seiner Gattin, der Herzogin, die Königin Mathilde.



    Es war eine herrliche Königin. Wenn sich Mathilde, die ohnehin von hoher Frauenschönheit war, bei den großen Feierlichkeiten des Reiches, in Prunkgewänder gekleidet und mit einer goldenen Krone auf dem Haupt, dem Volk zeigte, so brach ein Beifall aus, der lebhaft an den Sturm der Begeisterung für den Heiland am Palmsonntag erinnerte. Dabei war Mathilde auch als Hausfrau ein Spiegel für alle Frauen, tüchtig und arbeitsam. Als Landesmutter nahm sie sich sorglich und mit vieler Liebe der Armen und Bedrängten an. Die eigenen Kinder, drei Jungen und zwei Mädchen, erzog sie zu christlichen Menschen, und ihrem königlichen Gemahl diente sie so hingebend, dass das Glück ihrer Ehe nie getrübt wurde. Diese Tatsache hat König Heinrich selbst noch auf dem Sterbebett anerkannt, als er von seiner guten Lebensgefährtin Abschied nahm und sagte: „Ich danke Gott, dass er dich, meine liebe Frau, noch länger zum Wohl unserer Kinder am Leben lässt, und das haben deine Treue und Tugend gar sehr verdient.“



    Dreiundzwanzig Jahre lang hatte Mathildes Eheglück wie ein strahlender Palmsonntag gedauert. Dann brach nach dem Tod des Gatten der Karfreitag über sie herein, der die edle Frau umso schmerzlicher traf, weil ihr das Leid, das sie heimsuchte, von den eigenen Kindern zugefügt wurde. Die beiden Töchter, gut verheiratet, haben der Mutter nie Sorge bereitet, und Bruno, der jüngste Sohn, war zeitlebens Mathildes Freude und Sonnenschein, und gerade er wird ihr ewiger Ruhm bleiben; denn die Kirche verehrt auch ihn, den einstigen Erzbischof von Köln, als Heiligen. Die zwei anderen Söhne aber, Otto und Heinrich, haben der Mutter aufs Herz getreten.



    Zunächst kämpften die beiden Brüder jahrelang in erbitterten Bürgerkriegen, die viel unnötiges Leid über das Volk brachten, um die Thronfolge. Machtlos stand Mathilde den Kampfhähnen gegenüber. Sie konnte nur beten und mahnen, und als sich die beiden schließlich versöhnten, geschah es in einer gemeinsamen Empörung gegen die Mutter, die sie wegen ihrer Wohltätigkeit gegen die Armen und Notleidenden der Verschwendung bezichtigten. Es kam so weit, dass die ungeratenen Söhne der Mutter alles Eigentum wegnahmen und sie in ein Kloster verbannten. Klaglos hat Mathilde das Leid jahrelang getragen, hat geweint und gebetet, bis die Kinder endlich zur Einsicht kamen und reumütig die verstoßene Mutter zurückriefen. Da kam über die alternde Königin ein letztes Glück wie strahlender Sonnenuntergang nach einem regenschweren Tag. Als Mathilde schließlich am 14. März 968 starb, starb mit ihr, durch Leid geläutert, eine Frau, die eine Heilige war und deren Todestag ihr die Auferstehung zum ewigen Leben brachte.



    https://www.heiligen-legende.de/mathilde-königin/

  • Vom Reich GottesDatum13.03.2026 07:53
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Von der Bekehrung durch die Buße



    Wie lange säumst du noch, dich zu bekehren?

    Lass nicht durch schweren Schaden dich belehren.

    Denn folgest nicht du bald der Gnade Stimme,

    So strafet dich der Herr in seinem Grimme.



    1. Niemand soll, wie tief er auch in Sünden und Laster versank, so lange er noch in diesem Leben ist, an seinem Heil und an der Barmherzigkeit Gottes verzweifeln. Denn der Sohn Gottes kam, wie er selbst spricht, "zu suchen und zu retten, was verloren war". Ebenso nennt er sich auch den Arzt, der nicht kam, die Gesunden, sondern die Kranken zu heilen. Die Arznei aber, die dieser barmherzige Arzt seinen Kranken vorsetzt, ist die Buße. Nämlich die schmerzliche Zerknirschung über die Laster des verflossenen Lebens und seine Änderung, die den Menschen in die frühere Gnade und Freundschaft Gottes zurückführt.



    2. Gott zürnt dem Menschen nicht, weil er schwach ist und sich verirrt. Wohl aber zürnt er ihm, wenn er vorsätzlich im Laster bleibt, sich selbst verblendend, und von seiner Bekehrung nichts hören will. Es ist allerdings schwer, geliebte Fesseln zu brechen. Denn jeder Sünder erfährt die Wahrheit des göttlichen Ausspruchs: "Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Wenn euch aber der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei." (Johannes 8,34+36) Kann jedoch der Gefesselte sich selbst nicht befreien, so kann er doch seufzen und bitten und zu seinem Retter beten. Und tut anders er dies aus ganzem Herzen, so wird Gottes Gnade ihm unfehlbar zu Hilfe kommen, seine Verhältnisse allmählich lösen, und ihm die Kraft verleihen, seine Bande zu brechen.



