Grüss Gott und herzlich Willkommen im KATHOLISCHPUR- Forum....

#1

Für den Tag und die Woche

in Themen und Beiträge von Gästen 29.03.2015 08:47
von blasius (gelöscht)
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Für den Tag und die Woche

Der Weg Gehorsam aus freier Liebe bis in die äußersten Auswirkungen hinein, bis in den Tod, das ist die Lebensform des menschgewordenen Gottes. Hier öffnet sich für den gewöhnlichen Menschen der Zugang, am Leben, Tun und Leiden des Gottmenschen teilzunehmen.

Vom Menschen her trägt dieser Liebesgehorsam den Namen Glaube. Glaube des Christen: das erlösende Jawort mitsprechen, das Jesus Christus uns vorspricht, seinen Weg mitgehen. Liebender Glaube, der alles hofft; hoffende Liebe, die alles glaubt; glaubende Hoffnung, die alles liebt, was Gott will.


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#2

RE: Für den Tag und die Woche

in Themen und Beiträge von Gästen 01.04.2015 10:26
von blasius (gelöscht)
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Für den Tag und die Woche

Prediger 7,15

Zum Thema: Wissen als Mittel zu langem Leben


11 Wissen ist so viel wert wie Erbbesitz, es ist sogar mehr wert für die, welche die Sonne sehen;

12 denn wer sich im Schatten des Wissens birgt, der ist auch im Schatten des Geldes; aber das ist der Vorteil des Könnens: Das Wissen erhält seinen Besitzer am Leben. -3

13 Doch sieh ein, dass Gottes Tun noch hinzukommt. Denn: Wer kann gerade biegen, was er gekrümmt hat?4

14 Am Glückstag erfreue dich deines Glücks und am Unglückstag sieh ein: Auch diesen hat Gott geschaffen, genau wie jenen, sodass der Mensch von dem, was nach ihm kommt, gar nichts herausfinden kann.

15 In meinen Tagen voll Windhauch habe ich beides beobachtet: Es kommt vor, dass ein gesetzestreuer Mensch trotz seiner Gesetzestreue elend endet, und es kommt vor, dass einer, der sich nicht um das Gesetz kümmert, trotz seines bösen Tuns ein langes Leben hat.

16 Halte dich nicht zu streng an das Gesetz und sei nicht maßlos im Erwerb von Wissen! Warum solltest du dich selbst ruinieren?

17 Entfern dich nicht zu weit vom Gesetz und verharre nicht im Unwissen: Warum solltest du vor der Zeit sterben?

18 Es ist am besten, wenn du an dem einen fest hältst, aber auch das andere nicht loslässt. Wer Gott fürchtet, wird sich in jedem Fall richtig verhalten.5


Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift


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#3

RE: Für den Tag und die Woche - GRÜNDONNERSTAG

in Themen und Beiträge von Gästen 01.04.2015 22:27
von blasius (gelöscht)
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Für den Tag, heute:


GRÜNDONNERSTAG


Mit der Feier des Gründonnerstags beginnen wir das SACRUM TRIDUUM PASCHALE, die Feier der drei österlichen Tage von Leiden, Tod und Auferstehung Christi. Dieser Tag ist auch dem Gedächtnis an die Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes und des Priesteramtes gewidmet.

Der feierliche Abendgottesdienst führt uns ein in das Geschehen des letzten Abendmahls, das unser Herr und Erlöser Jesus Christus, am Vorabend seines Todes mit seinen Aposteln gehalten hat. Besonders sind wir mit unserem Herrn verbunden wenn wir nach diesem Gottesdienst die sog. Ölbergwache halten, sie erinnert uns an das Gebet Jesu im Garten Gethsemani.


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#4

RE: Für den Tag und die Woche - GRÜNDONNERSTAG

in Themen und Beiträge von Gästen 02.04.2015 00:31
von Aquila • 5.065 Beiträge

Gelobt sei Jesus Christus !

