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#1

Das Messopfer oder Mahlfeier

in Das allerheiligste Altarsakrament 31.03.2014 21:40
von blasius (gelöscht)
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Zitat:

Die Haltung der Piusbruderschaft

Das Messopfer oder Mahlfeier:

Die Haltung der Piusbruderschaft wird vom Konzil folgendermaßen bestimmt: Es istdieselbe Opfergabe in beiden Opfern, nämlich Jesus Christus.

In der Messe werden nicht Brot und Wein geopfert (diese hören mit der Wandlung ja auf zu existieren), sondern der Leib und das Blut Jesu Christi.

Auch der Opferpriester ist derselbe, mit dem Unterschied allerdings, dass sich Christus am Kreuz allein hingeopfert hat, während er sich in der Messe dazu des menschlichen Priesters bedient, der aber nur als Werkzeug Christi handelt.

Die Opferweise ist allerdings verschieden. Am Kreuz hat sich Christus blutig hingeopfert, in der Messe tut er es auf unblutige Weise.

Die Doppelkonsekration, d. h. die getrennte Wandlung des Brotes in den Leib und des Weines in das Blut Christi, dient aber dazu, die Trennung des Leibes und Blutes Christi am Kreuz anzudeuten.[4]

Auszug aus:


http://pius.info/weitere-werke/5396-mess...iusbruderschaft


zuletzt bearbeitet 31.03.2014 21:44 | nach oben springen

#2

RE: Das Messopfer oder Mahlfeier

in Das allerheiligste Altarsakrament 01.04.2014 00:03
von Aquila • 5.547 Beiträge

Lieber blasius, liebe Leser/innen

Das im vorigen Beitrag zusammenfassend geschilderte Wesen des
hl. Mess-Opfers ist im
Schott-Messbuch aus dem Jahre 1960 ausführlich auseinandergefaltet.
-

"Vom heiligen Meßopfer

1. "Um die ewige Erlösung zu wirken (Hebr. 9, 12),
wollte Christus sich einmal auf dem Altare des Kreuzes dem Vater zum Opfer darbringen.
Sein Priestertum sollte aber mit seinem Tode
nicht aufhören
.

Deshalb brachte er
beim letzten Abendmahl
seinen Leib und sein Blut
unter den Gestalten von Brot und Wein Gott Vater dar
und wollte damit seiner Kirche ein Opfer hinterlassen,
durch welches das blutige, einmal am Kreuze darzubringende Opfer vergegenwärtigt,
das Andenken daran bis zum Ende der Welt festgehalten
und seine heilsame Kraft zur Nachlassung der Sünden zugewendet würde,
die von uns täglich begangen werden" (Trid. Sess. XXII, c. 1).

So das Konzil von Trient.

Es bringt das Opfer der heiligen Messe mit der Passahfeier im Abendmahlssaal
und mit dem Opfer Christi am Kreuze in Verbindung.
Es erklärt, daß die heilige Messe ein
"wahres und eigentliches Opfer" ist.
Die Opfergabe, die Gott in der heiligen Messe dargebracht wird,
ist
ein und dieselbe
wie jene, die einst am Kreuze geopfert wurde,
nämlich Christus, der Gottmensch,
eine reine, heilige, unbefleckte, Gott vollkommen wohlgefällige Opfergabe,
eine Opfergabe von unendlichem Wert
.

Darin liegt die überragende Würde des Opfers der heiligen Messe,
daß wir in ihr Christus selbst, den lebendigen Christus
mit Gottheit und Menschheit,
mit seinem heiligen Innenleben, mit seinem Beten, Lieben,
Lobpreisen und Sühnen, mit den unendlichen Verdiensten seines Erdenwirkens
und mit der überschwenglichen Fülle der Güte und Werte
seines verklärten Lebens im Himmel
als unsere Gabe vor Gott bringen können.

Die Macht dazu ist uns durch die heilige Taufe verliehen worden:
dazu sind wir Getaufte, Christen,
um diese erhabene Opfergabe Gott mit dem Priester darbringen zu können,
ihm dadurch eine vollkommene, Gottes wahrhaft würdige Verherrlichung zu bieten
und so den Zweck unseres Daseins ganz zu erfüllen.

Die Gestalten von Brot und Wein
sind zum Vollzug des eucharistischen Opfers wesentlich notwendig,
da sie das Opfer Christi in der heiligen Messe zu einem
sichtbaren Opfer machen
.

"Die Natur des Menschen verlangt ein sichtbares Opfer" (Konzil von Trient).