    3. Wie viele, die nun in der Anzahl der Heiligen glänzen, hat die Macht der Gnade auf solche Weise aus Sündern in Gerechte umgewandelt. So verzage denn nicht, sondern rufe Gott um seinen Beistand an, und reinige dich im heilsamen Quell der Buße. Denn die Buße ist die Arznei der Wunden, das Heilmittel gegen die Krankheiten der Seele, die Pforte des Lebens, der Schlüssel des Paradieses, die Verzeihung der Sünden, das rettende Brett nach dem Schiffbruch, das uns in den Hafen des himmlischen Reiches führt. Jesus Sirach 5,7-8: "Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschiebe es nicht Tag um Tag. Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft. Vertrau nicht auf trügerische Schätze; sie nützen nichts am Tag des Zorns."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum13.03.2026 07:51
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 13. März



    Siegreiche Jungfrau, du bist die Frau, von der geschrieben steht: Sie wird der Schlange den Kopf zertreten. Ja, du hast dem Satan die Macht genommen durch die Geburt des Gottessohnes. Zertritt durch deine Fürbitte auch der Schlange den Kopf, die mir nachstellt und mich so oft dem Fall in die Sünde nahe bringt. Beschütze mich, sei du mein Schild, meine Wehr jetzt und besonders in der Stunde des Todes, wo diese Schlange mir noch ärger nachstellen und mich verfolgen wird mit ihrem grimmigen Hass. Sei stets bei mir mit deiner Hilfe und verlass dein armes Kind nie und nimmermehr. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Euphrasia



    O Herr, der Du die heilige Euphrasia von ihrer Kindheit an auf die Wege der Tugend geleitet hast, verleihe uns auf ihre Fürbitte die Gnade, dass wir mit Freuden auf dem Weg Deiner Gebote gehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Zu Ovetta in Spanien wurde am heutigen Tag in der Kirche unseres Heilands wegen der da selbst aufbewahrten Reliquien ein Fest gehalten. Unter diesen befinden sich auch die Windeln, mit denen die jungfräuliche Mutter das göttliche Kind einwickelte, und der Mantel, den die seligste Jungfrau dem heiligen Ildephons, dem Erzbischof zu Toledo, gegeben hat.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Als Kaiser Diokletian zur Verfolgung und Unterdrückung der Christen in grausamsten Verordnungen im ganzen Römischen Reich bekannt machte, erregten auch die Götzendiener in Ägypten eine wütende Verfolgung gegen die Bekenner Jesu. Wer von den Christen sein Leben retten wollte, musste auf Vermögen und Güter verzichten und sich in Wüsten und Einöden verbergen. In dieser unglücklichen Zeit lebte zu Hermopolis, einer Stadt in Ägypten, ein angesehener Mann Sabinus, der aus fürstlichem Geblüt entsprossen, mehr durch seine Frömmigkeit und christlichen Tugenden, als durch seine hohe Geburt berühmt war. Weil er befürchtete, seine Freunde und Angehörigen möchten durch die unmenschlichen Peinen, zu denen die Christen verurteilt wurden, zur Verleugnung ihres Glaubens gebracht werden, entfloh er mit ihnen aus der Stadt und hielt sich an einem einsamen Ort in einem engen Haus auf, wo sie ununterbrochen durch Gebet und strenges Fasten zu Gott um den Frieden der Kirche flehten. Ihr Aufenthalt wurde schließlich durch einen Bettler verraten, der vom heiligen Sabinus unzählige Wohltaten genossen hatte. Eben waren alle zum Gebet versammelt, als die Soldaten in das Haus eindrangen, die unschuldigen Christen gefangen nahmen und besonders den Sabinus mit schweren Ketten fesselten und ihn wie einen Verbrecher vor das Gericht des Statthalters schleppten. Damals beherrschte mehrere ägyptische Provinzen Arianus, ein eifriger Götzendiener, nach Willkür, weil ihm der Kaiser wegen seiner grausamen Gemütsart uneingeschränkte Gewalt gegeben hatte. Er wohnte in Hermopolis. Und als er den Sabinus erblickte, den er schon seit längerer Zeit als einen tugendhaften Mann hasste, schrie er ihm entgegen: „Opfere den unsterblichen Göttern und gehorche dem Kaiser, oder der qualvollste Tod wartet deiner.“ Ihm erwiderte der heldenmütige Bekenner: „Es ist dir und jedem bewusst, dass ich allezeit die Gesetze des Kaisers achtete und ein getreuer Untertan war. Aber Götzen anzubeten, die in ihrem Leben die schändlichsten und lasterhaftesten Menschen waren, verbietet mir meine Religion und Vernunft.“ Glühend vor Zorn über diese Frevelworte, befahl Arianus, ihn an eine Säule im Zeughaus zu hängen und seinen Körper so grausam zu zerfleischen, dass die abgeschlagenen Glieder auf dem Boden herum lagen. Bei diesem schrecklichen Anblick rief der Heide: „Wirst du dich noch nicht entschließen, den Göttern zu huldigen, um noch schwereren Qualen zu entgehen?“ Aber der Martyrer antwortete ihm mit freudiger Miene: „O du Unglücklicher und Verblendeter! Wie kannst du glauben, dass mich ein vergängliches und kurzes Leiden zu einem anderen Entschluss bewegen könne, wenn ich daran denke, welche fürchterlichen und immerwährenden Strafen Jesus, der Richter der Lebendigen und Toten, für die Lasterhaften bestimmt hat?“



