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Oktavsonntag - Weisser Sonntag.



#121

RE: Aschermittwoch / Fastenzeit

in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi 21.03.2026 22:46
von Aquila • 7.645 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Zum Ersten Passionssonntag - Judica
aus einer Predigt von Hw Hans Milch aus dem Jahre 1983:
-

[....]
"In allem ist Christus Vorbild.
Sein ganzes Verhalten, sein Kampf, seine Erhabenheit, seine Souveränität, seine Überlegenheit hat Er uns vermacht.
Wir sind Erbe Seines Kampfes.
Und Liebe ohne Kampf ist keine Liebe. Kampf und Liebe gehören zusammen,
und der Kampf ergibt sich aus der Liebe.
Wer kann schon Gott lieben und alles Seiende lieben und nicht das Nichts hassen?
Völlig unmöglich.
Wer kann entbrannt sein für Christus und nicht den Satan und seine Werke hassen?
Zeige mir deine Liebe ohne Haß; es ist keine Liebe.

Haß gegen das Nichts, Haß gegen den Irrtum, Haß gegen die Sünde:
Wie kann ich den Sünder lieben, wenn ich nicht seine Sünde hasse?
Wie kann ich den Irrenden lieben, wenn ich nicht seinen Irrtum hasse?
Selbstverständlich hasse ich nicht die Person, aber ich hasse das, was die Person entstellt.
Und dagegen Kampf, Entlarvung, Bloßstellung, um Chance zu geben, herauszutreten aus dem armseligen Miteinander des Üblichen, aus der bequemen Einbettung ins Kollektiv. Christus will dich herausreißen ins Unbequeme, in die freie Plaine, wo du ungeschützt stehst unter dem Himmel Seines Angebotes
und dir nichts übrigbleibt als JA oder NEIN: dorthin will dich Christus herausreißen.
Wer nach rechts und nach links, nach hinten und vorne schaut, nach den anderen schaut und sich einfügt und mitmacht und auf halb-und-halb geht und vorsichtig ist und halb meint und doch meint und vielleicht meint ist untauglich für Gottes Reich. Alles oder Nichts, JA oder NEIN.
Sehr undiplomatisch!
Aber Christus war im höchsten Grade undiplomatisch.
Er hat sich ausgesetzt dem Haß der Welt; Zeichen, dem widersprochen wird zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel.
[....]
Gott ist Mensch geworden und hat das Leiden auf Sich genommen und damit vergöttlicht.
Er hat uns nicht vom Leiden erlöst,
Er hat das Leiden erlöst von seiner Sinnlosigkeit.
Und wir haben nun das Leiden in der Hand als Waffe, als Zepter, als Medium der Machtausübung.
Von jedem Weh gehen Ströme lebendigen Wassers aus.
Wir sitzen an den Schalthebeln und sind die geheimen Herrscher.
Wir tragen zwar unseren Schatz in irdenen Gefäßen;
und Gottes Kraft kommt durch unsere Schwachheit zur Vollendung; und unsere Armseligkeit ist ein Magnet, der Sein Erbarmen anzieht: aber mitten in alldem sind wir Herren.
Das ist unser Auftrag.
Nicht winselnd, wimmernd, keuchend, fluchend, in ohnmächtigem Zorn heulend,
sondern heilig, in Ingrimm, im Widerspruch dem Satan widerstehen."
[....]

-


Zum Ersten Passionssonntag - Judica - aus dem Introitus der hl Messe (Schott-Messbuch 1962):
-

Introitus (Ps. 42, 1-2)

Vom Passionssonntag bis Gründonnerstag wird, wenn nicht ein Fest gefeiert wird,
am Schluß des Introitus kein Gloria Patri gebetet, ebenso nicht am Schluß des Lavabo-Psalmes.

Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta: ab homine iniquo et doloso eripe me: quia tu es Deus meus et fortitudo mea. (Ps. ibid. 3) Emitte lucem tuam et veritatem tuam: ipsa me deduxerunt et adduxerunt in montem sanctum tuum et in tabernacula tua. – Judica me (usque ad Ps.).