(Christus der Opferpriester.)
Christus ist in der heiligen Messe
zugleich die Opfergabe
und der Opferpriester
.

Am Kreuz und auf dem Altar haben wir "ein und dieselbe Opfergabe und ein und denselben Opfernden [Priester]" (Konzil von Trient).
"Weil im Alten Testament wegen der Unzulänglichkeit des levitischen Priestertums die Vollendung (das Vollkommene) nicht erreicht werden konnte,
mußte ein anderer Priester auftreten, unser Herr Jesus Christus" (Konzil von Trient).
In der heiligen Messe steht der "heilige, schuldlose, reine Hohepriester,
der nicht aus der Zahl der Sünder, sondern über alle Himmel erhaben ist" (Hebr. 7, 26), am Altar. Sein Beten und Opfern hat einen unendlichen, göttlich großen Wert.
Jedes Opfern und Beten eines Geschöpfes im Himmel und auf Erden,
das nicht in das Opfern dieses Hohenpriesters einbezogen und mit ihm eins geworden ist,
wäre gehaltlos, eine Schale ohne Kern, vor Gott ohne Wert und Wirkung.

(Christus und der menschliche Priester.)
Christus ist in der Feier der heiligen Messe der eigentliche Priester und Opferer.
Aber er opfert durch den sichtbaren,
d.h. durch den geweihten menschlichen Priester
.

Dieser besitzt in seinem Priestertum
kein anderes Priestertum als das Christi selbst,
er übt Christi unsichtbares Priestertum in sichtbarer Weise aus,
ganz und gar abhängig vom Hohenpriester,
als dessen Werkzeug und Stellvertreter.
So ist und bleibt Christus der eigentliche Priester.
Er ist dies in der heiligen Messe nicht etwa bloß dadurch,
daß er sie eingesetzt und sie darzubringen befohlen hat;
auch nicht bloß dadurch, daß sie ihre Kraft und Wirksamkeit von ihm hat,
oder bloß dadurch,
daß er Priester und Gläubige zur Feier und Mitfeier der heiligen Messe anregt,
sondern vor allem durch die unmittelbare und persönliche Darbringung
des eucharistischen Opfers.
Christus opfert, indem er in jeder heiligen Messe,
durch die Kraft seiner Gottheit und Menschheit,
mittels des geweihten Priesters Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut verwandelt.
In der Verwandlung (Konsekration) vollzieht sich
die eigentliche Opferhandlung der heiligen Messe.
Diese Verwandlung nimmt aber in jeder heiligen Messe Christus selber vor:
"Das ist mein Leib. Das ist mein Blut"
.
In jeder Messe
betätigt er seine priesterliche Gesinnung Gott und den Menschen gegenüber,
die vollkommene Hingabe an den Vater zum Heile der Menschen.

Mag der geweihte Priester, der Mensch,
auch unvollkommen sein, mag er mit Schwachheiten und Sünden behaftet,
ja mit unreinen Händen am Altare stehen,

das Opfer, das er darbringt,
bleibt doch immer rein:
das Opfer Christi.
Deshalb ist das eucharistische Opfer stets und überall
das heilige, unbefleckte Opfer und, wie das Opfer am Kreuz,
von unendlichem Wert und unendlicher Vollkommenheit
.


(Opferhandlung = Konsekration.)
Zum Opfer gehört außer der Opfergabe und dem Opferpriester die
Opferhandlung.
Die eucharistische Opferhandlung ist
in der Konsekration des Brotes und Weines beschlossen.
Die "Opferung" der Messe ist nicht die eigentliche Opferhandlung:
sie ist die Überbringung der Opfergaben auf den Altar,
die liturgische Zubereitung der Opfergaben
und zugleich der sichtbare Ausdruck unserer Teilnahme am Opfer,
da die Opfergaben auch ein Sinnbild von uns sind (Opfervorbereitung).
Wahre und wirkliche Opferhandlung ist
die heilige Wandlung
.
Gerade als Opferhandlung muß die Wandlung irgendwie der sinnlich wahrnehmbare, menschliche Ausdruck der innern Opfergesinnung Christi
und der sich mit ihm opfernden Kirche sein.
[....]
Sicher ist, daß Christus,
und zwar indem er als Haupt der Kirche
und mit seiner Kirche opfert,
im Opfer der heiligen Messe
die Opfergesinnung,
die er am Kreuze hatte, unverändert besitzt und zur Darstellung bringt
,

freilich
nicht mehr in der Form eines blutigen, qualvollen Sterbens,
sondern "in unblutiger Weise
" (Konzil von Trient).
Sicher ist,
daß die heilige Messe wie das Kreuzesopfer
ein wahres, in der Gegenwart sich vollziehendes Opfer ist.
Bei diesem Opfer wird an der Opfergabe eine Handlung vorgenommen,

in der der Heiland seine ewig bleibende,
unendlich vollkommene Gesinnung gegen Gott,
von der er am Kreuze beseelt war,
zum Ausdruck bringt und für die Ehre Gottes und unser Heil fruchtbar macht."