    Beschämt durch die Standhaftigkeit des Sabinus, ließ ihn der Statthalter von der Säule herabnehmen und auf ein Schiff bringen, das nach Antinopolis fuhr, und er selbst schiffte sich nach dieser Stadt ein. Weil er noch immer glaubte, er würde diesen ansehnlichen, von Heiden und Christen geehrten Mann noch zum Abfall bewegen. Das Schiff, auf dem sich Sabinus befand, kam bald in Antinopolis an, und er wurde blutend aus allen Wunden auf den Richtplatz hingelegt. Da hörte er vom herumstehenden Volk, dass ein Seesturm entstanden sei und dass Arianus in großer Lebensgefahr schwebe. Nun erhob der heilige Martyrer seine Augen zum Himmel und flehte: „Barmherziger und starker Gott! Vielleicht wird der Ungläubige durch deine Gnade noch zu deiner Erkenntnis geführt. Errette also sein Leben. Aber lasse ihn nicht eher in den Hafen gelangen, bis er, auch wider seinen Willen, den heiligen Namen deines göttlichen Sohnes Jesus bekennt und verherrlicht.“ Kaum hatte er sein Gebet vollendet, als sich der Sturm von allen Seiten erhob, und die Schiffleute erklärten, dass sie sich der Willkür der Wellen überlassen müssen. Da gebot Arianus in seiner Todesangst, dass, wer zuerst nach Antinopolis kommen sollte, zu Sabinus gehe und ihn bitte, er möchte seinen Gott um Hilfe aus dieser Gefahr anrufen. Und wirklich gelang es einem Seemann, den Hafen zu erreichen, und sogleich kam er zu dem heiligen Martyrer und trug ihm seine Bitte vor. Aber er antwortete: „Begib dich zurück zu deinem Herrn – es wird dir kein Unglück geschehen – und sage ihm, dass er nicht eher der Gefahr entkomme, als bis er schriftlich bekennt, Jesus sei der wahre und ewige Gott.“ Seinen gewissen Tod vor Augen schrieb Arianus zitternd und zähneknirschend folgende Worte: „Es ist nur ein einziger wahrer Gott, den Sabinus verehrt, nämlich Jesus Christus.“ Und sogleich wurde der Sturm gestillt und die Wellen beruhigt. Dieses auffallende Wunder erzählt, neben anderen Geschichtsschreibern, auch der ehrwürdige Kardinal Baronius, der Gelehrsamkeit und Scharfsinn genug hatte, das er keine abergläubischen Märchen niederschrieb.



    Das Gebet des Martyrers hatte den boshaften Arianus wohl vom Tode befreit, aber nicht zur Erkenntnis des wahren Gottes gebracht. Er schämte sich im Gegenteil des Bekenntnisses, das er in der Angst abgelegt hatte. Als er in der Stadt angekommen war, hielt er öffentliches Gericht, beschuldigte den Sabinus der Zauberei und ließ ihn an einen Pfahl binden und seinen ohnehin zerfleischten Körper mit Fackeln brennen. Der Heilige litt mit übermenschlicher Geduld diese Qualen und eröffnete seinen Mund nicht zur geringsten Klage. Da aber selbst die herumstehenden Heiden laut über diese viehische Grausamkeit murrten, befahl der Statthalter, den Martyrer mit einem Stein am Hals in die Fluten zu stürzen. Sabinus vernahm mit Frohlocken sein Todesurteil, ermahnte die Christen zur Standhaftigkeit in Leiden und Verfolgungen, und bat sie zuletzt, seinen Leichnam nach drei Tagen vom Ufer abzuholen und ihn christlich zu beerdigen. Er vollendete die Marter am 13. März im Jahr 287. Seiner Vorhersage gemäß fanden am dritten Tag die Gläubigen seine sterblichen Überreste und beerdigten sie mit Ehrfurcht in der Nähe der Stadt Hermopolis.


    https://www.heiligen-legende.de/sabinus-von-hermopolis/

  • Vom Reich GottesDatum11.03.2026 18:57
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Die enge Himmelstür



    Selig, wer im Weltgewimmel

    Als ein Held im Kampfe steht,

    Und als Sieger in den Himmel

    Durch die enge Pforte geht.

    Denn der reichste Siegeskranz

    Winket ihm in Gottes Glanz.