Schaff Recht mir, Gott, und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von frevelhaften, falschen Menschen rette mich; denn Du bist ja mein Gott und meine Stärke. (Ps. ebd. 3) Send mir Dein Licht und Deine Wahrheit, daß sie zu Deinem hl. Berg mich leiten und mich führen in Dein Zelt. – Schaff Recht mir (bis zum Ps.).

-


Die Buss- und Fastenzeit ändert mit dem ersten Passionssonntag
ihren liturgischen Charakter....
hin zum Leiden Christi.

Die Einführung aus dem Schott Messbuch 1962:
-

"Heute ändert sich der Charakter der Fastenliturgie mit einem Male.
Die Beziehungen auf die Katechumenen treten jetzt mehr zurück, auch fehlen die Anspielungen auf die Stationskirchen, dagegen tritt der leidende Christus in den Vordergrund.
In erschütternder Weise schreit er oft mit dem Psalmisten zum Vater um Rettung aus übergroßer Leidensnot.
Die Lesungen stellen uns den Mann der Schmerzen vor Augen.
Immer düsterer ballen sich die Gewitterwolken über seinem Haupte zusammen, bis sie sich endlich am Karfreitag furchtbar entladen.
Neben dieser unergründlich tiefen Verdemütigung Christi in seinem Leiden tritt in dieser Zeit aber auch deren gewaltige Wirkung: der Segen des Opfertodes, im Lobe des Kreuzes, hervor.

Um ihren Schmerz über das Leiden und den Tod ihres Bräutigams noch mehr zu bekunden,
läßt die Kirche in den Tagesmessen der Passionszeit im Staffelgebet den Psalm Judica, der in freudigem Jubel ausklingt und im Introitus des Passionssonntags wiederkehrt, wegfallen und das Gloria Patri, den frohen Lobruf an die heiligste Dreifaltigkeit, verstummen.
Sie verhüllt auch das Altarkreuz und die Altarbilder mit dunklen Tüchern, um so an die Erniedrigung des Erlösers zu erinnernund das Bild des Gekreuzigten um so tiefer in unsre Herzen zu prägen.

Die Altarkreuze bleiben verhüllt bis nach der Kreuzverehrung am Karfreitag, die Altarbilder bis zum Gloria der Osternacht.
[....]

-

Die hl. Messe am Ersten Passionssonntag:
http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/...aso5/index.html

-


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#122

RE: Aschermittwoch / Fastenzeit

in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi 23.03.2026 20:02
von Aquila • 7.645 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Die diesjährige Fastenzeit ist schon weit vorangeschritten.
Vor nichts fürchtet sich der gefallene Engel - Satan - mehr, als vor einer aufrichtigen hl. Beichte.
Wir oft können wir es denn auch in Bekehrungsgeschichten lesen, wie eine hl. Beichte - oft erst nach Jahrzehnten - die Knechtschaft der Sünde von der Seele nimmt und somit die Ketten des Teufels sprengt.
Wie sehr wirkt dieses heute leider "vergessene Sakrament" auf die wahre Gesundheit der Seelen !
Es reinigt, stärkt und heilt die verwundeten Seelen....im kostbarsten Blute unseres Herrn und Gottes Jesus Christus!
Das ist dann die Niederlage des Teufels !
Den Teufel hat der hl. Augustinus als den "Affen Gottes" ("simiuis Dei") bezeichnet; obschon Luzifer selber ein - nun gefallenes - Engels-Geschöpf ist, wähnt er sich in seinem Stolz als "Gegengott" und versucht die Werke Gottes "nachzumachen", freilich wie ein Affe - als Fratze und Zerrbild.
Daher sein Uebername der "Affe Gottes".

Er gaukelt wahrheitsferne "Liebe" vor und sät Stolz, Selbstsucht, Engherzigkeit, Kälte, Zerstörung und Hass, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Er will im Sumpf der Sünde selbstgefällig, träge und mutlos zur Umkehr machen.

Doch er hat nicht das letzte Wort.
Unser Herr und Gott Jesus Christus - das Fleisch gewordene Ewige Wort Gottes, Gott selbst - wartet auf eine jede verletzte und geschundene Seele im Beichtstuhl durch den hw Priester an Seiner statt, um sie wieder mit dem Hochzeitsgewand des Friedens und der Freude eines Kindes Gottes zu bekleiden.

