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#1

Das 2. Vatikanische Konzil

in Diskussionsplattform Kirche 16.05.2016 21:28
von hiti • 50 Beiträge

Mit dem 2. Vatikanischem Konzil ist eigentlich eine neue Zeit angebrochen...
Doch nicht alle sind dem wohlwollend gestimmt.
Im Vergleich dazu vor 2.000 Jahren:
Auch damals ist mit Jesus eine neue Zeit angebrochen, wo die Liebe Gottes mehr hervorbrach.
Doch nicht jeder konnte damit etwas anfangen...
So wie damals sich das Heil auf alle Menschen ausbreitete scheint mit dem Konzil eine Einladung an ALLE Menschen zu gehen, eine Einladung, sich Gott zu öffnen und das Heil zu suchen...
Und ich muss unweigerlich an das Gleichnis von der Hochzeit denken...
-
Hier ein Artikel aus einer religiösen Zeitschrift:
Wenn man aus einem Zimmer hinaustritt, so kann man, gegebenenfalls, mit diesem Zimmer zugleich das Haus verlassen. Steht dieses Haus an einer Grenze, so verlässt man mit dem Zimmer auch das Land und, im entsprechenden Fall, gleichzeitig noch den Kontinent. Mit diesem Beispiel beschreibt ein deutscher Philosoph den Schritt, den die Menschheit im letzten Jahrhundert getan hat. Ginge ein Mensch des 19. Jahrhunderts einige tausend Jahre zurück, in eine alte Kultur, so würde er die meisten Geräte und Werkzeuge wieder finden, die auch er verwendet. Ebenso wäre einem Menschen der Jungsteinzeit in unseren alten Bauernhöfen so ziemlich alles bekannt. Käme allerdings ein Mensch vom Beginn des 20. Jahrhunderts in unsere Zeit, so würde er vor etwas völlig Fremden stehen: Autos, Flugzeuge, High - Tech, Computer, ebenso die Gesellschaftsform und die soziologische Strukturen - nichts von alldem wäre ihm vertraut.

Es wäre nun höchst erstaunlich, hätte das nicht auch Auswirkungen auf Kirche, Glauben und unsere Frömmigkeit. An sich ist das mächtige Schiff der Kirche nicht sonderlich beunruhigt von den Wellen und Wogen der jeweiligen Mode einer Zeit. Die Kirche lebt jedoch in der Zeit und - ohne dem Zeitgeist nachzulaufen - bleibt sie doch in all den verschiedenen Strömungen bei den Menschen. Die gewaltige Verwandlung der Menschheit im 20. Jahrhundert (wie sie bereits mit dem Ende des Mittelalters begann und sich über Humanismus, Aufklärung usf. entwickelte, soll hier nicht verfolgt werden) stellte natürlich auch die Kirche vor eine neue Wirklichkeit. Sich dafür zu öffnen, das Steuern auf das Meer dieser neuen Zeit, das geschah im II. Vatikanischen Konzil.

Das Reich Gottes ist wie ein Sauerteig, der das Mehl durchsäuert (vgl. Mt 13,33). So existiert das Christliche nicht für sich selbst in dieser Welt, sondern es ist eine Wirksamkeit, diese Welt zu durchformen, eine Art und Weise dieser Welt zu sein, nämlich die Weise der Wahrheit und der Liebe. Das „christliche“ Abendland ist untergegangen. Das heißt die christlichen Grundwerte der Offenbarung prägen nicht mehr die Kultur. Wo das Christentum noch in der Tradition lebendig ist, was für die Weitergabe des Glaubens sehr wichtig ist, bildet es trotzdem keinen integrierten Bestandteil unserer postmodernen Kultur, die von Fernsehen und modernem Lebensstil geprägt ist. Es ist zu vermuten, dass das ausgesprochen nichtchristliche unserer modernen Welt noch stärker hervortreten wird.

Wohin weist die Kirche? In einen Rückzug, in ein Sonderdasein, das sich rein halten möchte? In einen Kampf gegen eine säkulare Welt?