    1. Viele machen sich den Weg zum Himmel ungemein bequem. Anders jedoch lehrt uns die ewige Wahrheit, deren Ausspruch hier allein entscheidet. Lukas 13,24: "Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Ringen muss der Geist mit dem Fleisch, das sich weigert, durch die enge Pforte der Abtötung, der Demut, des Gehorsams und der Buße einzugehen. Dies aber erfordert große Gewalt. Mut fassen also muss dieser geistige Streiter, denn es gilt den Eingang in den Himmel zu erlangen. Ewig glücklich ist er, wenn er in den Himmel eingeht, ewig unglücklich ist er, wenn er nicht eingeht.



    2. Bedenke, wie unendlich wichtig es für uns ist, dass wir durch diese enge Pforte in den Himmel eingehen, da sogar viele, die versuchen einzugehen, dennoch nicht hineingehen können. Wir sprechen hier nicht von denjenigen, die nicht in der einen Arche der heiligen Kirche sind, sondern von vielen, die zur Zeit gerecht sind, ja auch tapfer im Kampf stehen, aber vor der Zeit ermüden, und nicht bis ans Ende aushalten. Ist dies aber so: was wird dann mit denen geschehen, die gleich beim ersten Anfall der Versuchung die Waffen von sich werfen und der Sinnlichkeit sich gefangen geben? Hüten wir uns, zur Zahl dieser Unglückseligen zu gehören.



    3. "Ich sage euch, viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Wer muss nicht zittern bei diesen Worten? Warum aber werden sie es nicht können? Weil der Himmel ein Kampfpreis ist, sie aber nicht kämpfen können. Denn wie viele, die während ihres Lebens von der Sinnlichkeit sich beherrschen ließen, werden, wenn sie bei ihrem Tod ihre Leidenschaft für eine Person, die sie sündhafter Weise lieben, oder für andere Dinge dieser Erde überwinden sollen, die Kraft nicht dazu haben, sondern sterben, wie sie gelebt haben. Wollen wir in diesem letzten Kampf siegreich sein, so ringen wir beständig, und lernen wir ernsthaft siegen, denn dieser letzte Sieg ist die Frucht vieler vorhergegangener Siege. "Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet." (Matthäus 10,22b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum11.03.2026 18:54
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet des heiligen Bonaventura am 12. März



    Gebenedeite Jungfrau, wenn meine Seele diese Welt verlässt, so komme du um deines glorreichen Namens willen mir entgegen, und schließe mich in deine Arme. Tröste mich alsdann, o Maria, durch deine liebliche Gegenwart, sei mir die Stiege und der Weg zum Himmel. Erlange mir Vergebung bei Gott und ewige Ruhe. O meine mächtige Fürsprecherin Maria, du musst deine Verehrer verteidigen, und dich ihrer vor dem Richterstuhl Christi annehmen. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Gregor



    O Gott, der Du der Seele Deines Dieners Gregor die Belohnung der ewigen Glückseligkeit gegeben hast, verleihe gnädig, die wir unter der Last der Sünden seufzen, durch seine Fürbitte bei Dir davon befreit werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Sankt Gregors Lebenslauf ist von nicht gerade alltäglicher Art, denn dass einer zunächst Oberbürgermeister von Rom und später Papst wird, ist nur ein einziges Mal in der Weltgeschichte vorgekommen, und das war bei Gregor der Fall.



    Vornehm und reich waren Gregors Eltern. Weit mehr jedoch als Vornehmheit und Reichtum war für die innere Entwicklung ihres Sohnes von Gewicht, dass die Eltern ein christgläubiges Leben führten. Anfänglich verfolgte Gregor die Beamtenlaufbahn und brachte es bei seiner Tüchtigkeit mit dreißig Jahren zum Oberbürgermeister der Weltstadt Rom. Weil er von rechter Römerart war, klug und umsichtig, versah er das Amt zum Segen für das Volk. Als er aber nach dem Tod des Vaters zum Erben eines Riesenvermögens wurde, verschenkte er zunächst einige Millionen an die Armen, mit dem Rest gründete er sechs Klöster auf der Insel Sizilien. Dann trat er zum allgemeinen Bedauern von seinem Posten zurück und bat um Aufnahme in das siebte von ihm gestiftete Kloster zu Rom. Derjenige, der bisher in Samt und Seide gekleidet einherging, fühlte sich glücklich, ein schlichtes Mönchsgewand zu tragen.



    Kurze Zeit nur durfte Gregor in der Stille des Klosters leben, denn bald danach schickte ihn der Papst als seinen Gesandten an den Kaiserhof nach Konstantinopel. Nachdem er dort einige Jahre erfolgreich zum Segen der Kirche gewirkt hatte und heimgerufen wurde, erwählten ihn die Mitbrüder zum Abt.