Die nachfolgenden Ausführungen über die hl. Beichte von Pater Stefan Reiner von der Petrus-Bruderschaft sollen daher die unermessliche Gnadenquelle dieses hl. Sakramentes der Versöhnung wieder in Erinnerung rufen. Sei es, dass eine durch die Sünde schwer verletzte Seele der völligen Neubelebung oder eine mit wenig Staub der "lässlichen" Sünden oder Unvollkommenheiten besetzte Seele einer weiteren Stärkung im Glaubens- und Seelenleben bedarf.

-
"Liebe Gläubige!

Bei all unseren Bemühungen um Opfer und Gebet in der Fastenzeit kommt dem Beichtsakrament in dieser Zeit eine besondere Bedeutung zu.
Der Ruf nach Buße und Umkehr, den wir in den liturgischen Texten der Fastenzeit regelmäßig vernehmen, findet seine konkrete Gestalt im Bußsakrament.

Das wichtigste Element einer guten Beichte ist die Reue über unsere Sünden, daher möchte ich in diesem Editorial über das Wesen der wahren Reue schreiben.
Es gibt eine Art schlechtes Gewissen, das von der Reue scharf zu trennen ist.
Gewissensbisse plagen, weil man sich bewusst ist, schlecht gehandelt zu haben, und dieses Bewusstsein stört den inneren Frieden. Aber das schlechte Gewissen als solches beinhaltet noch keinerlei Umkehr des Herzens.

Die echte Reue hingegen beinhaltet den ausdrücklichen Wunsch der Umkehr, eine klare innere Absage an die begangenen Sünden. Das diffuse Bedrücktsein durch das bloße schlechte Gewissen weicht einem echten Schmerz über die Sünde und zugleich entsteht eine echte Sehnsucht nach dem Guten.
Hierbei erkennt man die eigene Ohnmacht, dass man die begangene Schuld nicht einfach so ungeschehen machen kann. Man erkennt, dass diese innere Umkehr und das Beschreiten eines neuen Weges die begangene Sünde nicht einfach auflöst und die Schuld nicht tilgen kann.
Daher führt uns die echte Reue unweigerlich zur unendlichen Barmherzigkeit Gottes; wir begeben uns zu ihm, wir sind bereit demütig die Sünde zu bekennen, verbunden mit der gläubigen Hoffnung, dass er unsere Sündenschuld tilgen kann und will.
Die Umkehr, die in der wahren Reue liegt, ist darum eine Rückkehr zu Gott.
Man ist sich bewusst, dass man zwar keinen Anspruch auf Vergebung haben kann, aber wir glauben, dass Gott einen reumütigen Sünder niemals zurückstoßen wird.
Der Schmerz über die begangene Sünde wird dadurch nicht unbedingt geringer, ja manchmal sogar noch größer, aber es wird eine Art heller und gelöster Schmerz, ein Schmerz, der mit der tiefen Liebe verbunden ist.
Die wahre Reue hat daher immer die Zukunft im Blick, die Sehnsucht sich künftig nicht mehr von Gott trennen zu wollen. Dabei bleibt aber die Absage an die bereits begangene Sünde stets das Zentrum der Reue. Jene, die glauben, dass es genüge, sich vorzunehmen fortan nicht mehr Unrecht zu tun und einfach zur Tagesordnung überzugehen, bessern sich nicht wirklich.
Es fehlt das Moment sich dem begangenen Unrecht zu stellen und es zu bekennen – die stillschweigende Absage an das bisherige ist nicht ausreichend.
Es gehört zur Umkehr, dass wir eine echte Versöhnung mit Gott erstreben, die so lange nicht gegeben ist, bis Gott das Unrecht vergeben hat und es von uns gesühnt ist. Die Trennung von Gott bleibt so lange bestehen, wie ich Gott nicht ausdrücklich um Vergebung gebeten habe, weil die Schuld aus eigener
Kraft nicht einfach so getilgt werden kann.

Dabei müssen wir die Worte Jesu zu Petrus ernst nehmen:
„Was immer Du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein
“ (Mt 16,19).