Mit dem
Gründonnerstag
beginnt das
"Triduum Sacrum",
- die Heiligen Drei Tage -
das dreitägige Gedächtnis
des Leidens,
Sterbens,
der Grabesruhe
und der Auferstehung

unseres Herrn und Gottes Jesus Christus .

Es ist auch die Erinnerung an die
Einsetzung
des allerheiligsten Altarsakramentes


Ein Mensch kann bloss Symbole hinterlassen.....
Unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS
aber hat uns
im allerheiligsten Altarsakrament.....

S I C H
Selbst
"hinterlassen".....
und nicht bloss einen "Teil" von Sich....
sondern
SEIN GANZES WESEN......
die Kraft und die Fülle Seines Dreieinen Göttlichen Lebens
!


Der heilige Bernhardin von Siena schreibt:
-

" Freunde hinterlassen ein Zeichen, vielleicht einen Ring,
aber Christus hinterlässt uns Seinen Leib und Sein Blut,
Seine Seele und Seine Gottheit, sich Selbst, ohne etwas zurückzubehalten
."

-
Siehe dazu bitte auch:

Gegenwart Christi


Wir lesen
im heiligen Evangelium nach Lukas,
dass unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS
in Seinem einsamen Leiden am Ölberg
Blut geschwitzt hat.

Die bevorstehenden unermesslichen Leiden vor Seinem allwissenden Augen sehend
- die gesamte Sündenlast aller Menschengeschlechter auf IHM lastend -
liessen unseren
HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS denn auch vor Angst zu Boden sinken und
- und unseren - Vater darum bitten,
Dieser möge den Kelch an IHM vorübergehen lassen....
doch sogleich fügte ER hinzu,
dass der Wille Seines VATERS geschehen möge!

-
"Das Gebet am Ölberg

Lk 22,39
Dann verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war,
zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm.
Lk 22,40
Als er dort war, sagte er zu ihnen:
Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!
Lk 22,41
Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit,
kniete nieder und betete:
Lk 22,42
Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir!
Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen
.

Lk 22,43
Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm (neue) Kraft.
Lk 22,44
Und er betete in seiner Angst noch inständiger
und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.
Lk 22,45
Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend;
denn sie waren vor Kummer erschöpft.
Lk 22,46
Da sagte er zu ihnen: Wie könnt ihr schlafen?
Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet"

----

Immer wieder bleibt uns das ehrfürchtige Staunen
vor dem
Ewigen Ratschluss der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gottes.

So begann denn
der unermesslich schmerzliche Kreuzweg
unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS

im Garten Getsemani
am Fusses des Ölberges
!

In einem Garten.....
denn

die Erschütterung der Welt durch die
Ursünde durch unsere Stammeltern
- Adam und Eva -

vollzog sich auch in einem Garten....
im paradiesischen Garten Eden !


Aus der Genesis der Heiligen Schrift:
-

"Gen 2,15
Gott, der Herr, nahm also den Menschen
und setzte ihn in den Garten von Eden,
damit er ihn bebaue und hüte.
Gen 2,16
Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen:
Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,
Gen 2,17
doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen;
denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

-

Der Fall des Menschen

Gen 3,1
Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte.
Sie sagte zu der Frau:
Hat Gott wirklich gesagt:
Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
Gen 3,2
Die Frau entgegnete der Schlange:
Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;
Gen 3,3
nur von den Früchten des Baumes, der
in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt:
Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
Gen 3,4
Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gen 3,5
Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf;
ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Gen 3,6
Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden.
Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war,
und auch er aß.
Gen 3,7
Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren.
Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.
Gen 3,8
Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten,
versteckten sich Adam und seine Frau
vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens
.