-


Siehe dazu bitte auch:

Die Messe in ihren Riten erklärt
-


Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 01.04.2014 00:05 | nach oben springen

#3

RE: Das Messopfer oder Mahlfeier

in Das allerheiligste Altarsakrament 19.01.2017 23:48
von Blasius • 2.401 Beiträge

Alte Kirche, neue Kirche,
1. Wurde dieser Ritus vom Trienter Konzil (1545-1563) »geschaffen« oder ist er sehr viel älter?



Er wurde kein Dogma,

Liebe Grüße, Blasius

Wie alt ist der tridentinische Meßritus?



1. Wurde dieser Ritus vom Trienter Konzil (1545-1563) »geschaffen« oder ist er sehr viel älter?

Papst Benedikt XVI. erklärt in seinen schriftlichen Erinnerungen, wie er mittels des Schottmessbuches »langsam in die geheimnisvolle Welt der Liturgie« eindrang:

»Immer klarer wurde mir, daß ich da einer Wirklichkeit begegnete, die nicht irgendjemand erdacht hatte, die weder eine Behörde noch ein großer einzelner geschaffen hatte. Dieses geheimnisvolle Gewebe von Text und Handlungen war in Jahrhunderten aus dem Glauben der Kirche gewachsen. Es trug die Fracht der ganzen Geschichte in sich und war doch zugleich viel mehr als Produkt menschlicher Geschichte. Jedes Jahrhundert hatte seine Spuren eingetragen:

Die Einführungen ließen uns erkennen, was aus der frühen Kirche,
was aus dem Mittelalter, was aus der Neuzeit stammte.«

»Ein Missale Pius¹ V., das von ihm geschaffen worden wäre, gibt es nicht.
Es gibt nur die Überarbeitung durch Pius V. als Phase in einer langen Wachstumsgeschichte.«

Joseph Kardinal Ratzinger,
Aus meinem Leben, DVA 1997, S.23 u. 172

Der renommierte Liturgiewissenschaftler
Msgr, DDr. Klaus Gamber zu derselben Frage:

»Es gibt im strengen Sinn keine 'Tridentinische Messe', weil im Anschluß an das Konzil von Trient kein neuer Messordo geschaffen worden ist. Das Missale, das Pius V. redigieren ließ, ist nämlich nichts anderes als das schon Jahrhunderte zuvor in Rom entstandene ... Kurien-Missale... Der Mess-Kanon war, bis auf kleine Änderungen unter Gregor I. (590-604), bereits unter Gelasius I. (492-496) in der bis jetzt gültigen Form ausgebildet."

Msgr. DDr. Klaus Gamber, Die Reform der römischen Liturgie, Regensburg 1979, S.17f. u. S.58
Die 'Kurze Kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae' (d.h. der Neuen Messordnung, die 1969 eingeführt wurde), beim Papst 1969 vorgelegt durch die Kardinäle Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci, kommt zu demselben Ergebnis:

"Unsere Messe reicht ohne wesentliche Änderung bis in die Zeit zurück, in der sie sich aus der ältesten gemeinsamen Liturgie entwickelte."

Kurze kritische Untersuchung des NOM, Sarto Verlag, S.5

NOM – eine Fortentwicklung?

2. Ist der NOM (die 1969 eingeführte Neue Messordnung) eine organische Fortentwicklung des überlieferten römischen Ritus oder handelt es sich um einen neuen Ritus?
»An die Stelle der gewordenen Liturgie hat man die gemachte Liturgie gesetzt. Man wollte nicht mehr das organische Werden und Reifen des durch die Jahrhunderte hin Lebendigen fortführen, sondern setzte an dessen Stelle - nach dem Muster technischer Produktion - das Machen, das platte Produkt des Augenblicks.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Gedenkschrift für den verstorbenen Liturgiewissenschaftler Msgr. DDr. Klaus Gamber “Simandron - der Wachklopfer«, W. Nyssen, Köln 1989, S.14f.


