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#1

Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel ( Mariä Himmelfahrt )

in Hochfeste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria 13.08.2013 21:19
von Aquila • 4.624 Beiträge

Am 15. August
feiert die Heilige Mutter Kirche das

HOCHFEST

"Mariä Himmelfahrt / Aufnahme Mariens in den Himmel"


Dieses Dogma wurde am
1. November 1950 von Papst Pius XII.
in der Apostolischen Konstitution "Munificentissimus Deus" verkündet und lautet:


--
"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus,
der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen,
erklären und definieren Wir:
Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma,
dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin,
als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete,
mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde
."

--

So wie unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS
kraft Seiner Göttlichen Macht aufgefahren ist in den Himmel ( Christi Himmefahrt ),
so nimmt ER auch kraft Seiner Göttlichen Macht
Seine vielgeliebte Mutter
nach deren Vollendung ihres irdischen Lebens
auf in den Himmel....
MIT LEIB UND SEELE
!

"Mit Leib und Seele" besagt,
dass die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria
nicht der leiblichen Verwesung anheimgefallen sind,
sondern
- als mit Leib und Seele auf Erden zur Wohnstatt Gottes gewordene -
unmittelbar
nach Vollendung ihres irdischen Lebens

- das auch den irdischen Tod beinhalten musste, denn auch ihr Göttlicher Sohn,
unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS,
hat sich, obschon ohne Sünde, freiwillig dem Gesetze des Todes unterworfen,
um uns das ewige Leben zu gewinnen -
in die himmlische Glorie aufgenommen wurde.

Anfügen möchte ich noch einen Auszug aus:

-

"Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen
neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)".
Jetzt auch digitalisiert und nochmals neu überarbeitet von Josef Dirschl (2008)"
......

der uns in sehr einfühlsamer und nachvollziehbarer Weise
die
Besonderheit der Vollendung des irdischen Lebens
der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria

nahe bringt:


-

[....]
"Endlich war der Tag und die Stunde gekommen,
wo der Himmel sich öffnen sollte, um seine Königin aufzunehmen.
Wohl hätte Marie,
die von der Erbsünde frei geblieben war
und auch niemals sich einer Sünde schuldig gemacht hatte
,
von dem Tode befreit sein müssen, der ja nur eine Strafe der Sünde ist.
Doch wie ihr göttlicher Sohn Jesus sich freiwillig dem Gesetze des Todes unterworfen hatte,
um dadurch den Menschen das ewige Leben zu gewinnen,
so wollte auch seine hochheilige Mutter,
die ihm in allen Stücken als seine getreueste Nachfolgerin ähnlich geworden,
gleichfalls von diesem Gesetze nicht ausgenommen sein.
Da sie aber auch in so vielen Stücken vor allen Menschen ausgezeichnet und begnadigt war,
so war auch ihr Tod nicht,
wie bei anderen Menschen, die Folge einer körperlichen Krankheit,
sondern,
wie die heiligen Väter lehren, vielmehr eine Folge der Liebe, welche sie verzehrte.
Entweder, sagt der heilige Ildephonsus, mußte Maria nicht sterben,
oder sie mußte vor Heftigkeit der Liebe sterben.
Das Feuer dieser Liebe war sie heftig, sagt der heilige Bernhard,
daß die Erhaltung ihres Lebens ein beständiges Wunder war.
Als daher die Stunde ihres Todes nahte,
hielt Jesus die verzehrende Gewalt dieses Feuers nicht mehr zurück
und so verlosch das Leben der reinsten Jungfrau wie ein Licht,
verzehrt von der Flamme.

[....]
Des anderen Tages hüllte man den heiligen Leib in kostbare Leinwand und umgab
ihn mit wohlriechenden Gewürzen.
Auf einem Tragbett mit einem schönen Schleier bedeckt,
trugen die Apostel die teuere Leiche auf ihren Schultern in den Garten Gethsemani
und senkten sie in das schon vorbereitete Grab. 
Drei Tage lang wachten und beteten die Apostel mit den Gläubigen bei dem Grabe,
als der heilige Thomas erschien und mit Bestürzung vernahm,
daß die heilige Mutter des Herrn verschieden sei und bereits im Grabe ruhe.
Ganz trostlos hierüber bat er seine Mitbrüder, das Grab zu öffnen,
damit er das teuere Angesicht der hoch begnadigten noch einmal sehen könne.
Seine Bitte wurde gewährt.
Man wälzte das Felsstück, womit das Grab verschlossen war, hinweg,
aber man fand nichts mehr,
als die Blumen, womit der Leichnam bedeckt
und die Leinwand, worin er gehüllt war
.
Der aller reinste Leib, der den Herrn der Unsterblichkeit geboren,
sollte keine Speise der Würmer sein.
So lange sie lebte, sagt ein frommer Verehrer der seligsten Jungfrau,
hatten Himmel und Erde gleichen Anteil an diesem erhabenen Wesen;
nun hat der Himmel gleich alles genommen und alles verherrlicht
— ihre Seele und ihren Leib!