Das Konzil gibt eine klare Wegweisung, die man in den letzten Jahrzehnten lebendig erspüren kann. Es ist die Öffnung zur Welt. Es ist die Einladung zum Dialog und die Einladung, diese neue Zeit als Aufgabe zu ergreifen. Es ist die Einladung zu einer Offenheit, zu einer personalen Verantwortlichkeit, die sich nicht scheut, in Demut die eigene Schwäche zu bekennen und mit Entschiedenheit die absolute Gültigkeit der durch Christus offenbarten Werte zu vertreten.

Personale Verantwortlichkeit bedeutet, dass man sich nicht auf das Urteil des allgemein Üblichen stützen kann. Diese Freiheit erfordert jedoch eine besondere Verwurzelung in Gott, ohne die Opposition zu unberechtigter Autonomie und letztendlich zu subjektiver Willkür wird. Diese ganz persönliche Begegnung mit Gott scheint mir im letzten Konzil und in den seither verfassten päpstlichen Dokumenten das Zentrum und das Herz zu sein. Dieses Konzil weist in besonderer Weise auf die lebendige Beziehung mit dem lebendigen Gott hin, was den Konzilstexten oft einen tief mystischen Gehalt gibt.

Gott ist in unserer Zeit sehr nahe. Aus der Begegnung mit ihm gewinnen wir als Christen den Standort in der Welt, Christus den Felsen, der in den Stürmen standhält. Von Christus haben wir unsere Identität als Christen. Es braucht eine starke Identität, einen gesunden Stolz auf unseren Gott, um weder kleinmütig die Wahrheit zu verbergen noch - zum Selbstschutz - überheblich alle zu verurteilen, die eine andere Weltanschauung vertreten. Christus ist für jede Zeit Weg, Wahrheit und Leben, ob man es sehen kann oder nicht.

lg
Hiti


zuletzt bearbeitet 16.05.2016 21:31 | nach oben springen

#2

RE: Das 2. Vatikanische Konzil

in Diskussionsplattform Kirche 16.05.2016 23:45
von Aquila • 5.734 Beiträge

Lieber hiti

Ein sehr sehr einseitiger und beschönigender Artikel !



Die sog. "Öffnung zur Welt" durch das Vaticanum II. ,
welche hat augenscheinlich mehr eine Anpassung an die Welt bewirkt....
( gerade heute aktueller denn je !)
oder gar den Geist der Welt in die Kirche "eingeladen".


Wodurch ?


Durch die bis heute umstrittene Erklärung "Nostra Aetate" des V II. mit den
"Jubelarien" auf die falschen Religionen....

durch das Einknicken vor der freigeistigen Forderung der "Religionsfreiheit" ,
die - wie sie heute verstanden wird -
eine Folge der unsäglichen französische Revolution ist.
Die Kirche hat in ihrer hl. Tradition immer gegenüber anderen Glaubensrichtungen
Toleranz im Sinne des Erdulden ausgeübt.....
aber niemals der Irrlehre gleichsam "gleiches Recht" eingeräumt !
Oder anders gesagt....
niemals kann es dem Menschen nach der Selbstoffenbarung Gottes
durch mit und in Jesus Christus, der Ewigen Wahrheit,
freigestellt sein, welche Religion er wählen möchte.....
alleine das "Nein" zur wahren Religion der Heiligen Mutter Kirche ist möglich.

durch einen "Ökumenismus",
der mittlerweile vielerorts die katholische Identität gefährdet.....


Die Folge dieser Verbeugungen vor dem Weltgeist sind verheerend.
Einem jegliche Überzeugungskraft abhanden gekommenen
"Weichspülkatholizismus" kommt es heute gar zu,
die Seelen gleichsam zum"zeitgemässen Mitläufertum zu deformieren.
Möglichst "nicht anecken"...."niemandem zu nahe treten"
ein "Hurra" auf den Zeitgeist und seine "modernen Ansichten"....