»Ich war bestürzt über das Verbot des alten Missale, denn etwas Derartiges hat es in der ganzen Liturgiegeschichte nie gegeben... Das nunmehr erlassene Verbot des Missale, das alle Jahrhunderte hindurch seit den Sakramentaren der alten Kirche kontinuierlich gewachsen war, hat einen Bruch in die Liturgiegeschichte getragen, dessen Folgen nur tragisch sein konnten... Man brach das alte Gebäude ab und baute ein anderes,....«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S.173

Im Jahre 1971 erhoben weltweit 100 Prominente, darunter viele Andersgläubige, sogar Agnostiker, ihre Stimme gegen die "Zerstörung" der überlieferten römischen Messe, in der sie ein überragendes Werk der Weltkultur sahen, vergleichbar den Domen und Kathedralen, die für diese Liturgie geschaffen worden seien und deren Abriß ebenso kein Gebildeter zulassen dürfe.

Una-Voce-Korrespondenz 1/1971, S.287f.


Vom Konzil gewollt?

3. Haben die Väter des II. Vatikanischen Konzils einen neuen Meßritus gewollt?

»Die Reform der Liturgie aus dem Geist der liturgischen Bewegung bildete für die Mehrheit der Konzilsväter keine Priorität, für sehr viele überhaupt kein Thema. So hat zum Beispiel Kardinal Montini, der als Papst Paul VI. zum eigentlichen Konzilspapst wurde, bei seinem Themenaufriß nach Beginn des Konzils ganz klar gesagt, daß er hier keine wesentliche Aufgabe für das Konzil finden könne.«
Vor allem Deutschland und Frankreich setzten es jedoch durch, daß in der Vorbereitungsphase ein Schema über die heilige Liturgie erarbeitet wurde. Mit dem vom Konzil verabschiedeten Schema wurde jedoch in keiner Weise ein Bruch mit dem überlieferten römischen Ritus beabsichtigt:

»Keinem der Väter wäre eingefallen, in diesem Text eine «Revolution» zu erblicken, die das «Ende des Mittelalters» bedeuten würde, wie ihn inzwischen Theologen glauben interpretieren zu sollen. Man sah dies als eine Fortführung der von Pius X. eingeleiteten und Pius XII. behutsam, aber zielstrebig vorangetriebenen Reformen an. Die Generalklauseln wie «die liturgischen Bücher sollen baldigst revidiert werden» (Nr.25) wurden in diesem Sinn verstanden: als kontinuierliche Fortführung jener Entwicklungen, die es immer gegeben hatte und die seit den Päpsten Pius X. und Pius XII. ein von der Wiederentdeckung der klassischen römischen Traditionen bestimmtes Profil erhalten hatten. ... Es ist in diesem Zusammenhang nicht überraschend, daß die neugestaltete «Mustermesse», die an die Stelle des bisherigen Ordo missae treten sollte und trat (Anmerkung: der NOM), von der Mehrheit der dafür zu einer Sondersynode zusammengerufenen Väter 1967 abgelehnt worden ist.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S.103f.

4. Kann man sich für die Einführung der Neuen Messordnung auf die Liturgiekonstitution von Vatikanum II «Sacrosanctum concilium» berufen?

Daß manche (oder viele?) Liturgiker, die als Berater wirkten, von vornherein weitergehende Absichten hatten, kann man inzwischen manchen Veröffentlichungen entnehmen; eine Zustimmung der Väter hätten sie zu solchen Wünschen sicher nicht gefunden. Im Text des Konzils waren sie auch in keiner Weise ausgedrückt, obwohl man sie nachträglich in manche Generalklauseln hineinlesen kann.«
Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S. 106

Zitat aus der Liturgiekonstitution von Vatikanum II vom 4.Dezember 1963:

"4. Treu der Überlieferung erklärt das Heilige Konzil schließlich, daß die heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt. Es ist ihr Wille, daß diese Riten in Zukunft erhalten und in jeder Weise gefördert werden".
Sechs Jahre später wurde der überlieferte römische Ritus, der über 1500 Jahr lang das Leben der Kirche geprägt hatte, de facto abgeschafft und durch die Neue Messordnung ersetzt.

Bruch mit der Tradition?

5. Besteht inhaltlicher Bruch zwischen der Neuen Meßordnung und der überlieferten Meßtheologie?

»Das Zweite Vatikanische Konzil behandelt man nicht als Teil der lebendigen Tradition der Kirche, sondern direkt als Ende der Tradition und so, als fange man ganz bei Null an.

Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt. Dieser Eindruck wird besonders durch Ereignisse des täglichen Lebens verstärkt. Was früher als das Heiligste galt - die überlieferte Form der Liturgie - scheint plötzlich als das Verbotenste und das Einzige, was man mit Sicherheit ablehnen muß...