Eine schöne Kirche ist auf das Grab der heiligen Jungfrau gebaut worden.
Man steigt auf einer sehr breiten Treppe von fünfzig Stufen hinunter.
Daneben befindet sich aus das Grab des heiligen Joseph
und der beiden Eltern der heiligsten Jungfrau, Joachim und Anna.
[....]


Schliesslich aus einer
alten Präfation zu diesem Hochfest:

-
[i]
"An diesem Tag ist die Jungfrau und Gottesmutter aus der Welt heimgegangen zu Christus.
Sie blieb unberührt vom Verderben, und der Verwesung im Grab war sie
nicht unterworfen.
Frei von jeder Sünde,
in ihrem Sohn verherrlicht, der Aufnahme in den Himmel gewiss,
mit göttlicher Gnade gefüllt, liess ihr Kind sie das Gelübde der Jungfräulichkeit wahren,
und sie war weder preisgegeben den Wehen des Gebärens
noch den Leiden des Sterbens
!
Ihr Leben war nicht an die natürliche Ordnung gehalten,
und ihr Sterben nicht an ihre Gesetze.
Wunderschönes Brautgemach,
aus dem ein würdiger Bräutigam hervorging
:
das Licht der Heiden, die Hoffnung der Gläubigen, der Vertreiber der bösen Geister!
Du Kelch des Lebens, Zelt der Herrlichkeit und Tempel Gottes !
Du hattest mit der Welt nichts gemein, darum solltest du auch nicht ihre Gefangene sein"

[....]

-
blog-e2831-Monat-August-Dem-unbefleckten-Herzen-Mariens-gewidmet.html
-


zuletzt bearbeitet 14.08.2013 15:25 | nach oben springen

#2

RE: Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel ( Mariä Himmelfahrt )

in Hochfeste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria 15.08.2013 13:44
von Aquila • 4.624 Beiträge

Heute
- am 15. August -
feiert die Heilige Mutter Kirche
das
Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel / Mariä Himmelfahrt.

Im Eingangsbeitrag haben wir gesehen,
in welch heiliger Art und Weise das irdische Leben der
allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria
ihre Vollendung
gefunden
hat

und
wie sie unmittelbar nach ihrem Entschlafen in 
von unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS
aufgenommen worden ist in den Himmel....
MIT LEIB UND SEELE !

Als hilfreich bildliche Ergänzung hier noch der Hinweis auf die
Apsis der Basilika Santa Maria Maggiore
in Rom.

Dieses Gemälde zeigt sehr schön
das Entschlafen der
allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria
( am unteren Rand der Apsis )
sowie
ihre Aufnahme mit LEIB und SEELE in den Himmel
( im oberen Teil der Apsis )
wo sie 
von unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS 
zur KÖNIGIN des Himmels und der Erde, 
zur Königin über die Engel
gekrönt wird.


Hier der Link dazu:

http://www.vatican.va/various/basiliche/...p_interno4.html


Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria....
ist die
Mittlerin
aller Gnaden des Heiligen Geistes

sie ist der
W i d e r s c h e i n
der allerheiligsten Dreifaltigkeit !

Sie ist

die vielgeliebte TOCHTER des VATERS
die vielgeliebte MUTTER des SOHNES
die vielgeliebte BRAUT des HEILIGEN GEISTES

Zusammenfassend hat dies der
heilige Bernhard von Clairvaux
so umschrieben:
-

"Sie hält ihren Sohn zurück, damit Er nicht strafe;
sie hält den [rot]Teufel
zurück, damit er nicht schade;
sie hält die Tugenden fest, damit sie nicht verderben;
sie hält die Gnaden fest, damit sie nicht verwehen."