Die Lösung unserer Schuld vollzieht sich, wenn wir das große Gnadengeschenk des Sakraments der Buße annehmen und die Sünde dem Priester als dem Stellvertreter Jesu Christi bekennen.
In der echten Reue liegt das Potential einer echten Veränderung: Der Schmerz über die vergangene Tat, die Rückkehr zu Gott, also eine echte innere Umwandlung und die Sehnsucht danach, dass Gott einem die Schuld im Bußsakrament tilgen wird.
Diese Reue ist eine tiefe innere Umwandlung und öffnet die Seele für das gnadenhafte Wirken Jesu Christi.
Die Reue aus Liebe zu Gott stellt die Verbindung zu Christus wieder her und er schenkt uns die Gnade wieder.

Unser Glaube verbindet damit zudem die Hoffnung, dass Gott nicht einfach nur unsere Sünden tilgt, sondern im Bußsakrament sich eine wirkliche Reinigung und Heiligung unsere Seele vollzieht. Daraus entspringt der ernste Vorsatz, sich künftig – im Vertrauen auf die Kraft, die Gott uns schenkt – nicht mehr durch eine schwere Sünde von Ihm zu trennen.

Hierin unterscheidet sich die katholische Auffassung ganz entscheidend von der Auffassung nach protestantischem Maßstab, zum Beispiel eines Martin Luther. Dort gibt es keine Reinigung und Heiligung, sondern nur ein Nicht-Anrechnen unserer Sünden um Christi Willen. Es ist eine Art passive Reue, in welcher der gute Vorsatz für die Zukunft genügt, aber die Reue über die vergangene Tat ist an sich überflüssig und der Mensch ist dieser Auffassung gemäß gar nicht in der Lage ein neues Leben in Christus zu führen.

Deshalb können wir mit voller Hoffnung den Psalm 51 beten, in dem es frei übersetzt heißt:
Ein reines Herz schaffe in mir, o Gott und den rechten Geist erneuere in meinem Herzen. Gib mir zurück die Freude deines Heils und bestärke mich in heiliger Kraft“ (Ps 51,12-14).
Die Reue lähmt uns nicht und macht uns nicht mutlos, denn man sieht darin nicht nur die eigene Schwäche, sondern auch die barmherzige Allmacht Gottes, worin die Kraft des Menschen neu erblüht, wenn er sich in Gottes Arme wirft. Aus dieser Haltung wird der Gedanke geboren, ein wirklich neuer Mensch werden zu wollen. Es entsteht eine Art heiliger Mut, mit Gottes Hilfe den alten Menschen hinter sich lassen zu können.

Daher wünsche ich Ihnen von Herzen in dieser Fastenzeit die Gnade einer solchen wahren Reue und das Geschenk einer verändernden Beichte, worin Jesus zu Ihnen jedes Mal jene wunderbaren Worte spricht, die er auch an die Sünderin zu seinen Füßen richtet:
„Dein Glaube ist Dir zum Heil geworden. Gehe hin in Frieden (Lk 7,50).


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#123

RE: Aschermittwoch / Fastenzeit

in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi 28.03.2026 21:33
von Aquila • 7.645 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Zum zweiten Passionssonntag - Palmsonntag - ein erster Teil aus einer Predigt des
hl. Josefmaria Escriva (1902-1975), dem Begründer des "Opus Dei":

-

[....]
"Pax coelo, Frieden im Himmel.
Doch behalten wir auch die Welt im Auge:
Warum gibt es keinen Frieden auf Erden?
In der Tat, es herrscht kein Frieden, nur einen scheinbaren Frieden gibt es,
ein Gleichgewicht der Angst, notdürftige Kompromisse.
Auch in der Kirche gibt es keinen Frieden.
Sie ist von Spannungen gezeichnet, die das makellose Gewand der Braut Christi zu zerreißen drohen.
Und ebenso gibt es keinen Frieden in vielen Herzen, die vergebens versuchen,
die
Unruhe der Seele durch beständige Betriebsamkeit zu überspielen, durch billigen Genuß von Dingen, die nicht sättigen, weil sie immer einen traurigen und bitteren Nachgeschmack hinterlassen.


Der heilige Augustinus schreibt:
<Die Palmzweige bedeuten Verehrung,
weil sie Zeichen des Sieges sind.
Der Herr stand kurz vor seinem Sieg durch seinen Tod am Kreuz.
Im Zeichen des Kreuzes überwand Er den Teufel, den Fürsten des Todes.>
(Augustinus, In Ioannis Evangelium tractatus, 51, 2, [PL 35, 1764]).
Christus ist unser Frieden, weil Er gesiegt hat.
Er siegte, weil Er gekämpft hat in einem unerbittlichen Kampf gegen alle Bosheit in den Herzen der Menschen.