    Als in jener Zeit Abt Gregor einst über den Marktplatz in Rom ging, stieß er auf eine Gruppe von Männern, die als Sklaven zum Verkauf angeboten wurden. Damals war es nämlich der Kirche noch nicht geglückt, die Sklaverei abzuschaffen. Die Männer aber, die, als Gregor über den Platz ging, gerade angeboten wurden, waren stattliche Gestalten. Gleich erkundigte sich der Abt nach ihrer Herkunft, und als er hörte, dass es Angelsachsen aus dem heutigen England seien, und außerdem erfuhr, dass dieses Inselvolk noch im Heidentum lebte, sprach er das vielsagende Wort, dann wolle er aus den Angeln Engel machen. Schon am nächsten Tag war Gregor als ein Mann der frischen, frohen Tat auf dem Weg nach England, um dort als Missionar zu wirken. Nur drei Tage weit reiste er, dann rief ihn der Papst durch Eilboten in die Ewige Stadt zurück, denn auf einen solchen Mann wollte der Stellvertreter Christi nicht verzichten.



    Kurze Zeit später war Gregor selbst Papst, und eine der ersten Amtshandlungen, die er vornahm, bestand darin, dass er Missionare nach England schickte, die das Volk zum Christentum bekehren sollten. Und wenn später englische Missionare die deutschen Volksstämme für Christus eroberten, so verdanken wir das Glück, Christen zu sein, dem heiligen Gregor.



    Überhaupt hat Sankt Gregor als Papst so großartig gewirkt, dass er mit Papst Leo I. allein in der langen Reihe der Päpste den Beinamen „der Große“ erhielt. Streng war er und gütig und heilig in seiner Lebensführung. Gregor war es auch, der den nach ihm benannten Gregorianischen Gesang in der Kirche einführte, wie wir ihn beim feierlichen Hochamt singen. Vor 1400 Jahren, im Jahr 604, starb Papst Gregor der Große.



    Im Blick auf die Universalkirche vertrat Gregor den Grundsatz liturgischer Vielfalt. Der Gedanke, die römische Liturgie als Einheitsliturgie für die ganze katholische Kirche zu propagieren, lag ihm fern. Gregor der Große war vielmehr ein Anwalt regionaler Vielfalt. Als "Mönchspapst" nannte sich Gregor "Knecht der Knechte Gottes", was bis heute Bestandteil der päpstlichen Titel blieb.



    Die Armenfürsorge wurde ein wichtiges Element seines Pontifikats. Die Getreideversorgung der damals wohl noch immer etwa einige Zehntausend Einwohner zählenden Stadt Rom, die eigentlich dem Kaiser oblag, war mangelhaft, weshalb er die riesigen Ländereien der Kirche in Süditalien und Sizilien neu organisierte und bewirtschaften ließ. Zu Anfang jeden Monats fand eine allgemeine Verteilung von Lebensmitteln statt. Ebenso mahnte Gregor die anderen Bischöfe, dass der Hungernde nur dann für die Predigt empfänglich sei, wenn ihm zuvor eine "helfende Hand" gereicht wurde. Almosen betrachtete er als Gott dargebrachtes Opfer, das letztlich Gnade im Gottesgericht erwirkt.



    Gregor schrieb den Begriff "Papst" als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom fest. Mit ihm trat das Papsttum von der Spätantike ins Mittelalter über.



    Die Heiligsprechung erfolgte 1295 durch Papst Bonifatius VIII. Seine Attribute sind die Tiara, Buch, Taube, Arme bedienend. Er ist Patron des kirchlichen Schulwesens, der Bergwerke; des Chor- und Choralgesanges; der Gelehrten, Lehrer, Schüler, Studenten, Sänger, Musiker, Maurer, Knopfmacher; gegen Gicht und Pest.

    https://www.heiligen-legende.de/gregor-i-papst/

  • Vom Reich GottesDatum10.03.2026 20:49
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Fasten und von der Buße



    O Jesus, lass die Welt mit dir mich fliehen

    Und mit zur Buße in die Wüste ziehen:

    Denn mit dir fasten, wachen, kämpfen, leiden;

    Dies führt allein zu deinen Himmelsfreuden.




    1. Die Absicht des kirchlichen Fastens ist, durch Buße das Fleisch zu züchtigen, und durch heilige Enthaltsamkeit seine Begierlichkeit zu schwächen. Denn gewiss ist es, dass, wer das Fleisch nicht bändigt, und in die Knechtschaft zwingt, es dem Geist nimmermehr unterwerfen wird. Darum folgen wir der Ermahnung des heiligen Apostels, der uns bei der Barmherzigkeit Gottes beschwört, unsere Leiber zu einem lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer zu ergeben (Römer 12,1). Zumal in dieser heiligen Zeit, die der Buße besonders vorbehalten ist, weil darin die Geheimnisse des bittersten Leidens und Todes unseres göttlichen Heilandes gefeiert werden. Wie auch könnten je liebende Kinder der Freude zur Zeit sich überlassen, wo die Leichenfeier ihres Vaters begangen wird.