Gen 3,9
Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach:
Wo bist du?
Gen 3,10
Er antwortete:
Ich habe dich im Garten kommen hören;
da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
Gen 3,11
Darauf fragte er:
Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen,
von dem zu essen ich dir verboten habe?
Gen 3,12 Adam antwortete:
Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben
und so habe ich gegessen.
Gen 3,13
Gott, der Herr, sprach zu der Frau:
Was hast du da getan?
Die Frau antwortete:
Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen.
Gen 3,14
Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange:
Weil du das getan hast, bist du verflucht
unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes.
Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
Gen 3,15
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau,
zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs.
Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.
Gen 3,16
Zur Frau sprach er:
Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst.
Unter Schmerzen gebierst du Kinder.
Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen.
Gen 3,17
Zu Adam sprach er:
Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast,
von dem zu essen ich dir verboten hatte:
So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen.
Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens.
Gen 3,18
Dornen und Disteln lässt er dir wachsen und die Pflanzen des Feldes musst du essen.
Gen 3,19
Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,
bis du zurückkehrst zum Ackerboden;
von ihm bist du ja genommen.
Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.
Gen 3,20
Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
Gen 3,21
Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit.
Gen 3,22
Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir;
er erkennt Gut und Böse. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt,
auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt!
Gen 3,23
Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg,
damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.
Gen 3,24
Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf
und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten."

-


Der neue Adam
- unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS -
begann Seinen hochheiligen Leidensweg
auch in einem Garten....
Getsemani
.


Der Mensch gewordenen eingeborene SOHN GOTTES JESUS CHRISTUS ist für die Sühne der Sünden der Welt gekommen....
um so alles neu zu machen....

-

Offb 21,5
Er, der auf dem Thron saß, sprach:
Seht, ich mache alles neu.

Und er sagte:
Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.

-

In einem Garten
- Eden -
geschah der Sündenfall

In einem Garten
- Getsemani -
begann der hochheilige Leidensweg
des zur Sühne der Sünden der Welt
Mensch gewordenen eingeborenen Sohnes Gottes....
unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS .....

Welch ein unergründliches Mysterium
des Ewigen Ratschlusses Gottes !

-

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#5

RE: Für den Tag und die Woche - Karfreitag - Die Deutung des Todes Jesu

in Themen und Beiträge von Gästen 02.04.2015 21:56
von blasius (gelöscht)
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Karfreitag

Die Deutung des Todes Jesu

An den Karfreitag erinnert in fast jeder Kirche das Kreuz. Der Freitag hat auch während des Jahres den Charakter des Gedächtnisses an den Tod Jesu. Durch die Herz Jesu-Verehrung wurde diese Tradition noch einmal neu geprägt. Diese Selbstverständlichkeit des Kreuzes gab es im ersten christlichen Jahrtausend nicht. Viele Jahrhunderte lang hatten es die Christen nicht gewagt, Jesus als den Gekreuzigten darzustellen. Wer durch das Kreuz hingerichtet wurde, galt im römischen Reich als ein verachtenswerter Verbrecher. Der Film "Die Passion Christi" hat die Grausamkeit dieses Todes neu vor Augen geführt. Jesus ist zu dem schmerzlichsten und schmählichsten Tod verurteilt worden, den die damalige Zeit kannte. Für seine Anhänger brach alles zusammen. Gott mußte den Messias, der seine Sendung durch Wunder und überzeugende Worte erwiesen hatte, verlassen haben, wenn er von Heiden auf diese Weise umgebracht werden konnte. Von seinen Anhängern war nicht zu erwarten, daß sie aus diesem Sterben Hoffnung schöpfen würden. Gott mußte handeln, wenn dieser Tod nicht das Ende sein sollte.