Christus, unser Frieden, ist auch der Weg (Joh 14,6).
Wenn wir den Frieden wollen, müssen wir seinen Schritten folgen.
Der Frieden ist eine Folge des Krieges, des Kampfes, eines asketischen Kampfes, den jeder Christ in seinem Innern ausfechten muß gegen alles, was in seinem Leben nicht von Gott ist:
gegen den Hochmut, gegen Sinnlichkeit, Egoismus, Oberflächlichkeit und Engherzigkeit.
Vergeblich ruft man nach äußerer Ruhe, wenn im Gewissen, im Grunde der Seele, die Ruhe fehlt, denn aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Gotteslästerung (Mt 15,19)."

-


Aus dem Schott-Messbuch 1962:



Dominica II. Passionis seu in Palmis
Zweiter Passionssonntag – Palmsonntag


1. Kl. – Farbe rot (Palmprozession) – Farbe violett (hl. Messe)

Die heutige Liturgiefeier besteht aus zwei Teilen, die verschiedenes Gepräge haben:
Aus der feierlichen Palmprozession mit vorausgehender Palmweihe
und aus der Meßfeier.
Im ersten Teil stimmen wir ein in den Jubel, von dem Jerusalem widerhallte,
da Jesus triumphierend als Messias und König einzog
;
im zweiten geben wir uns der Trauer hin unter dem Eindruck des Leidens Christi,
dessen Gedächtnis
wir in dieser Woche begehen
.


I. Palmprozession – Zu Ehren Christi des Königs

Die Kirche feiert heute zunächst das Gedächtnis an den Einzug Jesu in Jerusalem.
Sie bildet diesen Triumphzug dramatisch nach in einer eigenen Prozession,
bei der wir Huldigungslieder singen und geweihte Zweige (Palm- und Ölzweige,
bei uns meist Buchszweige oder Weidenkätzchen) in den Händen tragen.
Die rote Paramentenfarbe (in alter Zeit die Farbe der Hochfeste) weist anschaulich auf den triumphierenden Kyrios und sein Erlösungsopfer hin.

-

Prozession und hl. Messe des Palmsonntages:
http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/...lmso/index.html


Abschliessend ein weiterer Teil aus einer Predigt und Betrachtungen des hl. Josefmaria Escriva zum Palmsonntag:
-

"Öffnet die alten Pforten.
Diese Aufforderung zum Kampf ist nichts Neues im Christentum.
Es ist die ewige Wahrheit.
Ohne Kampf kein Sieg.
Ohne Sieg kein Frieden.
Und ohne Frieden ist die Freude des Menschen nur Schein und Trug; sie bleibt unfruchtbar, sie drängt nicht dazu, den Menschen zu helfen, Werke der Liebe zu tun und der Gerechtigkeit, des Verzeihens und Erbarmens, des Dienens vor Gott.


Heute gewinnt man den Eindruck, daß viele, innerhalb wie außerhalb der Kirche, oben wie unten, zu kämpfen aufgehört haben, den persönlichen Krieg gegen das eigene Versagen eingestellt und sich in voller Waffenrüstung der Knechtschaft ausgeliefert haben, die die Seele erniedrigt. Diese Gefahr droht uns Christen immer.

Deshalb tut es not, die Allerheiligste Dreifaltigkeit inständig zu bitten,
Sie möge sich unser aller erbarmen.
Wenn ich von diesen Dingen spreche, erzittere ich beim Gedanken an die Gerechtigkeit Gottes.
Doch ich nehme meine Zuflucht zu seiner Barmherzigkeit und seinem Erbarmen,
damit Er nicht auf unsere Sünden schaue, sondern auf die Verdienste Christi und seiner heiligen Mutter - die auch unsere Mutter ist - und auf die Verdienste des heiligen Josef, der Ihm Vater war, und die Verdienste aller Heiligen.