-

Stimmen wir daher voller Freude in die Ausrufungen des
heiligen Cyrill v. Alexandrien
mit ein:
-

"Sei gegrüßt, Maria,
Gottesgebärerin,
heiliger Schatz des Universums,
Krone der Jungfräulichkeit,
Zepter der Rechtgläubigkeit,
unzerstörbarer Tempel,
Tabernakel für den, den die Welt nicht fassen kann,
Mutter und Jungfrau!

Sei gegrüßt,
deren jungfräulicher Leib den Allerhöchsten getragen hat!"


-


Der
heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort
schreibt in seinem "Goldenen Buch", dass....:
-

"dort,
wo die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria [b]ist, 
dort ist der Teufel nicht"!


Und über den hl. Rosenkranz folgende wunderschönen Worte:

-

"Ein gut gebetetes Ave Maria,
das heisst aufmerksam, andächtig uns schön gebetet,
ist nach Auffassung der Heiligen
für den Teufel
ein Feind,
der ihn in die Flucht schlägt,
ein Hammer, der ihn zermalmt....

für die Seele
ein
Mittel der Heiligung
für die Engel
eine Freude.
Es ist der
Hymnus der Auserwählten,
das
Hohelied des Neuen Bundes,
das
Entzücken Mariens und die
Verherrlichung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit
.
Das Ave Maria ist ein
himmlischer Tau,
der die Seele fruchtbar macht;
es ist ein
keuscher Liebeskuss, den man Maria gibt, eine
flammende rote Rose,
die man ihr darbringt,
eine Schale voll
Ambrosia und göttlichen Nektars
, den man ihr schenkt.

Alle diese Vergleiche stammen von den Heiligen....

DARUM
bitte ich euch inständig bei der Liebe, die ich in Jesus und Maria zu euch hege,
betet täglich den Rosenkranz und wenn ihr die Zeit habt, sogar alle fünfzehn Gesetze;
und ihr werdet in eurer Todesstunde Tag und Augenblick segnen,
da ihr mir geglaubt habt.


Und weil
eure Aussaat bestand in Bendeiungen Jesu und Mariens....
DARUM WIRD AUCH EURE ERNTE IM HIMMEL EWIGE BENEDEIUNG SEIN"
.


-


zuletzt bearbeitet 15.08.2013 13:45 | nach oben springen

#3

RE: Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel ( Mariä Himmelfahrt )

in Hochfeste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria 14.08.2014 21:46
von blasius (gelöscht)
avatar

Das höchste Marienfest

Mariä Himmelfahrt


Am 15. August feiert die katholische Kirche ihr höchstes Marienfest, die "Aufnahme Mariens in den Himmel", volkstümlich "Mariä Himmelfahrt" genannt.

In der römischen Kirche wird der in der Bibel nicht direkt beschriebene Vorgang seit dem siebten Jahrhundert gefeiert.

Papst Pius XII. erklärte 1950 die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel" zum Dogma.

Damit will die Kirche unter anderem auf die Ganzheitlichkeit des Menschen mit Körper und Seele hinweisen und dem Vorwurf der Leibfeindlichkeit begegnen.

In vielen Gegenden Süddeutschlands ist "Mariä Himmelfahrt" mit einer Reihe von Bräuchen verbunden, etwa Prozessionen und Wallfahrten. Vielfach gibt es auch "Kräuterweihen": Feldblumen und Kräuter werden als Zeichen für die Schönheit der Schöpfung gesegnet und als Heilkräuter verwendet.


http://kirchensite.de/aktuelles/kirche-v...e-himmelfahrt0/

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#4

RE: Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel ( Mariä Himmelfahrt )

in Hochfeste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria 15.08.2014 00:20
von Aquila • 4.624 Beiträge

Zum Hochfest
"Mariä Himmelfahrt / "Mariä Aufnahme in den Himmel"

vom heutigen 15. August
eine eindrückliche Predigt von
Leo Kardinal Scheffczyk aus dem Jahre 2001:
-

Das Fest Mariä Himmelfahrt
hat etwas besonders Glanzvolles und Strahlendes an sich.
[…] Mitten im hohen Sommer gefeiert, ist es wie ein Tag der Reife,
der Ernte und der Vollendung, an dem geistliche Freude über ein einzigartiges Ereignis aufkommt.
Es betrifft Maria selbst, aber genauso auch die Kirche und die Menschheit,
ja die ganze Schöpfung.
Zuerst freilich gilt die Freude