    2. Das Fasten ist alt wie die Welt. Schon Mose fand es vor. Der Sohn Gottes heiligte es. Seine Kirche schreibt es vor nach seiner Anordnung. Und alle ihre wahren Kinder beobachteten es in allen Jahrhunderten. Das Fasten ist eine heilsame Arznei für Leib und Seele. Gott verleiht die Kraft, es zu vollbringen, und nimmt die Kraft denjenigen hinweg, die es nicht beobachten. Wer also sein Leben und seine Gesundheit durch die Übertretung des heiligen Gesetzes erhalten will, der wird sie verlieren. Sind wir streng gegen uns, dann wird Gott sanft uns gegenüber sein. Bestrafen wir uns, dann wird er uns nicht bestrafen. Verzeihen wir uns nichts, dann wird er uns alles verzeihen.



    3. Fasten, Buße und Abtötung der Sinne sind eine Fortsetzung des Opfers Jesu Christi, und sie erfüllen an uns, was uns noch mangelt an seinem Leiden. (Kolosser 1,24) Denn dadurch nehmen wir wirksamen Anteil an seinen Schmerzen, und es werden unsere Leiber Glieder seines Körpers, von seinem Geist beseelt und zur künftigen Glorie vorbereitet. Darum greifen wir nun zu den Waffen der Buße, und reihen wir uns an unseren göttlichen Feldherrn, mit ihm über die Sünde zu siegen. Nichts ist dem Glauben, nichts der Liebe unmöglich. "Wenn wir mit Christus leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden." (Römer 8,17)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum10.03.2026 20:41
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 11. März



    Zu dir nehme ich meine Zuflucht, o Mutter aller Gläubigen, du Trost der Betrübten, Quelle der Barmherzigkeit und der Gnade, und rufe dich an um deine mütterliche Milde und deine mächtige Fürsprache, du höchste, glückseligste Mutter und Tochter des höchsten Königs. Komm und eile, mir aus dem Schatz der göttlichen Erbarmungen Hilfe und Rat zu bringen in allen Anliegen und Wünschen, in allen Ängsten und Nöten und überall, wo ich etwas zu tun, zu reden oder zu denken habe, bei Tag und bei Nacht und in allen Stunden und Augenblicken des Lebens. Amen.



    Zu Jesus Christus



    Siehe, o gütiger und milder Jesus, ich werfe mich vor Deinen Augen auf die Knie. Inbrünstig bitte und beschwöre ich Dich: Präge meinem Herzen lebendige Gefühle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ein sowie wahre Reue über meine Sünden und den ganz festen Willen, mich zu bessern. Voll Liebe und Schmerz schaue ich Deine fünf Wunden und betrachte sie in meinem Geist. Dabei halte ich mir vor Augen, was im Hinblick auf Dich, o guter Jesus, schon der Prophet David Dir in den Mund legte: "Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; alle meine Gebeine haben sie gezählt."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Das Gebiet von Artois in Nordfrankreich ist im schrecklichen 1. Weltkrieg oft genannt worden. Viele unserer Soldaten ruhen dort in fremder Erde, die auf lange Jahre die Spuren erbitterter Kämpfe zwischen den Völkern tragen wird. Friedlichere Spuren hat dort ein geistiger Kämpfer hinterlassen, der vor dreizehnhundert Jahren lebte und dem Land durch sein seltenes Tugendbeispiel und seinen mutigen Kampf gegen Sünde und Ungerechtigkeit eine glücklichere Berühmtheit verschaffte. Schon sein Name Vindizian, was Beschützer, Verteidiger, Rächer bedeutet, war ein glückliches Vorzeichen, dass er die Kirche wider ihre Feinde schützen und verteidigen und die Verletzung ihrer Rechte und ihrer Diener in christlicher Weise rächen würde.



    Vindizian wurde in Bullecourt bei Bapaume um das Jahr 620 geboren. In Unschuld verging seine Kindheit. Gottesfurcht und gute Bildung waren das köstlichste Erbteil, das ihm seine verständigen Eltern hinterließen, wertvoller als die ansehnlichen irdischen Erbgüter. Sie hatten ihn für einige Zeit dem heiligen Eligius, Bischof von Noyon und Tournay, übergeben, der ihn im geistlichen Leben und im Studium der Heiligen Schrift bildete. Dieser große Bischof hatte auf dem der Heimat des Vindizian benachbarten, noch heute nach ihm Mont St. Eloi benannten Berg eine Einsiedelei erbauen lassen, die er gerne besuchte, um dort desto freier die Luft der Ewigkeit zu atmen. Hier schöpfte auch Vindizian aus der geistvollen Unterhaltung, dem Unterricht und trefflichen Beispiel des Meisters wie aus einer überfließenden Quelle die Wissenschaft des Heils, die Kenntnis und Übung der vorzüglichsten christlichen Tugenden. Nach Arras zurückgekehrt, trat der junge Mann in den Klerus dieser Kirche ein unter dem heiligen Bischof Autbert (+ 668), Fest: 13.12.) dessen treffliches Beispiel ihn noch mehr vervollkommnete.