Am heutigen Fest lesen wir in den Meßtexten, daß Gott den Christen bei der Hand nimmt.
Wir alle können in dieser Gewißheit leben, wenn wir nur bereit sind zu kämpfen.
Jesus, der auf einem armseligen Esel in Jerusalem einzieht, Er, der König des Friedens, hat gesagt: Das Himmelreich erleidet Gewalt, und die Gewalt gebrauchen, reißen es an sich (Mt 11,12).
Diese Gewalt ist nicht gegen andere gerichtet.
Sie ist die Stärke im Kampf gegen die eigenen Schwächen und Erbärmlichkeiten, der Mut, die persönlichen Treulosigkeiten nicht zu vertuschen, und die Kühnheit, den Glauben auch in feindseliger Umgebung zu bekennen.


Heute wie gestern wird vom Christen erwartet, daß er heroisch lebt.
Heroisch, wenn es nötig ist, in den großen Kämpfen.
Heroisch - und das wird das Normale sein -
in den kleinen, alltäglichen Dingen.
Wenn wir ohne Unterlaß kämpfen, aus Liebe und in dem, was scheinbar bedeutungslos ist, dann wird der Herr seinen Kindern zur Seite stehen wie ein liebevoller Hirte:
Ich selbst werde meine Schafe weiden, ich selbst lasse sie lagern.
Das Verirrte werde ich suchen, das Versprengte heimführen, das Verletzte verbinden, das Kranke stärken...
Sie werden auf ihrer Heimatscholle in Sicherheit wohnen und erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich die Stangen ihres Joches zerbreche und sie aus der Gewalt derer befreie, die sie geknechtet haben (Ez 34,15-16; 27)"

+

"Wir wollen uns an diesem Palmsonntag,
da der Herr in die entscheidende Woche unserer Erlösung eintritt,
nicht bei oberflächlichen Überlegungen aufhalten.
Stoßen wir zum Entscheidenden vor, zu dem, was wirklich wichtig ist.
Seht, was wir erstreben sollen, ist, in den Himmel zu kommen; sonst würde sich unser Leben nicht lohnen.
Um in den Himmel zu gelangen, müssen wir treu der Lehre Christi folgen; und um treu zu sein, müssen wir ständig gegen Hindernisse kämpfen, die sich unserer ewigen Seligkeit entgegenstellen.

Ich weiß schon, wenn von Kampf die Rede ist, haben wir sogleich unsere Schwachheit vor Augen, wir ahnen kommende Niederlagen, Irrwege.
Doch Gott rechnet damit.
Da wir unterwegs sind, läßt es sich nicht vermeiden, daß wir beim Voranschreiten den Staub des Weges aufwirbeln.
Wir sind Geschöpfe, voller Gebrechen.
Ja, mir scheint sogar, daß es Gebrechen in unserer Seele geben muß wie Schatten, von denen sich als Kontrast die Gnade Gottes und unser Bemühen, diesem göttlichen Geschenk zu entsprechen, um so klarer abheben. Erst beides zusammen Licht und Dunkel macht uns menschlich, demütig, verständnisvoll und großzügig.


Betrügen wir uns doch nicht selbst:
Wenn wir in unserem Leben mit Glanz und Erfolg rechnen, werden wir auch mit Niederlagen und Rückschlägen rechnen müssen.
So ist immer der Weg des Christen auf der Erde gewesen, auch der Weg jener, die wir heute als Heilige verehren.
Denkt nur an Petrus, Augustinus und Franziskus.
Mir haben nie jene Lebensbeschreibungen gefallen, die, aus Naivität, aber auch aus Mangel an christlicher Lehre, die Heiligen so darstellen, als wären sie vom Mutterschoß an unfehlbar mit der Gnade Gottes ausgestattet gewesen.
Nein, die wahren Lebensgeschichten der christlichen Heiligen gleichen den unsrigen aufs Haar:
Sie
kämpften und unterlagen, um von neuem, reuevoll, den Kampf wieder aufzunehmen.


Es sollte uns nicht wundern, daß wir relativ häufig Niederlagen einstecken müssen,
auch wenn es sich dabei gewöhnlich, ja vielleicht immer um geringfügige Dinge handelt,
die uns weh tun, als wären sie von großer Bedeutung.
Wenn wir Gott lieben, demütig sind und kämpfen,
werden solche Niederlagen nie von großem Ernst sein.
Denn wir werden dann auch Kämpfe bestehen können,
große Siege davontragen
in den Augen Gottes.