1) dem Leben der Gottesmutter selbst,

die in diesem Ereignis
mit Leib und Seele in die himmlische Verklärung hineingehoben wird
.
Die katholischen Christen haben, selbst wenn sie darüber nicht nachdenken,
ein besonders inniges Verhältnis zur Person und zum Leben Marias,
der Mutter Christi.
Auch wenn sie um den niemals zu leugnenden Wesensunterschied
zwischen Christus und Maria
und um die verschiedenartige Bedeutung beider Gestalten wissen,
sehen sie doch „das Kind und seine Mutter“,
wie es in einem typischen Ausdruck der Heiligen Schrift heißt,
immer in einer Einheit mitsammen verbunden.
Die jungfräuliche Mutter war nicht nur die Gebärerin des Menschensohnes,
die ihm das menschliche Leben schenkte, ihn erzog und heranbildete;
sie war auch die treue Begleiterin des Erlösers
auf den dornigen Wegen seines Lebens bis hin zu seinem grausamen Tod.
Sie nahm am Leben ihres Sohnes innerlichsten Anteil,
angefangen von der Hochzeit zu Kana bis hin zur Anwesenheit unter dem Kreuz.

So war ihr Leben ganz vom Glanz ihres Sohnes überstrahlt,
aber zugleich auch von seiner Dunkelheit umschattet.
Als auserwählte Mutter und Magd des Herrn
führte sie ein Leben der gänzlichen Hingabe an Christus,
der Hingabe im Glauben, in der selbstlosen Liebe und im todesbereiten Opfer
.
So wurde sie an der Seite ihres Sohnes,
wie die kirchliche Lehrverkündigung sagt, die „liebenswürdige Begleiterin“ Christi,
seine Helferin und Mitwirkerin am Erlösungswerk,
in allen Freuden des Lebens mit Ihm verbunden,
aber als Schmerzensmutter mit Ihm auch in den Leiden und Bitterkeiten des Lebens
innerlich vereint.

Was ist dann verständlicher und angemessener,
als dass Maria, deren Leben ganz dem Sohne hingegeben war,
am Ende ihres Lebens aus der Liebe und Gnade ihres Sohnes
auch die sofortige leibliche Verklärung erfahren sollte.

Das ließ sie dem auferstandenen Sohne auch in bezug auf das Endschicksal gleich werden;
denn das Ereignis, auf das alle Verstorbenen erst noch warten müssen,
nämlich die
Auferstehung des Fleisches,
wurde ihr als einziger unter den Erlösten
sofort nach dem irdischen Ende
zuteil
.
Diejenige,
die in der Fülle der Gnade schon am Anfang ihres Lebens in der Unbefleckten Empfängnis
vor der Sünde bewahrt und so die Ersterlöste unter den Menschen wurde,
sollte in der Angleichung an ihren Sohn
auch die erste Vollerlöste der Menschheit werden und im Himmel
sofort an die Seite ihres Sohnes treten,
um dort ihr Werk für die Menschheit fortzusetzen
.
Wir erahnen in dem Zusammenhang dieser Geschehnisse die große Harmonie
und die weisheitsvolle Ordnung im Plane Gottes mit Maria.
Wir erfassen den Zusammenklang der Wahrheiten und empfinden darüber geistliche Freude.

Diese Freude kann freilich noch wachsen, wenn wir bedenken,
dass die
Verklärung der jungfräulichen Gottesmutter nicht nur an ihr selbst geschah,
sondern sich auch an der ganzen Kirche ereignete und auf die ganze Kirche übergreift.


2) Die Verklärung der Kirche

Wenn man sich mit dem Leben Marias,
so wie es uns in der Heiligen Schrift geschildert wird, auch nur ein wenig befasst,
kommt man bald zu der Erkenntnis,
dass das, was sie für Christus tat und leistete,
kein rein persönliches oder privates Tun und Handeln war.
Die Gläubigen verstanden Maria von früh an nicht als Privatperson.
Sie sahen in ihr vielmehr die neue Zweite Eva,
die für das Heil der Welt genauso bedeutsam war wie Eva für das Unheil.
So wurde sie zur
Mittlerin unseres Heils berufen,
zur Überleitung Christi und seiner Gnade an die Menschen
.

Damit aber tat und leistete sie das,
was die Kirche Christi immer tut und leistet,
nämlich den Menschen Christus zu bringen.