    Das Ansehen und die Hochachtung Vindizians ob seiner Tugenden, besonders der Sanftmut, des Eifers für das Wohl des Nächsten, der Mäßigkeit und Keuschheit stieg immer mehr. Nicht minder wurde auch seine Weisheit und seine Fähigkeit in Verwaltungssachen geschätzt. Als der heilige Armand, Bischof von Mastricht, nach Arras kam, um über den letzten Willen der heiligen Richtrud vor ihrem Eintritt ins Kloster Marchienne zu entscheiden, da wurde auch Vindizian als Berater beigezogen. Seine Geschicklichkeit bewährte sich so sehr, dass Bischof Autbert ihn zur Verwaltung der Diözese Arras heranzog und ihn als Generalvikar während der Zeit aufstellte, in der er zu Cambrai seines Amtes waltete. Beide Kirchen standen damals unter einem Bischof. In solcher Stellung hat Vindizian sicher auch mit Rat und Tat an der Errichtung der berühmten Abtei des heiligen Vedast (St. Vaast) mitgewirkt. Als dann der heilige Autbert am 13. Dezember 669 starb, da fand das gläubige Volk von Arras und Cambrai in der Hoffnung großen Trost, in Vindizian als Nachfolger einen vollen Ersatz für den schweren Verlust zu erhalten. Der neue Bischof enttäuschte auch nicht. Schritt er doch in allem in den Spuren seines großen Vorgängers. Er war ein Vater der Seinen, voll der gleichen Zärtlichkeit, ein ebenso liebenswürdiger Hirte, gleich wachsam und uneigennützig wie Autbert. Was dieser begonnen hatte, wie den Bau von Spitälern und Klöstern, so das von St. Vasst, vollendete Vindizian getreulich im Geist seines Vorbildes.



    In mehrfacher Weise hatte Vindizian Gelegenheit, als Verteidiger und Wiederhersteller verletzten Rechtes aufzutreten. Eine fromme, adelige Jungfrau Maxellendis war von Harduin aus Cambrai wegen Bewahrung ihrer jungfräulichen Reinheit ermordet worden. Gott, der seine Heiligen liebt und die Ehre dieser Martyrin der Jungfräulichkeit erhöhen wollte, gab dem eifrigen Bischof innerlich die Anregung, den Leib der heiligen Jungfrau von seiner ersten Begräbnisstätte in Pomeriolas nach Candri, an den Ort zu übertragen, wo sie gemartert worden war. Wie König David freudig und Gott in Liedern preisend die heilige Arche in die heilige Stadt einführte, so nahm auch Vindizian in seliger Herzenswonne und mit großer äußerer Pracht diese Übertragung vor und hielt dabei die Lob- und Ehrenrede auf die Martyrin.



    Noch schrecklichere Verbrechen schrien nach Sühne. Der rachsüchtige Hausmeier (Reichsregent) Ebroin, der mit König Theodorich III. wieder zur Macht gelangt war, verfolgte den heiligen Bischof Leodegar von Autun, der unter dem vorigen König Childerich als Hausoberster bestellt war, mit unversöhnlichem Hass. Unmenschliches musste der Martyrer des Rechtes im Kerker dulden. Die weltlichen Großen und die Bischöfe, denen Ebroin ebenfalls abgeneigt war, planten eine Versammlung in Compiegne. Ebroin versuchte den König Theodorich zu überreden, sie zu verbieten. Die Synode kam dennoch zustande und traf verschiedene für das allgemeine Wohl nützliche Anordnungen. Der heilige Vindizian war es besonders, der durch seine bewundernswerte Gewandtheit sowohl die Großen und die Bischöfe, wie auch den König zu gewinnen und zu vereinen wusste. Der König begabte sogar seine Kirche von Arras mit reichlichen Gütern und Freiheiten und machte sie exempt, frei von weltlicher Oberherrschaft.



    Doch Ebroin ruhte nicht, bis er den verfolgten Leodegar vollends aus dem Leben geschafft hatte. Dafür traf ihn später selber eines Mörders Hand. König Theodorich war nicht ganz unschuldig an dem Frevel, der an dem Heiligen und zugleich an der bischöflichen Würde war begangen worden. Die Bischöfe hielten es für notwendig, dass der Fürst dieses große Ärgernis sühne, um die Sittengewalt und das Ansehen der Kirche aufrecht zu erhalten. Wer aber sollte die so gefährliche Aufgabe übernehmen, dem König offen und frei sein großes Verbrechen vorzuhalten und ihn zur Buße zu mahnen? Sie fanden unter ihnen keinen tauglicheren als den heiligen Vindizian, weil seine anerkannte Tugend und Heiligkeit allein imstande war, auf einen so sittenlosen Hof Eindruck zu machen. Der Heilige unternahm es. Voll Mut und Gottvertrauen sprach er vor dem König und seiner Umgebung mit solcher Glut der Beredsamkeit, dass er gleich von Anfang an, nicht ohne sichtbaren Beistand des Heiligen Geistes, die Gemüter aller zu gewinnen vermochte. Pflicht des Priesters sei es, so führte der Redner unerschrocken aus, einen Schuldigen zu mahnen, damit er nicht in der Sünde sterbe und mit ihm auch der Priester Strafe erleide. Pflicht sei es für den König gerechterweise auf die Mahnung zu hören. Das mit seinem Wissen an Leodegar begangene Verbrechen sei so groß und verabscheuungswürdig, dass die auf der Synode versammelten Bischöfe nicht wussten, wie die schwere, dem Recht geschlagene Wunde zu heilen sei. Unerlässlich sei es für den König, sich wieder mit Gott zu versöhnen, seine Schuld einzusehen und mit Hiob, dem Gerechten, zu sprechen: „Nicht verhehle ich nach Menschenart meine Sünde oder verberge in meiner Brust meine Missetat.“ Ja er müsse wie König David in einem ähnlichen Fall öffentlich seine Schuld bekennen mit den Worten: „Kommt lasst uns anbeten und niederfallen vor dem Herrn und weinen vor ihm, der uns gemacht hat.“ So werde der König dann auch mit David vom Himmel das Wort zu hören verdienen: „Weil dich deine Sünde reute, so hat der Herr sie hinweggenommen, du wirst nicht sterben!“