Wenn wir mit lauterer Absicht arbeiten und Gottes Willen zu erfüllen trachten,
ist uns, in unserer Nichtigkeit, seine Gnade gewiß;
und dann gibt es keine
Niederlagen."


-

( Aus "Christus begegnen" - Kapitel: "Der innere Kampf")


-


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#124

RE: Aschermittwoch / Fastenzeit

in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi 29.03.2026 22:29
von Aquila • 7.645 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !


Wir befinden uns in der hl. Karwoche und gedenken dem Leiden und Sterben unseres Herrn und Gottes Jesus Christus.

Der hl. Ambrosius v. Mailand (339-397) mit einer wunderschönen Hymne auf die zur Sühne der Sünden der Welt durch, mit und in Jesus Christus Fleisch gewordene Barmherzigkeit Gottes:
-

"Christus ist in allem unser Leben.
Seine Gottheit ist Leben,
seine Ewigkeit ist Leben,
sein Fleisch ist Leben,
seine Passion ist Leben.
So hat Jeremias gesagt: „Wir leben in seinem Schatten“.
Der Schatten seiner Flügel ist der Schatten des Kreuzes, der Schatten seiner Passion.
Sein Tod ist Leben,
seine Wunde ist Leben,
sein Blut ist Leben,
sein Grab ist Leben,
seine Auferstehung ist Leben
Er ist das Korn, und in seinem Leibe ist er zerrieben worden und gestorben, um in uns viele Frucht zu bringen"



Aus dem Film: "the passion of the Christ" von Mel Gibbson:




Des Propheten Jesaja Weissagung:

Jes 53,3
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.


-


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#125

RE: Aschermittwoch / Fastenzeit

in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi 31.03.2026 21:48
von Aquila • 7.645 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus!

Wir befinden uns in der hl. Karwoche.


Der hl. Josefmaria Escriva (1902-1975) über das königliche Siegel des heiligen Kreuzes:

-

"Willst du wirklich deinem Herzen einen festen Halt geben?
Dann, das ist mein Rat,

suche in einer der Wunden unseres Herrn Zuflucht.
[Anmerkung: Die hl. fünf Wunden; die hl. Wunden der rechten Hand, der linken Hand, des rechten Fusses, des linken Fusses und die hl. Seitenwunde.]

Du hast dann vertrauten Umgang mit Ihm, bleibst Ihm nahe, fühlst das Schlagen seines Herzens... Und du wirst fähig, Ihm in allem zu folgen, worum Er dich bittet.
[....]
Das Kreuz: Symbol des Lebens eines Apostels Christi.
Es ist Quell der Stärke und der Wahrheit und erquickt Seele und Leib - auch wenn es manchmal Mühe kostet und die Last drückt.
[....]
Wenn wir den Fußspuren Christi folgen;
wenn unsere Seele sich mit dem Kreuz nicht mehr bloß "abfindet",
sondern wenn sie sich ganz und gar von ihm prägen und gestalten läßt;
wenn wir den Willen Gottes lieben;
wenn wir das Kreuz wirklich bejahen, dann und nur dann trägt Er unser Kreuz.


Sprich großherzig dein "fiat!" - es geschehe!
- So wird dein Schmerz - das Kreuz, das von außen oder von innen kommt - eins mit dem Willen Gottes. Freude und Friede werden in deine Seele einziehen.
[....]
Dies sind die klaren Zeichen des echten Kreuzes Christi:
Gelassenheit und tiefer, unerschütterlicher Friede;
Liebe, die zu jedem Opfer bereit ist; fruchtbringende, aus der durchbohrten Seite des Herrn fließende Wirksamkeit und selbstverständlich - immer - Freude:
Eine Freude, die aus der Überzeugung erwächst, daß wahre Hingabe Nähe zum Kreuz bedeutet und folglich Nähe zu Christus einschließt.

Sei dir allzeit dessen bewußt und danke unserem König dafür, daß Er dich erwählt hat.
Er hat
dein ganzes Leben - Leib und Seele -
mit dem königlichen Siegel des heiligen Kreuzes bezeichnet."


-


zuletzt bearbeitet 31.03.2026 21:49 | nach oben springen


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