Was Maria am Anfang der neuen Heilszeit getan hat,
das ist das beständige Tun der Kirche:
Die Jungfrau empfing als Mutter den Gottessohn und schenkte ihn den Menschen.
Das tut die Kirche ständig,
indem sie
Christus im Glauben empfängt
und ihn den Menschen in Wort und Sakrament übergibt.

Wie Maria mit Christus unter dem Kreuz das Opfer darbrachte,
so bringt die Kirche dauernd mit Christus das Opfer dar.
So erkannten die Christen immer deutlicher,
dass Maria die Kirche des Anfangs,
die Kirche im Ursprung und gleichsam die erste Zelle der Kirche war.

Sie erwies sich nicht nur als Mutter Christi,
sondern auch als Mutter der Gläubigen und Mutter der Kirche.
Sie gehörte zwar auch zur Kirche,
aber sie steht an ihrer Spitze als das vornehmste Glied
und leitet von dieser Höhe
alles Leben und alle Gnade Christi auf die Kirche über.


Aus der Glaubensgewissheit,
dass Maria die Kirche im Kleinen
und somit das Urbild und das Vorbild der Kirche war und immer ist,
erwächst uns am heutigen Tag die Überzeugung,
dass das, was in der Aufnahme Marias in den Himmel geschah,
sich auch an der Kirche ereignet.
Dies bedeutet:
Die Kirche selbst ist in ihrem bedeutendsten Teil bereits auch in den Himmel eingegangen.
Die Kirche
ragt in ihrem höchsten Glied schon in die Verklärung hinein,
sie nimmt schon Teil an der endgültigen Verherrlichung,
der Glanz der Verklärung legt sich heute
vom Himmel her auf die irdische Kirche
.


Das aber ist für unseren Glauben an die Kirche von großer Bedeutung;
denn dieser Glaube wird heute in seinen Grundfesten erschüttert.
Die Kirche
wird oft nicht als göttliche Gründung,
als Leib Christi oder als Tempel des Heiligen Geistes angesehen,
sie gilt fast nur noch als eine vom Menschen gemachte Größe, die in der Vergangenheit nur immer versagt hat und auf die man deshalb kübelweise Kritik und Schmähungen herableeren kann
.
Daraus entsteht dann auch die Meinung,
dass man sie als rein menschlicher Größe auch zu etwas ganz anderem machen müsste,
sie mit rein menschlicher Kraft und Planung zu ihrer eigentlichen Größe erheben sollte.
So wird die Kirche heute
zu einem Gemächte der Menschen degradiert,
vom Streit der Parteien zerrissen und künstlich in den Träumen der Menschen
zu einem Phantasiegebilde zusammengesetzt.

Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel sagt uns von der Kirche aber etwas anderes:
Sie ist von Christus in Maria erschaffen und vorgebildet.
Sie kommt vom Himmel her,
und sie ist in ihrem höchsten Glied wieder in den Himmel aufgenommen.
Deshalb ist sie eine aus Irdischem und Himmlischem zusammengesetzte Größe,
eine himmlische Stadt, das himmlische Jerusalem.
So bleibt sie trotz ihrer Menschlichkeit, die sie in dieser Welt nie ablegen kann,
etwas Göttlich-Großes.
Sie verdient wie Maria, ihr Urbild, unsere Verehrung, unsere Bewunderung
und unsere Dankbarkeit.

Das alles sehen wir in Maria, der in den Himmel Aufgenommenen, bestätigt,
auch die heute oft angezweifelte Unvergänglichkeit und Ewigkeit der Kirche.
Weil die Kirche in Maria schon vom himmlischen Leben erfasst ist,
kann sie nicht untergehen.
Sie wird bleiben, weil sie in Maria, in ihrer Spitze,
schon in die Ewigkeit des Himmels hineinragt.
Von dieser Spitze aber

strömt den Kindern der Kirche unaufhörlich Hilfe, Kraft und Gnade zu.


Was so an der Kirche im Ganzen geschieht, am irdischen Leibe Christi, das hat aber auch

3) Auswirkungen auf seine Glieder, auf die Gläubigen und auf die Menschen.

In unserer Zeit bewegt sich alles um den Menschen.
Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit sind die großen Leitworte unserer Zeit.
Aber genauer besehen, bleiben es doch nur Worte;

denn
in Wirklichkeit hat man das Wissen um die Größe und Würde des Menschen verloren.
Im Grunde versteht man in der Freizeit-, in der Erlebnis- und Spaßgesellschaft
den Menschen vor allem von seiner Fähigkeit her,
Lust zu erleben und genießen zu können.
Wenn er das noch nicht oder nicht mehr kann,
wie im Mutterleib oder im Greisenalter, dann darf man ihn auch beseitigen
.