Der Geist der Welt
- der nichts anderes als der Geist des Vaters der Lüge, Satan, ist -
raubt
gleichsam im Akkord die Worte
unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS aus den Herzen der Menschen....
doch vergessen wir Eines nicht;
es ist keinesfalls so, dass nun die zunehmende Zahl von Neu-Heiden
nur eine Folge der unverschuldeten Unwissenheit wäre....
oh nein...heute wird schlicht
"kein Wert mehr gelegt" auf die unfehlbare Lehre der Heiligen Mutter Kirche....
( "zu unbequem" ..."zu mühsam" ...."kein Spassfaktor" ....)
die breite Palette an "alternativen Heilsangeboten" ( ins ewige Verderben !)
spricht eine deutliche Sprache....
der moderne "Spass-Mensch" will sich
"keine Zeit mehr nehmen",
um die Worte des Lebens zu hören und sein Leben nach nach diesen auszurichten....
er will "keine Minute vergeuden" im Konsum- und Spass-Rausch....!
oder er meint, dies nach Belieben "auf später" verschieben zu können....
also zunächst "sich selbstverwirklichen und ausleben"....
aber er bedenke die Worte des
hl. Augustinus:


" Die Gnade hat ihre Augenblicke.
Wer es verschiebt, ihr zu folgen, setzt sich der Gefahr aus, ihr vielleicht nicht mehr folgen zu können"


--

Der heute im Gange befindliche Glaubensabfall ist denn
die Vollendung der vor Jahrzehnten begonnenen Relativierungsargbeit.....
der Schritt für Schritt "Relativierung" der Lehre der Kirche....
der "mündige Bürger" von heute hat denn oft gar kein Interesse mehr am Streben nach Heiligkeit....
der ohnehin breite und bequeme Weg ins Verderben wurde ihm gleichsam
noch "beleuchtet" !

man sucht sich das "passende Un-Heilsangebot" selber aus....

und lässt sich von Werkzeugen der Dämonen im esoterischen Seelenverwüstungssumpf eine teures "passendes"Un-Heilsangebot" vorsäuseln....vorlügen....
dies unter "Verzierung" durch die falschen Propheten
mit lauter Kerzlein...Engelein...Götzen-Figuren wie "Buddha" ...etc....
eine im wörtlichen Sinne seelenvergiftende Mixtur !

das Ganze verpackt durch eine "humane" Heuchelei vornehmlich freigeistiger Herolde....
und der falsch verstandenen "Toleranz" !

Unzählige Seelen sind heute vom Geschwür der
U n b u s s f e r t i g k e i t

befallen....mit verheerende Auswirkungen auf Leben und Sterben....





Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 16.05.2016 23:46 | nach oben springen

#3

RE: Das 2. Vatikanische Konzil

in Diskussionsplattform Kirche 22.02.2017 09:12
von Blasius • 2.514 Beiträge

PASTORALE KONSTITUTION

GAUDIUM ET SPES

ÜBER DIE KIRCHE IN DER WELT VON HEUTE


EINFÜHRUNG

DIE SITUATION DES MENSCHEN IN DER HEUTIGEN WELT


Weiterlesen in:
http://www.vatican.va/archive/hist_counc...et-spes_ge.html


SCHLUSSWORT

91. Der Auftrag der einzelnen Gläubigen und der Teilkirchen

Was diese HeiIige Synode aus dem Schatz der kirchlichen Lehre vorlegt, will allen Menschen unserer Zeit helfen, ob sie an Gott glauben oder ihn nicht ausdrücklich anerkennen, klarer ihre Berufung unter jeder Hinsicht zu erkennen, die Welt mehr entsprechend der hohen Würde des Menschen zu gestalten, eine weltweite und tiefer begründete Brüderlichkeit zu erstreben und aus dem Antrieb der Liebe in hochherzigem, gemeinsamem Bemühen den dringenden Erfordernissen unserer Zeit gerecht zu werden.

Mit Rücksicht auf die unabsehbare Differenzierung der Verhältnisse und der Kulturen in der Welt hat diese konziliare Erklärung in vielen Teilen mit Bedacht einen ganz allgemeinen Charakter; ja, obwohl sie eine Lehre vorträgt, die in der Kirche schon anerkannt ist, wird sie noch zu vervollkommnen und zu ergänzen sein, da oft von Dingen die Rede ist, die einer ständigen Entwicklung unterworfen sind.