Jesus hatte durch die Umwidmung des Paschamahles selbst seinen Tod als Sühnopfer gedeutet. Nach dem Mahl geht Jesus mit den Jüngern in einen Garten und ringt im Gebet um den Willen Gottes. Darauf folgt die Gefangennahme. Jesus wird von der jüdischen Obrigkeit verhört und von dieser an den Oberbefehlshaber der römischen Besatzungsmacht überwiesen. Die Verurteilung erfolgt in einem Hin und Her zwischen Pilatus und der jüdischen Obrigkeit, die wiederum die Menge zu steuern vermag. Pilatus bietet eine Amnestie an, die aber einem anderen Verhafteten, Barabbas, zugute kommt. Bevor Jesus zur Kreuzigung geführt wird, wird er gegeißelt und als Pseudokönig verhöhnt. Dann wird er zur Hinrichtungsstätte geführt und gekreuzigt. Selbst hier verspotten ihn noch seine Gegner. Er stirbt und wird beigesetzt.

Es gibt mehrere Motive, warum die jüdische Obrigkeit Jesus beseitigen will, ja glaubt, beseitigen zu müssen. Johannes berichtet von einer Beratung im Hohen Rat. Dabei spielen politischen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Jesus könne Auslöser für eine Aufruhrbewegung sein, die von den Römern niedergeschlagen und mit härteren Unterdrückungsmaßnahmen beantwortet würde (Joh 11,45-53). Der Hohepriester Kaiphas spricht den berühmten Satz: "Es ist besser, daß einer für das Volk stirbt, als daß das ganze Volk zugrunde geht." Die Ablehnung des Boten Gottes durch die Juden wird von den Evangelisten als ein Motiv für den Tod Jesu dargestellt. Im Verhör vor dem Hohen Rat wird Jesus der Gotteslästerung überführt, weil er sich als Messias und Sohn Gottes bezeichnet. Vor Pilatus argumentieren die Hohen Priester, daß Jesus die Königswürde beanspruche und damit die Oberhoheit des Kaisers in Frage stellt. Im Bericht vom Prozeß vor der römischen Instanz wird die jüdische Obrigkeit als treibende Kraft dargestellt, während Pilatus schwankt, ob er ein Urteil im Sinne der Ankläger fällen soll.

Wie haben die Christen eine Antwort auf die Frage gefunden, warum Gott den Tod seines Messias hinnehmen konnte? Im Alten Testament finden sie eine Antwort und entdecken die Konturen eines göttlichen Heilsplans. Das Gebet Jesu im Garten drückt aus, daß Jesus sein Leiden als Willen Gottes akzeptiert.

Vater, alles ist dir möglich. Laß diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst geschehe. (Mk 14,36)

Zu den Emmausjüngern sagt der Begleiter, den die beiden dann als Jesus, den Auferstandenen erkennen: Ihr Unverständigen, wie schwer fällt es euch, an all das zu glauben, was die Propheten geweissagt haben. Mußte der Messias nicht dies alles leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen. (Lk 24,25-26) Neben dem Buch der Weisheit (2,12-22) finden sich im zweiten Teil des Jesajabuches Lieder von einem Gottesknecht. In dieser Gestalt sehen die ersten Christen das Leiden Jesu gedeutet. Das vierte Lied vom Gottesknecht wird im Karfreitagsgottesdienst gelesen. Einige Verse zeigen bereits, welche Deutungskraft das Lied für die ersten Christen, die ja Juden waren, haben mußte:
Viele haben sich über ihn entsetzt, denn er sah entstellt aus,

nicht wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.
Denn wovon ihnen kein Mensch je erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt …..

Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit der Krankheit vertraut.
Wie ein Mensch, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er bei uns verfemt und verachtet.
Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen.
Wir meinten, er sei vom Unheil getroffen, von Gott gebeugt und geschlagen.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden mißhandelt.
Weil die Strafe auf ihm lag, sind wir gerettet, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie die Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.

Doch der Herr warf all unsere Sünden auf ihn.

Er wurde geplagt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man wegführt, um es zu schlachten,
und wie ein Schaf, das verstummt, wenn man es schert, so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht kam er ums Leben, doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde aus dem Land der Lebenden verstoßen und wegen der Verbrechen seines Volkes getötet.