Das führt bei vielen Menschen dazu, daß sie sich fragen, ob die Kirche von heute wirklich noch die gleiche ist wie gestern, oder ob man sie nicht ohne Warnung gegen eine andere ausgetauscht hat.«
Joseph Kardinal Ratzinger, Rede vor den Bischöfen von Chile vom 13.7.1988, Der Fels 12/88, S. 343
»Daß die negativen Seiten der Liturgischen Bewegung hernach verstärkt wiederkehren und geradezu auf die Selbstzerstörung der Liturgie hindrängen würden, habe ich nicht vorauszusehen vermocht.« ... »Ich bin überzeugt, daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert wird, 'etsi Deus non daretur'.«

Anmerkung: 'etsi Deus non daretur' - zu deutsch: 'als ob Gott (in der hl.Kommunion) nicht gegeben würde'.

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S. 64 u. 174

Alfons Maria Kardinal Stickler über die Neue Messordnung:
"Hier liegt keine Reform, sondern eine Zerstörung vor... In der Messe Pauls VI. ist das Opfer umgeformt worden zu etwas, das man als ein Mahl bezeichnen könnte."

Interview mit der amerikanischen Zeitschrift The Latin Mass,
Summeer 1995, S.12 und 16


Die 'Kurze kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae', vorgelegt von den Kardinälen Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci:

"Wie die beiliegende kurze Untersuchung ... hinlänglich zeigt, stellt der Novus Ordo Missae ... sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der kaholischen Theologie der heiligen Messe dar, wie sie in der XXII. Sitzung des Konzils von Trient formuliert wurde."

Kurze kritische Untersuchung des NOM, Sarto Verlag, S.5

Freiheit der alten Messe


6. Ist jeder Priester der römischen Kirche frei, privat und öffentlich den überlieferten Meßritus zu lesen?

»...die Ächtung der bis 1970 gültigen Form von Liturgie muß aufhören. Wer sich heute für den Fortbestand dieser Liturgie einsetzt oder an ihr teilnimmt, wird wie ein Aussätziger behandelt; hier endet jede Toleranz... Derlei hat es in der ganzen Geschichte nicht gegeben, man ächtet damit ja auch die ganze Vergangenheit der Kirche. Wie sollte man ihrer Gegenwart trauen, wenn es so ist? Ich verstehe, offen gestanden, auch nicht, warum so viele meiner bischöflichen Mitbrüder sich weitgehend diesem Intoleranzgebot unterwerfen, das den nötigen inneren Versöhnungen in der Kirche ohne einsichtigen Grund entgegensteht.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Gott und die Welt - Glauben und Leben in unserer Zeit, Ein Gespräch mit Peter Seewald, 2. Aufl., München 2000, S.357

In seiner Zeit als Kardinal hat Papst Benedikt XVI. mehrmals den überlieferten Ritus öffentlich zelebriert und dadurch gezeigt, daß er ihn keineswegs für abgeschafft hält. Er argumentiert so:

»Nach dem II.Vatikanum entstand der Eindruck, der Papst könne eigentlich alles in Sachen Liturgie, vor allem, wenn er im Auftrag eines ökumenischen Konzils handle.... Tatsächlich aber hat das I.Vatikanum den Papst keineswegs als absoluten Monarchen definiert, sondern ganz im Gegenteil als Garanten des Gehorsams gegenüber dem ergangenen Wort: Seine Vollmacht ist an die Überlieferung des Glaubens gebunden - das gilt gerade auch im Bereich der Liturgie. Sie wird nicht von ŒBehörden gemacht`. Auch der Papst kann nur demütiger Diener ihrer rechten Entwicklung und ihrer bleibenden Integrität und Identität sein.«

Der Geist der Liturgie, Freiburg i. Breisgau 2000, S. 142f.
»Es ist überhaupt nicht einzusehen, was (am alten Ritus) gefährlich oder unannehmbar sein sollte. Eine Gemeinschaft, die das, was ihr bisher das Heiligste und Höchste war, plötzlich als strikt verboten erklärt und das Verlangen danach geradezu als unanständig erscheinen läßt, stellt sich selbst in Frage. Denn was soll man ihr eigentlich noch glauben? Wird sie nicht morgen wieder verbieten, was sie heute vorschreibt?«

Joseph Kardinal Ratzinger, Salz der Erde, Heyne, 2001, S. 188

http://www.kloster-reichenstein.de/M-01-Papstzitate.html


zuletzt bearbeitet 19.01.2017 23:55 | nach oben springen


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