Wir sind aber von der festen Zuversicht erfüllt, daß vieles von dem, was wir, gestützt auf Gottes Wort und den Geist des Evangeliums, vorgetragen haben, allen eine gute Hilfe sein kann, zumal wenn es von den Gläubigen unter Leitung ihrer Hirten an die Situation und Denkweisen der einzelnen Völker angepaßt sein wird.

92. Der Dialog mit allen Menschen

Die Kirche wird kraft ihrer Sendung, die ganze Welt mit der Botschaft des Evangeliums zu erleuchten und alle Menschen aller Nationen, Rassen und Kulturen in einem Geist zu vereinigen, zum Zeichen jener Brüderlichkeit, die einen aufrichtigen Dialog ermöglicht und gedeihen läßt.

Das aber verlangt von uns, daß wir vor allem in der Kirche selbst, bei Anerkennung aller rechtmäßigen Verschiedenheit, gegenseitige Hochachtung, Ehrfurcht und Eintracht pflegen, um ein immer fruchtbareres Gespräch zwischen allen in Gang zu bringen, die das eine Volk Gottes bilden, Geistliche und Laien. Stärker ist, was die Gläubigen eint als was sie trennt. Es gelte im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem die Liebe (1).

Im Geist umarmen wir auch die Brüder, die noch nicht in voller Einheit mit uns leben, und ihre Gemeinschaften, mit denen wir aber im Bekenntnis des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und durch das Band der Liebe verbunden sind. Dabei sind wir uns bewußt, daß heute auch von vielen Nichtchristen die Einheit der Christen erwartet und gewünscht wird.

Je mehr diese Einheit unter dem mächtigen Antrieb des Heiligen Geistes in Wahrheit und Liebe wächst, um so mehr wird sie für die ganze Welt eine Verheißung der Einheit und des Friedens sein. Darum müssen wir mit vereinten Kräften und in Formen, die zur wirksamen Erreichung dieses großen Zieles immer besser geeignet sind, in immer größerer Übereinstimmung mit dem Evangelium brüderlich zusammenarbeiten, um der Menschheitsfamilie zu dienen, die in Christus Jesus zur Familie der Gotteskinder berufen ist.

Wir wenden uns dann auch allen zu, die Gott anerkennen und in ihren Traditionen wertvolle Elemente der Religion und Humanität bewahren, und wünschen, daß ein offener Dialog uns alle dazu bringt, die Anregungen des Geistes treulich aufzunehmen und mit Eifer zu erfüllen.

Der Wunsch nach einem solchen Dialog, geführt einzig aus Liebe zur Wahrheit und unter Wahrung angemessener Diskretion, schließt unsererseits niemanden aus, weder jene, die hohe Güter der Humanität pflegen, deren Urheber aber noch nicht anerkennen, noch jene, die Gegner der Kirche sind und sie auf verschiedene Weise verfolgen.

Da Gott der Vater Ursprung und Ziel aller ist, sind wir alle dazu berufen, Brüder zu sein. Und darum können und müssen wir aus derselben menschlichen und göttlichen Berufung ohne Gewalt und ohne Hintergedanken zum Aufbau einer wahrhaft friedlichen Welt zusammenarbeiten.

93. [b]Der Aufbau und die Vollendung der Welt[/b]

Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: "Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt" (Joh 13,35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen. Dem Evangelium gewissenhaft folgend und aus seinen Kräften lebend, verbunden mit allen, die die Gerechtigkeit lieben und pflegen, haben sie das große Werk, das sie hier auf Erden zu erfüllen haben, begonnen, über das sie ihm, der am Jüngsten Tag alle richten wird, Rechenschaft geben müssen.

Nicht alle, die sagen "Herr, Herr", werden ins Himmelreich eingehen, sondern die den Willen des Vaters tun (2) und tatkräftig ans Werk gehen. Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat und so der Wahrheit Zeugnis geben und anderen das Geheimnis der Liebe des himmlischen Vaters mitteilen.

Auf diese Weise wird in den Menschen überall in der Welt eine lebendige Hoffnung erweckt, die eine Gabe des Heiligen Geistes ist, daß sie am Ende in Frieden und vollkommenem Glück aufgenommen werden in das Vaterland, das von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt ist. "Dem aber, der Macht hat, gemäß der in uns wirkenden Kraft weitaus mehr zu tun als alles, was wir erbitten oder ersinnen, ihm sei Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen" (Eph 3,20-21).