    Vindizians Mahnrede war vom vollen Erfolg begleitet. So bußfertig unterwarf sich der Getadelte dem Strafurteil, dass man zweifeln konnte, ob Vindizian freimütiger war im Strafen oder Theoderich bereitwilliger im Gehorchen. Der König unternahm nicht nur als rechtliche Sühne die Gründung einiger Klöster, wichtiger noch war die Änderung seines Lebenswandels.



    Am Ende seiner Tage zog sich der fromme Bischof in ein Landhaus zurück, um sich ganz der Vorbereitung auf den Tod zu widmen. In Betrachtung des Himmlischen kostete er schon im Voraus seine Herrlichkeiten. Nochmals rief ihn eine wichtige Angelegenheit nach einem Ort seiner Diözese, nach Brosselles. Hier ergriff den mehr als achtzigjährigen Mann ein bösartiges Fieber, dem er am 11. März 705 erlag.



    Eine schwere Berufsaufgabe, eine peinliche Pflicht mit entschlossenem Mut und festem Gottvertrauen unternommen, lässt guten Erfolg hoffen, weil der Segen des Opfers sich mit der Kraft von oben verbindet.


    https://www.heiligen-legende.de/vindizia...as-und-cambrai/

  • Vom Reich GottesDatum09.03.2026 22:14
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    An der Aschermittwoche



    Hold bist du, Frühlingszeit.

    Dir jubelt die Natur.

    Doch plötzlich bist du weit,

    Und lässest keine Spur.

    So kommt der Mensch, und blüht und geht,

    Bis er wie Staub im Wind verweht.



    1. In mütterlicher Weisheit erinnert uns in diesen Tagen die heilige Kirche im Anbeginn der Fastenzeit durch die Bestreuung mit Asche an unsere Sterblichkeit. Denn wissen wir auch alle, dass wir nach kurzer Zeit in Asche zerfallen, so pflegen dennoch die Zerstreuungen der Welt diese ernste Wahrheit unserem Gedächtnis gar oft zu entrücken. Wie sprechend aber ist dieses Sinnbild, und wie warnend ermahnt es uns an unsere Hinfälligkeit und an die Vergänglichkeit aller Größe und Herrlichkeit dieser Welt. Denn was sind nun alle jene Großen, Reichen und Gewaltigen, vor denen einst alles sich bückte? Was sind so viele unserer Bekannten und Verwandten? Staub und Asche.



    2. Oft wird in der Schrift der Mensch einem Baum verglichen. Lieblich ist der Anblick eines Baumes, so lange er grünt und mit Laub und Früchten prangt. Wird er aber umgehauen, oder durch einen Sturm der Erde entrissen und verbrannt: was bleibt übrig dann von ihm, außer ein wenig Asche? Dieser Baum sind wir alle. Denn wie schön, wie reich, wie weise, wie mächtig auch ein Mensch sei, ja beherrschte er auch die Welt: was ist er nach kurzer Zeit? Moder und Asche. So lange Bäume fest wurzeln und leben, unterscheiden wir genau die Eiche von der Palme, die Zypresse von der Espe. Sind sie aber verbrannt, dann bleibt von ihnen nichts als ein wenig Asche übrig, und keine Spur ihrer früheren Schönheit und Höhe ist mehr zu sehen.



    3. Führen wir dies Gleichnis tief zu Gemüte. Und lösen wir unser Herz bei Zeiten von den Täuschungen dieses Lebens. Sammeln wir Schätze für die Ewigkeit, so lange es uns noch gestattet wird, dass wir nicht am Ende des Lebens mit den Gottlosen ausrufen müssen: "Was hat unser Hochmut, was hat unser Reichtum uns genützt?" Dies alles ging vorüber wie ein Schatten, wie ein Schiff, das keine Spur im Wasser zurücklässt, wie ein Vogel, der durch die Lüfte schwirrt. Also hat es ein Ende genommen mit uns, und wir können kein Zeichen der Tugend aufweisen. "Bedenke, o Mensch: Staub bist du, zum Staub musst du zurück."(Genesis 3,19b)


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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