Bei den Gottlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat, und aus seinem Mund kein unwahres Wort kam.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem mißhandelten Knecht,
er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab…
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er wieder das Licht und wird erfüllt von Erkenntnis …..
denn er gab sein Leben hin und wurde zu den Verbrechern gerechnet.
Er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.
(Jesaia 52,13-53, 12) Vgl. auch die anderen Gottesknechtlieder (Jesaia 42,1-9; 49,1-9; 50,4-9).

In seinem Leidensweg erweist sich Jesus nicht nur als der Gerechte. Die Evangelien sehen im Geschick Jesu Gottes Handeln. So wie Jesus seinen Weg gegangen ist, so handelt Gott. Markus führt den Hörer zu dieser Einsicht. Jesus wird nicht durch Machttaten, durch den Erweis von Überlegenheit als Sohn Gottes erkannt, sondern in seinem Tod: Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:
"Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." (Mk 15,39)

Entwicklung des Karfreitags

Der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens Jesu war ein Tag der Trauer und, um das Mitleiden auszudrücken, ein Tag des Fastens. Dieses Fasten ist schon im 2. Jahrhundert bezeugt. Von daher kommt auch der Brauch, an jedem Freitag zu fasten und damit des Leidens Jesu zu gedenken. Anfangs wurde dieser Tag wohl ohne einen Gottesdienst begangen.

Liturgie

In Jerusalem entstand die Verehrung des Kreuzes, das 320 von der Kaiserin Helena wiedergefunden worden war. Im Westen entwickelte sich ein Gottesdienst mit Lesungen und Gebeten; die Verehrung des Kreuzes wurde schon früh an Orten gepflegt, die eine Reliquie des Kreuzes erhalten hatten. Bis heute wird am Karfreitag keine Messe zelebriert. Erst seit dem 7. Jahrhundert wurde eine Kommunionfeier an den Gebetsgottesdienst angeschlossen. Die Hostien werden bereits in der Gründonnerstags-messe konsekriert. Der Zeitpunkt des Karfreitagsgottesdienstes liegt seit dem Mittelalter am Nachmittag. Die Todesstunde Jesu ist nach den Berichten der Evangelien 15 Uhr. Der Karfreitagsgottesdienst hat in der katholischen Kirche eine eigenständige, sehr alte Liturgie, die ihn von anderen Gottesdiensten unterscheidet. Drei Teile bilden die Feier.

1. Wortgottesdienst

Im Mittelpunkt steht die Passion nach Johannes, der zwei Lesungen vorausgehen. Dieser Wortgottesdienst wird mit den "Großen Fürbitten" abgeschlossen, die ein hohes Alter haben.

2. Kreuzverehrung

Das seit dem 5. Fastensonntag vielerorts durch ein Tuch verhüllte Kreuz wird enthüllt. Dabei wird leitmotivisch der Vers gesungen: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt". Priester, Meßdiener und auch die Gläubigen nähern sich mit drei Kniebeugen dem Kreuz und küssen oder verehren es auf andere Weise.

3. Kommunionfeier

Es werden dann die bereits am Gründonnerstag konsekrierten Hostien vom Tabernakel zum Altar gebracht. Darauf folgt dann nur die Kommunionausteilung.
Nach dem Gottesdienst wird der Altar wieder abgeräumt.

Die Darstellung des Leidens Christi in Schauspielen geht auf das Mittelalter zurück. Heute wird die Passion gesungen, oft die von J.S. Bach vertonten. Einiges Brauchtum leitet sich vom Trauercharakter des Tages ab. Der Tag darf nicht durch Tanzen entweiht werden. Der Schmied darf weder Hammer noch Nägel gebrauchen, weil sie Leidenswerkzeuge Christi waren. Man soll am Karfreitag weder ein Tier töten, noch ein Tier schlagen.


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