Auszug aus:
http://www.vatican.va/archive/hist_counc...et-spes_ge.html

Liebe Grüße, Blasius

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#4

RE: Das 2. Vatikanische Konzil

in Diskussionsplattform Kirche 22.02.2017 12:31
von Aquila • 5.734 Beiträge

Lieber Blasius

Ich habe Deinen Beitrag über "Gaudium et spes" hier in den bereits vorhandenen Thread "Das 2.Vatikanische Konzil" verschoben.

Das Vaticanum II wollte durch eine "Öffnung zur Welt" gar auch für die Nicht-Katholiken sprechen....bislang waren Konzilien stets für Christen und Katholiken gedacht.....

Das Dekret "Gaudium et spes"
wurde denn euphorisch und überschwenglich als "Fensteröffnung" zur Welt gefeiert....
wir alle wissen, dass diese wohl gutgemeinte Absicht der Kirche
( als Zeichen ihrer Güte an die Welt ) lediglich ein Traum war und bleibt....
und sich heute zu einem Albtraum entwickelt hat.
Oder wer will etwa behaupten, dass durch dieses oder ähnliche Dekrete
( "Religionsfreiheit" / "Ökumenismus" ) nun Scharen um Aufnahme in der Heiligen Mutter Kirche baten ! Wo sind sie denn geblieben ?

Die "Fensteröffnung" hat insbesondere in Europa zu einem noch nie dagewesenen
Glaubensabfall geführt.
Dies auch aufgrund der Ungehorsamswelle einiger modernistischer Kreise nach dem Vaticanum II.
Diese Kreise haben eines mit der Welt gemeinsam;
ihre liberales Gedankengut freigeistiger Gesinnung !

Hört man die "Erneuerer", so könnte man meinen, dass es vor dem Vaticanum II.
( als " das" Konzil bezeichnet) keine anderen Konzile gegeben hätte.
Doch gerade das 2. Vatikanische Konzil verstand sich - im Gegensatz zu anderen Konzilen -
als rein pastorales !
Damit ist denn auch Manches lediglich Vorübergehendes verfasst worden.
Ich denke, dass früher oder später eine Neuinterpretation dieses Konzils unausweichlich sein wird.

Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan hat es diesbezüglich auf den Punkt gebracht:
-
"Ich meine, daß die Frage des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht als conditio sine qua non betrachtet werden sollte, da es sich um eine Versammlung handelte,
deren Zweck und Charakter vor allem pastoral war.
Teile der Konzilserklärungen
spiegeln die Zeitumstände wider und haben daher nur zeitlich begrenzte Geltung,
wie das eben für disziplinarische und pastorale Dokumente üblich ist. "
[....]

-

So besteht denn auch bez. den Dokumenten des Vaticanum II. eine unterschiedlich Verbindlichkeit.

Erzbischof Pozzo:
-

Es gibt keinen Zweifel, dass die Lehren des Zweiten Vatikanums
unterschiedliche Verbindlichkeit haben, je nach Art des Dokuments.
[....]
die
Erklärungen zu Religionsfreiheit und nichtchristlichen Religionen
sowie das Ökumene-Dekret
verfügen hingegen über geringere Autorität
und weniger Verbindlichkeit.
"

-


Noch eine abschliessende Bemerkung konkret zur pastoralen (!) Konstitution "Gaudium et spes":

Wir feiern alljährlich am Hochfest Pfingsten
die Herabkunft des Heiligen Geistes....die Herabkunft des Geistes der Wahrheit
und nicht desjenigen des "Dialoges" !



Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 22.02.2017 12:34 | nach oben springen

#5

RE: Das 2. Vatikanische Konzil

in Diskussionsplattform Kirche 22.02.2017 16:44
von Blasius • 2.514 Beiträge

Ergänzung zu:

PASTORALE KONSTITUTION
GAUDIUM ET SPES

ÜBER DIE KIRCHE IN DER WELT VON HEUTE

DIE SITUATION DES MENSCHEN IN DER HEUTIGEN WELT

Weiterlesen in:
http://www.vatican.va/archive/hist_counc...et-spes_ge.html

Dazu folgendes aus:

CHRIST IN DER GEGENWART


69. JAHRGANG 2017

FREIBURG, 19. Februar 2017

Außerhalb der Kirche kein Heil?