So bestätigt sich bei allem Gerede von Freiheit und Würde des Menschen die Erkenntnis,
dass die Gesellschaft dem Menschen die Freiheit und die Würde tatsächlich aberkennt.
Deshalb darf man unter christlichem Blickwinkel von der heutigen Zeit sagen:
Es geht in ihr um die Rettung des Menschen, der in seiner Würde bedroht ist.
Man kann dem Menschen aber seine unbedingte Würde nur erhalten,
wenn man ihn von Gott her und auf Gott hin denkt;
denn vollkommene, unbedingte Würde kann dem Menschen
nur von einem vollkommenen und unbedingten Wesen her kommen.
Das freilich ist nur Gott
.


An der Gestalt Marias, der in den Himmel Aufgenommenen,
geht uns nun aber die
höchste Würde des Menschen auf,
der von Gott her kommt und für die Vereinigung mit Gott geschaffen ist;

denn das selige Einssein mit Gott ist der Himmel.
Auf dieses Ziel hin muss auch unser Leben ausgerichtet sein.
Sonst gleichen wir Wanderern, die nicht wissen, wohin sie gehen,
deren Leben deshalb ziel- und sinnlos wird.
Leider leben viele in dem Irrtum, dass der Gedanke an den Himmel
das irdische Dasein irgendwie behindere, es schmälere oder es untüchtig mache.
Sie lassen sich nicht beeindrucken von dem Wort des Dichters:
„Wir bauen hier so feste, und sind doch nichts als Gäste.
Doch, wo wir werden ewig sein, da richten wir uns wenig ein“.

Der Blick auf die verherrlichte Gottesmutter,
die auch uns das Ziel weist, sollte uns wieder überzeugen:
Das Wissen um die zukünftige restlose Gemeinschaft mit dem Herrn
ist dem irdischen Dasein nicht hinderlich.
Im Gegenteil: Es bewahrt uns vor der Verkrampfung in diese Welt,
als ob sie das Ein‑und‑Alles wäre;
es gibt uns Kraft, Zuversicht und Hoffnung auf das eigentliche vollendete Leben bei Gott.

Diese Hoffnung sollte am heutigen Festtag mit neuer Kraft in uns aufbrechen;
denn Maria zeigt uns nicht nur das Vollendungsziel auf;
nach einem uralten marianischen Titel ist sie
auch die „Himmelsleiter“,
die uns mit dem himmlischen Leben verbindet und uns zum Himmel führt.
Vertrauen wir uns heute wieder dieser Leiter an.
Dann wird uns dieses Leben gelingen
und für uns die Vorstufe zum eigentlichen Leben werden,
das uns Maria durch die Gnade Christi
schenken will
.

-


zuletzt bearbeitet 15.08.2014 00:22 | nach oben springen

#5

RE: Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel ( Mariä Himmelfahrt )

in Hochfeste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria 15.08.2014 00:43
von blasius (gelöscht)
avatar

Verbindung "zwischen Gott und dem Herz jedes Einzelnen"

Papst Franziskus: Mütter sind die besten Ratgeber

Vatikanstadt.

Der wichtigste Ratgeber in Notlagen ist aus Sicht von Papst Franziskus die eigene Mutter.

Die Gabe, Rat zu geben, sei ein Geschenk Gottes, sagte Franziskus: "Ihr Mütter habt dieses Geschenk." Der Papst würdigte Mütter als herausragende Vorbilder.

Sie seien eine Verbindung zwischen Gott und dem Herz jedes Einzelnen.

Der Papst erzählte von einer Begegnung im argentinischen Pilgerort Lujan – mit einem Jugendlichen "mit Ohrringen, Tätowierungen und allem". Diesen habe ein großes Problem belastet – und seine Mutter habe ihm geraten, den Marienwallfahrtsort zu besuchen.

Franziskus rief zudem dazu auf, sich in allen wichtigen Fragen des Lebens an Gott zu wenden. Durch den Einklang mit Gott im Gebet gewinne der Mensch Rat und Einsicht.


Aus:
http://kirchensite.de/aktuelles/news-akt...esten-ratgeber/

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