Von Jan-Heiner Tück
Auszug, Titat:

Werkzeug universellen Heils

Das Zweite Vatikanische Konzil begründete seine Sicht und Deutung mit dem objektiven Heilswillen Gottes, der niemanden ausschließen will. An entscheidenden Stellen wird der erste Timotheusbrief (2,4) zitiert. Der maßgebliche Abschnitt in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche lautet: „Wer das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluss der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen. Die göttliche Vorsehung verweigert auch denen das zum Heil Notwendige nicht, die ohne Schuld noch nicht zur ausdrücklichen Anerkennung Gottes gekommen sind, jedoch, nicht ohne die göttliche Gnade, ein rechtes Leben zu führen sich bemühen. Was sich nämlich an Gutem und Wahrem bei ihnen findet, wird von der Kirche als Vorbereitung für die Frohbotschaft und als Gabe dessen geschätzt, der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe."

Karl Rahner meinte, dass dieser Abschnitt auch einem Leser fünfzig Jahre später noch zu denken gebe: „Mein Gott, schon dem Menschen von heute kommt dieser Satz wie eine bare Selbstverständlichkeit vor. Wer aber die Geschichte der Theologie und der Lehräußerungen der Kirche kennt, der kann sich nicht genug wundern über diese Sätze und darüber, wie ohne jedes Aufsehen sie vom Konzil angenommen wurden. Denn ihm klingt im Ohr: Wer nicht glaubt, wird verdammt werden; er denkt an die Lehre des großen Augustinus von der massa damnata, aus der Gott in seiner unbegreiflichen Gnade ein paar wenige errettet, während alle, die nicht getauft sind, in ihr gerechten Gerichtes verbleiben."

Mit dieser Öffnung vertritt das Konzil eigentlich keine neue Lehre, wie die Traditionalisten meinen, sondern es greift auf lange vernachlässigte Einsichten der Heiligen Schrift und der Theologie der Kirchenväter zurück. Es zitiert biblische Aussagen, die den universalen Heilswillen Gottes bezeugen. Es greift auf Zeugnisse der Alten Kirche zurück, die von Spuren der Wahrheit auch außerhalb der Kirche ausgehen. Ausdrücklich wird das Modell der Kirche von Abel an aufgenommen, demzufolge es Gerechte auch außerhalb der sichtbar verfassten Kirche gibt. Mit dieser Lehre von der Heilsmöglichkeit der anderen vollzieht das Konzil einen Perspektivwechsel, der im Modell der gestuften Kirchenzugehörigkeit weiter ausbuchstabiert wird. Im Hintergrund stehen bedeutsame Akzentverlagerungen des Kirchenbegriffs, die hier nur angedeutet werden können.

Die Kirche ist „universales Heilssakrament", sie ist „Zeichen und Werkzeug der Vereinigung mit Gott und der Einheit der ganzen Menschheit". Sie kann die anderen nicht sich selbst überlassen, sie verloren geben, sondern hat den Auftrag, allen Menschen die Botschaft Christi zu bezeugen. Darin besteht ihr Dienst. Darüber hinaus sagt das Konzil, dass die Kirche Jesu Christi, von der im Glaubensbekenntnis die Rede ist, in der katholischen Kirche konkret verwirklicht ist. Sie ist allerdings nicht bruchlos identisch mit der Kirche Christi. Es gibt kirchliche Wirklichkeit auch außerhalb der römisch-katholischen Kirche. Das ist der ökumenisch bedeutsame Sinn der Ersetzung des „est" (ist) durch das „subsistit in" (in Artikel 8 der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium"). Schließlich ist die Kirche wanderndes Gottesvolk. Sie ist unterwegs auf das Reich der Vollendung, das in ihr keimhaft bereits anwesend ist. Die endzeitliche Vorläufigkeit der Kirche bricht jedem Triumphalismus die Spitze ab.

WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DE

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/ar...beitrag=2874266

Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 22.02.2017 17:58 | nach oben springen


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